Nach dem grandiosen finanziellen Erfolg von The Fault in Our Stars ist es kein Wunder, dass Hollywood mehr davon will. Das ist natürlich insofern problematisch, dass der Film von zwei an Krebs erkankten Teenager und Jugendliebe handelt und man kann sich ja denken, dass das nicht gut ausgehen. Dazu ist die Moral von John Greens Buch auch, dass man nicht immer wissen muss wie es weitergeht – oder in der Sprache Hollywoods: Nicht alles braucht ein Sequel.
Doch wo man Öl findet, wird weiter gegraben. Also werden John Greens andere Bücher angegangen. Paper Towns wird, wie schon The Fault in Our Stars, von Fox von Scott Neustadter & Michael H. Weber adaptiert. Nat Wolff, der bereits in The Fault in Our Stars am Rande mitwirken durfte, wird die Rolle von Quentin übernehmen, der seit Kindertagen in seine Nachbarin Margo verliebt ist. Nach einer abenteuerlichen Nacht verschwindet Margo spurlos und Quentin muss sie ausfindig machen. Im Roman vereint Green seine besten Eigenschaften: Road Trips, witzigen Humor, exzentrische Nebenfiguren und philosophische Dialoge, die hier das Manic Pixie Dream Girl decodieren; ein Plot Device, das ihm ja selbst oft vorgeworfen wird. Könnte mit dem/der richtigen Regisseur/in etwas werden.
Weiterhin wird sein erster Roman aus dem Jahr 2005, Looking for Alaska, ins Kino kommen – ein Roman, der mir sehr am Herzen liegt. Es war das erste Werk, das ich von Green las und es ist sehr rührend. Ich bin mir zwar nicht mehr sicher, da ich ihn schon länger nicht mehr gelesen habe, ob ich heute noch der Zielgruppe entspreche, aber damals hat der Roman mir geholfen und mich sehr inspiriert. Looking for Alaska hat bereits eine kleine Geschichte in der Produktionshölle durchleiden müssen. Josh Schwartz (The O.C.) hat 2006 mal einen Drehbuchentwurf verfasst, den Green laut eigener Aussage sehr mochte, aber Paramount hatte kein Interesse daran, den Stoff zu verfilmen. Das hat sich jetzt natürlich geändert.
Die Regie wird die wunderbare Sarah Polley (Take This Waltz, Stories We Tell) übernehmen. Looking for Alaska handelt von einem schüchternen Jungen namens Miles, der auf ein Internat geschickt wird und von den letzten Worten berühmter Menschen besessen ist. Dort trifft er auf seine neue Mitschülerin Alaska, die sein Leben aus der Bahn wirft. Polley hat bereits mit Take This Waltz bewiesen, dass sie komplexe Bedürfnisse in Frauenfiguren gut und ergreifend auf die Leinwand bringen kann und mit Stories We Tell auch gezeigt, dass schwierige Familienkonstellationen für sie kein Problem sind. Das dürfte richtig groß werden. Hoffentlich versucht Paramount nur nicht die etwas scharfkantigen Momente des Buches zu glätten – Green sah sich teilweise mit sehr krassen Vorwürfen (seichte Spoilerwarnung) konfrontiert und hat seither, wahrscheinlich auch im Hinblick auf seine immer größer wachsende Nerdfighterfangemeinde aus jungen Mädels, von solchen Momenten zurückgeschreckt. Wäre sehr schade, wenn man das verliert. (via)
Schöne Spielerei für alle Astraphilen wie mich von Richard Clarkson: Eine interaktive Wolke, die mit Licht- und Donnereffekten den Tag so richtig schon akzentuieren kann. Außerdem kann man darüber auch Musik abspielen und es gibt coole, abgestimmte Effekte. Würde ich mir definitiv holen, wenn das Teil nicht $3,360.00 kosten würde. Außerdem will ich ja auch nicht immer Gewitterstimmung im Wohnzimmer haben und das Ding würde ich wohl nur ein paar Mal benutzen bevor es langweilig wird (Ich rede mir das jetzt mal ein, bevor ich arm bin).
