12 Feb, 2014 · Sascha · Film,Review · 2 comments

USA, UK 2013
Regie: David Twohy
Drehbuch: David Twohy
Darsteller: Vin Diesel, Katee Sackhoff, Karl Urban
Länge: 119 Minuten
Rating: 




Es ist eigentlich ein kleines Wunder, dass ich die Blu-Ray vom nunmehr dritten Teil der Riddick-Reihe in meinen Händen halte. Man könnte meinen, dass Vin Diesel nicht nur einer der sympathischsten Kerle Hollywoods ist, sondern er mit seiner positiven Einstellung und Leidenschaft auch einen Film herbeigezaubert hat, der andersweitig nicht existieren würde.
Back To The Roots
Trotz den eher mäßig finanziellen Erfolgen der beiden Vorgänger, verlässt aber auch Riddick nicht gewohntes Terrain. Und so finden wir den durchtrainierten Furianer erneut auf einer feindschaftlichen Welt wieder, wo er sich zunächst gegen menschliche Widersacher behaupten muss bevor die Natur sein wahrer Gegner wird. Überraschenderweise wird jedoch ein enorm großer Bezug auf die vorherigen Teile genommen. Riddick befindet sich nun auf dem Thron der Necromonger, doch sein Glaube ist nicht fest genug und die Verräter wetzen bereits ihre Messer.
Vaako (überraschende Rückkehr: Karl Urban, dessen kurze Einbindung im Sequel hier nur als Hoffnung auf weitere Filme interpretiert werden kann) verspricht Riddick die Rückkehr zu seinem Heimatplaneten Furya. Doch sein früherer Widersacher betrügt Riddick und lässt ihn halb tot auf einem verlassenen Planeten zurück. Sein späterer Jäger wird ihn ebenfalls an eine vorherige Begegnung mit dem Gesetz erinnern. Dabei sind die Verbindungen lose genug, dass auch Neuankömmlinge die Übersicht nicht verlieren, echte Fans aber die Bezüge mit Genuss verzehren können.
Cast Away in Space
Auf dem unbenannten Planeten muss sich Riddick erneut gegen allerhand Kreaturen behaupten. Größtenteils dialoglos brummt sich Diesel, der dieser Rolle sichtlich genießt und lebt, durch das außerirdische Gebiet, das echten Felsformationen in Mexiko nachempfunden wurde. Das gesamte Produktionsdesign ist überraschend qualitativ. Ein CGI-Hund, den Riddick rettet, durchfüttert und aufzieht, wird sein Kumpane und ist überzeugend animiert. Die Schlammdämonen, die sich in den feuchten Becken der Höhlen des ansonsten staubigen Planeten zurückgezogen haben, erweisen sich ebenfalls als kluge Mischung aus Requisiten und Computermonstern, die nicht nur technisch beeindrucken, sondern auch verängstigen.
Die Gefahr ist real und Riddick muss erkennen, dass er sich nach dem Verrat nur noch durch das auf ihn ausgesetzte Kopfgeld in Sicherheit bringen kann. Er aktiviert ein Signal und lässt die vermeintlichen Jäger auf den Planeten kommen, die ihre aussichtslose Situation schnell erkennen müssen. Nach einem kurzen Katz-und-Maus-Spiel erkennen beide Parteien aber, dass man nur gemeinsam überleben kann. (weiterlesen…)
31 Jan, 2014 · Sascha · Film,Review · 2 comments

USA, UK, Russland 2013
Regie: Renny Harlin
Drehbuch: Vikram Weet
Darsteller: Holly Goss, Matt Stokoe
Länge: 100 Minuten
Rating: 




1959 begibt sich eine zehnköpfige Gruppe von russischen Studenten auf eine Expedition ins nördliche Uralgebirge. Einige Wochen später werden ihre Leichen an einem Berghang gefunden. Alle sind durch einen bis heute mysteriösen und kaum zu erklärenden Ablauf gestorben. Einige starben direkt in der Nähe ihrer Zelte, andere weit entfernt mit gebrochenen Schädeln. Jedoch gibt es keine Beweise für äußere Einwirkungen oder Kämpfe. Andere erfroren, nachdem sie ihre Zelte von innen aufschnitten und nahezu nackt in die Nacht flohen.
