Literatur - PewPewPew

Es sind harte Zeiten für Alexandria. Rick und Gruppe haben gerade einen Putschversuch abgewehrt, doch der wirkliche Gegner naht schon am Horizont. Der bevorstehende Winter in Verbindung mit der Nahrungsmittelknappheit droht Einige, wenn nicht die ganze Gruppe dahinzuraffen. Während Rick Carl zu Bette bringt, beobachtet eine vermummte Person aus der Ferne Alexandria durch ein Fernglas.

The Walking Dead hat seine Höhen und Tiefen, das weiß jeder, der die Comics auch nur ein paar Ausgaben verfolgt hat. Doch insbesondere die Ruhe in “We Find Ourselves” nach dem Knall in Volume 14 war einigen Lesern ein Dorn im Auge. Alles zu ruhig. Kirkman lasse alles dahinplätschern, während der Hauptfokus auf der TV-Serie liegt. Dass dies nicht so ist und Kirkman noch lange nicht ideenlos ist, beweist “A Larger World”.

(Spoilers!) Wir treffen auf Jesus, einen Typen, der schwört, dass er auf der Suche nach anderen Gruppen von Überlebenden ist. Er wird von seiner eigenen Gruppe weggeschickt und soll Handelsverbindungen eingehen. Ein verlockendes Angebot, doch die Zeiten haben ihre Narben in Ricks emotionalem Kompass hinterlassen. Er weiß zwar, dass sie die Lebensmittel gut gebrauchen könnten, doch kann er Jesus trauen?

Sie nehmen Jesus gefangen und wissen nicht, was sie mit ihm tun sollen. Er kann die Wahrheit sagen, aber auch die Position der Siedlung an seine Leute, eventuell gefährliche Hunde, weitergeben. Es ist eine nette Parallele zur TV-Serie, die jeodch konträr zur Serie ausgeht, denn schlussendlich überwiegen einfach die möglichen Vorteile das Risiko und Rick, Carl, Andrea, Glenn und Michonne begleiten Jesus zu seinen Leuten. Auf der Fahrt stellt sich heraus, dass Jesus ein Entfesselungsexperte ist und sich die ganze Zeit hätte befreien, sie im Schlaf töten können, was er nicht tat. Eine gute Basis für gegenseitiges Vertrauen.

Jesus führt sie zu auf einer Anhöhe gelegenen und passend benannten Siedlung namens “Hilltop”, der es an nichts wirklich mangelt. Mehr als 200 Bewohner leben dort relativ idyllisch zusammen, lediglich Schusswaffen fehlen. Nach einem Vorfall stellt sich heraus, dass die Siedlung unter der Tyrannie eines Außenstehenden namens Negan leidet, der Lebensmittel erhält und im Gegenzug nicht die Siedlung plattmacht. Es ist ein Rückblick in ein paralleles Universum, in dem Rick vor dem Governor eingeknickt wäre. Die Verhandlungen mit dem Anführer und Rick sind schnell: Rick hat nichts zum Tauschen. Doch das mag nicht so ganz stimmen, denn die Bewohner haben gesehen, wozu Rick und Co. fähig sind. Sie sollen sie von Negan befreien und erhalten im Gegenzug Lebensmittel.

Kirkman beweist, dass in seiner Geschichte noch schier unendliches Potential steckt. Klar, die Rivalrie zwischen der Hilltop und Negan erinnert an den Woodbury-plot um den Governor aber diese Konflikte sind nun nicht unwahrscheinlich in der Apokalypse. Außerdem gewinnt die Konstellation durch Ricks Gruppe einen interessanten Twist. Wir bewegen uns nun auf der Zielgeraden zu Issue 100, bei dem laut Kirkman die Scheiße dampfen wird. Ich kann mir also vorstellen, dass die Prämisse von “The Larger World”, dass dort draußen mehr ist als nur Zombies (die ohnehin in den letzten Ausgaben nur zu lästigen Nebensächlichkeiten reduziert wurden) noch interessant und wegbereitet sein wird für die Zukunft des Comics. Doch so idyllisch wie gerade alles wirkt, wird es nicht lange bleiben, insbesondere wenn das nächste Volume “Something to Fear” heißt.


Ein wenig ärgerlich bei diesem Volume sind die uneinheitlichen Cover. Die Cover bei TWD sind ja meist ohnehin nur Marketingspaß und werden Wochen im voraus entworfen, lange bevor die Skripte fertig sind, sodass es oft inhaltliche Diskrepanzen gibt. Aber dieses Mal sind sie wirklich durcheinander und uneinheitlich. Insbesondere der Schriftzug gefällt mir gar nicht. Die Vorschau auf die kommenden Ausgaben zeigt, dass man wohl weiterhin mit dem Volumetitel auf den einzelnen Ausgaben weitermachen möchte. Finde ich ein wenig blöd, aber was will man machen.

