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Bei diesem Anblick geht mir das Herz auf! Norm von Tested machte auf diversen Cons die Bekanntschaft von Matthew Cushman und seinem Bruder Christopher, die sich für die technischen Zeichnungen und Risszeichnungen vorallem im Star-Trek-Universum verantwortlich zeichnen. Diese Werke stammen aus den 90ern und 2000ern und sind ein elementarer Teil des Worldbuildings.

Als Star-Wars-Fan kenne ich solche Zeichnungen, doch bei den Trekkies gibt es durch Handbücher zur Technik, Drehbücher, Autorenteams sowie die On-Screen-Maschinen einen deutlich klareren roten Faden und wissenschaftlichen Anstrich. Diese Zeichnungen machen ihn sichtbar. Sie bringen auf Papier, was sonst nur in den Köpfen existiert und ohne sie oft bloßes Mambojambo bliebe. AI could never!

Einige der Poster (auch von Star Wars) sind auf der offiziellen Webseite noch zu erwerben; hoffe ich zumindest mal, weil die auch noch aus frühen Nullerjahren zu scheinen stammt.


Agora Models

Jurassic Park Spielzeugfiguren und Dinosaurier von Kenner waren für mich das, was für andere Star Wars 3 3/4″ Figuren waren. Die Geschichte eignete sich auch auf wie kaum eine andere zum Spielen. Die Dinosaurierfiguren waren beweglich (im Unterschied zu den anderen Schleich-Modellen u.a., die es zu der Zeit gab) und konnten die Menschenfiguren jagen, die sich mit Autos und Waffen zur Wehr setzten. Ganz besonders ikonisch für mich ist bis heute der Ford Explorer in den Farben und der Aufmachung des Parks, der die Gäste auf einer Tour durch führen sollte. Das Auto ist dann ein wesentliches Element im Setpiece, in dem der T-Rex ausbricht – die Szene des Films!

Diesen modifizierte Elektro-Ford brachte Kenner auch als Spielzeug heraus – und für mich war das Design mit seiner Farbgebung und Add-Ons schon immer großartig. Einfach das perfekte Safari-Vehikel. Das Glaspanel oben ließ sich öffnet, Figuren konnten reingesetzt werden, Elemente der Karosserie von den Dinos abgebissen werden. Das Auto hatte eine Heckklappe und noch weitere Spielfunktionen. Es war schon so gut, aber eben nicht so gut, wie andere druckgegossene Fahrzeugmodelle, die mein Papa zum Beispiel sammelte. Da ließen sich die Türen öffnen, das Lenkrad bewegen, etc. Ich dachte immer mir, dass der Ford Explorer eigentlich so sein müsste.

Und nun wird dieser Kindheitstraum wahr: Agora Models, ein 1/8 Modellbauhersteller aus dem UK, bringt ihn auf den Markt. Ich habe vor einem halben Jahr schon einmal gesagt, dass mich jemand abhalten muss, das Ding zu kaufen. Und dieser Post hier ist auch in etwa so zu verstehen. Ich werde doch nicht etwa knapp 1500€ für dieses Plastikmodell ausgeben? Well, nach der offiziellen Vorstellung des Prototyps muss ich wohl sagen … ich glaube schon!

Dieser Großmodell-Bausatz ist ab sofort erhältlich Vorbestellung mit einem erwarteten Lieferdatum irgendwann im Herbst. Der Modellbauer und YouTuber World of Wayne hat exklusiv ein Hands-On-Video mit dem Prototypen produzieren dürfen und ja, das Teil sieht halt einfach genau so aus wie ich mir das immer gewünscht habe. Besser geht es nicht, das ist einfach ein kleines Auto.

Und der Lieferumfang geht ja sogar weiter als der Film. So lässt sich zum Beispiel die Motorhaube natürlich öffnen – wie sich eigentlich alles bedienen, drehen, öffnen lässt, was soll. Und im Film lernen wir, dass die Autos elektrisch sind ohne den Motor aber je zu Gesicht zu bekommen, selbst als der T-Rex das Auto Stück für Stück zerlegt. Aber natürlich wird hier an alles gedacht und ein Elektromotor dafür designt. Auch die anderen Utensilien und Props, die im Auto im Film zu sehen sind, sind enthalten.

The Ford Explorer “self-driving” tour vehicles played a crucial role in establishing Jurassic Park’s high-tech atmosphere; their specialised design and distinct livery stealing the show, that today have become symbols of 1990s nostalgia.

Our 1/8 scale museum-quality kit of the Jurassic Park Ford Explorer tour vehicle has been developed under license from Universal Products & Experiences to bring the best-possible movie-accurate detail to your model.

