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Das sowjetische Gegenstück zum bekannten und viel fotografierten A7L-Raumanzug der NASA ist der Krechet-94, der allerdings nie tatsächlich zum Einsatz kam. Diverse Auktionshäuser wie Sotheby’s haben manchmal ein Exemplar, viele wurden nicht jedoch verständlicherweise nicht produziert. Das Ding wurde jetzt für 300.000 US-Dollar auf eBay angeboten und wohl unter der Hand verkauft, denn es wurde nach einem viralen Tweet (oben) offline genommen. Verrückt – so leicht hat die NASA ihr Artemis-Anzugproblem gelöst!


Agora Models

Jurassic Park Spielzeugfiguren und Dinosaurier von Kenner waren für mich das, was für andere Star Wars 3 3/4″ Figuren waren. Die Geschichte eignete sich auch auf wie kaum eine andere zum Spielen. Die Dinosaurierfiguren waren beweglich (im Unterschied zu den anderen Schleich-Modellen u.a., die es zu der Zeit gab) und konnten die Menschenfiguren jagen, die sich mit Autos und Waffen zur Wehr setzten. Ganz besonders ikonisch für mich ist bis heute der Ford Explorer in den Farben und der Aufmachung des Parks, der die Gäste auf einer Tour durch führen sollte. Das Auto ist dann ein wesentliches Element im Setpiece, in dem der T-Rex ausbricht – die Szene des Films!

Diesen modifizierte Elektro-Ford brachte Kenner auch als Spielzeug heraus – und für mich war das Design mit seiner Farbgebung und Add-Ons schon immer großartig. Einfach das perfekte Safari-Vehikel. Das Glaspanel oben ließ sich öffnet, Figuren konnten reingesetzt werden, Elemente der Karosserie von den Dinos abgebissen werden. Das Auto hatte eine Heckklappe und noch weitere Spielfunktionen. Es war schon so gut, aber eben nicht so gut, wie andere druckgegossene Fahrzeugmodelle, die mein Papa zum Beispiel sammelte. Da ließen sich die Türen öffnen, das Lenkrad bewegen, etc. Ich dachte immer mir, dass der Ford Explorer eigentlich so sein müsste.

Und nun wird dieser Kindheitstraum wahr: Agora Models, ein 1/8 Modellbauhersteller aus dem UK, bringt ihn auf den Markt. Ich habe vor einem halben Jahr schon einmal gesagt, dass mich jemand abhalten muss, das Ding zu kaufen. Und dieser Post hier ist auch in etwa so zu verstehen. Ich werde doch nicht etwa knapp 1500€ für dieses Plastikmodell ausgeben? Well, nach der offiziellen Vorstellung des Prototyps muss ich wohl sagen … ich glaube schon!

Dieser Großmodell-Bausatz ist ab sofort erhältlich Vorbestellung mit einem erwarteten Lieferdatum irgendwann im Herbst. Der Modellbauer und YouTuber World of Wayne hat exklusiv ein Hands-On-Video mit dem Prototypen produzieren dürfen und ja, das Teil sieht halt einfach genau so aus wie ich mir das immer gewünscht habe. Besser geht es nicht, das ist einfach ein kleines Auto.

Und der Lieferumfang geht ja sogar weiter als der Film. So lässt sich zum Beispiel die Motorhaube natürlich öffnen – wie sich eigentlich alles bedienen, drehen, öffnen lässt, was soll. Und im Film lernen wir, dass die Autos elektrisch sind ohne den Motor aber je zu Gesicht zu bekommen, selbst als der T-Rex das Auto Stück für Stück zerlegt. Aber natürlich wird hier an alles gedacht und ein Elektromotor dafür designt. Auch die anderen Utensilien und Props, die im Auto im Film zu sehen sind, sind enthalten.

The Ford Explorer “self-driving” tour vehicles played a crucial role in establishing Jurassic Park’s high-tech atmosphere; their specialised design and distinct livery stealing the show, that today have become symbols of 1990s nostalgia.