Acting as both a semi-immersive lightning experience, or as speaker with visual feedback, this nightlight/nightspeaker hybrid introduces a new discourse for what a nightlight could be. Richard writes: “Advances in physical computing and interaction design hardware over recent years have created a new breed of smartobjects, which are gaining more and more traction in the design world.

© HBO
Zwei Prozent der Menschheit verschwinden binnen einer Sekunde, ohne auch nur eine Spur zu hinterlassen. Die Hinterbliebenen kämpfen in der neuen Serie von Lost Co-Creator Damon Lindelof mit den mikrokosmischen Folgen und den Altlasten ihres Showrunners.
Ad
The Leftovers bietet ein Konzept, das für Damon Lindelof persönlich geschrieben worden zu sein scheint. Es ist nicht wirklich schwer zu verstehen, was genau ihn an Tom Perrottas gleichnamigen Roman angezogen hat, wenn ihr euch ein wenig mit dem noch jungen Werk des Autors beschäftigt. Bei den Projekten, bei dem ihm alleinige narrative Verfügung oder relative Autorität zugestanden wurde, verfuhr Lindelof stets nach der Mystery-Box-Maxime seines Mentors, J.J. Abrams, bei der keine Auflösung oder Antwort so interessant und einnehmend sein kann, wie das dazugehörige Mysterium. Bei Lost bewies der Showrunner zusammen mit Carlton Cuse, wie interessant er dieses Gefüge, manche würden es wohl als Kartenhaus bezeichnen, aus Antworten und immer neuen Fragen gestalten und dabei gleichzeitig komplexe Charaktere und Themen bedienen kann. Der Zwiespalt zwischen Religion und Wissenschaft, zwischen Glaube und Beweis, dominierte die verschollene Insel. Es ist daher nicht verwunderlich, weshalb die nicht mit weltlichen Methoden zu erklärende Prämisse von Tom Perrottas Roman ihn so offensichtlich faszinierte.
Von jetzt auf gleich verschwinden zwei Prozent der globalen Weltbevölkerung. Es ist genug, um wahrscheinlich kleine Schäden anzurichten. Aber nicht genug, um die globale Bevölkerung ins politische Chaos zu stürzen. Das Leben geht weiter. Die durch den “Departure” resultierende Existenzkrise findet ihren Konflikt im Mikrokosmos New Yorks. Zwei Prozent sind nicht genug für die Apokalypse, aber immerhin 140 Millionen Menschen weltweit. Genügend, dass fast jeder einen kennt, der verschwunden ist. Und wenn das Event die Familien nicht zerschlägt, dann tut es der stetig wachsende Einfluss lokaler Gruppierungen, die auf ihre Weise versuchen, mit der Nachwelt und ihren Implikationen umzugehen.
Lindelof offenbart recht schnell, woran ihm in seiner neuen Serie gelegen ist und worin er sich in seiner Adaption nicht weit von Perrottas Vorlage unterscheidet. Wir beginnen die Pilotfolge mit einer jungen Mutter (Carrie Coon), die gestresst vom Alltag plötzlich in ein tiefes Loch gestoßen wird, als ihr Baby spurlos vom Rücksitz ihres Autos verschwindet. Während sie verzweifelt nach Hilfe ruft, schreit neben ihr ein Junge nach seinem Vater und am Ende des Parkplatzes kommt es zu einem minder schweren Autounfall.
Was hätten die Serien-Macher aus diesem Event à la FlashForward schnitzen können, bei dem uns ein visuelles und irrationales Chaos die katastrophalen Konsequenzen schildert. Ein Flugzeug, das von jetzt auf gleich ohne Piloten auskommen muss, ist nur eine von vielen Horrorvorstellungen, die sie aus dem Szenario hätte zaubern können. Stattdessen beginnen wir im kleinen Städtchen Mapleton.
