So, das war dann die diesjährige Emmy-Verleihung. Die Veranstaltung selbst war ganz okay, Seth Meyers ist eben nur ganz nett und er macht artig ein paar Witze, blieb ansonsten brav. Das Highlight der Show war definitiv Weird Al, der sich Lyrics für die Theme Songs eingier Shows ausdachte und George R.R. Martin eine Schreibmaschine in die Hand drückte. Wobei ihm Bryan Cranstons Kussattacke auf JLD Konkurrenz machte – dieser Schnurrbart ist von dieser Welt! Billy Crystals emotionaler Abschied von Robin Williams war auch sehr schön, dezent und persönlich.
In Sachen Comedy ist das eine einzige Blamage für die Academy. Modern Family so oft auszuzeichnen, dazu z.B. in der Regie-Kategorie, ist für mich eine absolute Blamage.
Mit der Ausnahme von Julianne Margulies und Cary Joji Fukunaga, die beide höchst verdient gewinnen, schnappt sich Breaking Bads Abschied alle Awards im Drama – ebenfalls höchst verdient, auch wenn Aaron Paul trotz natürlich überzeugender Arbeit seinen dritten Emmy mit Dean Norris hätte teilen müssen. Die letzte Staffel hing in großen Teilen von Hank ab und Dean Norris hat für seine Arbeit in all den Jahren nicht einmal eine Nominierung erhalten. Eine Schande.
Fargo gewinnt den Preis für die beste/r Miniserie/Film, kann jedoch kaum punkten. Denn Sherlock wurde anscheinend inzwischen von der Academy gesehen und bekommt nun seine Awards, u.a. einen für Steven bloody Moffat, was ich gar nicht abkann und Cumberbatch war in Staffel 3 nicht besser als die schauspielerische Gewalt eines Billy Bob Thornton.
Große Verlierer des Abends sind HBO und Netflix. Orange is the New Black und House of Cards gehen bis auf einen Preis für Uzo Aduba und fürs Casting leer aus. HBO wird sich wohl in den Hintern beißen, dass man True Detective nicht in die Miniseries-Kategorie gesteckt hat – wo die Serie auch hingehört. Da hatte man wohl zu großes Selbstvertrauen.
Persönlich freut mich natürlich die Auszeichnung für Louis C.K.s “So Did The Fat Lady”, die Episode des Jahres. Ärgern tut mich besonders der Emmy für Jim Parsons. Es liegt nicht an Parsons, der einen okayen Job macht und sich scheinbar sogar für den Gewinn entschuldigte, sondern an der Serie selbst. (weiterlesen…)
Wolfang M. Schmitt setzt sich der aktuellen Ausgabe von Die Filanalyse mit den hiesigen Programmkinos und der Filmkultur Deutschlands auseinander. Er beschreibt darin sehr gut meine Suche nach guter Filmkultur hier am Rande Deutschlands, die mich in den letzten Woche erneut häufiger über die Grenze des Landes hinweg nach Luxemburg führte. Dort laufen nämlich Gia Coppolas Palo Alto oder Jonathan Glazers Under The Skin im Kino. Ein sehr treffender und wichtiger Beitrag:
Das Politische wie das Ästhetische wird als Bedrohung wahrgenommen. Das Wellness-Kino setzt die Politik der ‚Neuen Mitte‘ auf der Leinwand um. Lieber frönt man einer kulinarischen Kultur der Unterforderung, als sich noch Kritik oder gar Kunst auszusetzen. Die Kinobetreiber, die eher Therapeuten gleichkommen, die ihren Patienten/Zuschauern ein Sedativum nach dem anderen verschreiben, machen fröhlich bei dieser Verflachung mit, sie verdienen gut daran und schreiben sich weiterhin ‚Arthaus‘ auf die Fahnen, wenn auch nur die Kuschel-Version gemeint ist. Das ist ein großes Unglück, da es keineswegs weniger großartige Filme gibt. Das Problem ist, daß man diese Filme fast nur noch auf Festivals zu sehen bekommt oder auf die DVD-Veröffentlichung hoffen kann.
Dazu passend zwei äußerst passende Artikel von Rajko Burchardt:
Ziemlich beste Freunde, ziemlich großer Mist
In der Gewalt des Wohlfühlkinos

© HBO
Mit Cairo gelingt The Leftovers der Ausbruch aus dem bisherigen Schema. Showrunner Damon Lindelof produziert eine grandiose Folge, dank der inszenatorischen Gewalt von Michelle MacLaren, abseits der feinfühligen Charakterbeobachtungen in vorangegangen Folgen.
