29 Jul, 2013 · Sascha · Alles sonst so,Featured,Personal,Toys · 14 comments

Wie bereits angekündigt war ich zu Gast auf der Star Wars Celebration Europe II in Essen am vergangenen Wochenende und was soll ich sagen? Natürlich war es ein fantastisches und einmaliges Erlebnis. Ich sah jeden Star, hielt C-3PO überrascht die Toilettentür auf und unterhielt mich mit Chef-Sammeler Steve Sansweet. Weiterhin gab es Episode II in 3D zu sehen, die Rückkehr der Jedi-Ritter im Park mit vielen Fans und jede Menge Merchandise – wie sich das gehört. Fangen wir an!
Rancho Obi-Wan Experience

Direkt mal die mit coolste Geschichte auf der Celebration war die Rancho Obi-Wan Experience von Steve Sansweet und seiner Crew. Die Ausstellung, die extra aus Kalifornien eingeflogen wurde, bestand aus einer großartigen Mischung aus Sammelfiguren, Kuriositäten und einfach seltenem und teilweise ulkigem Zeug (My little Star Wars Ponies!?). Das Highlight war jedoch zweifellos Herr Sansweet selbst, der stundenlang dort ausharrte und sich für jeden Fan (es gab mehrere Tausend Besucher am Tag und der 1138. bekam eine kostenlose Mitgliedschaft im Club) Zeit nahm und für Autogramme und Photos bereit stellte. Mir unterschrieb er sein Lexikon der Actionfiguren (Amazon-Partnerlink) und wir unterhielten uns kurz über die Celebration und Deutschland.
Interessanter waren jedoch seine Kommentare zu den neuen Filmen. Er muss durch seine Verbindungen zu Lucasfilm wohl öfters darauf angesprochen werden, denn er wimmelte das schnell ab: “Ich weiß davon gar nichts.” Als er jedoch merkte, dass ich wirklich an seiner Meinung und nicht der Story interessiert bin, lockerte sich das Gespräch auf. Er freut sich ehrlich gesagt darauf ohne Vorkenntnis ins Kino zu gehen und die Filme einfach so als Fan anstatt als Mitarbeiter von Lucasfilm zu genießen. Als Manager der Fan Relations während der Sequel-Ära hatte er sicherlich auch nicht immer einen leichten Job. Von den Spin-Offs hält er nicht soviel, zumal sie ja noch nicht komplett offiziell angekündigt worden sind. Das muss man abwarten. Auf meinen Kommentar, dass immerhin neue Actionfiguren rausspringen würden, selbst wenn die Filme den Han Solo oder Boba Fett Mythos zerstören würden, musste er schmunzeln und dann enttäuscht den Kopf schütteln.
25 Jul, 2013 · Sascha · Featured,Film · 0 comments
Erst vor Kurzem las ich noch ein Buch, in dem, ohne viel zu verraten, ein Rendevouz im All stattfinden muss, sonst gibt es Tote. Man denkt da so gar nicht dran, aber die Geschwindigkeiten (und Unterschiede derer) dort oben im All sind enorm und nichts bremst einen ab. Es gibt also prinzipiell nichts Schlechteres als dort oben zu schnell oder zu langsam zu sein, beziehungsweise seine Geschwindigkeit und Richtung nicht anpassen zu können und dann hilflos ins All abdriften zu müssen.
So passiert es aber Clooney und Bullock im letzten Clip der Marketingoffensive. Die Beiden haben die Explosion des Shuttles überlebt und hoffen auf Rettung bei der ISS, sind jedoch zu schnell und die Treibstofftanks der Richtungsdüsen sind leer. Übrigens scheint die Crew der ISS hier den Notlandefallschirm im Weltall geöffnet zu haben, sodass die Astronauten was haben um sich festzuhalten. How cool is that?
via Indiewire
In Verbindung mit einigen Shots im Trailer kann man sich nun ausmalen, wie es nach dem Ende des Clips weitergeht. Hätte ich jetzt nicht wissen müssen, aber wenn das nötig war um die Leute in die Kinos zu bringen, von mir aus. Immerhin ist dies auch der erste Clip, der meine bisher eher unbeeindruckten Non-Geek-Freunde laut “HOLY SHIT!” ausrufen ließ. Mission successful, Warner Bros. Und es ist wohl nicht übertrieben, wenn man sagt, dass Cuarón hier mit Lubeszki revolutionäre Bilder zaubert. Das ist atemberaubend.