Kevin Garvey (Justin Theroux) ist der Polizeichef und ein Mann geplagt von Ohnmacht, Zweifel und Alkohol. Er ist getrieben vom Verlust. Seine Familie wurde am 14. Oktober, der eine symbolträchtige Kraft des 11. Septembers versprüht, verschont und zerbrach dennoch in den folgenden Jahren. Seine Frau, so erfahren wir im emotionalen und nur halb funktionierenden Höhepunkt der Folge, schloss sich einem Kult namens Guilty Remnant an, deren Mitglieder dem irdischen Leben nach der Demonstration der Kraft Gottes abgeschworen haben und ihr Dasein nur noch in weißen Kleidern als Kettenraucher verbringen. Verbale Kommunikation erscheint ihnen als unnütze Tätigkeit. Sie verfolgen labile Personen wie Meg Abbott (Liv Tyler), die weiterhin ein schönes Leben aus Suburbia und Hochzeitsplanung träumen darf, tief in ihr jedoch eine Leere verspürt, die ihr Leben prägt und welche sie am Ende dazu bewegt, sich dem Kult anzuschließen.
Garveys Sohn Tom verbringt derweil seine Zeit in der Wüste Nevadas bei einem nebulösen Wunderheiler namens Wayne (Paterson Joseph), der eine erstaunliche Mischung aus weiblichen Models und entschlossenen Soldaten um sich versammelt hat. Sein Ruf hat sich sogar bis zu Kongressabgeordneten herumgesprochen, doch Waynes antagonistische Haltung und Warnung an Tom, dass die Schonfrist vorbei ist, deutet eine aggressivere Note an, als wir das von Wunderheilern erwarten würden. Die angelegte Infrastruktur deutet eventuell auf terroristische Pläne hin.
Im Gegenteil dazu wirken die Provokationen (“Stop wasting your breath”) der Guilty Remnants beim Heroes Day, dem gesetzlich angeordneten Gedenktag für die verschwundenen Menschen, gerade zu pazifistisch. Wie bei Beerdigungen, ist diese Veranstaltung nicht für die Toten gedacht, sondern für die Verbliebenen. Um den Verlust und augenscheinlichen Tod zu verarbeiten, durchgeht der Mensch die “5 stages of grief”, an deren Ende die Akzeptanz der Vergänglichkeit steht. Diese ist aber im Serienuniversum nicht zu bewerkstelligen, weshalb die normale Bevölkerung in einem permanenten Depressionszustand verharrt. Psychisch ist dies auf Dauer nicht zu verkraften. Es gibt nichts zu tun. Sie können nicht einmal jemanden beerdigen. Wo sind die Helden nur hin?
Doch von Helden geht Pastor Jamison (Christopher Eccleston) gar nicht aus. Er schwadroniert über die Verschollenen und ihr teilweise unrühmliches Leben. Nicht alle, die an dem Tag verschwanden, waren engelsgleich und er will es beweisen. Es handle sich bei dem Verschwinden nicht um die biblische Entrückung, den “Rapture”, die für viele fundamentale Christen in den USA als sicheres Ereignis feststeht. Die willkürliche Auswahl (verdeutlich im einzigen humorvollen Anteil der ersten ansonsten nihilistisch geprägten Folge: Shaq, Papst Benedikt XVI. und Gary Busey) kann als Erklärung nicht dienen und wissenschaftlich ist dem augenscheinlichen Verschwinden von Energie und Materie ebenfalls nicht näher zu kommen. Die daraus resultierende Frustration schlägt beim Heroes Day in Gewalt um, die Regisseur Peter Berg in ihrer Tragik stimmig einfängt.
