PewPewPew - Das Filmblog über Katzen und Pizza

Diese Übersicht zu den Super-Bowl-Werbespots mache ich nun seit 15 Jahren – wow! – und während Blockbuster-Vermarktung ja nie große Kunst war, fällt der qualitative Abrutsch in diesem Jahr besonders deutlich ins Auge. Da sind einmal die wenig mutmachenden Filmteaser: Seelenlose Animationsfilme, schlecht aussehende Blockbuster und… Filmmarketing getarnt als Bierwerbung? Aber keine Sorge, alles nur ein kleiner Joke, hehe!

Dazu kommen viele grässliche Spots, die AI vermarkten, u.a. mit Mr. Beast als Fürsprecher, oder von KI-generiert wurden. So ein Superbowl-Werbespot war früher der Goldstandard. Ich will da gar nicht jetzt diesen Kommerz künstlich in die Höhe halten, aber da stand wenigstens eine spürbar große Produktion dahinter. Heute spürt man gar nichts mehr. Es ist krass, wie viele Schauspieler durch KI ersetzt wurden, so diese typischen Extras im Hintergrund oder die Rolle mit drei Zeilen, die dann so einer aufstrebenden Schauspieler ein Jahr lang die Miete zahlt.

Ich habe mir alle Werbespots reingezogen für meinen jährlichen Post und so wenig interessante Ansätze gab es zuvor noch nicht. Hier ließ sich kein ikonischer Spot finden, über den alle am nächsten Tag reden – außer über Rings Überwachungsstaat. Dazu: Auch einige Werbespots für Wettbüros oder Abnehmspritzen. A real bleak look at the economy. Alles gesagt. Ab damit!

The Mandalorian and Grogu

Beginnen wir direkt mit einer ganz fürchterlichen Sache, die ich aktuell versuche zu ignorieren wo gut wie es geht: Der The Mandalorian and Grogu-Film. Wie mein Freund Matthias mir gestern sagte: Die Sache ist wohl, dass die bei Lucasfilm dachten, dass sie mit diesem Spot einen Home Run (oder hier eher Touchdown?) machen. Eine Parodie einer typischen Budweiser Bierwerbung, Sam Elliott als Erzähler und bisschen süße Werbung für den Film nebenbei. Bisschen weird, bisschen charmant, gutes Paket. Das Problem ist eben, dass es bisher keinen guten Trailer gab und der Hype für den Film quasi nicht existiert. Solche Clips funktionieren, wenn jeder in on the joke ist, aber bisweilen wirkt die Existenz des Films selbst eher wie ein Witz. You don’t have it, Mando! Matthias hat recht: “So wirkt es völlig random und schlimmer noch: befremdlich.”

The Adventures of Cliff Booth

Puh, so richtig klickt das für mich noch nicht. Aber ich vergöttere weder Fincher noch OUATIH, insofern keine große Überraschung. Der Look des Films unterscheidet sich auch durch den Szenenwechsel, viel dieser Hollywood-Crime-World spielt sich bei Nacht ab. Doch grundsätzlich passt dieser digitale Glanz nicht in die Welt von Cliff Booth für mich, von dem ich aber durchaus gerne mehr sehen möchte. Vielleicht nur kein guter First Look, ich bleibe optimistisch. (weiterlesen…)

20 Jahre Angry German Kid

14 Feb, 2026 · Sascha · Internetgold · Comments

Heute vor 20 Jahren lud Norman Kochanowski alias Echter Gangster ein so echt wirkendes Crashout-Video ins Netz, in dem er ein perfektes Generationsbild junger, männlicher Zocker parodierte – so überzeugend, dass es ihm letztlich das Leben ruinierte. Als Webvideo-Connaisseur erster Stunde war ich mit ihm sehr wohl vertraut; seine anderen Videos als „Echter Gangster“ zirkulierten oft in unserem IRC-Chat oder auf dem Teamspeak-Server. Besonders das „Was willst du tun?“-Video hatte es mir persönlich angetan und wurde oft zitiert, wenn in-game dominiert wurde.