Es gibt eine ganze Bandbreite an Hinweisen ohne dass sich stimmige Rückschlüsse bezüglich der Hintergründe ziehen lassen. Die offiziellen Untersuchungen kamen zum Schluss, dass eine “natürliche, außerordentlich starke Kraft” zum Tod geführt haben muss, was durch die sehr wahrscheinliche Theorie einer Lawine seitens der Wissenschaft unterstützt wird. Aber immer wieder ranken sich wilde Gerüchte um diesen Vorfall, insbesondere im Internet stößt man in gewissen Foren oder Blogposts auf dieses Mysterium, vor allem in Verbindung zu Verschwörungstheorien, wegen der erhöhten radioaktiven Belastung bei einem der Opfer und mysteriösen orangenen Lichtern, die Anwohner über den Bergen gesehen haben wollen.
Eigentlich ließe sich aus dieser Premisse ein wirklich unterhaltsamer Film gestalten. Problematisch wird es nur für die Filmschaffenden, wenn sich der dazugehörige Wikipedia-Artikel interessanter liest, als der eigentliche Film. Mit Devil’s Pass (oder auch The Dyatlov Pass Incident) gelingt dies dem erfahrenen Actionregisseur Renny Harlin (Die Hard 2, Cliffhanger) leider nicht. Dabei liegt es nicht ausschließlich an der Regie, die aus der Found-Footage Mockumentary auf dem Papier noch einen anschaubaren Horrorfilm für DVD-Abende produziert. So bedient sich Harlin dem professionellen Charakter und Equipment der Figuren um ein paar ruhige Wide Shots der durchaus beeindruckenden Szenerie der Locationshoots zu erlangen. Natürlich fällt dieses Kartenhaus in sich zusammen sobald die Story ebenfalls gen Süden wandert im letzten Drittel. Dann erfahren wir als Zuschauer die gesamte Bandbreite der Genre-Fettnäpfchen und sehen für dieser Art von Digitalkamera unmögliche Störung über die Bildschirme flackern, während die Kamera gerade Achterbahn fährt.
Aber all dies wäre nur halb so ärgerlich, wenn das Drehbuch nicht so ein kompletter Totalausfall wäre. Im Making Of sagt Harlin, dass es die “character-driven story” war, die ihn zu dem Projekt hinzog. Zuschauer werden sich nach dem Film fragen, was genau er damit meinte. Die Figuren sind allesamt flach und teilweise, auf Grund verfehlter Charakterisierung, schwer auseinanderzuhalten. Das spielt jedoch keine Rolle, denn der Film respektiert seine Figuren nur sehr wenig und geht übel mit ihnen um. Wieso soll der Zuschauer sich also um sie kümmern, wenn es das Drehbuch nicht einmal tut?
Die Geschichte zieht sich in ihren viel zu langen 100 Minuten Laufzeit in den ersten zwei Dritteln nur sehr mäßig und zäh bis es eine durchaus interessante Wendung gibt, die Hoffnung auf das Finale und eine Auflösung des Mysteriums kreiert. Die Enttäuschung folgt nach einer spannenden Wendung dann schnell in Form eines Bunkerhorrors und CGI-Kreaturen, die das niedrige Budget der Produktion dramatisch widerspiegeln. Wieso man diese Figuren nicht mit Schauspielern in Make-Up filmte, wird für mich das zentrale Mysterium des Films bleiben. So verkommt die potentiell spannende Premisse schnell zum großen Klamauk.
Unterm Strich verfehlt aber Devil’s Pass alle angestrebten Ziele. Er ist weder gruselig, noch löst er das zentrale Rätsel um die originale Gruppe. Stattdessen verwirrt das Drehbuch den Großteil seiner Zuschauer mit einem Sci-Fi-Twist, den Drehbuchautor Vikram Weet ohne Aufbau und gegen jede Logik einfach so aus dem Hut zieht. Die billigen Vorurteile und Stereotypen gegenüber des russischen Militärs helfen da ebenso wenig.