Ein weiterer Subplot widmet sich Garveys Tochter Jill (Margaret Qualley), die ihrem Vater mit ihrer wenig glaubhaften, hypersexuellen Freundin auf eine Party entflieht. Sie ist ihm als einzige geblieben und dennoch fern. Im einzig schwachen Moment der Folge reduzieren Lindelof und Perrotta hier die Jugendlichen auf eine Metapher aus Sex, Nihilismus und jugendlicher Aufsässigkeit. Die Szene wird immerhin noch durch die Beerdigung des Hundes gerettet, den Garvey zuvor mit sich nahm, nachdem ihn ein mysteriöser Mann (Michael Gaston) vor seinen Augen erschoss und floh. Im thematisch stimmigsten Subplot findet so nämlich Chief Garvey zu einer Frau, die von der urbanen Legende um entflohene Hunden erzählt, die, nachdem sie das Verschwinden ihrer Herrchen mitansehen mussten, wieder zu ihrem ursprünglichen, animalischen Zustand verwilderten. Diese sind es auch später, die im Klimax der Folge den Hirsch angreifen, der Garvey bis in seine Träume zu verfolgen scheint. Könnte der natürliche Instinkt der Hunde hier die Zukunft der geplagten Menschen deuten, die sich durch ihre Rationalisierung der Situation nur Zeit erkaufen? Oder sind wir angewiesen den Hirsch im christlichen Kontext zu interpretieren (Psalmvers 42,2), nachdem sie als Darstellung der nach Heil Suchenden zu sehen sind? Oder ist der Hirsch in Wahrheit nur eine weitere Projektion von Garveys brodelnden Unterbewusstsein? Das hinterlassene Chaos in der Küche, das von dem Tier angerichtet wurde, steht dabei sinnbildlich für den Abgang der Mutter aus der Familie. Und sollte dies zutreffen, wird die Gesellschaft der bissigen Hunde die Guilty Remnants verschonen und kann Garvey seine Frau retten?
Augenscheinlich bietet The Leftovers ein einzigartiges und verheißungsvolles Konzept. Doch der Pilot lässt in bester Lost-Manier selbst die simpelsten Zusammenhänge offen. Auf lange Sicht gesehen, kann dieses Konzept jedoch frustrierend für den Zuschauer werden. Bereits im Vorfeld betonten die Showrunner daher in Interviews, dass die Serie am Ende eine Auflösung bietet, das geheimnisvolle Verschwinden aber dabei nicht im Vordergrund steht. Dass die Figuren weder über Ambition noch Kompetenz verfügen, um das zentrale Mysterium zu lösen, fällt in den Hintergrund solange das Drama stark genug ist. Komplexe und interessante Figuren sowie fähige Darsteller besitzt die Serie, um dies zu bewerkstelligen. Im Umkehrschluss muss die Frustration im Umgang mit dem Fehlen der Antworten und die brachiale Existenzkrise der Charakere aber auch Wege finden, die inneren Emotionen auf den Bildschirm zu übertragen. Lost löste dieses Problem mit einer symbiotischen Plotstruktur aus Insel und Flashbacks zum vorherigen Leben der Überlebenden, während The Leftovers kleine Momente des Wahnsinns als emotionalen Einblick in die Figuren formuliert, die allesamt eine traumartige Qualität besitzen. Sei es nun die wilde, nackte Flucht von Garveys Vater, der Doppelsuizid am College oder der Sex mit einer fremden Frau, die sich wohl beim Akt mit Garvey in Luft aufgelöst haben muss.
Zukünftige Folgen werden ohne die Neuerscheinungseffekte des Konzepts auskommen müssen. Ein interessanter Mix aus Radio, TV und Podcasts übernimmt zwar im Hintergrund die Aufgabe des Worldbuildings erstklassig, wenn die betonte Stille zu Beginn der Serie die Trauerzeit der Figuren untermalt. In Zukunft müssen die Figuren diese Stille aber zu füllen wissen. Die Schonzeit ist vorbei.
Zitat der Folge: “Ours is not to reason why.”
