PewPewPew - Das Filmblog über Katzen und Pizza

Not macht erfinderisch. Phoebe Bridgers, die nach ihrem riesigen Durchbruch in diesem Jahr ihr zweites Album veröffentliche, musste das dieses Jahr lernen. Sie wurde mitten in der Vermarktung von Punisher vom Corona-Lockdown erwischt. Alternativlos tanzte und hampelte sie dann vor dem Greenscreen herum statt für das Musikvideo zu Kyoto wirklich nach Japan zu fliegen.

Den Greensceen-Look behielt sie aber bei diversen Heimkonzerten bei; die Ästhetik ist inzwischen unter Fans ikonisch vermemet. Ich finde es wirklich wunderschön, welche Bilder sich dort zufällig beim Abspielen von Stockfootage ergeben. Für NPR gab sie nun ein Tiny Desk Konzert von Zuhause und wenn man sich digital aussuchen kann, wie der Desk aussieht, wieso dann nicht den wichtigsten der Welt auswählen? “Hope everyone’s enjoying their apocalypse”, so hört sich das manchmal auch vom eigentlichen Mann hinter dem Tisch an. Wunderschön auch dann das Finale: “I Know The End” kuliminiert mit eingesendeten Fanclips. Phoebe 4 Prez!

Vielleicht werden Christian Lindner und Frank Thelen jetzt noch rechtzeitig Fans, um den Sh00ters bei ihrem Sprung in die Charts zu helfen und vielleicht auch ab dem 16.10. 2 Millionen Umsatz mit einer einfachen Idee zu machen.

2019+1

Ich bin grundsätzlich ein Fan der Idee von Spin-offs im Zombiegenre. Wie kein zweites bietet es sich dafür schließlich an. Gruppen werden getrennt, Menschen überleben auf unterschiedliche Weisen und ein neues Setting kann eine alte Idee mit Leben befüllen.

Von daher stehe ich immer noch hinter meinen Worten, dass World Beyond das dringend notwendige frische Blut für AMCs Zombieimperium sein könnte. Ich warnte aber auch gleichzeitig, dass die Verstrebungen zwischen den Serien nicht förderlich. Sie sind weder im Sinne Robert Kirkmans, dem Zombiegenre oder dem Zuschauer, dessen kleine Fernsehwelt noch weiter schrumpft. Die Logik von Marvels Superhelden-Welt lässt sich nicht einfach so von einem Genre auf das nächste übertragen.

Aber das wird kein Studio stoppen. Die Zuschauerquoten belegen jedoch: Diese erhofften Synergieeffekte verpuffen nach kürzester Zeit. Rund doppelt so viele Zuschauer wie üblich wollten zum Auftakt in Staffel 4 wissen, was Morgan jetzt in Fear The Walking Dead treibt – und schalteten danach nie wieder ein.

Two sisters along with two friends leave a place of safety and comfort to brave dangers, known and unknown, living and undead on an important quest. Pursued by those who wish to protect them and those who wish to harm them, a tale of growing up and transformation unfurls across dangerous terrain, challenging everything they know about the world, themselves and each other.

Von daher ist der Ausbruch nach vorne in die Zukunft ein richtiger Schritt, die schwelende Verbindung zur Drei-Ringe-Organisation, die in allen drei bisherigen Serien operiert, dagegen genau der falsche. Immerhin schafft der neue Trailer etwas mehr Klarheit bezüglich des Plots, auch wenn er die Welt nicht wirklich erklärt. Eine Verbindung aus den bisherigen Trailern wäre nach dem verschobenen Starttermin als Wiedereinführung daher eine gute Idee. Aber die sucht bekannterweise ohnehin verzweifelt im Walking Deadverse …

New York könnte eine spannende Location werden, da die Serien bisher Großstädte vermieden oder nur stiefmütterlich behandelten. Dies hatte oft Budgetgründe, aber angesichts der verkürzten Laufzeit von nur zwei Staffeln könnte sich eine feine, kleine und enge Erzählung ergeben. Ich bin gespannt, wie sie das versauen werden.

Die erste Staffel startet parallel mit dem The Walking Dead Staffelfinale am 5. Oktober.

Denis Villeneuve schien bereits im einleitenden Livestream nicht so ganz happy und einverstanden mit dem Trailer und ich kann verstehen, wieso er so fühlt. Dune ist für viele Science Fiction Fans der heilige Gral, der endlich eine treue und gute Filmadaption verdient. Eine Adaption ist aber, und das wird jeder Fan bestätigen, alleine schon durch die schwierige Vorlage problematisch, durch gescheiterte Projekte schlussendlich mystifiziert und zum Scheitern verurteilt worden.