Es ist ironisch. Mit Cairo strahlte HBO vorgestern die erste Folge von The Leftovers aus, die nicht von Showrunner Damon Lindelof geschrieben wurde. Doch seine Fingerabdrücke am Skript sind unverkennbar. Wieso genau The Walking Dead Produzent Curtis Gwinn und der relativ unbekannte Fernsehfilmautor Carlito Rodriguez dafür engagiert wurden, bleibt wohl ein Produktionsmysterium. Denn gerade in Cairo offenbart Lindelof bisher nicht genutzte Spannung und Emotionalität, Innenleben und Gesamtgefüge. Es ist vielleicht die zentrale Folge der Staffel. Figuren werden vollendet, andere zeigen neue Seiten an sich, Beziehungen gehen zu Ende und der interessante Handlungsort, eine Hütte im Wald mit Personen, die zwar vor einem stehen, deren Existenz man jedoch zumindest anzweifeln kann, erinnert an sein umstrittenes Magnum Opus Lost.
Die Gastautoren meistern ihre Aufgabe jedoch auf beeindruckende Art und Weise. Sie balancieren ihre Handlungsstränge besonnen und schreiben authentische Dialoge für spannende Szenen. Die Figuren mögen leiden, der Zuschauer darf jedoch genießen. Dazu ist die Folge von Michelle MacLaren inszeniert, dieser faszinierenden TV-Regisseurin, die sich in den letzten Jahren mit grandiosen Folgen in Breaking Bad sowie einigen markanten Folgen in The Walking Dead sowie Game of Thrones einen Namen in der Branche machte. Ihre Regiearbeit verleiht der Serie eine ganz neue Qualität. Ihre Übergänge sind flüssiger, ihre Bilder des Suburbanen mythisch und das Finale wirkt nahezu biblisch. Im buchstäblichen Kammerspiel im Wald gegen Ende der Folge fängt sie Kevins klaustrophobische Paranoia mit einer unruhigen Kamera und vielen Rahmen im Bild stimmig ein. Aber das sind nur einige von vielen Bildern, die aus dieser Folge deutlich länger hängen bleiben.
Diese Konfrontation mit ihrem blutigen Ende ist mit dem wunderschönen Cold Open natürlich zu erahnen. Bereits seit Beginn der Serie schmiedet Lindelof an diesem Aufeinandertreffen der Anführer. Dieses Mal treffen beide alleine aufeinander, nur einer entkommt. Wie der Showrunner bereiten die Figuren sorgfältig ihre Pläne vor. Für Patti scheint dies eine größere Aktion am kommenden Memorial Day zu sein, für Kevin Garvey ist es ein symbolhaftes Abendessen mit Nora Durst, seiner Tochter und Aimee. Es ist einer von vielen Schritten des Neuanfangs. Nora (Carrie Coon) gibt zwar zu, nicht zu wissen wie es weitergehen soll, aber gemeinsam können sie die Vergangenheit und somit den Schmerz hinter sich lassen – und Kevin glaubt ihr. Was er dabei jedoch vergisst ist das Wohl seiner Tochter.
Jill is is looking for trouble and finds it – literally. Nachdem sie Nora bereits beim Essen angegriffen hat, bricht sie nun in ihr Haus ein und ist auf der Suche nach der Waffe ihrer neuen Mutter (gesehen in Episode 2). In der Box zum Brettspiel Trouble findet sie den Revolver – für Jill (Margaret Qualley) ein Beweis, dass Nora zwar begonnen hat, ihren Schmerz hinter sich zu lassen, ihn sich jedoch für bittere Zeiten aufbewahrt. Das bedeutet jedoch auch, dass es keine Sicherheit mehr gibt. Niemand kann sich wirklich sicher sein, dass diese Zeiten vorbei sind. Wieso also dann überhaupt noch weitermachen? Ich habe bisher zwar die übertriebenen Aktionen der Teenager stark kritisiert, die Charakterzeichnung bleibt aber weiterhin ausgezeichnet. Jill leidet nicht an stereotypischen Gefühlen der Furcht und Angst, wie man sie oft in der Fiktion bei Heranwachsenden findet, sondern sie ist tief unglücklich.
