PewPewPew - Das Filmblog über Katzen und Pizza

RIP Peter Fonda

19 Aug, 2019 · Sascha · Film · Comments

Der große Peter Fonda ist gestorben. Im Wörterbuch neben “mühelos cool” ist ein Bild von ihm. Als Easy Rider verkörperte er eine ganze Generation, aber auch seine späteren, ruhigen Rollen bleiben mir in Erinnerung. Ich kenne keinen zweiten Schauspieler, der diese innere Ruhe und den Glauben an die eigenen Überzeugungen besser verkörpert. Jemand, der niemandem etwas beweisen muss und elegant durch die Welt schreitet, Eindrücke aufnimmt und sich nicht mitteilen muss, aber etwas zu sagen hat, wenn man ihn fragt. RIP


Sideshow

Nachdem die Gerüchteküche in den letzten Tagen erneut hochkochte, bestätigt Deadline nun endgültig Ewan McGregors Rückkehr in eine weit, weit entfernte Galaxie. Disney selbst bestätigte zwar noch gar nichts und eine offizielle Ankündigung kommt wohl sowieso erst in einer Woche auf der D23 Expo, aber das Ding ist sowieso seit Jahren sicher. McGregor hat Bock, die Memes halfen den Prequels in den letzten Jahren zu ihrem gebührenden Ruhm und Disney ist sowieso ratlos, was sie mit Star Wars anstellen sollen. Kenobi liegt einfach nahe.

Seit der Ankündigung von Star Wars Anthology-Filmen galt eine Rückkehr von Ben Kenobi als gesetzt. Es ist jedoch fraglich, ob sich das Exil auf Tatooine überhaupt dafür eignet. Seit einigen Jahren veröffentlicht Marvel Star Wars Comics, in denen Luke Skywalker in einer Geschichte Bens alte Tagebücher findet, die Kämpfe mit Kopfgeldjägern und anderen Schlamassel mit u.a. Owen Lars dokumentieren. Auch Star Wars Rebels traute sich an Kenobi heran und schilderte seinen letzten Kampf mit Darth Maul in der Episode “Twin Suns”. Unbedingt spannend war das alles nicht. Obi-Wan ist in diesen Geschichten ein getriebener Mann, der sich nur noch einem Zweck verpflichtet fühlt. Was gibt es also groß zu erzählen?

Fans versuchten in der Vergangenheit mit Footage aus McGregors Jesus-Film zu zeigen, wie eine solche Geschichte aussehen würde, aber irgendwie raubt jede weitere Darstellung oder jeder Hauch von Plot die Mystik von Alex Guiness’ Schauspiel. Sofern das nicht eine vierteilige Miniserie von Werner Herzog wird, in der ein depressiver Obi-Wan in den Wüsten Tatooines eine Art Walkabout macht, bin ich erst mal vorsichtig.

McGregor ist aber wenig gealtert. Theoretisch kann man hier durch Makeup und Disneys Ageing Tech ganze Jahrzehnte des Kanons abdecken. Why not? Vielleicht hat Hayden ja Bock.

Typ hasst Ballons

16 Aug, 2019 · Sascha · Kunst · Comments

Jan Hakon Erichsen macht Performance Art auf YouTube, indem er Ballons möglichst kreativ killt. Strangely therapeutic. Auf Instagram gibt’s täglich neus Updates.


AMC

Fear the Walking Dead kehrt aus einer sehr kurzen Sommerpause zurück. Doch nichts hat sich geändert, die 5. Staffel greift weiterhin ins Leere. Die einzige Hoffnung bleibt eine unglaubliche Rückkehr.

Das Midseason-Finale ist, natürlich, eine Lüge. Die Idee, dass eine Serie für einige Monate nach einem vorzeitigen Höhepunkt und Abschluss diverser Handlungsstränge verschwindet und danach erholt wie aus einer Kur zurückkehrt, kann natürlich nur in bitterer Enttäuschung enden.

Schließlich wurde hinter den Kulissen ununterbrochen weitergearbeitet und das kreative Team nicht ausgetauscht. Das bedeutet, dass Fear the Walking Dead trotz eines netten formalen Gimmicks bei seiner Rückkehr aus der nur sehr kurzen Sommerpause seine Altlasten mit sich trägt und offensichtlich weiterhin keine Anstalten macht, die eingeschlagene Richtung auch nur bisschen anzupassen.

