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Steven Spielberg hat es erneut geschafft. Seine Handschrift ist unverkennbar im Trailer zu seinem neuen Film ‘War Horse’. Auch wenn Spielberg seit mehr als einem halben Jahrzehnt keinen guten Film mehr gemacht hat (Ich persönlich empfinde The War of the Worlds als eine sehr gute moderne Adaption), liebe ich diesen Menschen. Er hat mir ein Gefühl von großem Kino mit viel Gefühl als Kind näher gebracht und seine frühen Amblin-Filme wie ‘Close Encounters’, ‘E.T.’ und ‘Jaws’ sind bis heute unter meinen Lieblingsfilmen. War Horse ist nun ein Film über einen Jungen und sein Pferd, die gemeinsam in den ersten Weltkrieg ziehen.

Großes Epochenkino mit Herz und Tieren – das schreit förmlich nach Preisen ohne Ende, die Musik unterstreicht diese Annahme.

Interessant ist, dass War Horse ebenfalls zu Weihnachten in die Kinos kommt, ganz ähnlich wie Spielbergs Adaption von ‘Tim und Struppi’. Ich denke aber, dass sich die beiden Filme da nichts gegenseitig stehlen werde, da die Zielgruppen meiner Ansicht nach sehr verschieden sind und sich in den USA ohnehin keine Sau für “Tintin” interessiert.

Hier die offizielle Zusammenfassung:

The First World War is experienced through the journey of this horse—an odyssey of joy and sorrow, passionate friendship and high adventure. “War Horse” is one of the great stories of friendship and war— a successful book, it was turned into a hugely successful international theatrical hit that is arriving on Broadway next year. It now comes to screen in an epic adaptation by one of the great directors in film history.

(via)

Originaltitel: The Tree of Life, USA 2011
Regie: Terrence Malick
Drehbuch: Terrence Malick
Darsteller: Brad Pitt, Sean Penn, Jessica Chastain
Produktion: River Road Entertainment, Plan B Entertainment, Cottonwood Pictures
Verleih: Fox Searchlight
Länge: 138 Minuten
FSK: 6 Jahre
Start: 16. Juni

“Where were you when I laid the earth’s foundation…while the morning stars sang together and all the sons of God shouted for joy?”

Dass sich an ‘The Tree of Life’ die Geister scheiden, kommt nicht von ungefähr. In seinem Epos versucht Autor und Regisseur Terrence Malick nichts geringeres als sämtliche Fragen der menschlichen Existenz zu behandeln, ein wenig den Sinn des Lebens zu ergründen, einen Dialog mit Gott zu erhalten, einen Rückblick auf das Leben im Universum und das Leben an sich zu präsentieren, und, am wichtigsten, die Kindheit und den Verlust der Unschuld darzustellen. Das kann nicht klappen, zumindest nicht in einer traditionellen und eingebürgerten Drei-Akt-Erzählstruktur mit einer linearen Story. Malicks Antwort in ‘The Tree of Life’ auf dieses Problem ist eine non-lineare Erzählstruktur, die Erinnerungen, Gegenwart, Zukunft und kosmische Kreation durch einen Bewusstseinsstrom in kaum zu erreichender Bildgewalt auf die Leinwand forciert.

Jack (Sean Penn) hapert mit seinem Leben. Trotz einem erfolgreichen Job, wunderschönen Haus samt Frau ist er rastlos, müde und depressiv. Der Tod seines Bruders im Alter von 19 Jahren beschäftigt ihn und seine Familie immer noch. Rückblickend schaut er auf seine Kindheit in den 1950er Jahren in einem christlichen Haushalt des mittleren Westens der USA.

‘The Tree of Life’ ist einer dieser Filme bei dem die Leute sagen, dass man sich “darauf einlassen muss”. Auch wenn ich natürlich ein vorher adaptiertes Mindset empfehlen kann – der Film verlangt einfach Aufmerksamkeit und ein gewisses Maß an Interesse – kann und wird auch mit der richtigen Einstellung nicht jeder diesen Film lieben. Malick ist Priester, Wissenschaftler, Erzähler, Fragensteller und Gott zugleich und die konträreren Symbolkonstellationen verstärken dies. Malicks Epos ist weniger Film als viel mehr Erfahrung.

