Review - PewPewPew


AMC

In einem langweiligen Finale beendet Fear The Walking Dead die schlechteste Staffel der Serie und macht dabei keine Hoffnungen auf Besserung in der 6. Staffel.

Es ist vorbei, wir haben es geschafft. Die fünfte Staffel Fear the Walking Dead ist zu Ende geschaut. Mit der sechszehnten Folge „End of Line“ (deutscher Titel: „Am Ende“ – wie passend) findet diese fürchterliche Erzählung endlich einen Abschluss.

Ich werde nicht noch einmal die ganzen Probleme dieser Staffel aufführen, denn die Besprechung dieses mangelhaften Finals hebt zentrale Fallstricke erneut hervor. Die Folge kann sehr gut als Sinnbild für die Krise dienen, die hauptsächlich auf die Showrunner Andrew Chambliss & Ian Goldberg und ihre Neuausrichtung dieser Serie zurückzuführen ist.

Armer, Armer Morgan

Aber kommen wir zum Wichtigen: Morgan ist tot. Vielleicht. Wir wissen es nicht genau, denn wie bei Madison sehen wir ihn nicht direkt sterben. Angeschossen von einer Figur ohne Bedeutung und den Zombies zum Fraß überlassen.

Ironischerweise stimmt mich Morgans Tod sehr traurig. Bereits in der letzten Staffell nannte ich das Crossover enttäuschend, forderte das Ende der “Morgan-Show” und sprach von einer feindlichen Übernahme der Serie durch die Figur und ihrer gleichmachenden Ideologie. Diese Probleme intensivierten sich in der laufenden Staffel und wurden in der zweiten Hälfte auf die Spitze getrieben. Dabei liegt das Problem nicht bei Morgan selbst.

Morgan tauchte in der ersten Folge der Mutterserie auf. Seine mögliche Rückkehr war ein großer Wunsch vieler Fans. Auch Rick hoffte immer auf ein Wiedersehen mit seinem Lebensretter. Als Morgan tatsächlich wiederkam, konnte Lennie James die suizidale und früh gestorbene Comic-Vorlage überwinden. Die Figur wurde ein spannendes Rädchen im Figurengefüge.

Als seine Geschichte zu Ende erzählt war, starb Morgan nicht, sondern wechselte die Serie. Das war ein Fehler.

Doch dieses traurige Ende hat Morgan nun auch nicht verdient. Weder Lennie James noch die Figur tragen Schuld an dem Debakel. Morgan ist schlicht keine Figur, die sich als Protagonist einer Serie eignet. Ebenso stellt auch Morgans Philosophie nicht das größte Problem dar, schließlich passten seine moralischen Bedenken großartig als Spiegel zu dem immer tieferen Fall von Rick Grimes (Andrew Lincoln).

Nun versemmeln die Autoren selbst seinen Tod und lassen den armen Lennie James wie eine jämmerliche Wurst sterben. Er könnte sich in die Kirche retten, in einem letzten Gefecht den lechzenden Zombies Paroli bieten oder auch nur wie ein Stück Fleisch auseinandergenommen werden. Aber nein, selbst in seinen letzten Sekunden muss der Arme Plattitüden in ein Walkie-Talkie beten, die niemand hören wird.

Natürlich könnte Morgan auch in der letzten Sekunde gerettet werden. Vielleicht von Sherri oder Madison oder sogar Strand (Colman Domingo)? Ist Morgan dem Tode geweiht?

Die Autoren scheinen sich nicht sicher zu sein oder trauen sich wie bereits bei Madison (Kim Dickens) nicht, die grausamen Details des eigenen Genres zu zeigen. Beide Möglichkeiten unterstreichen erneut die Notwendigkeit eines Austauschs der Führungsriege. Vor Monaten bestätigte AMC jedoch schon eine sechste Staffel unter Chambliss und Goldberg.

Die vagen Umstände verdeutlichen zudem ein weiteres Mysterium: In der gesamten Staffel wurde keine Haupt- oder bedeutende Nebenfigur von einem Zombie auch nur gebissen. Nach einem Jahrzehnt an Walking Dead Serien bringen Experimente mit Genrekonventionen sicherlich notwendige Abwechslung ins Spiel, aber muss es solch ein zentraler Aspekt sein?

