Review - PewPewPew


Leute, Leute, ich bin wirklich stolz auf diesen Podcast. Ich fühle mich geehrt Teil des Ganzen zu sein und zusammen mit drei anderen so schlauen und eloquenten Menschen Sachen besprechen zu dürfen. Toll!

Shownotes:

Themen: “Menschenwerk”, Han Kangs Roman über das Massaker von Gwangju. “Blade Runner”, Ridley Scotts Sci-Fi-Neo-Noir Klassiker in seinem 35. Jahr. Und “Blade Runner 2049”, Denis Villeneuves Fortsetzung dieses Klassikers mit Ryan Gosling. Außerdem: Persönliche Empfehlungen von jedem von uns.

01:32 – Menschenwerk
15:16 – Blade Runner
28:53 – Blade Runner 2049
50:09 – Empfehlungen

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Nach unserem glorreichen Start geht es auch gleich weiter. In der ersten offiziellen Folge haben wir auch direkt mit einem Film, einer Serie sowie einem Indiespiel direkt die ganze kulturelle Bandbreite abgedeckt. In Zukunft soll das weiterhin so im Zweiwochenrhythmus laufen. Freut euch schon auf unsere Besprechung von Blade Runner sowie dem neuen Sequel im nächsten Podcast.

Shownotes:

In Folge 001 widmen wir uns Darren Aronofsky’s polarisierendem Film “mother!” mit Javier Bardem & Jennifer Lawrence, dem Stuttgarter Tatort “Stau” von Dietrich Brüggemann und “The First Tree”, einem nachdenklichen Indiegame von David Wehle.

00:01:29 – Mother!
00:09:21 – Mother! Spoiler
00:22:13 – Stau
00:37:20 – The First Tree
0:54:50 – Empfehlungen

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© AMC

Staffelfinale! Oder zumindest fühlt es sich so an. Ein paar Episoden gibt es in der dritten Staffel von Fear The Walking Dead noch in den kommenden Wochen zu sehen. Mit dieser Folge jedoch findet die aktuelle Entwicklung ihren glorreichen Höhepunkt.

Fear the Walking Dead ist eine gute Serie geworden. Ich fürchte, ich mutiere zum Missionar in Dauerschleife, aber die aktuelle Entwicklung wird wöchentlich von Folge zu Folge bestätigt und intensiviert. Auch die neue Folge This Land Is Your Land, nach dem berühmten Lied von Woodie Guthry, schlägt in diese Kerbe. Sie ist mitreißend inszeniert, nuanciert in ihrer Darstellung der immer fragiler werdenden Menschlichkeit und sie wird durch eine zentrale Darbietung geankert, die ihresgleichen sucht.

Die Farm wurde von den Zombies überrannt. Die von Troy aufgescheuchte Horde konnte weder abgewendet noch abgewehrt werden und mit den letzten Kräften retteten sich Alicia, Ofelia, Crazy Dog und eine verzweifelte Meute in den Bunker. Dort haben sie eigentlich alles, was sie sich wünschen könnten. Viele Waffen und jede Menge Proviant, doch das Versteck ist nicht für diese Masse an Menschen ausgelegt, weshalb der Luftschutzbunker jetzt zur tödlichen Falle werden könnte.


Fear The Walking Dead: Düstere Szenen im Bunker
© AMC

Dieses Szenario nutzt Fear the Walking Dead, um die Nähe der Figuren zur alten Ordnung zu unterstreichen. Die Lösung des Problems ist nämlich, dass Alicia die Menschen mit Bissspuren töten muss, da sie ohnehin dem Tod geweiht sind. Durch die aktive Sterbehilfe in Form von effektiven Schmerzmitteln werden die Personen zunächst sanft in die ewige Ruhe geleitet – um dann ein Messer in den Hinterkopf zu bekommen. Und das stellt natürlich einen definitiven Unterschied zum üblichen Abschlachten der Walker dar, wogegen die Überlebenden inzwischen immunisiert sein dürften. Nein, hier werden Menschen getötet, das soll ganz klar sein. Die Serie adressiert nie direkt die moralischen Konflikte oder verbalisiert sie lautstark. Dafür ist sie inzwischen viel zu nuanciert und gewieft. Doch die menschlichen und emotionalen Folgen sowie Belastungen werden dargestellt, hauptsächlich durch nonverbale Reaktionen von Alicia (wunderbar gespielt von Alycia Debnam-Carey).

