PewPewPew - Das Filmblog über Katzen und Pizza

Ich nutze die Veröffentlichung dieses kleinen Musikvideos zur wohl vielleicht letzten Singleauskopplung des aktuellen Albums, um ein paar Gedanken über The Screenshots’ 2 Millionen Umsatz mit einer einfach Idee loszuwerden. Ich finde, dass es ein äußerst gelungenes Album geworden ist und für die Band einen wirklichen Sprung in den Mainstream der deutschen Medienmitte gewesen ist.

Schade hingegen fand ich, dass viele der gerade einmal elf Titel auf dem Album bereits Monate, im Fall von Wir lieben uns und bauen uns ein Haus schon ein Jahr vorher veröffentlicht wurden. Ich schüttel mir den Post hier gerade mitten in der Nacht aus dem Handgelenk und habe nichts recherchiert. Das liegt bestimmt an der verletzungsbedingten Pause im Frühjahr (weshalb ich die Band auch leider nicht live erleben könnte, was schon geil gewesen wäre so rückblickend kurz vor dem Lockdown) sowie der Coronaproblematik inklusive angepasster Veröffentlichungspolitik oder Produktionsproblemen im vergangenen Jahr.

“Snacks”, Liebe Grüße an alle und Die Welt geht noch nicht unter arbeiteten mit charmanten Videos und Träume war dann eine schöne, passgenaue Single für den Start in die Charts mit der Albumveröffentlichung. Auch Susi Bumms’ erster Gesangstrack “John Mayer” darf bitte nicht das letzte dieser Art Experimente gewesen sein. Leider war dann aber nach dem ersten Hören so ein bisschen die Luft raus bei mir. Die meisten Tracks waren lange bekannt, vertraut und mehr als die Hälfte hatten sogar einen Vorabrelease mit Musikvideo. Da stellte sich schon so ein bisschen die Frage nach dem ersten Blick auf die Tracklist: Das war’s jetzt?

Als Gesamtwerk bleibt das Album eine beeindruckende, freie und einzigartige Indieplatte, die aktuell ihresgleichen sucht in Deutschland. Meine Lieblingssong des Albums, “Airbnb” und “j@@@@@@@”, bleiben die für mich einzigen Tracks, die noch an die fulminante Ein Starkes Team EP erinnern. Die wirken losgelöst und besitzen dazu den losgelösten Lo-Fi-Charme auf instrumentaler Ebene, in den ich mich verliebte. Jetzt wirkt das runder, die Instrumente klarer, die Produktion ist spürbar besser, aber es geht auch damit einfach etwas verloren. Diese Entwicklung ist aber naheliegend und verständlich.

Auch lyrisch wirken die Texte inzwischen so, als ob man sich bei den Sh00ters nun bewusst ist, dass jemand zuhört. “Team”, “Bühne” oder “Sonnenschein” waren da noch Ideen, die eher befreit vom Herzen kamen und raue Emotionen transportierten, statt einer Kölner Medienbubble gefallen zu wollen. Daher sind es gerade die Tracks, die bisher kaum Beachtung geschenkt bekommen hatten, die hängen bleiben und Bilder kreieren. In “Walter White ist tot (und vieles in mir auch)” entstehen Stimmungen, die sich weniger an einen Adressaten richten oder ein Thema auf den Arm nehmen, sondern eine innerliche Gefühlslage mit Verve und einer gewissen Wut formulieren. Darin brilliert die Band einfach und davon wünsche ich mir mehr.

Randnotiz: Ich wundere mich darüber, wie genau die Entscheidung auf die Anzahl der @s im Titel fiel. War es einfach eine belieblige Entscheidung, über die niemand groß nachdachte? Ging es um Ästhetik und die Frage, welche Länge am besten aussieht? Hat jemand J@@@@@@@@ geschrien und so lange auf die Taste gedrückt, wie der Schrei ging? Oder war es eine genau Überlegung, wie viele @s genau reingehören, um einen gewünschten Schrei zu erzeugen? Also ich finde das sind sehr wichtige Fragen und hoffe, dass jemand die Chance im nächsten Interview ergreift und dieser Sache auf den Grund geht.