Skybound hat eine neue Walking Dead Actionfigur vorgestellt, die Ende des Monats exklusiv auf der San Diego Comic-Con verkauft wird – und danach natürlich auf eBay landet, wo sie in meinen Besitz überwandern wird. Ezekiel kommt mit seinem bekannten Schwert/Stock/Dingens und wird in Farbe und der alternativen Schwarz-weiß-Version für alle Puristen verfügbar sein. Leider ohne Shiva.
Breaking News! Bruce Willis hat uns alle gerettet und den Asteroiden abgewendet. Das bedeutet, dass wir eine sechste Staffel Community erhalten und vielleicht auch einen Film – der Traum lebt! Yahoo bringt die Show online und wird 13 Folgen auf Yahoo Screen ausstrahlen. Was auch immer Yahoo Screen ist, wir werden es herausfinden. Cool. Coolcoolcool.
“I am very pleased that Community will be returning for its predestined sixth season on Yahoo,” series creator Dan Harmon says in a statement. “I look forward to bringing our beloved NBC sitcom to a larger audience by moving it online.” (via)
See you in the fall. #CommunityLivesOn pic.twitter.com/HSIzD0StT9
— Yahoo Screen (@YahooScreen) June 30, 2014
Gamer kriegen heute noch feuchte Höschen, wenn sie an The Last Guardian von Team Ico denken. Der Trailer des Spiels vom legendären Studios, das Ico und Shadow of the Colossus, produzierte, hat längst Kultstatus in der Spielewelt erreicht. Doch dann wurde es still um das Projekt, das Spiel versauerte trotz großen Hoffnungen und Kaufbereitschaft eines jeden Konsolenbesitzers diesseits des Mondes in der Produktionshölle. Spätestens mit der kompletten Nullnummer auf der diesjährigen E3 starb jede Hoffnung, dass sich das Spiel irgendwann demnächst käuflich erwerben lässt. Die Gerüchteküche besagt ohnehin schon länger, dass das Projekt eingestellt wurde.
Dazu verlassen auch einige Entwickler das sinkende Boot. Rui Guerreiro und Rasmus Deguchi haben die Arbeit an einem neuen Spiel beim Indiestudio Friend & Foe begonnen. Das Spiel soll Vane heißen und scheint, basierend auf einer kurzen Synopsis und einigen Gifs und Bildern, ein spiritueller Cousin von Journey zu werden. Im Gegensatz zu Journey soll Vane aber für den PC erscheinen und veröffentlicht werden “when it’s done.”. Das hat ja schon bei The Last Guardian prima funktioniert. Hoffen wir, dass Vane ein anderes Schicksal ereilt, der Art Style ist nämlich fantastisch.
A child with an odd ability stuck in a strange land. A dangerous natural environment inhabited by a strange civilization. Vane is an open-world adventure game based on mystery and exploration.
Sehr schöne Kommentar des Quer Magazins vom Bayrischen Rundfunk zu den schrecklichen Public Viewing Veranstaltungen, die mit Fußball nichts mehr zu tun haben. Ich hatte das Video gestern zunächst nur in meinem persönlichen Facebookfeed gepostet, aber ich will es auch hier im Blog haben, denn es spricht etwas an, das mich massiv stört momentan. Ich liebe Fußball, habe es jahrelang selbst gespielt und verfolge auch Bundesliga und Co. Und trotzdem hatte ich vor der WM eher wenig Vorfreude und war nicht aufgeregt. Ich wünschte mir lediglich einen ruhigen Ablauf der Spiele, keine Gewaltübergriffe der Polizei auf Demonstranten und ein paar schöne Spiele. Klar, natürlich bin freue ich mich für Deutschland, aber schöner Fußball ist mir wichtiger.
Auch ich war natürlich 2006 von den Public Viewings zunächst begeistert und dabei. Das nahm jedoch mit der Zeit stetig ab. Insbesondere ab 2010, spätestens aber bei der EM vor zwei Jahren, hatte ich immer weniger Lust darauf. Während 2006, zumindest bei unserer Veranstaltung in Saarlouis, sich die Zahlen noch im Zaum hielten, explodierten die Besucherzahlen in den darauffolgenden Jahren. Immer mehr wurde dieses gemeinschaftliche Fußballschauen zu einer Partyveranstaltung. Auch ich trug ein Trikot, aber der restliche Ablauf ähnelte immer mehr einer Karnevalverstaltungs und das sorgte für Unmut – das ist nichts gegen den Karneval, aber es geht doch schließlich um den Sport.