Das Spiel, übrigens, erscheint mir nach einer kleinen Google-Suche als eine amerikanische Version von Mensch Ärgere Dich Nicht; was insofern passend ist, dass dies Aimees Ratschlag an ihre beste Freundin ist, als sie nach einem Streit auszieht. Angeblich soll Aimee mit Kevin geschlafen haben. Es gibt dafür viele Anzeichen und spielhafte Hinweise innerhalb der Serie, aber ich glaube, dass es sich hierbei tatsächlich nur um eine verbale Eskalation („So I fucked the shit out of him on a pile of guns!“ – Wow!) handelt, als um eine wahre Begebenheit. Dass all dies auf Aimee nervig wirkt, ist verständlich. Sie hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden. Sie will keine Fragen von Noras Ministerium für ein bisschen Geld beantworten, predigt dagegen Akzeptanz und versucht das Beste aus ihrem Leben zu machen, während sie anderen eine Hilfe ist. Hoffentlich kann sie Jill vor den Machenschaften des GR retten.
“You people are some sick fucks!”
Diese Hilfe könnte auch Chief Garvey dringend gebrauchen. Nach einer weiteren alkoholisierten Nacht landet er mit Hundemörder Dean (Michael Gaston) nahe der Stadt Cairo in New York in einer Waldhütte aus seiner Jugend, die nun völlig ihre Unschuld verliert. Innen befindet sich Patti bereits übelst zugerichtet; in den markanten Blitzeinwürfen der Serie erahnen wir, welche Gewalt sie so zugerichtet haben muss. Doch es ist erst der Beginn von Pattis Leiden, dem sie sicher, gewillt und stark gegen übertritt. Kevin ist dagegen kurz vor dem Zusammenbruch. Er kann sich an nichts aus der Nacht erinnern und beginnt seine Realität komplett und ohne Scham zu hinterfragen. Dean kann nichts mit Garvey in seinem Zustand anfangen. Dieser sieht sich als Schutzengel für Garvey und möchte die Aktion mit ihm bis zum Tode Pattis durchziehen, doch er verlässt die Szene jedoch nach einem Zwischenfall.
Wichtig: Er argumentiert scheinbar ähnlich wie Kevins Vater beim Verlassen der Szene mit einer unsichtbaren Person und bestätigt damit sämtliche Theorien und Prophezeiungen, dass “die” auf der anderen Seite mit Kevin etwas vorhaben. Ich halte Dean für einen realen Menschen, der wie Kevins Vater von der anderen Seite kontaktiert und auf eine Mission gesandt wurde. Er bleibt zwar ein Mysterium, Patti nennt ihn auf Grund fehlender Personaldaten einen “Geist”, aber Kevins Schizophrenie ist dennoch hier der bestimmende Faktor. Durch seine Perspektive erhält die Geschichte eine übernatürliche Spur, die Lindelofs Spiel mit dem Zuschauer hervorhebt. Alles deutet auf eine realitätsnahe Lösung hin, doch die Hoffnung durch den unverlässlichen Erzähler darf bestehen bleiben.
Kurz vor ihrem Abtritt aus der Serie kann Ann Dowd dann noch einmal glänzen und sogar sprechen. Macht das Patti zur Heuchlerin oder hat sie einfach nur keine alternativen Ausdrucksmöglichkeit? Und spielt das überhaupt eine Rolle? Sie ist eine Agentin des Chaos. All das fällt ihr leicht, womöglich aber auch weil sie weiß, dass sich selbst im weiteren Verlauf der Serie sowie im stetigen Kampf der GR ohnehin als Märtyrerin instrumentalisieren wird – wieso dann nicht jetzt? Ihr Glaube an einen Sinn verleiht ihr Kraft. Ohnehin offenbart sie Kevin alles: Gladys? Wie vermutet vom GR inszeniert. Die Affäre Kevins zum Zeitpunkt des Departures? Hat Laurie Patti in einem Gespräch offenbart – ebenso wie den Grund der Scheidung. In dieser sinnlosen Welt gibt der GR Laurie etwas, das ihr Mann oder eine andere Person nicht mehr geben kann: einen Sinn, eine Aufgabe. Pattis Erläuterungen sind für aufmerksame Zuschauer der Serie keine Offenbarung, doch ihre Ausführungen zum 14. Oktober und dem daraus entstandenen Kult machen die Sache rund. Dazu brilliert Richters Score erneut im Höhepunkt der Folge.