25 Jul, 2013 · Sascha · Featured,Film,Review · 8 comments

Vereinigte Staaten, 2013
Regie: James DeMonaco
Drehbuch: James DeMonaco
Darsteller: Ethan Hawke, Lena Headey
Länge: 85 Minuten
Rating: 




Der American Dream verkörpert die Vorstellung, dass auch jeder Tellerwäscher durch harte, ehrliche Arbeit zum Millionär werden kann. Es ist eine der letzten Bastionen, die den amerikanischen Schmelztiegel zusammenhält. Es ist der Glaube an Besserung. Es ist die Aufrechterhaltung der Hoffnung.
Wer in dieser Welt arbeitet, der ist ein produktiver Teil der Gesellschaft. Wer keine Arbeit hat, der ist wahrscheinlich ein Trunkenbold, faul und abhängig vom Staat. Schuld und Verantwortung trägt stets nur das Individuum selbst. Diese Menschen liegen der Gesellschaft auf der Tasche. Welch Erlösung, für Gesellschaft und Individuum selbst, wäre es, wenn dem ein Ende bereitet werden würde. Es ist der feuchte Traum der rechtsradikalen Elemente der Rechten Amerikas. Mit ihren Waffen könnten sie ein neues Amerika schaffen, ein stärkeres Amerika. Ohne faule Ausländer und weiche Liberale, die den Fortschritt nur aufhalten.
In seinem Debütfilm The Purge präsentiert uns Regisseur und Autor James DeMonaco ein solches Szenario. Nachdem mehrere Finanzblasen platzten, reformierten neue Anführer Amerika in einen Staat, der wieder Nummer eins auf der Weltrangliste ist. Hohe Wirtschaftsleistung, keine Kriminalität, Vollbeschäftigung. Dies resultiert nicht aus der Bekämpfung von Korruption, einem kranken Hyperkapitalismus oder neuen Arbeitsreformen. Nein, dies ist das Resultat des Purge-Days. An einem Tag im Jahr ist für 12 Stunden jedes Verbrechen erlaubt. Die öffentlichen Dienste von Krankenhäusern, der Polizei und jeglicher anderer Ordnung setzen aus, während es dem Bürger gleichgestellt ist, ob er sich in einem Bunker versteckt oder auf die Straßen geht und mordet.
So interessant die grundlegende Idee, die sich DeMonaco zugegebenermaßen aus einer alten Star Trek Folge abgeschaut hat, so kleingeistig ist das Setting seines Films. Die Produzenten des Films, die sich auch für die Househorror-Streifen Sinister und Paranormal Activity verantwortlich zeichnen, diktieren mit ihren Small-Budget-Rechnungen dem High-Concept auf, ebenfalls in einem Haus stattzufinden. Und die Rechnung ging auf: In den USA spielte der Film bereits am ersten Wochenende das zehnfache seines Produktionsbudgets ein. Eine Fortsetzung ist bereits in Arbeit.
James Sandin (Ethan Hawke) lebt mit seiner Frau (Lena Headey) und seinen zwei Vorzeigekindern in einer Gated Community für Reiche. Das Leben finanziert er sich durch den Verkauf von Sicherheitssystemen, die Häuser in Bunker verwandeln können. James ist ein Nutznießer des Purges und hat sich eine reiche Nase verdient. Sie sind stille Unterstützer der Aktion, weil sie davon profitieren – nicht, weil sie es moralisch nachvollziehen können. Mitten in der Nacht des Purges lässt der Sohn einen schwarzen, namenlosen Flüchtling ins Haus. Seine Verfolger stellen der Familie ein Ultimatum. Liefern sie das Opfer aus oder sterben alle, sobald die Gruppe Zugang zu dem Innenbereich des Hauses hat?
Das größte Problem des Films ist der schwammige Mittelweg an Exposition. Dass die Prämisse auf die langweilige Location eines Hauses verschwendet wird, ist ohnehin bereits Grund genug den Ablauf des Films zu lamentieren; dass jedoch kontinuierlich die Außenwelt noch über Fernsehbotschaften plump eingebunden wird, ist erzürnend. Würde sich der Film tatsächlich nur die Situation der Film betrachten, würde ein Satz an Exposition ausreichen. Doch DeMonaco kann es nicht lassen. Andauernd werden Anmerkungen zu der world-at-large gemacht, ohne die Chance jedoch diese genauer zu erkunden, sodass dieser Fluss aus Exposition und Andeutungen irgendwann zuviele Fragen aufwirft, die sowohl die schwache Prämisse als auch die Spannung zerstören.
