Literatur - PewPewPew

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2011 fuhr Christoph Niemann mit seinem Auto durch die Gegend und hörte zufällig NPR, als dort Maurice Sendak zu Gast bei Terry Gross war und einen rührenden Monolog übers Altern gab, der auf der einen Seite herzzerreichend, aber auch herzerwärmend ist. Niemann war davon so gerührt, dass er für die New York Times diese Illustration gefertigt hat.


via Laughing Squid, NYT: An Illustrated Talk With Maurice Sendak.

Da ging ein ganz großer Mann von uns. Sehr, sehr schade und traurig, aber auch ermutigend. Wer mehr von Sendaks Weisheiten möchte, sollte ich Spike Jonzes Dokumentation “Tell Them Anything You Want: A Portrait of Maurice Sendak” über ihn ansehen, die im Rahmen von Jonzes Adaption von “Where the Wild Things are” entstand. Hier ein Ausschnitt mit der großartigen Antwort “How do you explain that you love somebody or something?” als Jonze ihn fragte, wieso sein Hund ihm so wichtig war.

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Auf der Insel feierte Duncan Jones’ ‘Moon’ am Wochenende seine TV-Premiere und alle Beteiligten, inklusive dem Regisseur selbst, twitterten jede Menge Behind-The-Scenes-Stuff, den man hier nachlesen kann. Dabei tauchte auch die wunderschöne, kleine Fankurzgeschichte “Helping you is what I do” auf, die die ganze Geschichte aus Sicht von GERTY, dem Computer auf der Mondbasis, erzählt. Herzzerbrechend und voller Spoiler, versteht sich.

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Walking-Dead-Vol-17-CoverEigentlich habe ich bereits alles zu diesem Volume gesagt. In Erwartung der 100. Ausgabe habe ich die vorherigen Ausgaben des Volumes noch einmal überblickt, lag mit jeglichen Voraussagen falsch und war dann doch eher enttäuscht von der Ausgabe. Doch ich habe viel darüber nachgedacht und die Ausgabe wirkt schwer nach.

Die Bilder von Glenn wirken bis jetzt nach bei mir. Zunächst hielt ich das ja alles für großes Tamtam à la “Schaut her, was wir machen können”, aber Glenn war für mich das Herz des Comics, der Hugo “Hurley” Reyes der Serie. Dass er starb, kann nur bedeuten, dass für die nächste Zeit die Leichtfüßigkeit und aufkeimende Hoffnung der letzten Ausgaben beendet ist. So war dem auch und – soviel sei verraten – das wird sich in den kommenden Ausgaben nicht ändern. Viel Geschichte war ja jetzt in den letzten zwei Ausgaben des Volumes nicht wirklich mehr drin, dafür aber jede Menge Emotionalität. Kurz nachdem Negan und seine Truppe abgezogen sind, brechen alle zusammen und verhauen sich gegenseitig. Irgendwie muss das ja raus, was man gesehen hat. Später kommen sie nach Hause und es gibt eine große Debatte, an deren Ende Rick zwar als Sieger hervorgeht, aber jede Menge Unterstützung verliert. Hier zeigt Kirkman schöne Charaktermomente auf. Andrea kann nicht anders als Rick zu verlassen und Michonne deutet an, dass sie müde ist und es gar nicht so schlimm findet, sich vor Negan zu verbeugen, wenn das im Gegenzug bedeutet, dass sie sich ausruhen kann.

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Und überhaupt: Negan. Er ist der Anführer der “Savior” und mehr wissen wir eigentlich nicht, außer, dass er eine Liebe für das Wort “fuck” hat wie ich für Pizza. In den kommenden Ausgaben wird Negan weiterhin charaktersiert und man versteht, dass dort wesentlich mehr dahinter ist, als ein mordlustiger Soziopath. Doch die Einführung – so spektakulär und nachwirkend sie auch sein mag – war ein wenig zu abrupt für mich. Glenns Tod sehe ich inzwischen als notwendigen und richtigen Schritt, aber Negan ist mehr und das kam nicht so richtig raus. Kommt aber noch.

Viel schlimmer als all das fand ich die kleine Carl-Sophia-Nebengeschichte. Sophia ist mit Maggie nun doch zur Hilltop gefahren und blieb auch da. Das bedeutet, dass die Beiden sich nicht mehr wiedersehen werden, insbesondere, da sie jetzt um Negans Stärke wissen und der Kontakt zur Hilltop wohl unterbunden sein wird. Mir brachen diese vier kleinen Panel mein Herz. Charlie Adlard beweist hier wieder einmal seine große Stärke und Wert für den Comic. In nur wenigen Panels und Details so viel Emotion zu übertragen, das kann kaum jemand. Anzumerken wäre dort auch die Vollseite von einem nach seiner Frau schreienden Glenn, der gerade den Schädel eingeschlagen bekommen hat.

