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Renaissance UFO Crash Recovery

09 Nov, 2025 · Sascha · Kunst · 0 comments

Der Algorithmus hat mich heute mit diesem wunderschönen Kunstwerk gesegnet. Was für ein großartiges Konzept. Prints hier, Process hier, Aliens hier?

Unglaubliche Leistung Skibergsteiger Andrzej Bargiel aus Polen: Zunächst bestieg er den Mount Everest ohne Sauerstoff und fuhr dann auf seinen Ski vom Gipfel bis zum Base Camp. Zuvor hatte das nur der Slowene Davo Karničar geschafft, allerdings ohne Sauerstoff – und ohne Drohne und GoPro.

Red Bull finanzierte und inszenierte diese immense Leistung, die schon im September ablief. Da sind die Temperaturen niedriger nach der Monsunzeit, aber noch stabil bevor der Jetstream im Oktober zurückkehrt und nur noch wenige Besteigungen probiert werden. Dies ist meist die Zeit für Film- und Expertenmissionen, die die Touri-Saison im April/Mai vermeiden. Für Bargiel war natürlich der Schnee wichtig, der kritische Punkte der Besteigung mit genügend Masse bedeckt, zum Beispiel den Hillary Step.

Die späte Gipfelzeit (durch den längeren Aufstieg ohne Sauerstoff) bedeutete, dass Bargiel aufgrund der eintretenden Dunkelheit seine Abfahrt auf zwei Tage aufteilte, im Unterschied zu Karničar, der in 4 Stunden und 40 Minuten hinunterfuhr. Da wäre also das nächste World’s First für die nächste Saison bereits geplant.

Passend dazu: Jimmy Chin, selbst Alpinist und Regisseur von Free Solo, bestieg den ebenfalls den Everest vor Kurzem, um Skibergsteiger Jim Morrison zu filmen. Morrison fuhr als erster Mensch auf Ski durch das Hornbein-Couloir, eine Steilschlucht an der Nordseite. Dieser Weg war technisch schwieriger, kein Millimeter für Fehler möglich. Reinhold Messner nannte diesen “Super Direct” Weg die “schönste Route am Berg”. Auf diesen Film bin ich noch mehr gespannt.

Heute vor genau 25 Jahren flog die erste Besatzung der Expedition 1 zur ISS. An Bord waren mit dem Amerikaner William Shepherd und den Russen Juri Gidsenko und Sergei Krikaljow die ersten drei Menschen, die diesen Traum einer gemeinsamen Raumstation im All wahr werden ließen. Die Idee einer Zusammenarbeit zwischen den USA und der Russischen Föderation entstand schnell nach dem Ende des Kalten Kriegs, u.a. auch um einen russischen Brain Drain zu vermeiden.

Die Zusammenarbeit war so im Konzept angelegt, dass ein Überleben nur mit beiden Staaten funktionieren kann. Daneben waren auch viele Astronauten anderer Nationen mit dabei, vor allem durch die Beteiligung von Japan, Kanada und der ESA. Insgesamt sind es fast 300 Frauen und Männer aus 26 Ländern, die im letzten Vierteljahrhundert für eine kontinuierliche, menschliche Präsenz im All gesorgt haben. Dazu gehören auch die vier deutschen Astronauten Thomas Reiter, Hans Schlegel, Alexander Gerst und Matthias Maurer.

Dieser Traum wird Ende des Jahrzehnts zu Ende gehen und es ist festzustellen, dass aus dem Traum und seiner Symbolkraft nicht mehr gemacht wurde. Das ist nicht die Schuld der ISS, sondern einfach das mangelnde Interesse an der Raumfahrt selbst. Sie ist größtenteils nur ein Ausdruck wirtschaftlicher Interessen oder geopolitischen Säbelrasselns. Nirgendwo ist dieses Jubiläum heute ein großes Spektakel, weder in den Medien, noch auf politischer Ebene, trotz dieser unfassbar großen technologischen Leistung. Im Gegenteil: Die ISS ist zuletzt Schauplatz auch trauriger politischer Spielchen geworden, als Kosmonauten Fotos mit einer Flagge der “Republik Luhansk”, der von Russland besetzten Region der Ukraine, an Bord schossen.

