Fernsehen - PewPewPew

Schon jetzt mehr gelacht als in der ganzen vierten Staffel. Nein, ehrlich, dieser Trailer verspricht die Fortsetzung, die wir verdienen. Da Hurwitz und Co. definitiv wissen, dass die fünfte Staffel jetzt liefern muss, habe ich ein wirklich sehr gutes Gefühl. In nur drei Wochen wissen wir schon mehr.

“Goodbye forever.”
“See you tonight.”
“See you tonight.”

Kann man Familie besser auf den Punkt bringen? Ich glaube nicht.

Sollte sich Solo jetzt wider Erwarten als cineastischer Flop herausstellen, bleibt uns immerhin dieses grandiose Marketing für den Film erhalten. Alleine dafür hat sich das ganze Theater um den Film gelohnt: Ron Howards Erzählstimme aus Arrested Development widmet sich Star Wars: A New Hope. Als großer Fan habe ich mich sehr gekringelt. Echt schlau geschrieben und einfach witzig, unbedingt angucken.

Übrigens! Bevor es demnächst mit Arrested Development weitergeht, stellt Netflix die vierte Staffel ab morgen in chronologischer Abfolge online. Vielleicht gebe ich ihr noch einmal eine Chance.


AMC

Fear The Walking Dead verliert in dieser Woche eine wichtige Figur. Damit liegt die Episode im Trend, denn die Serie verliert gerade alles, was sie einmal ausmachte.

Der größte Trumpf des Zombiegenres war stets seine Unberechenbarkeit. Mit dem Wegfall jeglicher Sicherheiten und Strukturen des modernen Lebens wie in Fear the Walking Dead rückt das gefährliche Grenzland wieder in die Wohnzimmer der Figuren und Zuschauer. Niemand in den Erzählungen des Genres ist sicher, prinzipiell kann man jederzeit sterben. Die eigene Sterblichkeit verkörpert durch fleischfressende, niemals endende Horden an Zombies. So soll es sein, so wünschen es sich Fans des kompromisslosen Ansatzes, in der Hoffnung, eine Art Realismus in dem übernatürlichen Setting zu verorten. Interessante Ansätze spielen mit der Unberechenbarkeit jedoch weiter. Besonders der Großmeister George A. Romero wusste stets sein Genre durch kluge oder manchmal auch weniger kluge Veränderungen zu erneuern und ihm neues Leben einzuhauchen.

Frisches Blut, neues Leben und viele Veränderungen – das war wohl auch der Ansatz für die neue Staffel von Fear the Walking Dead, die unter der Schirmherrschaft von Scott M. Gimple und zwei neuen Showrunnern geradezu vor unseren Augen mutierte. Ein Zeitsprung, neue Figuren, neue Bösewichte, ein toter Hauptcharakter, zwei verschwundene Nebenfiguren, und mit Madison fehlt in dem Crossover-Teil der Erzählung sogar die Hauptfigur der gesamten Serie. Wahrscheinlich ist sie sogar bereits tot. Es ist also nicht falsch, von einem kompletten Reboot der Serie zu sprechen. In Interviews spornt Gimple – durch vermeintlich niedrige Zuschauerquoten motiviert – zum Beispiel bereits zum Einschalten an. Schließlich bräuchte man die vorangegangen drei Staffeln nicht gesehen zu haben, um die neuen Folgen genießen zu können. Man sollte ihm glauben. Denn in gerade einmal drei Episoden gelang es den Visionären, auf Biegen und Brechen eine neue Serie zu konzipieren, die mit dem zuletzt doch erfolgreichen Fear The Walking Dead nicht mehr viel gemein hat.

Game of Thrones als Vorbild

Drei Jahre lang mussten Fans der Buchvorlage schweigen. Im dritten Teil von Das Lied von Eis und Feuer, der Vorlage von Game of Thrones, sterben völlig überraschend mehrere Hauptfiguren in der Mitte ihrer Geschichte. Autor George R.R. Martin stellte die Erwartungen seiner Leser völlig auf den Kopf, die fortan das Geheimnis um diese Tode für Fans der Fernsehadaption bewahren wollten. In Foren bildete sich eine richtige Spoiler-Polizei, die nähere Informationen zur Roten Hochzeit schnell löschte. Auch die Fernsehzuschauer sollten selbst die Unberechenbarkeit dieser Erzählung erleben dürfen und lernen, dass bei dieser Geschichte einiges anders ist.