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Am Ende wissen wir, dass Rick sich all das natürlich nicht bieten lässt. Wäre auch langweilig geworden, wenn er nicht was ausgedacht hätte. Oberflächlich will er, dass die Leute Angst haben vor Negan, denn der ist kein Dummer. Wenn die Leute wüssten, dass man bald einen Gegenschlag plant, würde er das riechen. Rick schickt Jesus auf eine abenteuerliche Reise. Wenn sie Erfolg hat, dann hat er einen großen Vorteil und eine wahre Chance. Wenn Jesus auffliegt, sterben noch mehr Charaktere. Und nach Glenn ist wohl niemand mehr sicher.

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Ich muss da mal etwas korrektieren. Anfang des Jahres habe ich Kevin Smiths Show Comic Book Men ziemlich verrissen. Wie das Leben so spielt, ist die Serie inzwischen ein kleines Wochenhighlight geworden. Das Problem der ersten Staffel war, dass die Leute allesamt keine wirkliche Erfahrung vor der Kamera gehabt haben, das Layout des Stores nicht ideal war und vieles einfach wahllos aneinandergereiht worden war.

Die neue Staffel ist wesentlich gestraffter. Die Folgen sind in der Kürze halbiert worden, was der Serie spürbar gut tut. Die Mitarbeiter des Stores wurden in Schubladen gesteckt, was der Serie aber hilft. Es nervt zwar, dass Walt immer wieder der coole, allwissende Chef ist und Ming immer wieder als Depp hinhalten muss, aber die Serie unterhält und man merkt, dass die Leute mit ihren aufgedrückten Rollen Spaß haben und hinter den Szenen wohl viel Spaß haben. Die Situationen sind zwar immer noch komplett gestellt, passen dafür aber besser in den Rhythmus der kürzeren Show.

Die Themen der einzelnen Episoden wurden auch interessanter, die Sammelsurien der Kunden sind interessanter geworden, es gibt Stargäste (u.a. Stan Lee in der letzten Folge) und es sind tatsächlich echte Leute im Geschäft, die im Hintergrund Comics durchstöbern und kaufen. Dazu wurden Walt, Mike und Ming sichtlich entspannter vor der Kamera. Die Podcastmomente mit Smith wirken zwar immer noch deplatziert, aber sie wurden weniger und dienen mehr als Rahmenhandlung und sind geschickter eingesetzt.

Trotzdem stellt die Serie für mich immer noch eine verpasste Chance dar. Wie es Dan Seitz passend trifft:

The point is, they’re all interesting in their own way. And they’re also all struggling, to various degrees. Keeping a comic book shop open in the twenty-first century is hard. Digital comics are beginning to eat into print sales, they’re reliant on Diamond to get single issues, and the vagaries of publishers can make life difficult for them. A good production company could make a dynamic and interesting story about American small business and what it takes to succeed in a niche.

Autor: Christophe Bec
Illustration: Christophe Bec & Stefano Raffaele, Peynet – Démarez – Ferniani – Ruizgé – Vax
Verlag: Splitter
Erschienen: 09/2012
ISBN: 978-3-86869-252-5
Amazon, Splitter-Verlag
Seitenzahl: 48 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahre

Christophe Becs Reihe über Übernatürliche Phänomene um die Zahl 13 geht in eine fünfte Runde. Nach den bereits erstklassigen 3 Vorgängern geriet der letzte Band jedoch in einen gewissen Leerlauf, obgleich hohen Niveaus. Der fünfte Band ist nunmehr, nicht wie original geplant Teil einer 6-teiligen Reihe, sondern ‘Prometheus’ wird am Ende 11 Teile haben. Auf der einen Seite erfreut mich das als Fan der Reihe, auf der anderen werden wir noch wesentlich mehr dieser Füllepisoden bekommen, denn nach den ersten 3 Teilen wurde offensichtlich bewusst das Tempo rausgenommen. Das ist schade, aber gibt auch mehr Zeit für Charaktere und interessante Nebengeschichten.

Story

Wir steigen ein bei dem Philadelphia-Projekt, das Albert Einstein übersieht. Es kommt wie in dem Mythos: Das Schiff verschwindet und verschmilzt mit seiner Crew. Wenig später sieht man US-Soldaten hunderte Tote Bürger aus einer Geheimanlage schaffen, bei der das Schiff 40 Jahre später wieder auftauchen sollte.

