22 Feb, 2025 · Sascha · Film,Literatur · 0 comments
Frank Herbert hielt das Reisen mit dem Guild Heighliner bewusst vage und verlieh seinem “Holtzmann-Effekt” dadurch eine mystische Aura. Gleichzeitig unterstrich er so die zentrale Bedeutung des Spice, das die Gildennavigatoren benötigen, um den Sprung durch den Raum zu berechnen. Adaptionen haben es daher auch nicht so mit dem Thema, Space Folding spielt eine untergeordnete Rolle. Die Geschichte von Dune legt ihren Fokus stärker auf politische und ökologische Dimensionen, anstatt auf technische Erklärungen. Filmemacher versuchten sich in der Vergangenheit kreativ daran, während die aktuelleste Version in Dune: Prophecy kommt dabei noch meiner Vorstellung am ehesten.
Denis Villeneuve wich der Frage größtenteils aus. Es gibt hier und da zwei interessante Einstellung, wo am anderen Ende des Tunnels der Planet Caladan von Haus Atreides zu sehen ist und der Heighliner eher wie eine Art Brücke funktioniert. Insgesamt geht die Spacing Guild bei Villeneuves Adaption bisher kläglich unter. Die fantastischen Elemente derart bewusst zu ignorieren halte ich für einen kolossalen Fehler und für einen der weniger gelungenen Aspekte dieser dennoch großartigen Filmadaptionen. Der Erfolg gibt ihm Recht, muss man wohl feststellen; wobei ich nicht glaube, dass ein Mainstream-Publikum davon überfordert gewesen wäre.
Womöglich wird Villeneuves anstehende Verfilmung von Dune: Messiah ebenso sperrig und stur wie die Vorlage, vielleicht aber können einige dieser vergessenen Elemente hier in besserem Licht erscheinen. Abwarten, aber ich fände es wirklich erfreulich, wenn man sich noch mehr an den Ideen von Konzeptzeichnerin Alex Jay Brady orientiert, deren Visionen bereits ganz offensichtlich und maßgeblich den Look der neuen Filme bereits beeinflusst haben. Ihre Vision einer Reise durch den Raum ohne sich zu bewegen übers Space Folding sieht man hier in dieser schönen Animation, die beweist, dass diese Filme noch weirder werden und mehr wagen müssen.
09 Dec, 2024 · Sascha · Comics,Toys · 0 comments
Wie bereits zuvor erwähnt war PewPewPew zu Gast bei der diesjährigen Comic-Con in Stuttgart und natürlich folgt bald ein großer Bericht über meine Erlebnisse dort, zunächst jedoch das Wichtige: Es wurde einiges konsumiert und hier präsentiere ich euch eine Übersicht über meine on brand Einkäufe.
Ich bin etwas spät zur “The Black Series” von Hasbro gekommen, weil mir die kleinen, süßen 3 3/4″ Figuren zunächst reichten. Ich fand diese größeren “Six Inch”-Figuren zunächst auch zu groß für mein Regal und eine Abkehr von der tradionellen Größe kam mir einem Sakrileg gleich. Inzwischen hat sich das geändert und ich bereute immer, diese tolle Luke Skywalker Heldenreise nicht im Regal stehen zu haben. Die Detaildarstellungen der Black Series wurden im Laufe der Jahre im besser, das Faceprinting steht inzwischen etablierten Figurenherstellern in dieser Größe in nichts mehr nach.
An einem der vielen Merch-Stände in der Halle 8 der Messe stolperte ich dann über eine transparent Plastikkiste, in der mich schon von außen direkt die X-Wing Figur anlachte. Dieses Bundle an Lukes war tatsächlich günstiger als einzelen Figurenangebote online. Da ich öfter mal über Angebote dieser Figuren stolperte, war ich sehr happy damit! Da ich neuerdings auch sehr große Lust am Bemalen und überhaupt Modden der Figuren gewonnen habe, wird hier noch einiges möglich sein. Aber an und für sich stehen die zu dritt schon ziemlich nice da.
