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Fear The Walking Dead beendet die 3. Staffel mit einem Knall. Das zweistündige Finale hat es in sich und könnte trotzdem der letzte Höhepunkt einer Serie sein, die bald immense Veränderungen durchleiden wird.

Etwas Komisches ist passiert. In den Fear the Walking Dead-Finalfolgen Things Bad Begun und Sleigh Ride gibt es bis auf eine kurze Sequenz zum Beginn der Folge keinen einzigen Zombie zu sehen. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen sind die Folgen die Krönung einer glorreichen Staffel, die eine deutlich ambitioniertere, interessantere, mitreißendere und schlicht bessere Serie aus Fear The Walking Dead machte.

Was für ein Finale. Was für eine Staffel. Wenn man mir vor dem Start gesagt hätte, dass dies die beste Staffel des gesamten Walking Dead Franchises werden würde, hätte ich die Person für verrückt erklärt. Nach der frustrierenden 2. und der zaghaften 1. Staffel stellten viele Fans der Serie jedoch plötzlich fest, dass dieser 3. Versuch in der Planungsphase etwas dazu gewann, was so ziemlich jeder anderen Staffel des Serienuniversums fehlte, nämlich Dringlichkeit. Cliffhanger existieren, aber die Serie spielt nicht mit ihnen. Nichts wird unnötig in die Länge gezogen. Jede einzelne Episode hat eine tickende Uhr, eine metaphorische Bombe unter dem Tisch – wir wissen, dass sie hochgeht. Nur eben nicht wann. Fear The Walking Dead ist spannend! Dazu sehen wir Menschen auf dem Bildschirm, keine unverletzbaren Superhelden. Und wir fiebern mit ihnen mit, während sie sich gegenseitig verletzen, obwohl die eigentliche Gefahr doch gemeinsam angegangen werden könnte. Fear The Walking Dead ist dramatisch!


Erst im Finale eingeführt und schon jetzt ein spannender Gegenspieler: Proctor John
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Insbesondere die Charakterzeichnung machte einen unglaublichen Sprung. In der Staffel, die bis auf das Ende ohne einen wirklich fiesen Bösewicht auskam, gibt es eigentlich nur Verlierer. Manchen verlieren ihr Leben, andere ihre Unschuld und wiederum andere mehr als sie vertragen können – mit tragischen Konsequenzen. Weiterhin gibt es Abwechslung am Laufband. Fear war entgegen der Mutterserie nie anhänglich was Schauplätze angeht. Doch die konsequente Darstellung durchdachter Handlungsorte, die thematisch passen und Figuren einführen, die begeistern, ist verblüffend. Besonders in der zweiten Hälfte der dritten Staffel geht Fear The Walking Dead mit seinen Figuren und der Welt so um, als hätte die Serie nichts mehr zu verlieren.

Der spürbare Drang des scheidenden Showrunners Dave Erickson, Fear The Walking Dead zu einem emotional aufreißenden und befriedigenden Ende zu führen, hebt die Serie um etliche Level an. Die Ranch ist futsch, der Damm ist kaputt, Ofelia stirbt, Lola und ihr Wasserfreund werden getötet, Troy bekommt ein gebührendes Ende – und all passierte gerade einmal in den letzten vier Folgen. Eine Serie muss nicht ihren ganzen Cast töten, um spannend zu sein. Doch die konsequente Fokussierung auf eine kleine Geschichte mit menschlichen Figuren, die es gut meinen und dennoch Fehler machen, ist spannender als der Kampf gegen einen Comic-Bösewicht.

Die Drehbücher, die Kameraarbeit, das Schauspiel und die Regie machen diese Staffel erheblich besser als die vorangegangen und stellen das, was die Mutterserie seit nun sieben Jahren versucht, völlig in den Schatten. Das Finale vollendet eine großartige Charakterentwicklung und bietet kathartische Todesmomente. Nick wird buchstäblich eingeschlossen und von uns, nein, Daniel befragt, wieso Troy noch immer am Leben ist. Seine Zeit sollte eigentlich bereits vor etlichen Folgen abgelaufen sein, doch die moralische Frage um sein Schicksal beschäftigt die Figuren weiterhin – bis es nicht mehr geht. Bis Madison feststellen muss, dass in dieser neuen Welt neue Regeln herrschen müssen und sie sich an sie halten muss. Wahrscheinlich auch, um nicht selbst den Verstand oder ihr Leben zu verlieren. Die Folge spielt mehrfach mit der Idee, Madison sterben zu lassen; inklusive mehrfachen bedeutungsschwangeren Traumsequenzen. Ihre Reinigung und Wiedergeburt im Wasser am Ende der Folge ist jedoch nur konsequent für die Hauptfigur, mit der Dave Erickson noch viel vorhatte.