Die DVD an sich lässt keine technischen Beschwerden zu, Bild und Ton sind einwandfrei. Insbesondere im Dolby Digital 5.1 hört man in den schaurigen Momenten mehr, was wiederum den gewünschten Effekt beim Zuschauer verstärkt. Ein wenig ärgerlich ist hingegen die Ausgestaltung des Menus, das, sofern man es einmal komplett durchlaufen lässt, mit Filmausschnitten aus allen Teilen des Films keine Wendungen mehr geheimhält.
Linguisten werden sich womöglich daran stören, dass im Film zwar explizit auf die amerikanischen Nationalität der Studenten in ausführlichen News-Segmenten hingewiesen wird, die Figuren aber selbst die Anwohner in Russland in der Synchronisation fragen, ob diese Deutsch sprechen. Da hätte man auch ein schlichtes “Verstehen Sie mich nehmen können”. Wer dagegen die OT-Fassung wählen möchte, wird womöglich ebenfalls enttäuscht werden. Die Schauspieler stoßen nicht nur bei den ohnehin geringen emotionalen Momenten an ihre Grenzen, sondern insbesondere Hauptdarstellerin Holly Goss hat störende Probleme mit ihrem Akzent, was wiederum paradox ist, soll sie ja immerhin diese Dokumentation moderieren.
Die Extras enttäuschen für eine Produktion dieser Art nicht; neben dem originalen Trailer und der deutschen Variante gibt es noch ein ausführliches Making Of, das jedoch mehr ein Verkaufsvehikel samt leeren Phrasen darstellt, die nach der Sehung des Films bei dem geneigten Zyniker durchaus humorvoll wirken wird.
Devil’s Pass ist ab sofort auf DVD, Blu-Ray und VOD erhältlich. (Amazon-Partnerlink)
14 Jan, 2014 · Sascha · Film,Review · 2 comments

Vereinigte Staaten, Neuseeland 2012
Regie: Peter Jackson
Drehbuch: Peter Jackson & Philippa Boyens, & Fran Walsh & Guillermo del Toro
Darsteller: Martin Freeman, Ian McKellen, Richard Armitage
Länge: 161 Minuten
Rating: 




Sichtung in 2D. Spoiler-Warnung
Langsam aber sicher kann man absehen, wie stark Peter Jacksons zweite Filmtrilogie in Mittelerde hätte werden können, wenn man dem ursprünglichen Plan von lediglich zwei Filmen gefolgt wäre. Dabei bin ich gar kein Purist. Ich habe die Bücher nicht gelesen, stehe für freie Adaptionen ein und befinde mich als Zuschauer prinzipiell sehr gerne in Mittelerde. Doch dieses sehr mäßige Zwischenstück beleuchtet die Kinoproduktion ungewollt stärker als sein Vorgänger (und wahrscheinlich auch sein fulminantes Actionfinale). Was übrig bleibt ist ein Film ohne Anfang und Ende, gefüllt mit detailverliebten, aber schlussendlich unnötigen Abzweigungen, zauberhaften Actionsequenzen und einer CGI-Kreation, die neben Gollum und Caesar eine weitere Trophäe in der beeindruckenden Gallerie von Wetas Digitalschmiede darstellt.
Gandalf, Bilbo und die dreizehn Zwerge sind weiterhin auf der Flucht vor den Orks und ihrem sadistischen Anführer Azog. Sie finden zunächst Unterschlupf in einem von Spinnen übernommenen Teil der Wälder, bevor sie von den Elfen des Düsterwaldes in Haft genommen werden. Das Schicksal meint es nicht gut mit ihnen, doch durch eine rasante Wasserschlacht gelingt ihnen die Flucht und sie stoßen auf einen jungen Bogenschützen, der ihnen bei ihrer Reise zum Einsamen Berg und der Verteibung des Drachen Smaugs helfen kann.