Es ist zweifellos Malicks Magnum Opus, das Werk, in Malicks Themen kulminieren und neue Höhen der Spiritualität erreichen. Und all dies wird in sequentieller Abwechslung zwischen Kindheitserinnerungen und Urknall bzw. evolutionärer Entwicklung der Erde behandelt. Aus dem Voice-Over drängen bisher unterdrückte Fragen nach der menschlichen Existenz, dem Sinn und nach Gott sowie ab und an auch ein Zitat aus der Bibel.

Es kann mitunter schwierig sein, gleichzeitig die bildliche Ebene, die so bombastisch und reich an Bildgewalt ist, und die sprachliche Ebene zu verfolgen und dann sich daraus einen Reim zu machen.

Dennoch bleibt der Film eine Erzählung von Erinnerungen, unübersehbar Malicks Erinnerungen und Probleme, die ihn heute noch beschäftigen. Daher wirkt der Film in seinen stärksten Momenten wie eine gute, lehrreiche Kindheitserzählung und in seinen schwächsten, in denen kaum eine Szene auf die vorherige aufbaut, wie verwirrtes Gestammel eines Demenzpatienten.

Von der schauspielerischen Seite kann man Brad Pitt und Jessica Chastain loben, die beide eher eindimensionale Rollen haben, er Familienoberhaupt und sie nahezu ein himmlischer Engel, diese jedoch geschickt vielschichtiger und tiefer spielen; insbesondere Pitts Mr. O’Brien erscheint in vielen Szenen oberflächlich als autoritärer, ambitionierter Vater, obwohl er in nicht wenigen Momenten durchblitzen lässt, dass er seinen Kindern nur deshalb soviel abverlangt, weil er selbst im tiefsten Innern verletzt und enttäuscht ist. Er will nur, dass es seinen Kindern einmal besser ergeht als ihm selbst. Dass Sean Penn groß auf den Postern vermarktet ist, ist wohl seiner Popularität und nicht seiner Screentime von gerade einmal 5 Minuten geschuldet. Vielmehr löblich ist da Hunter McCracken, der den jungen Jack spielt und in vielen Momenten, in denen er nachdenklich über die Schulter in die Ferne schaut, stärker als alle älteren Zuschauer. Die Kinder sind im Allgemeinen fantastisch gecastet.

Vergleiche zu Stanley Kubricks Sci-Fi Epos “2001” lassen sich natürlich nicht verleugnen. Ähnlich wie “2001” ist “The Tree of Life” Kino Marke “Eine Nummer zu groß”. Es ist Kino so groß und so genial wie es nur sein kann und verfehlt dabei den Großteil heutiger Zuschauer. Dafür, dass Malick in diesen Zeiten nicht nur etwas so Originelles, sondern etwas so Großes probiert und es ihm dabei gelingt, so persönlich jeden Zuschauer individuell anzusprechen, gebührt ihm Respekt. Das Problem dabei ist, dass nicht jeder Zuschauer sich mit Malicks Erinnerungen und Visionen anfreunden kann, wodurch primär Abneigung nicht nur gegenüber dem gezeigten, sondern dem gesamten Werk entsteht. Klappt jedoch die Verbindung, hört man Malick gerne auch durch die schwächeren Teile seiner Erzählung zu und wird verzaubert vom Rest.

9/10

E3 2011 Trailerfest

10 Jun, 2011 · Sascha · Featured,Games · 4 comments

Die E3 ist vorbei und hatte nur wenige Überraschungen im Gespäck. Das Wii U halte ich für weniger innovativ als toll als viele andere und bin erstmal auf die dann neue, gepimpte Konsole gespannt, die diese HD-Bilder aus der Präsentation liefern kann. Aber Trailer gibt es immerhin reichlich und die fallen sogar sehr positiv auf. Daher hier meine Highlights ohne Anspruch auf Vollständigkeit

Assassin’s Creed: Relevations

Den Anfang macht die inzwischen zweite “Expansion” der “Assassin’s Creed”-Reihe. Nachdem Brotherhood eben nicht nur eine Expansion und ein schneller Cashgrab, sondern eine wirkliche Addition zur Spielesaga, Story, Gameplay, etc. war, habe ich relativ hohe Hoffnungen. Der Trailer verspricht nicht nur Ezio, sondern auch Altair aus AC1.

