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Unser Sonnensystem könnte bald wieder neun Planeten zählen: Führende Astrophyiker glauben, dass sie auf einer Suche nach einem neunten Planeten bald fündig werden. Dieses Video zitiert Konstantin Batygin, der zusammen mit Michael E. Brown vor zehn Jahren mit einer Arbeit über einen hypothetischen “Planet Nine” weltweit bekannt wurde.

Sie vermuten einen weiteren Wanderer außerhalb der Umlaufbahn des Neptun. Laut ihnen bewegt sich ein bisher unentdeckter, eisiger Körper in etwa 400–800 AU (astronomical unit, also die Entfernung der Erde zur Sonne), der die Umlaufbahnen der nach dem Zwergplaneten Sedna benannten Sednoiden beeinflusst. Die Sednoiden sind eine besondere Untergruppe transneptunischer Objekte und nicht Teil der Oortschen Wolke.

Diese Sednoiden sind besonders, denn man zählt sie noch nicht zu der Oortschen Wolke und ihre weiten elliptischen Umlaufbahnen werfen Fragen auf. Brown und Batygin glauben, dass die Gravitation eines mysteriösen neunten Planeten die exzentrischen Umlaufbahnen erklärt. Es kommen sicherlich auch weitere Erklärungen hinzu, wie die Existenz eines urzeitlichen Schwarzen Lochs oder einer Beobachterverzerrung (observer bias), weil bisher zu wenige Sednoiden gefunden wurden, die nicht in das Modell passen und es widerlegen.

Vielleicht müssen wir uns aber mal tatsächlich Gedanken um die Benennung dieses Himmelskörpers machen, denn das neue Rubin Observatory ist so stark, dass es extrem lichtschwache Himmelsobjekte beobachten kann. Batygin und Brown sind überzeugt, dass es damit gelingen wird, Planet 9 zu finden. Man muss nur auf der vermuteten Umlaufbahn schauen.

Ein solcher Körper würde etwa 15.000 Jahre bei seiner Umkreisung der Sonne brauchen, und man weiß nicht, wo genau man schauen muss. Daher kann es etwas dauern, aber auch diese Suche ist nur eine Frage der Zeit. Sollte dieser mysteriöse Wanderer in der Dunkelheit erspäht werden, fände ich Erebus am besten, analog zu den anderen römischen Göttern. Die Forscher finden “Bowie” wohl ganz cool, in Anlehnung an Mister Ziggy Stardust himself, was ein bisschen cringe wäre.

Drei Galaxien in einem Bild

23 Nov, 2025 · Sascha · Wissenschaft · 0 comments

Astronaut Don Petit teilt eine Langzeitbelichtung von seiner letzten Mission auf der ISS, in der drei Galaxien zu sehen sind: Unsere eigene Milchstraße sowie rechts im Bild die Große und Kleine Magellanische Wolke. Technisch gesehen sind in allen Aufnahmen des Himmels viele Galaxien enthalten, wenn man nur genau genug schauen könnte, aber das hier erscheint mir doch schon eine sehr spannende Perspektive. Something to ponder about!

Die Comic Con Stuttgart ruft Fans wieder zu sich: Zwischen dem 29. November und 30. November wird das Messegelände zur epischen Pilgerstätte für Nerds, Geeks und alle Popkultur-Fans dazwischen.

Ich hatte letztes Jahr riesigen Spaß dort und werde erneut aufkreuzen, um hier davon zu berichten. Ganz besonders freue ich mich auf Star Wars-Autorin Claudia Gray. Ihr Roman Blutlinie (im Original Bloodline) gehört für mich zu den besten und wichtigsten des neuen Kanons. Panini veröffentlicht eine besondere und limitierte Ausgabe auf der Comic Con Stuttgart. Nur 222 Exemplare wurden gedruckt und die tollen Leute von der Jedi Bibliothek haben sichergestellt, dass Claudia Gray diese uns auch in Person unterschreiben kann, denn sie ist als Stargast eingeladen. Mega!

