Alles sonst so - PewPewPew

Robert Eggers hat mit The VVitch (den ich sehr liebte) alles bewiesen und sein nächster Film, The Lighthouse, ist ein absoluter Powermove: Ein beklemmender Normalbild-Thriller in Schwarz-Weiß über zwei isolierte und langsam paranoid werdende Leuchtturmwärter mit Willem Defoe, Robert Pattinson und Lovecraft’schen Bezügen. Wow.

A24 bringt den im Oktober in die Kinos, in Deutschland gibt es sträflicherweise noch keinen Starttermin. Der Film feierte in Cannes Premiere und hat aktuell ein postives RT-Rating von 98% – nicht, dass das eine große Rolle spielt, aber 98% sind eben auch eine Ansage.

Dazu wartet The Lighthouse mit diesem wunderschönen Poster auf, das mich sofort an die Arbeiten von Nicolas Delort erinnert. Leider kann das Werk nicht ohne etwas Kontroverse auskommen, denn das Poster ähnelt sehr stark dem Entwurf von Jay Bennett, einem Künstler aus der alternativen Posterszene.

Klar, Ideendiebstahl ist in der kreativen Welt immer so ein Thema und bei den limitierten Motiven des Films ist die Wahrscheinlichkeit einer Überschneidung recht hoch, aber hier ist die Ähnlichkeit doch sehr verblüffend. Nichtsdestotrotz eine großartige Arbeit, die man ruhig mal an der Wand aufhängen kann und perfekt die Stimmung des Films verkauft.

Dieser Artikel erschien zuerst in der 15. Ausgabe des WASD-Magazins.

Können die Hörner bitte noch etwas länger sein? Es soll richtig punkig aussehen! Mein ästhetisches Empfinden möchte revoltieren, doch ich weiß, dass Proteste fast immer ins Leere laufen. Ich seufze innerlich. Star Wars und Punks? Das geht doch nicht!

Es ist 2005, ich spiele das MMORPG Star Wars Galaxies und ich bin ein Image Designer. Während andere bei George Lucas‘ Weltraummärchen in erster Linie an Lichtschwerter, John Williams-Fanfaren oder Darth Vaders schweres Atmen denken, dreht sich meine Welt um Charakterdesign. Ich helfe anderen Spielern eigene Helden im Hintergrund des Sternenkriegs zu formen. Als lebendig gewordener Charakter Creator biete ich anderen Spieler meine Dienste an: neue Frisuren, Fettabsaugung per Klick, Tattoos – alles ist möglich.

Auf den ersten Blick mag das alles einem Gimmick gleichkommen, aber schlussendlich geht es hier um das Kreieren und Formen einer gemeinsamen Welt, wodurch Fans selbst ein Teil der Geschichte werden, was den Sog gerade eines MMOs noch weiter erhöht.

Der Star-Wars-Kosmos lebt wie keine andere Domäne der Popkultur vom Design seiner Welt. Deswegen ist die Cantina-Szene so entscheidend: Figuren im Hintergrund formen das Universum – und ich lege selbst Hand an. Zumindest in der Theorie. Diversität ist ein elementarer Bestandteil von Videospielen. Jeder möchte seine individuelle Vision umsetzen. Heutzutage wechseln teure Skins täglich den Besitzer. Ich will dagegen lediglich beraten, um die Immersion der Welt zu bewahren. Auf pinkfarbene Wookiees möchte ich nämlich verzichten.

Trotzdem schiebe ich nach einem Moment den Regler nach ganz rechts und sehe, wie die Hörner irokesenförmig aus dem Kopf des Zabraks in die Höhe schießen. Mein Patient ist zufrieden. Das soll mir recht sein. Schönheit liegt schließlich im Auge des Betrachters. Für meine Dienste verlange ich eigentlich keine Bezahlung, aber ich bekomme reichlich Trinkgeld, mit dem ich meinen X-Wing für die Weiterreise nach Tatooine neu lackieren kann. Irgendwie verspüre ich Lust auf was Gelbes.

