PewPewPew - Das Filmblog über Katzen und Pizza

Sonntags ging früher nichts. Vielleicht Kirche, vielleicht Formel 1, vielleicht ein Sparziergang oder ein Fahrradaussflug, vielleicht morgens ein B-Jugend-Spiel, später Hausaufgaben – aber spätestens ab 15 oder 16 Uhr ging es los auf RTL II. Meine Helden: Steve Irwin und Jonathan Frakes.

Während Steve Irwin selbst nach seinem Tod nie aus der Popkultur verschwand, gab es bis vor kurzer Zeit wenig Nostalgie für den Kulthit X-Factor: Das Unfassbare. Doch seit ein paar Wochen sehe ich ständig neue Clips und es entsteht unter Millenials ein völlig neues Bewusstsein: Hey, das haben wir alle gesehen und finden es heute noch super geil. Vielleicht liegt es an dem viralen Clip von vor ein paar Monaten, aber ich seh den Reiz heute eher in dem Rückblick auf eine harmlosere Zeit, in der man so einen Quatsch drehen und, wenn auch mit einem Augenzwinkern, ernsthaft ausstrahlen konnte. Ohnehin hat die Serie 100%ig ein ganzes YouTube-Genre definiert und ist der Vorläufer von Creepypasta.

Neil Cicierega kennt ihr, auch wenn euch der Name nichts sagt. Der Typ ist verantwortlich für eine Menge viraler Videos und am besten für die singenden Harry Potter Puppen aus YouTubes Kindertagen bekannt. Offensichtliches Talent für Onlinevideo ist also vorhanden. Mit seiner Crew hat er die Show und Frakes’ Eigenarten so perfekt und lustig auf den Punkt gebracht, dass ich glatt sagen muss: Das beste Parodie-Video seit mindestens ein paar Jahren.

Wen’s interessiert, hier ein 40-minütiges Making Of der ulkigen Szenarien. (weiterlesen…)

Dieser Artikel erschien zuerst in der 15. Ausgabe des WASD-Magazins.

Können die Hörner bitte noch etwas länger sein? Es soll richtig punkig aussehen! Mein ästhetisches Empfinden möchte revoltieren, doch ich weiß, dass Proteste fast immer ins Leere laufen. Ich seufze innerlich. Star Wars und Punks? Das geht doch nicht!

Es ist 2005, ich spiele das MMORPG Star Wars Galaxies und ich bin ein Image Designer. Während andere bei George Lucas‘ Weltraummärchen in erster Linie an Lichtschwerter, John Williams-Fanfaren oder Darth Vaders schweres Atmen denken, dreht sich meine Welt um Charakterdesign. Ich helfe anderen Spielern eigene Helden im Hintergrund des Sternenkriegs zu formen. Als lebendig gewordener Charakter Creator biete ich anderen Spieler meine Dienste an: neue Frisuren, Fettabsaugung per Klick, Tattoos – alles ist möglich.

Auf den ersten Blick mag das alles einem Gimmick gleichkommen, aber schlussendlich geht es hier um das Kreieren und Formen einer gemeinsamen Welt, wodurch Fans selbst ein Teil der Geschichte werden, was den Sog gerade eines MMOs noch weiter erhöht.

Der Star-Wars-Kosmos lebt wie keine andere Domäne der Popkultur vom Design seiner Welt. Deswegen ist die Cantina-Szene so entscheidend: Figuren im Hintergrund formen das Universum – und ich lege selbst Hand an. Zumindest in der Theorie. Diversität ist ein elementarer Bestandteil von Videospielen. Jeder möchte seine individuelle Vision umsetzen. Heutzutage wechseln teure Skins täglich den Besitzer. Ich will dagegen lediglich beraten, um die Immersion der Welt zu bewahren. Auf pinkfarbene Wookiees möchte ich nämlich verzichten.

Trotzdem schiebe ich nach einem Moment den Regler nach ganz rechts und sehe, wie die Hörner irokesenförmig aus dem Kopf des Zabraks in die Höhe schießen. Mein Patient ist zufrieden. Das soll mir recht sein. Schönheit liegt schließlich im Auge des Betrachters. Für meine Dienste verlange ich eigentlich keine Bezahlung, aber ich bekomme reichlich Trinkgeld, mit dem ich meinen X-Wing für die Weiterreise nach Tatooine neu lackieren kann. Irgendwie verspüre ich Lust auf was Gelbes.

Natürlich sah ich Mister Rogers als Deutscher erst im Erwachsenenalter durch YouTube, doch ich habe viel aufgeholt in den letzten Jahren und wurde ein großer Fan des netten Nachbars aus dem Fernsehen. Morgan Nevilles Mr. Rogers Dokumentarfilm Won’t You Be My Neighbor aus dem letzten Jahr war herzzerbrechend, weil er Fred Rogers nicht nur als Mensch darstellte und entmystifizierte, sondern auch weil der Film die interessante Frage stellte, ob Mister Rogers gescheitert ist.

