Einer geht noch: Trailer zum letzten Jackass-Film - PewPewPew - PewPewPew

Lange hat es gedauert, nun ist der Trailer zum letzten Jackass-Film “Best and Last” (einer geht noch auf deutsch) endlich da, nachdem Johnny Knoxville ihn zu Beginn des Jahres überraschend angekündigt hat. Auf der einen Seite stimmt mich dieser Film hochemotional, da mir diese Kerle eine Menge bedeuten und da natürlich ein Riesenhaufen Nostalgie mitspielt, für eigenen Jugenderfahrungen wie auch für diese inzwischen verlorene Medienwelt, aus der Jackass geboren wurde.

Auf der anderen Seite – und das ist durchaus die überwiegende Reaktion – ist eine Clip-Show aus Deleted Scenes und älteren Bits nicht das große letzte Hurra, das ich mir wünschen würde, so sehr und wahrscheinlich auch gerade weil ich dieser Truppe einen wunderschönen und gebührenden Abschied wünsche. Dass Jackass Forever, eine durch und durch verhaltene Covid-Produktion, nicht das letzte Worte sein darf, steht außer Frage.

Aber leider war man nicht mehr gewillt, den Schritt “runter” ins Fernsehen mit dieser neuen Truppe zu wagen. Das hätte dem Franchise wirklich wieder mit dem frischen Blut die notwendige Verjüngungskur verliehen. Dass die Gruppe aber niemanden abschüttelt und zum Abschied Bam sogar wieder ins Boot holt (mit Archivaufnahmen), dazu Dark Shark als vollwertiges Mitglied aufnimmt – das sind gute Vibes für das große Goodbye. Was ich noch cool fänd: Was ist mit der CKY-Truppe? Wurde sie gefragt, hatte sie keine Lust? Dürfen Kameramänner wie Lance Bangs wieder mehr in den Vordergrund? Führt Spike Jonze eigentlich hier Schattenregie schon lange?

Was mir einfach nicht so gefällt, sind diese Szenen auf dem Paramount Lot oder in ähnlichen Szenarien: Alle stehen im Kreis, einer macht etwas, alle lachen. Das ist schön, aber  eine Folge davon, dass die Truppe aus ihren Hollywood-Mansions dort hinfährt – eben für den Dreh – und nicht mehr alle auf Reisen in Hotelzimmern herumlungern und dann bei Langeweile etwas passiert, das gefilmt wird. Halb so wild, aber es raubt der Kameraderie ein Stück. Auch dieses Bit mit dem Roboter, der Steve-O einen Finger in den Arsch steckt. Konzeptionell fantastisch, na klar! Aber nicht so aus dem Moment geboren, es hat ein bisschen etwas von einer schlechten RTL-Produktion, wo dann alle Wow! sagen müssen, wenn etwas reinkutschiert wird.

Ein paar der neuen Stunts können durchaus mein Interesse wecken: Dave Englands Ball-Kick-Machine sieht wunderbar aus, dieser weiße Raum voller Überraschungen ist herrlich dumm, und der Elektroschocker am Penis von Poopies ist wiederum sehr nahe am wahren Geist von Jackass.

Johnny Knoxville hat bereits bestätigt, dass dies wirklich der letzte Film sein wird – dann ist Schluss. Keine “0.5” Veröffentlichung nach einer gewissen Zeit mit Extramaterial, wie bei den Filmen zuvor. Böse Zungen würden jedoch behaupten, dass “Best and Last” bereits aussieht wie 4.5. Aber natürlich bin ich ready und werde bitterlich heulen, wenn Johnny Knoxville uns ein letztes Mal zu Jackass willkommen heißt.