Mein erster Gang auf der Comic Con Stuttgart war zum Stand von Panini, weil ich endlich auch diese limitierten Sondereditionen haben wollte. Seit Jahren muss ich mir diese Exemplare nämlich immer teuer auf Ebay nachkaufen, um meine Sammlung an Star Wars Comics komplett zu halten. Das Jango Fett-Cover der normal laufenden Veröffentlichungsreihe war angeblich schon ausverkauft, aber ich ließ mich davon nicht abhalten und habe es schlicht an einem anderen Stand abgekauft, der wohl zuvor eine Großbestellung abgab. Ich sammle diese Comics jetzt seit über 25 Jahren und es fühlt sich immer so an, als ob ich der einzige Mensch auf der Erde bin, der dies tut. Ich kenne sonst niemanden, der eine ähnliche Sammlung hat und kenne leider keine Berührungspunkte. Daher war das eine ziemlich witzige Erfahrung, dass diese hunderten Exemplare bereits eine Stunde nach Con-Öffnung ausverkauft waren.
Alte Dark Horse Comics sammle ich nicht, aber über die Jahre konnte ich oft schwer an alten bekannten Covern vorbeigehen. Mein Laden vor Ort, das großartige X-Comics, bietet dazu einmal im Jahr die Möglichkeit, in die Lagerräume im Keller vorzudringen, wo eine Sammlung von Comics ab schätzungsweise Anfang der Neunziger auf gierige Zwerge wartet, die sich zwischen den Türmen aus Pappe einen Weg zu seltenen Exemplaren wagen wollen. Natürlich geht Tunnel immer zu der Kiste an Dark Horse Comics, wo ich durchaus über die Jahre und durch viel Rabatt motiviert doch das ein oder andere Issue mitgehen ließ, womit ich inzwischen doch eine recht beachtliche Sammlung habe. “Redemption” (auf Deutsch “Erlösung”) war damals mein erster Dino Comics Sonderband und natürlich musste ich diese Ausgabe haben, dazu gehen Shadows of the Empire und Thrawn-Trilogie doch wirklich immer. Alle in exzellentem Zustand und für einen guten Preis. Die Preise online waren mir unbekannt und variieren stark. Inzwischen habe ich genügend, um die ein oder andere Serie bald zu schließen – aber ob mir die Kosten das wert sind, ist eine Frage für einen anderen Tag.
Die lieben und verdienstvollen Leute der Jedi Bibliothek konnten wieder tolle Präsenz zeigen und hatten dazu mit Autor George Mann High Republic Prominenz am Start, der allen Fans Autogramme setzte. Es gab schöne Goodies und wieder eine gute Prise High Republic FOMO. Vielleicht sollte ich mir da doch endlich einen Ruck geben und reinschauen?
Am Stand von Chilja_illustration fielen mir sofort zwei Leute ein, die diese Postkarten demnächst geschenkt bekommen müssen.
Die Jurassic Park Figuren von Mattel Creations waren mir bisher etwas zu teuer, besonders durch den Import und den Versand, aber vor Ort endlich mal eine dieser coolen, besonderen Veröffentlichungen zu sehen und haben zu können für einen fairen Preis… das musste einfach sein.
Grundsätzlich ist das immer noch eine moderate Ausbeute. Es gab so viel zu sehen und zu bestaunen und potenziell zu erwerben, dass ich mich zügeln musste und gleichzeitig schon jetzt für nächstes Jahr anfangen zu sparen.
03 Dec, 2024 · Sascha · Alles sonst so,Comics,Design,Kunst,Toys · 2 comments

Ich kann mir vorstellen, dass ich nicht der Einzige bin, der den Besuch von Conventions zunächst etwas befremdlich findet. Es ist nämlich schon ein seltsames Gefühle, wenn Dinge, die sonst im Privaten stattfinden und dort ihren Anfang nahmen – erst im Kinderzimmer, vor dem Bildschirm, zwischen Comicseiten – plötzlich im echten Leben auftauchen. Und zwar oft laut, bunt, mitten unter Menschen in einer alltäglichen Situation.