Dazu der berauschende Soundtrack von Woodkid mit ihrem Titel “Iron”, der gerade in den Onlinecharts auf Grund des Trailers explodiert. Ich hatte ihn ja schon vor geraumer Zeit hier gepostet und darüber per Twitter gebraggt, wofür mich der fidepus zu recht als Hipster bezeichnet hat. Der Trailer verspricht ein befriedigendes Ende für Ezio. Hoffentlich kommt dann AC3 im November 2012 – würde immerhin gut von der Story her zusammenpassen.

The Legend of Zelda: Skyward Sword

Und wieder ein neues Abenteuer für Link, dieses Mal beginnend in hohen Wolken über Hyrule. Wieso? Das habe ich aufgehört zu fragen. Es gibt viele, die versuchen einen Canon da zu entwickeln, aber für mich ist Zelda immer wieder ein fast komplett neues Spiel – von der Story her natürlich nicht. Twilight Princess fand ich ziemlich stark und ich freue mich auf Skyward Sword. Und die Grafikhater können alle mal die Klappe halten. Grafik ist nicht alles und besonders bei Nintendo nicht. Nintendospiele haben nicht immer die beste Grafik, aber dafür einen besonderen Grafikstil, der langlebiger ist und dadurch auch die Replayability erhöht. Diese brauntonigen Call of Duties schauen doch nach ein paar Jahren richtig alt aus.

Halo 4

Meine Erfahrungen im Bezug auf Halo müssen sich auf Halo 1 beschränken, das mein Nachbar damals so gern auf dem PC zockte, was ich beim Zuschauen gar nicht nachvollziehen kann. Halo finde ich, besonders im Multiplayer, so gar nicht ansprechend. Ich habe keine Erfahrungen und darf daher eigentlich nichts sagen, aber naja. Wir werden mal sehen wie der vierte Teil wird, ohne Bungie, dafür aber wieder mit dem Master Chief.

Far Cry 3

Völlig überrascht hat mich dieser Trailer zum nunmehr dritten Teil der “Far Cry”-Spielereihe. Far Cry 1 bleibt mir bis heute äußerst positiv im Gedächtnis. Auch wenn die Story aber der Mitte mir etwas zu abstrus wurde und ich das Spiel nie komplett durchgespielt hatte, denke ich häufig äußerst positiv daran zurück. Weniger positiv denke ich an den Nachfolger, der bis auf eine äußerst nette und reale Sandbox nichts zu bieten hatte. Wer mal bischen durch Afrikas Klimazonen sparzieren will, der kann Far Cry 2 spielen – ansonsten ist das Spiel für nichts gut. Der dritte Teil schaut super aus, back to the roots – oder besser: back to an island. Gefällt mir sehr gut, bin sehr gespannt auf das finale Produkt.

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Originaltitel: Source Code, USA/F 2011
Regie: Duncan Jones
Drehbuch: Ben Ripley
Darsteller: Jake Gyllenhaal, Michelle Monoghan, Vera Farmiga, Jeffrey Wright
Produktion: Vendôme Pictures, Mark Gordon Company
Verleih: Summit Entertainment
Länge: 93 Minuten
FSK: 12 Jahre
Start: 2. Juni 2011

Auch wenn man Twilight nicht mag, kann man nicht leugnen, dass die Filmreihe um die Bücher vom Stephanie Meyer auch durchaus positive Seiten hat. Zum Beispiel das viele Geld, das die Filme eingespielt haben, wodurch Summit Entertainment vom kleinen Indie- zum großen Mitmischerstudio wurde. Ähnlich wie 20th Century FOX (Avatar) hat man nun ein wenig Überschuss und kann auch mal Genreproduktionen wie ‘Source Code’ finanzieren, was Sci-Fi Freunde glücklich macht. In der Hose.