Leider enttäuscht Smaugs Einöde trotz eine erhöhten Tempos und beeindruckenden CGI-Kämpfen stärker als sein Vorgänger. Der Film folgt einer immer redundanter werdenden Erzählung, die nicht mehr durch innere Kausalität bedingt ist, sondern Punkt um Punkt auf einer langen Liste ohne einen nennbaren Mehrwert abhakt. Insbesondere Jacksons empfundene Notwendigkeit die wachsende Bedrohung Saurons im ersten Teil näher zu definieren und nun auch noch explizit zu visualieren, stößt übel auf; denn diese wirkt arg konstruiert und angehängt, sind die Gefahren und Risiken der ursprünglichen Reise doch schlicht einer anderen Kategorie entsprungen.
Dadurch geht der Fokus auf unseren titelgegebenden Helden leicht verloren. Bilbo wird nur noch punktuell eingesetzt, der Versuch der Analogie des Königs ohne Throns wird zu viel Screentime gegeben (verlorene Zeit: Richard Armitage kämpft auf verlorenem Posten um die Sympathie einer Figur, der von Seiten des Drehbuchs absolut keine Unterstützung zugefahren wird) und dazu aufgebauscht durch wahrhaftig entbehrliche Expositionsszenen wie die Einführung in Bree, die bereits früh ihren Höhepunkt in dem erneuten Cameo des Regisseurs als zwielichtiger Trunkenbold findet.
Und so verbleibt, wie schon im ersten Teil, lediglich die Konfrontationsszene mit einem Gegenspieler als letzte Möglichkeit um Bilbo (und Freemans goldrichtige Darstellung) ins Rampenlicht zu rücken. Diese Szene ist dann auch so beeindruckend (besonders dank Weta und Benedict Cumberbatchs rauchiger Stimm) inszeniert. Das darauffolgende Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Zwergen und dem Invasoren ist zunächst ebenfalls entzückend, wirkt dann aber schnell ermüdend sowie in die Länge gezogen und kommt trotzdem nicht zum Höhepunkt: Kurz vor dem eigentlichen Finale fliegt Smaug zur Esgaroth und die drohende Zerstörung wird auf den finalen Teil verschoben. Dieses Ende ist so antiklimaktisch, dass man sogar im sonst recht abgehärteten Publikum ein genervtes Stöhnen vermerken konnte.
Dabei wäre in dem ohnehin an Überlänge krankenden an vielen Stellen Grund und Platz gewesen Zeit einzusparen. Zum Beispiel erinnert der Besuch bei Beorn an den fast schon legendär gestrichenen Abstecher zum viel interessanteren Tom Bombadil in Der Herr der Ringe Trilogie. Diese Mäander und vielen Nebengeschichten ziehen wie ein starkes Gewicht die übergeordnete Geschichte nach unten, die nur noch punktuell Fahrt aufnehmen und brillieren kann. Trotzdem muss das Produktionsdesign gelobt werden. Mittelerde ist zum Greifen nahe, die Kostüme und das Make Up sind beeindruckend gestaltet, auch wenn die ein oder andere kreative Wahl ein wenig verunsichert.
Jackson ist immer noch ein Meister seines Faches, aber viel zu oft verliert er sich in den Details, die eine “wenn schon, denn schon”-Mentalität offenlegen. Function follows form. In der Retrospektive wird man wohl leider einen exzellenten Fanedit aus den drei Filmen schneidern können und die ursprüngliche Version von Jackson, Boyens, Walsh und del Toro besser widerspiegeln werden als die fertige Box im Regal.
01 Jan, 2014 · Sascha · Fernsehen,Review · 3 comments
Und hier noch einmal der Serienjahresrückblick als Podcast. Mit René bespreche ich im neunten WoWcast meine persönliche Top 10, andere gute Serie, die eher enttäuschenden Shows sowie die Formate, auf die wir uns in 2014 freuen können. Vorher reden wir aber persönlichen Schnickschnack wie Katzen, die zum Zahnarzt müssen, und Silvesterkrieg in Berlin und brennende Wohnungen. Wen das nicht interessiert, soll bis Minute 12:30 vorspulen. Wie immer danke fürs Zuhören, war ein tolles Jahr mit Walking Dead, dem Heisencast und natürlich René.