Für viele von uns Nerds sind unsere Hobbys kleine Fluchten, geheime Leidenschaften, die im Alltag oft wenig Anklang finden. (Wobei das auch keine Selbstgeißelung sein sollte, the nerds have won (Musk, MCU, etc.) for better and worse.) Und dann steht man auf der Comic Con Stuttgart, umgeben von Gleichgesinnten, Jedi, Elfen, Turtles und sonstigen Held*innen und merkt: Das, was lange ein Rückzugsort war, ist plötzlich ein öffentlicher begehbarer Raum geworden. Ein seltsames, aber irgendwie großartiges Gefühl.
Wenn man sich einmal an das bunte Chaos gewöhnt hat, merkt man schnell: Nee, das ist schon alles extrem geil. Viele begeisterte Leute sind unterwegs und eifern ihrer großen Leidenschaft nach. Sie haben sich verkleidet oder sind nervös, gleich ihre großen Idole zu treffen. Es gibt überall etwas zu sehen und man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Unterm Strich: Die Comic Con Stuttgart war ein richtiges Jahreshighlight jetzt zum Abschluss.
Hier ein paar Eindrücke direkt vom Con-Floor. Natürlich viel Cosplay, besonders gut gefiel mit der Mikey-Turtle gefiel mir sehr. Ebenso die witzig lange Schlange an Cosplay-Girls, die mit dem hiesigen Witcher ein Selfie schießen wollten. Ansonsten: Überall Menschen, überall was zu sehen, ständig Show. Sinnesüberflutung.
Mein erster Gang führte mich natürlich (weiterlesen…)
03 Aug, 2024 · Sascha · Film,Literatur · 0 comments
Sehr gutes Video-Essay, das mit vielfältigen Quellen belegt, warum die Der Herr der Ringe Trilogie trotz den für Tolkien-Puristen infamen Buchänderungen durch Peter Jackson, Fran Walsh & Philippa Boyens eine so grandiose Filmadaption wurde.
30 Jul, 2024 · Sascha · Literatur · 0 comments
John Maclean, Sohn von Norman Macleans, veröffentlicht einen Begleitband über die Beziehung seiner Familie zur Natur Montanas, die bereits sein Vater im Klassiker A River Runs Through It beschrieb. Das Buch wurde 1992 von Robert Redford verfilmt, nahe dem Blackfoot River nahe dem originalen Handlungsort Missoula. Über meine Liebe zu Montana schrieb ich hier schon oft und als ich vor zwei Jahren zum ersten Mal ebenfalls in dem Fluss stand, wird einem sofort die Religiösität des Textes klar. “I am haunted by waters.” Wie könnte es anders sein?
09 May, 2024 · Sascha · Literatur,Toys · 0 comments
Die LEGO Star Wars Community ist in Aufruhr. Ein Buch über die erfolgreiche Lizenzpartnerschaft zum 25. Jubiliäum klang cool, aber nicht 150€ cool. Nun kenne ich mich als Fan von Verlägen wie TASCHEN oder der Folio Society mit teureren Büchern aus, aber bei dem Preis kommt man zumindest mal ins Grübeln. Was steckt also drin? Doch schon recht eine Menge, wie David Hall vom Solid Brix YouTube-Kanal in einem Flipthrough-Video zeigt. David baut selbst MOCs und eine seiner Kreationen hat es auch in das Buch geschafft.
Zum Release von The Force Awakens hatte ich damals LEGO Star Wars Chief Designer Jens Kronvold Frederiksen interviewt und der hatte schon einige spannende Ansichten zu bieten. Wahrscheinlich nur was für Überfans, aber die sind es ohnehin gewohnt horrende Preise für ihr Hobby zu verkraften. Eine exklusive Minifigur hätte aber schon dabei sein können. Wenn selbst diese Kinderbücher eine kriegen, ist das Ausbleiben hier irgendwie der eigentliche Skandal. Wenn überhaupt!
