PewPewPew - Das Filmblog über Katzen und Pizza

A Real Human Bean

15 Aug, 2019 · Sascha · Internetgold · Comments

Dancing in the Cat Light

15 Aug, 2019 · Sascha · Internetgold · Comments

Der Mandela-Effekt beschreibt ein soziologisches Phänomen, bei dem Kollektive falsche Erinnerungen aufweisen. So war beim namensgebenden Beispiel eine Vielzahl von Menschen im Jahr 2013 überrascht vom Tod Nelson Mandelas überrascht worden, schließlich sei er bereits im Jahr 1980 in seinem südafrikanischen Gefängnis gestorben. Durch das Internet angetrieben und verbreitet entwickeln sich in den letzten Jahren immer mehr solcher Mandela-Effekte, was ziemlich interessante Fragen zu unserem Verständnis des Netz und unseren Erinnerungen aufwirft.

Persönliche Erfahrungen mit dem Mandela-Effekt durfte ich vor fast zwei Jahrzehnten machen, als ich völlig davon überzeugt war, einen Kinotrailer mit Spider-Man und den Twin Towers gesehen zu haben. Durch die begrenzte Informationsverbreitung im Netz oder vielleicht auch durch jugendliche Ignoranz war das schwer direkt zu beweisen. Ich sollte Recht aber behalten. Es gab einen solchen Teaser Trailer, der in den Kinos lief, nach dem 11. September jedoch aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr gespielt wurde. (The Wrap hat eine ziemlich coole Liste an Filme und Serien, die die Twin Towers als PTSD-Schutz aus ihren Bildern entfernten.) Trotzdem wollten mir viele meiner Freunde nicht glauben, was mich irgendwann selbst an den eigenen Erinnerungen zweifeln ließ. Eine doofe Erfahrung, die erst einige Jahre durch das YouTube-Streaming gelöst werden konnte.

Seit Jahren existierte der “Twin Tower Teaser” auf YouTube als interessantes Artefakt für den Umgang mit 9/11 in Hollywood. Nun macht das Ding wieder eine Runde durchs Netz, da die alte 35mm Filmkopie neu gescannt und in eine 4K-Variante für die Nachwelt verwandelt wurde. Tolle Aktion!

In which Lucasfilm asks the important question: Whawt if evewyone was BB-8?

Ja, es ist kein Geheimnis mehr. Lucasfilm verliert unter Disneys Führung die nächste Generation an jungen Fans. Aus den unterschiedlichsten Gründen scheinen die Kids sich nicht mehr für Star Wars zu interessieren. Galaxy’s Edge ist leer, die Filme beginnen zu floppen, die Trailer brechen keine Rekorde mehr und selbst die Spielzeuge versauern in den Regalen. Was bis vor wenigen Jahren noch als Verschwörungstheorie im Fandom abgetan wurde, steht inzwischen Schwarz auf Weiß in Bloomberg.

Bereits zu Beginn des Jahres setzte ich mich mit dem verrückten Push auseinander, ikonische Momente in schicken Animationen auf YouTube als Teaser für die Filme neu zu verpacken. Lucasfilm nennt das Galaxy of Adventures, ich nenne es ein grundsätzliches Missverständnis für die Magie des Franchises. Es steht so ziemlich alles im Mittelpunkt außer die Filme selbst. Diese wirken zu lassen, darauf reagiert die Führung unter Kathleen Kennedy allergisch.

Es sind noch knapp vier Monate bis zum Kinostart von The Rise of Skywalker. Vor vierzehn Jahre zur gleichen Zeit hatte ich bereits das Revenge of the Sith-Poster an meiner Tür kleben, etliche Trailer-Clips und Werbespots auf meiner Festplatte abgespeichert und die ersten Spielzeuge aus meinem Comic-Shop gekauft. Derweil haben wir einen roten Comic-Con-exklusiven Stormtrooper (in rot!) bekommen. Lucasfilm scheitert daran, das absolute Minimum an Fanfürsorge zu liefern und veröffentlicht gleichzeitig eine Masse an bedeutungslosem Content. Stattdessen wird alles auf der Celebration sorgfältig präsentiert, seelenlos zur Schau gestellt und dem Fandom zum Fraß vorgeworfen.

