PewPewPew - Das Filmblog über Katzen und Pizza

The Clone Wars war immer ein Mosaik aus kleinen Geschichten. Von weitem betrachtet bilden sie trotz ihrer losen Verbindungen eine epische Erzählung der Klonkriege aus Star Wars. Das hatten die Filme verpasst.

Die Konstanten der Serie waren Obi-Wan Kenobi, Anakin Skywalker und Ahsoka Tano, auch wenn diese durchaus auch mal eine Pause einlegten, während sich die Serie in mehreren Episoden, verbunden zu sogenannten Arcs, gerne auch anderen Jedi, Padmé oder kriminellen Gruppierungen widmete.

Das nun nachgeschobene Ende der vor 5 Jahren eigentlich abgesetzten Serie in Form von zwölf Episoden, die wöchentlich auf Disney+ veröffentlicht werden, war für viele Fans Balsam für die Seele. Durch Star Wars: Rebels, einen Roman mit Ahsoka, die veröffentlichten Storyboards und Pre-Vis über StarWars.com und ja auch Revenge of the Sith wissen wir natürlich, wo die Figuren schlussendlich landen und wie ihre Geschichten enden. Schlussendlich war nur die Abfolge der Ereignisse unbekannt.

Daher war der Trailer für Staffel 7 so verheißungsvoll. Zu sehen sind nicht nur die coolen Bad Batch Klonkrieger, sondern auch der langerwartete Siege of Mandalore, während dem Darth Maul entthront und Ahsoka die Order 66 erlebt. Bisher ist davon jedoch recht wenig zu sehen. Aus einer finanziellen Sicht war es klar, dass die ohnehin fast fertig produzierten Bad Batch Folgen günstig vollendet werden würden. Dass Serienschöpfer Dave Filoni seine Hauptfigur in den Mittelpunkt stellen würde, kommt auch wenig überraschend. Insbesondere wenn man die Bedeutung betrachtet, die ihm und der Figur bei der Forterzählung von Star Wars beigemessen wird.

Für einen befriedigenden Abschluss mit dem Siege of Mandalore musste die Rückkehr Ahsokas aufgebaut werden. Somit muss ihr Leben nach dem Verlassen des Jedi-Ordens kurz beleuchtet werden. Das führt aktuell zu dem Gefühl, dass eine gesamte Staffel in wenige Folgen gepresst werden muss. An und für sich schon ein sehr schwieriges Unterfangen. Da die Serie aber auf ein Finale zusteuert und wohl auch in Revenge of the Sith überschwappen wird, was eine unglaublich spannende Idee darstellt, muss nun Stoff von sechs Staffeln in die vier Finalfolgen gestopft werden.

Daher ist es äußerst frustrierend, dass Ahsokas Abstecher in die kriminelle Unterwelt mit ihren neuen Freundinnen aktuell soviel Zeit verschlingt und wie in der vergangenen Folge zum Beispiel damit endet, dass die Figuren wieder genau dort landen, wo sie anfingen und nichts Neues dabei lernten. Immerhin kündigen sich mit den Mandalorianern nun endlich Querverbindungen an, aber die Aufteilung in drei Mal vier Folgen erscheint mir als großer Fehler. Maul, Mandos, Gehirnchips, Order 66, Rex und seine Truppe – unglaublich viel Stoff für die letzten vier Folgen.

The Clone Wars startete mit einem miserablen Film. Ich erinnere mich noch genau an meine immense Enttäuschung: Ein neuer Star Wars Film im Kino — und mir fielen die Augen zu. Die Serie weitete sich aus, wurde besser, die Animation anschaubar. Schlussendlich entstand eine ganz spannende und neue Phase in der Star Wars Zeitrechnung. Viele Teenager und junge Erwachsene verbinden mit Star Wars vor allem diese Serie, die sie das Franchise lieben lernte. Grafisch ist das Niveau immer noch besser als Rebels und erzählerisch sicherlich auch kompetenter sowie anspruchsvoller als das fürchterliche Resistance. Aber bislang bleibt der langersehnte Abschluss bestenfalls unterhaltend, realistisch betrachtet aber eher belanglos. The Clone Wars startete mit einem Film und vielleicht hätte es auch die epischen Ausmaße eines Films gebraucht, um die Geschichte gebührend zu Ende zu erzählen.