Soldat Colter Stevens wacht orientierungslos in einem Passagierzug auf. Die ihm gegenüber sitzende Frau scheint ihn gut zu kennen, doch er hat sie noch nie zuvor gesehen. Als er in den Spiegel schaut, erblickt er ein unbekanntes Gesicht. Noch bevor er diesen Schock verarbeiten kann, explodiert der Zug. Doch das ist nicht das Ende. Colter Stevens wacht auf und realisiert, dass er gerade die letzten 8 Minuten eines anderen Menschen mit Hilfe einer Maschine namens “Source Code” erleben konnte. Da der Anschlag auf den Zug nur der Anfang war und eine Atombombe die Millionenstadt Chicago bedroht, muss Stevens immer wieder erneut in 8 Minuten versuchen herauszufinden, wer den Anschlag auf den Zug verübt hat, um so den Nuklearanschlag zu stoppen. Doch schon bald entwickelt er Gefühle für die eigentlich bereits verstorbenen Menschen und besonders für die Frau, die ihn so gut zu kennen scheint. Kann Stevens sie vielleicht retten?

Ich hatte bereits Anfang April die Chance gehabt Source Code im Original zu sehen und war wie verzaubert. Als ausgesprochener Fan von Regisseur Duncan Jones, der mich mit seinem Featuredebut “Moon” letztes Jahr extrem vom Hocker gehauen hat, habe ich mich sehr auf den Film gefreut und wurde nicht enttäuscht. Nicht direkt jedenfalls. Jones liefert erneut eine wirklich solide Arbeit ab und nimmt sich des Drehbuches an und macht seinen eigenen Film daraus. Der Mann hat wirklich Potential, deshalb hoffe ich, dass er sein langgeplantes Projekt “Mute” über einen blinden Barkeeper auf der Suche nach seiner entführten Freundin in einer Zukunftsvision Berlins bald machen darf, denn auch wenn Source Code solider Sci-Fi ist, kratzt er nur an der Oberfläche seiner Thematik.

Zeitreisen und Zeitschleifen sind in der Kinowelt nichts neues und einem breiten Publikum spätestens seit “Groundhog Day” (Und täglich grüßt das Murmeltier) mit Bill Murray bekannt. Source Code schafft es jede seiner Zeitschleifen frisch wirken zu lassen. Durch Jones’ abwechslungsreiche Regiearbeit wirkt die Suche nach dem Terroristen an Bord nie langweilig. Ebenso schafft es das Script die 8 Minuten immer wieder auf abwechselnden Schauplätzen, auch (zu meiner Überraschung) außerhalb des Zuges, stattfinden zu lassen. Das Konzept selbst, sobald etabliert, dient jedoch lediglich der grundlegenden Spannungsmaximierung, was den Film auf das Level eines Thrillers reduziert.

Das ist schade, denn Source Code spricht einige grundlegende Themen des menschlichen Daseins an, ganz ähnlich wie Moon. Was macht den Menschen aus? Ab wann ist man Mensch und welche Rechte hat er? Wieso bin ich hier und gibt es mehr da draußen? Das Ganze wird leider nur viel zu oberflächlich angesprochen und zu Gunsten der Thrilleraspekte stiefmütterlich behandelt. Gegen Ende kriegt der Film jedoch noch leicht die Kurve: Was wäre, wenn Stevens die Bombe vom Hochgehen stoppen könnte? Schade, dass der Film dort aufhört, wo es dann mit Theorien und Gedanken über parallel Universen eigentlich losgehen könnte.

Die schauspielerischen Leistungen sind allesamt ihren Rollen angemessen. Michelle Monoghan hat nicht wirklich viel zu tun außer nett und verblüfft zu lächeln und immer wieder dieselben Sätze aufzusagen. Vera Farmiga macht eine ordentliche Rolle als gefühlsbetonte und leicht rebellische Offizierin, während Jeffrey Wright findet großes Gefallen an seinem leicht over-the-top akzentuierten Wissenschaftler, für den der Zweck alle Mittel heiligt. Jake Gyllenhaal hat am meisten zu machen. Das ist sein Film.

Er spielt seine Rolle des Colter Stevens überzeugend und kann auch in ruhigen Momenten die Tragik seiner Figur sehr gut auf die Leinwand übertragen.

