PewPewPew - Das Filmblog über Katzen und Pizza

Nintendo besitzt eigentlich ein sauberes Image. Die Marke steht für ein Versprechen: Die SpielerInnen erwartet eine hochwertige, spaßige Erfahrung für Jung und Alt mit einem besonderen Grafikstil, der sich an anderen Maßstäben misst und nicht so schnell altert. Nintendo? Das ist Qualität.

Durch die Coronakrise isolieren sich die Menschen in ihren eigenen vier Wänden und entfliehen der Situation aktuell durch Animal Crossing: New Horizons. Käfer sammeln, Fische angeln, Häusle bauen. Animal Crossings unschuldiger Eskapismus kommt für viele Fans gerade rechtzeitig. Der digitale Tapetenwechsel ist in etwa die gegenteilige Erfahrung zum Pokémon Go Sommer 2016 – im Unterschied zu damals sind alle drin und alles ist scheiße.


Nintendo

Doch immerhin ist nicht alles ganz schlecht. Viele Freunde und Pärchen können sich über Animal Crossing Zeit miteinander verbringen und so ihre Distanz überbrücken. Doch viele SpielerInnen bemängeln die wenigen Möglichkeiten im Multiplayer. Jeder hat eine eigene Insel sowie ein Häuschen, der gemeinsame Gang ins Museum oder die Sternschnuppennacht sind auch drin, aber ansonsten sind Interaktionen Mangelware. Nicht einmal umarmen kann man sich im Spiel, geschweigedenn irgendwelche anderen Formen der Zuneigung ausleben.

Das dachte die Gemeinschaft immerhin bis gestern. Nintendos Weste ist doch gar nicht so weiß. Das Entwicklerteam weigerte sich vorbildlich das Spiel groß zu gendern, so lässt sich beliebig die Frisur in eher männliche oder weibliche Schnitte ändern. Die anfängliche Frage, ob man ein Junge oder ein Mädchen ist, hat aber doch eine kleine Auswirkung. Wie TheGamer.com berichtet, zeigt Animal Crossing durch einen Glitch im Menü des Kleiderschranks die Figuren in Unterwäsche. (weiterlesen…)

Das “Gerard Butler rettet X” Cinematic Universe erhält einen neuen Eintrag im Weltuntergangsblockbuster Greenland. Erst drei Mal den Präsidenten, dann das Klima Geostorm und nun die Erde? Nein, der Film von Buried-Autor Chris Sparling schlägt kleinere Töne an. Butler spielt einen Familienvater, der nach einer Fehleinschätzung durch die NASA seine Familie vor einem vernichtenden Kometeneinschlag auf der Erde retten muss. Angeblich bunkern sich die Superreichen in Grönland ein, daher der Titel des Films und das Ziel des Familie.

Deep Impact, Armageddon, selbst dieser eine TV-Film, der immer auf ProSieben lief und von Pandemie bis Supervulkan (und eben auch einen ELE-Einschlag in Berlin) alle Untergangsszenarien zeigte – ich stehe auf den Kram, solange der Ansatz halbwegs seriös ist. Dass ein interstellar Komet zu spät entdeckt wird oder zu schnell für eine Michael Bay Session ist, lernten wir schmerzlich durch das kurze Intermezzo mit Oumuamua vor ein paar Jahren. Und Kometen können wie im Film durchaus Fragmente mit sich schleppen oder auf ihrem Weg zur Sonne aufbrechen, insofern also ein halbwegs realistisches Szenario.

Mir gefällt besonders der Aufbau des Trailers, dessen Ansatz allzu real erlebar wurde in den letzten Wochen. Die meisten Menschen nehmen selten abstrakte Gefahren für ihr Leben ernst, gleichzeitig ist das Interesse für Nachrichten erschwindend gering. Bei einem Zwischenfall aber wird dann die dünne Decke der Zivilisation offenbart, das Privileg dieser Ignoranz spürbar. Ich erwarte vom Regisseur hinter Angel Has Fallen jetzt kein Meisterwerk, aber das sieht doch nicht verkehrt aus, ist zeitgeistig und dazu gibt es coole Effekte. Was will man mehr? Ja, vielleicht einen zügigen Kinostart. Da müssen wir uns wohl aber gedulden, der angesetzte Termin im Juni wird wohl leider nicht haltbar sein.

Mein Buddy und Filmemacher Patrick spricht in seinem neuen Podcast mit Gästen über Filme und hat das ganz passend als Die Filmische Begegnung betitelt. Er teilt seinen erfrischend kurzweiligen und durchgetakteten Podcast total neumodisch in Staffeln auf und ich war direkt mit zu Beginn dabei. Gäste haben freie Auswahl und dürfen Patrick quasi Filme zur Besprechung mitbringen. Diese Chance ließ ich nicht liegen, denn ich wollte schon immer mal darüber reden, wieso 28 Weeks Later mindestens auf Augenhöhe mit Danny Boyles Genreklassiker steht, was ohnehin schon selten ist in so einer Duologie, aber auch wieso der Film für mich untrennbar mit dem Zeitgeist des dritten Golfkriegs zusammenhängt.