Wie der Guilty Remnant ohne ihre Anführerin auskommen wird, bleibt derweil spannend. In ihrer Abwesenheit muss Laurie mit einer ungewohnt emotionalen Meg fertig werden (endlich gibt man Liv Tyler etwas zu tun) und die schockierende Ankunft Jills verarbeiten. Doch die Mission der GR scheint so weit fortgeschritten, dass solch kleinen Problemen die Gesamtmission nicht mehr in Mitleidenschaft ziehen können. Wie diese aussieht? Man kann es bisher nur erahnen. Es liegt eine Spur von Jonestown in der Luft, besonders weil Patti nochmal die Aufopferungsbereitschaft der Mitglieder betont. Doch zunächst scheint eine weitere Schockaktion für den Memorial Day geplant zu sein, für den Patti bereits im Cold Open Kleider in der Kirche bereit legte. In den USA gedenken die Bürger am Memorial Day den Gefallenen Soldaten. Während der Gedenktag am 14. Oktober zum praxisorientierten Routinemarsch wurde, will der GR hier den Bürgern wohl eine Lektion erteilen, die man so schnell sicherlich nicht vergisst oder verarbeitet. Ob sich in der offensichtlich illegalen Lieferung tatsächlich nur Loved Ones Puppen oder, wie ich eher vermute, sogar echte Leichen befinden, wird sich wohl erst nächste Woche oder im Finale herausstellen. Michelle MacLaren jedenfalls liefert mit der Vogelperspektive der losen Kleider eine der schaurigsten Einstellungen der Serie, die in ihrem Horror an Spielbergs Krieg der Welten erinnert.
Cairo profitiert von sorgfältiger Exposition und einer außerordentlichen Regiearbeit. Beliebig wirkende Subplots und Charakteristika werden vollendet und in den Gesamtzusammenhang eingebunden. Vom unterschiedlich aufgenommen Inhalt mal abgesehen bietet Lindelofs Adaption eine unbestreitbar exzellent konzipierte Narrative, deren suburbanes Mosaik aus Verlust und Schmerz in ihrer gewissenhaften Komplexität schlicht beeindruckend ist. Wen das noch auf einer emotionalen Ebene anspricht, darf in den Genuss einer wahrhaft einzigartigen Serie kommen. Dazu gibt es eine leichte Transformation. Cairo ist nicht mehr ganz so abgeschlossen wie die bisherigen Folgen und die Spannung steigt ins Unermessliche. Zum ersten Mal seit Beginn der Serie darf man wirklich gespannt sein und rätseln, was als Nächstes passiert.
Zitat der Folge: „Now I know why you don’t fucking talk.“
Meta-Zitat der Folge: „Dude is ripped!“

Dank der Verwirrungen, den geleakten Photos und allen Gerüchte der letzten Tage scheint man nun in der Causa Star Wars alles behaupten zu können – und es wird diskutiert. Anything goes! Ich bekenne mich hiermit schuldig und gehe diesen Leuten willentlich auf den Leim, da diese Meldung schon eine nähere Betrachtung wert ist. ComicBook.com vermeldet nämlich, dass laut ihren Quellen die originale Version der Star Wars Trilogie für eine Kino- und Heimkinowiederauflage auf Blu-ray vorbereitet wird.
According to our sources, Disney has plans to release the original cut of the Star Wars trilogy on Blu-ray. Our sources indicate that the project has been under way for quite some time, but it’s been challenging because of some damage to the original negatives they are utilizing. The goal is to release A New Hope, Empire Strikes Back, and Return of Jedi in their complete, unaltered, original form without the redone special edition SFX.
Our sources did not have an exact date as to when the original cut of the Star Wars Trilogy would be released on Blu-ray, due to the challenges Disney has encountered in pulling everything together. However, our sources indicated the goal is to have it ready and released before Star Wars Episode VII is released in theaters.
Das halte ich für höchst unwahrscheinlich. Die Herausforderungen, mit denen sich Disney hier konfrontiert sehen würde, wären nämlich nicht nur technischer Natur. (Obwohl ein Großteil der Arbeit hier bereits vor Jahren geleistet wurde.) Dazu käme noch ein Rechtekampf mit 20th Century Fox; das Studio besitzt nämlich die kompletten Vertriebsrechte für Episode IV, die Rechte an Episode V und Episode VI fallen sowie den restlichen Filmen verfallen erst ab Mai 2020.