Wie konnte so ein Wandel rechtens umgesetzt werden? Wieso macht das ein so großer Teil der Bevölkerung mit? Wieso fahren die Reichen nicht übers Wochenende nach Kanada? Was ist mit den anderen Ländern und der UN Menschenrechtscharta? Ebenfalls schwach sind die Nebenrollen: Wie kann die Gegenwehr symbolisch für Antirassismus und Gleichberechtigung stehen, wenn mit dem Opfer nicht einmal zusammengearbeitet wird, geschweigedenn ihm ein Name zugestanden wird?
Viele dieser Fragen sind den Filmemachern hier nicht wichtig. Sie wollen ein Setting schaffen, in dem gemordet wird. Irgendwo dazwischen wird noch lieblos ein wenig Gesellschaftskritik, Rassismus und Symbolismus eingestreut für die Zuschauer, die bis drei zählen können.
Am traurigsten ist das Menschenbild mit dem sich The Purge an den Zuschauer wagt. Zugegeben, die meisten Gegner dürften inzwischen wohl erledigt worden sein, aber dort sehen wir Familienväter und -mütter in dem Alter, in dem sich viele junge Zuschauer in der zukünftigten Version des Filmes wiederfinden würden. Der Film suggeriert, dass die Lust zu morden tief im Menschen angesiedelt ist und der Tag der Reinigung eine Erlösung auf gesellschaftlichem und individuellen Level erbringt. Gegen Ende sind sogar einige Gläubige so davon überzeugt, dass sie bereit sind, ihr Leben für die Säuberung zu opfern. Dieser Sprung ist binnen dem kurzen Abstand zwischen Realität und Filmzukunft komplett unrealistisch und unlogisch.
Dazu nerven Subplots wie der um den Freund der Tochter, der den Vater umbringen will – ja, genau, das wird die Tochter bestimmt voll mit Liebe für ihn füllen -, und die langweiligen Charakterzeichnungen. Oder diese bleiben ganz aus, wie bei der Tochter, die nur da ist um spät abends nach der Schule immer noch im Schulmädchenoutfit rumzulaufen und der jungen, männlichen Zielgruppe Grund zum Sabbern zu geben.
The Purge hat einen positiven Punkt und das ist seine Prämisse. Jeder Schritt danach, jede Umsetzung, jede Einstellung und jede Wendung ruiniert die Ursprungsidee. Die perfiden Unterstellungen des Autors ans Publikum offenbaren ein schauriges Weltbild, das es zu bekämpfen gilt.
24 Jul, 2013 · Sascha · Featured,Kunst,Kurzfilm · 0 comments
via reddit
Hal Lasko ist 97, fast blind und zaubert mit MS Paint absolute Magie auf die digitale Leinwand. Filmemacher Josh Bogdan und Enkel Ryan Lasko widmeten ihm nun ein rührendes Videoportrait.
Er verkauft seine Kunstwerke auch als Prints auf seiner Seite, die aber dank reddit momentan alle ausverkauft sind.
World War Z. World War Z. World War Z. World War Z. World War Z. Meine Freunde können es nicht mehr hören, meine Freundin nicht mehr und wohl auch mein Twitterfeed. Rants über Rants, viel Kopfschütteln und trotzdem lässt mich das nicht los. World War Z. Heute Abend, in ein paar Stunden, werd ich dann endlich Brad Pitts Marc Forsters Adaption von Max Brooks’ Zombiebibel lesen und wahrscheinlich unglaublich enttäuscht und zugleich überrascht sein. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es trotz all dem Stress und den vielen Beschwerden kaum jemanden in der deutschen Blogosphäre gibt, der sich so auf den Film freut. Nicht umsonst war es mein Most Anticipated Film of 2013.
Liebe auf den ersten Blick
Es war im März 2007 als ich in den letzten Stunden meines US-Ostküstenkurztrips am Times Square in den damals noch existierenden Virgin Megastore schlenderte. Da lag ein Buch, relativ weit unten, an der Ecke eines Pappregals. World War Z stand vorne drauf. Wofür sollte denn das Z stehen? Relativ schnell wurde klar: Zombies. Der finale Krieg. Der Mensch gegen den umherwandelnden Tod selbst. Und nicht nur irgendein Zombiebuch war es. Eine “Oral History”, also in Interviewform mit Überlebenden. Wait, what? Direkt gekauft und bereits ein ganzes Drittel auf dem Heimflug verschlungen bis ich mich stoppte, weil ich mir das ganze Vergnügen nicht auf einmal geben wollte.
