Fernsehen - PewPewPew


Netflix

Bei Stranger Things kommen viele Dinge zusammen, die im Internet gut gehen: Streaming, Nostalgie, Toys, 80s, Synthiewaves, etc. Dennoch ließ mich dieser selbstgefällige sowie uneigenständige Mix bisher immer sehr unzufrieden zurück. In unseren beiden Podcastbesprechungen der Serie im Werewolves on Wheels Podcast traf diese Kritik immer auf Unverständnis. Der Hype ist stark, auch jetzt wieder. Die anderen Trailer postete ich erst gar nicht, weil mich der Nostalgiefaktor fast erschlug. Hier im finalen Trailer finde ich eigentlich, dass es soweit geht. Vielleicht gelingt es der Serie die groben Fehler aus der zweiten Staffel zu beseitigen (z.B. dieser grässliche Lost Boys Sideplot mit Eleven) und dabei gleichzeitig endlich eine eigene Mythologie aufzubauen, die nicht ständig auf Klassiker zurückgreift. Vielleicht bleibt am Ende aber auch einfach nur wieder der recht gute Score, wer weiß? Am 4. Juli geht die ganze Staffel online. Wie schon seit Staffel 1 habe ich eigentlich richtig Bock auf die Serie, aber ich bin gespannt, wie sie es dieses Mal verhauen werden.


AMC

K(l)eine Überraschung: Die bereits im Marketing verkündete Rückkehr einer wichtigen Nebenfigur aus der Mutterserie findet diese Woche in Fear the Walking Dead statt. Trotzdem ist es etwas anderes, das die Serie in fahrt bringt.

Fear the Walking Dead gelingt mit der 3. Folge der 5. Staffel, Der San Antonio Split, die erfolgreiche Wiedereinführung einer Figur aus der Mutterserie. Gleichzeitig weben die Autoren einige Handlungsfäden der Geschichte zusammen.

Das macht jedoch noch keine gute Folge aus. Erneut scheitert die Serie bei der Glaubhaftigkeit ihrer Konflikte oder der schieren Plausibilität ihrer Erzählung. Vielleicht ist es Zeit, diese Ansprüche in Zukunft einfach fallen zu lassen.

Fear the Walking Dead – June und John retten die Show

Ohne John Dorie (Garret Dillahunt) und seine geliebte Junebug (Jenna Elfman) wäre Fear The Walking Dead verloren. Bereits in der vergangenen Staffel gehörten die Bottle-Episoden mit dem Liebespaar zu den wenigen Lichtblicke der Serie. Nun sind die Beiden wieder unterwegs. Die Gruppe hat sich erneut in Teams aufgeteilt, um die Region auszukundschaften und die Zombie-Straßensperren zu beseitigen.

Per Walkie-Talkie werden die Standpunkte zurückgemeldet, sodass Luciana (Danay Garcia) auf einer Karte langsam ein eingekreister Gegner erscheint. Die Auflösung dieser Erkenntnisse verschiebt Fear the Walking Dead jedoch auf die nächste Folge, ebenso wie viele andere Figuren: Luciana und Alicia (Alycia Debnam-Carey), aber besonders auch Morgan (Lennie James) kommen in dieser Episode recht kurz. Ein absoluter Segen, die Serie kann endlich atmen.

In Fear the Walking Dead trennen sich wieder die Wege

Je weniger über diese Handlungsstränge gesagt wird, desto besser. An einer Stelle zum Beispiel fahren Luciana und Alicia mit ihrem Auto über ein Nagelbrett, die Reifen des Autos platzen und das Auto landet im Seitengraben. Morgan eilt zur Hilfe. Wird das Nagelbrett vorher beseitigt? Natürlich nicht.

Gleichzeitig saugt die ständige Bereitschaft anderer Teammitglieder, selbst über große Distanzen hinweg, kleine Konflikte auf. Die Gruppe aufzuteilen, sollte eigentlich ähnliche Abschiedsszenen wie die aus Before Sunrise hervorrufen. Ein Versprechen zum Wiedersehen, das nicht sicher ist.

In Fear The Walking Dead besitzt jede Figur zu jeder Zeit ein Walkie-Talkie und so gibt es in dieser Staffel etliche nervige Szenen, in denen die Figuren ins Nichts starren und in ein Gerät sprechen. Das ist visuell natürlich langweilig und raubt dazu dem Szenario der Zombieapokalypse bedrohliche und starke Gefühle der Einsamkeit.