Gleiches gilt auch für Galaxy of Adventures: Die Videos werden bisher ausschließlich auf dem Star Wars Kids YouTube-Kanal veröffentlicht und auch wenn die Animation entzückt, ist es doch fraglich, ob die Ressourcen an der richtigen Stelle verteilt sind, wenn Star Wars: Resistance das fehlende Budget bisweilen stark anzusehen ist. Weiterhin gibt es Videoreihen wie “Star Wars by the Numbers”, in denen zum Beispiel alle Droiden oder Raumschiffe einer Fraktion aufgezählt werden. Sachen, die es eben seit mehr als zehn Jahren auf YouTube gibt – nur eben jetzt offiziell und schlechter bzw. langweiliger geschnitten.

Die nächste Reihe ist ein weiteres Animationsprojekt namens Star Wars: Roll Out, in dem alle Figuren den Körper von BB-8 bekommen. Eine kreative Bankrotterklärung? Nicht unbedingt, eher richtet sich die Serie offenbar an das jüngstmögliche Publikum, um die Kinder so frühzeitig an das Franchise zu binden. Genau das ist das Ziel laut Lucasfilm-Produzent Josh Rimes: “Over the years, I’ve had so many of my friends who are parents tell me how much they wanted to introduce their kids to Star Wars but didn’t feel that their kids were quite ready for the movies yet. They wanted a way to celebrate the universe they love.”

Roll Out tut natürlich niemandem weh. Die Existenz dieser hässlichen Idee sagt mehr über die Verzweiflung und Selbstwahrnehmung des Konzerns aus als ein öffentlicher Kommentar dies könnte. Trotzdem bleibt diese gesamte Kampagne verwirrend. Scheinbar will man auf der einen Seite die jungen Fans haben und steckt Geld in diesen Kanal, andererseits ist es schwer mitanzusehen, wie lieblos diese Projekte gestaltet sind. Die Serie wirkt als sei sie von einer Person an einem Nachmittag kreiert worden, die erste Episode kommt ohne Witz, Charme oder Plot daher.

Lucasfilm produziert gerade unglaublich viel Content. Nichts davon ist abgrundtief schlecht, aber diese unkreativen Ansätze, die nie neue Wege einschlagen und die Galaxie vergrößern, beweisen wie ideen- und orientierungslos die Führung wirklich ist.

Beispielhaft war das Interview mit Autor Timothy Zahn, der in der letzten Episode der Star Wars ungewollt die Grenzen der Kreativität in einer weit, weit entfernten Galaxie offenbarte. Der Mann, der Admiral Thrawn erschuf, darf drei Bücher über den Aufstieg des Admirals im Imperium schreiben, die sich alle eng an existierende Geschichten schmiegen, aber nicht die Zukunft seiner eigenen Figur bestimmen, was der Mann, der einmal Star Wars ganz alleine wieder mit Leben einhauchte, auch leicht gekränkt zugibt.

Wenn jede mediale Veröffentlichung Teil des gleichen Kanons sein soll, dann kann eine jede Veröffentlichung in den weniger relevanten Büchern und Comics eben auch nur ein zaghafter Vorstoß sein, um Lücken zu füllen, die Filme und Serien hinterließen. Bis sich Dave Filoni also entscheidet, was mit Ezra und Thrawn nach dem Finale in Rebels passierte, liegt die Figur auf Eis und die restlichen Kreativen müssen herumwurschteln, während sich Star Wars im Kreis dreht.