25 Minuten mit Thurston Waffles

09 Apr, 2020 · Sascha · Cats · Comments

Thurston Waffles ist die lustigste und vielleicht auch schönste Katze der Welt (lasst das nicht meine zwei Jungs lesen). Thursty ging es leider vor einigen Wochen sehr schlecht und es bestand die Angst, dass er uns nach seinen gerade mal neun Jahren schon wieder verlassen würde. Seine Besitzer haben alles getan, um ihn zu retten. Die Anteilnahme des Internets war beispiellos. Nun geht es ihm wieder besser, die Nierenprobleme scheinen überwunden und sein Papa hat ein 25-minütige Mega-Video von Thurstons Eskapaden zusammengeschnitten. Das stimmt mich so glücklich!

Was mich an der Katze (eigentlich Kater, aber ich sage immer Katze) und dem Account so faszniert, ist eben nicht nur das sonderbare Aussehen (wie z.B. bei der öden Grumpy Cat) oder die komischen Eigenheiten (RIP Gabe) des Tiers, sondern der Charakter. Thurston selbst ist einfach unglaublich weird, aber auch so elegant wie lustig und seine Besitzer wissen das nicht nur gut einzufangen, sondern auch zu inszenieren. Aus anderen eCats und eDogs machen die Fans Memes, Thurstons Account postet sie selbst raus. Dazu oft mit unglaublich guter Musik unterlegt. Das verdient Respekt.

Kennt ihr Mordhau? Wenn nicht, bitte ändert das. Ich habe im vergangenen Jahr kein Spiel mehr gezockt als das beste Ritterspiel aller Zeiten. Mordhau ist eine Hardcore-Melee-Action und der geistige Nachfolger von Chivalry. Wahrscheinlich könnte das Spiel nur noch besser mit Lichtschwertern werden. Und nun gibt es zwei weitere Maps, die Burgen haben. Zuvor fokussierte sich das Spiel eher auf die Außenbereiche und Schlachtfelder.

Mordhau ist die perfekte Umsetzung von Bushnell’s Law – einfach zu erlernen, schwierig zu meistern. Jeder Depp kann mit einem Schwert an die Front rennen und auf die Gegner einhauen. Doch die Möglichkeiten des Schwertkampfs werden erst in Einzelduellen offenbart. Parieren, antäuschen, Winkeln des Schwerthiebs einkalkulieren, usw. Und wenn das Schwert dann den Körper des Gegners in roten Farben durchtrennt, fühlt sich das wie in köstlicher Sieg an. Aber auch umgekehrt: Ich kann eine K/D von 0,5 haben und bin trotzdem nie frustriert, da ich weiß, dass es an mir liegt.

Allgemein ist die Varietät und die häufige Abwechslung des Gameplays ein großer Faktor des Spielspaßes. Mal stürmt man mit einem Trupp ein Gebäude, dann folgen verzweifelte Einzelkämpfe gegen mehrere Gegner, pariert einen Pfeil des Gegners, rennt über das Schlachtfeld wie Jon Snow, tötet den Typ am Katapult, um kurz darauf auf das rettende Pferd zu steigen, bevor man wieder zurückkehrt und die Fronten durchbricht. Die vielen individuellen Waffen ermöglichen jede Art von Playstyle und die Customization-Optionen sind so unendlich, dass es einen eigenen Subreddit für Mordhau-Fashion gibt. Natürlich alles ohne Lootboxen.

Und wer immer noch überzeugt ist, der darf sich gerne bei den super witzigen Edits von Stimpee selbst überzeugen. (weiterlesen…)

King Gizzard and The Lizard Wizard ruhen nie und geben selbst während einer Pandemie Vollgas. Erst im Oktober spielten die Australier hier bei mir ein fantastisches Konzert und im Juli wäre schon unser nächstes Date gewesen. Das wird wohl nicht klappen – und trotzdem können Fans bald ein Wiedersehen mit Stu, Ambrose und Co. feiern. Am 17. April veröffentlicht die Band ihren Tourfilm Chunky Shrapnel für nur einen Tag. Man kann ihn jetzt vorbestellen, 24 Stunden lang anschauen und dann verschwindet er wieder von der Bildfläche. Zumindest von der offiziellen Quelle. Der Film wurde auf glorreichem 35mm Film gedreht und hat einen unglaublich stimmungsvollen Trailer.