Es scheint so, als würden die Kreativen vor dem Gore und dieser Realität zurückschrecken.

Ein grausamer Tod könnte Morgans endloses Gelaber vielleicht sogar vergessen lassen. Am Ende könnte der Zuschauer ja sogar so etwas wie Mitleid verspüren und Rache in der kommenden Staffel wollen. Eventuell führt das sogar zu Vorfreude und Spannung? (weiterlesen…)


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Die Staffel ließ eigentlich keine große Hoffnung zu und dennoch schien es kurz vor Ende so, als würde Fear The Walking Dead noch die Kurve kriegen. Diese Chance ist nun verpufft. Wir starren alle in den Abgrund.

Über Tote, so heißt es, soll man nur Gutes erzählen. Dann wäre mein Recap für die neue Folge Fear the Walking Dead hier schon beendet. Ja, liebe Leser, an der fünfzehnten Folge der fünften Staffel namens „Channel 5“ kann kein gutes Haar lassen, wer Fan dieser Serie, Zombies oder überhaupt guter Unterhaltung ist.

Fear The Walking Dead ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Die gesamte Entwicklung dieser Staffel kulminiert in dieser Folge auf eine Art, die nur noch Fremdscham auslöst. Für die großartigen Schauspieler, die Besseres verdient haben. Für die Crew, die diesen Mist drehen muss. Für den Sender AMC, der die Drehbücher abgesegnet hat und glaubte, dass ein Vlog-Battle in einer Zombie-Serie ein gutes Ende wäre.

Fear The Walking Dead befindet sich am Ende dieser Staffel an einem Scheideweg – und das leider nicht in narrativer Hinsicht. Es ist trotz sinkender Einschaltquoten klar, dass AMC keine Änderungen vornehmen wird. Im Vergleich mit den anderen Serien des Senders schneidet Fear The Walking Dead sogar noch gut ab. Das Walking Dead Universum wird demnächst um eine dritte Serie ergänzt, sodass das gesamte Jahr Zombies über die Bildschirme laufen können.

Die Qualität der Serien scheint dabei nicht zu interessieren, solange die Kuh noch Milch abgibt. Höchstens die Rückmeldungen der Fans auf den sozialen Kanälen könnte den Sender wohl noch zum Umdenken bewegen. Es wäre die letzte Chance, die Serie zu retten. Es bräuchte einen monumentalen Akt.

Fear The Walking Dead löst Fremdscham aus

Die Folge beginnt ähnlich wie der Auftakt nach der Midseason-Pause. Erneut nutzen die Autoren Altheas (Maggie Grace) ausgespielten Camcorder-Gimmick und zeigen vermeintliches Found-Footage aus der Postapokalypse. Dieses Mal handelt es sich jedoch um ein Video von der neuen Widersacherin Virginia, die für ihre Pioniere wirbt.

Morgan (Lennie James) und seine Gruppe entdecken das Werbevideo und können es nicht fassen. Noch ein Werbevideo?! Neben dem eigenen?! Die Antwort fällt prompt. Althea wirft den Fernseher auf den Boden und entschließt sich, ein weiteres Antwortvideo zu drehen. Das erinnert an YouTube-Beef.

Das ist kein Witz. Fear The Walkings zentraler Konflikt gipfelt in der Folge vor dem Staffelfinale darin, welche Gruppierung das bessere Werbevideo produzieren kann. Das ist so peinlich, dass man als Zuschauer es Althea eigentlich bereits nach den ersten Minuten gleichtun und den Fernseher zerstören möchte.

Fear The Walking Dead war nicht immer die fantastische Serie, zu der sich die 3. Staffel mauserte, aber sie war sehenswert und hatte brillante Momente, die der Mutterserie im direkten Vergleich die Show stahlen. Atmosphärisch, musikalisch und visuell war die Serie anderen Zombieserien stets weit voraus.