Im Zombienarrativ ist dies aber Gang und Gäbe. Auch Zombiefilme folgen gewissen Regeln, doch es fehlt sicherlich nicht an überraschenden Momenten und blutigen Wendungen. Die Fear the Walking Dead-Mutterserie The Walking Dead bricht mit diesen Traditionen. Bis auf wenige Ausnahmen (z. B. Glenn) sind sämtliche Tode, angefangen von Gale über Andrea bis Carl, schnell konstruierte Anpassungen an äußere Umstände. Sie sind weder von langer Hand geplant, noch versuchen sie uns in subversiven Momenten die Gefahr dieser Welt tatsächlich näherzubringen. Etliche Figuren in The Walking Dead tragen dazu so genannte Plot Armor. Das Voranschreiten der Handlung erlaubt es ihnen quasi nicht zu sterben, sie werden noch gebraucht. (weiterlesen…)

Keine Überraschung: Lucasfilm kündigt für den Herbst eine neue Animationsführung auf Disney XD namens Resistance an. Die Serie galt als gesichert, da sich Disney etliche Markenrechte für den Titel sicherte. Darunter waren nicht nur die üblichen IT-Sachen, die man für Apps und Handyspiele regelt, sondern Trademarks für T-Shirts, Kaffeetassen, Stifte, etc. Das ganze Programm. Es war schnell klar, dass Resistance ein größeres Ding wird.

Nach dem für mich befriedigenden Ende von Rebels geht es im Herbst schon weiter. Mastermind Dave Filoni lässt seine Fans gar nicht erst zum Atmen kommen. Eine Rückkehr von Ezra, Thrawn, Ahsoka, Sabine, Hera und ihrem Sohn Jacen (Nein, nicht der Jacen) düfte als sicher gelten, Filonis typische Kniffe wohl oder übel auch. Poe Dameron und Captain Phasma sind ebenso wie BB-8 mit an Bord, inklusive den Stimmen ihrer Schauspieler.

Der Animationsstil soll sich turnusgemäß wieder ändern und dieses Mal deutlich einem Anime gleichen. Das erste Teaser-Bild oben sagt mir auf jeden Fall schon mal zu. Große Hoffnungen für flüssigere Figurenanimationen mache ich mir dank des gesenkten Budgets unter Disney nicht. Aber vielleicht wird das kein größeres Problem, denn Luftkämpfe werden im Mittelpunkt stehen und die sahen schon in Rebels immer stylisch aus.

“The idea for Star Wars Resistance came out of my interest in World War II aircraft and fighter pilots” said Filoni. “My grandfather was a pilot and my uncle flew and restored planes, so that’s been a big influence on me. There’s a long history of high-speed racing in Star Wars, and I think we’ve captured that sense of excitement in an anime-inspired style, which is something the entire team has been wanting to do for a long time.”

Also die X-Wing Bücherreihe aus dem Legends-Kanon in Serienform? Live-Action wäre mir lieber, aber die Idee begeistert mich dennoch. Weiterhin klingt die Geschichte eigentlich recht spannend. Es wird sich alles um Kazuda Xiono drehen, ein junger Pilot, der von Leias Widerstand mit der Geheimmission beauftragt wird, erste Informationen über die mögliche Existenz der Ersten Ordnung zu finden. Resistance ist also ein The Force Awakens Prequel und obwohl bestimmt natürlich genügend gekämpft wird, bietet die Serie die große Möglichkeit, endlich mehr Informationen – vor allem mal visualisiert und nicht nur in Büchern – zum Stand der Galaxis ABY 34+ zu geben. Ich freue mich drauf.

Wie alle Big Boy Shows macht Westworld in den Opening Credits der zweiten Staffel auch einiges anders. Die Musik und konzeptionelle Gestaltung bleiben erhalten, aber die Motive sind an die Themen der Staffel angepasst.

Viele kleine Details haben sich geändert. Das Hände des Pianisten bestehen zum Beispiel nicht mehr nur aus dem puren Skelett und auch das Spiel selbst ist flüssiger geworden, die Finger sind weniger statisch. Während im Opening zur ersten Staffel noch der Vergnügungsaspekt für Besucher und die Erbauung der Hosts im Vordergrund stand,dreht sich nun alles um den Verlust der Kontrolle. Wie die Tinte, die dort in die Petrischale gespritzt wird, breitet sich der Virus unaufhaltsam in den Gehirnen der Hosts aus. Gleichzeitig aber gelangen die Hosts in diesem Chaos zu einer höheren Ebene der Existenz. Maeves Abbildung als Mutter mit ihrem Kind symbolisiert daher nicht nur ihre persönliche Motivation, sondern auch die Eigenständigkeit – womöglich auch eine eigenständige Replikation – der Hosts.

