Fernsehen - PewPewPew

Ja, ihr habt’s auch alle gesehen: Jim Carrey läuft durch das Overlook Hotel. Haha, der hässliche Steve Buscemi als die wunderschöne Jennifer Lawrence. LOL! Und klar, Bruce Lee als Neon in The Matrix. Die viralen Deep Fake Clips der letzten Wochen waren sicherlich beeindruckend, auch wenn einige deutlich besser funktionieren als andere, aber schlussendlich bleibt es eben nur ein A als B in C. Langweilig! Was jedoch bei diesem neuen Clip beeindruckend ist, dass man mit der Technologie endlich etwas Sinnvolles machen und Kunst auf eine höhere Ebene heben kann.

Bill Hader ist zweifellos einer der besten Imitatoren und Comedians der letzten Jahrzehnte, ein unglaublich energetischer Mann, aus dem mehrere Personen fast schon gleichzeitig heraussprudeln können. Hier erzählt Hader was von Tom Cruise als Tom Cruise und die Übergänge sind so flüssig und spooky, dass sie diesem Jahre alten Clip von Letterman tatsächlich neues Leben einhauchen. Wahrscheinlich beeindruckend und es bleibt nicht bei Tom Cruise! Als Hader plötzlich noch eine dritte Person einbaut und der Deep Fake das einfach mitmacht, war ich schon etwas baff.

Es steht derzeit schlecht um mein Lieblingsfranchise in Sachen Zombies. Ja, nach zehn Jahren scheint der Hypetrain um The Walking Dead gestoppt zu haben. Der Comic endete zwar großartig (dazu bald mehr Gedanken in längerer Form), aber die beiden Serien sind angekratzt und das erfolgreiche Telltale-Spiel endete in einer Enttäuschung – wobei man ja sogar dankbar sein muss, dass es überhaupt endete.

Die Mutterserie hat sich unter der neuen Showrunner Angela Kang erholt und feierte in der neunten Staffel nach dem katastrophal schlechten All Out War Arc eine Rückkehr zur Mittelmäßigkeit mit netten Akzenten, doch ohne Carl und Rick fehlt der Serie der Herzschlag, der den Comic bis zum Ende mit Leidenschaft füllte.

Das Spinoff veröffentlichte in den letzten Wochen eine kreative Bankrotterklärung nach der anderen.

Dabei sollte Fear The Walking Dead doch anders werden, eine andere Seite der Apokalypse zeigen und eine eigene Geschichte erzählen. Dies tat die Serie auch über drei Staffeln, zuletzt sogar sehr erfolgreich, bis zur feindlichen Übernahme durch Walking Dead Überlord Scott M. Gimple, dessen neu einberufene Showrunner die Serie umwälzten, die Hauptfiguren töteten und nun Dwight und Morgan aus der Hauptserie  importierten. Die Serie ist derzeit kaum zu retten.

Vielleicht braucht es jetzt etwas ganz Neues. Und vielleicht kann die lang angekündigte zweite Spin-off-Serie mit dem Arbeitstitel “Monument” etwas bewegen. (Comic-Leser haben hier vielleicht ein ganz besonderes Monument, möglicherweise sogar eine Statue vor Augen…)

Der Teaser verspricht uns ein von Jordan Vogt-Roberts inszeniertes Lord of the Flies im Walking Dead-Universum mit einem jungen Cast an unbekannten Schauspielern (Nicolas Cantu, Aliyah Royale, Hal Cumpston und Alexa Mansour).

“The untitled third series will focus on the first generation to come of age in the apocalypse as we know it. Some will become heroes. Some will become villains. In the end, all of them will be changed forever. Grown-up and cemented in their identities, both good and bad.”

Die Kids sprechen im Trailer von Sicherheit und Geborgenheit, die sie auf einer Reise ins Unbekannte hinter sich lassen. Ich spekuliere hier basierend auf dem Comic-Ende, Spoiler folgen also: Vielleicht springt diese Serie in die weite Zukunft und schließt an das Ende des Comics an. Der Commonwealth hat sich im Osten der USA ausgebreitet und ist kurz davor, mit dem Westen zu fusionieren. Nordamerika ist also gerettet und zum größten Teil von Walkern befreitet. Normalität ist wieder eingekehrt.