Ich bin fassungslos, was mit der Serie durch die neuen Showrunner Andrew Chambliss und Ian Goldberg passiert ist. Es ist eine wahre Schande. Wie konnte es nur so weit kommen? (weiterlesen…)

Ich bin ja ein aktiver Podcaster. Mehr als 200 habe ich schon produziert und das Ganze betreibe ich nun seit fast zehn Jahren. Trotzdem höre ich nur ungefähr so … drei Podcasts regelmäßig. Ich bin da unglaublich wählerisch, aber wenn ich etwas höre, dann bin ich der loyalste Fan der Welt. Last Game Standing mit meinen zwei Lieblings-Internet-Christians – das kongeniale Duo Alt und Schiffer hinter solchen Hits wie Angela Merkel ist Hitlers Tochter – gehört definitiv dazu.

Zusammen mit Matti Sandqvist von der PC Games und mir ging es in ihrem Battle Royale Podcast im Finale um das beste Spielejahr aller Zeiten. 1992 gegen 1998. Ecco the Dolphin gegen Gordon Freeman. Dune II gegen Banjo-Kazooie, Fallout 2, Ocarine of Time, StarCraft, Metal Gear Solid, Rogue Squadron … muss ich mehr sagen? Glasklare Sache. Das sahen aber nicht alle so! Der gesamte Fight im Podcast:

(Spoiler: Das Forum stimmte natürlich völlig korrekt ab und wählte 1998 zum besten Spielejahr aller Zeiten. Wäre es nach mir gegangen, hätte andere Jahre im Finale gestanden. So zum Beispiel 2013, 2015 oder auch 2016. Nostalgie ist eben nicht alles.)

Links zu Last Game Standing und Podcast-Feeds:

Longtake: FINALE: “Bestes Spielejahr” 1992 vs 1998
iTunes: Last Game Standing
Spotify: Last Game Standing

Fear The Walking Dead legt kurz vor dem Finale eine Pause ein. Auch die neuen Bösewichte, die allein durch ihre Präsenz der Serie guttun, machen nicht wirklich viel.

Wer glaubte, dass Fear the Walking Dead nach den positive Schritten in der letzten Woche mit der Episode Heute und Morgen bzw. Today and Tomorrow nachlegt, wird bitter enttäuscht. In der 14. Folge der 5. Staffel wird erneut auf die Bremse getreten. Selbst so kurz vor dem Staffelende sieht sich die Serie nicht dazu bewegt, endlich aus ihrem Trott auszubrechen.

Das ist wirklich unverständlich. Gerade nach der Radikaldiät in der letzten Folge, die den Antagonisten Logan samt Gruppe ruchlos erledigte, könnte die Serie mehrere Elemente ihrer bisherigen Staffel und auch des größeren Walking Dead Universums verbinden. Diese Chance wird, auch wenn die Möglichkeit in der Zukunft besteht, nicht genutzt. Es ist bizarr, dass trotz neuer Informationen die allgemeine Situation unklarer wirkt.

Die drei wichtigsten Erkenntnisse der neuen Fear the Walking Dead-Folge:

  • Morgan und Al kehren zurück und sind der Fokus der Folge. Nicht gut.
  • Daniel nennt seine Katze verhaltensgestört. Relatable.
  • Die Pioniere sind eigentlich ganz nette Leute?

Morgan ruiniert Fear The Walking Dead wieder

Es bringt nichts, groß um die Wahrheit herumzuschreiben: Die Rückkehr von Morgan (Lennie James) ruiniert die Serie. Das liegt nicht an dem großartigen Lennie James, der wie immer sehr bemüht ist und der einem im Spin-off-Exil leidtun kann, sondern an der buchstäblichen Zerstörung seiner Figur. Morgan ist neben Rick der zweite Überlebende der Zombie-Apokalypse, den wir sehen, und damit automatisch von Bedeutung.

Seit fast zehn Jahren kennen wir Morgan schon und durch seine zyklischen Entwicklungen vom perfektesten Menschen überhaupt zum durchgedrehten Mörder ist seit etlichen Staffeln eigentlich alles erzählt. Das wusste auch Robert Kirkman, der die Figur relativ früh im Comic nach einem Comeback durch einen Zombiebiss sterben ließ.