Alles in allem ist Source Code aber ein solider Thriller für das Mainstreampublikum mit einem sehr netten Sci-Fi Rahmenkonzept für die Geeks. Jones hat Potential. Hoffen wir, dass er sich als nächsten Film “Mute” machen darf, denn ich will sehen, was der gute Mann mit wirklich hartem Sci-Fi und einem größeren Budget als dem von “Moon” anfangen kann. Auch wenn die wirklich tiefliegenden Fragen nur erwähnt werden, ruiniert das bei weitem nicht die erstklassige Kinoerfahrung.

9/10

Gedanken zu L.A. Noire

07 Jun, 2011 · Sascha · Featured,Games,Review · 0 comments

Ich bin kein exzessiver Gamer. Ich zocke regelmäßig und wahrscheinlich liege ich knapp über dem Durchschnitt. Dennoch ich relativ einseitig; in letzter Zeit hauptsächlich Battlefield Bad Company 2: Vietnam – bis mein Lieblingsserver mich auf Server, Teamspeak und Homepage bannte (dazu bald mehr).

Ich bin kein wirklicher Casual Gamer, denn ich mag spezifische Spiele, ich kaufe mir nicht irgendein Spiel, weil ich spielen möchte, sondern wähle und plane genau was ich spielen möchte; meistens weiß ich schon am Jahresanfang welche Spiele ich in diesem Jahr haben will. Daher bezeichne ich mich gerne als den selektierenden Gamer. Die Anzahl der Spiele hat in den letzten Jahren nie über 5 gelegen. Dieses Jahr wird es knapp. Hauptsächlich Fortsetzungen erfolgreicher Spiele stehen dieses Jahr auf dem Einkaufszettel: Portal 2, Infamous 2, Modern Warfare 3, Battlefield 3 und Assassin’s Creed: Revelations (und Dead Island, sofern sich das regeln lässt). Allesamt außerordentlich erfolgreiche Franchise. In dieser Hinsicht bin ich absoluter Mainstreamer. Das Spiel, das mich dieses Jahr über meinen Durchschnitt heben sollte, ist Team Bondis „L.A. Noire.“

Es sollte eigentlich mein Singleplayerhighlight des Jahres werden. Und ich wurde maßlos enttäuscht. Wie viele andere.

Das Tragische: Wir sind es allesamt selbst schuld.

Als letztes Jahr Rockstars „Red Dead Redemption“ auf den Markt kam, haben viele nicht unrichtig das Spiel als „GTA mit Pferden“ beschrieben. Die Sandbox (diesmal wortwörtlich) des Wilden Westens war vielen Spielern durch die Erfahrung mit diversen GTA-Titeln nicht fremd und es waren außerordentlich viele Gameplayelemente übernommen worden. An dieser Stelle muss ich natürlich zugeben, dass ich die Freiheiten eines GTA liebe und schätze und gerne in anderen Spielen wiederfinde. GTAIV war der Grund weshalb ich eine Playstation 3 gekauft habe. 3 Jahre später sollte nun L.A. Noire der glorreiche Titel des Jahres werden. Immerhin von Rockstar vertrieben und tolle Trailer und mega Hype – was sollt denn da schon schief gehen?

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Originaltitel: Hanna, USA 2011
Regie: Joe Wright
Drehbuch: David Farr & Seth Lochhead
Darsteller: Saoirse Ronan, Eric Bana, Tom Hollander, Cate Blanchett, Jason Flemyng
Produktion: Babelsberg
Verleih: Sony
Länge: 111 Minuten
FSK: 16 Jahre
Start: 26. Mai

“Sometimes, children are bad people too.”

Ich hatte am vergangenen Donnerstag das große Glück in der OV Sneak ‘Wer ist Hanna’ zu sehen, oder wie er im Original schlicht heißt: Hanna. Das ist der neue Film von Joe Wright, der sich mit den Filmadaptionen von “Stolz und Vorurteil” und “Abbitte” einen Namen gemacht hat. Danach erschien sein drittes Featureprojekt namens “Der Solist”, in dem Jamie Foxx einen Obdachlosen mimt, der unglaublich talentiert ist und dem von Robert Downey Jr. geholfen wird. Klischeehaftes Hollywoodoscarkino. Zu klischeehaft, sodass der Film nicht nur an der Kasse floppte, sondern auch die Kritiken zerstörerisch waren. Eine kurze Karriere, fast vor dem Ende, wäre da nicht Saoirse Ronans erbitterlicher Kampf für ihn um den Posten bei Hanna als Regisseur gewesen. Der Job wurde nämlich auch Alfonso Cuaron und anderen angeboten.