Ich habe mich auf YouTube ein bisschen rumgeklickt in den letzten Tagen und unglaublich viel Apollo-Footage konsumiert, wie man an den Postings der letzten Tage sicherlich merkt. Ich möchte noch diese eigene Compilation machen aus drei kleinen Videoprofilen über Armstrong, Aldrin und Collins nachfügen, die Jahrzehnte nach der Landung über die Herausforderungen und Bedeutung ihrer Mission nachdenken, was mich sehr emotional werden lässt.

Mein geschätzter Kollege Hilmar Stehr hat diese ach so süßen Bilder von heimkehrenden Soldaten und ihren Hunden mit GUSTAVs “Mein Bruder” gegenübergestellt und ein erdrückendes Musikvideo für die Bush-Ära geschaffen. (Ich habe ein bisschen mit den Untertiteln geholfen und freue mich wie immer bei sowas Coolem irgendwie mitwirken zu können.) Heutzutage sitzen die Piloten seltener in ihren Maschinen hoch in der Luft, sondern steuern ihre Drohnen vom US-Boden aus. Dann schlafen die Herrchen auch Zuhause, da freuen sich die Hunde sicher.

Es ist kurios zu wissen, dass sich kein Leben auf der Marsoberfläche befindet, aber trotzdem die Augen automatisch nach etwas suchen, das sich bewegt oder im Wind weht. Die Enttäuschung sollte uns die Stimmung nicht trüben, sondern Dank für unsere galaktische Anomalie namens Leben fühlen lassen.

Curiosity’s Mastcam snapped the panorama images from a location 327 meters (1,073 feet) above the rover’s landing site, which is out of view behind a slight rise. But nearby Yellowknife Bay, where Curiosity found carbon compounds and evidence of an ancient freshwater lake environment, is visible, along with weathered relics of ancient stream beds that once carried water into Gale Crater some three billion years ago. via

Rare Moon Moments

25 Jul, 2019 · Sascha · Wissenschaft · 0 comments

Jeder kennt die ersten Worte von Neil Armstrong auf dem Mond. Aber nur Raumfahrtfans sind mit den anderen und teilweise sehr ulkigen Momenten der anderen Astronauten vertraut, deren Zeit auf dem Erdtrabanten wesentlich faszinierender war. Nicht dabei im Video sind die singenden Astronauten Cernan und Schmitt von Apollo 17 und mein persönlicher Lieblingsmoment bei der Landung von Apollo 12, als Alan Bean Pete Conrad kameradschaftlich zusicherte: “Plenty of gas, babe.”

Mehr davon in For All Mankind und diesem YouTube-Clip.


Bottleneck Gallery / VICE Press

Immer wenn ich denke, dass Filme wie Blade Runner, Star Wars oder Jaws keine neuen Prints aus der Posterszene brauchen, veröffentlicht ein Künstler wie Tony Sella ein solch hübsches Kunstwerk und dann bin ich wieder direkt still. Ich bin zwar der Meinung, dass diese wunderschön schreckliche Wasserfarben-Illustration besser im kleineren 18″x24″ Format und ohne Titel, Creditsblock und Tagline funktionieren würde, aber dennoch ist die Arbeit nicht nur für Fans von Bruce einen Blick wert. Das Ding geht gleich bei Vice und Bottleneck online.


Bottleneck Gallery / VICE Press

Apollo 11 in Real Time

16 Jul, 2019 · Sascha · Wissenschaft · 2 comments

Existiert schon viele Jahre, aber zum 50. Jubiläum des ersten Mondlandung natürlich besonders cool: Apollo in Real Time zeigt durch Video- und Audioaufnahmen die gesamte Mission von Anfang bis Ende. Die Seite stellt mit Abstand eines der spannendsten und beeindruckendsten Projekte des Internets dar. Die Details sind der echte Wahnsinn. Die Seite ist ein sehr schönes Update des WeChooseTheMoon-Projekts über das ich vor 10 Jahren bloggte, damals zum 40. Jahrestag, damals noch in Flash! Krass, wie die Zeit vergeht.

Alternativ könnt ihr auch dem Apollo50th-Account auf Twitter folgen, der ähnliche Updates in den nächsten Tagen liefern wird.