Fast amüsant, dass ich mich jetzt eine Verteidigungshaltung gedrängt sehe, obwohl ich selbst schon ab Staffel 1 nie überschwänglich positiv über die Serie dachte. Aber: Die fünfte und finale Stranger Things Staffel erscheint ab November in drei Teilen und teaset hier einen gebührend großen Abschluss an.
Bekannte Elemente, neue Schauspieler, eine Abrechnung mit Vecna und damit insgesamt ein guter Abschluss? Abwarten, aber dennoch finde ich diesen Zynismus auf Social Media hinsichtlich der Produktion und die offene Ignoranz bezüglich der Produktionsgeschichte sowie Pandemiebedingungen extrem nervig. Vielleicht will das nochmal jemand wiederholen?
Der Hinweis, dass es in zehn Jahren nur zu knapp 34 Episoden langte, während eine Staffellänge von bis zu 24 Folgen früher nicht unüblich war, ist inzwischen zum nervigen Meme mutiert. Ja, klar, das ging früher und geht heute noch leicht bei Sitcoms und das klappte zu Beginn auch dann bei größeren Produktionen wie 24 und LOST , aber machen wir uns doch nichts vor. Das war schon oft recht glanzlos, noch erinnern sich selbst LOST-Ultras gerne an Nikki und Paulo oder die Flashback-Folge, in der Jack sein Tattoo bekam.
Sicherlich können die langen Pausen inzwischen verblüffen – ich zum Beispiel extrem gespannt, wie das bei HBOs Serienadaption von Harry Potter gelingen soll – und letztlich auch nerven. Doch eine längere Pause zwischen Staffeln kann auch Gutes zu Tage fördern. Die letzte Staffel von The Leftovers profitierte davon durchaus. Auch Breaking Bad teilte seinen Abschluss lieber mal auf, ähnlich war es bei der ungeplant langen Pause bei Better Call Saul nach Bob Odenkirks Herzinfarkt. The Last Of Us hätte besser mal noch ein Jahr warten können, bis Bella Ramsey mehr der erwachsenen Ellie in Part II ähnelt.
Ja, die Schauspieler sehen älter aus, aber ist das ein Wunder? Und wichtiger: Ist es ein Problem? Natürlich nicht, denn junge Erwachsene in Teenagerrollen sind schließlich ein Horror-Staple und dazu sehen manche Schüler*innen eben auch schon mal älter aus. Ich finde, das passt. Viel spannender ist die Frage, was die Duffer-Brüder mit ihren schier endlosen Mitteln bei diesem Prestige-Projekt am Ende generieren. Und da gibt der Trailer schon Anlass zur Vorfreude.
01 Jul, 2025 · Sascha · Fernsehen · 0 comments
BIG FUCKING DEAL! Willaim Gibsons Neuromancer wird 40 Jahre nach der Veröffentlichung als Serie adaptiert – von Apple, deren Science-Fiction-Repertoire sich wahrlich sehen lassen kann und mit Foundation ebenfalls eine Adaption geroppt hat, die lange als unfilmbar galt. Mit Graham Roland (LOST, Fringe, Dark Winds, Almost Human) wird das auch ein Showrunner umsetzen, dem man dieses Erbe anvertrauen kann. Mit Callum Turner als Case und Mark Strong als Armitage auch mega stimmiges Casting.
21 Jun, 2025 · Sascha · Fernsehen · 0 comments
Wie man in unseren Andor-PewCasts in Zitaten und Referenzen hören kann, habe ich mir die Serie natürlich in der Originalversion reingezogen und bin nun endlos enttäuscht von der deutschen Synchronisation, wäre eine markante Betonung dieser eigentümlich technokratischen Space-Nazi-Idiomatik der Vorlage doch irgendwie nahelegend gewesen.
Stranger Things kehrt zum letzten Mal zurück: Die fünfte Staffel beginnt ihre Ausstrahlung, die in drei Batzen erfolgt, an Thanksgiving und wird dann am ersten Weihnachts- sowie Neujahrstag die Geschichte von Hawkins beenden. Im Internet war kam diese erfreuliche Nachricht jedoch nicht gut an. Der Ankündigungsteaser wurde mit viel Zynismus und offen zur Schau gestelltem Hass aufgenommen.
Die negative Reaktion auf diesen Teaser war überraschend und unverständlich. Einerseits weil die lästige Pali-Bubble den jüdischen Schauspieler Noah Schnapp (Will Byers) mit antisemitischen Hass-Kommentaren für seine Kritik an der Terrororganisation Hamas und für seine Unterstützung Israels überschwemmt und zum Boykott der Serie aufruft. Andererseits weil die Produktionszeit der Serie immer länger wurde.
