PewPewPew - Das Filmblog über Katzen und Pizza

Ich würde wirklich gerne wissen, was Steve Jobs dazu zu sagen hätte: Artemis 2 Commander Reid Wiseman filmt mit seinem privaten iPhone, das er wie die anderen Astronauten auch mit auf die Mission nehmen durften, wie er mit seiner Sonde hinter dem Mond verschwindet und die Erde am Mondhorizont untergeht – Earthset taufte die NASA diese Bilder, die auch schon die Apollo-Crews schossen. Earthrise ist sicherlich die berühmtere Alternative.

Von all den Bildern und Videos, die ich bisher von Artemis 2 gesehen habe, ist das hier mit Abstand das Beste. Das Coolste. Das Krasseste. Und genau weil es sich so menschlich und greifbar nah anfühlt. Da ist zu Beginn dieses leichte Wackeln. Dazu die Unschärfe, während der Sensor sich für die (hoffentlich richtige, ja, doch, die richtige) Back-Camera des iPhones entscheidet. Dazu Stimmen der anderen Crewmitglieder im Hintergrund, die nicht zu Wisemans Moment direkt passen, aber seine Aufnahme dadurch noch “echter” machen.

Das ist keine Aufnahme, für die die Astronauten ihr professionelles Fotografen-Training durchlaufen haben. Wiseman hat einfach sein Handy aus der Hosentasche geholt und gefilmt. Ein ganz normaler Clip, der zeigt: Da draußen ist gerade genau in dem Moment, unvorstellbar und für fast alle anderen nie möglich, ein Mensch und der hat ihn erlebt. Ich liebe die kleinen, nicht perfekten Aspekte. Ich liebe das Framing aus dem Fenster mit der Textur der Außenhülle. Der dokumentarische Snap-Zoom auf das Motiv (Battlestar Galactica vindicated!). Die Partikel auf der Scheibe erinnern an Flugzeugfenster. Ich durfte erst vorgestern wieder das Wunder des kommerziellen Fliegens erleben und diese Bildelemente geben einem genau dieses Gefühl wie dort im Flugzeug zu sitzen. Man schaut es sich an – total surreal, was man da sieht – und gleichzeitig weiß man: So muss es es sich angefühlt haben.

Als Titel fand ich Flowervale Street besser, aber ich bin so oder so froh, dass mit The End of Oak Street endlich ein neuer Film von David Robert Mitchell erscheint und damit gleichzeitig auch Dinos auf der großen Leinwand in diesem Sommer zu finden sein werden.

Der Film handelt von einer Familie, deren Nachbarschaft plötzlich aus der Zeit fällt und inmitten urzeitlicher Dinosaurier aufwacht, die nun auf Menschenjagd gehen. Berichte von der CinemaCon sowie einige blutige Stills geben durchaus Anlass zur Hoffnung, dass auch einige nette PG-13 Horrormomente auf uns warten.

In The Cloverfield Paradox gibt es eine Throwaway Line über einen City Block, der durch den Teilchenbeschleuniger im Film einfach verschwindet. Gibt es hier – immerhin von JJ Abrams produziert – eine Verbindung? Ich hoffe nicht, denn das würde mich etwas ärgern für David Robert Mitchell, der nach Under The Silver Lake eine lange Pause einlegen musste. Außerdem hat die Marke nach diesem letzten fürchterlichen Teil stark gelitten und das Original wird auch bald 20 Jahre alt und dürfte wenig Pull haben bei Gen Z.

Die Idee ist cool genug, mit ein bisschen Mut könnte das sowas wie ein modernes Jumanji werden für eine neue Generation. So ein bisschen gefährlich, aber immer noch safe. Oder ich kriege hier einen völlig falschen Eindruck – so richtig klar ist mit der Vibe des Films noch nicht basierend auf dem Trailer.

What Artemis Saw

18 Apr, 2026 · Sascha · Photographie · Comments

Das Apollo Archive der NASA auf Flickr ist ein Paradebeispiel, weshalb die Seite genau wie Wikipedia eine unverzichtbare Ressource des Netzes darstellt und wahrscheinlich als öffentliches Gut vergemeinschaftlicht und staatlich finanziert gehört. So!

Da die NASA und die Fotos der Artemis-Missionen steuerfinanziert sind, gehören die majestätischen Bilder der Crew quasi allen und Flickr agiert als wunderbares Transitvehikel, um sie in höchster Qualität unters Volk zu bringen. Hier ein paar meiner Faves, aber ich finde die allesamt einfach irre.

Sill Life

Solar Eclipse of the Heart

A New View of the Moon

A Setting Earth

A Peek at Earth

One Day Closer to the Moon

Thinking of You, Earth

Puh, also das holt mich nicht wirklich ab. Eigentlich dachte ich, dass The Dog Stars einer meiner Lieblingsfilme des Jahres werden würde, hat er schließlich doch viele Elemente, die mich sonst begeistern: Pandemie und Postapokalypse, Josh Brolin und Margeret Qualley, Mark L. Smith (The Revenant, American Primeval) und Sir Ridley Scott. Und dann gibt es da noch einen süßen Hund! Doch das habe ich mir irgendwie anders vorgestellt.