Annapurna feiert den Neustart

24 Jan, 2021 · Sascha · Film,Politik · Comments

Gott sei Dank.

Klar, natürlich finde auch ich das neue Bernie-Meme von Bidens Inauguration zum Schmunzeln. Das Foto an sich ist zweifelsohne lustig. Der ehemalige Primary-Kandidat und Gewinner der Internetherzen sitzt dort bei der Amtseinweihung des politischen Mitstreiters angezogen wie ein Opa bei der sonntäglichen Tanzvorführung seiner zweitliebsten Enkelin. Dazu kommt die Maske, die den Gesichtsausdruck verwehrt und somit die sperrige Körperhaltung mehr betont. Selbstverständlich kommt dazu das authentische Outfit: Nicht nur trägt Bernie die gleiche Jacke wie in seinem letzten viralen Hit, was ihn noch nahbarer erscheinen lässt als er ohnehin schon vernommen wird, nein, er trägt auch übergroße und ulkige Handschuhe, die ihm eine Unterstützerin vor einiger Zeit schenkte. Bestes Accessoire bleibt natürlich der Schnellhefter.

Ein Bild verfestigt sich: Bernie, der Schaffer, der zwar lieb Frau Gaga zunickt, aber mental bereits den nächsten Gesetzesentwurf anpackt, um das Leben der Menschen zu verbessern. Diese prunkvolle Show? Zeitverschwendung eigentlich, wird aber pflichtbewusst ertragen.

Also klar, das Foto ist natürlich super lustig. Andererseits überrascht mich die Viralität doch sehr. Ich möchte fast sagen: Kommt, Leute, jetzt ist doch mal genug. Die besondere memetische Qualität liegt in der Simplizität des Bildes: Grumpy old white guy sitzt dort rum und kann via Photoshop quasi überall hingepflanzt werden. Die Anwendungsmöglichkeiten sind endlos.

Und zuerst machen sie Sinn: Bernie erscheint in anderen politischen Kontexten, historischen Treffen, Sitdowns in der Popkultur. Bernie findet Platz in Rivendell, beim Treffen der Rebellenallianz auf der Home One, etc. Spätere Entwürfe lassen Bernie in anderen Memes auftauchen, am Ende nimmt Bernie auch einfach am familiären Lagerfeuer Platz. Komplett ohne Sinn oder Gedanke. Und ja, dann ist es doch jetzt wirklich auch mal gut. Die Lebensdauer eines Memes variiert stark; und Bernie brennt doppelt so hell wie andere Überflieger und daher prognistiziere ich eine kurze Halbwertszeit voraus. Vielleicht wird man wieder auf ihn bei zukünftig passenden Events zurückgegriffen, aber jetzt scheint das doch durchgespielt zu sein.

Dazu ist das Meme aber auch etwas problematisch. Nein, natürlich nicht etwa misogyn, wie andere Tweets das kritisierten, da seine Haltung bei der Amtseinweihung – der Vizepräsidentin, dazu mit Migrationshintergrund – ein falsches Signal setze. Sondern es ist symptomatisch dafür, wie sich große Teile der Linken in den USA ihre ikonische Figur und dadurch auch sich selbst sehen, zumindest der Teil der Medienelite. In den USA ist er “Crazy Bernie” für die Einen, der nette alte weiße man, den man noch “stanen” darf, ohne dass es problematisch wird für die Anderen. Die Antwort auf das frustrierende Demokratische Establishment, der deklarierte Feind.

Dabei lohnt sich ein europäischer Vergleich, also ein Blick in die politische Normalität: Pluralistische Parteiensysteme. Bernie, das muss man klarstellen, ist programmatisch Mitte-Links aufgestellt; einer, der sich wohl im linken Flügel der SPD gute Gespräche mit Kevin Kühnert führen könnte. Niemand, der für deutsche Verhältnisse empörende Forderungen auf den Tisch knallt. Das betont er selbst in Interviews. Doch legislativen Erfolg hatte Sanders selten. Die New York Times schrieb mal über ihn: “Big legislation largely eludes Mr. Sanders because his ideas are usually far to the left of the majority of the Senate”.

