23 Mar, 2012 · Sascha · Wissenschaft · Comments
SpOn hat einen herzzerreißenden Artikel in ihrer einestages-Serie über unsere vierpfotigen Freunde namens Laika, Belka oder Strelka im Weltall.
Dass es nicht gut ausgehen würde, spürte der Russe Alexander Serjapin schon wenige Sekunden nach dem Start, als die Rakete aus ihrer Bahn gerissen wurde. Zwar korrigierte die automatische Steuerung den Fehler und brachte sie wieder in eine stabile Lage, doch dann sah Serjapin in der Bodenkontrolle die Katastrophe.
Kosmonautin Lissa wurde durch den heftigen Rückstoß wie Spielzeug aus der Rakete geschleudert. Und da flog sie in ihrem kleinen Spezial-Raumanzug durch die Atmosphäre und raste zur Erde zurück. Seine treue Lissa.
“Das geschah alles mit solcher Gewalt, dass sie bei der Landung schon tot war”, erinnert sich Serjapin Jahrzehnte später mit leiser Stimme an das Unglück von 1955. “Ich musste sie in der Steppe begraben. So verlor ich meinen Liebling.”

Autor: Warren Eliis
Artwork: Colleen Doran
Lettering: Clem Robins
Colorierung: Dave Stewart
Verlag: DC Vertigo (2003)
Kaufen: Amazon-Partnerlink
Warren Ellis’ ‘Orbiter’ ist einer der wichtigsten Comics, die jemals geschrieben wurde. Das sage ich voller Überzeugung. Obwohl der Comic 2003 erschien und er bereits damals zeitgenössische Bedeutung besaß, könnte er heute kaum aktueller und wichtiger sein, denn es geht um nichts Geringeres als die Zukunft der bemannten Raumfahrt.
Die Geschichte ist äußerst spannend. Seit 10 Jahren – nachdem das Space Shuttle Venture nach dem Start verschwand – war kein Mensch mehr im Weltall. Zu gefährlich ist alles und das Verschwinden des Shuttles war zu unerklärlich. Kein Risiko mehr. Doch plötzlich taucht das Shuttle wieder auf und macht eine Bruchlandung auf dem inzwischen als Shanty-Town dienenden Kennedy Space Center. Schnell wird die NASA wiedereingesetzt und ein Team aufgebaut. Die führenden Köpfe bilden die Biologin und letzte lebende Astronautin Michelle Robinson, der Ingenieur und Raketenexperte Terry Marx und Anna Bracken, der die vielleicht schwierigste Aufgabe zufällt, denn sie muss John Cost interviewen, den einzigen Astronauten, der noch an Bord der Venture war.

Wenn schon die erste Seite einem den Atem raubt, dann weiß man, dass man ein gutes Buch in den Fingern hält. Warren Ellis’ Idee, den Comic mit einem Splash-Panel des aufgegebenen und inzwischen als Shanty-Town genutzen Kennedy Space Centers zu beginnen, ist ebenso fantastisch wie erschreckend. In seinem Vorwort schreibt Ellis, dass der Comic eigentlich erst wesentlich später erschienen wäre, man aber nach dem Absturz der Columbia im Januar 2003 das Gefühl hatte, dass er direkt raus musste – denn er hat etwas zu sagen. Etwas ganz Bedeutendes. Es ist ein Comic der Hoffnung.
Nach dem Absturz, ähnlich wie bereits nach der Challenger-Katastrophe, sollte später kein Shuttle mehr für 18 Monate starten. Schlussendlich aber starteten sie wieder. Und das ist das Wichtigste. In seiner bewegenden Rede am Abend der Explosion richtete sich Ronald Reagan insbesondere an die vielen Kinder, die die Katastrophe live am Fernsehen miterlebten, weil eine Lehrerin mit an Bord war: “[…] it is part of taking a chance and expanding man’s horizons. The future does not belong to the faint hearted, it belongs to the brave.”
Darauf aufbauend, zeigt uns Warren Ellis, was mit dem Menschen passiert, wenn er aufhört. Wenn er stehen bleibt. Er degeneriert. Das Bild des Kennedy Space Centers symbolisiert was passiert, wenn wir unsere Bestrebungen ruhen lassen. Diese Botschaft ist heute noch wesentlich wichtiger als 2003. Die NASA hat die autonome, bemannte Raumfahrt komplett eingestellt. Kein Shuttle startet mehr. Die nächste Generation bemannter Raumschiffe soll frühestens Ende des Jahrzehnts ihren ersten Einsatz haben. Momentan sind die Amerikaner nur Beifahrer der Russen. Nichts könnte der amerikanischen Gesellschaft, und der Welt allgemein, mehr helfen die Wirtschaftssorgen und Krisen besser zu verarbeiten, als wenn wir wieder ein gemeinsames Ziel hätten. Wir verbauen gerade unsere Zukunft. Und die unserer Kinder. Denn die müssen erst lernen zu träumen. In unserer Zeit fällt das momentan schwer.