Madisons Geschichte sorgt für die visuellen Höhepunkte im Finale.
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Sturm und Drang dominierten plötzlich diese Staffel. FTWD sollte eigentlich nur ein guilty pleasure sein; ein Zusatz zur Hauptserie, der vielleicht ab und an überrascht. Aber ich war von dieser Staffel wie weggeblasen. Die gesamte Staffel war höchst erfrischend. So war auch die Action nie nur Mittel zum Zweck. Stattdessen war sie voller netter Charaktermomente. Zum Beispiel war die Rückkehr von Crazy Dog im Finale ein Moment gefüllt mit Style und Schwung, der Szenen vergessen macht, in denen sonst nur die Fähigkeiten des Make-Up Departments präsentieren.

Die Abfolge des Plots war stets packend, erfrischend und überraschend. Die Charakterentwicklung war ebenfalls dominiert von unvorhergesehenen Wendungen und allgemein komplex. Es gab weder dumme noch schwer nachvollziehbare Figuren. Selbst Troy, der in dieser Folge sein überraschendes Ende findet, kann in seinem finalen Monolog durch die Darstellung von Verlust der Identität, Eigentum und einer bekannten Existenz Sinn machen. Seine Entwicklung vom durchgeknallten Bösewicht, der an Menschen und Zombies experimentiert, hin zum funktionsfähigen Mitglied der Gruppe (immerhin ist er es, der Madison warnen will) ist glaubhaft. Sonst verhalten sich diese Entwicklungen eigentlich anders herum. Wenn wir urteilen, müssen wir Troy nicht zustimmen, doch er hat schon einen Punkt. “I had every right, you gave me that right”, sagt er und wir können ihm vielleicht widersprechen, ihn jedoch voll nachvollziehen. Es ist genau diese glaubhafte Darstellung der menschlichen Konflikte, die Fear The Walking Dead so großartig haben werden lassen.

So.

Doch das spielt alles keine Rolle. (weiterlesen…)


Fear and Loathing of the Walking Dead
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Kurz vor dem Finale gibt uns Fear The Walking Dead eine kurze Verschnaufpause. Doch das bedeutet nicht, dass die Folge langweilig wäre. Neben einem Drogentrip und einer scheinbar längerfristigen Trennung müssen wir den Tod einer weiteren Hauptfigur verkraften.

Fear the Walking Dead schießt gerade aus allen Rohren. Nach den glorreichen Folgen über den Kampf um den Erhalt der Ranch war anzunehmen, dass die Serie einen Durchhänger haben könnte. Doch weit gefehlt. El Matadero hat so kurz vor dem zweistündigen Staffelfinale gar keine Zeit, auf die Bremse zu treten.

Jede einzelne Hauptfigur macht in dieser Folge eine Entwicklung mit weitreichenden Folgen durch. Allen voran Ofelia, die sich von einer lebenden in eine tote Nebenfigur verwandelt. Spaß beiseite, Ofelias Biss kommt überraschend, doch die Zeit zwischen dem Vorfall und ihrem Zusammenbruch ist innerhalb des Plots extrem kurz. Aktuell erzählt Fear The Walking Dead eine dichte, bündige Geschichte, die keinen Raum für Spielereien oder übernatürliche Rettungen übriglässt. Selbst ein verzweifelter Schritt wie das Abhacken von Jakes Arm scheint keine Rettung mehr zu sein. Daher gestaltet sich die A-Storyline um den absehbaren Tod von Ofelia.

Mit Ofelias Tod sind natürlich auch etliche Konsequenzen verbunden. Sie war in gewisser Weise die Freikarte zu den Überlebenden am Staudamm. Im letzten Gespräch mit Daniel (Rubén Blades) wurde ihm das Wiedertreffen mit seiner Tochter in Aussicht gestellt, welches nun ein sehr trauriges und mitreißendes Ende findet. Sekunden bevor Daniel endlich an dem Markt ankommt, erliegt Ofelia ihren Verletzungen. Weder ihm noch seiner Tochter bleibt nun Zeit, sich besser kennenzulernen und dadurch besser zu verstehen. Ofelia wäre auch genau in dem richtigen Alter gewesen und hätte nach ihren neuen Erfahrungen genügend Reife entwickelt, um die Handlungen ihres Vaters in der Vergangenheit nachzuvollziehen. Dass diese Gespräche nun nicht stattfinden können, so kathartisch sie auch für die beiden gewesen sein mögen, ist vielleicht schade, doch für uns als Zuschauer hoch dramatisch.