In wenigen Jahren werden SpaceX-Antriebe die Station aus ihrem Orbit bringen und über dem Südpazifik größtenteils verglühen lassen, bis die restlichen Teile am “Point Nemo”, dem weit vom Land entferntesten Puntk der Erde, ins Meer fallen werden. Ein besseres Bild für das bittere Ende dieses Traums kann man sich kaum ausmalen. Währenddessen planen diverse Unternehmen private Raumstationen, China hat mit der Tiangong seine eigene Station und aus dem Monddorf der ESA wird auch nichts. Die NASA könnte aufgrund des Government Shutdowns nicht einmal feiern, selbst wenn sie wollte.

25 Jahre nach “End of History” muss man bitter anerkennen, dass die Welt sich doch weitergedreht hat – wie man von oben gut beobachten konnte – und von dem ursprünglichen Traum nicht mehr viel übrig ist. Trotzdem ist dieses mechanische Wunderwerk, ein Fußballfeld groß, ein Ort für Magie und Wissenschaft. Die Liste der Forschung auf der ISS ist lang, ein enorm wichtiger und lohnenswerter Akt, der nicht aufhören sollte. In diesem Sinne: Happy 25th, ISS!

Hier die alle ISS-Posts auf PewPewPew, sowie ein paar persönliche Favoriten:
Live-Musik aus dem All: Alexander Gerst spielt mit Kraftwerk
Dieses NASA Video lässt dich wie einen Astronaut durch die ISS schweben
Astronauts watching GRAVITY on the ISS
Die Welt von oben – Alle ISS Bilder gesammelt auf einer Weltkarte
Chris Hadfield sings David Bowie’s “Space Oddity” IN SPACE
How to take photographs from space

Designer Davide Mascioli hat ein wunderbares Onlinearchiv namens Space Exploration Logo Archive für Logos von Weltraumbehörden und Unternehmen kreiert, die sich der Erkundung des Weltalls verschrieben haben. Neben den hübschen und kostenlosen Vectorgrafiken gibt es jeweils immer eine kurze Erklärung zum Hintergrund des Logodesigns. Da kann man einige Stunden drin stöbern, vor allem dank der netten Sortierung nach Herkunft. Auch fiktionale Agenturen sind vertreten. Als Sammler von genau diesen Space Patches aus hard sci-fi Filmen muss ich aber auch feststellen, dass hier einiges fehlt – ich helfe gerne, Davide! Dieses S.E.L.A. gab es auch als Zine auf Kickstarter. Sehr, sehr cool! (via eay)

Extrem coole Arbeit von Steven Thompson aka Happy Life Wood für den Carhartt Flagship Store in New York City. Thompson benutzte dafür keine Farben oder Holzbeize, sondern schnitzt die einzelnen Teile aus unterschiedlichen Holzarten zusammen. Ziemlich beeindruckende Arbeit; er hat u.a. auch für richtig viele Profisportler oder Nike in der Vergangenheit ähnliche Werke gefertigt.

Ich habe noch vor über diese Ben Solo/Soderbergh-Sache etwas länger zu schreiben, aber seit ja jetzt etwas länger als einer Woche werfen mir die Algorithmen einen empörten Fan-Post/Tweet in die Timelines nach dem anderen. Basierend auf diesem Aufschrei könnte man meinen, es gäbe nichts Größeres gerade.

Ist das also “echt” oder nur “meine Bubble”? Einige mehr oder minder große Outlets haben sich mit der Nachricht beschäftigt, es gab Meinungsartikel und Berichte, aktuell scheint die Sache wohl langsam zu verpuffen. Doch für einen Moment glühte das Fandom heller als in vielen Jahren zuvor.

Das liegt mit Sicherheit vor allem an den eifrigen Reylo-Fangirls. Aber es liegt auch daran, dass die Idee einer Fortsetzung der Skywalker-Saga mit dem – sofern wieder auferstanden – letzten verbliebenen Mitglied der Familie einen gewissen Reiz hat, den auch ich nachvollziehen kann.

Daher finde ich es total überraschend, dass eine Online-Petition auf change.org, die eine Kursänderung Disneys verlangt, zum Zeitpunkt dieses Postings gerade einmal 5.121 Unterschriften gesammelt hat.

We believe this was a grave mistake and it should be rectified as soon as possible. The love and appreciation fans have for Ben Solo has been apparent for years, and it grows stronger every day.