Our 1/8 scale museum-quality kit of the Jurassic Park Ford Explorer tour vehicle has been developed under license from Universal Products & Experiences to bring the best-possible movie-accurate detail to your model.

Ich hab natürlich das Kenner-Spielzeug gut sichtbar in einem Regal schön positioniert. Aber das ist ja, wie alle Spielzeugfiguren oder Modelle nur eine Referenz, die an den geliebten Film oder den Lieblingscharakter erinnern soll, mit dem man positive Emotionen verbindet oder sich identifiziert. Das Agora Modell wäre halt wirklich einfach das Auto – nur in klein. Ich hätte mega Schiss, dass mir meine geliebte Katze, die Plastik mehr liebt als mich, zerbeißt. Aber ich befürchte, ich muss das haben. Wahrscheinlich dann in einem hübschen Glaskasten oder so.

Nach dem Klick noch hier weitere Infos zu dem Modell mit knapp 500 Teilen und einem Video des CEOs zum Prototyp, der auch die Lichter zeigt. Ja genau, die Suchleuchten und auch Scheinwerfer werden natürlich funktionieren. Sorry, für jedes andere Vehikel gäb es bei mir nur ein Schulterzucken oder Kopfschütteln, aber hier werde ich schwach. (weiterlesen…)

Das Auktionshaus Propstore in Los Angeles bringt wieder jede Menge Props und Replicas unter die Leute und Adam Savage steht natürlich wieder bereit für Werbung. Im Gegenzug darf er die ganzen Sachen mit uns ganz nah betrachten. Das ist immer ein guter Deal und hier darf der ehemalige ILM effects guy Lukes Lichtschwert aus The Force Awakens untersuchen.

Es muss irgendwann in den Anfangstagen von tumblr gewesen sein, als ich zum ersten Mal Fotos von Ray Kappes Eigenheim sah. Das moderne Design des Hauses und die grünen, überwachsenen Hänge der Pacific Palisades üben auf mich bis heute eine magische Faszination aus. Viele Leute glauben, dass modernes Design kühl wirkt, aber Kappe gelingt es sehr gut, seine Häuser mit Wärme zu überziehen und in seinem eigenen Haus gelang ihm das am besten. Die vielen Ebenen, Wrights Lehre aus Compression and Release, die Natur ins Haus bringen… das alles macht die Kappe Residence für mich zum schönsten Haus der Welt.

Kappe verstarb bereits 2019. Seine Frau Shelly, die als Architekturhistorikerin die Mid-Century-Residenzen von Los Angeles dokumentierte, starb im vergangenen März. Nun steht ihr Haus zum ersten Mal zum Verkauf – und das für nur elfeinhalb Millionen US-Dollar. Die Bilder zeigen ein nahezu unverändertes Haus inklusive den vielen primärfarbenen Möbelakzenten. Das Haus dürfte heute wohl nicht mehr den aktuellen Bauvorschriften entsprechen und unter Bestandsschutz stehen. Das ist natürlich großartig, weil man so eine Immobilie in dieser Art und Weise heute kaum noch bekommt. Ich finde den Preis im Vergleich vergleichbaren Häusern fast schon spottbillig. Nur schade, dass ich damals 2011 nicht in Bitcoin investierte, als mir mein Nachbar davon erzählte.

Grafikdesigner Simon Marchner, von dessen Gigpostern ich auch ein paar mein Eigen zählen darf, ist Münchner und hat beim diesjährigen Gewinner des Oktoberfestplakats ein paar Fragen. Ärgerlich natürlich, aber in der ganzen Welle an Slop auch wieder nicht wirklich überraschend. Es ist schon eher viel schlimmer, dass das einfach so durchrutscht. Entweder weil es keiner bemerkt oder – schlimmer – es keinen stört. Das sind immer so kleine Anlässe, aber in der Masse einfach seelenzerstörend irgendwie.