Und ja, während zwischen der ersten und der zweiten Staffel nur ein Jahr lag, dauerte es bis zur dritten schon knapp zwei Jahre. Auch bis zur vierten Staffel vergingen wiederum zwei Jahre und nun erscheint die fünfte und letzte Staffel mehr als drei ganze Jahre später. Vergessen – ich vermute, dass inzwischen eher bewusst unterschlagen passen würde – wird dabei aber sowohl die Corona-Pandemie als auch der Writers’ Strike sowie auch die Folgen für die Filmproduktion der Pandemie selbst.
Natürlich wird auch vergessen, dass die Showrunner, die Gebrüder Matt und Ross, die kreative Entscheidung fassten, die Serie immer bombastischer aufzublasen. Davon war ich kein Fan, wie ich im PewCast zur vierten Staffel kritisierte. Aber als das Steckenpferd von Netflix, das letzte Prestige-Projekt des einstmaligen Streaming-Novums, blieb es dennoch im Unterschied zu vielen anderen Produktionen unangetastet. Kann man machen, warum nicht? Ein klarere Abgrenzung zwischen den Folgen war sowieso nicht mehr zu erkennen; die ganze Staffel schaut sich wie ein langer Film.
Last but not least mussten einige klarstellen, dass sie an den wichtigen Familienevents sicherlich nicht vor dem Fernseher sitzen würden und somit Netflix sowohl strategisch eine dumme Entscheidung getroffen hätte und gleichermaßen unnötigerweise Spoiler riskiert. Oookay? Cool für euch. Ich würde behaupten, dass Netflix seine Zahlen besser kennt und daher sich schon bei der Entscheidung etwas dachte.
Vielleicht sei an dieser Stelle noch einmal erwähnt, dass Spoiler per se nicht schlimm sind, auch wenn ich sie persönlich auch gerne umschiffe. Und ich bin mir schon sicher, dass es einige Leute geben wird, die das sich wohlgenährt, mit rundem Bauch oder nach Silvester mit Kater gerne reinziehen bzw. berieseln lassen werden.
Stranger Things ist eine Serie, die ich von Anfang an kritisch begleitete und alle Staffeln hier in Podcasts besprochen habe. Schon schnell nach den ersten Folgen war ich kein Fan, weshalb ich die Debatte relativ emotionslos betrachte.
Ich finde es nur ziemlich interessant (auch nervig), wie so ein Kulturevent – eigentlich ja nicht mal das, sondern nur die Ankündigung dessen – auf Social Media nur noch als Anlass zur Selbstdarstellung und vorgespielten Betroffenheit dient, statt sich über die eigentlich Serie zu unterhalten. Speaking of: Der Teaser sieht cool aus und ich freue mich auf die Auflösung dieses krassen Cliffhangers!
11 Jun, 2025 · Sascha · Fernsehen,Toys · 0 comments
Andor ist der größte Hit für Star Wars seit Jahren und dennoch mangelt es an Merchandise an allen Ecken. Ja, es gibt Actionfiguren und hier und da ein paar nette Sachen, aber insgesamt bleibt das alles hinter dem Machbaren und besonders den Erwartungen zurück. Nirgends wird das deutlicher bei den LEGO-Sets, wo die Lizenzkooperation mit dem dänischen Klemmbausteinhersteller je nur ein Set pro Staffel ausspuckte. Kein Narkina 5 Playset, keine Fondor Haulcraft, kein TIE Avenger. Buh!
Cassian Andor, Luthen Rael, Syril Karn, Dedra Meero, K2SO sowie zwei unbenannter ISB-Agent sind die glücklichen Charaktere, die eine LEGO-Minifigur in den zwei Sets erhalten haben. Der Rest ging bisher leer aus. Der YouTuber Boderson Bricks ist spezialisiert auf Minifiguren und korrigiert dieses Unrecht. Er erstellt nicht nur für alle Charaktere eine Figur, sondern präsentiert zum Nachbauen auch, woher jedes einzelne Teil stammt.
Das macht das Mitraten, welche Figur es wird, ziemlich spaßig. Es zeigt aber ebenso auf, dass diese Figuren, sollte man sie sich aus diesen Teilen selbst nachbauen wollen, unfassbare Preise hätten. Ich finde das extrem deprimierend, denn die sind alle so wunderschön. Hier wird auch gezeigt, was mit den Figuren durchaus möglich ist und wie LEGO sonst bei dem Design der Minifiguren in offiziellen Sets spart.
