25 Feb, 2016 · Sascha · Fernsehen,Review · 2 comments

Frohe Kunde, ein neuer Wowcast! René und ich reden über die Vor- und Nachteile von *NSYNC, über kunterbunte Farben undlangweilige Anwaltsmeetings, zweifelhafte Sexpraktiken mit Kuchen und warum es niemals gut ist, wenn Mike Ehrmantraut zu jemandem meint, “We’ll have a little talk”. Wir besprechen auch wie immer ganz kurz unsere Lieblingszombieserie, die jetzt wider Erwarten zwei sehr solide Folgen geliefert hat. Aber nur ganz kurz, versprochen. Danach gibt es qualitative Analysen zu Better Call Saul.
Das Intro wurde uns freundlicherweise vom großartigen Herrn Kaschke eingesprochen, Musik und Produktion von 3typen.
Diese Folge des Wowcasts wurde freundlicherweise unterstützt von Audible und dem Hörbuch zu Neal Stephensons „Amalthea“.
Cinematography: Cobbler
Cinematography: Switch
Breaking Bad Remix
‘Better Call Saul’ Will Set a Whole Episode in Post-‘Breaking Bad’ Era
Miles Toland Paintings
MP3: wowcast52.mp3 (135MB)
Soundcloud: Wowcast 52: Better Call Saul S02E01/02 – Switch/Cobbler
iTunes: NC-Podcast
Podcast-Feed: http://feeds.feedburner.com/nc-podcast
Bildquelle © AMC
Hier der Link zu allen Wowcast-Folgen auf Nerdcore, hier der Link zu den Heisencasts.
25 Jan, 2016 · Sascha · Games,Review,Sponsored · 3 comments

Es ist kein Wunder, dass Comic-Größe Robert Kirkman mit seiner Produktionsfirma Skybound bereits an einer Film- bzw. Serienadaption von Oxenfree arbeitet. Das erste Spiel aus dem Hause von Nightschool Studio, das sich aus Disney und Telltale Alumni zusammensetzt, mutet nicht wie ein gewöhnliches Spiel an, sondern überzeugt durch eine überraschend dichte Erzählung sowie komplexe Figuren und Beziehungen.
Oxenfree erhält seinen Namen aus einem Kinderspruch (“olly olle oxen free”), der am Ende eines Versteckspiel gerufen wird. Alle, die sich bis zu dem Zeitpunkt erfolgreich verstecken konnten, sind erlöst und können rauskommen. Der etwas umständlich wirkende Name passt daher aber perfekt zu der Geschichte um eine Gruppe Jugendlicher, die am letzten Tag des Schuljahres auf eine berühmt-berüchtigte Insel fahren, um dort Party zu machen – und auf etwas Übernatürliches stoßen.

Das Abenteuergenre hatte in den letzten Jahren ein längst überfälliges Revival erlebt. Allen voran die Entwickler von Telltale Games war dafür mit verantwortlich. Dank ehemaligen Mitarbeitern Telltales startet das Adventure-Gaming-Jahr nun mit Oxenfree besonders stark.
Spieler_innen schlüpfen in die Rolle von Alex, einer jungen Schülerin, die sich mit ihrem Stiefbruder Jonas, ihrem Jugendfreund Ren sowie ihren zwei Mitschülerinnen, Clarissa und Nona, auf einer verlassenen Insel trifft. Kurz vor Sonnenuntergang fährt die letzte Fähre die Gruppe zur Insel, wo fortan am Strand eine Party mit Alkohol, Drogen und Lagerfeuer beginnt.
Das Setting wäre der perfekte Ansatz für einen Slasherfilm, doch das ist nicht das einzige Klischee bzw. der alleinige stereotypische Hergang, den das Spiel gekonnt umschifft. An Blut, Horror oder Amnesia-esken Jump-Scares ist Oxenfree gar nicht interessiert (wobei letztere schon vorhanden sind und mir beim Durchspielen in der Nacht tatsächlich eine starke Reaktion abverlangten).