Außerhalb des Bunkers beobachten Troy und Nick (Frank Dillane) die Zombiemeute. Sie überlegen sich, wie sie den eingeschlossenen Menschen helfen können und entscheiden sich, mit dem Auto durch die Menge zu rasen. Troys verstörtes Gefallen beim Überfahren der Toten grenzt ihn von all den anderen Figuren deutlich ab. Womöglich ist auch genau das der Grund, weshalb Troy noch am Leben ist. Sicherlich hat Nick Schuldgefühle, doch das kann nicht der alleinige Grund für Troys Überleben sein. Nein, die Thematik greift hier wesentlich tiefer. Ähnlich wie Alicia hat Nick, ebenso Madison, ein großes Problem damit sich den neuen Wahrheiten dieser Realität zu beugen und anzuerkennen, dass diese Welt eventuell ohne einige Walker besser auskommen würde. Während Rick in der Mutterserie The Walking Dead zum Beispiel jedoch erst Jahre später gegen den nicht zu tragenden Negan ankämpft und ihn kalt machen will, sind in Fear The Walking Dead erst ein paar Monate vergangen. Strand beteuerte zwar in den vergangenen Episoden immer wieder, dass die Zombies ein globales Problem sind, aber die Hoffnung auf ein besseres Zuhause, auf eine sichere Zukunft und überhaupt einen positiven Ausblick findet man überall. Sei es der Damm, dessen reinigenden Fluten das Tal wieder heilen sollen oder Jakes Hütte irgendwo in den Bergen.


Fear The Walking Dead: RIP Ranch
© AMC

Die Idee greift zurück auf eine Aussage von Dave Erickson, dem Showrunner von Fear the Walking Dead: “That has been one of the challenges of the show. … We obviously want to deliver a story that everybody loves. But at the same time, we wanted to make sure that our characters didn’t embrace the tropes [of the genre].” Diese Tropen sind derzeit tatsächlich selten zu finden in der Serie, die ihre Figuren behutsam und mit viel Liebe sowie Verständnis betrachtet. Zum aktuellen Zeitpunkt in der Geschichte herrscht beim Umgang unklarer, moralischer Fragen noch wenig Routine. Das ist ungemein spannend, denn auch als Zuschauer fragt man sich, wie man handeln würde. Cool und abgeklärt kann jeder, aber ethische Fragestellungen mit Würde und Gewicht in einer Zombienarrative zu erforschen, das schafft Fear the Walking Dead nun. (weiterlesen…)


Im 96. Werewolves on Wheels Podcast erzählt René Sascha zunächst von seinen Eskapaden auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest inklusive allen filmischen Tief- und Höhepunkten. Dann wird die Frage gestellt, wie man am besten unliebsame Laberer im Kino ruhigstellt. Sascha berichtet vom 40. Close Encounters of the Third Kind Geburtstag und dann geht es über IT und Star Trek Discovery.

Shownotes:

The Complicity of Geek Masculinity on the Big Bang Theory
The Adorkable Misogyny of The Big Bang Theory
Review (50:15)
IT
Star Trek Discovery (S01E01/E02)

Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:

MP3: wowcast96.mp3 (170 MB)
Soundcloud: Wowcast 96: IT, Star Trek Discovery & Fantasy Filmfest 2017
iTunes: NC-Podcast
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AMC

Alarm für alle vergraulten Zombie-Fans: Ihr müsst Fear The Walking Dead unbedingt wieder eine Chance geben. Die Serie macht gerade alles richtig.

Serielle Formate leben von festen Strukturen. Besonders auf lange Zeit angelegte Geschichten eignen sich dazu bestens. Eine Serie, die in einer postapokalyptischen, von Zombies bevölkerten Welt spielt, bietet dazu eine langfristige Perspektive für Geschichten. Immerhin gehen die Gegenspieler nie aus. The Walking Dead und das Spin-off Fear the Walking Dead leben von diesen Strukturen. Die großen Folgen mit vielen Veränderungen, Konflikten und Konsequenzen lassen sich zum Beginn und dem Ende einer Staffel finden, während in der Mitte kurz um die Sommer- oder Winterpause herum noch einmal Gas gegeben wird. Schließlich will man die Zuschauer durch einen Cliffhanger auch über die Sendepause hinweg am Ball halten.