Der Comic hat ein paar kleine Längen in der Mitte, da man sich als pfiffiger Leser schnell ausmalen kann, was passiert ist. Doch dann kommt es ganz unerwartet. Ich kann die immense Awesomeness des Comics nicht aufzeigen, ohne euch zu spoilern, deshalb nur weiterlesen, wenn ihr euch ganz sicher seid. [Markieren]Als Cost und seine Crew an die ISS andocken wollen, schießen sie plötzlich weg und sind binnen Sekunden auf der Rückseite des Mondes. Panik bricht aus. Dann erscheint ein Licht. Eine Stimme ist in den Köpfen der Astronauten zu hören. Es sind unsere Freunde von anderen Sternen. Sie haben auf uns gewartet. Doch wir waren zu ängstlich. Zu zögerlich. Sie haben gewartet, doch es ging ihnen nicht schnell genug. Sie wollen Freunde zum Spielen, zum weniger alleine sein. Cost und seine Crew erleben in den nächsten 10 Jahren, und das ist dank Biologin und Raketenphysiker (aka Warren Ellis) gar nicht mal so dumm erklärt, eine Rundreise durch die Galaxie. Cost kehrte lediglich zurück um den “Rest” zu den Sternen zurückzuholen. [Spoilerende] Der finale Moment ist so rührend, das Papier wurde ein wenig nass.
Besser kann ein Comic nicht sein. Ich lege ihn jedem ans Herzen, der schon einmal nachts in den Himmel schaute und sich fragte, warum wir aufgehört haben zu träumen.

Ender’s Game beginnt die Produktion, wie heute auf dem offiziellen Tumblr angekündigt worden ist. Wie? Kennt ihr nicht? Solltet ihr aber, wenn ihr euch Sci-Fi-Fans schimpft! Ender’s Game basiert auf der bekannten und beliebten Buchserie (unter anderem aber auch Kurzgeschichten und Comics) von Orson Scott Card und deren Hauptfigur Andrew “Ender” Wiggin. Die Geschichte ist verdammt episch und wird mit namhaften Köpfen wie Ben Kingsley, Harrison Ford und Hailee Steinfeld (True Grit) verfilmt; Asa Butterfield, bekannt aus ‘Hugo’, wird Ender mimen.
Im Ender-Universum hat in der fernen Zukunft die Alienrasse der Formics, Insektoiden und daher auch schlicht “Buggers” genannt, unsere Erde angegriffen. Gerade so konnten wir überleben, aber wir müssen uns für den nächsten Angriff vorbereiten. Daher bilden die drei verstrittenen Gruppen auf der Erde das International Fleet Military, das junge und talentierte Kinder auswählt, um sie für den Kampf gegen die Formics auszubilden.
Ich habe den ersten Teil lange auf meiner Leseliste gehabt und habe ihn mir jetzt endlich mal bestellt. Immerhin will ich ja ordentlich meckern können, wenn sie was nicht so umsetzen, wie ich mir das vorstellte. /ironie
21 Mar, 2012 · Sascha · Alles sonst so,Kurzfilm · Comments

Jemand schickte mir das hier. Ich mochte es, auch wenn das Popcorn auf Grund meiner Dummheit zu starken Micro ein wenig verbrannt ist. Am 23. März finden die Finals der Jameson Empire Awards 2012 in der Kategorie Kurzfilm statt. Hier kann man sich einige Finalisten ansehen. Bei mir oben war es Shining. Ganz nett.

