Letztes Jahr hatte ich hier Mark Englerts Kubrick Posterserie und dieses Jahr widmete er sich dem Freund des Großmeisters, Steven Spielberg. Die Poster hauen mich jedoch so gar nicht um, lediglich der Close Encounters Print gefällt mir wirklich, wobei ich den Glow-in-the-Dark Hype gar nicht nachvollziehen kann und mir da das Typische aus Englerts sehr filmischen Landschaften fehlt.
Das muss wohl am für ihn eher ungewohnten Format liegen. Diese Bilder hier erinnern eher an JC Richards Arbeit. Das ist nicht schlecht, ich bin auch ein großer Fan von Richard, aber bei Englert habe ich mir hier etwas anderes gewünscht. Wo sind die Minority Report, Saving Private Ryan, War of the Worlds oder Tim und Struppi Prints? Die Verfolgungsjagd in Marokko würde sich doch perfekt dafür eignen. Sein A.I. Print ist doch einsame Spitze! Es sollen aber noch weitere Prints von ihm selbst folgen, weshalb ich die Hoffnung natürlich nicht aufgebe.
Update: Mark Englert hat sich zu Wort gemeldet und verkündet, dass ihm seine Festplatte abgeraucht ist und dabei zwei Prints kurz vor der Ausstellung abhanden gekommen sind. Bitter. Das erklärt dann auch einiges. Trotz allem gibt es jetzt aber noch einen neuen Jurassic Park 2 Print.
Hier das komplette neue Album El Pintor von Interpol als Stream und nach einem ersten Anhören kann ich sagen, dass es “more of the same” ist – was genau meinem Wunsch entspricht. Interpol ist eine Band, die ihren Stil gefunden hat, keine Experimente mehr wagt und abliefern kann. El Pintor ist genau wie Antics oder Turn On The Bright Lights eine Platte wie aus einem Guss, deren Intensität kaum auszuhalten ist. 10 Songs, knapp 40 Minuten, Bäm. Bei mir blieb beim erstmaligen Hören insbesondere “Tidal Wave” hängen, weshalb der Song schon seit Stunden im Loop läuft. Interpol kommen auch Anfang nächsten Jahres nach Köln und Berlin. (via)
Ich bin gerade auf der Suche nach einem vernünftigen Modell der Orca auf dieses Video von Michael (7) gestoßen, der seine selbstgebaute LEGO Orca sowie Figuren vorstellt. Für Clint benutzte er einen Obi-Wan Kenobi Kopf! Zu süß. Erinnert mich an meine Kindheit als Der Weiße Hai 4 mein Lieblingsfilm war (Ich weiß, ich weiß!) und ich mit meinen LEGO Sets Szenen nachspielte. Ich hatte da hier dieses Modell, das man sehr leicht zu einem echt aussehenden Hai umbauen konnte. Vorne hatte das eine Klappe mit der das so aussah, als ob er der Hai die Figuren tatsächlich in einem Stück frisst. Hatte wohl mehr etwas von einem Megalodon. Hätte ich mal ‘ne Kamera damals gehabt!
Oh Mann. Da fasse ich unten die Emmy Verleihung zusammen und weise auf meine Highlights hin, wenn ich das wahre Highlight des Abends dank eines laggenden Streams verpasst habe. In diesem läuft Billy Eichner mit Seth Meyers nämlich wie immer auf der Straße rum und schreit Leute an. Ich bin ein riesiger Fan von Billy On the Street (mein Favorit), besonders wenn Passanten nicht mitmachen. Das hektische Format passt perfekt zu den Emmys oder eigentlich jeglicher Preisverleihung, weil ja irgendwas immer nicht stimmt. X wurde nicht nominiert, Z hätte den Sieg mehr verdient gehabt als Y. Ich bekenne mich schuldig. Billy überträgt das kollektive Bitchen von Twitter ins wahre Leben und zeigt uns, wie absurd das alles ist. Herrlich.