Ich hab natürlich das Kenner-Spielzeug gut sichtbar in einem Regal schön positioniert. Aber das ist ja, wie alle Spielzeugfiguren oder Modelle nur eine Referenz, die an den geliebten Film oder den Lieblingscharakter erinnern soll, mit dem man positive Emotionen verbindet oder sich identifiziert. Das Agora Modell wäre halt wirklich einfach das Auto – nur in klein. Ich hätte mega Schiss, dass mir meine geliebte Katze, die Plastik mehr liebt als mich, zerbeißt. Aber ich befürchte, ich muss das haben. Wahrscheinlich dann in einem hübschen Glaskasten oder so.

Nach dem Klick noch hier weitere Infos zu dem Modell mit knapp 500 Teilen und einem Video des CEOs zum Prototyp, der auch die Lichter zeigt. Ja genau, die Suchleuchten und auch Scheinwerfer werden natürlich funktionieren. Sorry, für jedes andere Vehikel gäb es bei mir nur ein Schulterzucken oder Kopfschütteln, aber hier werde ich schwach. (weiterlesen…)

Noah Kalina über Langzeitprojekte

18 Mar, 2026 · Sascha · Kunst · 0 comments

Der Fotograf Noah Kalina ist wohl am besten für sein Projekt Everyday bekannt, für das er jeden Tag ein Selfie macht – sogar die Simpsons haben ihn parodiert. That guy made it. Das Ding ist aber: Obwohl das Projekt schon über 25 Jahre alt ist, gibt es ein paar Dutzend Tage, für die er keine Fotos hat. Mal rauchte eine Festplatte ab, mal hat er es schlicht vergessen, dann war eine Reise schuld. Angesichts tausender Fotos nicht ein riesiges Problem, aber doch irgendwie ärgerlich, oder?

Kalina ist nebenberuflich ein großartiger Hobby-Philosoph, dessen Newsletter ich abgöttig liebe. In seinem neuesten Eintrag “Missing Days” erzählt er vom Besuch einer Ausstellung des Performancekünstlers Tehching Hsieh und wie ihn die fehlenden Tage in dessen Langzeitprojekte inspirierten.

Long-duration projects are not science experiments. The rules you set at the beginning are a promise you make to yourself, not a law of physics. Life will negotiate with those rules whether you want it to or not. You will be asleep. You will be late. You will lose a hard drive. You will cross the international dateline on a ship and the calendar will just skip a day. The project continues anyway because the project is bigger than any single day.

Nothing is perfect.

I always believed this. I just needed to see it confirmed by a true master of the medium.

Da ich seit über einem Jahr wieder täglich blogge, kann ich diese Gedanken sehr gut nachvollziehen. Einen Tag habe ich zwar noch nicht komplett verpasst – Ideen für einen Post habe ich eigentlich immer -, aber an gut einem Dutzend Tagen ging der Beitrag dann doch erst am nächsten Tag online. Mal bin ich eingeschlafen, mal war die Arbeit zu viel, manchmal fehlte einfach die Lust. Aber am Ende stimmt das schon alles so. Darum geht es ja eh nicht.

Mein Freund Lucas Barwenczik ist Filmkritiker und Podcaster, und wir haben schon öfter nach Aufnahmen über dieses Gefühl gesprochen, den eigenen Beitrag irgendwie vergeigt zu haben. Vielleicht war man nicht ganz auf der Höhe, fand nicht die richtigen Worte oder hatte zu wenig Zeit zur Vorbereitung – whatever. Am Ende sind wir aber eigentlich immer zu der Überzeugung gekommen, dass diejenigen, die einen anhand so einer einzelnen Performance übermäßig judgen, ohnehin falsch liegen und das meist aus eher fragwürdigen Motiven tun. Aber egal, denn beim nächsten Mal wird es besser. Nothing is perfect. The project is bigger.

Das Video ist schon etwas älter und wurde mir gerade auf YouTube vorgeschlagen. Ich bin zwar kein großer Fan von Superhelden und schon gar nicht von Superheldencomics, was ich hier schon über die Jahre öfter mal angemerkt habe, aber das Video zog mich in seinen Bann. Comiczeichner Alex Ross halte ich für einen der wenigen Kreativen im Genre, der diesen Figuren die nötige Klasse aus cineastischem Stil und göttlicher Macht verleiht.

Ross ist ein klassisch ausgebildeter Maler, der sonst oft Actionfiguren für seine Arbeit nutzt. Hier im Video arbeitete er damals für Marvel an einem neuen Buch über die Fantastic Four und erstellte sich Skulpturen von seinen eigenen Interpretationen, um die Figuren immer perfekt zu belichten. Ziemlich cooles Ergebnis vor allem bei The Thing.