Allgemein ist es verwunderlich, dass erneut alle Figuren so einfach aufeinandertreffen – und das wiederum ohne Hilfsmittel, sondern per Zufall. Laut Autor Robert Kirkman existieren von The Walking Dead noch ungefähr 1,6 Millionen Menschen. Und das weltweit! Es existierten etliche Todeszonen, in denen niemand mehr lebte.

Wer weiß schon, ob das Serienuniversum von den gleichen Zahlen ausgeht. Es spielt aber auch keine Rolle, denn wir sehen nicht mehr Menschen, sondern stoßen immer wieder auf die gleichen. Das hebt erneut die Hirnrissigkeit des gesamten Plots hervor. Für wen, außer seinen Narzissmus, tut er das? (weiterlesen…)


AMC

Fear The Walking Dead konkretisiert in dieser Woche die Bedrohung mit einigen Parallelen zu HBOs Hit Chernobyl. Schlauer macht das die Folge aus der 5. Staffel jedoch nicht.

Es gibt keine Herausforderung, die Fear the Walking Dead nicht bewältigt. Stürzten in der vergangenen Woche alle Überlebenden gemeinsam in einem Flugzeug ab, sind in der 2. Folge der 5. Staffel (Unvermeidbarer Schmerz) schon wieder alle in kleine Grüppchen aufgeteilt, die ihre eigenen Ziele verfolgen.

Immerhin werden aber bis auf die neuen Truckerfreunde alle auch bespielt. Und natürlich Althea, die weiterhin verschwunden ist und von deren Entführern, die ziemlich sicher etwas mit Ricks Abschied in der Hauptserie zu tun haben, bisher auch jede Spur fehlt. Morgan (Lennie James) und Alicia (Alycia Debnam-Carey) stoßen auf ihrer Suche nach Althea auf eine neue Figur, die ein spannendes Problem in das Zentrum der Serie rückt.

Fear the Walking Dead auf den Spuren von Chernobyl

In den Vereinigten Staaten gibt es 60 kommerziell geführte Atomkraftwerke mit 98 Reaktoren. Fear The Walking Dead hat gezeigt, dass die Zivilisation nicht direkt von jetzt auf gleich wie in vergleichbaren Klassikern (z.B. Dawn of the Dead) untergeht, sondern dass der Zerfall in Schritten erfolgt. Somit bliebe ein bisschen Zeit, diese Kraftwerke für den SuperGAU zu sichern und zumindest diese Apokalypse zu verhindern.

Dieser Ernstfall wird nun auch endlich Teil des Zombieuniversums. Während sich andere Zombienarrative entweder gar nicht oder explizit (siehe Max Brooks Roman World War Z, nicht World War Z mit Brad Pitt) mit der Problematik beschäftigen, hat Fear nur Budget und Interesse für den halbherzigen Mittelweg, was gerade angesichts des aktuellen Hypes um die HBO-Serie Chernobyl auffällt. Dennoch stellt das Szenario eine Adrenalinspritze ins Herz der Serie dar.

Die Nuklearwissenschaftlerin, auf die Morgan und Alicia stoßen, wirkt dazu wie frisches Blut im System der Show. Endlich ist da eine Figur, die keine geheime Mission hat, offen und ehrlich ist, und nur helfen will. Von ihr kommen keine geschwollenen Monologe, sondern klare Ansagen. Sie rettet unsere Helden vor radioaktiv verstrahlten Walkern und hilft Morgan, der fortan ein “Don’t mess with Texas”-Shirt anhat und seinen kontaminierten Stock zurücklassen muss. Ein lustiger und abwechslungsreicher Einfall.

Fear the Walking Dead hat mit interner Logik längst abgeschlossen

Das ist aber nicht die alleinige Bedrohung in dieser Staffel. Neben der Rückkehr durch den Trucker-King Logan, der teilweise nuklearen Schmelze und den Helicopter-Menschen kehrt auch Mystery-Man Daniel Salazar endlich in die Serie zurück. Schauspieler Rubèn Blades ist ein so erfolgreicher Sänger (und auch Politiker), dass er nicht auf die Serienbeteiligung angewiesen ist. Nachdem er in der letzten Staffel komplett ausgelassen wurde, schaut die Figur in der 5. Staffel von Fear the Walking Dead wieder vorbei.

Das letzte Mal, als wir Daniel sahen, schoss ihm Strand (Colman Domingo) eine Kugel durch die Wange. Ob Daniel überhaupt die Zerstörung des Damms überlebte? Die Antwort blieb uns die Serie bis zur letzten Folge schuldig. Nun treffen alle Figuren wieder im hunderte Kilometer entfernten Texas aufeinander. Texas ist übrigens doppelt so groß wie Deutschland. (weiterlesen…)


AMC

Nach einer Runderneuerung im vergangenen Jahr beginnt für Fear The Walking Dead mit der 1. Folge der 5. Staffel ein wahrer Neuanfang. Aber war es das wert?