Fear The Walking Dead: Alicia versteckt sich im Bällebad.
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Ofelia stellt in gewisser Weise auch das dritte Kind dar, das Madison (Kim Dickens) endgültig verliert. Sie übernimmt in der Folge völlig die Mutterrolle, während ihre eigenen Kinder ihr dies nicht mehr erlauben. Die Anführerin wacht lange an Ofelias Bett, bis ihr selbst die Kräfte ausgehen und sie vor Erschöpfung einschläft. Dies ist Madisons Art, die Lage zu meistern. Ihre eigene Tochter ist nämlich erst einmal über alle Berge, weil sie nicht mehr mit der Verantwortungsrolle umzugehen weiß, in der ihre Mutter sie stets drängt. Den Autoren sei Dank verschwendet die Serie auch wenig Zeit auf die Suche nach Alicia. Sie stößt buchstäblich auf Troy und Nick (Frank Dillane), die sich in diesem Gebiet bestens auskennen. Doch selbst Nick kann seine Schwester nicht dazu überreden, mit zur Mutter zu rennen. Alicias Einzelgang ist in der Folge wenig mitreißend, wenn auch einzelne Set Pieces (inklusive einem Kampf mit einem Zombiekind im Bälleparadies) extrem gelingen. Stattdessen erfährt sie in der Begegnung mit Diana, wie ihre Zukunft aussehen wird. Ein harter, einsamer Überlebenskampf ohne Freunde und viel Misstrauen. Ich bezweifle stark, dass dies Alicias Zukunftswunsch ist und prophezeie jetzt schon, dass sie verlorene Tochter wieder zurück zur Familie finden wird. Zuerst jedoch muss sie die Erfahrung einer verlorenen Zukunft mit sich vereinbaren und wird wohl im Finale zunächst zu Jakes Hütte fahren. (weiterlesen…)


Leute, Leute, ich bin wirklich stolz auf diesen Podcast. Ich fühle mich geehrt Teil des Ganzen zu sein und zusammen mit drei anderen so schlauen und eloquenten Menschen Sachen besprechen zu dürfen. Toll!

Shownotes:

Themen: “Menschenwerk”, Han Kangs Roman über das Massaker von Gwangju. “Blade Runner”, Ridley Scotts Sci-Fi-Neo-Noir Klassiker in seinem 35. Jahr. Und “Blade Runner 2049”, Denis Villeneuves Fortsetzung dieses Klassikers mit Ryan Gosling. Außerdem: Persönliche Empfehlungen von jedem von uns.

01:32 – Menschenwerk
15:16 – Blade Runner
28:53 – Blade Runner 2049
50:09 – Empfehlungen

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Nach unserem glorreichen Start geht es auch gleich weiter. In der ersten offiziellen Folge haben wir auch direkt mit einem Film, einer Serie sowie einem Indiespiel direkt die ganze kulturelle Bandbreite abgedeckt. In Zukunft soll das weiterhin so im Zweiwochenrhythmus laufen. Freut euch schon auf unsere Besprechung von Blade Runner sowie dem neuen Sequel im nächsten Podcast.

Shownotes:

In Folge 001 widmen wir uns Darren Aronofsky’s polarisierendem Film “mother!” mit Javier Bardem & Jennifer Lawrence, dem Stuttgarter Tatort “Stau” von Dietrich Brüggemann und “The First Tree”, einem nachdenklichen Indiegame von David Wehle.

00:01:29 – Mother!
00:09:21 – Mother! Spoiler
00:22:13 – Stau
00:37:20 – The First Tree
0:54:50 – Empfehlungen

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Staffelfinale! Oder zumindest fühlt es sich so an. Ein paar Episoden gibt es in der dritten Staffel von Fear The Walking Dead noch in den kommenden Wochen zu sehen. Mit dieser Folge jedoch findet die aktuelle Entwicklung ihren glorreichen Höhepunkt.