Nach dem enormen Erfolg von HBOs Adaption der Das Lied von Eis und Feuer Reihe von Autor George R.R. Martin wurden nicht nur viele Fans von Game of Thrones auf die Buchvorlage aufmerksam, sondern auf die weiteren Werke des Mannes aus dem Haus der Schildkröte. Ich bekenne mich schuldig: Trotz meines Fandoms habe ich mich weder mit den Büchern, noch Martins sehr weitreichender Themen und Werke näher beschäftigt. Ich wusste von seiner Arbeit an Twilight Zone und den Abenteuern von Dunk und Egg in Westeros, aber nichts von Wild Cards – und ich habe was verpasst. Martin wirkt bereits seit 1987 als Herausgeber dieser Kurzgeschichtensammlung, die bereits 21 Veröffentlichungen in den USA auf dem Buckel hat. Nun kommt das erste Buch nach Deutschland; er und viele andere Autoren von Menschen erzählen, die schon eine ganze Weile in einer Welt voller Superhelden leben.
In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Bevölkerung New Yorks vom verbrecherischen Dr. Tod mit einem vom Weltall importierten Virus bedroht. Sogar ein wagemutiger Pilot kann ihn in einer denkwürdigen Luftschlacht nicht aufhalten und so infizieren sich nach und nach immer mehr Menschen mit dem außerirdischen Virus. Viele haben – wie beim Poker – das Pech, schlechte Karten zu ziehen und sterben an der Genmutation, die das Virus verursacht. Einige ziehen den Joker, überleben zwar, werden aber auf groteske Weise durch die Mutationen entstellt. Nur einem Bruchteil der Bevölkerung wird ein Ass zugeteilt. Zwar verwandeln sie sich auch, aber tragen keine sichtbaren Merkmale davon, sondern übernatürliche Fähigkeiten. Während einige als Schurken unterwegs sind, vollbringen andere Heldentaten. Doch wer ist Amerikas größter Held? Eine Antwort soll American Hero bringen, eine Casting Show, in der es um Ruhm und eine Menge Geld geht. So viel Geld, dass die Kandidaten fast vergessen was wirklicher Heldenmut ist.
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Kurz vor dem vermutlich schockierenden Finale wagt The Leftovers einen Blick in die Vergangenheit und die Welt vor dem Departure. The Garveys at Their Best ist dabei jedoch ein bissiger Kommentar auf die bereits vorherrschenden Probleme der dysfunktionalen Familie.
Wie alles im Leben hat das Schreiben von Kritiken zwei Seiten. Auf der einen Seite darf man sich außerordentlich intensiv mit einer Serie auseinandersetzen und gewinnt dadurch neue Einblicke oder Erkenntnisse, die ein Werk noch besser oder schlechter dastehen lassen. Auf der anderen Seite jedoch verdirbt man sich bei der Recherche oftmals bereits die ein oder andere Überraschung. Wer die Episodenzahl mancher Figuren oder die Titel zukünftiger Folgen studierte, wird wohl mit einem Flashback gerechnet haben dürfen.
Das macht den Anfang der Folge von The Leftovers aus der Feder von Showrunner Damon Lindelof und Co-Autorin Kath Lingenfelter jedoch nicht weniger spannend. Kevins (Justin Theroux) Heimkehr in ein für den Zuschauer fremdes Haus trägt nämlich die gleiche traumhafte Qualität mit sich wie seine vorherigen schizophrenen Ausfälle. Auch die uns unbekannte Frau, die Regisseur Daniel Sackheim zunächst unfokussiert im Hintergrund telefonieren lässt, könnte zum Beispiel Chief Garveys Affäre sein, bis wir wieder in die Realität zurückgeholt werden. Es ist die dominierende narrative Taktik Lindelofs in dieser herausragenden ersten Staffel: Verwirrung, Spekulation und dann die naheliegende sowie simple, aber zerschmetternde Realität.
Die Lebenswirklichkeit der Figuren vor dem Departure gestaltet sich jedoch trotz des heiteren und vollmundigen Episodentitels mit wenigen Ausnahmen nicht lebensfroher als die kollektive Depression drei Jahre nach dem 14. Oktober 2011. Die Brüche sind bereits hier vor dem Departure zu erkennen und teilweise manifestieren sie sich bereits in Form eines Risses in der Wand oder einem undichten Kaffeebecher in Kevins Realität. Teilweise sehen wir zwar völlig transformierte Figuren wie die junge Jill (Margaret Qualley) als sorgenloser Nyan Cat -Fan mit Zahnspange, die das schauspielerische Talent des Casts verdeutlichen. Diese Momente lassen ihr zukünftiges Selbst und den Eintritt in den Guilty Remnant in der letzten Folge noch deutlicher nachwirken. Doch die restlichen Figuren werden jedoch bereits von einer dunklen Vergangenheit oder einer schwierigen emotionalen Gegenwart geplagt.