Komplett unwahrscheinlich ist es jedoch nicht, dass Disney mit einem großen finanziellen Zugeständnis an Fox einen Deal planen könnte. Im Gespräch ist nämlich eben nicht nur eine Heimkinoveröffentlichung für Puristen, sondern eben auch ein Kino-Rerelease, der seitens Disney mit Hinblick auf den Start von Episode VI sehr vielversprechend ist. Natürlich stellt ein neuer Star Wars Film alleine mit seiner Marke eine Attraktion wie keine zweite dar, doch auch dem Franchise eher nur leicht zugewandte Kinogänger müssten wieder für den Mythos und die Bilder sensibilisiert werden.
Als Fan kann man nur darauf hoffen, dass doch etwas an dieser Geschichte dran ist. Die Krux der Special Edition und George Lucas’ Spielereien in der aktuell Blu-ray Version lag ja nie alleine an den streitbaren Veränderungen, sondern vor allem an der Tatsache, dass es sich dabei um die einzige restaurierte und erwerbbare Version handelte. Lucas hätte seine Vision ja weiter vollenden können, solange es einen alternativen Zugang zu der originalen Trilogie gegeben hätte.
Dennoch bleibt all dies höchst unwahrscheinlich. Bis dahin müssen wohl die alten Laserdiscs reichen.
16 Aug, 2014 · Sascha · Alles sonst so · Comments
Höchst beeindruckender Kickstarter-Pitch für den Anime-Thriller Under The Dog nach einer Geschichte von Videospielemacher Jiro Ishii und Regisseur Masahiro Ando, der u.a. an Fullmetal Alchemist, Ghost in the Shell, Neon Genesis Evangelion mitgearbeitet hat.
The year is 2025 in the city of Tokyo Bayside Special District, five years following the devastation wrought by a specially enhanced groups of terrorists at the 2020 Summer Olympics. Out of the ashes of that desolation, the UN formed a special covert branch headquartered in Tokyo Bay solely purposed with searching out and eliminating the forces responsible for the attack along with anyone even bearing a remote resemblance to them.
As a cover, the International School for Boys and Girls was established for the ongoing covert operation of discovering and recruiting gifted high school students, each with their own special abilities, and to coerce them in the service of an elite death squad. These troops are tasked with ferreting out and exterminating all individuals with powers like their own.
There is no choosing sides for these recruits and failure is not an option. Failure on the field assures not only their own, but also their loved ones’ deaths. In order to assure compliance, each agent’s dearest loved ones have been secretly outfitted with a micro cranial bomb and all agent’s actions and speech are closely monitored and recorded through a battle chip embedded in their brain. In the event the UN commanding officer determines an agent falls out of protocol, their loved ones immediately suffer the consequences.
Kickstarter: Under The Dog – “An anime science fiction action thriller that will explore what it means to live and die well, testing the limits of all we hold dear” (via)
Hier der sehr nette CGI Trailer zu Alien: Isolation von Creative Assembly, die nicht hinter der Ballerkatastrophe Colonial Marines stecken. In Isolation hat man nämlich das Gegenteil von CM produziert und lässt die Tochter von Ripley auf einer Station rumschleichen, die von einem einzigen Xenomorph bedroht wird. Das hat was von Outlast und den ganzen restlichen Indiehorrorgames der letzten Jahre, besticht aber mit äußerst hübscher Grafik und einer stichhaltigen Erweiterung des Alien-Universums. Insbesondere das Nostromo-Preorder-DLC lässt mich an das Projekt glauben: Sigourney Weaver (Ellen Ripley), Veronica Cartwright (Lambert), Harry Dean Stanton (Brett), Tom Skerritt (Dallas) und Yaphet Kotto (Parker) kehren zurück und leihen den Figuren erneut ihre Stimmen:
Players will be able to explore the Nostromo from habitation deck down through to engineering as they race to escape the terror that confronts them from within the depths of the ship.
Das klingt für mich so, als ob wir da tatsächlich Ridley Scotts Alien spielen können. Das Spiel erscheint am 7. Oktober 2014. IGN hat noch ein Gameplayvideo mit “Console Creative Lead” Al Hope, der das Gameplay vorstellt. Sieht ziemlich geil aus.
Oh my! Creepy, wie gut das passt… Bin mal gespannt, wie lange das oben bleibt. Disney dürfte das sicherlich nicht gefallen.