Stattdessen spielt die Geschichte und das Gameplay mit der Entdeckung der anderen Figuren und des Unheimlichen, das durch leise und visuell gezielte Momente dem Spieler eine anhaltende Angst bzw. ein Gefühl des Unbehagens eintreiben will. So hat die Protagonistin Alex ein Radio, das – nachdem die Gruppe zufällig etwas Übernatürliches geweckt hat – unheimliche Frequenzen und gequälte Töne abfangen kann. Hinzu kommen visuelle Anomalien und Erscheinungen, die tatsächlich wesentlich unheimlicher und länger wirken, als ein beliebiger Jump-Scare. (weiterlesen…)
24 Dec, 2015 · Sascha · Featured,Film,Review · 17 comments
René und ich über die Enttäuschung des Jahres, neue Jacken, alte Jacken, rote Arme, süße Kugeln, Frau Mary und Gary Sue, Kylo Rens Hüftprobleme und überhaupt. Ziemlich interessant tatsächlich, dass wir beide zwar dieselben handwerklichen Fehler im Film sehen, daraus aber fundamental unterschiedliche Schlüsse ziehen. Diesmal mit zweieinhalb Stunden Überlänge; unser kleines Weihnachtsgeschenk, wenn man denn so will. Das Poster oben stammt von Matt Taylor.
ShownotesSlashfilm: Force Awakens Easter Eggs
NYTimes: Star Wars and Decadence
Vox: Star Wars: The Force Awakens: 5 ways the new movie copies the original film
The Verge: With Star Wars’ Rey, we’ve reached Peak Strong Female Character and there’s nothing wrong with that
Twitch: Destroy All Monsters: The Power Of THE FORCE AWAKENS
MP3: wowcast47.mp3 (211 MB)
Soundcloud: Wowcast 46: The Schwartz awakens!
iTunes: NC-Podcast
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06 Oct, 2015 · Sascha · Fernsehen,Review · 3 comments
Fear The Walking Dead beendet die erste Staffel stark. In einem zufriedenstellenden Staffelfinale kann die Serie noch einmal alle positiven Aspekte der ersten Folgen hervorheben.
Es herrscht das blanke Chaos. Die Figuren befinden sich auf der Flucht. Zombies links und rechts, doch der selbstsichere Strand (Colman Domingo) beruhigt Nick (und uns): “It’s alright, they’re slow.“ Natürlich. Und trotzdem haben diese schlurfenden Toten binnen gerade mal ein paar dutzend Tagen den totalen Zusammenbruch der Zivilisation herbeigeführt. Wieso eigentlich?
In der Finalfolge der ersten Staffel von Fear the Walking Dead gelingt es den Showrunnern und Autoren Robert Kirkman und Dave Erickson diese Frage eindringlich und schonungslos zu beantworten. Schon mit den ersten Bildern erinnern sie uns die Kreativen an die wahren Ausmaße der schleichende Apokalypse. Doch vergeblich suchen wir hier nach Zombiemassen. Stattdessen werden wir mit Tatenlosigkeit konfrontiert. Niemand löscht mehr die Feuer. Der Glauben an die Rettung der Zivilisation ist verloren. Und so muss die alte Welt brennen.
Wahrscheinlich wird sich keine Serie im Walking Dead-Kosmos jemals den absoluten Zombiemassen hingeben. Es dürfte nicht nur an den Budgetgründen liegen, sondern auch einfach an der Tatsache, dass sie nicht so interessant sind, wie die menschliche Reaktion auf dieses außerordentliche Szenario der Zombieapokalypse.
Nun gibt es Zombiefilme wie Sand am Meer. In den letzten 50 Jahren hat sich der Zombiefilm jedoch stetig weiterentwickelt. Einfache, abgeschlossene Einträge ins Genre müssen sich nicht nur an der Produktionsqualität eines Teams um Großmeister Greg Nicotero messen lassen, sondern bereits in der Prämisse einen Grund oder einen Twist liefern, damit neunzig bis hundertzwanzig Minuten mit ein paar Figuren noch überhaupt interessant klingen. In gewisser Weise hat Comic-Autor Robert Kirkman mit dem Start des The Walking Dead-Comics im Jahr 2003 geholfen, das Genre wieder aufleben zu lassen – und es gleichzeitig so revolutioniert, dass eine einmalige Betrachtung einer Ausgangslage fast schon unsinnig erscheint. (weiterlesen…)
29 Sep, 2015 · Sascha · Fernsehen,Review · 0 comments

© AMC
In einer schmucklosen Folge bringt Fear The Walking Dead seine Figuren ein ganzes Stück weiter. Für das Finale, in dem das Schlimmste befürchtet werden muss, wurden immerhin mehrere Grundsteine gelegt.