Die Sprachbarriere lässt den gut geschauspielten Ausraster noch echter wirken. Für nicht-deutschsprachige Zuschauer*innen funktioniert der Clip erheblich besser – ein ähnliches Phänomen existiert auch beim Meme zum Film Der Untergang, das für mich leider nie so richtig funktioniert, höchstens auf mute. Zudem wurde das knapp viereinhalbminütige Gesamtwerk selten gezeigt. Der Fokus lag verständlicherweise fast immer auf dem Ende.

Aber auch Deutsche wurden getrickst. Focus TV zitierte den Clip in einer Reportage über Zockerkultur und Ego-Shooter in den Nullerjahren, im Glauben, er sei echt und Norman heimlich gefilmt worden. Damals wirkte so etwas wie Crack auf die Boomer, während meine Generation nur verständnislos den Kopf schütteln konnte.

Vor drei Jahren spürte die ZAPP-Redaktion vom NDR Norman für eine Doku auf. Dort erklärt er, wie ihm durch Remixes und kontextlose Verbreitung die Kontrolle über sein eigenes Kunstwerk entglitt. YouTube startet, die Killerspieldebatte wird durch mehrere Amokläufe an deutschen Schulen hitzig geführt und mittendrin ist ein Teenager, dessen Gesicht plötzlich jeder kennt und der völlig von der Situation überfordert ist. Dessen Parodiekunstwerk plötzlich herhalten muss für wildeste Argumentationen.

Ich find es so schade, dass er in dieser Zeit scheinbar so alleine war und ihm keiner geholfen hat. Dass ihn das bis heute traumatisiert. Dass da scheinbar kein Stolz mit den Videos in einer Weise verbunden ist. Wäre er nur wenige Jahr später geboren worden, er hätte erfolgreich als Influencer davon leben können.

Weil mich in diesem Jahr die Game Awards nicht interessierten, ging dieser Trailer für das Sequel zu Remedys Control völlig vorbei. Als im Rahmen von Sonys State of Play Präsentation gestern ein Gameplay Trailer erschien, fiel ich erstmal aus allen Wolken. Auf den ersten Blick sieht mir diese Fortsetzung der Geschichte mit Dylan, dem Bruder der Protagonistin Jesse aus Teil 1 ganz klug zu sein. Und dann beginnt das Gameplay.

Boah, das sieht gar nicht mehr nach dem großartigen Spiel aus, das ich so liebte. Wo ist die SCP-Atmosphäre hin? Der brutalistische Baustil lässt sich nur noch knapp erahnen. Wer ist Dylan und wieso gibt es BEI REMEDY Triple A “Focus M” Dialoge?! Und an diesen Gravity Changes hat man sich bestimmt nach zehn Minuten sattgesehen.

Diese einst einmalige Spielwelt verkommt zu einem generischen Schatten ihrer selbst, mit ganz offensichtlichen und naheliegenden Inspirationen oder Verwandten, von Inception über Infamous und Prototype oder auch Devil May Cry. Am meisten bin ich über das veränderte Gameplay. Während Control ein Third-Person Shooter war, gibt es im Sequel nur Hack’n’Slash Melee Combat – als gäbe es davon nicht sowieso schon genug. Wieso wollen sie nicht diese endlos geile Knarre weiterdesignen?

Noch schlimmer: Auf Wikipedia lese ich Folgendes: “Remedy described Resonant as an “open-ended” game, with the player being able to explore the city and complete optional quests and objectives”. Boah, und ich wollte einfach einen stimmigen Abschluss dieser Geschichte aus dem ersten Teil. Ich könnt heulen, wtf?!