Fear the Walking Dead kehrt zurück, die Vorfreude hält sich allerdings in Grenzen. Warum? Hier ein kurzer Rückblick: Die Serie startete als Alternativprogramm zu The Walking Dead und erzählte von den Anfängen der Zombieapokalypse, während Rick Grimes im Krankenhaus ein Nickerchen machte. Zwar gelang dem Spin-off in der 1. Staffel kein entscheidender Durchbruch, die Figuren zeugten dennoch von großem Potential.

Fear the Walking Dead muss sich in Staffel 5 beweisen

So überzeugte die Serie anfangs vor allem in ihren ruhigen Momenten, in denen Paul Haslingers pulsierende Musik den Ton angab und die Ungeheuerlichkeit des Zerfalls im Vordergrund stand. Die 2. Staffel war derweil von Längen geplagt, brillierte aber in einzelnen Passagen. Und dann das Wunder: Die 3. und gleichzeitig letzte Staffel des ehemaligen Showrunners Dave Erickson mutierte zu der besten im gesamten Walking Dead-Universum.

Doch das Glück sollte nicht lange halten. Seit Ericksons Abgang weht ein anderer Wind. Die Serie brauchte nur eine Staffelhälfte, bis die Figurenkonstellation nicht mehr wiederzuerkennen war. Hauptfiguren sterben am laufenden Band, während neu eingeführte Figuren große Freiräume zur Entfaltung ihrer Eindimensionalität erhalten.

Ganze Handlungsstränge wie den um die Natives oder Daniel Salazar wurden zuletzt fallen gelassen wie heiße Kartoffeln. Nun müssen die Kreativen in der 5. Staffel beweisen, ob es das alles wert war. Und darauf findet die Folge Here To Help (Gekommen, um zu helfen) nur schwer eine Antwort, weil Fear The Walking Dead weiterhin keine spannende Frage auf der Zunge brennt, die es zu beantworten gilt.

Während die Mutterserie aktuell mit dem Wiederaufbau der Gesellschaft zielstrebig für ein Thema brennt, findet es das Spin-off ganz gut, wenn man mal zu anderen Leuten etwas netter ist. Puh. Dazu trottet die Serie weiter vor sich hin und schleppt Strand (Colman Domingo) sowie Alicia (Alycia Debnam-Carey) als Überbleibsel aus vergangenen Zeiten mit. Zudem gelingt es Fear the Walking Dead immer noch nicht – und das ist leider ein echtes Problem -, aus Morgan (Lennie James) eine treibende Hauptfigur zu formen.

Morgans Hilfsmission in Fear the Walking Dead greift thematisch zu kurz

Das liegt insbesondere daran, dass Morgans Geschichte in The Walking Dead bereits zu Ende erzählt wurde. Als Spiegelung von Rick Grimes verlor der alleinige Überlebende einer Familie seine Nerven und brauchte eine Runderneuerung. Um die lange Abstinenz der Serienfigur zu erklären, schickten die Autoren Morgan auf eine spirituelle Reise, von der er mit einem moralischen Kodex zurückkehrte.

In Fear the Walking Dead wirkt Morgan nun wie ein Fremdkörper. (weiterlesen…)

Was wäre, wenn der Wettlauf ins All nie geendet hätte? Ronald D. Moores neue Fernsehserie wird uns dieses Szenarios in For All Mankind zeigen. Im Trailer wird bereits verraten, dass sich die Vereinigten Staaten nicht mit dem zweiten Platz zufriedengeben und als Ersatz planen, das Wettrennen zum Mars gewinnen. Unter vielen Astrofans eine beliebte Theorie, nun wird sie zumindest im Fernsehen real.

Die Serie knüpft an viele reale Begebenheiten an (die weiblichen Testpilotinnen aka Mercury 13 oder die Rede, die Nixon hätte lesen müssen, wenn Apollo 11 fehlschlägt) und sie verbiegt sich nicht zu stark, sondern bleibt in unserer Realität – nur eben einen Schritt zur Seite. Das sind immer die besten Geschichten mit alternativer Zeitlinie und die erste Mondlandung bietet sich als singuläres in der Zeitgeschichte perfekt als Ausgangslage an. Mich erinnert das Drama bisher sehr an Ministry of Space, den Comic von Warren Ellis, in dem die Briten Wernher von Braun gefangen nehmen, die dominante Nation im Weltall werden und das britische Imperium im Sonnensystem ausbreiten.