Bestellen kann man Volume 16 hier (Amazon-Partnerlink). Nach dem Klick gibt’s die Cover der einzelnen Ausgaben.
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Alan Moore hat es satt. Die beschissenen Comicverfilmungen wie ‘Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen’ kann er ja noch irgendwie seelisch verkraften, aber wenn die Leute sich an seine heilige Graphic Novel Bibel ‘Watchmen’, dem wohl besten Comic aller Zeiten, ranmachen, versteht er keinen Spaß mehr. Also dachte er sich: Wenn andere Leute sich an meinen Charakteren zu schaffen machen, kann ich das auch.

Im kommenden letzten Band der Trilogie um von The League wird sich Moore wieder literarischen Charaktere annehmen, was für die Serie ja nichts neues ist, aber Harry Potter ist schon etwas kontrovers, insbesondere, wenn er, wie The Independent berichtet, als Antichrist dargestellt wird und Leute mit Blitzen aus seinem schlaffen Penis umlegt.

Though the words “Harry Potter” are never mentioned, the allusions are unmistakable. One section features a magical train hidden between platforms at King’s Cross station which leads to a magical school. The Antichrist character has a hidden scar and a mentor named Riddle. (Lord Voldemort, born Tom Riddle, is Harry Potter’s arch enemy in the Potter series.) Characters resembling both Ron Weasley and Hermione Granger also appear and, at one point, the Potter character kills someone with a lightning bolt from his flaccid penis.

Es ist wohl Moores Art mit ‘Before Watchmen‘-Serie, die Hintergrundgeschichten zu seinen Charakteren erzählt, die er immer nur andeutete, klarzukommen. Darüber sagte er ja mal in einem Interview:

What the comics industry has effectively said is, “Yes, this was the only book that made us briefly special and that was because it wasn’t like all the other books.” It was something that stood on its own and it had the integrity of a literary work. What they’ve decided now is, “So, let’s change it to a regular comic that can run indefinitely and have spin-offs.” and “Let’s make it as unexceptional as possible.” Like I say, they’re doing this because they haven’t got any other choices left, evidently.

Ich bin Team Moore und bin mal gespannt, ob die Anwälte von Warner Bros. und Scholastic so entspannt sind und Moore damit durchkommen lassen werden.


via FuckYeahScienceFiction

Am Abend des 12. November 1971, kurz bevor die Marssonde Mariner 9 in das Orbit des Planeten eintrat, fanden sich Ray Bradbury, Arthur C. Clarke, Walter Sullivan, Bruce Murray, und Carl Sagan zu einem Synopsium zusammen. Bradbury las dabei sein Gedicht “If Only We Had Taller Been” vor. Gänsehaut.

RIP Ray Bradbury

06 Jun, 2012 · Sascha · Literatur · 0 comments

Ray Bradbury, einer der berühmtesten und einflussreichesten Sci-Fi-Autoren der Geschichte und Autor von Werken wie Fahrenheit 541 oder The Martian Chronicles, Bücher die ich zutiefst liebe, ist heute im Alter von 91 Jahren gestorben. René trifft es passend: “2012 continues to suck.”

Aus dem Nachruf der New York Times:

Mr. Bradbury referred to himself as an “idea writer,” by which he meant something quite different from erudite or scholarly. “I have fun with ideas; I play with them,” he said. “ I’m not a serious person, and I don’t like serious people. I don’t see myself as a philosopher. That’s awfully boring.”

He added, “My goal is to entertain myself and others.”

Und über seine Liebe für Bildung, Bücher und öffentliche Bibliotheken weiß er diese wunderschönen und wahren Worte zu berichten.


via The Walking Dead Feed

Sehr coole Variant Cover Ryan Ottley, Sean Philipps, Todd McFarlane und Charlie Adlard in schwarz/weiß.


via The Walking Dead Feed

Frank Quitely hat eins von 8 verschiedenen Covern für die 100. Ausgabe von The Walking Dead gemacht und ich liebe es.

Gratis Comic Tag 2012

12 May, 2012 · Sascha · Comics · 5 comments

Magere Ausbeute, aber bei uns im Comicladen darf man leider nur zwei Ausgaben holen und – obwohl ich relativ früh da war – gab es Game of Thrones nicht mehr. Gnah. Habe mir aber wie immer den obligatorischen Star Wars Comic geholt, immerhin habe ich fast jeden jemals in Deutschland veröffentlichten Star Wars Comic(!), und außerdem noch Spider-Man ausgesucht, weil ich sonst kaum Marvel lese und dachte, dass das mal nicht weh tun könnte. Gratis Comics sind nämlich toll.

Warum riechen alte Bücher?

08 May, 2012 · Sascha · Literatur · 4 comments

Erst gestern noch, als ich Robert Kroetschs ‘Gone Indian’ (neu, aber hat wohl irgendwo in den USA Jahre im Regal gelegen) für die Uni las, vernahm ich diesen typischen Alte-Bücher-Geruch und fragte mich, woher das kommt. Jetzt weiß ich’s.


via LikeCool