Dazu ist die diesjährige Comic Con Suttgart größer als jemals zuvor. In insgesamt nun vier großen Hallen – auf über 60.000 m² – wird es jede Menge Nerd-Highlights denn je geben. So wurden nicht nur die bekannten und beliebten Bereiche vergrößert (ich bin gespannt, ob die Star Wars Ecke “Galactic Cantina” inzwischen größer ist als ganz eigene Star Wars Cons …), sondern es wird auch brandneue Themenwelten geben:

Keine Überraschung, dass ich mich besonders auf die LEGO-Ausstellung freue, das hat mir letztes Jahr wirklich irgendwie gefehlt. Dazu wird einen Retro-Bereich geben (was man auf diesen Cons immer mehr sieht, da sich die Nerd-Community inzwischen über mehrere Generationen streckt und die MOTU-Meute nicht so viel mit den Anime-Cosplay-Girls gemein hat). Ein Abschnitt wird sich dazu ikonischen Filmautos widmen und ich hoffe auf den Jurassic Park Ford Explorer oder Jeep.

Worauf ich sehr gespannt bin: Ein neuer Horrorbereich feiert Premiere. Mein Abschlusspodcast zu The Walking Dead hat mich in der Hinsicht richtig nostalgisch gestimmt, darauf habe ich richtig Lust.

Das wird ein großer Spaß. Wie immer bin ich mit PewPewPew T-Shirt unterwegs; wer mich sieht, kriegt Sticker!

Renaissance UFO Crash Recovery

09 Nov, 2025 · Sascha · Kunst · 0 comments

Der Algorithmus hat mich heute mit diesem wunderschönen Kunstwerk gesegnet. Was für ein großartiges Konzept. Prints hier, Process hier, Aliens hier?

Unglaubliche Leistung Skibergsteiger Andrzej Bargiel aus Polen: Zunächst bestieg er den Mount Everest ohne Sauerstoff und fuhr dann auf seinen Ski vom Gipfel bis zum Base Camp. Zuvor hatte das nur der Slowene Davo Karničar geschafft, allerdings ohne Sauerstoff – und ohne Drohne und GoPro.

Red Bull finanzierte und inszenierte diese immense Leistung, die schon im September ablief. Da sind die Temperaturen niedriger nach der Monsunzeit, aber noch stabil bevor der Jetstream im Oktober zurückkehrt und nur noch wenige Besteigungen probiert werden. Dies ist meist die Zeit für Film- und Expertenmissionen, die die Touri-Saison im April/Mai vermeiden. Für Bargiel war natürlich der Schnee wichtig, der kritische Punkte der Besteigung mit genügend Masse bedeckt, zum Beispiel den Hillary Step.

Die späte Gipfelzeit (durch den längeren Aufstieg ohne Sauerstoff) bedeutete, dass Bargiel aufgrund der eintretenden Dunkelheit seine Abfahrt auf zwei Tage aufteilte, im Unterschied zu Karničar, der in 4 Stunden und 40 Minuten hinunterfuhr. Da wäre also das nächste World’s First für die nächste Saison bereits geplant.

Passend dazu: Jimmy Chin, selbst Alpinist und Regisseur von Free Solo, bestieg den ebenfalls den Everest vor Kurzem, um Skibergsteiger Jim Morrison zu filmen. Morrison fuhr als erster Mensch auf Ski durch das Hornbein-Couloir, eine Steilschlucht an der Nordseite. Dieser Weg war technisch schwieriger, kein Millimeter für Fehler möglich. Reinhold Messner nannte diesen “Super Direct” Weg die “schönste Route am Berg”. Auf diesen Film bin ich noch mehr gespannt.

Heute vor genau 25 Jahren flog die erste Besatzung der Expedition 1 zur ISS. An Bord waren mit dem Amerikaner William Shepherd und den Russen Juri Gidsenko und Sergei Krikaljow die ersten drei Menschen, die diesen Traum einer gemeinsamen Raumstation im All wahr werden ließen. Die Idee einer Zusammenarbeit zwischen den USA und der Russischen Föderation entstand schnell nach dem Ende des Kalten Kriegs, u.a. auch um einen russischen Brain Drain zu vermeiden.