Es gibt eine ältere Unterschriftensammlung, ebenfalls auf change.org, die nicht das grüne Licht für den Soderbergh fordert, sondern bereits vor sechs Jahren generell für die Auferstehung und Weitererzählung der Geschichte plädierte.

Ben Solo did not deserve to die. He was a victim of abuse, manipulation and deserved a happy ending. Ben deserves to make a balance with Rey and be with her as they are each other’s happiness. Let us petition to get his story continued through a novel, comic, or Disney + series!

Aber auch sie hat in all den Jahren lediglich 26.392 Menschen für sich überzeugen können. Ich halte nicht viel von diesen moralisch verwirrten Reylos und finde die Darstellung der Beziehung von Rey und Kylo Ren in den Filmen befremdlich. Insofern kann ich den Hype nicht so wirklich nachvollziehen. Wie real ist der Hype also wirklich? Auf Social Media scheint er für viele in den Bubbles greifbar, aber wieso gibt es dann so wenige Fans, die tatsächlich sich die Mühe machen und die Petition unterstützen?

Nur zum Vergleich: The Acolyte ist in vielerlei Hinsicht ein großer Fehlschlag für Lucasfilm gewesen, aber auch diese DisneyPlus-Serie konnte knapp 75.000 Personen finden, die sich eine zweite Staffel wünschten – und dies per Petition kundtaten.

Ich hielt damals dagegen und verwies auf eine Aktion der Fans der postapokalyptischen CBS-Serie Jericho. Die Serie erzählte von einer Welt, in der in großen Städten der USA Atombomben explodierten und die Regieung ausgelöscht wurde. Am Ende der ersten Staffel drohte ein Krieg zwischen zwei befeindeten Städten auszubrechen. Kurz bevor die Fetzen flogen, sollte es noch ein letztes Friedensangebot geben. Dann zitierte die Hauptfigur den Brigadegeneral McAuliffe, der im Zweiten Weltkrieg 1944 ein Kapitulationsangebot der Deutschen an die Amerikaner mit “Nuts!” zurückwies. Dann smash cut to black und man hört im Hintergrund die Maschinengewehre ballern.

Die Serie wurde abgesetzt und der massive Cliffhanger sollte niemals aufgelöst werden. Fans dieser schlichten Network-TV-Show wollten das nicht akzeptieren. Sie schickten CBS säckeweise echte Nüsse ins Hauptbüro in New York City und sammelten online Unterschriften. Ich erinnere mich noch gut daran, ich war damals nämlich einer der 29.000 Unterzeichner. Und wir Fans sollten Erfolg haben: Jericho wurde fortgesetzt! CBS produzierte eine zweite, verkürzte Staffel, die den Cliffhanger auflöste. Später erzählten Comics die in der Serie grob vollendete Geschichte noch weiter.

Das war vor fast zwanzig Jahren. Das Internet, die Medien, unsere Interaktion mit ihnen – alles funktioniert heute anders. Und trotzdem reden wir hier doch von Star Wars! Liegt die niedrige Zahl daran, dass heute keiner mehr sich fünf Minuten konzentrieren will, um seine Infos dort niederzuschreiben? Weil man aus einer App gerade raustabben muss? Weil niemand gerne etwas eintippt auf dem Smartphone? Sind Online-Proteste inzwischen sinnlos geworden? Früher war das Internet demokratischer, frei. Heute ist es in großen Teilen fest in der Hand einzelenr Medienkonzerne. Liegt es daran? Ist Star Wars einfach tot (ja) und außer einer kleinen, lauten Fangemeinde interessieren sich doch nicht so viele für Ben Solo? Mit Sicherheit ist das alles ein Teil der Antwort.

Eine ganz wichtige halbe Stunde im SWR: ARD-Metereologe Karsten Schwanke über Waldsterben in Deutschland, 45 Grad im Schatten und Extremwetterereignisse. Gutes Stück Journalismus, besonders aufgrund des ruhigen Vortrags bei gleichzeitig alarmierenden Aussagen.

Dazu das: Earth can reach a warming of 3 degrees Celsius within 25 years

Das wusste ich nicht. Aber nun ergibt es natürlich noch mehr Sinn, wieso wir dieses komische Wesen so putzig finden.