© HBO
Nicht jede Woche kann ein Highlight sein, doch die Qualität sinkt nur leicht ab. In der neuen Episode, die in ihren Motiven und Charakterzeichnung an LOST erinnert, zieht The Leftovers das Tempo an und schafft es alle Handlungsstränge voranzutreiben und zu verbinden. Sogar eine übergeordnete Lösung könnte sich anbahnen – gibt es doch eine Erklärung für all die Vorgänge?
Nach der erneut großartig inszenierten Folge um Nora Durst war abzusehen, dass sich mit der Rückkehr zum Figurenmosaik in Mapleton ein Qualitätsabriss bemerkbar machen würde, ähnlich wie nach der Folge um Noras Bruder Matt. Ich bin mir nicht unbedingt sicher, inwieweit dies wirklich zutrifft. Mit Sicherheit sinkt die atmosphärische Dichte an Emotionalität und Intensität mit dem Wegfall der Fokussierung auf eine einzelne Person, aber die etablierten Figuren profitieren ebenso von ihrer Einbindung in das Gesamtgefüge. Gleichzeitig zieht The Leftovers in Solace for Tired Feet das Erzähltempo an und führt sämtliche Handlungsstränge weiter. Das Gesamtbild profitiert von der Weiterführung bestehender Handlungsstränge und zusätzlicher Exposition und lässt ein Mosaik entstehen, das – geschmückt mit detailreichen Ablenkungsmanövern und Hinweisen – langsam Sinn ergibt. Zusätzlich zu der dichten Atmosphäre erhalten wir als Zuschauer auch endlich eine Vorahnung, wohin diese Staffel führen könnte.
Doch zuvor müssen wir uns mit den Teenagern abgeben. Lindelof und seine Co-Autoren haben bei der Charakterisierung dieser Figuren und dem Einfluss des Departures auf die Jugendkultur zu dick aufgetragen, während stets präsente Figuren wie die Zwillinge zu sehr ignoriert wurden, als dass diese Szenen auf dem gleichen Niveau mit dem Rest der Serie zu bemessen sind. Trotzdem kann dieser Prolog überzeugen. Als Mutprobe für die Teenies dient ein Kühlschrank im Wald, in dem angeblich ein Mobbing-Opfer bei einem Missbrauch am 14. Oktober verschwand. Es ist eine kleine, urbane Legende, die durchaus authentisch wirkt und sich bei Jugendlichen rumsprechen könnte. Auch Jill (Margaret Qualley) läuft Gefahr dort ihr Leben zu verlieren, als sie bei ihrer Mutprobe droht, im Kühlschrank zu ersticken, nur um dann zu ihrer und unserer Überraschung von ihrem Großvater (Scott Glenn) gerettet zu werden.
The Leftovers vollzieht seine Narrative in episodischer Natur. Alle Folgen sind in sich abgeschlossen und finden Wochen oder manchmal Monate nach den Ereignissen der letzten Episode statt. Diese Struktur funktioniert wunderbar in den Episoden, in denen alles Nebensächliche auf einen Cameo reduziert wird und der Zuschauer einer Person und ihrem Umgang mit dieser Welt folgt. Problematisch wird dies jedoch bei eher lose definierten und bewusst mysteriös gehaltenen Handlungssträngen wie dem um Wayne und Thomas. Man fühlt sich immer nur als Besucher in diesen Szenen und der Elan fehlt deutlich. Dies untergräbt direkt die Dringlichkeit gewisser Storylines. Weiterhin werden andere Punkte nur noch später in Dialogen kurz erwähnt, wie z.B. der Einbruch der GR (“Guilty Remnant”) zu Weihnachten. Andererseits profitiert die Serie von den Sprüngen, indem sehr viel bereits als gesetzt vorgegeben wird und die Welt lebendiger wirkt. Diese Figuren besitzen ein eigenständiges Leben und existieren fernab unserer Beobachtung. So hatten Nora und Kevin bereits mehrere Dates, doch erst als ihre Beziehung in die wichtigen zwischenmenschlichen Territorien abdriftet („I don’t know how to talk to you yet.“), steigen wir bei ihnen ein.