Fear the Walking Dead ist eine gute Serie geworden. Ich fürchte, ich mutiere zum Missionar in Dauerschleife, aber die aktuelle Entwicklung wird wöchentlich von Folge zu Folge bestätigt und intensiviert. Auch die neue Folge This Land Is Your Land, nach dem berühmten Lied von Woodie Guthry, schlägt in diese Kerbe. Sie ist mitreißend inszeniert, nuanciert in ihrer Darstellung der immer fragiler werdenden Menschlichkeit und sie wird durch eine zentrale Darbietung geankert, die ihresgleichen sucht.

Die Farm wurde von den Zombies überrannt. Die von Troy aufgescheuchte Horde konnte weder abgewendet noch abgewehrt werden und mit den letzten Kräften retteten sich Alicia, Ofelia, Crazy Dog und eine verzweifelte Meute in den Bunker. Dort haben sie eigentlich alles, was sie sich wünschen könnten. Viele Waffen und jede Menge Proviant, doch das Versteck ist nicht für diese Masse an Menschen ausgelegt, weshalb der Luftschutzbunker jetzt zur tödlichen Falle werden könnte.


Fear The Walking Dead: Düstere Szenen im Bunker
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Dieses Szenario nutzt Fear the Walking Dead, um die Nähe der Figuren zur alten Ordnung zu unterstreichen. Die Lösung des Problems ist nämlich, dass Alicia die Menschen mit Bissspuren töten muss, da sie ohnehin dem Tod geweiht sind. Durch die aktive Sterbehilfe in Form von effektiven Schmerzmitteln werden die Personen zunächst sanft in die ewige Ruhe geleitet – um dann ein Messer in den Hinterkopf zu bekommen. Und das stellt natürlich einen definitiven Unterschied zum üblichen Abschlachten der Walker dar, wogegen die Überlebenden inzwischen immunisiert sein dürften. Nein, hier werden Menschen getötet, das soll ganz klar sein. Die Serie adressiert nie direkt die moralischen Konflikte oder verbalisiert sie lautstark. Dafür ist sie inzwischen viel zu nuanciert und gewieft. Doch die menschlichen und emotionalen Folgen sowie Belastungen werden dargestellt, hauptsächlich durch nonverbale Reaktionen von Alicia (wunderbar gespielt von Alycia Debnam-Carey).

Außerhalb des Bunkers beobachten Troy und Nick (Frank Dillane) die Zombiemeute. Sie überlegen sich, wie sie den eingeschlossenen Menschen helfen können und entscheiden sich, mit dem Auto durch die Menge zu rasen. Troys verstörtes Gefallen beim Überfahren der Toten grenzt ihn von all den anderen Figuren deutlich ab. Womöglich ist auch genau das der Grund, weshalb Troy noch am Leben ist. Sicherlich hat Nick Schuldgefühle, doch das kann nicht der alleinige Grund für Troys Überleben sein. Nein, die Thematik greift hier wesentlich tiefer. Ähnlich wie Alicia hat Nick, ebenso Madison, ein großes Problem damit sich den neuen Wahrheiten dieser Realität zu beugen und anzuerkennen, dass diese Welt eventuell ohne einige Walker besser auskommen würde. Während Rick in der Mutterserie The Walking Dead zum Beispiel jedoch erst Jahre später gegen den nicht zu tragenden Negan ankämpft und ihn kalt machen will, sind in Fear The Walking Dead erst ein paar Monate vergangen. Strand beteuerte zwar in den vergangenen Episoden immer wieder, dass die Zombies ein globales Problem sind, aber die Hoffnung auf ein besseres Zuhause, auf eine sichere Zukunft und überhaupt einen positiven Ausblick findet man überall. Sei es der Damm, dessen reinigenden Fluten das Tal wieder heilen sollen oder Jakes Hütte irgendwo in den Bergen.


Fear The Walking Dead: RIP Ranch
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Die Idee greift zurück auf eine Aussage von Dave Erickson, dem Showrunner von Fear the Walking Dead: “That has been one of the challenges of the show. … We obviously want to deliver a story that everybody loves. But at the same time, we wanted to make sure that our characters didn’t embrace the tropes [of the genre].” Diese Tropen sind derzeit tatsächlich selten zu finden in der Serie, die ihre Figuren behutsam und mit viel Liebe sowie Verständnis betrachtet. Zum aktuellen Zeitpunkt in der Geschichte herrscht beim Umgang unklarer, moralischer Fragen noch wenig Routine. Das ist ungemein spannend, denn auch als Zuschauer fragt man sich, wie man handeln würde. Cool und abgeklärt kann jeder, aber ethische Fragestellungen mit Würde und Gewicht in einer Zombienarrative zu erforschen, das schafft Fear the Walking Dead nun. (weiterlesen…)


Im 96. Werewolves on Wheels Podcast erzählt René Sascha zunächst von seinen Eskapaden auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest inklusive allen filmischen Tief- und Höhepunkten. Dann wird die Frage gestellt, wie man am besten unliebsame Laberer im Kino ruhigstellt. Sascha berichtet vom 40. Close Encounters of the Third Kind Geburtstag und dann geht es über IT und Star Trek Discovery.