Gut, dass er an Wrigt fiel. Hanna ist ein unkonventioneller Thriller, der sich zwischen Coming of Age und Musikvideo ansiedelt und dabei laut, unerschrocken, schnell, frisch und teilweise ausgesprochen lustig ist. Hanna ist ein 16-jähriges Mädchen, das mit ihrem Vater, gespielt von einem unausgesprochen engagierten Eric Bana, am Polarkreis wohnt und von ihm zu einer Kämpferin ausgebildet wird. Bana ist Ex-Agent und lehrt seine Tochter alles. Sie kann Schutzidentitäten fehlerlos aufsagen, Touristeninformationen von Leipzig perfekt rezitieren, doch ein richtiges Leben hat sie nicht. Die Verlockung ist zu groß und Hanna möchte entfliehen. Gejagt von der CIA-Bösewichtin Wiegler, ebenso grandios gewohnt gespielt von Cate Blanchett, flieht Hanna aus ihren Fängen und entdeckt das Leben. Doch sie kann vor dem bösen Wolf nur für eine Zeit weglaufen und nicht entfliehen.

In unglaublich gut getimeten und geschnittenen Szenen, zu nennen wäre da der Ausbruch aus der CIA-Anlage bei dem Hanna durch riesige Lüftungsschächte vor riesigen Muskeltypen im perfekten Rhythmus zur lauten, knalligen, bombastischen Musik der Chemical Brothers davon rennt, zeigen Wright und die Chemial Brothers was sie können. Allgemein kann man die Arbeit der chemischen Brüder nur in den Himmel loben, ihnen ist es zu verdanken, dass der Großteil des Films, insbesondere die Actionszenen, die Wright in mit einer unbeahnten Selbstverständlichkeit auf die Leinwand bringt, wirklich den Film über das große Genremittelmaß heben. Was den Film aber trägt ist Ronans Perfomance. Ihre Hanna ist tödlich, gefä hrlich, verletzlich und tief verunsichert, ja, verletzt.

Natürlich ist “Hanna” ein Genremix und die Story ist zuhöchst stilisiert und konstruiert. Glücklicherweise ist sich jeder Beteiligte an diesem Projekt diesem Fakt bewusst und handelt auch ebenso. So kommt auch glücklicherweise die Auflösung um Hannas Herkunft relativ spät, was dem Zuschauer, bereits fest in dieser Welt verankert, nicht mehr viel an Widerstand entlocken dürfte. Auch die nicht spärlich gesäten humorvollen Szenen sind zeitlich passend und würdevoll eingesetzt. Ebenso eine intime Szene mit Hannas neu gewonnener Freundin, gespielt von Jessica Bardem, ist eine Gradwanderung zwischen ersten intimen Erfahrungen und freundschaftlicher Nähe, die Wright mit extremen Close-ups und kräftigen, fleischfarbenen Bildern einfängt.

Besonders das Finale des Films, das in Berlin (Allgemein hat der Film große deutsche Einflüsse und ist zum Teil auf Deutsch, weshalb ich umso glückerlich bin, ihn mit OT gesehen zu haben) spielt, ebenso wie die Verbildlichung der Mädchenfigur Hannas, als sie im zerfallenen Berliner Spreepark ein finales Duell mit ihrer Wölfin Wiegler, die nicht ohne Grund aus dem Maul einer riesiger Wolffigur aus der Dunkelheit tritt, bleibt in Erinnerung. Alles in allem ist “Hanna” ein verdammt guter, frischer, origineller Film, der mit tollen Kampfszenen und einem bombastischen Soundtrack aufwarten kann. Genrefans, aber auch der normale, geneigte Zuschauer werden nicht enttäuscht.

