Fernsehen - PewPewPew

Ich bin so unfassbar froh, dass bald House of the Dragon erscheint. Nicht nur, weil ich mich aufrichtig auf den Tanz der Drachen freue, sondern damit sich endlich diese elendige Diskussion um das Ende von Game of Thrones vielleicht auflöst oder zumindest leiser wird. Selbst ich rede schon seit Jahren nicht mehr über die Sequels. Get a grip, guys!

Davon abgesehen gibt es aber auch keinen Grund zum Nörgeln. HBO weiß um die Popularität von Game of Thrones und die potenziellen Gewinnmaximierungen durch Spin-offs – sofern diese Erfolg haben. Bei der Auswahl der Pitches und teilweise abgedrehten Piloten war man scheinbar mehr als wählerisch. Den Blood Moon Piloten darf scheinbar nicht einmal George R.R. Martin sehen, so schlecht muss er sein (wobei das nichts zu heißen hat, auch der originale GoT-Pilot war offenkundig von Problemen geplagt). Die Geschichte um den Untergang der Targaryens ist daher aus unterschiedlichsten Gründen so safe wie möglich, bietet aber gleichzeitig natürlich massive Möglichkeiten für noch bombastischere Bilder als in der Mutterserie.

Zusätzlich sichert man sich über Miguel Sapochnik als Showrunner ab, der nach seinem unterhaltsamen Filmversuch mit Finch nun wieder bei altvertrauten Geschichten und Crews landet. Dazu ist das Ende bereits bekannt, es droht also kein großer Aufschrei. Innerhalb dieser Grenzen kann durchaus große Freiheit gefunden werden und das ist durchaus auch erfreulich, sind einige der ikonischsten Szenen und Dialoge (z.B. “Chaos is a ladder”) doch Eigenschöpfungen der Serienautoren. Drei bis vier Staffeln soll es geben. Bereits ab der ersten wird es dieses Mal mit großem Vertrauensvorschuss und riesigem Budget neben Intrigen auch an visuellen Häppchen nicht mangeln. Für mich klingt das, inklusive der netten Schauspielerriege, voll und ganz überzeugend. Das wird ein Fest!

Einen offiziellen Podcast werden sie auch wieder machen. Ich übrigens auch. :)

Darf man als Comic-Fan zugeben, dass man The Sandman nicht gelesen hat oder verliert man sofort jeglichen street cred? Natürlich gab es etliche Situationen und Möglichkeiten, aber irgendwie haben mich Thema und Gaiman, mit dem ich irgendwie nicht so viel anfangen kann als Person, nie wirklich genug packen können, um dann beherzt zuzugreifen. Dennoch ist mir die Geschichte durchaus vertraut und hätte ich als Fan die Geschichte des Wegs dieser Adaption durch die Produktionshölle hier verfolgt, würden die frühesten Posts zum Beginn des Blogs zurückreichen. Insofern zunächst einmal ein herzliches YAY! für alle Fans, hoffen wir auf eine vernünftige Adaption.

Dass sich Netflix diesem Ding dann am Ende annimmt, scheint angesichts der problematischen Produktion einiger anderer Fanfavorites aus der Vergangenheit auch irgendwie unausweichlich, inklusive dem Meme-Castings wie Patton Oswalt als Matthew the Raven oder Mark Hamill als Mervyn Pumpkinhead. Folgerichtig ist dann auch nur der gehobene Mittelklasse-CGI-Look des Ganzen, der einfach nicht an die visuell gesetzten Standards des Comics rankommt, es aber durchaus löblich versucht. Gaiman selbst scheint happy zu sein mit dem Endprodukt, wie er Vanity Fair in einem Shot-by-Shot Reaction Video mitteilt.

In der erneut maßlos enttäuschenden Obi-Wan Kenobi Fernsehserie gab es gewissenhaft Momente, die auch größte Nörgler packen konnten. Dass das “Rematch of the Century” zwischen Vader und Kenobi am Ende doch relativ befriedigend ablief, nachdem das erste Aufeinandertreffen in jeglichen Belänge kolossal versagte, zählt sicherlich dazu. Und dennoch gab es dort einige Aspekte, die nicht nur mich genervt haben. Die echten Lichtschwerter am Set mögen durchaus mehr Atmosphäre beim Dreh oder in den Gesichtern erzeugen, aber wenn in den leider oft sehr dunklen Szenen alles in der Farbe des Schwerts erhellt wird, kann das nicht Sinn der Sache sein. Ebenso ärgerlich war, dass musikalisch nicht auf John Williams in zentralen Momenten zurückgegriffen wurde – geschweigedenn die Musik von Komponistin Natalie Holt Williams direkt zitierte. Dieses oben eingebundene Video korrigiert einige dieser Fehler und sieht sich insgesamt schon viel besser. Noch besser wäre es natürlich gewesen, hätte man diese Serie nie gedreht.