Dabei ist World War Z nicht einmal ein gutes Buch. Es ist zumeist nicht wirklich gehaltvoll oder witzig geschrieben. Max Brooks nimmt, wie schon in seinem Zombie Survival Guide (an dessen Ende es ein jahrhundertelanges Prequel zu WWZ gibt), die Zombieapokalypse komplett ernst. Und das ist das Schöne daran. Brooks erzählt keine tiefe Charakteregeschichte, sondern sein Buch ist die Zombiebibel des “Was wäre, wenn?” und geht nahezu jedes einzelne Szenario durch, das man sich vorstellen kann. Zombiereinigung der kilometerlangen Katakomben unterhalb Paris? Jap. Hundestaffeln und ihre Betreuer, die sich um die Überbringung von Nachrichten und Materialien kümmern? Drin. Wären Burgen nicht total sichere Lager? Und was macht die Queen so? Max Brooks erzählt es uns. So eine Apokalypse würde doch sicherlich viele Leute im tertiären Sektor arbeitslos machen – wie würde die Regierung diese Menschen neu beschäftigen? Und. Und. Und.
Max Brooks erzählt die definitive Zombieapokalypse auf dem kleinstmöglichen, menschlichen Spektrum aus allen Winkeln. Es ist das Zombiebuch schlechthin. Die Zombiebibel.
Eine Serie
Max Brooks World War Z ist unfilmbar. Das sollte direkt klar sein, wenn man sich die komplexe Narrative des Buches anschaut. Dazu fehlt ein Protagonist. Man hätte Max Brooks fiktionalen Erzähler ausbauen können – was man im Film schlussendlich tat -, aber als Interviewer wäre die Figur immer und immer wieder nur alle 15 Minuten aufgetaucht und wäre dann in den Hintergrund gerückt und hätte ab und an eine Zwischenfrage gestellt, die den Flashback kurz unterbrochen hätte. Das ist ein passiv-reaktionärer Progatonist. Das ist schlechtes Drehbuchschreiben. Das hätte nie funktioniert. Immerhin war sich der Film dessen bewusst. Nun ist Brad Pitt aber Gerry Lane, ein Held, der die laufende Apokalypse stoppen muss. Das ist ein Sprung von einem Extrem ins Nächste.
Was funktioniert hätte, wäre eine Serie. Aber Zombies im Fernsehen? Das wollte damals 2008 niemand sehen. Und dann kam The Walking Dead, dessen Macher sich übrigens immer bewusst war, dass er trotz vielen Angeboten aus Hollywood seiner Form des seriellen Erzählens nur im Fernsehen gerecht wird. HBO wird bestimmt auch ein Angebot erhalten haben und sich nun in den Hintern beißen.
Eine World War Z Serie hatte sich nur so angeboten. Das Buch erzählt die kleinen Geschichten menschlichen Überlebens. Mit wachsendem Erfolg und einem größeren Budget hätte man sich an die großen Momente des Romans wagen können. Den Hafen in Indien. Die Schlacht um Yonkers. Die ruppigen Endkämpfe auf den Steppen von Kansas.
Es ist eine wahre Schande. World War Z wäre die Zombieserie gewesen, die wir und das Buch verdient hätten.
Produktionshölle
Der Titel Produktionshölle ist noch leicht untertrieben. Mehrere Wochen Reshoots, ein kompletter Rewrite des dritten Akts, kein richtiges Ende, und, und und. Man muss das nicht alles aufzählen, Variety hat den Job bereits ausführlich und außerordentlich gut getan. Dass all dieser Bad Buzz nichts heißen muss und die Filme am Ende trotzdem gut werden und Geld einspielen können, ist auch nicht unmöglich. Trotzdem leidet man als Fan des Buches natürlich. Es ist ein Zombiefilm mit Brad Pitt im globalen Stil. Was kann da schon so schwierig sein? Wenn man sich doch schon so von der Buchvorlage loslöste, dann hätte man – und hat man wohl auch – tun können, was für den Film richtig war.
Wie auch immer, World War Z scheint nun ein ganz ordentlicher Sommerblockbuster geworden zu sein. Forster ist ein außerordentlich guter Regisseur. Nur wieso macht er Blockbuster? Quantum of Solace bewies hinlänglich, dass dies nicht sein Metier ist. Und das ist okay. Seine anderen Filme bewiesen sein Talent. Vielleicht findet sich für das nun geplante Sequel eine passendere Kombination.