Der in den Abgrund springende Bison ist ebenfalls bedeutungsschwanger. Er erinnert nicht nur an die Jagdtechnik der Ureinwohner Amerikas, sondern steht auch im direkten Zusammenhang mit den Ereignissen der ersten Episode. Dort erfahren wir nonchalant von der Existenz anderer Parks auf der scheinbar riesigen Insel, die Delos von den Chinesen erworben hat. Und auch im Intro kann man einen kurzen Blick auf den Fuji erhaschen.

Habt ihr noch mehr erkennen können? Ab damit in die Kommentare.

Hier noch der traditionelle Look Ahead, der meiner Ansicht nach spoilerfrei zu genießen ist. Irgendwelche Cracks werden sich aus den Bildern was zusammenspinnen, aber so als Gesamtimpression dient das Video sehr gut. Einmal schauen und weg damit.

Viel krasser ist dieses kleine Making Of der extrem gespenstigen Host-Drohnen, die rein durch Kostüme und Schauspieler kreiert wurden.


© AMC

Zweiter Schuss, Treffer. Nicht alles ist perfekt, aber der eigentliche Staffelauftakt in der zweiten Folge bringt Fear The Walking Dead wieder halbwegs auf den Weg. Trotzdem stören einige Veränderung sehr.

Aha. Es geht doch noch. Nach dem durchwachsenen Start kann Fear the Walking Dead in der zweiten Folge namens „Another Day in the Diamond“ zur Routine zurückfinden. Trotzdem lassen sich einige Punkte finden, die thematisch und atmosphärisch stören. Das könnte erfrischend oder bereits der Beginn des Untergangs sein.
Wiedersehen macht Freude

Endlich sehen wir wieder unsere bekannten Figuren. Die Clarks, Strand und sogar Luciana haben sich in einem Baseballstadion in Texas niedergelassen. Die sichere Unterkunft bietet Zeit zum Wiederaufbau. Knapp ein Jahr nach dem Start der Zombieapokalypse gibt es wieder so etwas wie einen Alltag. Madison (Kim Dickens) baut kleine Wohnungen in den Rängen, Nick kümmert sich um den Anbau von Gemüse, während der Rest in frisch gewaschenen Kleidern ein ausgewogenes Frühstück genießt. Nach draußen zu den Beißern geht die Gruppe nur, wenn sie muss. Wie zum Beispiel, als ein kleines Mädchen namens Charlie auftaucht. Madison macht sich mit ihren kompetenten Mitstreitern auf den Weg, um Charlies Familie, die etwas außerhalb eines abgesteckten Umkreises vermutet wird, zu finden. Statt der Familie finden sie jedoch eine Überlebende namens Celia und neue Widersacher, die Vultures. Ihr Anführer Mel macht dem Namen alle Ehre. Er will Madisons Lager gar nicht angreifen. Stattdessen spricht er von einem Zyklus, der das neue Leben in der Nachwelt dominiert: Aufbauen, Leben, Tod, Neubeginn. Seine Gruppe wartet und sammelt die Überreste auf.

Das macht die Vultures, für die Charlie übrigens als Spionin arbeitete, durchaus interessant. Dazu ist Melvins Ansatz ein netter Meta-Kommentar auf das postapokalyptische Leben wie es in Kirkmans Universums präsentiert wird. Trotzdem bleibt die Frage, wieso Madisons Gruppe nicht einfach das Feuer eröffnet. Ein gewaltsam ausgetragener Konflikt soll nach Möglichkeit vermieden werden, aber Melvins Truppe macht sich in Schießstand-Entfernung breit und zuvor hat es Madison auch nicht an einer gewissen Skrupellosigkeit gemangelt. Ich plädiere nicht dafür, jeden Gegner direkt umzunieten, doch diese inkonsistente Charakterzeichnung lässt mich verwirrt zurück. An Menschenwürde und einem friedlichen Miteinander war die Matriarchin in vorherigen Staffeln nur wenig interessiert.

Verwirrung dominiert die Serie

Verwirrung dominiert bisher die Erzählung dieser Staffel. Wie hat Madison die anderen Mitglieder ihrer Gruppe wieder finden können? Wie hat Nick die Explosion des Staudamms überlebt? Sind Qaletaqa Walker und Daniel Salazar (Rubén Blades) noch Teil der Serie? Wie fand Luciana wieder zurück in das Ensemble? Es fühlt sich an, als hätte man einige Episoden verschlafen und würde nun wieder einschalten. Keine dieser Geschichten muss notwendigerweise erzählt werden. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass die Autoren interessante Handlungsstränge zurücklassen, nur um Morgan in die Serie einzuführen. (weiterlesen…)


Da Alex dieses Woche eine Pause einlegte, durfte ich die Moderation übernehmen. Meine Herrschaft beginnt.