PewPewPew: Meine Top 10 Fernsehserien 2013
PewPewPew: PewCast 010: World War Z (Gast: René Walter von Nerdcore)
Nerdcore: Feeding Hannibal, the Cannibal Food-Blog
Nerdcore: Silvester in Berlin-Neukölln 2012
Guardian: The Infinity of Lists by Umberto Eco
spOnline: Interview with Umberto Eco: ‘We Like Lists Because We Don’t Want to Die’
Hier die Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:
MP3: wowcast09.mp3 (145,9MB)
Soundcloud: Wowcast 09: Best’n’Worst Series 2013
iTunes: NC-Podcast
Podcast-Feed: http://feeds.feedburner.com/nc-podcast
01 Dec, 2013 · Sascha · Fernsehen,Review · 0 comments
“Things are about to go very wrong here. It’s happened to me before and I can’t put you and Meghan through that. Can’t lose you again.”
Aus Gründen gibt es dieses Mal keine formale Review. Mir gefiel die Episode mal wieder nicht wirklich. Visuell ist das alles nach wie vor sehr interessant und man schafft es auch ohne viele Worte kleine Geschichten zu erzählen, was nach wie vor sehr erfreulich ist, ABER im Prinzip waren diese zwei Folgen mit dem Governor lediglich Zeitschinderei, genau wie der gesamte Plot mit der Seuche. Die Serie und die Autoren sind fertig mit dem Gefängnis. Nie haben sie wirklich Interesse daran verspürt wie Kirkman seiner Zeit im Comic.
Doch den ultimativen Kampf, nach der Enttäuschung im dritten Finale, wollte man eben nicht direkt folgen lassen. Es gab ein paar zu bewältigende Altlasten, ein paar nette Ideen und überhaupt macht sich dieser Kampf vermarktungstechnisch sehr gut für so ein Mid-Season-Finale. Konstruiert durch und durch – AV Club Kommentator/in anxie bringt es auf den Punkt: “Man, all that wandering around and soul searching just to discover that taking the prison would be really sweet.”
René und ich haben die Folge im Wowcast besprochen, wieder einmal etwas anders: Statt einem Episodentrack oder der chronologischen Abhandlung zähle ich die Top 10 Bullshitmomente der Folge auf und wir machen eine Liste, wer das Finale überstehen und wer ins Gras beißen wird. Deshalb höchste Achtung: Comic-Spoiler en masse!
Werewolves on Twitter
Werewolves on Facebook
MP3: wowcast07.mp3 (86,3MB)
Soundcloud: Wowcast 07: The Walking Dead S04E07 – Dead Weight
iTunes: NC-Podcast
Podcast-Feed: http://feeds.feedburner.com/nc-podcast

Autor: Christophe Bec
Illustration: Christophe Bec & Stefano Raffaele
Verlag: Splitter
Erschienen: 10/2013
ISBN: 978-3-86869-644-8
Amazon, Splitter
Seitenzahl: 48 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahre
Bilder © Splitter
Es musste ja so kommen. Nach der grandiosen Steigerung der letzten Episode muss wieder ein Durchatmer kommen, bevor sich die Spannung dann schlussendlich zur Invasion hochsteigert. Die Folge Nekromanteion führt jedoch nervige Konzepte ein, die bereits vergessen schienen, und schafft es kaum mit neuen Standorten die Geschichte weiter zu befüttern. Eine kleine Enttäuschung.
Story
Wir beginnen diesen Teil mit der Einführung des Nekromanteion in Griechenland. Primär ist dieser Standort lediglich ein Plot Device, was sehr schade ist und sich mit fortschreitenden Ausgaben der Serie immer mehr zu häufen droht. Es gibt zwar wiederum eine nette Vermischung zwischen Realität und Legende, doch schlussendlich dient dieser Rückblick in Hassans Vergangenheit nur der Flucht zurück in die richtige Welt für die Gestrandeten in Providence. Und diese Geschichte wird dann noch insofern in die Länge gezogen, dass man die Reise nicht einmal komplett durchführt – stattdessen gibt es noch mehr Luftaufnahmen dieser zerstörten Parallelwelt, die wir nun schon seit 5 Ausgaben kennen.