Doch viel Zeit bleibt Kevin in dieser Folge ohnehin nicht für Nora (Carrie Coon). Ihr erster Versuch sich auch körperlich näher zu kommen wird von den GR ruiniert. Nora kann zumindest ein wenig Rache ausüben, in dem sie Meg und ihrer Begleiterin eine kalte Dusche mit dem Gartenschlauch verpasst. Noras trockener Humor und direkter, stolzer Umgang mit ihrer Umwelt tut der Serie wahrhaftig gut. Später bleibt Kevin dann keine Zeit mehr, denn sein Vater ist aus der Anstalt entflohen. Ein kurzer Besuch bei der Bürgermeisterin vermittelt am Rande, dass auch ihre Beziehung mit dem ehemaligen Polizeichef vorüber ist. Doch wichtiger: Der Vater sucht seinen Sohn. Nicht nur die früheren Delikte von Großvater Garvey offenbaren die Dringlichkeit seiner Festnahme, sondern auch seine gewalttätigen Übergriffe auf einen ehemaligen Mitarbeiter und Randale in der örtlichen Bibliothek verdeutlichen den tiefen, mentalen Fall des schizophrenen Patienten.
Als Kulisse dieser tragenden Haupthandlung dient ein stiller Kampf der örtlichen Christen um Pfarrer Matt Jamison und Pattis Guilty Remnant. Die Gläubigen pflastern die Stadt nämlich mit großen Plakaten voll, auf denen Gladys mit der großen Aufschrift “Save Them” zu sehen ist. Später in der Folge rennen wir mit Chief Garvey einen Protest der GR. Diese haben, wie im Prolog zu sehen war, die Plakate von Wänden und Gemäuer entfernt und mit der Addition “Don’t” versehen. Dieser Konflikt findet sicherlich, wie an der Infrastruktur in Jamisons Haus zu sehen ist, bereits länger statt. Es ist ungemein erfreulich, dass sich die Serie nicht von Woche zu Woche an den gleichen Themen und Konfliktlinien abarbeitet, diese jedoch für den Zuschauer im Hintergrund sichtbar weiter schwelen lässt.
Verlockende Wahnvorstellungen
Nach einigen Verfolgungsjagden treffen sich Kevin Jr. und sein Vater, der zwischenzeitlich bei Pfarrer Matt (Christopher Eccleston) Unterschlupf fand, in einem Diner. Dort offenbart der Vater dem Sohn, dass die Stimmen ihm befohlen haben, seinem Sohn die Mai-Ausgabe des National Geographic Magazins aus dem Jahr 1972 zu schenken – und es ist wichtig, dass Kevin dieses Geschenk und seine neue Rolle in der Nachwelt akzeptiert. Das Magazin ist eine echte Goldgrube an Hinweisen und Anspielungen nach bester Lost -Manier und dabei die Unterwasserspinnen von Christine und eine verschwundene Zivilisation anmerkt. Aber nicht nur das Magazin wirkt wie von der Insel, auch Kevin Garvey Jr. ähnelt immer mehr seinem Vorgänger, dem Lost-Protagonisten und Insel-Arzt Jack Shephard. Kaputte Ehe, Vaterkomplexe, Alkoholmissbrauch, der Wunsch anderen helfen zu können und das Versagen der eigenen Psyche – die Liste ist lang. Justin Theroux’ Spiel kennzeichnet Kevin jedoch als verschiedenartige Figur und seine Träume sind ein Thema für sich.
Diese geben nämlich tiefen Einblick in den beginnenden Verfall seiner Psyche. Garveys Träume sind ein durchgängiges Motiv der Serie und Lindelof sowie seine Regisseuren haben offensichtlichen Spaß bei der Inszenierung, doch Mimi Leders Interpretation ist dieses Mal ein wahres Assoziationsfeuerwerk aus AFTEC, GR und Kevins Sohn. Ein Hund scheint ihn zu beißen, doch dann wacht er auf und die Wunde deutet eindeutig auf menschliche Bissspuren hin. Aimee scheint zu wissen, was wirklich mit ihm passiert ist – doch noch will Kevin nicht wissen, was genau stattfand.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Auch Thomas weiß nicht so wirklich, wie ihm geschieht. Er befindet sich mit der hoch schwangeren Christine gerade in Gary, Indiana. Dort erhascht er einen Blick von sich im Spiegel, offensichtlich ohne Ahnung, was genau er hier macht und wie er dort hingekommen ist. Immerhin kontaktiert Wayne ihn endlich wieder. Dieser ist nicht mehr in einem New Yorker Apartment wiederzufinden, sondern sichtlich am Ende seiner psychischen und körperlichen Kräfte irgendwo in einem Keller. Er bittet Tommy um die Lieferung von Geld. Tommy wird misstrauisch und verfolgt die Spur. Er landet in einem dreckigen Motel und findet sich in einem Netz aus Waynes Lügen wieder: Ein weiterer Typ kümmert sich um eine weitere schwangere Asiatin. Auch sie soll „die Eine“ sein und die „Brücke“ (eine weitere Anspielung auf die Möglichkeit des Kontakts) in sich tragen.