Dazu erscheint eine Woche später das dazugehörige Live-Album. Das Cover ist auch schon mal absolut bombig. Ich liebe die Arbeiten vom bandeigenen Künstler Jason Galea, insbesondere die Tourposter.

CHUNKY SHRAPNEL is a feature length live music Documentary from King Gizzard & the Lizard Wizard. Literally bringing the audience onto the stages of their 2019 tour across Europe & the UK, Chunky offers a uniquely immersive experience never before captured on film. A musical road movie dipped in turpentine.

Grounded ist das neue Survival-Game von Obsidian Entertainment und wären die nicht der Entwickler, würde ich wahrscheinlich keinen zweiten Blick drauf werfen. Überleben, craften, Basis bauen. So langsam wird das einfach alt und nicht jedes Spiel muss halt Minecraft sein; auch wenn das eine echt nette Ant-Man-Adaption hergeben würde. Early Access kommt für PC und Konsolen im Juli.

Jacob und Nick von Surf Curse sollten bei der Webby-prämierten YouTube-Show What’s in my Bag? eigentlich die Alben aussuchen, die sie als Musiker inspirieren. Das Format ist bekannt und erfolgreich, die Band dreht es aber auf den Kopf. Weil sie keine Filmemacher sind, haben sie die Chance einfach genutzt ihre eigene Criterion-Closet-Tour zu starten und halten statt einflussreichen Platten Lieblingsfilme in die Kamera, hauptsächlich Fassbinder, Cassavetes und sonstigen Siebzigerkram, was total zu den beiden Anachronisten passt.

Surf Curse wollen dabei aber eigentlich aus der Reihe fallen. Es ist nur so, dass Filme ein fester Bestandteil ihres Schaffens sind. So lassen sie alte VHS im Hintergrund auf stumm laufen und versuchen Soundtracks für die Filme zu machen, die sie mögen. Und das hört und sieht man, wie zum Beispiel hier zum Key Art für ihr neuestes Werk Heaven Surrounds You, meinem Lieblingsalbum des letzten Jahres.


Surf Curse

Nick Rattigan, dessen ebenso großartiges Nebenprojekt Current Joys übrigens ein sehr hörenwertes Live-Album veröffentlichte, startete dazu einen Quarantäne-Filmclub auf Instagram.

Parodie-Wunderkind Nick Lutsko produzierte ein Tiger King Disney-Musical mit den Originalzitaten von Joe Exotic.

Eine der größten Freuden als Blogger in dem letzten Jahrzehnt war es Freundschaften mit anderen Autoren zu schließen. Olivier Samter aka Owley kenne ich nun schon seit einem Jahrzehnt, was echt verrückt ist, und ihn und seine Karriere zu verfolgen war immer eine große Ehre – genau wie die Weihnachtskarte, die er mir seit Jahren schickt. Olivier ist inzwischen ein viel gefragter Künstler. Er veröffentlichte zwei Bücher über Frösche und Monster, wurde ein gefragter Karikaturist, Comic-Zeichner, Kinomoderator und Filmemacher. Seit Philip Seymour Hoffman Tribute hängt immer noch eingefragt neben mir. Ein Blick in sein Portfolio offenbart die Bandbreite seines Talents.

Als das Poster seines Abschlussfilms Foglä erschien, machte ich kurz den hier.

Foglä – der Name ist Programm. Vögeln tun eben auch die Vögel gerne und in seinem Animationskurzfilm erörtert Olivier die sexuellen Herausforderungen des Alltags des Gefieders. Foglä erzählt die Geschichte in sehr kurzen Momenten und ohne Worte, diese Bilder setzen sich aber im Kopf fest. Ich hatte bereits vor einiger Zeit versucht, meine Reaktion in Worte zu fassen, Olivier hielt sie oben in einem Zitat fest. Wenn es einen Film gibt, für den ich zitiert werden möchte, dann diesen: Foglä ist frech und provoziert seine Zuschauer mit einem Augenzwinkern. Man schämt sich ein bisschen dafür, dass man lacht.

Der Kurzfilm lief auf Filmfestivals überall auf der Welt und gewann völlig zurecht den Preis für den besten Animationsfilm beim Erotic and Bizarre Art Film Festival. Wer noch keine Ahnung hat, was ihn erwartet, darf diese Auszeichnung als Warnung verstehen.