31 May, 2025 · Sascha · Fernsehen · 0 comments
Jedes Mal, wenn ich Nathan Fielders Shows, und besonders The Rehearsal, jemandem anderes versuche zu erklären, scheitere ich irgendwie oder klinge wie ein Verrückter, nur um am Ende noch das Ganze mit einem “Nee, aber echt, das ist sooo gut” retten zu wollen. Und trotzdem: In der zweiten Staffel seiner HBO-Serie widmet er sich Flugzeugabstürzen. In seiner Recherche von Blackbox-Logs fiel ihm auf, dass Co-Piloten häufig das Ruder an sich reißen wollten, um den Absturz zu verhindern, sich dies aber nicht im Krisenmoment trauten. Wer den Moment falsch einschätzt und dem Captain nur dummkommt, kann eventuell bei einer Beschwerde seinen Job oder sogar seine Lizenz verlieren. Es ist ein typischer Moment, den jeder kennt: Sage ich etwas – oder sage ich nichts?! Nur, dass im Falle des Schweigens hunderte Menschen und man selbst sterben wird.
Ein Freund von mir ist selbst Pilot bei einer großen Airline, und als wir vor Jahren an einem schönen Abend mal über die Details im Cockpit sprachen, war auch ich geschockt, dass Captain und Co-Pilot zwar für die gleiche Airline arbeiten, sich aber vor dem Flug in den allermeisten Fällen gar nicht kennen und erst beim Arbeitsantritt miteinander ins Gespräch kommen – wenn überhaupt! Daher empfand ich dieses Problem durchaus als authentisch, und Fielder ging in dieser Staffel aufs Ganze. Er ließ einen Flughafen nachbauen, spielte erfolgreiche Notlandungen wie Sullys Wunder vom Hudson nach und warf einen Blick in das Liebesleben der Piloten.
Das sind nämlich auch nur Menschen. Wie Nathan, der dann in der finalen Folge erst preisgab, dass er Flugstunden nahm und seine Fluglizenz erworben hatte. Diese meisterhafte Stunde Fernsehen endete dann tatsächlich mit dem Live-Versuch: Fielder flog eine echte 737 mit Schauspielern über die Mojave-Wüste für zwei Stunden und versuchte zu schauen, ob sein Co-Pilot seinem schummrigen Bauchgefühl glaubt und aufspricht. All das ist eine extrem knappe Zusammenfassung, die diesen Geniestreich aufs Wesentliche reduziert. Ein Meisterwerk, keine Frage. Dieser echte Zaubertrick brachte die Aufmerksamkeit des Mainstreams auf ihn: Bei CNN erzählt er einem zusehends genervten Wolf Blitzer, dass die Airlines dumm sind, wenn sie seine Methoden hinterfragen. Essential Viewing! Quasi Folge 7 der Serie, genial.

Die Rebellion ist überall – und das ist das Werk von Luthen Rael. Sein stiller Sieg bereitet den Weg für das große Andor-Finale, in dem der Todesstern und die Verbindung zu Rogue One in den Mittelpunkt rücken.
Die Folgen 10 bis 12 der zweiten Staffel müssen sich im Vergleich zu den großen Ereignissen in dem letzten Handlungsbogen gar nicht verstecken. In Kammerspielen fokussiert sich die Serie nochmal auf das Wesentliche und lässt ihre Schauspieler*innen scheinen. Alte Gegenspieler begegnen sich ein letztes Mal. Schicksale finden ihre Vollendung.
Tony Gilroy gelingt mit dieser Staffel die perfekte Landung. Star Wars findet einen neuen Höhepunkt. Und wir sprechen im neuen PewCast natürlich ausführlich darüber.
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Shownotes:
Episodenbesprechung ab Minute 26
Bildquellen: © Lucasfilm / The Walt Disney Company Germany
Moviepilot: Matthias’ Kritik zu Staffel 2
PewCast 119: Andor – 5 BBY: Ferrix
PewCast 120: Andor – 5 BBY: Aldhani
PewCast 121: Andor – 5 BBY: Niamos
PewCast 122: Andor – 5 BBY: Narkina 5
PewCast 123: Andor – 5 BBY: Rix Road
PewCast 164: Andor – 4 BBY
PewCast 165: Andor – 3 BBY
PewCast 166: Andor – 2 BBY
Wowcast 86: Rogue One – A Star Wars Story
Longtake 72: Star Wars: Rogue One
PodGast: Antenne Alderaan – Folge 114 – Andor: Staffel 2 Episode 10-12 Review
DMAX Doku: TYDIRIUM – Faszination Star Wars – Ein Fanfilm Projekt
PaleyLive: An Evening with Stephen Colbert and Tony Gilroy: Andor Season Two
HappySadConfused: Tony Gilroy talks Andor
Hier die Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:
MP3: pewcast167.mp3 (131 MB)
Soundcloud: PewCast 167: Andor – 1 BBY
iTunes: PewCast
Spotify: PewCast
Podcast-Feed: https://feeds.feedburner.com/pewcast
24 May, 2025 · Sascha · Fernsehen,Film,Musik · 0 comments
Unfassbar geil, wie gut das funktioniert. Das “wahre” Finale von Andor.
Maarva would have been proud of you, Kassa.