Als vor fast einem Jahr die ersten gehaltvollen Meldungen zum The Walking Dead-Spin-off veröffentlicht wurden, gab es zwei handfeste Informationen: Erstens soll die neue Serie die Tage des Ausbruchs darstellen. Eben genau die Zeit, die Rick während seines Koma verpasst hat und die der Zuschauer nur aus Erzählungen und einer Handvoll Flashbacks kennt. Zweitens sollte das Spin-off tatsächlich den Untertitel Cobalt bekommen. Dieser stellte sich vor geraumer Zeit dann lediglich als Arbeitstitel der Serienmacher heraus.
Dennoch sollte Cobalt eine ganz besondere Bedeutung zukommen. Nicht nur ich brütete über diversen Wikipedia-Artikeln und spekulierte, ob man womöglich den Ausbruch der Seuche näher chemisch erklären würde. In der gleichnamigen fünften Episode von Fear the Walking Dead sollte nun das Geheimnis gelüftet werden. Die Antwort auf das Mysterium um das chemische Element ist dabei jedoch wenig überraschend.
Nachdem das Militär in der letzten Folge die Führung übernommen hat, haben sich die Umstände trotz einer zunächst bequemen und garantierten Sicherheit vor den wandelnden Toten zum Schlechteren gewendet. Die Bevölkerung wird angesichts der Besatzung und fehlender Informationen unruhig, das Leben wird wieder rauer und spätestens seitdem rigoros gegen mögliche Bedrohungen vorgegangen wird, steht der Bösewicht in den Sicherheitszonen fest.
Lieutenant Moyers (Jamie McShane) verleiht der harten Linie des Militärs ein Gesicht. Er bleibt jedoch trotz einiger netter Sprüche (“I can do whatever I want. I got the guns.“) recht farblos und eindimensional. Und dennoch kann er uns in seinen wenigen Interaktionen immerhin über den moralischen Stand des Militärs informieren. (weiterlesen…)
22 Sep, 2015 · Sascha · Fernsehen,Review · 3 comments
Die Apokalypse macht diese Woche eine Pause. In der neuen Folge von Robert Kirkmans Zombie-Spin-Off gibt es keinen einzigen Zombie zu sehen. Der Spannung tut das jedoch keinen Abbruch.
“He will wipe every tear from their eyes. There will be no more death or mourning or crying or pain, for the old order of things has passed away.“ Revelation 21:4
Nick chillt im Pool, Travis joggt durch die Nachbarschaft und Madison plant die Wand neu zu streichen. Lou Reeds “Perfect Day“ kommt aus dem Off und könnte nicht perfekter zur aktuellen Lage passen. Schließlich ist wieder so etwas wie Normalität eingekehrt. Zumindest versuchen sich die Menschen das in der neu geschaffenen Sicherheitszone rund um das Haus der Clarks einzureden. Der Zuschauer weiß natürlich, dass dies nur von begrenzter Dauer sein kann. Doch auch die Figuren haben dazu gelernt und vertrauen ihrer neuen Umwelt nicht wirklich.
Durch einen Zeitsprung hatten sie schließlich nicht nur die Chance, ein Stück Normalität zurückzugewinnen, sondern auch ihren Kenntnisstand in Sachen Zombies zu verbessern. Es haben sich Bezeichnungen wie the infected eingebürgert und nach den neuesten Informationen des Militärs wird keine Figur so schnell mehr den Kontakt zu den Walkern suchen. Dieser Lernprozess mag vielleicht für den Geschmack mancher Zuschauer langwierig und schwerfällig von Statten gegangen sein, doch er verdeutlichte uns nicht nur die Unschuld der Charaktere, sondern auch die Mythologie der Serie. Es wird keine Erklärung der Seuche geben.
Apropos Militär: Ein nettes Detail in dieser Folge ist das 79th Infantry Brigade Combat Team, eine tatsächlich existierende Infanteriebrigarde, die der Gouverneur Kaliforniens einberufen kann. Diese, so verspricht der Wikipedia-Artikel, unterstützt nicht nur die zivilen Behörden. Ihre Struktur ist auch so in sich geschlossen angelegt, dass jede einzelne Sicherheitszone von nun an eigenständig agieren kann. Noch ist das jedoch nicht der Fall. (weiterlesen…)
15 Sep, 2015 · Sascha · Fernsehen,Review · 6 comments
Nach der Pause in der letzten Woche kehrt Fear The Walking Dead endlich zurück auf die Empfangsgeräte. In minutiösen Erörterungen der Apokalypse wird den Figuren langsam aber sicher bewusst, in welcher Gefahr sie schweben.