Leider kann ich keinen Eintrag finden, aber ich meine hier schon einmal vor vielen Jahren über Replaced geschrieben zu haben (Update 30 Minuten später: Ich meinte The Last Night, was nahezu identisch ist und hierdurch replaced wird). Das Cyberpunk-Spiel steht kurz vor seinem Release und nach acht Jahren Entwicklungszeit gibt es nun endlich die Demo. In der Alternate-History-Cyberpunk-Spielewelt gilt es im Pixellook durch extrem hübsche und stimmungsvolle Landschaften zu springen, Rätsel zu lösen und wie John Wick zu kämpfen. Leider ohne Voice-Acting, was ich extrem schade finde.

No Man’s Sky wächst immer weiter, auch viele Jahre nach dem katastrophalen Release. In den Kommentaren zum neuen Update überbieten sich die treuen Fans erneut gegenseitig und huldigen Hello-Games-Chef Sean Murray. Als hätte dieser sie nicht jahrelang an der Nase herumgeführt.

Natürlich ist diese Umkehr im Medium fast einmalig, und die positive Entwicklung des Spiels verdient irgendwo auch Respekt. Dass man nun quasi Half-Lifes Gravity Gun in den Mix wirft und mit diesen Truckern gleich ein ganz anderes Spielegenre ins Spiel implementiert, ist am Ende großartig für alle, die noch dabei sind. Es zeigt auch, dass von den ursprünglichen Ideen aus Trailern und Marketing inzwischen nahezu alles erreicht wurde. Dazu kommen kostenlose Updates.

Mich täuscht das allerdings nicht. Hello Games hat über Jahre hinweg schlicht gelogen, was zum Launch des Spiels möglich sein würde. Dass man ihnen das in großem Stil verziehen hat und heute anders – oder zumindest nicht mehr zuerst – über diesen Umstand spricht, halte ich für falsch. Das war kein gutes Zeichen für die Branche, wie wir heute sehen.

Geese: Tiny Desk Concert

10 Feb, 2026 · Sascha · English,Musik · Comments

I’m still trying to figure out how to feel about Geese. I honestly haven’t listened to enough of their three albums to have any super strong opinions but I did like frontman Cameron Winter’s solo album a lot last year as it fits the whole solo young yearning man package he’s got going for him. He’s an incredible lyricist for his age. And yet I think his fickle voice and moody singing don’t work with his band’s sound very often.

And to compare them to The Strokes, as I’ve seen many do, well, that is just a bridge too far for my millennial ass. To me it seems like they have gained less traction because of their music and more about some sort of online phenomenon. Which also goes with their covers, in earnest and otherwise, and with the accompanying “jokes” on display, like those in their Tiny Desk Concert. It’s the same energy that attracts the kind of horrible fan antics you’ve seen at 100 gecs shows and the like: a thousand people convinced they’re in on some great joke.

The Tiny Desk set itself is fine, the performance of their track “Cobra” is quite lovely for example, but as much as I don’t wanna be an old crank, I really think they just don’t have the tunes to get comparisons like the one above. Ultimately it feels to me they’re a band people are liking because they have been told or feel they should like.

Grafikdesigner Simon Marchner, von dessen Gigpostern ich auch ein paar mein Eigen zählen darf, ist Münchner und hat beim diesjährigen Gewinner des Oktoberfestplakats ein paar Fragen. Ärgerlich natürlich, aber in der ganzen Welle an Slop auch wieder nicht wirklich überraschend. Es ist schon eher viel schlimmer, dass das einfach so durchrutscht. Entweder weil es keiner bemerkt oder – schlimmer – es keinen stört. Das sind immer so kleine Anlässe, aber in der Masse einfach seelenzerstörend irgendwie.

Angesichts dieser Aufnahmen bleiben dann für die Verschwörungentheoretiker nur noch die Ausflüchte, dass es sich um CGI handelt oder die Inder mit drin stecken. Ich bin mir sicher, dass die da keine Probleme haben werden, sich was Dummes auszudenken. Währenddessen bleibt uns wohl nur zu sagen: Wow! Ich hoffe sehr, dass diese Landestellen mal wirklich ein Museum oder “Moon Park” werden.