8/10

In den letzten Tagen wurde entschieden welche Piloten eine Chance bekommen und darunter ist auch die neue Serie von JJ Abrams ‘Alcatraz’. Aber auch andere Serien in der kommenden Season schauen ziemlich gut aus. Daher hier drei Serien, die in der neuen Season starten und die ich womöglich toll finden werde.

Awake

Startdatum: ~Januar 2012, NBC

Police detective Michael Britten (Jason Isaacs) regains consciousness following a car accident involving his wife, Hannah (Laura Allen) and son, Rex (Dylan Minnette). Michael is told his wife died, while his son survived. Waking up the following morning, Michael realizes the survival facts have reversed. In an attempt to keep both of his loved ones alive, Michael starts living double-life in two realities, with different police partners and different conflicts in his personal life.

“Awake” is an intriguing drama about a detective (Jason Issacs, “Harry Potter,” “Brotherhood”) who finds he is leading an arduous double life that defies reality. Coming Soon to NBC.

Unter all den Piloten sticht AWAKE für mich hervor. Es ist frisch, es recycelt gute Ideen aus INCEPTION und schaut vom visuellen Stil sehr nach HEAVY RAIN aus. Dazu gibt es einen hervorragenden Cast mit Jason Isaac, Wilmer Valderrama, B.D. Wong, Dylan Minnette (der als Jacks Sohn in LOST zu überzeugen wusste) und viele mehr. Das Konzept, die Musik, der Stil, die Dialoge veranlassen mich zu dem Glauben, dass AWAKE das Serienhighlight werden wird, vielleicht sogar ein LOST-Ersatz. Die an LOST/FRINGE angelegte, in zwei geteilte Erzählstruktur ist dem Zuschauer schon einmal nicht unbekannt und aus der Vergangenheit wussten diese interdependeten Welten zu entzücken. Ich freue mich schon jetzt wie ein Schnitzel auf die Serie. Eine Menge an Potential, hoffentlich verfeuern sie es nicht und am Ende ist Detective Rex in einer Irrenanstalt und er bildet sich beide Realitäten ein; oder er ist eigentlich gestorben und beide Welten spiegeln die Hoffnungen, Erinnerungen und nun vergebliche Zukunftsvisionen des Sohnes und der Frau wider. Jetzt wo ich so darüber nachdenke… vielleicht gar keine so schlechte Idee.

Hier gibt es außerdem noch drei Clips und zwei Interviews zur Serie.

Alcatraz

Startdatum: Herbst 2011, FOX

When San Francisco Police Department DET. REBECCA MADSEN (Sarah Jones, “Sons of Anarchy”) is assigned to a grisly homicide case, a fingerprint leads her to a shocking suspect: JACK SYLVANE (guest star Jeffrey Pierce, “The Nine”), a former Alcatraz inmate who died decades ago.

Given her family history – both her grandfather and surrogate uncle, RAY ARCHER (Robert Forster, “Jackie Brown”), were guards at the prison – Madsen’s interest is immediately piqued, and once the enigmatic, knows-everything-but-tells-nothing government agent EMERSON HAUSER (Sam Neill, “Jurassic Park”) tries to impede her investigation, she’s doggedly committed. Madsen turns to Alcatraz expert and comic book enthusiast, DR. DIEGO “DOC” SOTO (Jorge Garcia, “Lost”), to piece together the inexplicable sequence of events. The twosome discovers that Sylvane is not only alive, but he’s loose on the streets of San Francisco, leaving bodies in his wake. And strangely, he hasn’t aged a day since he was in Alcatraz, when the prison was ruled by the iron-fisted WARDEN EDWIN JAMES (Jonny Coyne, “Undercovers”) and the merciless ASSOCIATE WARDEN E.B. TILLER (Jason Butler Harner, “The Changeling”).

Madsen and Soto reluctantly team with Agent Hauser and his technician, LUCY BANERJEE (Parminder Nagra, “ER”), to stop Sylvane’s vengeful killing spree. By delving into Alcatraz history, government cover-ups and Rebecca’s own heritage, the team will ultimately discover that Sylvane is only a small part of a much larger, more sinister present-day threat. For while he may be the first, it quickly becomes clear that Sylvane won’t be the last prisoner to reappear from Alcatraz.