Der weitere Verlauf ist ebenfalls nur Exposition oder der Transport von Figuren von A nach B. Am interessantesten ist dann zur Abwechslung wirklich einmal mehr die nächste Aktion, die um 13:13 passiert: Die Pioneer-10 Sonde stürzt in Washington D.C. ab – und auf der angebrachten Plakette zur Findung der Erde wurden die Zeichnungen von Mann und Frau entfernt. Die Drohung der kommenden Invasion kann also nicht mehr deutlicher sein. Sie sind da oben und warten.
NASA-Chef Spraudling befindet sich immer noch bei seinem Freund in der abgelegenen Hütte und der schlägt vor, erneut ein Signal der Art von Arecibo ins All zu schicken – weil sie eben da sind. Ich bin mir aber nicht sicher, ob er damit Kontakt zu den Invasoren oder einer womöglich zweiten Rasse herstellen möchte. Es klang für mich nach Letzterem, das wäre auch die spannendere Möglichkeit, aber auch eine, die von der Physik nicht zugelassen wird.
Der Präsident verliert währenddessen völlig die Kontrolle. Aber statt dass man diese Situation ausnutzt, begibt sich Spraudling zu dem mysterösen Würfel, der angeblich heilende Kräfte besitzt. Seine kranke Frau ist ihm also wichtiger als die drohende Invasion. Emotional nachvollziehbar, aber nicht unbedingt logisch. Gutes Drama.
Die gesamte Situation um Project Blue Book sowie die Machenschaften der eingesperrten Astronauten in Alaska macht für mich weiterhin keinen Sinn, aber das ergibt sich vielleicht demnächst.

Illustration
Es gibt erneut nichts zu bemängeln. Raffaele und Bec bringen kräftige Farben ins Spiel und lassen viele Szenen in dunklen Räumen oder bei Nacht spielen, während es nur eine oder wenige Lichtquellen gibt. Das ist sehr atmosphärisch gestaltet und beeindruckend. Die Figurenzeichnung bleibt erneut durchwachsen, insbesondere die kaum unterscheidbaren Frauen (vielleicht hätten auch bei der ein oder anderen einfach mal blonde Haare besser funktioniert?) bleiben ein Ärgernis.
Weiterhin gelingt der großartige Wechsel zwischen zwischenmenschlichen Gesprächen und dem großen Schauspiel. Der Crash der Sonde, das Projekt HAARP oder das leergefegte Rom von oben bieten allesamt tolle Möglichkeiten sich auszutoben und die beiden Zeichner nutzen sie. Dazu erzählen oftmals ganze Seiten die Geschichte ohne Dialog. Auf der einen Seite unterstützt dies den Eindruck vom Geschick der Macher, andererseits verlässt einen nicht das Gefühl, dass man hier hätte kürzer erzählen können und man lediglich weiter rausgezögert hat.

Fazit
Leider kommt nach dem Hoch in der letzten Ausgabe nun wieder eine Füllepisode, die notwendig ist, aber wiederum auch sehr in die Länge gezogen wird um sich die Augenschmäuse wieder für eine einzelne Folge aufzuheben. Schade.
Rating: 




25 Oct, 2013 · Sascha · Fernsehen,Review · 0 comments
“Why don’t you wear your hat anymore?” – “It’s not a farming hat.”
Manchmal lässt man sich blenden. Manchmal bleiben da nur ein paar Fragmente zurück, die alles andere überstrahlen und die dunkleren Aspekte vergessen machen. Ist mir so bei der letzten Folge “Infected” passiert, die, nachdem ich sie zu Ende geschaut hatte, sofort in meine persönliche Top 3 nach dem Pilot und “Clear” gesetzt hätte. Schon nach dem erneuten Schauen der Folge war ich dann knurrend innerlich auf Top 5 heruntergegangen und inzwischen bin ich eigentlich der Meinung, dass die Folge – trotz enorm guten Momenten – nicht in die Höhe gelobt werden muss. Es sollte der neue Standard sein.