Das wäre ungefähr in der 5. Staffel von The Walking Dead gewesen, also vor ungefähr fünf Jahren. Ihn danach am Leben zu lassen und in Fear zu retten, nein, ihm sogar die Serie anzuvertrauen als neuer Protagonist, war ein enormer Fehler.

Was auch immer die Serie durch die Änderungen so kurz vor Schluss als Aufwärtstrend erfuhr, wird bereits zu Beginn der neuen Folge durch Morgans Erinnerung an seine Familie zerstört. Morgan öffnet sich gegenüber Althea (Maggie Grace), und das mag nach all der Zeit ergreifend sein, kommt aber viel zu spät. Gott sei Dank treffen sie auf einen Überlebenden, der Benzin stiehlt. Es stellt sich heraus, dass dieser aber kein schlechter Kerl ist, sondern er nur unbedingt aus der Region fliehen möchte.

Fear The Walking Dead gibt sich der Lächerlichkeit preis

Tom, der Benzin-Dieb, wird nämlich von den Pionieren verfolgt. Die drei verstecken sich im Auto und werden nur nicht gefunden, weil der Atem des Pferdes eines Reiters die Scheibe beschlagen lässt. Obwohl die drei Personen eigentlich problemlos durch eine der anderen Scheiben zu sehen sein müssten, bleiben sie unentdeckt.

Es sind solche kleinen Momente, die Fear The Walking Dead häufig ins Lächerliche ziehen. Es hätte etliche Alternativen gegeben, um sich zu verstecken oder Al, Morgan und Tom in dem Auto besser zu verdecken, doch die Serie wählt erneut den dümmsten Weg. Daran leiden die letzten beiden Staffeln enorm. Momente, die vielleicht gut auf der Drehbuchseite aussehen, wirken absolut lächerlich, wenn man sie visuell umsetzt. Mangelnde Vorstellungskraft ist ein häufiges Problem dieser Autoren.

Bestes Beispiel ist der Zombiekampf der Woche, bei dem Daniel (Rubén Blades) seine Schallplattensammlung verteidigt und ein Walker ihn nicht beißt, sondern nur auf ihn fällt, weil der Schauspieler beim Aufheben der Platten seinen Einsatz verpasst. Erster Take? Passt. Pause! (weiterlesen…)


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Fear The Walking Dead überrascht mit einer neuen Folge kurz vor Staffelende, die einiges auf den Kopf stellt und wegweisend für die sechste Staffel ist. Wieso nur hat das so lange gedauert?

Im Englischen gibt es die schöne Redewendung „running on fumes“, was sich am besten mit „aus dem letzten Loch pfeifen“ übersetzen lässt. Eine direkte Übersetzung wäre wohl, dass die Ressourcen so niedrig sind, dass man mit den letzten Reserven auskommen muss: Das Auto fährt quasi nur noch mit den Benzindämpfen.

Eine bessere Beschreibung für das einstmals großartige Walking Dead Spin-off, in dem es zuletzt nur noch um Benzin und Hilfspakete statt um Angst vor Zombies ging, lässt sich kaum finden. Um es mit den Worten der Show zu sagen: Der Tank war leer. Fear the Walking Dead erzählt seit zwei Staffeln eine völlig bizarre Geschichte ohne roten Faden um Menschen, die helfen wollen, und Morgan. Immer wieder Morgan.

Die drei wichtigsten Erkenntnisse der neuen Fear the Walking Dead-Folge:

  • Morgan und Al fehlen erneut. Es ist weiterhin ein Segen für die Serie.
  • Alicia, Strand und Daniel werden jedoch schmerzlich vermisst. Der Kampf um das Ölfeld machte wenig Spaß und hatte eklatante Schnittfehler. Von der guten Regie aus der letzten Woche blieb nichts übrig.
  • Der Rabbi, Wes und die gerettete Frau – die Serie kann sich vor neuen Figuren nicht retten. Es braucht einen Radikalschlag am Ende der Staffel!