Ein Moment der EM 2012 blieb mir besonders im Gedächtnis hängen, als sich eine Gruppe junger Mädels im Alter 14 bis 16, geschminkt und verkleidet in Schland, zwischen mir und meinem Kumpel durchquätschten. Das Spiel lief bereits, doch das interessierte sie nicht. Es war eng, tausende Leute waren vor Ort, aber sie mussten sich nach vorne durchquätschten. Nicht, weil sie klein waren und mehr vom Spiel sehen wollten. Nein, ein Randkommentar entblößte die wahren Intentionen:
“Der Timo is da vorne.” – “Oh ja, der ist so heiß.”
Ehrlich. Das war die Konversation. Ich fuhr in der Halbzeit nach Hause. Public Viewing ist Dicso. Mehr nicht. Dazu kommt natürlich noch das Problem der Stammtischbundestrainer und des Nationalismus, denn es gibt keinen “Party Patriotismus” – das mal am Rande. Patriotismus und das angeblich schöne und viel umworbene “Wir-Gefühl” führen schlussendlich nur zu Nationalismus. Wo ein “Wir” ist, gibt es auch immer ein “Ihr”. Blackfacing und rassistische Tweets sind dabei wohl leider nur die Spitze des Eisberges.
Ich habe die laufende WM bisher zu Hause verfolgt. Jedes Spiel habe ich zu Hause vor meinem Fernseher gesehen und guten Fußball genossen (Seriously though, this world cup is nuts!). Eventfans kriege ich nur über Facebook und hupende Autos mit – und das ist gut so.
Sehr schöne Nachricht für alle, die ersten Film sehr mochten (wie ich) oder generell an der Kultur um Star Wars interessiert sind: Regisseur Alexandre O. Philippe dreht eine Fortsetzung zu The People vs George Lucas. Der erste Film hat jetzt schon einige Jährchen auf dem Buckel und dazu hat sich ja einiges hinter den Kulissen verändert in der Zwischenzeit. Der erste Teil, wenn auch recht unfokussiert, kommentierte das recht komplexe und ambivalente Verhältnis der Fans zum Star Wars Schöpfer sehr gut und dient seither als ultimativer Go-To-Guide für Newcomer der Debatte.
There is a great disturbance in the world of STAR WARS fandom.
While many seem delighted that George Lucas finally handed over the reins, and excited about the future of the franchise; others are worried about the Disneyfication of the galaxy far, far away that has defined their childhood.
THE PEOPLE vs. GEORGE LUCAS – EPISODE II will draw the curtain on the examination of the most complex relationship between a creator and his fans in the world of popular culture, asking the question: what does the future of STAR WARS look like without George Lucas?
Momentan plant man die zweite Episode passenderweise zum Start der neuen Trilogie ebenfalls im Dezember 2015 zu veröffentlichen, was ich für einen Fehler halte. Ich glaube nämlich, dass sich die Beziehung durchaus noch etwas abwechslungsreicher und eventuell sogar wieder versöhnlicher gestalten wird, sobald Abrams’ Episode VII in den Kinos gelaufen ist. Immerhin wird es hier wohl mehr um das Erbe an sich gehen, das jetzt von vielen Indieregisseuren, wie George selbst einer war, im Disney-System fortgeführt wird, was höchst interessante Ergebnisse und Debatten verursachen dürfte. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wir uns – der Macht sei Dank – nicht wieder an den Prequels abarbeiten müssen.
Randnotiz: Alexandre O. Philippes Doc of the Dead über Zombiefilme, Romero, etc. ist gerade auf Netflix zu sehen. (via)