Überall auf der Welt werden die Menschen, die besonders von der bevorstehenden Invasion betroffen sind, wie der überlebende Astronaut, der nur noch Alien-Gesichter malt, oder der Flugzeugabsturzüberlebende, der die TV-Reporter würgte, von US-Geheimdiensten abgeführt. Der Astronaut wird erschossen, die Crew des U-Boots wird nach Area 51 geschafft, der Hellseher wird auf den “Montauk-Stuhl” in Camp Hero gebracht, wo die USA geheime Experimente an Menschen durchführte. Das Project Blue Book, prominent in Band 2 erwähnt, wurde wieder eingeschaltet.

Menschen mit “Psi-kräften” wurden hier benutzt um Gehirnaktivitäten zu beeinflussen und Zeitlöcher zu anderen Welten zu finden, unter anderem wird hier die Stadt Providence im Jahr 2019 erwähnt – genau die Stadt, in der sich die Soldaten befinden, die im letzten Band durch den Spiegel am Boden des Ozeans gegangen sind. Könnte es also sein, dass die Aliens ein Paralleluniversum von uns angegriffen haben und wir ihnen Tür und Tor zur unserer Welt geöffnet haben? Immerhin schießt am Ende des Bandes ein UFO aus dem Spiegel hinaus in unsere Welt.

Viel Exposition, viel Durcheinander. Ich hoffe, dass sich das im nächsten Band wirklich mal auszahlt.

Illustration

Prometheus ist nach wie vor sehr schön und genau mein Stil, obwohl es frustrierend ist, dass Bec nicht alleiniger Zeichner ist, sodass sich der Stil in den ohnehin wenigen Seiten immer mal wieder wechselt. Insgesamt sind hier sieben Zeichner beteiligt und auch wenn man das nicht so arg sieht, leidet darunter die Einheitlichkeit und Kreativität. Figuren sind immer noch nicht individuell, sondern eins zu eins aus dem Leben kopiert. So spielen Vladimir Putin und Laurence Fishburn mit. Das stört einfach.

An der Gesamtqualität des Comics lässt sich wieder nichts bemängelt. Wer schon einmal einen Band vom Splitter-Verlag in der Hand hatte, wird sich daran erinnert fühlen, welch besondere Qualität in die Verarbeitung geht. Das Hardcover ist robust und liegt gleichwohl gut in der Hand. Das Papier hat die perfekte Dicke und ist von höchster Qualität. Das Umblättern alleine ist ein Schmaus für jeden Fan von Hochwertigkeit.

Fazit

Manchmal würden die Zeichnungen auch einfach genügen. Oftmals führt Bec die Leser zu sehr an der Hand und lässt Charaktere Offensichtliches ausspucken. Ansonsten wird mit diesem Band wieder einmal die Verschwörungskiste aufgemacht und es gibt ein paar interessante Offenbarungen, die das Gesamtkonzept des Comics langsam ein wenig verständlicher machen. Hoffentlich geht es bald los mit der Invason. Es gab ja nicht einmal einen 13:13 Vorfall in diesem Band…

Rating: ★★★☆☆

Barack Obama ist ein riesiger Comic-Fan. Bei seiner ersten Kandidatur zur Präsidentschaft hatte ein Mitarbeiter seiner Kampagne verraten, dass Barry am liebsten Spider-Man und Conan The Barbarian sammelt. War ja nur eine Frage der Zeit bis die Comic-Welt auf Obama reagiert und den Nerd mit den Segelohren im Herzen der Community willkommen heißt. So hat Obama inzwischen seinen eigenen Comic, zusammen mit Sarah Palin rettet er Hyboria und sogar auf seinen Lieblingshelden Spidey trifft er, nachdem dieser Obamas Amtseinführung gerettet hat; von dieser Ausgabe bin ich übrigens stolzer Besitzer.

Hier ein Überblick über die Ausflüge Obamas im Comic-Universum: Er kämpft mit Ash gegen die Armee der Finsternis, diskutiert mit Norman Osborn oder ist von Godzilla genervt. Verständlich.

Obama: The Comic Book

Army of Darkness: Ash Saves Obama

Godzilla: Kingdom of Monsters

Thunderbolts

The Amazing Spider-Man

Barack the Barbarian

Eine komplette Liste gibt es sogar auf Wikipedia. Da seht ihr mal, das hat hier alles Hand und Fuß!