Uns gibt es auch weiterhin super bequem bei Spotify zu hören.

Shownotes:

01:30 – Ready Player One
22:20 – The Terror
38:46 – Die Freiheit, frei zu sein
51:49 – Empfehlungen

Links zur Sendung:
Carthago
Jack Stauber
Darcie Wilder – Literally Show Me a Healthy Person
Ahmed Saadawi – Frankenstein in Baghdad

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Podigee: 016 – Ready Player One, The Terror, Hannah Arendt
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© AMC

Ein katastrophaler Start in jeder Hinsicht bedeutet noch lange nicht das Ende der Welt, aber die neue kreative Führung macht bereits beim Start der neuen Staffel von Fear The Walking Dead klar, dass die alte Version dieser Serie in ihren Augen wohl zu gut war.

48 Minuten. So lange braucht die Staffelpremiere von Fear the Walking Dead, bevor wir ein bekanntes Gesicht sehen. Es ist Alicia, die, zusammen mit ihrem Bruder Nick und einer neuen Gruppe, Morgan (Lennie James) in einen Hinterhalt lockt. Dieser ist wiederum – für Zuschauer, die die Produktion der Serie nicht genau verfolgen – überraschenderweise der Protagonist dieser ersten Episode. Wir folgen ihm auf seiner Reise von Virginia quer durch die Südstaaten der USA bis nach Texas, wo sich die Clarks und mehrere, neue Figuren zusammenfinden. Zuvor verabschieden ihn die drei Figuren, die ihn seit seiner Rückkehr in die Serie am meisten begleitet haben. Nach Jesus und Carol macht Rick den Abschluss. Er kritisiert die erneute Flucht in die Isolation, schließlich ist Wegrennen keine Lösung, wie Rick eben in dem All Out War mit Negan bewiesen hat. Doch genau das tut Morgan.

Was bei anderen Serien ein verwirrend interessanter Start sein kann (zum Beispiel der radikale Wechsel zu Beginn der 2. Staffel von The Leftovers), scheitert bei Fear the Walking Dead komplett. Dieser Schachzug macht für Zuschauer, die die Mutterserie nicht verfolgen, schlicht keinen Sinn. Sie wissen weder, wer Morgan ist, wovon er wegrennt oder wohin er will. Der neu ernannte Walking-Dead-Überlord Scott Gimple (nun verantwortlich für beide Serien) nimmt als ehemaliger Showrunner wie selbstverständlich an, dass Fans des Spin-offs auch die Mutterserie The Walking Dead verfolgen.

Während bisher beide Serien fantastisch voneinander abgekapselt in ganz eigenen Weisen operiert und funktioniert haben, werden sie nun irreversibel miteinander verknüpft, zum deutlichen Nachteil des Spin-offs. The Walking Dead gibt sich nicht mehr damit zufrieden, die eigenen in die Länge gezogenen Staffeln mit Nebenfiguren zu bevölkern. Nein, stattdessen quellen sie nun auch in andere Serien über. Statt die Verbindung in eine Webisode zu packen, wie bereits häufig geschehen, stehlen die neuen Showrunner Andrew Chambliss und Ian Goldberg ihrer Serie einen ordentlichen Auftakt.

Gimple und sein Autorenteam hatten Morgans Rückkehr von langer Hand mit mehreren kleinen Teaser-Szenen angekündigt. Dass Lennie James den Weg in die Serie zurückfand, war eine erfreuliche Wendung. Immerhin konnte er vor vielen Jahren gemeinsam mit Andrew Lincoln und Frank Darabont ein Gespür für die Atmosphäre dieses Serienuniversums definieren. Doch die Figur Morgan war bis auf seine überraschende Rückkehr nicht weiter interessant, weder im Comic, noch in der Serie. Der im Fandom generierte Hype manifestierte sich nie in der Dramaturgie der Figur. Mit einer Flashback-Folge versuchten die Autoren, Morgan mehr Charakter zu verleihen und mit seiner Einführung in das Gefüge in Alexandria auch gleichzeitig einen philosophischen Konflikt mit Rick zu generieren. Vermeintlich komplex angelegt, blieb Morgan jedoch in einem stetigen Wechsel aus Selbstmitleid und bipolarem Pazifismus stecken und wird nun aus der Mutterserie geschrieben, weil er dort keinen Platz mehr findet. Wahrscheinlich ist dies auch ein Grund, weshalb Morgan im Comic ebenfalls ausschied. Nur eben deutlich früher und sinnvoller. (weiterlesen…)