Bernie ist ein eben Mann fürs Große, ein Typ mit Ideen. Seine Gedanken sind sicherlich richtungsweisend und in ihrem progressiven Kern positiv zu bewerten, doch seine jahrzehntelange Karriere im Kongress weist wenige Erfolge auf, was Politico auch auf ihn zurückführt, denn “rarely [did he] forge[…] actual legislation or left a significant imprint on it.” Nicht nur sein Fehler, klar. Seine Ziele finden bei Wahlen keine Mehrheiten. Feel the Bern? So ging es 2020 noch deutlich weniger als der klaren Minderheit 2016. Egal, was das Internet einen hat glauben lassen. Obwohl Millenials und Generation Z die Mehrheit der Bevölkerung stemmen, machen Wähler über 65 Jahre ein Viertel des Primary Votes aus.

Daher hilft auch das Meme nicht. Bernies Grumpiness wird mit den Fehlschlägen seiner Ideen memetisch vereint und weitergereicht. Die Progressivität des Außenseiters, der fehlplatziert in ikonischen Bildern auftaucht, sticht dadurch noch mehr heraus. Und hier findet im Unterschied zu Biden eine memetische Verknüpfung von Meme-Objekt und eigentlicher Policy statt. Das Foto ist lustig, klar. Aber der Preis ist, dass das Meme einer Verniedlichung gleichkommt, was somit auch mit einer Verniedlichung seiner Policy-Ideen einhergeht. Noble, wenn auch unerreichbare Ziele, so der Sinn. Braucht man gar nicht erst zu probieren. Vielleicht steckt also unterbewusst eine große Spur von Galgenhumor darin? Vielleicht endlädt sich auch hier zeitgleich passend zur Amtsübergabe eine immense Anspannung in einer Rückkehr zu Memes aus einfacheren Tagen. Ich weiß es nicht.

Wie auch immer. Genug. Zeit, dass die Arbeit beginnt.

Ein traurig gestimmter Max Richter spielt ein halbes Dutzend Kompositionen von Daheim aus statt in großen Sälen. Dafür aber mit Welpe im Hintergrund. Ein besonderer Charme.

Ich lehne mich ein wenig aus dem Fenster und behaupte mal, dass dies das bisher beste Animal Cover ist. Hammer!

Trump’s Greatests Hits

20 Jan, 2021 · Sascha · Politik · Comments

Bye, bye!

Borat 2077

09 Jan, 2021 · Sascha · Film,Games · Comments

 

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In seinem neuen Video klatscht Mashup-Zauberer Video Junkie Borat in Cyberpunk 2077 rein (YouTube-Direktlink statt Insta)und es passt einfach perfekt zum Vibe des Trailers. Nach dem Klick der beeindruckende Effekte-Breakdown sowie ein weiteres Borat-Video im Cyberpunk-Apartment. (weiterlesen…)

Eine schrullige Crew fliegt zum Ende des Jahrhunderts hin druchs All und sammelt Müll im Weltall ein (Planetes, anyone?). Dann treffen die Figuren auf eine trainierte Killermaschine und sie erleben ihr blasses Wunder. Erinnert ein bisschen an Firefly und sieht überraschend gut aus ingesamt. Die Qualität der Effekte und das Produktionsdesign überzeugen, die Witze sitzen und vielleicht hat Südkorea bereits den Actionknaller des Jahres zu bieten. Hier der Trailer Space Sweepers erscheint schon am 5. Februar weltweit via Netflix.

In the year 2092 where trash has become currency, a crew of space sweepers on the brink of ruin chances upon a human-like robot that’s extremely valuable and they think they’ve finally hit the jackpot. But word gets around fast in the galaxy, and it’ll take everything they have to keep their weapon of mass destruction safe for sale.

2021 soll außerdem die Netflix-Adaption von Cowboy Bebop erscheinen.