Das heißt: Morgan und seine Gutmenschen kehren von ihrem Abenteuer aus der magischen Zone zurück. Dabei handelt es sich um ein von Bergen eingeschlossenes Waldgebiet inmitten von Texas, das durch ein Atomkraftwerk bedroht wurde und nur durch ein Flugzeug betreten oder verlassen werden konnte.

Das heißt auch: Morgan bleibt weiterhin die Hauptfigur und treibende Motor einer Serie, der es seit einigen Folgen an Überzeugungskraft fehlt. Zudem schließen sich die ehemaligen Bad Boys Daniel Salazar (Rubén Blades) und Strand (Colman Domingo) der Gruppe und ihrer selbstlosen Philosophie an, so vielen Menschen wie möglich in der Apokalypse zu helfen. Koste es, was es wolle.

Lediglich Alicias (Alycia Debnam-Carey) kurzer Flirt mit dem Tod bringt einige Veränderungen mit sich. Aber keine guten. (weiterlesen…)

A Real Human Bean

15 Aug, 2019 · Sascha · Internetgold · Comments

Dancing in the Cat Light

15 Aug, 2019 · Sascha · Internetgold · Comments

Der Mandela-Effekt beschreibt ein soziologisches Phänomen, bei dem Kollektive falsche Erinnerungen aufweisen. So war beim namensgebenden Beispiel eine Vielzahl von Menschen im Jahr 2013 überrascht vom Tod Nelson Mandelas überrascht worden, schließlich sei er bereits im Jahr 1980 in seinem südafrikanischen Gefängnis gestorben. Durch das Internet angetrieben und verbreitet entwickeln sich in den letzten Jahren immer mehr solcher Mandela-Effekte, was ziemlich interessante Fragen zu unserem Verständnis des Netz und unseren Erinnerungen aufwirft.

Persönliche Erfahrungen mit dem Mandela-Effekt durfte ich vor fast zwei Jahrzehnten machen, als ich völlig davon überzeugt war, einen Kinotrailer mit Spider-Man und den Twin Towers gesehen zu haben. Durch die begrenzte Informationsverbreitung im Netz oder vielleicht auch durch jugendliche Ignoranz war das schwer direkt zu beweisen. Ich sollte Recht aber behalten. Es gab einen solchen Teaser Trailer, der in den Kinos lief, nach dem 11. September jedoch aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr gespielt wurde. (The Wrap hat eine ziemlich coole Liste an Filme und Serien, die die Twin Towers als PTSD-Schutz aus ihren Bildern entfernten.) Trotzdem wollten mir viele meiner Freunde nicht glauben, was mich irgendwann selbst an den eigenen Erinnerungen zweifeln ließ. Eine doofe Erfahrung, die erst einige Jahre durch das YouTube-Streaming gelöst werden konnte.

Seit Jahren existierte der “Twin Tower Teaser” auf YouTube als interessantes Artefakt für den Umgang mit 9/11 in Hollywood. Nun macht das Ding wieder eine Runde durchs Netz, da die alte 35mm Filmkopie neu gescannt und in eine 4K-Variante für die Nachwelt verwandelt wurde. Tolle Aktion!

In which Lucasfilm asks the important question: Whawt if evewyone was BB-8?

Ja, es ist kein Geheimnis mehr. Lucasfilm verliert unter Disneys Führung die nächste Generation an jungen Fans. Aus den unterschiedlichsten Gründen scheinen die Kids sich nicht mehr für Star Wars zu interessieren. Galaxy’s Edge ist leer, die Filme beginnen zu floppen, die Trailer brechen keine Rekorde mehr und selbst die Spielzeuge versauern in den Regalen. Was bis vor wenigen Jahren noch als Verschwörungstheorie im Fandom abgetan wurde, steht inzwischen Schwarz auf Weiß in Bloomberg.

Bereits zu Beginn des Jahres setzte ich mich mit dem verrückten Push auseinander, ikonische Momente in schicken Animationen auf YouTube als Teaser für die Filme neu zu verpacken. Lucasfilm nennt das Galaxy of Adventures, ich nenne es ein grundsätzliches Missverständnis für die Magie des Franchises. Es steht so ziemlich alles im Mittelpunkt außer die Filme selbst. Diese wirken zu lassen, darauf reagiert die Führung unter Kathleen Kennedy allergisch.