Die Zusammenarbeit war so im Konzept angelegt, dass ein Überleben nur mit beiden Staaten funktionieren kann. Daneben waren auch viele Astronauten anderer Nationen mit dabei, vor allem durch die Beteiligung von Japan, Kanada und der ESA. Insgesamt sind es fast 300 Frauen und Männer aus 26 Ländern, die im letzten Vierteljahrhundert für eine kontinuierliche, menschliche Präsenz im All gesorgt haben. Dazu gehören auch die vier deutschen Astronauten Thomas Reiter, Hans Schlegel, Alexander Gerst und Matthias Maurer.

Dieser Traum wird Ende des Jahrzehnts zu Ende gehen und es ist festzustellen, dass aus dem Traum und seiner Symbolkraft nicht mehr gemacht wurde. Das ist nicht die Schuld der ISS, sondern einfach das mangelnde Interesse an der Raumfahrt selbst. Sie ist größtenteils nur ein Ausdruck wirtschaftlicher Interessen oder geopolitischen Säbelrasselns. Nirgendwo ist dieses Jubiläum heute ein großes Spektakel, weder in den Medien, noch auf politischer Ebene, trotz dieser unfassbar großen technologischen Leistung. Im Gegenteil: Die ISS ist zuletzt Schauplatz auch trauriger politischer Spielchen geworden, als Kosmonauten Fotos mit einer Flagge der “Republik Luhansk”, der von Russland besetzten Region der Ukraine, an Bord schossen.

In wenigen Jahren werden SpaceX-Antriebe die Station aus ihrem Orbit bringen und über dem Südpazifik größtenteils verglühen lassen, bis die restlichen Teile am “Point Nemo”, dem weit vom Land entferntesten Puntk der Erde, ins Meer fallen werden. Ein besseres Bild für das bittere Ende dieses Traums kann man sich kaum ausmalen. Währenddessen planen diverse Unternehmen private Raumstationen, China hat mit der Tiangong seine eigene Station und aus dem Monddorf der ESA wird auch nichts. Die NASA könnte aufgrund des Government Shutdowns nicht einmal feiern, selbst wenn sie wollte.

25 Jahre nach “End of History” muss man bitter anerkennen, dass die Welt sich doch weitergedreht hat – wie man von oben gut beobachten konnte – und von dem ursprünglichen Traum nicht mehr viel übrig ist. Trotzdem ist dieses mechanische Wunderwerk, ein Fußballfeld groß, ein Ort für Magie und Wissenschaft. Die Liste der Forschung auf der ISS ist lang, ein enorm wichtiger und lohnenswerter Akt, der nicht aufhören sollte. In diesem Sinne: Happy 25th, ISS!

Hier die alle ISS-Posts auf PewPewPew, sowie ein paar persönliche Favoriten:
Live-Musik aus dem All: Alexander Gerst spielt mit Kraftwerk
Dieses NASA Video lässt dich wie einen Astronaut durch die ISS schweben
Astronauts watching GRAVITY on the ISS
Die Welt von oben – Alle ISS Bilder gesammelt auf einer Weltkarte
Chris Hadfield sings David Bowie’s “Space Oddity” IN SPACE
How to take photographs from space

Designer Davide Mascioli hat ein wunderbares Onlinearchiv namens Space Exploration Logo Archive für Logos von Weltraumbehörden und Unternehmen kreiert, die sich der Erkundung des Weltalls verschrieben haben. Neben den hübschen und kostenlosen Vectorgrafiken gibt es jeweils immer eine kurze Erklärung zum Hintergrund des Logodesigns. Da kann man einige Stunden drin stöbern, vor allem dank der netten Sortierung nach Herkunft. Auch fiktionale Agenturen sind vertreten. Als Sammler von genau diesen Space Patches aus hard sci-fi Filmen muss ich aber auch feststellen, dass hier einiges fehlt – ich helfe gerne, Davide! Dieses S.E.L.A. gab es auch als Zine auf Kickstarter. Sehr, sehr cool! (via eay)

Extrem coole Arbeit von Steven Thompson aka Happy Life Wood für den Carhartt Flagship Store in New York City. Thompson benutzte dafür keine Farben oder Holzbeize, sondern schnitzt die einzelnen Teile aus unterschiedlichen Holzarten zusammen. Ziemlich beeindruckende Arbeit; er hat u.a. auch für richtig viele Profisportler oder Nike in der Vergangenheit ähnliche Werke gefertigt.