So betrinkt sich Tom in der Nacht und sucht seinen biologischen Vater auf, um ihn – vielleicht völlig berechtigt – zur Rechenschaft zu ziehen, obwohl er die vermutlich gewalttätige Familiengeschichte lieber vergessen würde. Seine Mutter, die wunderbare Amy Brenneman, versichert ihm jedoch: Das funktioniert nicht. Sie muss es wissen, denn Laurie war, wie uns das beeindruckende Designerhaus der Garveys verdeutlicht, eine erfolgreiche Psychologin. Doch auch sie ist tief unglücklich. Trotz der All American Family im Traumhaus bröckelt die Fassade. Sie ist schwanger und erwägt wegen der nicht erfüllenden Beziehung zu ihrem Mann eine Abtreibung. Eine ihrer Patientinnen erkennt diesen Zwiespalt sofort: „There’s something wrong inside of you.“ Es ist Patti (Ann Dowd), die Probleme mit ihrem gewalttätigen Ehemann Neil überwinden muss und zur Behandlung ihrer Paranoia, inklusive apokalyptischer Visionen, in Lauries Praxis sitzt.
Nora (Carrie Coon) hat dagegen sehr alltägliche Probleme. Ihre Kinder hören nicht auf sie, der kontinuierliche Stress als Hausfrau und die wenigen kognitiven Herausforderungen machen sie träge. Dazu erfährt sie von ihrem betrügerischen Ehemann keine helfende Hand. Etwas Abwechslung könnte sie beim aussichtslosen Wahlkampf der zukünftigen Bürgermeisterin erfahren, die wohl die Wahl dank des Departures gewonnen haben wird.
Kevin leidet jedoch bereits jetzt am meisten. Sein Vater und seine Frau überschatten ihn beruflich, sodass er sich in kleine Nebenprojekte wie der Suche eines Hirsches hineinsteigert. Ein weiteres Tier hat bereits vor dem Departure sein Unwesen getrieben und die Stadt terrorisiert. Am Abend widmet er seinem Vater bei einer Preisverleihung eine bewegende Rede vor der High Society Mapletons. Überschwänglich betont er die Familienwerte, sein Glück und die tiefe Dankbarkeit. Doch sein Vater durchschaut Kevins Spielchen mit seiner Umwelt und sich selbst und gibt ihm einen guten Ratschlag:
„Every man rebels against the idea that this is fucking it. Fights windmills, saves fucking damsels, all in search of greater purpose. You have no greater purpose. Because it is enough. So cut the shit, okay?“
This Is It
„The Garveys At Their Best“ ist wahrhaftig eine großartige Folge von The Leftovers, die sehr nuanciert die alltäglichen Plagen der Einwohner darstellt. Das Panorama der amerikanischen Vorstadt in dieser Folge unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht allzu stark von den Szenarien anderer Serien. Doch unter der Oberfläche schlummert ein tiefes Misstrauen und ein nicht näher zu fassendes Unbehagen – die Figuren können es aber fühlen. Einige stärker als die anderen, aber irgendwo versucht jeder mit der Sinnlosigkeit unserer Existenz klarzukommen. Einige stürzen sich in den Beruf, andere ins Familienleben. Am Ende ist jeder irgendwo unzufrieden, ohne einen tieferen Sinn in alledem gefunden zu haben. The Leftovers wagt den mutigen Schritt und schaut hinter die Fassade und entblößt die Leere. Wieso daher einen Plot vortäuschen?
Kevins Vater diagnostiziert seinem Sohn also keine direkte temporäre Midlife-Crisis, sondern vermittelt die grundlegend frohe Botschaft, dass es reicht, wenn man am Leben ist. Was bleibt denn sonst übrig? Man verschwindet mit dem Rest der 2 Prozent und dann ist man ohne auch nur eine Spur zu hinterlassen weg vom Fenster. Trotz der vielen offensichtlichen und an anderer Stelle eher subtilen Spielchen mit Religion und Spiritualität schmiedet Damon Lindelof in seiner Serie ein tief atheistisches und nihilistisches Bild unserer Existenz. Es deutet sich schon vorher an: Auf die Frage Noras, ob die Verschwundenen an einem besseren Ort seien, lautet die Antwort schlussendlich “Nein”.