Ralph McQuarrie, Joe Johnston und Doug Chiang. Das sind die drei wichtigsten Menschen – neben George Lucas versteht sich – wenn wir über Star Wars reden. Doug Chiang kam Mitte der 1990er zu Lucasfilm und prägte als Design Director maßgeblich die visuelle Identität der Star-Wars-Prequels. Er ist bis heute maßgeblich prägend bei neuen Projekten und inzwischen zum Senior Vice President aufgestiegen. Seine Entwürfe für Raumschiffe, Architektur und Technologie schlugen bewusst die Brücke zwischen klassischer Star Wars-Ästhetik und neuer, digitaler Bildsprache, die Lucas avancierte.

Adam Savage arbeitete in den Neunzigerjahren selbst bei Industrial Light & Magic als Modellbauer und kennt Chiang aus der Prequel-Ära. Zum Release eines riesigen Doppelbands (zwei richtige Oschis, will ich unbedingt haben), gefüllt mit Chiangs Konzeptzeichnungen und Designs zu Star Wars und anderen Projekten, besuchte Savage ihn auf seiner alten Wirkungsstätte. Herausgekommen ist meine Lieblingsart von Interview: Zwei Leute, die sich gut kennen und auch sehr gut auskennen, daher in ihrem Gespräch eigentlich weniger didaktisch für den Zuhörer arbeiten, sondern einfach ein authentisches Gespräch führen und man lauschen darf.

Viele der Lehren hat mein Freund und PewCast-Co-Host Matthias Hopf in der Vergangenheit auf seiner Seite The Beauty of Star Wars Concept Art zusammengefasst. Chiang ist oft auf den Celebrations zugegen und gibt dort Einblick in die Designphilosophie der Bildsprache Lucasfilms sowie seiner Karriere im Unternehmen.

-> Doug Chiang: The Cinematic Legacy (Volume I) & The Star Wars Legacy (Volume II)

Worldbuilding Rule 101: Only a small amount of what you make up about your world is going to end up being relevant to your story. Oder so. Wer Tolkien gelesen hat, wer George Lucas bei Q&As erlebte oder George R.R. Martin in Interviews an den Lippen hing, weiß: Diese Schöpfer wissen deutlich mehr über ihre Welten als die Fans je zu Gesicht bekommen. Sie klären für sich unzählige Hintergründe ab, die weder explizit in den Zeilen stehen noch zwingend auf der Leinwand sichtbar werden.

So ist es auch bei James Cameron, der hier zehn Minuten lang über die neuen Windhändler in Avatar: Fire and Ash spricht.

Sie werden laut ihm in Teil 4 nochmal wichtiger. Das freut mich zu hören, denn die Screentime der Windhändler und ihrer coolen Kreaturen ist ärgerlicherweise nur ungefähr so lang wie dieses Video. Angesichts dem Casting von David Thewlis und Camerons Konzeptzeichnungen aus dem Jahr 1978, die in diesem Design erst viele Jahre später ihre Vollendung finden, hatte ich mir eigentlich mehr davon erhofft.

Beeindruckend finde ich allerdings, wie durchdacht das alles selbst für diese kurze Einführung ist: wie viele Überlegungen das Design bis ins kleinste Detail informieren. Und das spürt man an allen Ecken in diesen stimmigen Filmen – ganz egal, ob man sie besonders liebt oder eher als relativ langweilig empfindet. Ich hätte ihm gerne noch länger zugehört.

 

Designer Davide Mascioli hat ein wunderbares Onlinearchiv namens Space Exploration Logo Archive für Logos von Weltraumbehörden und Unternehmen kreiert, die sich der Erkundung des Weltalls verschrieben haben. Neben den hübschen und kostenlosen Vectorgrafiken gibt es jeweils immer eine kurze Erklärung zum Hintergrund des Logodesigns. Da kann man einige Stunden drin stöbern, vor allem dank der netten Sortierung nach Herkunft. Auch fiktionale Agenturen sind vertreten. Als Sammler von genau diesen Space Patches aus hard sci-fi Filmen muss ich aber auch feststellen, dass hier einiges fehlt – ich helfe gerne, Davide! Dieses S.E.L.A. gab es auch als Zine auf Kickstarter. Sehr, sehr cool! (via eay)