01 Apr, 2025 · Sascha · Musik · 0 comments
Knapp vier Jahre ist es her, dass Wet Leg mit dem Track “Chaise Longue”, seinem ikonischen Riff und den verspielten Lyrics die Szene im Sturm eroberte. Nun meldet sich die Band nach ihrem Grammy-Sieg und einer längeren Pause zurück. Die neue Single “catch these fists” geht wieder direkt ins Ohr – man dürfte wohl an den Erfolg anknüpfen. Das Musikvideo zur Single wirkt auf mich irgendwie bewusst klein, da hätte man wohl inzwischen mehr machen können, das Geld dafür wäre sicherlich da. Will man den Erfolg der DIY-Ästhetik von Chaise Longue emulieren? Lohnen sich Musikvideos einfach nicht mehr? Geht es eh nur um zentrales Framing für Socials (Haltet wirklich mal mit beiden Händen, mit den Daumen zu einem großen U geformt, die beiden rechten und linken Bildhälften zu)? Wahrscheinlich eine Mischung aus allem. Irgendwie schade, denn ich fand die Instagram-Teaser für das Musik leider spannender.
Die Erinnerung an The National-Frontmann Matt Berningers Solo-Album Serptentine Prison aus dem Jahr 2020 wirken blass, wie viele verschwommene Eindrücke aus der Pandemiezeit. Bis auf den title track “One More Second” war nicht mehr viel bei mir präsent, und der Song hätte auch durchaus auf einer B-Seite von I Am Easy To Find sein können. Bald erscheint sein zweites Solo-Werk Get Sunk und die erste Auskopplung erinnert mich an “Bitters & Absolut”, also eine goldrichtige Richtung, wenn man mich fragt. Ein fetziges Riff, Matts Bariton, eine Frau im Background, Hörner, explodierendes Crescendo. Was will man mehr?
In Erwartung dieser Veröffentlichung gab ich Serpentine Prison diese Woche nochmal einen Spin und war sehr überrascht angesichts der vielen Genre-Spielereien. Während das auf der Oberfläche wirklich wie unproduzierte The National Songs wirkt (Distant Axis, One More Second, Serpentine Prison), wird schnell klar wie gut Berninger auf im Blues oder Folk funktioniert (Collar Of Your Shirt, Loved So Little, Oh Dearie). Ich glaube mich an ein Interview zu erinnern – zum Release des letzten Albums von The National – in dem Berninger davon spricht, wie sehr die Band durch ihn in einem kreativen Loch festsitzte und ihn erst die Solo-Arbeit wieder rausbrachte.
Ich finde, das Doppelalbum aus Laugh Track und The First Two Pages of Frankenstein würden zusammen mit ein bisschen weniger fett eine richtig schöne LP abgeben, aber wenn das der Weg nach mehr Musik ist, dann geh ihn bitte. Ich hätte mir stattdessen schon lieber ein neues The National Album gewünscht, dass schnell an die großartigen Erfolge von “Space Invader” und “Smoke Detector” anknüpft.
29 Mar, 2025 · Sascha · Musik · 0 comments
Es ist ja nicht so, als wären die Fleet Foxes in den letzten fünf Jahren faul gewesen. Es erschienen zwei exzellent produzierte Live-Alben, ein Soundtrack für den Indiefilm Spirit Untamed, der Filmsong “A Sky Like I’ve Never Seen” für den großartigen Dokumentarfilm Wildcat mit Tim Bernandes, und weitere Collabs mit FF-Superfan Post Malone und der fantastische Song “Phoenix” mit Big Red Machine, den Singer/Songwriter Robin Pecknold sich aneignete und bei jedem Live-Auftritt der Band in die Setliste einbaute. Dazu gab es magische Live-Auftritte mit Joanna Newsom, eine Solo-Tour von Pecknold, Performances im Ensemble einer Joni Mitchell Tour und insgesamt zwei Jahre Tour. Pandemie war auch irgendwo dazwischen.
Es waren gute Jahre, um ein Fan der Fleet Foxes zu sein. Und trotzdem sind es bald fünf verdammte Jahre seit Shore ohne neue Musik der Band. So lange war nicht einmal die Pause zwischen Helplessness Blues und dem experimentierfreudigen Album Crack Up, welches genau wie die Zukunft des gesamten Bandprojekts lange auf der Kippe stand nach dem Rauswurf/Abgang von Josh Tillman aka Father John Misty.
Nun erscheint wieder ein Track, der nicht aus Robins Feder stammt, aber perfekt zum Fleet-Foxes-Vibe passt. Schon der Titel “Don’t Put It All On Me” weckt Assoziationen zwischen herbstlicher Melancholie und dem Sound von The National. Doch der Song stammt nicht von ihm – stattdessen singt er gemeinsam mit Noah Cyrus. Das Ergebnis ist ein stimmungsvolles, gefühlvolles Duett, begleitet von einem cineastischen Musikvideo, das stark an die Ästhetik klassischer Film-Promos erinnert. Besonders die visuelle Atmosphäre erinnert dabei an Harry Potter and the Prisoner of Azkaban.
Pecknold hat aktuell seinen Instagram-Account deaktiviert. Es folgt wohl eine längere Pause und es ist erst mit 2026 mit neuer Musik zu rechnen. Am Ende lohnte sich das Warten natürlich immer. Die Fleet Foxes Discography ist dieses Draw-A-Horse-Meme, aber alle vier Teile sind gleichgeil.