Wir haben das letztens in unseren Episoden zur finalen Better Call Saul Staffel bereits beschrieben: Alle Figuren sehen signifikant älter aus, als sie eigentlich sind. Stören tut das wohl keinen, sollte es jedenfalls nicht, aber es ist eine nicht zu leugnende Tatsache, der sich auch die Schauspieler bewusst sind. Erst letztens las ich in einem Interview mit Bob Odenkirk, wie sehr er sich darüber freut, wie “gracious” Kritiker und Zuschauer sind in Hinsicht.

Keine Ahnung, ob ich ultimativ via Deepfake eine Verjüngung haben würde, immerhin kommen wir dann in solch komische Andy Serkis Diskussionen, ob die Technologie das Schauspiel verdeckt, etc. Dazu sind die Fakes nie 100% perfekt, kleinste Artefakte bleiben immer übrig. Aber beeindruckend sind diese Videos, die die Figuren age-appropriate machen, durchaus. Keine Ahnung, wo genau ich jetzt mit meinem Urteil lande. Unnötig? Ja, aber durchaus schon nett und der Perfektionist bzw. Komplettist findet das schon ganz nett. Jedenfalls ist es schon erstaunlich, was inzwischen ein Typ mit einem Computer machen kann.

Schon in knapp einer Woche startet die Doku-Serie Light & Magic auf Disney+. Genau, Serie, nicht Film. Diese wird sich mit ILMs Geschichte und Einfluss auf die Filmindustrie beschäftigen. Ich bin gespannt, wie viel neu gedreht wurde und ob sich das lohnt, oder ob es sich nur um neu verpacktes Star Wars BTS-Material handelt, welches das ohnehin großartige Image einer größeren Masse zu verkaufen. Hoffentlich geht man hier etwas mehr in die Tiefe als man das bei so einem Streaming-Angebot befürchten muss.

Paper Girls Trailer

20 Jul, 2022 · Sascha · Comics,Fernsehen · 0 comments

An Paper Girls laufe ich seit Jahren im Comicladen vorbei und ständig sagen mir auch Leute, dass das ja total gut sei. Trotzdem irgendwie nie dazu gekommen, wohl auch durch 80s-Übersättigung und Parallelen zu Stranger Things? Ich werde in die Serienadaption mal reinschauen, auch wenn das gar nicht so gut aussieht. Vielleicht kann Amazon ja aus Vaughans Pechsträhne bei den Adaptionen seiner Werke neue Wege durchbrechen?

Über The Walking Dead habe ich hier seit Anfang des Blogs geschrieben und bald geht die Serie zu Ende. Keine Sorge, da kommt demnächst noch etwas. Robert Kirkmans Comic macht zwei Sachen gut und einzigartig: Jeder ist bereits infiziert und er bricht den ständigen Zyklus aus Zombies-Flucht-Unterkunft-Zank-Zombies, wie er seit jeher Gang und Gäbe ist im Genre. In Staffel 5 bzw. Ausgabe 69 (von 187) des Comics, kommen die Überlebenden um Rick Grimes in der Alexandria Free Zone an, einem abgesteckten Vorteil der Vorstadt in Virginia nahe Washington D.C. Auch dort kommen die Zombis irgendwann rein, doch Rick und Co. machen einen Last Stand – weil besser wird’s nicht mehr. Und sie gewinnen. Alexandria bleibt für den Rest der Serie ein wichtiger Handlungsort in Comic und Serie.

AMC besitzt leider komplett die Rechte an The Walking Dead und muss sich nicht in Kompromissen mit Sony wie z.B. bei Breaking Bad rumschlagen und konnte so die Serie trotz massivstem Erfolg über lange Zeit herunterwirtschaften. Meine Kritik an dieser Entwicklung ist lange dokumentiert. Wo sie aber nicht gespart haben, ist Alexandria selbst. Die haben dafür vor einfach ein paar Straßenzüge in Georgia aufgekauft und dort die Stadt nachgebaut – sehr zum wohl dokumentierten Ärger vieler Nachbarn. Nun ist die Serie abgedreht, der letzte Teil der letzten Staffel flimmert im Spätsommer über die Bildschirme. Und was macht man mit den Häusern? Verkaufen, wahrscheinlich sogar noch mit ordentlich Profit an irgendwelche Superfans der Serie. Genial eigentlich.

BRAVO VINCE
R
A
V
O

V
I
N
C
E