Literatur Archives - PewPewPew - PewPewPew

Ich war am Wochenende erneut auf der Comic Con Stuttgart unterwegs und ein großer Bericht über die vielfältigen Eindrücke wird noch folgen, hier aber erstmal eine Übersicht über meine gerade ausgepackte Ausbeute.

Mit der Sicherheit das größte Highlight war Star Wars Autorin Claudia Gray, die auf Einladung der tollen Leute der Jedi Bibliothek als Stargast kam und fleißig Bücher signierte. Hier und zum Stand von Panini war auch mein erster Gang, schnurstracks vom Parkplatz aus, denn dort gab es die limitierte deutsche Ausgabe von Bloodline. Für mich ist das der wichtigste Roman des ganzen neuen Star Wars Kanons, der elementare politische Hintergründe für die Sequel-Triloge nicht scheute und diesen Filmen ein Fundament verleiht.

Für mich die besten neuen Dino-Toys seit der originalen Kenner-Toyline aus 1993: Der Spinosaurus und Stegosaurus aus der Hammond Collection, die für höhere Qualität steht bei Mattel steht. Ich hatte auf die beiden Kandidaten schon länger ein Auge geworfen, zumal ich zum Release von JP3 keine Toys mehr kaufte und daher nie den wohl eher seltenen Spinosaurus hatte. Bin sehr gespannt, wie die sich pairen lassen mit den alten Kenner-Exemplaren im Regal.

Ich bin mir sicher, dass ich hier schon den ein oder anderen schon hatte, aber von limitierten Messe-Comics kann man – besonders bei einem Preis von 3€ das Stück – nicht genug haben. Lücken in der Sammlung geschlossen! Leider habe ich den Stand von dem Typen, der letzte Jahr so viele englischsprachige Dark Horse Comics hatte, nicht mehr gefunden. Vielleicht auch besser so, es wäre teuer geworden.

Ein Paar Comics über George Lucas und den neuen Teil von LEOs Scifi-Serie Morgen, die ich sehr mag. Seine gesamte Reihe, die im Splitter-Verlag erscheint, zu diesen Welten gehört zu meinen absoluten Lieblingscomics.

Ich war an so einem Händlerstand eigentlich für ein paar Actionfiguren, als mir diese Postkartensammlung auffiel. 50cent pro Stück und ich hatte noch 2€ im Sack von einem Kauf zuvor. Das waren schon die besten vier, besonders dieser Jesus-gleiche Luke gehört eingerahmt, aber im Rückblick jetzt hätten es ruhig ein paar mehr sein können. Das sind natürlich alles bekannte Motive, an denen man sich schon sattgesehen hat, aber sie nochmal als Druck in der Hand statt einfach nur als digitale Datei auf dem PC zu haben, hittet nochmal anders halt-

Mein Faible für holographische Sticker dürfte inzwischen bekannt sein.

Wie auch im letzten Jahr war die Artist Alley für mich die Überraschung des Besuchs. Nächstes Jahr muss ich zwei Tage hin, weil das erneut in der Fülle und gebalter Kreativität so überwältigend war. Hier ein paar Visitenkarten der Künstler*innen, deren Werke ich besonders gut fand. Ich verlinke mal: Paper Calypso, Yulek Bagel, Sky Pirate Prints, Scompass.art, Shay_Ni22, Phuong Ninjin.

 

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Autor Jay Glennie hat ein Making-Of-Buch über Quentin Tarantinos Once Upon a Time… in Hollywood geschrieben und ausführliche Interviews geführt, um penibel genau die Geschichte dieses außerordentlichen Films zu dokumentieren. Dazu wird das Buch – ähnlich wie die bekannte Archive-Serie von TASCHEN – überdimensional groß sein und viele bis dato unbekannte Behind-the-Scenes-Fotos veröffentlichen. Das dicke Ding erscheint in knapp zwei Wochen und ist gar nicht mal sooo teuer. Deadline hat eine Leseprobe, der Hollywood Reporter ebenso.