Es ergeben sich in dieser Folge ein paar nette visuelle und narrative Parallelen zwischen Vater und Sohn. Da wäre einmal der Briefkasten und dann das Handy, das beide zerstören. Beide werden an der Hand verletzt und stürmen in ein Zimmer, wo sie nach jemandem suchen, der nicht da ist. Beide finden sich enttäuscht von ihren Vaterfiguren hilflos und alleine in ihrem Schlamassel wieder. Vielleicht macht eine dieser Parallelen bald einen Knick, sodass sich die Beiden wieder treffen können. Tommy hat Waynes Lügen satt und fühlt sich bestätigt: Christine gebärt nämlich ein Mädchen. Dennoch bleibt diese Storyline trotz beeindruckender und einnehmender Darbietungen am schwammigsten. Basierend auf den bisherigen Entwicklungen dürfte es aber als sicher gelten, dass auch Waynes Geschichte durch eine besondere Betrachtung an Gewicht zunehmen dürfte. Die bewusst gewählte narrative Struktur steht dieser Gewichtszunahme nur leider im Weg und die Aufschiebung der Auflösung wirkt mit fortschreitender Laufzeit frustrierend.
Und genau deshalb ist The Leftovers wohl so faszinierend. Lindelof und Buchautor Perrotta wurden vor dem Start der Serie nicht müde zu betonen, dass der Zuschauer sich keine Hoffnungen machen braucht, dass das zentrale Mysterium gelüftet werden wird. Und soweit funktioniert die Serie auch ohne diese Hoffnung. Selbst wenn sie wie letzte Woche kaum ins Übernatürliche abdriftet, ist die Atmosphäre und Inszenierung dieser Realität mit ihren Figuren so interessant, dass man keine Auflösung braucht. Doch Lindelof kann es wohl nicht lassen oder will bewusst seine Zuschauer ablenken, denn er streut hier und da mit zielgenauen Hinweisen Hoffnung.
Ein Blick auf Chief Garvey (Justin Theroux) genügt, um dies zu verdeutlichen. Sein Vater ist schizophren und auch er bemerkt Anzeichen für einen beginnenden Realitätsverlust. Er kann sich am Ende eines langen Tages in den Armen einer Frau wieder orientieren und Halt finden, doch das Problem bleibt bestehen. Er konfrontiert es nun aber frontal, nicht mehr mit medizinischen Auswegen, die in der Toilette landen. Er nimmt diese Gefahren endlich wahr und will sie kontrollieren. Lindelof erzählt dieses knallharte Psychodrama (ähnlich wie Jeff Nichols’ in Take Shelter – Ein Sturm zieht auf) in einem übernatürlichen Kontext und verleiht Kevins Geschichte daher eine zusätzliche Ebene. Und durch den 14. Oktober könnte ja doch etwas an der Geschichte seines Vaters dran sein. Als Zuschauer kann man diesen Glauben aus der Verzweiflung gut nachempfinden. Großvater Garvey ist eine labile Person, die bereit ist, auf ihrer Mission andere zu verletzten und erscheint offensichtlich geisteskrank. Doch der Zuschauer – zumindest plagt mich diese Stimmung immer mal wieder – will in seiner misslichen und verzweifelten Lage Antworten, egal wie verrückt sie klingen – weil sie ja doch stimmen könnten! Wie ich vor einigen Wochen bereits erwähnte, scheint Lindelof durchaus neben seiner eigentlichen Geschichte an eine Metadebatte über seinen Erzählstil interessiert zu sein. Ich bin gespannt, wohin dies führt. Allzu viele Hoffnungen sollten wir uns jedoch nicht machen – der Serie schadet dies nicht.
Zitat der Folge: “going to have sex w/ Nora for the 1st time, A little nervous, wish me luck, Smiley face w/ a wink”
Zitat der Folge: „Context is everything, son.“