Wenn schließlich späte ganze Generationen, Babyboomer bis early Millenials, mit den Lehren der Show aufgewachsen sind, wie kann Donald Trump dann Präsident sein? Ein neuer Film mit Tom Hanks über das Leben und Werk von Mister Rogers könnte dies stärker erörtern, aber vielleicht bleibt das alles nur auf der Metaebene hängen und Hanks kriegt nur den Oscar, weil er lieb ist und sich das am Ende gut anfühlt.

Mich lässt der Trailer nämlich bisher kalt. Das liegt ein bisschen an Hanks, aber umso mehr an der erwartbaren wie öden Struktur: Ein Journalist und junger Familienvater gespielt von Matthew Rhys trifft auf Fred Rogers, um ein Profil über ihn zu schreiben. Eine klassische Geschichte, die wenig überraschen wird: Am Ende helfen Mister Rogers klugen Sprüche dem Journalisten beim Lösen der eigenen Probleme und die Beiden gehen wieder getrennte Wege, wobei Mister Rogers’ Status gehoben statt entmystifiziert wird.

Eine meiner liebsten Stellen in Nevilles Dokumentarfilm war das Ende, wo Fred Rogers in den Dünen seiner Heimat auf Nantucket gedankenverloren in die Ferne starrt und sich den Böhen entgegenstellt. Eine tolle Metapher für den Umgang mit den eigenen Dämonen und Fragen, die den Pastor plagten. Auch seine Frau weist daraufhin: Trotz seines Images und der Serie war er ein tief zerrissener und auch ängstlicher Mann, der nicht immer dafür stehen konnte, was andere in ihm sahen. Nun mag A Beautiful Day in the Neighborhood das Thema womöglich anschneiden, aber das Format eignet sich meiner Meinung nach nicht wirklich dazu, weil Mister Rogers nur das Objekt, nicht das Subjekt des Films wird.

Hanks fehlt dazu die fragile und verletzliche Statur von Rogers, seine Fisur ist anders und besonders im Oberkörper und Gesicht ist Hanks etwas zu breit, um Rogers tatsächlich zu ähneln. Andererseits existiert auch kein zweiter Schauspieler mit der notwendigen Gravitas und Geschichte, um die Rolle zu übernehmen. Hanks macht keine direkte Imitation, stattdessen gleicht er sich Rogers Ton und Sprachmustern etwas an. Überzeugen tut er mich hier nicht. Naja. Alternativ kann man sich auch einfach immer wieder den Trailer zu Won’t You Be My Neighbor anschauen und glücklich sein.

Ich habe mich auf YouTube ein bisschen rumgeklickt in den letzten Tagen und unglaublich viel Apollo-Footage konsumiert, wie man an den Postings der letzten Tage sicherlich merkt. Ich möchte noch diese eigene Compilation machen aus drei kleinen Videoprofilen über Armstrong, Aldrin und Collins nachfügen, die Jahrzehnte nach der Landung über die Herausforderungen und Bedeutung ihrer Mission nachdenken, was mich sehr emotional werden lässt.

Mein geschätzter Kollege Hilmar Stehr hat diese ach so süßen Bilder von heimkehrenden Soldaten und ihren Hunden mit GUSTAVs “Mein Bruder” gegenübergestellt und ein erdrückendes Musikvideo für die Bush-Ära geschaffen. (Ich habe ein bisschen mit den Untertiteln geholfen und freue mich wie immer bei sowas Coolem irgendwie mitwirken zu können.) Heutzutage sitzen die Piloten seltener in ihren Maschinen hoch in der Luft, sondern steuern ihre Drohnen vom US-Boden aus. Dann schlafen die Herrchen auch Zuhause, da freuen sich die Hunde sicher.

PUBGs neue Season kommt mit einem Cinematic Trailer daher, der eine Hintergrundgeschichte für die erste (und beste) Map Erangel bietet. Ein unbekannter Junge überlebt alleine das Bombardement der Insel, woraufhin er anschließend seine ehemalige Heimat zu seinem Battle Royale Schlachtfeld umwandelt. PlayerUnknown’s Battlegrounds ist geboren.

Aber das ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Ich hatte in meinem Artikel über PUBG gerade den Mangel einer Rahmenhandlung oder einer externen Motivation bewundert. Dadurch offenbarte und reduzierte zugleich das Spiel nämlich genau die menschliche Natur, die bereits in DayZ die Gemüter vieler Fans plagte: Die Spieler wollen gar nicht zusammenspielen, das Schießen und Töten des Gegenübers macht zu viel Spaß als dass sich tiefsinnige Beziehungen entwickeln könnten.