 

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Hamburger Kunstfans aufgepasst! Mein Buddy Haina stellt morgen drei neue Kunstwerke zu Godzilla (von Nikita Bürger), Moonrise Kingdom (von Jemilla Pir) und He-Man (vonSascha Hommer) in der Collab Bar (Hein-Hoyer-Str. 63) vor.

Die Banana Poster Press ist die erste deutsche alternative poster gallery für Popkultur und ich wäre da morgen sooo gerne dabei. Der neue Batzen hier ist exzellent, besonders der Godzilla-Retro-Print hat es mir angetan.

Wer wie ich morgen auch nicht hin kann, darf gerne auf Etsy seine Tränen mit ein paar feinen Risodrucks auf 200g Papier trocknen.

Grafikdesigner Simon Marchner, von dessen Gigpostern ich auch ein paar mein Eigen zählen darf, ist Münchner und hat beim diesjährigen Gewinner des Oktoberfestplakats ein paar Fragen. Ärgerlich natürlich, aber in der ganzen Welle an Slop auch wieder nicht wirklich überraschend. Es ist schon eher viel schlimmer, dass das einfach so durchrutscht. Entweder weil es keiner bemerkt oder – schlimmer – es keinen stört. Das sind immer so kleine Anlässe, aber in der Masse einfach seelenzerstörend irgendwie.

Ralph McQuarrie, Joe Johnston und Doug Chiang. Das sind die drei wichtigsten Menschen – neben George Lucas versteht sich – wenn wir über Star Wars reden. Doug Chiang kam Mitte der 1990er zu Lucasfilm und prägte als Design Director maßgeblich die visuelle Identität der Star-Wars-Prequels. Er ist bis heute maßgeblich prägend bei neuen Projekten und inzwischen zum Senior Vice President aufgestiegen. Seine Entwürfe für Raumschiffe, Architektur und Technologie schlugen bewusst die Brücke zwischen klassischer Star Wars-Ästhetik und neuer, digitaler Bildsprache, die Lucas avancierte.

Adam Savage arbeitete in den Neunzigerjahren selbst bei Industrial Light & Magic als Modellbauer und kennt Chiang aus der Prequel-Ära. Zum Release eines riesigen Doppelbands (zwei richtige Oschis, will ich unbedingt haben), gefüllt mit Chiangs Konzeptzeichnungen und Designs zu Star Wars und anderen Projekten, besuchte Savage ihn auf seiner alten Wirkungsstätte. Herausgekommen ist meine Lieblingsart von Interview: Zwei Leute, die sich gut kennen und auch sehr gut auskennen, daher in ihrem Gespräch eigentlich weniger didaktisch für den Zuhörer arbeiten, sondern einfach ein authentisches Gespräch führen und man lauschen darf.

Viele der Lehren hat mein Freund und PewCast-Co-Host Matthias Hopf in der Vergangenheit auf seiner Seite The Beauty of Star Wars Concept Art zusammengefasst. Chiang ist oft auf den Celebrations zugegen und gibt dort Einblick in die Designphilosophie der Bildsprache Lucasfilms sowie seiner Karriere im Unternehmen.

-> Doug Chiang: The Cinematic Legacy (Volume I) & The Star Wars Legacy (Volume II)

Im neuen Video von Fourth Cone Restoration nehmen sich die Papiermagier drei Attraktionsposter aus Disneyland vor. Diese Siebdrucke hingen schon in den Anfangstagen von Disneyland an den Wänden und landeten meist im Mülleimer. Über Umwege, man musste wohl einfach nur lieb fragen oder wen kennen, der wen kennt, gelangten dann einige der Poster in die Hände von Sammlern. Wer sich mal mit Disney-Ultras nur oberflächlich auseinandergesetzt hat (ich sage nur mal “Disney Pins”), kann sich vorstellen, wie begehrt diese Poster heute sind. Während des aufwendigen Restaurationprozesses erzählt Disney-Experte Cory Brooks mehr über die Hintergründe.

Wäre mir zu groß und zu teuer, aber ich habe hier an der ein oder anderen Stelle (ich vermute im PewCast zum 30. Jubiläum) immer mal wieder gesagt, wie sehr ich so authentisch wirkendes Jurassic Park-Merch finde und sammle. Daher kann ich den Reiz hier schon total verstehen und ich finde die Poster auch geschmackvoll, da sie im Mid-Century-Stil der damaligen Reiseposter gehalten sind.