Es ist eine der bekanntesten Regeln Hollywoods und des Drehbuchschreibens: Der Hund stirbt nicht. Und obwohl die neue Folge aus der Feder von Jack LoGiudice in einem regionalen Sinne kaum näher an Hollywood sein könnte, stirbt diese Woche ein Hund in Fear the Walking Dead. Dies ist aber nur eine von mehreren Erwartungshaltungen, die Fear nicht erfüllt. Trotzdem hat die Serie in ihren drei Folgen bereits eine sehr interessante Nische gefunden, die überzeugt, Genrefans jedoch verzweifeln lässt.
Woche um Woche liest man es in Foren, Kommentarsektionen und Tweets: Zu wenig Action, kein Zombiegore und wieso überhaupt sind diese Menschen so dumm und versuchen mit den Zombies zu interagieren. Es kann ihnen nicht schnell genug gehen, einen neuen Daryl oder eine neue Michonne zu finden, die postapokalyptische Machtfantasien umsetzen sollen. Und trotz eines vermehrten Aufkommens genretypischer Momente wehrt sich Fear The Walking Dead, seine eigene Mythologie zu betrügen und der Masse zu liefern, was sie ohnehin nach dem Ende dieser Staffel in der Originalserie bekommen wird. (weiterlesen…)
01 Sep, 2015 · Sascha · Fernsehen,Review · 13 comments
Nach dem atmosphärischen Start in der Pilotfolge macht Fear The Walking Dead genau dort weiter, wo die Serie letzte Woche aufgehört hat. Mit der Apokalypse lässt man sich aber weiterhin Zeit. Wie erfrischend.
Seit gestern sind die Polizisten des Los Angeles Police Departments auf Streife mit Kameras unterwegs. Am Körper befestigt sollen diese Aufnahmegeräte in Zukunft garantieren, dass sich die Polizisten bei ihrer Arbeit beobachtet fühlen, um so der potentiellen Korruption eine zusätzliche, psychische Barriere vorzuschieben. Dies ist leider eine traurige Notwendigkeit geworden, besonders nach einer anhaltenden Welle ausufernder Polizeibrutalität in den letzten Jahren.
Es ist auch eine Folge von beschämenden Zwischenfällen wie dem Tod von Walter Scott, den nach einer Auseinandersetzung mit einem Polizisten auf der Flucht mehrere Kugeln in den Rücken trafen. Momente später legt der Polizist einen Gegenstand, mutmaßlich einen Taser, neben den toten Scott.
Festgehalten wurden diese Momente von Feidin Santanas Kamera, einem zufälligen Augenzeugen. Erst dank dieses Beweisvideos konnte es zu einer Anklage gegen den Polizisten kommen. Es ist eines von leider viel zu vielen Beweisvideos, die in den letzten Jahren bei der Aufklärung dieser Zwischenfälle nötig wurden. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Chris (Lorenzo James Henrie) in der neuen Folge von Fear the Walking Dead in einer Mischung aus Neugier und Wut den Bus verlässt, zur Gefahr läuft und sich mit seiner Kamera nützlich machen will.
„Cops shot a homeless dude. Shot him like 20 times.“
„This is wrong, wrong, wrong.”
„That man was unarmed.“
„Put the camera down.“
„The people are taking action. This is important, dad.“
Auf den ersten Blick würden wohl nur wenige Zuschauer diese Zitate AMCs neuer Zombieserie zuordnen, aber tatsächlich ist dies nur eine kleine Auswahl der Sätze, die in der neuen Serie über Zombies ausgesprochen wurden. Wenn man denn überhaupt noch daran glauben möchte, dass sich dieses bisher sehr vielversprechende Spin-off einer abgenutzten Serie tatsächlich um Zombies dreht.
Bereits in der letzten Episode wurde nämlich ein solcher Zwischenfall mit der Polizei auf Video festgehalten und durch soziale Netzwerke zum viral video. Hier agiert das Video noch als eine Mischung aus Aufklärung und Anleitung. In der neuen Folge “So Close, Yet So Far”, die nahtlos an die Pilotfolge anschließt, filmt Travis’ Sohn dann erneut eine solche Aktion. Doch die soziale Komponente ist neu. (weiterlesen…)