Musik - PewPewPew

Musikvideo: Rory Ryan – For You

04 Feb, 2021 · Sascha · Musik · 0 comments

Die kreativen Edits der Cutterin hinter dem überaus erfolgreichen Kanal I’m a cyborg but that’s ok verhelfen ihr bald nicht nur zu einem YouTube-Award, sondern den gefeatureten Indiekünstlern häufig zu einem gewissen Fame oder Durchbruch. Viele der Künstler haben einen Song, wie zum Beispiel “The Trip” von Still Corners, der prominent in einem vielgeklickten Video vorkommt und folgerichtig auch auf Musikstreamingdiensten wie Spotify die mit Abstand meisten Klicks hat. Ist die Symbiose aus Song und Musik besonders gut, kann dies Künstlern zu massenweise neuen Hörern und Fans helfen. Viele Künstler wie z.B. Currents Joys erwähnen explizit den Kanal lobend als Grund ihres Erfolgs.

Dieser Hype geht inzwischen so über, dass neue Indie-Typen nicht mehr versuchen, ihre Musik bei einem Label unterbringen, sondern sie gleich selbst veröffentlichen und über den viralen Hit auf Aufmerksamkeit und Fans hoffen. Und dann eben wahrscheinlich dann doch einen Plattenvertrag. Aber da es so einfach geworden ist, Musik zu veröffentlichen, ähnlich wie bei Filmen, ist es schwieriger denn je geworden, gehört zu werden bzw. überhaupt aus der Masse herauszustechen.

Fallbeispiel Rory Ryan: Der Indiemusiker veröffentlichte seine allererste Single “For You” in Kooperation mit Cyborg auf YouTube. Das Musikvideo, sonst vom Label mit viel Aufwand und Geld bereitgestellt, wird hier einfach aus den schönsten Szenen aus dem Film I Believe In Unicorns zusammengeschnitten. Fällt auch gar nicht auf. Passt einfach. Der herzzerbrechende Coming-of-Age-Film mit Stranger Things-Star Natalia Dyer flog damals zum Start ironischerweise trotz des Netflix-Durchbruchs leider etwas unter dem Radar, doch vielleicht finden nun neue Zuschauer zu dem Streifen. Synergieeffekte! Ich mags.

Und weiter geht’s: Erst Ende November veröffentliche King Gizz das, huch, oh Schreck, einzige Album des vergangenen Jahres. Selbst Corona kann also der Band, die 2017 fünf Alben veröffentlichte, etwas anhaben. Die Australier scheinen aber den Lockdown gut genutzt zu haben, die erste Single “O.N.E”. kündigt zwar bisher offiziell noch kein neues Album, doch wo ein neuer Track ist, kann eine neue Platte nicht weit sein. “More to follow” hieß es auf Facebook! Wenn es so klingt wie hier, dann gerne. Mit dem letzten Album K.G, einer Rückkehr zum microtonalen Sound von Flying Banana, wurde ich nicht so wirklich warm wie mit Infest The Rats’ Nest. “O.N.E.” jetzt wirkt eher wie ein Medley des ganzen Sounds der Band selbst und ist ein guter Startpunkt für mehr.

New Track Alert: Mia Joy – Haha

31 Jan, 2021 · Sascha · Musik · 0 comments

Fans von Crumb, Men I Trust und weiblicehn Lofi-Sängerinenen aufgepasst: Mia Joys erster Track “Haha” nach der schicken Gemini Moon EP ist ein melancholisches Anklagen des Alterns. Besonders das Intro gefällt mir, hätte länger sein können.

Ich nutze die Veröffentlichung dieses kleinen Musikvideos zur wohl vielleicht letzten Singleauskopplung des aktuellen Albums, um ein paar Gedanken über The Screenshots’ 2 Millionen Umsatz mit einer einfach Idee loszuwerden. Ich finde, dass es ein äußerst gelungenes Album geworden ist und für die Band einen wirklichen Sprung in den Mainstream der deutschen Medienmitte gewesen ist.