Den Buchrüben ziert eine große Nummern neun, denn dies war Tarantinos 9. Film und er will ja nur zehn Filme insgesamt verantworten. Was ja großer Blödsinn eigentlich, weil ja Kill Bill zweifach zählt, wobei die beiden Filme von Tarantino als ein Projekt gezählt werden (The Whole Bloody Affair etc.). Nun gut, jeder sitzt in dem Gefängnis, das er sich selbst baut.

Trotzdem eine coole Idee, wenn am Ende zehn dieser Bücher existieren sollten. Ich glaube nicht dran!

 

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Nach dem großen Indie-Erfolg von The Walking Dead und dem Ausbruch der Zombie-Mania sprang Marvel Comics in den Zweitausendern auf den Zombie-Zug auf und heuerte niemand geringen als Robert Kirkman himself an. Marvel Zombies war geboren und die ersten fünf Issues erschienen 2005. Es folgten noch weitere Runs, aber nicht mehr aus der Feder von Kirkman. Am Ende wurde das eigene Marvel-Universum mit einem Timeloop abgeschlossen und verrottet seit jeher vor sich hin.

Als dann Marvel Studios vor ein paar Jahren Disney+ mit Content füllen musste, kam die wilde Idee einer What If..? Serie in Animationsform eigentlich gelegen. Man hatte die Schauspieler, ihre Likeness, also warum nicht? Am Ende waren das alles bis auf die Doctor Strange-Folge ziemlich öde Veranstaltungen. Eine davon war auch wohl eine Zombie-Folge, wie ich jetzt feststellen musste; eigentlich habe ich keine Erinnerung daran.

Diese Folge wird nun um vier weitere ergänzt. Marvel Zombies wird zu einem eigenen Special Event – also auf Deutsch: zu einer Miniserie. Und auch wenn der Trailer seine Momente hat und ich das Ding wohl direkt am ersten Tag mit einem Bissen verschlingen werde, muss man doch kurz festhalten, dass diese Serie nun ein gutes Jahrzehnt zu spät kommt.

Einmal ist der Zombie-Zug wirklich abgefahren und das auch schon seit einigen Jahren. Es mag zwar immer drölf The Walking Dead Spinoffs, aber wer schaut sich as an? Die Hochphase der Originalserie war vor zehn Jahren. 28 Years Later ist der Film des Jahres – aber gerade weil er sich nicht den Zombies komplett hingibt. Auch Zack Snyders Alien-Zombies sind komplett gefloppt. Wen soll das also noch alles interessieren?

Dazu ist der aktuelle Zustand des MCUs so schwach, dass hier nur die absolute C-Riege an Figuren vorkommt. Klar, es muss ja keine direkte Adaption sein, aber die vorhandenen Schauspieler und Figuren sind schon recht erbärmlich. Wer wollte denn Yelena und Red Guardian im Kampf gegen die Horden an Untoten sehen? Vor zehn Jahren war das MCU noch nicht an dort angelangt, wo man Normies das Multiversum andrehen konnte – was ja ohnehin ein gescheiteter Versuch ist. Nun ist die Vorarbeit geleistet, aber es fehlen die Avengers wie RDJ, Chris Evens, und die anderen großen Gesichter.

Dass hier Mahershala Alis Blade seinen ersten und womöglich auch einzigen Auftritt haben wird? Ein Armutszeugnis.

Was einmal eigentlich nur ein kluger Versuch der Abgrenzung zu einem seiner größten Idiole war, wird George R.R. Martin heute oft zum Verhängnis gemacht. Seine Idee, sein A Song of Ice and Fire Universum im Fantasy-Genre durch verfassungsrechtliche Klarheiten und stärkere machtpolitische Dynamiken zu verschärfen, ist unter Tolkien-Jüngern ebenso wie Fans von Games of Thrones inzwischen nur noch ein Meme geworden. “Wie war Aragorns Steuerpolitik?” ist aber eigentlich eine ziemlich spannende Frage und der großartige Robert, der Video-Creator hinter In Deep Geek, setzt sich in seinem neuen Lore-Video mal ausgiebig mit der Frage auseinander: Welche Bezüge, welche Anhaltspunkte stecken in Tolkiens Schriften, die die Frage beantworten könnten? Wirklich eine meiner Lieblingsarten von Videos im Netz.