Warner Bros. Versuch mit Villeneuve, der den Film als Traumprojekt bezeichnete, birgt ein inherentes Risiko zu scheitern. An sich, an der Vorlage, vor allem aber an den Zuschauern. Frank Herberts Welt ist groß, sperrig, vollgestopft mit noblen Häusern und fremdartigen Kulturen. Für Dune bräuchte man einen ähnlichen Freifahrtsschein wie einst Peter Jackson mit The Lord of the Rings. Nun steht Villeneuves Dune eigentlich unter einem guten Stern. Villeneuve bewies in der Vergangenheit hohe Sensiblität und Feingefühl in großen Erzählungen mit noch größeren Fragen und konnte damit gleichzeitig bei Kritikern wie Zuschauern Erfolge feiern. Der Cast brilliert sonst in anderen Filmen, Greig Fraser dominierte das vergangene Jahrzehnt mit packenden Bildern aus seiner Kamera und Warner Bros. lässt ordentlich Kohle springen – mit der Option für ein Sequel, das die Erzählung des ersten Buchs abschließen soll.

Wie realistisch oder wahrscheinlich das ist, lässt sich unter den ohnehin besonderen Umständen aktuell kaum einschätzen. Der Trailer lässt mich jedoch nicht hoffen. Der erste große Einblick in die Welt von Dune ist groß – aber mehr auch nicht. Eine kontextlose Abfolge von groß anmutenden Bildern, die nur wir Leser einordnen können. Der “Mythos Dune” erreicht außerhalb der Literatur- und SF-Welt doch niemanden mehr. Statt dem völlig unstimmigen Pink Floyd Track müsste der Film mehr die Welt und die Risiken des Abenteuers einführen und erläutern, wieso Dune so ein Epos ist. Oder zumindest mit großen Fanfaren von Williams, Shore oder Horner verdeutlichen, wieso der Film ein big fucking deal ist.

Filme wie Dune haben sonst BOMB in großen Buchstaben über sich stehen. Produktionen dieser Größenordnung sind zum Kassenerfolg verdammt und scheitern doch häufig. Schlussendlich wirkt das alles schon zu weird für den Mainstream, im Trailer aber noch konventionell weird. Als würde man die wirklich weirden Sachen nicht zeigen wollen, aus Angst Zuschauer abzuschrecken, während aber wahrscheinlich genau das der richtige Schritt wäre. Es ist ein Konsens. Fehlt Warner Bros. das Vertrauen? Vielleicht hat der Großhunger auf Filme oder Blockbuster an sich jedoch um die Weihnachtszeit so zugenommen, dass sich der Ottonormalzuschauer tatsächlich zweieinhalb Stunden bierernstes Ruminieren auf einem Wüstenplaneten gibt. Wer weiß? Stranger things have happened.

Der Trailer hilft aber nicht. Er geht davon aus, dass der Zuschauer mit der Welt, mit der Geschichte bereits vertraut ist. Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Das schlechte Pacing und die belanglos aneinander gereihten Bilder erzeugen keine Fragen, keine Begierde. Die Bilder sind nicht schlecht und ich störe mich nicht an den Designs. Die Sandwürmer wirken aber nicht beängstigend und Timothys Linereading überzeugt mich nicht. Bei “Fear is the mind-killer” bekomme ich keine Gänsehaut, fühle keinen Schauer überm Rücken, eigentlich fühle ich gar nichts. Dabei halte ich ihn rein visuell für perfekt gecastet und von seinem Spiel für äußerst geeignet.

Denis Villeneuve schien nicht zufrieden. Ich verstehe, wieso er so fühlt.

Alex Jones plays Fall Guys

07 Sep, 2020 · Sascha · Games,Internetgold · Comments

Wohl das einzige Mal, dass ich Alex Jones nachvollziehen kann.

Wonderful World

07 Sep, 2020 · Sascha · Cats · Comments

Ich will das.

Sechs Jahre sind ins Land gezogen seit der letzten neuen Musik von The Notwist. Die deutschen Indie-Rocker veröffentlichem im Herbst ein Studioalbum, zuvor erschien jetzt zum Wochenende die neue EP namens Ship. Als großer Fan und langjähriger Fan der Band war die erste Songkollaboration mit der Singerin Saya eine so große Enttäuschung für mich, dass ich genervt von der unerträglichen Dauerbelastung des zurzeit wiedereinsetzenden Alltags das Ding ausmachte.

Einen Tag später wagte ich mich zurück und entdeckte die sanfte Synthie-Hymne “Avalanche”, die mich mit ihrem beruhigenden und anmutenden Beat sehr aufmuntert sowie “Loose Ends”, ein Song durchtränkt vom klassischen Sound der Band. Irgendwie ist diese beschriebene Ungeduld und geringe Frustrationstoleranz für dieses Jahr ganz ausgeprägt und untypisch für mich. Ein zweiter Blick lohnt. Ruhe bewahren. Augen zu und The Notwist an.