Das ist nicht unbedingt schlimm. Innerhalb dieser Formate lassen sich trotzdem gute Geschichten, Bottle Episodes und diverse andere Experimente wagen, wenn man denn will. The Walking Dead hingegen ruht sich seit Jahren auf dieser Struktur aus. Negan wird eingeführt und wird Ricks Gruppe einige Male besuchen, jedoch niemanden bis zum Midseason-Finale töten. Große Überraschungen sucht man vergebens. Auch Fear the Walking Dead haderte in der 2. Staffel mit vorhersehbaren Ereignissen und offensichtlich leeren Episoden, deren Inhalt sehr dünn gestreckt wurde, sodass die Zeit bis zum finalen Akt endlich gefüllt ist.

Dieses Vorgehen endete mit der 3. Staffel. Besonders in dieser 12. Episode, Brother’s Keeper, wird bewusst, dass Dave Erickson und Robert Kirkman mit ihrem Ableger etwas anderes und vor allem mehr vorhaben. Der finale Kampf ist nicht immens, dazu fehlt der Serie augenscheinlich das Budget, aber die kreative Umsetzung ist schlau und der Versuch im Ansatz äußerst löblich. Weiterhin durchbrechen sie mit diesem vorzeitigen Höhepunkt die sonst übliche Staffelstruktur. Die Ranch scheint tatsächlich bereits verloren und als Handlungsort ausgespielt. (weiterlesen…)


AMC

Fear The Walking Dead war bis zum Start der 3. Staffel keine komplexe Serie. Das ist nicht weiter schlimm, die Mutterserie läuft in den gleichen Bahnen bereits seit sieben Jahren erfolgreich im Fernsehen. Punktuell waren hier und dort sicherlich interessante Ansätze vorhanden, vor allem bei dem Umgang mit den ersten Anzeichen der Apokalypse oder dem Niedergang der Zivilisation. Doch als die Serie die Flucht aufs offene Meer wagte und mit einer höheren Episodenzahl größere Ziele suchte, trieb sie plötzlich nur noch hilflos umher.

Die 3. Staffel markiert einen Einschnitt in der Serie. Plötzlich wurde Fear the Walking Dead tatsächlich komplex, die Konflikte wurden nuanciert dargestellt und in all ihren Feinheiten durchdacht, sodass der Ausgang – wenn auch blutig – durchaus neu war für dieses Universum. So neu sogar, dass einige alte Figuren wie Daniel oder Strand (Colman Domingo) zunächst einmal zur Seite geschoben wurden, da sie keinen stimmigen Platz in dem Gefüge finden konnten. (weiterlesen…)

Kulturindustrie ist der neue Podcast von Alexander Matzkeit, Mihaela Sartori, Lucas Barwenczik und meiner Wenigkeit. Zu viert werden wir in Zukunft Themen, Kunst und Produkte aus Popkultur und Feuilleton besprechen. Angelehnt ist das Konzept an bekannte Podcasts wie die Pop Culture Happy Hour und das Slate’s Culture Gabfest.

Die Idee dazu wurde intern seit einiger Zeit diskutiert und bereits vor vier Jahren schrieb Alex in weiser Vorausahnung die ungefähren Grundregeln in seinem Blogbeitrag über das ideale Podcastrezept auf. In gewisser Weise wollen wir ein Gegenentwurf in der Laberpodcastlandschaft sein, indem moderieren, schneiden und teilweise auch einsprechen.

Die Themen unserer Nullnummer: “The Circle”, die frisch angelaufene Romanverfilmung mit Emma Watson und Tom Hanks. Snotgirl, die jüngste Comicreihe von Scott-Pilgrim-Schöpfer Brian Lee O’Mallexy. Und BoJack Horseman, die Netflix-Cartoonserie, deren vierte Staffel jetzt verfügbar ist.