Die Folge beginnt leider zunächst sehr mäßig. Der gesamte Vorfall passiert, weil das Drehbuch es so will. Patrick kann da ungestört und von Karen unbeachtet durch den Gefängnistrakt wandern und einen Typen beißen, der sich nicht einmal wehrt. Immerhin gibt dieser Vorfall zwei Handlungssträngen einen Anstoß: Einmal wird sich die Gruppe der Bedrohung durch das Virus bewusst und Carols Subplot um ihre alternative Kindeserziehung bekommt ein wenig mehr Fahrwasser. Die zwei jungen Mädchen sind definitiv eine alternative Version von Ben und Billy aus den Comics und die Leser wissen ja, dass sich in Verbindung mit Carl dort ein moralisches Dilemma ergeben wird.
Diese Anpassungen sind genau so willkommen wie die Darstellung von Ricks zwiespältigem Selbstverständnis. Seine Einsicht sich der Verantwortung am Ende doch stellen zu müssen, nachdem er in einer der emotionalsten Szenen der Serie überhaupt seine Schweine, also seine über Monate gepflegte Arbeit, opfern musste, nur um eine temporäre Entlastung zu erkaufen, war großartig dargestellt. Auch seine Szenen mit Carl, dem er verzweifelt mehr Routine und Zeit, Kind sein können, geben möchte, geben der Serie mehr Ecken und Kanten. Hoffentlich kommt da noch mehr.
Die Mysterien werden erweitert: So füttert jemand draußen vor dem Zaun die Zombies und lockt sie so mehr an. Ich würde eigentlich auf Lizzie tippen, aber das war mir dann doch zu offensichtlich. Das Internet diskutiert und ist sich einig, dass es ein Spion des Governors ist, aber ich sehe irgendwie nicht, wieso und wie das vonstatten gehen sollte. Ähnlich verhält sich das mit den zwei verbrannten Leichen im Innenhof. Ich bin dankbar dafür, dass sich nun Handlungsstränge über mehrere Episoden ziehen und man sich über mehr den Kopf zerbricht, wer jetzt in der nächsten Folge sterben wird, aber schlussendlich sollte dies nur der Standard sein und nicht ein Highlight. Hoffen wir, dass es so weitergeht.
Wie beim letzten Mal hier der neue Wowcast mit René und mir. Wir besprechen erneut die Episode und wie schon oben erwähnt, verändert sich meine Meinung dann doch stark im Laufe des Podcasts. Aber das finde ich gut, andere Standpunkte wahrzunehmen und offen zu sein, hat ja auch seine eigenen Vorteile. Am Ende haben wir noch bestimmt ~20 Minuten Spekulation meinerseits wie sich die Serie im Laufe dieser und den folgenden Staffeln entwickeln könnte. Beware, full of comic spoilers.
Werewolves on Twitter
Werewolves on Facebook
Michonnes Origin Story
MP3: wowcast02.mp3 (101,5MB)
Soundcloud: Wowcast 02: Walking Dead S04E02 – Infected
iTunes: NC-Podcast
Podcast-Feed: http://feeds.feedburner.com/nc-podcast

Vereinigte Staaten, 2013
Regie: Jeff Tremaine
Drehbuch: Jeff Tremaine, Johnny Knoxville, Spike Jonze
Darsteller: Johnny Knoxville, Jackson Nicoll
Länge: 92 Minuten
Rating: 




Nach dem Tod von Ryan Dunn und dem ohnehin bereits vorangegangen sehr selbstreflektiven Ende der Jackass-Trilogie (inklusive Weezers “Memories”), dürfte es den Millionen Fans weltweit bewusst gewesen sein, dass eine Ära geendet ist. Zeit den Blödsinn beiseite zu legen und erwachsen zu werden. Leider hat die Crew wohl diesen Ratschlag ein wenig zu ehrlich genommen. Während nämlich nur noch Steve-O im Rahmen der Öffentlichkeit (Und damit ist jetzt YouTube gemeint) seinen Stunts nachgeht, ist es um den Rest der Crew sehr ruhig geworden. Im selbstreflektiven Tribute for Ryan Dunn wurde dann endgültig nicht nur klar, dass diese Männer nicht nur das Alter immer mehr verspüren, sondern es auch an Lust und Motivation bei den heutigen Familienvätern mangelt.