Die Custom Ficture Szene ist in den letzten Jahren förmlich explodiert und es gibt ja echt von allem inzwischen eine Figur, weshalb die Neuartigkeit dieses Krimskrams hinfällig ist und der Reiz schwindet, aber eine Figur von Matt Berninger würde ich trotzdem gerne mein Eigen nennen. Gebastelt die Figur mojopinboy, dessen Shop leider keine Bandmitglieder anbietet.

How To Have Fun In Battlefield V

11 Aug, 2019 · Sascha · Games · Comments

JackFrags ist nicht nur einer meiner Lieblingsyoutuber, sondern auch ein ehemaliger Gegner des eSports. Wir spielten mehrfach gegeneinander, er im Team der Queen, ich in Team Deutschland. Das ist locker zehn Jahre her. Heute trennt uns einiges, aber es bleibt eine gemeinsame Liebe für das Franchise zurück. Auf seinem YouTube-Kanal kreiert er viele nachdenkliche Essays zum Stand von Battlefield V, was zukünftige Titel besser machen müssen und welche Spiele aus der Vergangenheit die Besten waren. Aber das möchte ich nicht mit euch teilen, sondern stattdessen diesen humorvollen Kommentar posten.

Das Gezanke um Battlefield V und das Marketing hinterließen einen so starken Nachgeschmack, dass ich das Spiel erst zum Jahresanfang kaufte. Zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt bestellte ich keinen Titel meines Lieblingsfranchises vor. Und selbst dann dauerte es noch einige Monate bis ich tatsächlich das Spiel startete. Trotzdem habe ich mich in den letzten Wochen aktiv wieder ins Spiel reingearbeitet und einen Grundskill aufgebaut. Meine Enttäuschung ist und bleibt jedoch immens.

Dies soll keine Review werden, aber es ist verrückt, wie die führenden Köpfe bei DICE sich ein Bein ausreißen, um dem Spiel selbst den letzten ikonischen WW2-Moment zu rauben. Wo sind die großen Karten? Wo gibt es Vehicle-Gameplay? Updates vom Fanfavoriten Wake Island? Nichts. Stattdessen Infantry, Infantry, Infantry. Leveln, um Skins zu bekommen. Und selbst das Core-Gameplay lässt zu wunschen übrig. At best, it’s… boring. Jack kommentiert das ziemlich perfekt in seinem Video. Ich teile seine Enttäuschung über fehlenden Content und den Mangel an typischen Battlefield-Momenten und hoffe, dass eine Rückkehr zum Modern Combat die Reihe zu altem Ruhm zurückführen wird.

Bis dahin: Mein Freund HerrKaschke erstellte auf Twitter eine Bestenliste aller Spiele in der Battlefield-Reihe und ich nahm mir den Tweet als Anlass, ebenfalls eine solche Liste zu erstellen. So here it is, Battlefield from Best to “Worst”

Espen Olsen Sætervik arbeitet gerade an Halo Infinite und malt in seiner Freizeit Meme-Katzen in Ghibli-Landschaften. Yes, there are prints.


AMC

Nach meiner Teaserbesprechung hier im Blog schrieb ich auf Moviepilot noch einmal etwas länger über das neue Walking Dead Spin-off und wieso die Prämisse großes Potenzial bietet.

Das neue Walking Dead Spin-off ist die dringende Adrenalinspritze für das Franchise

Das zweite Spin-off des Walking Dead Serienuniversums kündigt sich mit einem verheißungsvollen Teaser an, der eine aufregende, neue Welt ohne Altlasten der Comics und alten Serien in Reichweite stellt. Warnung: Einige leichte Comic-Spoiler sind enthalten.

Es steht nicht gut um The Walking Dead. Während die Langform der Erzählung einmal der größte Pluspunkt von Robert Kirkmans Zombieansatz war, erscheint das Franchise knapp ein Jahrzehnt später zäh und auserzählt. Wo die Serien früher den verhältnismäßig kurzen Zombiefilmen voraus war, ist nun die Luft raus. (weiterlesen…)