Marketing
Davon sah man jedoch im Marketing relativ wenig. Über Monate hinweg bestand das Poster aus dem Titel auf schwarzem Untergrund. Wenn man nicht weiß, wofür das Z steht, hatte man keine Ahnung wovon der Film handelt. Ich würde behaupten, dass das finale Poster, auf dem Pitt Explosionen aus einem Helicopter betrachtet, dies ebenfalls nicht tut. Dazu ist der Film PG-13. Das bedeutet ohnehin, dass sich Zombiebisse in Grenzen halten würden. Selbst der finale Trailer zeigt nicht wirklich, was passiert. Ist denn da direkt klar, dass es sich um Zombies handelt? Ich glaube nicht. Der deutsche Trailer ist besonders schlecht geschnitten gegen Ende, sodass man nicht mal die Flugzeugexplosion richtig mitbekommt.
Da man noch tief in der Post-Produktion war als die ersten Teaser online gingen, sah man hauptsächlich etwas von der anfänglichen Evakuation aus Pittsburgh, die im Buch als “Große Panik” beschrieben wird. Viel zu sehen gab es jedoch nie. Geschweigedenn mal einen Zombie von Nahem. Ein frühes Video vom Dreh zeigte, dass die Zombies rennen und sich infizierte Menschen binnen Sekunden in Monster verwandeln. Max Brooks’ altes Zombiekonzept wurde komplett fallen gelassen.
Der größte Aufreger des Marketings jedoch waren die Fortbewegungen der Zombies. Die rennen nicht nur, sondern springen von Opfer zu Opfer und bewegen sich nun wie Ameisen in wellenförmigen Massen voran. Wer ist Romero?
Der größte Unterschied zum Buch ist wohl, dass der Film während der Apokalypse spielt. Gerry Lane muss nun eine Art Gegenmittel finden oder zumindest herausfinden, woher die Seuche kommt. Er fliegt irgendwohin – aber klar ist das alles nicht wirklich. Der Plot ist mir trotz meiner großen Aussetzung des Marketingmaterials höchst unbekannt. Das ist natürlich auf der einen Seite mal erfreulich, immerhin werden Trailer immer mehr zu kleinen Minimovies, die uns einen Überblick über den gesamten Film bieten. Auf der anderen Seite war der Bad Buzz durch die Produktionsprobleme in Verbindung mit dem eher mauen Trailer Grund genug, dass man einen Flop fürchten musste. Paramount jedoch konterte dies nicht mit massiven Schauwerten, sondern konzentrierte sich auf Pitt und die apokalyptische Atmosphäre. Im Nachhinein ein kluger Schachzug, weil er funktioniert hat. Riskant aber war es allemals. Ich bin mir nämlich immer noch nicht sicher, dass sich der Großteil der Kinogänger bewusst ist, dass es hier um einen Zombiefilm mit Pitt und globalem Fokus handelt. Wie kann man das so schlecht verkaufen?
Oft wird immer erwähnt, es handle sich um das Ende der Welt. Aber wieso? Warum? Sind dies Monster? Später wurde erwähnt: “Umso mehr wir schützen können, desto weniger müssen wir bekämpfen.” So langsam aber sicher wurde klar: Es geht um verwandelte Menschen. Aber dass niemand mal das Wort Zombie in den Mund nimmt, ist traurig. Oder eine Variation. Brooks liefert in seiner Vorlage etliche Beispiele, wie man “Zombie” in die Köpfe der Zuschauer/Leser bringen kann, ohne “Zombie” explizit zu sagen. Und überhaupt, es steht im Titel. Dass die Welten aus Zombiefilmen ohnehin so gut wie immer ohne Zombiekultur existieren sollen und man sich dem Konzept nicht bewusst ist, halte ich ohnehin für eines der größten Paradoxons der Filmwelt.
Reviews
Am Ende bleiben die ersten Reviews. Und die waren gemischt. Die erste Hälfte soll wirklich gut sein, Aronofsky nannte die ersten 20 Minuten die mit beängstigenden Szenen in den letzten Jahren, oder sowas. Wie auch immer, so schlecht wird der Film schon nicht sein. Oder? Er hat nichts mehr mit dem Buch zu tun. Sogar China ist als Ursprungsort der Seuche nicht mehr drin, weil der chinesische Markt immer wichtiger wird für Hollywood und man das Publikum dort nicht abturnen wollte.