Das hat bei unserer Pilotfolge bereits so gut geklappt, dass wir sie raushauen. Ich bin jetzt schon stolz auf den Podcast und ohnehin froh darüber, Teil dieser Truppe sein zu dürfen. Wer bereits den Werewolves on Wheels Podcast hört, weiß um mein Gerangel mit René, für den der Kampf gegen Strukturen alles ist. Der Wowcast geht auch nirgendwohin. Daher ist Kulturindustrie nun für mich der dritte Anlauf im Podcastgeschäft, vielleicht komme ich ja jetzt endlich ins Fernsehen.

Für Feedback und konstruktive Kritik sind gerne zu haben. Folgt uns auf Twitter und abonniert unseren Feed. Wir haben einiges vor.

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Soundcloud: 000 – The Circle, Snotgirl, Bojack Horseman
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AMC

Fear The Walking Dead meldet sich nach der Sommerpause mit altbekannten Figuren und redundanten Effekten zurück. Trotzdem überzeugt die Geschichte – noch. Der Auftakt der zweiten Staffelhälfte beginnt einen realen Konflikt um Wasser, der Gefahr läuft, unterzugehen.

Verglichen mit der vorangegangen Staffel hat Fear the Walking Dead gerade die beste Staffelhälfte seiner Geschichte hingelegt. Der Verlust von Cliff Curtis an das Avatar-Franchise war nicht groß und Daniel (Rubén Blades) und Victor mussten sich ebenfalls mit kurzen Auftritten begnügen. Somit konnte fast der gesamte Fokus auf der verkleinerten Familie Clark liegen, und das hat sich ausgezahlt. Die Otto-Familie war ein lohnenswerter Neuzugang für die Serie, der sich noch lange auszahlen wird. Und insbesondere der Volksstamm der Natives um den stoischen Anführer Walker hat der Serie nicht nur einen brodelnden Konflikt beschert, sondern auch so etwas wie eine Botschaft gegeben. Bis dato ein relativ selten gesehener Kniff der Autoren bei Fear The Walking Dead.

Der Tod von Jeremiah Otto hat auch direkte Auswirkungen auf die ersten beiden Folgen dieser Staffelhälfte. Es wird in Minotaur und Diviner bereits so viel an Handlung abgeschlossen, dass sich der Tod des Ranch-Patriarchen wie eine weit zurückliegende Legende anfühlt. Dies ist auch in gewisser Weise das Problem des Fortsetzungs-Auftakts. Ein merkliches Ziel und Thema wurde für diese Hälfte konzipiert, und um es zu erreichen, geben die Fear the Walking Dead-Autoren mächtig Gas. Ortswechsel, Schießereien, Morde, ein riesiger Marktplatz inmitten einer ehemaligen Stierkampfarena – bei all dem Trubel vergisst die Serie ihre wichtigsten Aufgaben jedoch völlig.

Eine Zombieserie sollte die Freiheit genießen, eine (post-)apokalyptische Geschichte ohne große Vorgaben oder Einschränkungen erzählen zu können. Schließlich sind mit dem Wiederkehren der Toten nahezu sämtliche Normen und Werte verfallen, wieso sollten langweilige Grenzen dann die Serie in ihrer Umsetzung aufhalten? Gerade die Grenzüberschreitung oder die Umkehrung der Erwartungen sind in dem Genre die Höhepunkte für viele Fans. Dennoch kann eine Serie, die ihr Szenario so offenherzig, aber seriös annimmt, nicht auf gewisse Eckpfeiler verzichten.

Fear The Walking Dead nimmt Zombies ernst und gestaltet sie glaubhaft, schreibt jedoch bereits im Auftakt der ersten neuen Folge die Glaubwürdigkeit der Entscheidungen durch die Hauptfiguren klein. Madison und Walker haben Frieden geschlossen, und während Troys rassistisch motivierte Aktionen sicherlich ein zukünftiges Problem darstellen würden, könnte Frieden zwischen den Faktionen herrschen. Doch dass die beiden Gruppen direkt auf dem kleinen Gelände zusammenziehen, sprengt selbst die optimistischen Hoffnungen. Natürlich führt dies zu Konflikten und Soap-Plotlines, die die Serie doch eigentlich so erfolgreich hinter sich lassen konnte in der vergangenen Staffelhälfte. (weiterlesen…)