Das scheint vorerst vorbei zu sein. Die dreizehnte Folge der fünften Staffel „Leave What You Don’t“ ist kein Meisterwerk und bewegt sich zugleich auf hauchdünnem Eis, kann jedoch mit einem förmlichen Ausbruch aus der überschwänglichen Langeweile überraschen und einen Schritt in die richtige Richtung machen. Das ist nicht viel. Aber es ist etwas. (weiterlesen…)


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Bei sechszehn Episoden in einer Staffel muss es irgendwann einmal passieren: Fear The Walking gelingt mit der 12. Folge der 5. Staffel, Das Ewige Licht, eine ganz mittelmäßige Geschichte. Masel tov!

Es lässt sich nicht anders sagen: Die 5. Staffel von Fear the Walking Dead ist wirklich frustrierend. Eintönige Geschichten mit langweiligen Figuren ohne einen größeren Handlungsrahmen, der wenigstens auf bessere Zeiten hoffen lässt: So in etwa lässt sich auch die vorherige Runde beschreiben, die durch die neuen Showrunner, diverse Figurentode und anderen Umwälzungen die Serie neu definierte.

Doch selbst in ihren dunkelsten Stunden hielt die 4. Staffel von Fear the Walking Dead einige Überraschungen bereit. Sei es die Folge, in der die Serie mit June (Jenna Elfman) und John (Garret Dillahunt) die Liebe für sich entdeckte, oder auch die durchaus mitreißende Folge, in der Alicia (Alycia Debnam-Carey) Charlie (Alexa Nisenson) endlich den Mord an ihrem Bruder Nick (Frank Dillane) vergab.

Nun sind zwölf Episoden vergangen und die 5. Staffel kann bisher keinen solchen Lichtblick hervorweisen. Die neue Folge, namentlich Das Ewige Licht (im Original Ner Tamid aus dem Hebräischen), hätte durchaus das Potenzial dazu gehabt. Doch erneut bleibt Fear The Walking Dead hinter den zu Beginn geschürten Erwartungen zurück, da die Serie sich der interessanten Prämisse nicht komplett widmet, sondern zwischendurch wieder seinen hohlen Widersacher Logan (Matt Frewer) auspacken muss.

Ein Mädchen, ein Rabbi und ein Zombie kommen in eine Synagoge … (weiterlesen…)


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Eine weitere Folge von Fear The Walking Dead zeigt unsere Helden bei dem Versuch, anderen Überlebenden zu helfen. Dinge passieren, aber interessieren muss uns das nicht.

Fear the Walking Dead startet und endet in dieser Woche mit zwei Figuren, die buchstäblich Farbe beim Trocknen zuschauen. Das ist inzwischen auch eine ziemlich gute Beschreibung des aktuellen Zustands dieser einstmals großartigen Serie. Die 11. Folge der 5. Staffel heißt You’re Still Here und ich kann nicht drumherum, mich selbst angesprochen zu fühlen. Als würde die Serie sich wundern, wieso noch einer zuschaut. Relevantes passieren tut nämlich nichts.

“Wenn du dies liest, bist du noch da.”

Diese und ähnliche Schriften standen zuletzt auf diversen Bäumen in Fear the Walking Dead. Das ergibt praktisch wenig Sinn, doch die Nachrichten waren trotzdem Anlass zur Hoffnung. Und auch Alicias (Alycia Debnam-Carey) Interesse ließ Fan-Herzen höherschlagen, weil eine Rückkehr ihrer Mutter Madison Clark (und gleichzeitig eine Rückkehr zur alten Version dieser Serie) möglich schien.

Aber Pustekuchen. Denn in dieser neuen Folge lernen wir, dass nur ein Typ namens Wes dahintersteckt, der in seiner Freizeit Bäume anmalt. Alicia lernt zwar, ihre Zombiephobie zu verarbeiten, und Wes könnte ein cooles Mitglied der Truppe werden, doch am Ende trennen sich ihre Wege wieder. Logan (Matt Frewer) schaut ebenfalls in die Folge herein, um die Figuren kurz bei ihrem Alltag zu stören, aber am Ende landen wir wieder beim Status Quo. Schade.