For All Mankind is created by Emmy® Award winner Ronald D. Moore (Outlander, Star Trek, Battlestar Galactica), Matt Wolpert and Ben Nedivi. Told through the lives of NASA astronauts, engineers and their families, For All Mankind presents an aspirational world where NASA and the space program remained a priority and a focal point of our hopes and dreams. For All Mankind stars Joel Kinnaman, Michael Dorman, Wrenn Schmidt, Shantel VanSanten, Sarah Jones and Jodi Balfour.

For All Mankind startet im Herbst auf AppleTV+.

And now our watch is ended. Gemeinsam mit Jenny Jecke, Matthias Hopf und Rajko Burchardt bespreche ich, was ein gutes Serienende ausmacht und ob Game of Thrones für uns die Erwartungen erfüllt hat.

Vielen Dank an die vielen Zuhörer in den letzten Wochen und für die reichlichen Kommentaren und andersweitigen Rückmeldungen. Das hat besonders mir diese letzte Staffel noch einmal etwas versüßt.

Für Feedback oder Fragen schreibt einen Kommentar unter den Post, eine Mail an mail@pewpewpew.de oder ihr schreibt @PewPewPewBlog auf Twitter. Wenn ihr uns unterstützen wollt, dann hinterlasst ihr dem Podcast eine positive Bewertung auf iTunes.

Shownotes:
Alle Bildquellen © HBO
Jennys Review auf Moviepilot
GoT 806: The Cast Signs Off
Rajkos Erwiderung auf Moviepilot: Die Kritik an Staffel 8 ist absoluter Unsinn

Play

Hier die Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:
MP3: pewcast036.mp3 (133 MB)
Soundcloud: PewCast 036: Game of Thrones 8×06 – The Iron Throne
iTunes: PewCast
Spotify: PewCast
Podcast-Feed: http://feeds.feedburner.com/pewcast


Disney/Lucasfilm

Mit reichlich Verspätung hier noch der Hinweis auf die vierzigste Ausgabe des Blue Milk Blues Podcast, in der ich mit Gastgeber Tobi die diesjährige Star Wars Celebration bespreche. Dabei geht es natürlich allen voran um The Rise of Skywalker, The Mandalorian, Fallen Order, die neue Staffel von The Clone Wars und sowie einige Panels. Dazwischen reflektieren wir immer wieder Disneys Vermarktungsstrategien und wie wir als Altfans mit dieser Masse an neuem Content zurechtkommen. Insgesamt ist der Podcast vielleicht etwas lang geraten, aber mit Tobi kann ich einfach ewig über Star Wars reden, was ich mir nicht entgehen lasse.

Link zum Podcast

Shownotes:

Wir sprechen über die Ankündigungen und Trailer der Celebration. Vom Sinn und Unsinn einer Veranstaltung wie der Celebration arbeiten wir uns über Jedi: Fallen Order langsam zum Episode IX Teaser und zu The Mandalorian vor.

Wir sind nicht immer einer Meinung und pfeiffen am Ende aus dem letzten Loch, aber von Mutmaßungen über den Namen Skywalker im Titel zu Diskussionen über die Größe des Todessterns, Palpatine und Werner Herzogs Akzent sind wir im Grunde alles losgeworden.

Links zu BMB und Podcast-Feeds:

Blue Milk Blues: #40: The Road To The Mandalorian
iTunes: Blue Milk Blues
Podcast-Feed: http://www.bluemilkblues.de/feed/podcast/

Die große Überraschung meines Englischstudiums war, dass ich Linguistik am Ende fast mehr mochte als Literatur, wegen der ich überhaupt das Studium begann. Wenn man versteht, wie eine Sprache funktioniert, entwickelt sich ein größeres Verständnis für ganze Sprachfamilien, woher Einflüsse kommen und das finde ich extrem spannend.

David J. Peterson hat Dothraki, Valyrian und ein Dutzend anderer Sprachen für Fantasywelten erfunden und darüber ein Buch geschrieben (kein Partnerlink). Für die Nerd-Kollegen von WIRED erklärt er oben im Video, wie das geht. Weiterhin bewertete er die Aussprache von Emilia Clarke und anderen Schauspielern, die seine Sprachen lebendig werden lassen.

Es ist verständlich, dass die wirkliche Arbeit hinter den Sprachen erheblich aufwendiger ist, als dass Peterson sie in einem kleinen Video erklären könnte. Deshalb hier zwei längere Videos für den deep dive. (weiterlesen…)