Der einzige Ausweg aus der Konfrontation mit der Sterblichkeit? Entweder man findet sich wie die Mitglieder des GR damit ab oder macht sich weiter etwas vor, wie Kevin Tom rät: „Sometimes you have to pretend.“ Und Kevin folgt seinem eigenen Vorschlag genauestens: Er gibt vor, mit seinem Familienleben und seinem Job glücklich zu sein und mit dem Rauchen will er auch aufgehört haben. Manchmal funktioniert es, aber völlig glücklich stimmt ihn das auch nicht. Es führt ihn zu dunklen Orten, Sünden und Schuldgefühlen. Er ist kein guter Mann, dieser Kevin Garvey, und er weiß es.
Andere Kritiker oder auch der bekannte Drehbuchautor und Podcastguru John August haben erwähnt, dass sie sich diese Folge auch früher gewünscht hätten, doch ich bin höchst zufrieden mit der Platzierung der Folge innerhalb der Staffel. Theoretisch hätte man die Folge bereits in abgewandelter Form vorher ausstrahlen können, doch die Folge so kurz vor Schluss zu bringen, verdeutlicht nicht nur, dass das Leben, dem viele Figuren in den vorherigen acht Folgen nachtrauern, gar nicht so toll war. (Mit der Ausnahme von Jill vielleicht.) Der bisherige Aufbau gibt dem Leiden auch Bedeutung. Die Inszenierung des Departures von Daniel Sackheim mit der musikalischen Untermalung von Max Richter ist atemberaubend. Es handelt sich um eine Sequenz, die in ihrer Tragik, Schönheit und Nuance kaum hätte besser gedreht werden können und sie funktioniert vor allem, weil wir wissen, was genau in diesem Moment in vielen Figuren zu Bruch geht und wieso sich andere bestärkt fühlen.
Steven Zeitchik schrieb vor Kurzem in der LA Times über den Aufstieg des Post-Plot Cinema am Beispiel von Guardians of the Galaxy. Vielleicht ist es an der Reihe The Leftovers als das aktuelle Serienäquivalent zu definieren. Die erste Staffel übertrifft sich von Woche zu Woche, ein Panaroma der Bedeutungslosigkeit aufzuzeichnen. Die Gesellschaft wirkt leer, verwirrt und ziellos. Im Kontrast dazu gibt es einzelne Folgen, die uns das Schicksal einiger Individuen zeigen und als Beispiel für gute Charakterzeichnung dienen. Ein naheliegender Kritikpunkt jedoch wäre, dass dies trotzdem auf nicht viel hinausläuft – was wiederum genau der Punkt der Serie ist. Stanley Kubrick hat einmal im Interview mit dem Playboy bei einer Diskussion von 2001 gesagt: “The most terrifying fact about the universe is not that it is hostile but that it is indifferent; but if we can come to terms with this indifference and accept the challenges of life within the boundaries of death — however mutable man may be able to make them — our existence as a species can have genuine meaning and fulfillment. However vast the darkness, we must supply our own light.”
Der Departure ist damit nur ein nicht zu leugnender Beleg. Die Menschen mögen es unterschiedlich interpretieren, aber die Tatsache bleibt bestehen, dass es keinen tieferen Sinn gibt. Schlussendlich zeigt uns The Garveys At Their Best, dass das Beste eigentlich gar nicht so gut ist. Aber es ist genug. Die Verrückten („Are you ready?“) gibt es bereits vorher, nach dem Departure erhalten sich nur neuen Zulauf. Kevin hat bereits vor dem Departure Visionen, doch am Ende gibt es für alles eine plausible Erklärung. Die christliche Erscheinung des Hirsches ist am Ende nur reflektierende Plastikfolie im Geweih. Zufall und Chaos beherrschen diese Welt. This is it. God is dead. Don’t freak out.
Zitat der Folge: “The foot feels the foot when it feels the ground.”
26 Aug, 2014 · Sascha · Internetgold · Comments
THANK YOU BASED GOD GOOGLE! (via reddit)
Hier dann das Highlight der diesjährigen Emmys: Weird Al Yankovic performt die Theme Songs nominierten Serien wie Mad Men, Scandal, Homeland und natürlich Game of Thrones. Seine Lyrics sind ganz nett, bei Game of Thrones jedoch am Besten. Das kann aber auch an Andy Samberg als Joffrey liegen, der George R.R. Martin eine Schreibmaschine in die Hand drückt, während Weird Al ihn verbal auspeitscht: “Type, George, type!” – der arme Mann.