Die Gruppe an Kids scheint jedoch dieses Gebiet zu verlassen, reist womöglich in noch nicht gesicherte Gebiete und begegnet dort lange vergessenen Orten, die von der Natur wieder zurückerobert wurden. Das hat definitiv Potenzial und sieht vor allem in den Konzeptzeichnungen anders, vor allem eben bunter aus.

Teenies haben es schwer und sind selten gut repräsentiert in Geschichten. Oft werden sie von 30-jährigen Schauspielern gespielt und sollen nur nerven. Diese Kids sind jedoch in der Apokalypse aufgewachsen und dürften sich mit den Gefahren auskennen. Das macht es schon interessanter. Euphoria beweist gerade, dass es auch anders geht. Doch schon im Trailer sprechen die Kinder in den typischen philiosphisch angehauchten Erklärmonologen, die die anderen Serien seit Staffeln plagen. Klar, es geht nur um die Vorstellung der Prämisse, aber ein sehr guter First Look ist das nicht.

Ich habe die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass aus dem Stoff auf dem kleinen Bildschirm noch was rauszuholen ist. Ansonsten müssen es dann die Rick Grimes Filme retten.

Sonntags ging früher nichts. Vielleicht Kirche, vielleicht Formel 1, vielleicht ein Sparziergang oder ein Fahrradaussflug, vielleicht morgens ein B-Jugend-Spiel, später Hausaufgaben – aber spätestens ab 15 oder 16 Uhr ging es los auf RTL II. Meine Helden: Steve Irwin und Jonathan Frakes.

Während Steve Irwin selbst nach seinem Tod nie aus der Popkultur verschwand, gab es bis vor kurzer Zeit wenig Nostalgie für den Kulthit X-Factor: Das Unfassbare. Doch seit ein paar Wochen sehe ich ständig neue Clips und es entsteht unter Millenials ein völlig neues Bewusstsein: Hey, das haben wir alle gesehen und finden es heute noch super geil. Vielleicht liegt es an dem viralen Clip von vor ein paar Monaten, aber ich seh den Reiz heute eher in dem Rückblick auf eine harmlosere Zeit, in der man so einen Quatsch drehen und, wenn auch mit einem Augenzwinkern, ernsthaft ausstrahlen konnte. Ohnehin hat die Serie 100%ig ein ganzes YouTube-Genre definiert und ist der Vorläufer von Creepypasta.

Neil Cicierega kennt ihr, auch wenn euch der Name nichts sagt. Der Typ ist verantwortlich für eine Menge viraler Videos und am besten für die singenden Harry Potter Puppen aus YouTubes Kindertagen bekannt. Offensichtliches Talent für Onlinevideo ist also vorhanden. Mit seiner Crew hat er die Show und Frakes’ Eigenarten so perfekt und lustig auf den Punkt gebracht, dass ich glatt sagen muss: Das beste Parodie-Video seit mindestens ein paar Jahren.

Wen’s interessiert, hier ein 40-minütiges Making Of der ulkigen Szenarien. (weiterlesen…)

Halbzeit bei Fear The Walking Dead! Nach acht Folgen ist die fünfte Staffel wieder genau dort angelangt, wo die Serie letztes Jahr aufgehört hat und niemand ist schlauer. Das ist eine Bankrotterklärung.

Die fünfte Staffel von Fear the Walking Dead, das können wir nun nach acht Folgen zweifelsfrei sagen, eine scheinheilige Moralpredigt und erzählerische Bankrotterklärung der Autoren.

Wie es dazu kam? Ein kurzer Rückblick: Morgan (Lennie James) verlässt seine Heimat und wird der neue Protagonist der Serie, die daraufhin nicht nur ihre besten Figuren Madison (Kim Dickens) und Nick (Frank Dillane) tötet, sondern auch die Kernidee verwirft, die die Serie seit drei Staffeln bearbeitet: Die Überlebenden sind in Wahrheit die Walking Dead, vor denen es sich zu fürchten gilt. Deshalb ja auch Fear the Walking Dead.

Madisons langsamer Fall zur ruchlosen Mörderin und der einhergehende Bruch mit ihrer Familie wurden mit Morgans Gutmenschentum und Hilfsmission ausgetauscht. Das Ergebnis war vielleicht moralisch löblich, aus erzählerischer Perspektive jedoch weitaus weniger spannend. (weiterlesen…)

Für meine Kritik am unreflektierten Umgang mit der Nostalgie-Überwältigung in Stranger Things habe ich in der Vergangenheit viel Lack gekriegt. Nun gefällt mir die dritte Staffel deutlich besser einer gefühlten Mehrheit im Netz. Woran liegt das? Mit Rajko Burchardt habe ich das und noch mehr hinterfragt.