Logan ist der langweiligste Bösewicht in Fear The Walking Dead

Diese ganze Geschichte um Logan ergibt sowieso keinen Sinn. In der ersten Staffelhälfte war er so gut wie nicht präsent. Das war nicht weiter schlimm. Die Autoren waren ohnehin mehr an dem Atomkraftwerk interessiert, und der recht friedliche Logan hatte schließlich ein Anrecht auf das besetzte Lager. Der Konflikt wirkte recht kleinlich. Im Midseason-Finale taucht er erst wieder auf und bot Morgans Gruppe einen Deal an, doch die Serie verneint uns erneut die Abwicklung eines Konflikts. (weiterlesen…)


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Fear The Walking Dead veranstaltet in der 10. Folge der 5. Staffel eine Hommage an Dawn of the Dead – obwohl nicht sicher ist, ob die Serie sich dessen bewusst ist.

Auch in der 10. Folge der 5. Staffel verändert Fear the Walking Dead nichts an dem schädlichen Format, das die Serie seit zwei Staffeln in die Bedeutungslosigkeit zwingt. Zu Beginn der Episode 210 Words Per Minute (210 Wörter pro Minute) meldet sich ein Überlebender über das Radio. Er wendet sich mit einer Bitte an die Gruppe: Er wurde gebissen, lebt allein in einer großen Mall und möchte unter den Sternen beerdigt werden.

Wie Fear The Walking Dead noch gerettet werden kann

Also begeben sich Grace (Karen David), Morgan (Lennie James) und Dwight (Austin Amelio) auf die Suche nach dem Typen, wohlwissend dass Bösewicht Logan (Matt Frewer) ebenfalls den Funkspruch abgehört haben könnte und ihnen nun auflauert.

Und das ist jetzt die Show. Das ist Fear The Walking Dead: Eine neue Figur und zwei Figuren, für die The Walking Dead keine Verwendung mehr fand, begeben sich selbst in Gefahr, um “Das Gute” zu tun. Von Strand (Colman Domingo) und Alicia (Alycia Debnam-Carey) fehlt jede Spur, Daniel (Rubén Blades) darf Dwight immerhin kurz die Haare schneiden. Das war’s.

Fear The Walking Dead und die hirnrissigen Ölfelder

Natürlich gibt es noch den lodernden Konflikt im Hintergrund mit Logan. Doch nichts daran ergibt wirklich Sinn. Ähnlich wie bereits in der ersten Staffelhälfte verpasst es die Serie zentrale Inhalte entweder zu zeigen, zu erzählen oder schlicht rational aufzubauen.

Aber einen Schritt zurück: Logan kam am Ende der ersten Staffelhälfte zur Gruppe und bot seine Kooperation an. In der Midseason-Pause, das erfuhren wir so am Rande in der experimentellen Folge der letzten Woche, banden die Überlebenden ihm jedoch einen Bären auf und ließen ihn zurück. Nun könnte man vermuten, dass Logan Rache will, doch es ist viel verrückter: Logan, der laut eigener Aussage sein ganzes Leben in der Region gelebt und gearbeitet hat, muss Morgans Leute finden, weil nur sie den Ort des begehrten Ölfelds irgendwann zwischen den Folgen fanden.

Ja, richtig gelesen. Der zentrale Konflikt dieser beiden Gruppen dreht sich um Benzin, das mysteriöserweise aus Öl hergestellt werden wird – wir sehen das natürlich nie und für unsere Experten ist das sowieso keine Herausforderung. Aber wir befinden uns im Westen Texas’. Es gibt dort buchstäblich hunderte Ölfelder. Selbst wenn dieser eine Ort für Logan so wichtig ist, wieso hat er dann vergessen, wo er ist? Und klar, wir verlassen uns heute alle auf das GPS unserer Handys, aber hat ein alter Trucker wie er nicht sowas wie … Karten? (weiterlesen…)