Musik - PewPewPew

Happy 1 year to this lil cutie

Vor einem Jahr veröffentlichten Fleet Foxes bzw. hier ausnahmweise Robin Pecknold im Alleingang das inzwischen vierte Studioalbum Shore und es ist keine Übertreibung von dem Album inzwischen als modernen Klassiker zu sprechen. Sicherlich mögen die anderen Alben komplexer, geradezu undurchdringlich und prätentiöser gewesen sein, aber gerade die offenherzige Wärme und entwaffnende Ehrlichekti der Platte begeisterte jeden Fan für die harten Wintermonate. Die Veröffentlichung zum Äquinoktium war auch kein Zufall, sondern Teil des Plans: Die neu gefundene Balance in Pecknolds Schaffen kreierte einen Sound, der mit sich im Reinen ist und eine innere Stärke zeigt sowie verleiht.

Shore ist ein einzigartiges Werk und auf den sozialen Kanälen der Band lässt sich erkennen, wie sehr diese Musik den Menschen im schweren letzten Jahr geholfen hat. Mich natürlich eingeschlossen. Wir haben das Album in meinem Podcast Kulturindustrie besprochen und da habe ich ein bisschen mehr gesagt. Ganz in Worte fassen kann und ich will aber auch öffentlich gar nicht, wie viel mir das Ding bedeutet.

Die Zelebrierung dieses Releases hätte mir heute an diesem wunderschönen Herbsttag schon gereicht, doch Pecknold arbeitete wieder zusammen mit seinem Bruder Sean an einem neuen Musikvideo für “Featherweight”. Wahrscheinlich fasst kein anderer Song das Album textlich und musikalisch besser zusammen:

May the last long year be forgiven
All that war left within it
I couldn’t, though I’m beginning to
And we only made it together
Feel some change in the weather
I couldn’t though I’m beginning to

Das Video benutzt erneut Multi-Plane-Stopmotion und benutzt die wunderschönen Visuals von Illustrator Sean Lewis. Es geht natürlich um einen Vogel, der strauchelt im Wind, abstürzt und sich am Ende eingesteht, dass er Hilfe braucht. Ich find’s so schön, dass der Wolf dann auch ein Bein zu wenig hat, also auch einen überwundenen Kampf symbolosiert. Was ein Meisterwerk! Und hier ein tolles Making Of, welches den Stopmotion-Prozess gut zeigt und die Kreativen ein paar schöne Sachen sagen lässt.

Hier das Musikvideo zur ersten Singleauskopplung “Somewhere” vom neuen Black Marble Album Fast Idol, welches im Oktober erscheint.

Somewhere describes a place just out of reach that serves as a diversion for the protagonist of the song, and takes their focus away from the ambiguities of their daily life. It represents a place of disinhibition where if it could only be remembered or found, the people we aim to be could for a moment be fully realized. Although its dreamlike clarity and feeling of connection may seem like an empty promise, it serves as an aspirational reminder to the protagonist of what might be.

Das Video wurde vom französischen Indie-Regisseur Theo Sixou gedreht, welcher bereits zuvor bei “Woods” und “A Great Design” mit Black Marble alias Chris Stewart zusammenarbeitete. Seine träumerischen, nostalgiegetränkten Bilder einer schwerelosen, aber melancholischen Jugenderfahrung bleiben einfach haften. Hoffe auf ein erneutes Knalleralbum!

Im Jahr 2006, vor jetzt genau 15 Jahren, tourten die Musiker der isländischen Band Sigur Rós durch ihre Heimat und spielten Konzerte an besonderen Orten, manchmal vor Publikum, manchmal ohne. Diese Tournee wurde mit Kameras begleitet und unter dem Titel Heima als DVD veröffentlicht und ist bis heute wohl für einen nicht unbeachtlichen Anteil des Touristen im Land verantwortlich. Ich habe meine DVD auch seit gut 15 Jahren jetzt nicht mehr im Player gehabt, kann daher nichts zu Qualität sagen, aber die Band veröffentlicht auf YouTube gerade remastered Versionen ihrer Aufnahmen. Zumindest audiotechnisch, visuell bleibt das alles in einem hässlichen Digi-Look der Nullerjahre gehalten. Naja, man kann es immerhin authentisch nennen.

Wahnsinnig gute Debüt-Single des Girl-Duos Wet Leg, welches durch eine fantastische Bassline und witzige dirty Lyrics brilliert. Und dann die Gitarre im Chorus! <3 Das Video kann aber auch überzeugen, so ein bisschen Cottage-Core-Gören entdecken Sonic Youth. Um es mit den Worten des Senats zu sagen: We will watch your career with great interest.

Neue Single vom Indie-Rock Duo Kios aus Nashville, welche sich immer mehr in Richtung Dreampop bewegen. Die hatten letztens Jahr den total chilligen Track “Felt Like Heaven” am Start, der bei mir rauf und runter lief. Das hier hört sich schon nahezu identitisch nach Boy Pablo an. Not that I mind!

Der skurrilste Song des fröhlichen Sommeralbums Butterfly 3000 bekommt dieses mehr als passende Musikvideo. Macht Laune!