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Shownotes:
Alle Bildquellen © Netflix
Wowcast 70: Stranger Things Staffel 1
Wowcast 99: Stranger Things Staffel 2
Calpurnia – Full Performance (Live on KEXP)
Vaporwave: Genre Redefined

Play

Hier die Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:
MP3: pewcast037.mp3 (49 MB)
Soundcloud: PewCast 037: Stranger Things Staffel 3
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AMC

Lange passierte nichts in Fear The Walking Dead, nun überschlagen sich die Ereignisse und die Wolken am Himmel lassen nichts Gutes erahnen.

Fear the Walking Dead verschwendet in dieser Woche keine Zeit. Der Cliffhanger der letzten Woche wird nämlich in der 7. Folge der 5. Staffel (Still Standing bzw. Boden unter den Füßen) direkt aufgelöst. Nach einer Notlandung müssen Charlie und Strand (Colman Domingo) sich radioaktiv verstrahlten Zombies stellen und gleichzeitig die wichtigen Flugzeugpropeller retten.

Das ist aber noch nicht alles!

Gleichzeitig versuchen Alicia (Alycia Debnam-Carey) und Morgan (Lennie James) die Welt zu retten: Madison (Kim Dickens) Tochter kümmert sich um die Kinder des Waldes, während Morgan die Kernschmelze im Atomkraftwerk aufhalten möchte. Währenddessen hilft John Dwight weiterhin bei der Suche nach dessen Frau Shelly und Luciana stellt ein Leck im Tank des Flugzeuges fest, weshalb June und Althea (Maggie Grace) nochmal auf den Berg klettern, um Kerosin zu stibitzen.

Puh. Ganz schön viel los! (weiterlesen…)


AMC

Kurze Lichtblicke werden wohl in dieser Staffelhälfte alles sein, was die Fans von Fear The Walking Dead erwarten dürfen. Die 6. Folge der 5. Staffel erreicht einen neuen Tiefpunkt.

Zwei Folgen vor dem Midseasonfinale hat Fear the Walking Dead keinen klaren Bösewicht, keine Gegenspieler, keine in sich konsistenten Charakterentwicklungen, keine moralisch komplexen Szenarien und auch sonst nur ansatzweise interessante und vor allem glaubhafte Konflikte geschaffen, die eine Handvoll Episoden mit einem roten Faden verbinden können.

Bisher ist niemand gestorben. In einer Zombie-Serie. Selbst Luciana lebt noch.

Zwei Folgen vor dem Finale ist klar: Die Showrunner Ian Goldberg and Andrew Chambliss müssen ihre Posten räumen. AMC war bereits in der Vergangenheit nie zimperlich im Umgang mit den kreativen Gestaltern von The Walking Dead-Serien. Nun ist es wieder so weit. Es ist höchste Zeit für frisches Blut. (weiterlesen…)

Danny McBride und Jody Hill melden sich mit ihrer dritten HBO-Zusammenarbeit zurück. The Righteous Gemstomes erzählt von einer weltweit bekannten Familie an Televangelisten, also Scharlatanen, und neben McBride werden John Goodman, Adam Devine, Walton Goggins und Edi Patterson das Bild abrunden. Basierend auf dem Trailer lässt sich schon sagen, dass sich tonal auch in dieser Serie nicht viel ändern wird. McBride und Hill haben ihr Steckenpferd gefunden und nach Eastbound & Down sowie Vice Principals würde ich den beiden Comedy-Göttern überall hinfolgen.

Dass sich das kreative Team (wiederum ergänzt durch Regisseur David Gordon Green) mit diesen Menschen fantastische Opfer für ihre Art von Comedy gewählt haben, sah man sehr gut an dem Interview mit Pfarrer Kenneth Copeland, das vor einigen Wochen viral ging. Copeland ist übrigens der Typ, der lieber mit seinem Privatjet zu Auftritten zur Messe fliegt, weil er dort besser – in Abwesenheit der sündhaften Seelen der Normalsterblichen – zu Gott beten kann. Wie gesagt, das passt wie Arsch auf Eimer. The Righteous Gemstones startet am 18. August auf HBO.