Ich kann nicht einmal genau sagen, wie oder was – aber das sieht alles erwartbar und fade aus. Dazu kein wirklicher Standout-Moment im Trailer und Jacob Elordi finde ich sowieso zum Einschlafen. Late Scott ist Hit-And-Miss, oft im gleichen Film. Ich lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen. Dieser postapokalyptische Western wirkt recht schnell und beliebig heruntergefilmt, einfach weil die Alternative – mal nicht am nächsten Film arbeiten – keine Option ist.

Ich meine mich zu erinnern, dass ich GTA III nicht komplett durchgespielt habe bzw. mich nur schnell am Ende der Spielphase dazu zwang – daher habe ich recht wenig Nostalgie für den letzten Teil der Karte, der am ehesten noch Landschaften von New Jersey glich. In “Shoreside Vale”, diesem dritten Abschnitt von Liberty City, gab es aber auch nicht so viel zu tun und zu sehen, oder? Damm und Flughafen nahmen hier großflächig Teile der Karte ein. Man konnte viel herumfahren, daran erinnere ich mich.

Und wenn das damals dein Lieblingsfeature war, gibt es jetzt eine ganz besondere Fankreation, die dein Herz höher schlagen lässt: In dem Mod Update Liberty wird die gesamte Kartenfläche verdoppelt um eine komplette Neuschöpfung, die die ländlichen Gegenden hier aus Richtung Pennsylvania und New York als Vorbild nimmt. Noch gibt es keine Missionen, viel mehr als herumfahren kann man nicht, aber ich finde es beeindruckend, wie liebevoll hier 25 Jahre später die Karte durch diese Gebiete ergänzt wurde und sich recht authentisch in das bestehende Stadtbild von Rockstar einfügt.

Auf dem Papier sollten Flachbildschildschime wie moderne OLEDs Röhrenfernseher schlagen, da gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Hochauflösende Bilder, tiefste Schwarztöne, bessere Kontraste. Doch der Test zeigt, dass dahinter mehr steckt als nur Nostalgie. Da Motion Blur kein Thema ist, wirken die virtuellen Welten viel greifbarer und lebhafter, weniger gerendert. Das lässt mich nachdenken. Ich habe einen alten Röhrenfernseher für meine alten Konsolen, aber keinen guten, großen aus der letzten Generation – wäre das ein Kauf wert?

Minecraft in 2026

14 Apr, 2026 · Sascha · Games,Tech · Comments

Speaking of graphics in videogames… Diesem Typen hier mit einem PC der NASA folge ich schon lange und bestaune seine Grafik-Modding-Videos alle paar Jahre mal wieder in Beiträgen zu Fallout 4, Cyberpunk oder einem hyperrealistischen Wald (das fand ich echt krank). Das hier zu Minecraft zeigt Landschaften nach ungelogen 20 Ray-Tracing und Texture-Mods und das sieht schon verrückt aus. Aber das ist ja kein Minecraft mehr. Oder?

Spannendes, philosophisches Paradoxon, so ein bisschen Minecraft of Theseus oder so. Ich finde es technisch beeindruckend und ich glaube, dass solange genau dies so möglich sein wird und Leute beeindruckt, einfach weiter bis an die Grenze gegangen wird. “Minecraft” ist dabei lediglich nur noch eine Idee, ein Vehikel zur Darstellung der technischen Raffinesse. Wobei das Spiel sich auch durch seine rudimentäre Grafik und immense Mod-Szene sich auch wie kaum ein anderes Spiel dafür eignen wird. Die Nostalgie wird ihr Übriges dazu beitragen.

Zufällig auf dieses Video von einem kleineren YouTuber gestoßen, der kurz und knapp in einem Dutzend Minuten sehr gut auf den Punkt bringt, wie Spieleentwickler im Glauben an hochauflösende Grafiken ihre Spiele ruinieren. Statt einer markanten Entscheidung für einen besonderen Grafikstil, hecheln viele Studios – oft bestimmt auch auf Druck ihres Publishers – werbefreundlichen Features wie immer hochauflösenderen Texturen und realitätsgetreuen Belichtung hinterher.

Doch diese versprechen keine spannenden kreativen Entscheidungen und auch keine Garantie auf Erfolg. So kommt es, dass selbst Remakes – sowieso so ein Ding, über das die Spielebranche mal hinwegkommen müsste – von zehn oder zwölf Jahre alten Spielen am Ende zwar vielleicht im Detail mehr bieten, im Großen und Ganzen aber schlechter dastehen.

NVIDIAs DLSS 5-Technologie, angekündigt für Herbst 2026, setzt diesem Trend dabei die Krone auf: Mit KI-Upscaling-Technologie werden Spiele automatisch “verbessert”. Doch dabei wird die menschliche Handschrift verwaschen, da das klassische Rendering mit der KI verschmilzt. Und dazu träumt die KI oft Details hinzu, wo keine sind. Am Ende sieht auch alles gleich aus. The future is not bright. Die einzige Rettung scheint wie so oft von den Indie-Devs zu kommen.

Dazu passt auch der neue Videozusammenschnitt von Crowbcat zum Remake von Resident Evil 4.