Es sind noch knapp vier Monate bis zum Kinostart von The Rise of Skywalker. Vor vierzehn Jahre zur gleichen Zeit hatte ich bereits das Revenge of the Sith-Poster an meiner Tür kleben, etliche Trailer-Clips und Werbespots auf meiner Festplatte abgespeichert und die ersten Spielzeuge aus meinem Comic-Shop gekauft. Derweil haben wir einen roten Comic-Con-exklusiven Stormtrooper (in rot!) bekommen. Lucasfilm scheitert daran, das absolute Minimum an Fanfürsorge zu liefern und veröffentlicht gleichzeitig eine Masse an bedeutungslosem Content. Stattdessen wird alles auf der Celebration sorgfältig präsentiert, seelenlos zur Schau gestellt und dem Fandom zum Fraß vorgeworfen.

Gleiches gilt auch für Galaxy of Adventures: Die Videos werden bisher ausschließlich auf dem Star Wars Kids YouTube-Kanal veröffentlicht und auch wenn die Animation entzückt, ist es doch fraglich, ob die Ressourcen an der richtigen Stelle verteilt sind, wenn Star Wars: Resistance das fehlende Budget bisweilen stark anzusehen ist. Weiterhin gibt es Videoreihen wie “Star Wars by the Numbers”, in denen zum Beispiel alle Droiden oder Raumschiffe einer Fraktion aufgezählt werden. Sachen, die es eben seit mehr als zehn Jahren auf YouTube gibt – nur eben jetzt offiziell und schlechter bzw. langweiliger geschnitten.

Die nächste Reihe ist ein weiteres Animationsprojekt namens Star Wars: Roll Out, in dem alle Figuren den Körper von BB-8 bekommen. Eine kreative Bankrotterklärung? Nicht unbedingt, eher richtet sich die Serie offenbar an das jüngstmögliche Publikum, um die Kinder so frühzeitig an das Franchise zu binden. Genau das ist das Ziel laut Lucasfilm-Produzent Josh Rimes: “Over the years, I’ve had so many of my friends who are parents tell me how much they wanted to introduce their kids to Star Wars but didn’t feel that their kids were quite ready for the movies yet. They wanted a way to celebrate the universe they love.”

Roll Out tut natürlich niemandem weh. Die Existenz dieser hässlichen Idee sagt mehr über die Verzweiflung und Selbstwahrnehmung des Konzerns aus als ein öffentlicher Kommentar dies könnte. Trotzdem bleibt diese gesamte Kampagne verwirrend. Scheinbar will man auf der einen Seite die jungen Fans haben und steckt Geld in diesen Kanal, andererseits ist es schwer mitanzusehen, wie lieblos diese Projekte gestaltet sind. Die Serie wirkt als sei sie von einer Person an einem Nachmittag kreiert worden, die erste Episode kommt ohne Witz, Charme oder Plot daher.

Lucasfilm produziert gerade unglaublich viel Content. Nichts davon ist abgrundtief schlecht, aber diese unkreativen Ansätze, die nie neue Wege einschlagen und die Galaxie vergrößern, beweisen wie ideen- und orientierungslos die Führung wirklich ist.

Beispielhaft war das Interview mit Autor Timothy Zahn, der in der letzten Episode der Star Wars ungewollt die Grenzen der Kreativität in einer weit, weit entfernten Galaxie offenbarte. Der Mann, der Admiral Thrawn erschuf, darf drei Bücher über den Aufstieg des Admirals im Imperium schreiben, die sich alle eng an existierende Geschichten schmiegen, aber nicht die Zukunft seiner eigenen Figur bestimmen, was der Mann, der einmal Star Wars ganz alleine wieder mit Leben einhauchte, auch leicht gekränkt zugibt.

Wenn jede mediale Veröffentlichung Teil des gleichen Kanons sein soll, dann kann eine jede Veröffentlichung in den weniger relevanten Büchern und Comics eben auch nur ein zaghafter Vorstoß sein, um Lücken zu füllen, die Filme und Serien hinterließen. Bis sich Dave Filoni also entscheidet, was mit Ezra und Thrawn nach dem Finale in Rebels passierte, liegt die Figur auf Eis und die restlichen Kreativen müssen herumwurschteln, während sich Star Wars im Kreis dreht.