Fernsehen - PewPewPew

Achtung, der Boden ist Lava! In der neuen Gameshow Floor Is Lava auf Netflix ist der Name Programm. In einem von Lava überfluteten Raum müssen die Mitstreiter einen Hinderniskurs überwinden, um 10.000 Dollar zu gewinnen. Das ist gleichzeitig äußerst dumm und mega unterhaltend. Leider verkauft sich die Serie unter Wert. Man könnte viel mehr daraus machen, was ganz schön frustriert.

Shownotes:
Bildquellen: Netflix

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Ich habe in den vergangenen Wochen viele Stunden auf dem Mars verbracht. Nach einsamen Jahren im Regal fand Kim Stanley Robinsons Roman Red Mars endlich den Weg in mein Leben und beim dritten Anlauf hat es dann endlich gefunkt. Arthur C. Clarke hat einmal die Bedeutung des Werks klargestellt, indem er es zur Pflichtlektüre zukünftiger Marskolonialisten verkündete.

love police posterDas kann ich so unterschreiben. Robinsons Roman über die Besiedlung des roten Planeten ist so detailgetreu wie kein zweites Werk und wurde zur Bibel für Marsautoren wie Andy Weir oder Greg Bear. Der Roman beschäftigt sich ausgiebig mit der Unausweichlichkeit der menschlichen Natur und den soziokulturellen Problemen des Zusammenlebens. Der utopische Traum einer neuen Welt verplatzt schnell. James Grays bedrückendes Raumfahrtepos Ad Astra fand im letzten Jahren ein ganz passendes Bild dazu, als er Brad Pitt durch eine Mall auf dem Mond laufen ließ, mit Logos von DHL und McDonalds im Hintergrund. Im Sinne von: Überall, wio wir hingehen werden, schleppen wir unseren Müll und unsere Probleme mit uns mit.

Das ist ein Teil von Robinsons Roman. Zu der Trilogie werde ich besitmmt noch einmal mehr schreiben, bis dahin bin ich aber wohl zum absoluten Experten in Areografie – die Studie der Geografie des Mars – geworden. Das ist der andere Teil. Neben den ganzen Menschen geht es dem Autor nämlich vor allem um den Planeten selbst. Wer Red Mars liest, wird Experte des Mars in all seinen Facetten. Es gab selten ein Buch, in dem ich so oft nach vorne blättern musste, um auf der Karte nachzuschlagen, wo sich gerade die Figuren auf der Oberfläche rumtreiben. Ich sage es mal so: Würde ich jetzt morgen mit einem fähigen Rover auf dem Mars stranden, ich würde mich schon zurechtfinden.

Wem das nach zu viel Arbeit klingt, der kann auch einfach das neue Video vom großartigen YouTube-Kanal Atlas Pro schauen, der die spannende Dichotomie und Symmetrie der Marsoberfläche erläutert.


Netflix

Die Idee einer animierten Jurassic Park Serie existiert schon seit den frühen Neunzigern und bis heute trauern Hardcore-Fans dem vermuteten Potenzial so stark nach, dass sie ihre eigenen Titelsequenzen entwerfen.

Nun erscheint am 18. September die langerwartete Serie in Form der 3D-animierten Camp Cretaceous auf Netflix und nach diesem ersten Einblick ist meine Vorfreude gen Null gesunken. Der gesamte Look schreit nach billig produziertem SuperRTL-Scheiß, den ich schon als Kind hasste. Da ist nicht einmal ein Hauch von Charme. Das Design und die Animation der Figuren stechen dabei als besonders erschreckend heraus.

Bei einer solchen Serie sind aber sowieso die Dinosaurier die Stars, aber auch da werden Hoffnungen im Keim erstickt. Narrativ steckt die Serie nämlich schon vor dem Start in einer Zwickmühle: Einerseits verbinden Fans mit der Marke Dino-Action, andererseits gibt es nur den Vorfall aus Jurassic World, sodass die Serie parallel zum Film ablaufen muss. Die Figuren verbringen ihre Ferien im Jurassic World Jugendcamp, als der Indominus Rex ausbricht und die Insel verwüstet. Sofern sich die Serie Teil des Kanons sein wird, gibt es also massive Einschränkungen.

Der Trailer kündigt aber auch einige Attraktionen und Momente an, die noch vor dem Chaos die Magie eines funktionierenden Dino-Freizeitparks einfangen. Davon erhoffe ich mir mehr. Schlussendlich jedoch bestätigt sich die Chaostheorie: Die Dinos brechen aus und fressen die Besucher. Wird die Serie hier überhaupt Mut beweisen oder das Franchise weiter pervertieren?

Insgesamt wirkt dieser erste Einblick sinnbildlich für die falsche Richtung, in die das Franchise gerade einschlägt. Statt alles auf den großen Höhepunkt der Saga vorzubereiten, planen Universal und Produzent Frank Marshall bereits weitere Filme nach dem vermeintlichen Abschluss in Dominion. Angesichts dieser langfristigen Planung passt eine Streamingserie, die ein junges Publikum an die Marke binden soll, natürlich ins Bild.


Apple+

Nach wie vor eines der Serienhighlights des letzten Jahres, über das keiner außer mir spricht: Apples For All Mankind kündigte bereits mit dem Epilog der ersten Staffel einen Zeitsprung in die Achtziger an und das bedeutet: Reagan, Space Shuttles und Rüstungswettlauf.