18 Mar, 2025 · Sascha · Musik · 0 comments
Süßes handmade Fantasy Musikvideo als Point-and-Click-Adventure für die neue Single “Over and Over” von Wishy, deren Debütalbum Triple Seven mein Herz eroberte. Der Track ist Teil der Planet Popstar EP, die am 25. April bei Winspear erscheint und einen teilweisen Shift weg vom Shoegaze des Albums markiert, hin zu mehr Indie Rock. Durch die erfolgreichen Touren und den kritischen Erfolg des Albums im letzten Jahr will man wohl das Momentum nutzen mit der EP, aber ein richtiges Zweitalbum wäre mir lieber gewesen.
28 Feb, 2025 · Sascha · Musik · 0 comments
Ich bin ja ein erklärter Auto-Fan, weil ich die Selbstständigkeit und Verlässlichkeit in meinem ländlichen Raum durchaus schätze und das Auto auch als privaten Rückzugsort oft sehr unterschätzt sehe. Aber klar, der Innenstadtverkehr ist schrecklich und sollte stark eingeschränkt oder sogar ganz abgeschafft werden. Apropos Verkehr: In dem gleichnamigen Debüttrack von insschlosswollen meine ich sogar eine gewisse Doppeldeutigkeit herauszuhören – es geht wohl nicht nur um Autos, haha. Seit einer Woche habe ich einen totalen Ohrwurm von diesem herrlich rotzigen Indie-Rock-Song. Richtig schön laute Gitarrenmusik mit vollen Drums.
insschlosswollen ist das Soloprojekt von Max Weigl, der zuvor in der Band Endlich Rudern spielte. Weigl studiert Drehbuch an der HFF in München und fiel mir letztes Jahr beim Max Ophüls Festival mit seinem mittellangen Film Das Zittern der Aale besonders positiv auf – eine wunderschöne, nuancenreich gestaltete Momentaufnahme des Verliebtsein in Sommer, Stadt und Schwarm. Wahrscheinlich sogar mit mein Lieblingsfilm des Jahres. Der Begriff Süßmaus wird heute inflationär gebraucht, doch auf Weigls Auftreten passt er für mich total. Einfach ein Lieber. Es war mir daher eine große Freude, ihn letzten Juni einmal kurz persönlich zu treffen, als sein erster Film lass uns wie früher peperonipizza teilen beim Bundesfestival Junger Film hier im Saarland gezeigt wurde.
Wirklich einer der Guten, egal ob Film oder Musik. Hoffentlich von beidem bald mehr von ihm!
19 Feb, 2025 · Sascha · Musik · 0 comments
Ich gehöre, ganz ohne Scham, zu den Menschen, die Konzerte filmen – und sich die Videos auch tatsächlich anschauen!! Letztes Jahr hatte ich nach vielen Jahren des Fandaseins endlich die Möglichkeit, die Shoegaze-Adligkeit Slowdive live sehen. Ich ging allein hin und ich entschied dazu, mein Handy dieses Mal ruhen zu lassen und die Show einfach zu genießen, um mich in den spürbaren Klangwellen dieses Sounds einfach die Augen zu schließen und zu mich treiben zu lassen.
Live in the moment? Big mistake! Wie erwartet wurde dieser Abend zu einem meiner persönlichen Jahreshighlights und ich habe keinen einzigen Beweis außer, klar, meiner Erinnerung lol. “Im Moment leben” klingt romantisch, aber wenn der Moment dann vorbei ist und man sich danach sehnt, ihn noch einmal zu erleben, fühlt es sich fast wie ein Verlust an. Das ist eine der Kernerkenntnisse meines Lebens: Be safe, take a picture. Denn als “Catch The Breeze” gespielt wurde, tauchte die Band das den Atelier in Luxemburg in stroboskopisches Licht und facemelting Krach und das. war. so. schön, aber ich will es halt… nochmal sehen! Bald gibt es im April nochmal einige wenige Deutschlandkonzerte, dieses Mal dann mit Handy in der Hand. Sorry not sorry. Bis dahin muss dieses grandiose Audioremaster reichen.
16 Feb, 2025 · Sascha · Musik · 0 comments
Ich habe mir diese knappe Stunde voll gegeben, obwohl ich gar kein großer Fan von Bob Dylan bin, aber dafür umso mehr Nardwuar für seinen untypschen Interviewstil vergöttere – auch wenn er inzwischen unter seinem Idolstatus und einer gewissen Altersmilde leidet. Doch das spielt keine große Rolle, denn wir brauchen die positiven Vibes und die herrschen besonders vor, wenn mit Timothée Chalament ein echter YouTuber und Fan zu Gast ist. Chalamet erstellte vor seinem Durchbruch selbst Videos über gemoddete Videospiel-Controller und kennt Nardwuars Videos. He gets it, he’s in on it. Chalamet ist sowieso gerade schier unterwegs, wenn man sich seine Oscar-Kampagne und verspielte Vermarktungsstrategie für A Complete Unknown anschaut, daher kommt das Aufeinandertreffen gerade zur richtigen Zeit und generierte bereits einige Memes.
On a more serious note, 60 Minutes hat dieser Performance ein Portrait gewidmet. Generational artist imo!
16 Feb, 2025 · Sascha · Musik · 0 comments
With lines like “I can’t be all you got” and “Why wait? / If you know what’s coming?” I’m sad this hasn’t been formally released as an official track but YouTube keeps recommending me it every time a video ends. And you know what? YouTube’s right.
A beautiful capture of this live performance as well.