Shownotes:

The Complicity of Geek Masculinity on the Big Bang Theory
The Adorkable Misogyny of The Big Bang Theory
Review (50:15)
IT
Star Trek Discovery (S01E01/E02)

Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:

MP3: wowcast96.mp3 (170 MB)
Soundcloud: Wowcast 96: IT, Star Trek Discovery & Fantasy Filmfest 2017
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Alarm für alle vergraulten Zombie-Fans: Ihr müsst Fear The Walking Dead unbedingt wieder eine Chance geben. Die Serie macht gerade alles richtig.

Serielle Formate leben von festen Strukturen. Besonders auf lange Zeit angelegte Geschichten eignen sich dazu bestens. Eine Serie, die in einer postapokalyptischen, von Zombies bevölkerten Welt spielt, bietet dazu eine langfristige Perspektive für Geschichten. Immerhin gehen die Gegenspieler nie aus. The Walking Dead und das Spin-off Fear the Walking Dead leben von diesen Strukturen. Die großen Folgen mit vielen Veränderungen, Konflikten und Konsequenzen lassen sich zum Beginn und dem Ende einer Staffel finden, während in der Mitte kurz um die Sommer- oder Winterpause herum noch einmal Gas gegeben wird. Schließlich will man die Zuschauer durch einen Cliffhanger auch über die Sendepause hinweg am Ball halten.

Das ist nicht unbedingt schlimm. Innerhalb dieser Formate lassen sich trotzdem gute Geschichten, Bottle Episodes und diverse andere Experimente wagen, wenn man denn will. The Walking Dead hingegen ruht sich seit Jahren auf dieser Struktur aus. Negan wird eingeführt und wird Ricks Gruppe einige Male besuchen, jedoch niemanden bis zum Midseason-Finale töten. Große Überraschungen sucht man vergebens. Auch Fear the Walking Dead haderte in der 2. Staffel mit vorhersehbaren Ereignissen und offensichtlich leeren Episoden, deren Inhalt sehr dünn gestreckt wurde, sodass die Zeit bis zum finalen Akt endlich gefüllt ist.

Dieses Vorgehen endete mit der 3. Staffel. Besonders in dieser 12. Episode, Brother’s Keeper, wird bewusst, dass Dave Erickson und Robert Kirkman mit ihrem Ableger etwas anderes und vor allem mehr vorhaben. Der finale Kampf ist nicht immens, dazu fehlt der Serie augenscheinlich das Budget, aber die kreative Umsetzung ist schlau und der Versuch im Ansatz äußerst löblich. Weiterhin durchbrechen sie mit diesem vorzeitigen Höhepunkt die sonst übliche Staffelstruktur. Die Ranch scheint tatsächlich bereits verloren und als Handlungsort ausgespielt. (weiterlesen…)


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Fear The Walking Dead war bis zum Start der 3. Staffel keine komplexe Serie. Das ist nicht weiter schlimm, die Mutterserie läuft in den gleichen Bahnen bereits seit sieben Jahren erfolgreich im Fernsehen. Punktuell waren hier und dort sicherlich interessante Ansätze vorhanden, vor allem bei dem Umgang mit den ersten Anzeichen der Apokalypse oder dem Niedergang der Zivilisation. Doch als die Serie die Flucht aufs offene Meer wagte und mit einer höheren Episodenzahl größere Ziele suchte, trieb sie plötzlich nur noch hilflos umher.

Die 3. Staffel markiert einen Einschnitt in der Serie. Plötzlich wurde Fear the Walking Dead tatsächlich komplex, die Konflikte wurden nuanciert dargestellt und in all ihren Feinheiten durchdacht, sodass der Ausgang – wenn auch blutig – durchaus neu war für dieses Universum. So neu sogar, dass einige alte Figuren wie Daniel oder Strand (Colman Domingo) zunächst einmal zur Seite geschoben wurden, da sie keinen stimmigen Platz in dem Gefüge finden konnten. (weiterlesen…)