Bei Garfield ist es so, dass sich die Reaktion recht binär in zwei Gruppen aufteilen lässt: Entweder ist dir Garfield egal und du lebst einfach dein Leben oder Garfield nimmt einen sehr großen und wichtigen Teil deines Lebens ein. Und, äh, the Garfield fan community does not joke around lmao. Insofern ist es kein Wunder, dass es eine Suchmaschine namens Lasagna für Schlüsselwörter in Garfield Comic-Strips gibt. Und dies führte zur wohl lustigsten Community Note auf Twitter, die mir bisher untergekommen ist. Die Nachricht eines weiteren Pratt-Garfields mildert das leider nicht!

Weil mich der Gratis Comic Tag manche Jahr entweder völlig überrascht oder weil ich ihn schon oft verpasst habe: Am 10. Mai ist gibt es dieses Jahr wieder deutschlandweit bei Händlern 22 Comics kostenlos abzustauben. Die offizielle Webseite bietet eine Übersicht über die Auswahl an Comics (mir macht der Was ist was?-Comic schon länger hübsche Augen) und es gibt eine hilfreiche Karte, um den nächstgelegenden Comicshop zu finden. Ich bin natürlich wieder im Saarlouiser Traditionsgeschäft X-Comics präsent. Die haben übrigens oft auch parallel nette Sonderangebote und Gewinnspiele, reinschauen lohnt sich!

WATTO LIVES!

12 Mar, 2025 · Sascha · Comics · 0 comments

Frank Herbert hielt das Reisen mit dem Guild Heighliner bewusst vage und verlieh seinem “Holtzmann-Effekt” dadurch eine mystische Aura. Gleichzeitig unterstrich er so die zentrale Bedeutung des Spice, das die Gildennavigatoren benötigen, um den Sprung durch den Raum zu berechnen. Adaptionen haben es daher auch nicht so mit dem Thema, Space Folding spielt eine untergeordnete Rolle. Die Geschichte von Dune legt ihren Fokus stärker auf politische und ökologische Dimensionen, anstatt auf technische Erklärungen. Filmemacher versuchten sich in der Vergangenheit kreativ daran, während die aktuelleste Version in Dune: Prophecy kommt dabei noch meiner Vorstellung am ehesten.

Denis Villeneuve wich der Frage größtenteils aus. Es gibt hier und da zwei interessante Einstellung, wo am anderen Ende des Tunnels der Planet Caladan von Haus Atreides zu sehen ist und der Heighliner eher wie eine Art Brücke funktioniert. Insgesamt geht die Spacing Guild bei Villeneuves Adaption bisher kläglich unter. Die fantastischen Elemente derart bewusst zu ignorieren halte ich für einen kolossalen Fehler und für einen der weniger gelungenen Aspekte dieser dennoch großartigen Filmadaptionen. Der Erfolg gibt ihm Recht, muss man wohl feststellen; wobei ich nicht glaube, dass ein Mainstream-Publikum davon überfordert gewesen wäre.

Womöglich wird Villeneuves anstehende Verfilmung von Dune: Messiah ebenso sperrig und stur wie die Vorlage, vielleicht aber können einige dieser vergessenen Elemente hier in besserem Licht erscheinen. Abwarten, aber ich fände es wirklich erfreulich, wenn man sich noch mehr an den Ideen von Konzeptzeichnerin Alex Jay Brady orientiert, deren Visionen bereits ganz offensichtlich und maßgeblich den Look der neuen Filme bereits beeinflusst haben. Ihre Vision einer Reise durch den Raum ohne sich zu bewegen übers Space Folding sieht man hier in dieser schönen Animation, die beweist, dass diese Filme noch weirder werden und mehr wagen müssen.