Dennoch bleibt Jackass ein vitales Franchise für Dickhouse und MTV. Eine Zwischenlösung wurde gefunden. Ein alter Sketch über alte Leute aus der Show wird auf Filmlänge aufgezogen, geboren ist Jackass Presents: Bad Grandpa. Die Crew ist dabei, die originalen Produzenten wie Spike Jonze und Johnny Knoxville übernimmt sogar die Hauptrolle. Alles startklar. Richtig?
Irving Zisman könnte gerade nicht glücklicher sein. Seine Frau ist im hohen Alter endlich verstorben und nun steht nichts mehr zwischen ihm und all den vielen Ladies, die er paarungswürdig findet. Und das sind so ziemlich alle mit zwei Beinen. Doch seine drogensüchtige Tochter macht ihm einen Strich durch seine Rechnung. Sie hat gegen ihre Bewährungsauflagen verstoßen und muss fliehen. Auf der Beerdigung ihrer Mutter hinterlässt sie Irving seinen kleinen Enkelsohn Billy, den der Opa nun durchs halbe Land zu seinem Vater bringen muss.
Auf dem Papier stimmt noch alles. Knoxville hatte bereits vor über 10 Jahren den alten Zisman perfekt verkörpert und die richtige Mischung aus perversem, alten Sack und flottem Sprücheklopfer gefunden (wobei man sagen muss, dass das Make-Up vor 10 Jahren wesentlich authentischer aussah). Jackson Nicoll, der den achtjährigen Billy spielt, ist dazu das perfekte Casting und die Entdeckung des Films. Nicoll ist noch gerade an der Schwelle, wo kleine, dicke Jungs noch süß sind und seine blondierten Spitzen und freches Gesicht passen perfekt zu der Rolle. Dazu ist sein Timing schon jetzt so unglaublich gut, dass er wohl eine große Zukunft als Comedian haben wird.
Was aber aus diesen Qualitäten gemacht wird, ist relativ enttäuscht. Auch wenn Jeff Tremaines Regiearbeit nie so wirklich komplett abstürzt, gibt es unglaublich große Längen im Film, in denen es kaum Jokes gibt und man versucht eine berührende Opa-Enkel-Geschichte zu erzählen, die natürlich zu keinem Zeitpunkt funktioniert, weil der Zuschauer sich natürlich zu jedem Zeitpunkt bewusst ist, dass dort Johnny Knoxville im Kostüm über die Leinwand läuft und die Figur Irving Zisman nie wirklich existiert. Dazu ist die Geschichte auch einfach schwach und der Road Trip zweier Hauptdarsteller, die sich auf der Straße lieben lernen, ist ebnefalls ausgelutscht. Der Ansatz, diese im Guerilla-Style gefilmten Szenen mit authentischen Reaktionen von normalen Leuten zu Streichen zu verbinden, will nie so wirklich zünden.
Und überhaupt: Dass es eine Menge dick jokes geben würde, hat natürlich jeder erwartet und die Enttäuschung wäre groß, wenn man diese ausgelassen hätte. Aber der Anteil von dick, fart und shit jokes hier ist enorm und schade, denn die Interaktionen von Knoxville mit Passanten hatten früher wesentlich mehr Biss, den man hier schmerzlich vermisst. Weiterhin sind die Stunts zahmer und die echten Menschen kommen im schlechtesten Fall als übergewichtige Idioten rüber. Man will hier so sehr Borat sein, schafft es aber nie eine provokante Reaktion hervorzurufen. Die Witze haben nie mehrere Schichten und locker bis auf zwei bis drei Highlights nie mehr als ein Kichern hervor.
Doch Bad Grandpa ist bei all dieser Kritik keine Katastrophe. Die Interaktionen mit echten Menschen locken auch dem schwersten Zyniker ein kleines Schmunzeln hervor und das Gefühl für Timing von Jackson Nicoll ist beachtlich. Am Ende jedoch muss eingestanden werden, dass Bad Grandpa eine risikolose Rechnung ist, die zwar aufgeht, aber wahre Fans enttäuschen wird. Die Zielgruppe wird befriedigt, während ansonsten kein Tabu gebrochen oder etwas gewagt wird – was ja eigentlich das Schlimmste ist, was passieren konnte.