Nun fügt das Spielt eine zusätzliche Ebene hinzu, die nicht ausreicht, um die Ethik des Spiels komplexer zu gestalten, noch schmiegt sie sich an Spielemechaniken, die eine tiefgehendere Erfahrung ermöglichen. Naja, immerhin ist die Grafik ganz nett.

Die „Killerspiel“-Debatte möge bitte begraben bleiben. Doch es ist durchaus interessant, dass das Spiel völlig ohne Kontext die menschliche Natur offenbart. Klar, Shooter werden gespielt, weil geschossen werden soll. Doch prinzipiell gibt es bei Battlegrounds keine Rahmenhandlung, keine im Game eingebauten Mechanismen, die ein gemeinsames Überleben in friedlicher Koexistenz bis zum Schließen des letzten Kreises verhindern. Selbst in dem viel gescholtenen Counter-Strike kämpfen immerhin Räuber gegen Gendarmen. Bei PUBG? Fehlanzeige. Ein Halsband wie im genredefinierenden Film „Battle Royale“, das zur Einhaltung der Regeln konditioniert? Irgendwelche Storyfetzen, die das Töten erklären? Nichts. Die letzte Immersion wird neuerdings durch Sticker auf den Wänden brutalistischer Gebäude geraubt, die für Memes, eSport-Teams oder die Electronic Sports League Werbung machen. In PUBG soll es scheinbar kein größeres Ziel geben, als den anderen Spieler zu töten. Am besten auf ganz spektakuläre Weise. Mehrere auf einmal oder abwarten und den finalen Kill ganz cool abliefern.

Und das reicht. Die Belohnung durch den Loot getöteter Spieler ist selten so hoch wie durch dieses Spieldesign. Da der Sieg nur wertlose Punkte mit sich bringt, geht es um den Moment, den anderen Spieler zu überwältigen. Ihn zu überraschen. Ihn bloßzustellen. Schlicht: besser zu sein. Der Sieg ist nicht alles. Eine gute Runde mit einigen Kills hinter sich zu bringen, reicht oft auch. Hunderttausende klicken jede Woche auf die Zusammenstellungen der besten Kills und unglücklichsten Spielmomente auf YouTube, um zu staunen oder zu lachen. Dort werden gut ausgerüstete Spieler mit einer Bratpfanne erledigt, Gegner aus mehreren hundert Metern mit einer Menge Glück umgelegt oder mit dem Auto überfahren. Je schräger, desto besser.

Selten war das Ziel so simpel. Selten hat Schießen mehr Spaß gemacht.

Es ist kurios zu wissen, dass sich kein Leben auf der Marsoberfläche befindet, aber trotzdem die Augen automatisch nach etwas suchen, das sich bewegt oder im Wind weht. Die Enttäuschung sollte uns die Stimmung nicht trüben, sondern Dank für unsere galaktische Anomalie namens Leben fühlen lassen.

Curiosity’s Mastcam snapped the panorama images from a location 327 meters (1,073 feet) above the rover’s landing site, which is out of view behind a slight rise. But nearby Yellowknife Bay, where Curiosity found carbon compounds and evidence of an ancient freshwater lake environment, is visible, along with weathered relics of ancient stream beds that once carried water into Gale Crater some three billion years ago. via

Anchorman 2. Zoolander 2. Dumb & Dumber Too. Super Trooper 2. Verdammt, sogar Ghostbusters 2. Für jedes gute Comedy Sequel wie 22 Jump Street gibt es zehn andere, die nicht die Höhen des Originals erreichen und je größer der Abstand zum ersten Teil, desto wahrscheinlicher ist ein kreativer Totalausfall.

Zombieland war ein Hit. Das war vor 10 Jahren, als eine Zombiekomödie dieser Art im Genre noch erfrischend wirkte. Lange wurde über das Sequel diskutiert und nichts passierte, wahrscheinlich weil eine Story fehlte und die Schauspieler andere Projekte verfolgten. Nach ihrem Oscar kann sich Emma Stone nun wieder zu den anderen Schauspielern gesellen. Harrelson macht sowieso momentan alles, Eisenberg will bestimmt mal wieder in einem Hit mitwirken und Breslin überhaupt wahrgenommen werden.

Dazwischen kam der fürchterliche Serienpilot von Amazon, der bewies, was viele befürchteten: Aus dem Stoff ist nicht wirklich viel zu holen. Der Trailer schmeißt auch mal alles an die Wand und hofft, dass etwas kleben bleibt. Obwohl ich das Original damals sehr mochte und oft schaute, wirkt das hier wie eine lustlose Veranstaltung mit abgehalfterten Schauspielern und lahmen Ideen.