For All Mankind erzählt eine alternative Realität, in die Russen vor den Amerikanern auf dem Mond landeten und das Space Race weitergeht. Nachdem die erste Staffel sich noch relativ nahe an den realen Plänen der NASA und dem damals Vorstellbaren orientierte, können die Autoren um Showrunner Ronald D. Moore (Battlestar Galactica) sich nun ein explosives Jahrzehnt mit total abgefahrenen Ideen ausmalen, wie zum Beispiel einem Krieg auf dem Mond.

Zwei Visuals, die mir hier besonders gefallen: Die oben dargestellten Astronauten mit den color-coded M16s. Mit Astronauten verbinden wir verständlicherweise einen großen Respekt. Es handelt sich um Menschen, die für die Forschung ihr Leben riskieren und gleichzeitig mit ihrer Laufbahn und Ambitionen ein gewisses Ideal der Menschheit verkörpern. Dass dieses Bild pervertiert wird, fand ich schon in der ersten Staffel belastend wie spannend und auch realistisch. Die Eskalation in der zweiten Staffel wird noch mehr schmerzen.

Das zweite Bild ist das der Columbia im Weltall auf dem Weg zurück zur Erde. Was für ein wunderschönes, emotional aufgeladenes Bild. Bin gespannt, wie die Serie das darstellen und vor allem erklären wird, immerhin waren Space Shuttles nur für das LEO konzipiert. Aber genau das ist ja der Reiz an dieser Alternative History Serie.

Ein Startdatum gibt es noch nicht, aber der November scheint mir angesichts der Premiere im letzten Jahr realistisch. In der Zwischenzeit sollte jeder Spacenerd diese Serie unbedingt nachholen.

Oscar-Preisträger und The Mandalorian Komponist Ludwig Göransson spielt in seinem ersten eigenen Musikvideo jedes einzelne Instrument des Hauptthemas der Serie. Als wäre das schon nicht cool genug, hat man ihn auf die Stagecraft-Bühne gesetzt und ein paar der Motive und Welten aus der Serie eingeblendet, teilweise sind aber schon Bereiche seines “Studios” wohl aus dem Computer. Das Video allein ist natürlich mega, aber es beweist dazu die vielfältige Einsatzfähigkeit dieser neuen Technologie und welche Revolution uns bevorsteht. Es wird wohl noch so vielleicht zehn Jahre dauern, aber sobald diese Methode auf einem Konsumentenlevel alltagstauglich wird, sind vielen Indieproduktionen wirklich keine Grenzen mehr gesetzt.


hmetalmanic

Batman, Ghostbusters, ja selbst Roland Emmerichs Godzilla hatte eine. Viele Blockbuster aus vergangenen Jahrzehnten hatten Kino-Sequels, aber auch oft Ableger auf dem kleinen Bildschirm in Form von Zeichentrickserien. Auch der Mega-Erfolg von Jurassic Park sollte zu einem Saturday Morning Cartoon führen. Vor fünf Jahren erschienen Konzeptzeichnungen von Künstler William Stout zu einer geplanten Zeichentrickserie, die jedoch nie das Tageslicht erblicken sollte.

Dank Netflix wird Universal mit Cretacious Camp den langgehegten Traum vieler Fans endlich wahr machen. Nur wird diese Serie eben weder die dazugehörige Ästhetik der Neunziger einfangen, noch die Abenteuer der originalen Figuren fortführen, mit denen Fans des Franchises nostalgische Verbindungen pflegen. Ohnehin sind Spielzeugmarkt und Zeichentrickserien eng miteinander verbunden. Mattel kreiert wunderschöne Dinosaurier, steht aber immer noch weiter hinter den Werken Kenners von vor fast 30 Jahren.

Vielleicht ist daher Cretacious Camp mit seinem Neuanfang auch keine schlechte Idee und in einer Jugendserie im Jurassic World Outbreak sehe ich jede Menge Potenzial. Trotzdem ist es ja doch schade, dass wir das nie richtig zu sehen bekamen. Das dachten sich auch nun die Sammler von Collect Jurassic und produzierten ihr eigenes Zeichentrickintro.

Besonders charmant und erfreulich für die langjährigen Spielzeugfans wie mich sind nicht nur die detailgetreuen Nachbildungen der Figuren und Fahrzeuge, die Kenner für Jurassic Park entwurf, sondern auch die Nachstellungen einiger Szenen aus den dazugehörigen Sammelkarten sowie die Nennung einiger berühmten Ideen, die nur für den Spielzeugmarkt erstellt wurden. Wirklich sehr, sehr hübsch gemacht.


hmetalmanic

Wenige Serien schaffen es bis zur fünften Staffel, geschweigedenn die fünfte Staffel zur besten der Serie zu machen. Better Call Saul gelingt nicht nur das, sondern das Spin-off überschattet schon längst das Original. In der neuesten Staffel wagte die Serie das unvermeidliche Experiment, die beiden schicksalshaft verbundenen Welten endlich zusammenzuführen. Das Experiment gelingt elegant, wie ich gemeinsam mit Rajko Burchardt im neuen PewCast berichte.

Shownotes:
Bildquellen: AMC/Netflix
Rolling Stone: Interview mit Peter Gould und Vince Gilligan
Moviepilot: Better Call Saul hat Breaking Bad längst überholt
PewPewPew: Heisencast
PewCast 018: Better Call Saul – Staffel 1
From Beyond
Rajko bei Kinozeit

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Soundcloud: PewCast 051: Better Call Saul Staffel 5
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Nach dem perfekten Ende von The Clone Wars besitzen Fans nun auch das letzte Puzzlestück vom Untergang der Jedi, um solch schöne Mashups schneiden zu können.