A whopping 24 x 36 inches!
Limited to 42 signed and numbered posters.
Printed on heavy somerset velvet cotton paper.
Ships rolled in heavy kraft poster tube.
Geniales LOST Poster von JJ Harrison aus seiner Horror/LOST-Serie. JJ war auch schon für die fantastischen LOST/Star Wars Poster verantwortlich, die ich alle an der Wand hängen habe. Ich habe mir meins gerade bestellt, es gibt sogar noch ein paar zu kaufen.
Neues von President Cool:
So the 26-year-old Prince George’s Community College student took his cue and spoke to President Obama in his first language: American Sign Language. “I am proud of you,” Stephon signed. The president, almost involuntary, instinctively, immediately signed back.
“The moment I will never forget was when he looked at me. He gave me a chance to talk to him. It was like he was waiting for me to say something. I took the moment and signed “I am proud of you,” and his response was “Thank u” in sign language back! Oh my gosh! I was like wow! He understood me after I said I was proud of him. It was so amazing…I was just speechless.”

via First Showing
Manchmal hat jemand eine tolle Idee in Hollywood. Manchmal haben zwei Autoren die gleiche Idee zur gleichen Zeit. Und manchmal produziert ein Studio schnell einen Film, weil es befürchtet, dass ein anderes Studio gerade die neue, heiße Scheiße produziert, auf die die Leute abfahren werden. So passiert es, dass in manchen Jahren zwei sehr ähnliche Filme in die Kinos kommen. Das war letztes Jahr so, als jemand mit der Idee “Freunde haben auf einmal Sex” (No Strings Attached, Friends with Benefits) ankam, 1998 war es ein Asteroid, der die Erde zerstören soll (Deep Impact, Armageddon), und im Jahr 2000 war es der Mars, der kolonialisiert werden will (Mission to Mars, Red Planet).
Seither war aber niemand mehr auf dem Mars. Der Grund: Geld. 2000 bombten nicht nur zwei Filme am weltweiten Box Office auf spektakuläre Art und Weise, sondern auch der Mars selbst. Erst 2011 traute sich Disney mit seinem Animationsfilm ‘Mars needs Moms’ wieder an den roten Planeten und erlebte einen der schlimmsten Flops der Filmgeschichte.
Kein Wunder also, dass Disney, die auch Andrew Stantons Adaption von Edgar Rice Burroughs’ Buchreihe um John Carter produzierten, den eigentlich geplanten Titelzusatz “of Mars” schnellstens strichen. Sogar Poster waren schon im Umlauf, die alle das überaus nette JCM Logo zeigten. Aber für John Carter hieß es Kommando zurück. In Interviews gaben zwar Regisseur Stanton und die Schauspieler mehrfach an, dass der Titel geändert wurde, weil der Charakter John Carter sich seinen Titel erst im Laufe des Filmes verdienen muss, aber wir wissen alle, dass das wohl marketingtechnisch nur klug eingerenkt wurde und eigentlich gelogen ist. So sinnvoll und, wenn man den Film gesehen hat, einleuchtend diese Erklärung auch sein mag, waren es am Ende wohl eher doch die Disney Executives, die einen weiteren Flop vermeiden wollten.
Die Angst war wohl berechtigt, denn jetzt haben wir den Salat. Andrew Stantons, zweimaliger Oscar-Gewinner für ‘Wall-E’ und ‘Findet Nemo’, erster Live-Action-Film fährt gerade einmal 30 Millionen US-Dollar (in den USA, weitere 70 Millionen weltweit) an seinem ersten Wochenende ein – das ist weniger als ein Zehntel seines angeblichen Budgets von bis zu 350 Millionen! Das ist eine verdammte Schande, denn der endgültige Film ist eine wunderbare Hommage an klassische Sci-Fi-Abenteuer. Der Film ist abenteuerlich, reich an Mythologie, schön geschossen und schlicht und einfach unterhaltend von Anfang bis Ende. Woran liegt es also, dass John Carter so schrecklich floppen konnte? Ich kann es euch sagen: Disney.
Selbst Edgar Rice Burroughs wusste, dass man mit einem Durchschnittsnamen wie Horst, Heinz oder John Carter keinen Blumentopf verkaufen kann und hat lediglich ein Buch, das letzte von elf, nach seinem Helden benannt. Der Rest ist spektakulär benannt und trägt jeweils stets den Titelzusatz “of Mars” – Kinokassengift in Disneys Buch. Also heißt der gute Film nun schlicht wie sein Titelheld. Aus Angst, Fans des Originals zu verärgern, würde man es in etwas komplett Neues ändern? Aus Angst, dass “A Princess of Mars” bei der wichtigen Demographie der männlichen Jugendlichen nicht ankommt? Des Versuches wegen, den Charakter zu einer mythischen Figur zu erheben? Ich kann es mir nicht erklären. Ich weiß nur, dass John Carter – sofern man den Film nicht gesehen hat, nichts darüber weiß und das Plakat einfach so sieht – langweilig ist. Und das ist nie gut. Niemand hätte einen Film namens Jake Sully sehen wollen.