06 Sep, 2023 · Sascha · Comics,Fernsehen · 0 comments
Als Fans der Vorlage und Adaption war die Ankündigung dieser Netflix-Serie durchaus ein Grund zur Freude. Scott Pilgrim vs. The World mag vielleicht stark und wohl auch zu sehr in den späten 2000ern zeitgeistlich gefangen sein, um wirklich mit dieser erneuten Adaption große Wellen zu schlagen – insbesondere auch weil es halt einfach eins zu eins aussieht wie der Comic nur in Farbe und etwas mehr Flow. Aber grundsätzlich ist das doch immer noch charmant, ebenso wie die Rückkehr des gesamten Casts. Wird das aber jetzt nur eine Glamour-Variante des Scott Pilgrim vs. The Animation Kurzfilms, der begleitend zu Wrights Film damals erschien oder doch der latest shit, der neue merger, was ist das denn oder bleibt das nur Komfortzone?
26 Jul, 2023 · Sascha · Comics,Fernsehen · 0 comments
Die Zeiten, in denen The Walking Dead ein großer Teil meines Lebens war, sind vorbei. Es kommen keine größeren Thinkpieces mehr bei Moviepilot, noch machen wir wöchentliche Reviews oder Podcasts zu den Serien. Für mich, ein Überfan des Comics, eigentlich vor Jahren kaum vorstellbar: Ich habe die Serie nicht einmal zu Ende geschaut. Gerne hätte ich schon längst einen Podcast darüber aufgenommen, so als Abschluss, Deckel drauf und gut. Aber nein, irgendwie scheint mir das alles nicht zu reizen. Selbst die Nachricht von Tales of the Walking Dead, einer Umsetzung von meinen langjährigen Forderungen an das Franchise, blieb folgenlos. Nicht geschaut.
Ich vermute, dass dies einerseits an dem sehr einvernehmlichen Abschied von alledem in meinem Leben dann schlussendlich liegt. Andererseits mag ich das Comic-Ende sehr, es kam zeitlich und thematisch einfach ziemlich perfekt und auch wenn die Serie in den letzten Staffeln wieder besser wurde, kann das doch eben nichts werden. Rick scheint zurückzukehren und bekommt aber auch gleichzeitig sein eigenes Spinoff über das Finale? Komm, hau ab damit. Maggie und Negan als Team-Up in New York? Das klang ähnlich wie ein Sequel für andere Hauptfiguren wie ein cleverer Red Herring, um die Tode im Finale zu verdecken. Aber nein, nichts ist passiert wohl scheinbar. Nicht einmal Daryl haben sie sterben lassen. Das Herz der Serie! Und Norman Reedus bleibt einfach weiter im Autopiloten und grummelt weiter vor sich hin.
Eigentlich ziemlich traurig alles, aber darf ich etwas sagen, ohne dass alle jetzt böse auf mich werden? Ich finde, der Trailer sieht gar nicht mal so schlimm aus. Dazu haben sie ja wirklich mal nicht nur in Georgia gedreht. Vor ein paar Jahren schrieb ich mal auch dazu über solche Ideen und das jetzt so halbwegs OKAY im Trailer umgesetzt zu sehen, macht mir schon irgendwie wieder Mut.
Wieso nicht ein Walking Dead International? Tausende von Fans strömen auf die Conventions dieser Länder zu ihren Stars aus der Serie. Wieso kann AMC nicht in einer Staffel Zombies durch Berlin strömen lassen? Oder durch die schottischen Highlands? Durch die weiten Teile Asiens? In Büchern wie dem Walking Dead Roman „Typhoon“ gelingt das doch. Wieso also muss das Medium Fernsehen angesichts dieser großen Ambitionen so klein gehalten werden?
Könnte The Walking Dead doch nach knapp 15 Jahren endlich wieder gut werden? Das Potenzial, das der Frage innewohnt, ist zu köstlich für mich, als dass ich jemals nicht davon träumten könnte. Sorry an alle Beobachter am Rand.
The Ones Who Live aber auch ein ziemlich bescheuerter Name, aber Andrew Lincoln wieder als Rick und nur mit Michonne an seiner Seite? Also ich halte “Clear” nach wie vor für die beste Folge der Serie… (abseits des Pilots natürlich, was ja schon immer das Problem war.)