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Meinen Kulturindustrie-Buddy Alex Matzkeit hat das Berufs- und Familienleben eingeholt. Es bleibt keine Zeit mehr zum Bloggen, zum Aufnehmen eines aufwendigen Podcasts, aber ein bisschen Podcasting nebenher geht immer noch. Zum Beispiel auf dem Weg zur S-Bahn. Seit fast 100 Ausgaben nimmt er über die spannende Anchor-App Folgen direkt über sein Handy auf, die – so habe ich das zumindest verstanden – sofort auch über die App auf den Feed hochgeladen werden. Praktisch und effektiv.

Alex spricht über sein Leben, also Familie, Kind, Freundschaften, Karriere und viele andere Themen, die ihn beschäftigen. Ein Flair von erhöhter Whatsapp-Sprachnachricht liegt in der Luft. Häufig geht es natürlich über seine große Leidenschaft, das Kino. Ich habe mit Alex schon dutzende Podcasts produziert und war nun vor einigen Wochen (ich hole in der Pause aktuell einiges nach, was schon lange ansteht) in einem Jahres–nein, Jahrzehntsabschlusspodcast über Nostalgie im Kino dabei.

Es heißt, Distanz schafft Nähe, aber stimmt das auch bei Filmen und Filmemachern, die ihr eigenes Werk fortführen oder eine Filmwelt erneut aufleben lassen? Trainspotting 2, The Force Awakens, Blade Runner 2049. Das Kino wurde im letzten Jahrzehnt von erfolgreichen und eher weniger zufriedenstellenden Versuchen, über Nostalgie oder durch bzw. mit Nostalgie zu erzählen, heimgesucht. Wir haben darüber am Telefon gesprochen und gemeinsam reflektiert. Das ganze Gespräch gibt es im 59. LEXPOD:

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Jedi Knigth: Jedi Academy, welches ich zwischenzeitlich sogar mal esportsmäßig spielte, erschien jetzt auf der Nintendo Switch und sorgte dabei bei neuen Spielern für große Verwunderung. Das legendäre Spiel aus dem Jahr 2003 ist bis heute für seine einzigartigen Lichtschwertduelle berühmt und besitzt immer noch eine aktive Spielerbase an fanatischen Star Wars Nerds. PS4- und Switch-Spieler, die sich das Spiel nun kaufen konnten, schauten aber ziemlich blöd aus der Wäsche, als diese Veteranen plötzlich in ihren Games auftauchten und sie wie Padawane aussehen ließen.

It does nearly everything the old PC game does. It also does these things perhaps too well, including apparently accidental crossplay between PC and console, because by direct-connecting to the IP of the unlisted console multiplayer servers PC players are able to join those games. Some of those players just want to hang out with new blood in an old game. Others are fighting as unfairly as they can. The contrast between keyboard-and-mouse advantage, plus more than a decade of gameplay knowhow, against how Jedi Academy controls on consoles is not pretty. via

Wer stark genug in der Macht ist, der kann sich selbst vom Gemetzel auf Twitch überzeugen.

Ich hatte das Spiel letztes Jahr auch auf einer LAN 4thelulz mit Bots und Freunden gezockt. Macht immer noch riesig Bock und auch wenn Battlefront II viel besser als ein Ruf ist und Jedi: Fallen Order dem Star Wars Franchise das erste respektable Singleplayer-Game in einem Jahrzehnt spendierte, verblassen die Spiele doch im Vergleich zu einem so runden Gesamterlebnis wie Jedi Academy. Vielleicht kriegt man da mal was hin? Ein Remaster würde ja schon reichen.

The National veröffentlichen zum 10. Geburtstag von High Violet, dem mindestens lyrisch besten Album der Band, eine limitierte Spezial-LP mit neuen Aufnahmen und Songs. Dazu gibt es einen bisher unveröffentlichten Konzertfilms eines Auftritts in 2010 mit u.a. Sufjan Stevens als Backup Vocals. Einige Clips des Konzerts schwirrten seit Jahren durchs Netz, wurden aber scheinbar jetzt für die neue Veröffentlichung heruntergenommen. Die Platte konnte man vorbestellen, ist aber inzwsichen leider überall bereits ausverkauft. Bummer.

To celebrate the 10th anniversary of High Violet, we are releasing the first-ever vinyl pressing of our ‘High Violet Expanded Edition’ on June 19th, 2020. In addition to the 10 original High Violet tracks, the triple LP package includes a third disc with “Wake Up Your Saints,” an alternate version of “Terrible Love,” “Walk Off” and more.

Nebenbei angemerkt: Die Live-Aufnahmen à la Mike Millard, dem die Band letztes Jahr eine Mini-Doku widmete, wurde Anfang des Jahres veröffentlicht und sie klingen leider nicht so gut wie sonst. Das liegt nicht nur an der besonderen Aufnahmetechnik, sondern auch an Leadsinger Matt Berninger, dessen Trunkheit leider inzwischen einfach nur noch nervt.

“I spent a little time self-isolating… on a spaceship.” King-Flex.