Aber nicht nur beim Namen hat Disney das Kind fallen gelassen, sondern vor allem beim Marketing. Wenn man soviele Millionen, fast ein Drittel des Gesamtbudgets, für die Vermarktung eines Films ausgibt, dann sollte man sich auch Gedanken darüber machen, was man da an jede Hauswand, Bushaltestelle, LCD-Screen oder Litfasssäule klebt. Schon beim ersten Trailer hat Disney es völlig verpasst den Charakter und seine Geschichte gebührend und einfach einzuführen. John Carter ist ein klassischer Filmprotagonist. Er ist der Opa von Luke Skywalker, Peter Parker oder sogar Jake Sully aus Avatar. Deren Geschichte ist nämlich fast identisch. Ein Typ, der gerade am Tiefpunkt seines Lebens ist, kommt auf eine fremde Welt, auf der übernatürliche Kräfte hat und sich den Ureinwohnern anschließt. Screenwriting 101. Schaut euch mal den Avatar-Teaser an, der das fast ohne Dialog schafft zu erzählen, und vergleicht das mit dem ersten John Carter Trailer.
Es spielt leider keine Rolle, ob jetzt massenweise Artikel geschrieben werden, dass es ohne JC kein Star Wars, Star Trek oder Avatar gäbe, wenn der eigentliche Trailer und das Marketing es verpassen bzw. nicht schaffen, dies dem Publikum klarzumachen.
Es ist bezeichnend, wenn ein aus Clips und Trailern zusammengeschnittener Fan-Trailer mehr Sinn macht und die Geschichte dem Zuschauer besser näher bringt, als das offizielle Material. Nicht ohne Grund wurde der Trailer von Stanton und Anderen retweetet.
All das würde mich eigentlich nicht stören, denn schlechtes Marketing hindert mich nicht daran, einen Film zu sehen, für den ich mich interessiere. Es hindert mich auch nicht daran, den Film überaus toll zu finden, was ich tue. Es hindert mich aber daran, mehr von Barsoom und John Carter zu kriegen, denn die Chancen auf ein Sequel, dem mit dieser klassischen Origin-Story eine perfekte Basis gelegt wurde, sinken gegen Null.
Stanton hat mich dazu gebracht in diese Welt und den Charakter, so stumpf und schroff er zu Beginn daher kommt, zu investieren. Und daher will ich mehr sehen. Es ärgert mich einfach, wenn es weder dem Cast oder der Crew, sondern dem verfehlten Marketing eines Studios und dem dadurch verbundenen Zuschauerschwund geschuldet ist, dass das nicht passieren wird.
Zu alledem kommt noch jetzt noch der Todesschuss von Disney, denn man hat via Presse verkünden lassen, dass der Film wohl 200 Millionen miese machen wird. Das, bei einem Film, der noch in den Kinos läuft, so öffentlich zu tun, ist eine Beleidigung, es grenzt an eine Ohrfeige, für Stanton und jeden Beteiligten. Da sind nicht einmal Spielzeug, Merchandise, TV- und Home-Video-Verkäufe mit drin einberechnet – diese Zahl dann so zu veröffentlichen ist eine bodenlose Frechheit. Ironischerweise ist Disney selbst schuld und sie merken es nicht einmal. Die Dinge werden wohl so weitergehen. Gute Poster, wie das obige, werden wir wohl weiterhin von indie-Künstler via Mondo kaufen müssen und gute Filme werden trotzdem im Kino laufen.
Es passiert sehr selten, dass mir etwas entgeht, besonders, wenn ich mich so für etwas interessiere. Ich muss aber gestehen, dass mir der internationale Trailer für Prometheus entgangen ist. Oops! Aber bei all der Masse an Trailern, Virals, IMAX Clips und Previews darf auch mir mal sowas passieren. Außerdem ist es mal ganz nett, einen gewissen Abstand zwischen dem Marketingzeug zu haben, sonst wird man schnell satt.
Aber eben satt sehen kann ich mich bei dem UK/International Trailer gar nicht. Ich wünschte mir, dies wäre der eigentliche Trailer für alle Regionen, denn der amerikanische spoilert mir zu viel. Außerdem ist der Fokus auf die Science-Fiction und die Geschichte gelegt worden, und weniger auf die Action wie im anderen. Aus dem dritten Akt ist absolut gar nichts zu sehen und das Chaos und die Aliens sind lediglich via Voice-Over angedeutet. Wenn ihr also einen Trailer euren Freunden zeigen wollt, dann nehmt diesen. Wer den Film nach dem hier nicht gucken will, ist ohnehin nicht würdig.
via Nils