Überraschenderweise wurde World War Z nun ein kleiner Hit. Keine riesigen Zahlen, aber Pitts bestes Opening Week überhaupt und Paramount arbeitet bereits am zweiten Teil. Wer weiß, vielleicht gibt es in ein paar Jahren doch meine HBO Miniserie. Da der Film nun die eigentliche Apokalypse begleitet, könnte eine Serie sich um die späteren Ereignisse und Max Brooks Reise um die Welt drehen. Das hätte einen tatsächlichen Mehrwert und könnte in diesem riesigen Gemenge tatsächlich die kleinen menschenlichen Schicksale beleuchten.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
16 Jun, 2013 · Sascha · Featured,PewCast · 4 comments

Richard Linklater, Julie Delpy und Ethan Hawke beendet mit Before Midnight eine der interessantesten und besten Filmtrilogien aller Zeiten. Wiederum nach neun Jahren treffen wir Jesse und Celine, doch dieses Mal ist alles viel schwieriger. Die Beiden müssen am Ende ihres Griechenlandurlaubes feststellen, dass ihre Liebe vielleicht nicht für immer wärt. Im PewCast besprechen Alex Gajic von Real Virtuality und Matthias von Das Filmfeuilleton die Stärken und Schwächen von Linklaters neuem Film. Weiterhin gibt es wie immer vorgestellte Highlights und das One Cool Thing des Podcasts.
Aber auch in eigener Sache gibt es viele Neuheiten. So haben wir nun endlich dank Tobias ein großartiges Introjingle und wir sind in Zukunft ganz leicht unter PewCast.de zu finden. Ihr könnt uns weiterhin auf iTunes abonnieren und entweder dort oder hier in den Kommentaren euer Feedback hinterlassen.
Watched
Matthias: Man of Steel
Alex: Now You See Me
Sascha: Fast & Furious 6
Bildquelle © Prokino
One Cool Thing
Alex: Danny Boyle Interviewband (Amazon-Partnerlink)
Sascha: Keyboard Cat Plüschtier
Hier die Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:
MP3: pewcast008.mp3 (65 MB)
Soundcloud: PewCast 008: Before Midnight
iTunes: PewCast
Podcast-Feed: http://feeds.feedburner.com/pewcast
14 Jun, 2013 · Sascha · Featured,Film · 3 comments
Erst gestern sah ich noch den ersten Trailer zu Neil Blomkamps Elysium zum ersten Mal im Kino und man konnte merken, dass der Regisseur sich einen Namen gemacht hat, denn das Publikum wurde merklich aufgeregter als “Vom Regisseur von District 9” auftauchte. Mit Elysium scheint er erneut seinen Ruhm zu vergrößern, denn der Trailer verspricht einen Film, der sich thematisch und ästhetisch an seinem Erstlingswerk stark orientiert. Selbst die Geschichte von einem verseuchten Mann, dessen Zeit abläuft, wird wieder aufgerollt.
via First Showing
Es fällt einem schon schwer, etwas Negatives an dem insgesamten dreiminütigen Trailer zu finden. Während das Setting nicht komplett frisch ist, setzt Blomkamp ansprechende Akzente. Matt Damon (der mal aussieht wie 25 und einmal wie 45) ist gut, Jodie Foster passt sehr gut zu ihrer Rolle. Das CGI sieht gut aus und dieses Exoskelett sehe ich jetzt schon auf unzähligen Cosplaywettbewerben. Zwei Monate müssen wir uns noch gedulden, Kinostart am der 15. August.
11 Jun, 2013 · Sascha · Featured,Games · 3 comments

Wie bereits in den letzten Jahren (2011, 2012) auch hier nun die gesammelten Trailer der diesjährigen E3, die ich gut fand. Dieses Jahr ist fantastisch.
Mirror’s Edge
Fangen wir an mit dem aus meiner Sicht wichtigstem Spiel: Mirror’s Edge 2, das anscheinend nur Mirror’s Edge heißt und ein Reboot von Faiths Geschichte ist. Damit kann ich leben, denn die Geschichte in Verbindung mit dem comichaften Stil der Cutscenes war dann doch nicht allzu dufte. Anyway, das schaut fantastisch aus. Mirror’s Edge war mein Lieblingstitel dieser Konsolengeneration und ich freue mich schon jetzt wie ein Kind, das sich ein Pokémon aussuchen kann (Feuerpokémon. Immer.). Dazu ist es sympathisch, dass sich DICE mit dem Titel Zeit lässt und offen und ehrlich sagt: Coming… when it’s ready.