Ich wurde nie wirklich warm mit JJ Abrams’ Serien außer LOST. Sogar FRINGE ist nach der ersten Staffel nicht unbedingt mein Ding. Und Alcatraz fühlt sich so ein wenig eine Mischung aus FRINGE, PRISON BREAK und 4400. Könnte schlimmer sein, aber wenn ALCATRAZ nicht Sam Neill, Jorge Garcia und JJ Abrams draufstehen hätte, hätte ich kein wirkliches Interesse. Das Grundkonzept ist ganz nett, mehr aber auch nicht. Wenn ich Abrams nicht kennen würde und sein Schema, dann würde ich es glatt abschreiben. Doch die Szenen in der Preview sind wahrscheinlich alle lediglich aus den ersten beiden Folgen wobei man wohl voraussagen kann, dass, Abrams und LOST-Autorin Sarnoff kennend, diese Folgen nicht einmal an der Oberfläche kratzen. Von daher… abwarten und Tee trinken.

Terra Nova

Startdatum: Herbst 2011, FOX, Montags 7/8c

TERRA NOVA follows an ordinary family on an incredible journey back in time to prehistoric Earth as a small part of a daring experiment to save the human race. In the year 2149, the world is dying. The planet is overdeveloped and overcrowded, with the majority of plant and animal life extinct. The future of mankind is in doubt, and its only hope for survival is in the distant past.

When scientists at the FERMI Particle Accelerator unexpectedly discovered a fracture in time that made it possible to construct a portal into primeval history, the bold notion was born to resettle humanity in the past – a second chance to rebuild civilization and get it right this time.

Terra Nova ist ein offensichtlich Abklatsch von AVATAR.

TERRA NOVA ist im Grunde genommen AVATAR und JURASSIC PARK in einem. Der Beginn in einer dystopischen Zukunftsvision ist ebenfalls bei AVATAR enthalten und das Casting von Stephen Lang als Sheriff der neuen Stadt ist zwar passend, aber drängt Vergleiche geradezu auf. Gut wäre die Serie, wenn sie ein wenig härter wäre und sich etwas trauen würde. Sieht aber nicht unbedingt danach aus, sondern vielmehr nach Samstagvormittag Kinder-/Familienrotz. Aber ich lasse mich natürlich gerne überraschen. Steven Spielbergs Involvierung lässt mich zu mindestens hoffen, dass es kein totaler Ausfall wird, sondern eher eine mittelmäßige Genreserie ähnlich wie Spielbergs TAKEN. Der Produktionsstandard ist hoch genug und die Story müsste natürlich mehr bieten, prinzipiell aber eine Serie, die man sich anschauen könnte…wenn man viel Freizeit hat.

Trailer und Poster zu Miranda Julys ‘The Future’, welche sich bisher komplett unter meinem Radar bewegte. Ihr Erstlingswerk ‘You and Me and Everyone we know’ wurde von Kritikern gelobt und wird von mir dann demnächst auch mal angeschaut, denn der vorliegende Trailer gefällt mir ziemlich gut. Inklusive sprechender Katze. Echt jetz! (via)

THE FUTURE tells the story of a thirty-something couple who, on deciding to adopt a stray cat, change their perspective on life, literally altering the course of time and testing their faith in each other and themselves.

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p style=”text-align: justify;”>Ein YouTube-Kommentator bringt es auf den Punkt: “Another sad movie about? beautiful hipsters.?” Ja, typischer Indiefilm mit, wie man in den USA sagt, “White People Problems”, Themen, die man nur hat, wenn man sonst keine existenziellen Probleme hat. Auch wenn solche Elemente irgendwie zu spüren sind, geht der Film denke ich wesentlich tiefer, besonders die Problematik des “älter-werdens” finde ich schön; das sollte einiges an tollem Stoff liefern. Die Regie und das Drehbuch mögen “quirky”, schrullig, sein, aber ich habe dafür eine Ecke in meinem Herzen, solche Filme tun auch gut. Filme von Charlie Kaufman, Wes Anderson und Michel Gonry haben einfach eine Art an sich, die ich mag. Außerdem spielt eine Katze in einer wichtigen Rolle einen MacGuffin und Erzählerin – Anschaupflicht!