Schade hingegen fand ich, dass viele der gerade einmal elf Titel auf dem Album bereits Monate, im Fall von Wir lieben uns und bauen uns ein Haus schon ein Jahr vorher veröffentlicht wurden. Ich schüttel mir den Post hier gerade mitten in der Nacht aus dem Handgelenk und habe nichts recherchiert. Das liegt bestimmt an der verletzungsbedingten Pause im Frühjahr (weshalb ich die Band auch leider nicht live erleben könnte, was schon geil gewesen wäre so rückblickend kurz vor dem Lockdown) sowie der Coronaproblematik inklusive angepasster Veröffentlichungspolitik oder Produktionsproblemen im vergangenen Jahr.

“Snacks”, Liebe Grüße an alle und Die Welt geht noch nicht unter arbeiteten mit charmanten Videos und Träume war dann eine schöne, passgenaue Single für den Start in die Charts mit der Albumveröffentlichung. Auch Susi Bumms’ erster Gesangstrack “John Mayer” darf bitte nicht das letzte dieser Art Experimente gewesen sein. Leider war dann aber nach dem ersten Hören so ein bisschen die Luft raus bei mir. Die meisten Tracks waren lange bekannt, vertraut und mehr als die Hälfte hatten sogar einen Vorabrelease mit Musikvideo. Da stellte sich schon so ein bisschen die Frage nach dem ersten Blick auf die Tracklist: Das war’s jetzt?

Als Gesamtwerk bleibt das Album eine beeindruckende, freie und einzigartige Indieplatte, die aktuell ihresgleichen sucht in Deutschland. Meine Lieblingssong des Albums, “Airbnb” und “j@@@@@@@”, bleiben die für mich einzigen Tracks, die noch an die fulminante Ein Starkes Team EP erinnern. Die wirken losgelöst und besitzen dazu den losgelösten Lo-Fi-Charme auf instrumentaler Ebene, in den ich mich verliebte. Jetzt wirkt das runder, die Instrumente klarer, die Produktion ist spürbar besser, aber es geht auch damit einfach etwas verloren. Diese Entwicklung ist aber naheliegend und verständlich.

Auch lyrisch wirken die Texte inzwischen so, als ob man sich bei den Sh00ters nun bewusst ist, dass jemand zuhört. “Team”, “Bühne” oder “Sonnenschein” waren da noch Ideen, die eher befreit vom Herzen kamen und raue Emotionen transportierten, statt einer Kölner Medienbubble gefallen zu wollen. Daher sind es gerade die Tracks, die bisher kaum Beachtung geschenkt bekommen hatten, die hängen bleiben und Bilder kreieren. In “Walter White ist tot (und vieles in mir auch)” entstehen Stimmungen, die sich weniger an einen Adressaten richten oder ein Thema auf den Arm nehmen, sondern eine innerliche Gefühlslage mit Verve und einer gewissen Wut formulieren. Darin brilliert die Band einfach und davon wünsche ich mir mehr.

Randnotiz: Ich wundere mich darüber, wie genau die Entscheidung auf die Anzahl der @s im Titel fiel. War es einfach eine belieblige Entscheidung, über die niemand groß nachdachte? Ging es um Ästhetik und die Frage, welche Länge am besten aussieht? Hat jemand J@@@@@@@@ geschrien und so lange auf die Taste gedrückt, wie der Schrei ging? Oder war es eine genau Überlegung, wie viele @s genau reingehören, um einen gewünschten Schrei zu erzeugen? Also ich finde das sind sehr wichtige Fragen und hoffe, dass jemand die Chance im nächsten Interview ergreift und dieser Sache auf den Grund geht.

Ein traurig gestimmter Max Richter spielt ein halbes Dutzend Kompositionen von Daheim aus statt in großen Sälen. Dafür aber mit Welpe im Hintergrund. Ein besonderer Charme.

Ich lehne mich ein wenig aus dem Fenster und behaupte mal, dass dies das bisher beste Animal Cover ist. Hammer!

Gleichzeitig bedrückend und hoffnungsvoll. Mag auch sehr, wie “no more runway” eine ambivalente Aussage ist, die Druck aufbaut und selbst beim Abheben ist nicht die Landung sicher. Dennoch: Ich wähle die Hoffung.

BuffCorrell covert Baka Mitai

01 Jan, 2021 · Sascha · Musik · 0 comments

Leider handelt es sich hier um die englische Variante, aber was soll’s. So kann man in ein neues Jahr starten.