Fernsehen - PewPewPew

Erst letzte Woche zog ich ein ziemlich enttäuschtes Zwischenfazit der laufenden Staffel, da haut The Clone Wars diesen actiongeladenen Trailer zu den finalen vier Folgen raus. Raumschiffe, Schlachten, Mandalorianer, Lichtschwerter, geil! Die Klonkriege enden für Ahsoka auf Mandalore mit einem Wiedersehen mit Anakin, Obi-Wan und Maul. Vielleicht enden sie für uns als große Unterhaltung à la Episode 3,5? Der lang angeteaste “Siege of Mandalore”-Arc könnte tatsächlich der Serie trotz aller Kritik zur Punktlandung verhelfen.

Who watches the Watchmen? Nicht ganz so viele scheinbar, denn Damon Lindelofs Serien-Adaption des legendären Stoffes kam und ging. Einen breiten popkulturellen Fußabdruck bleibt die Serie noch schuldig, was sicherlich nicht an ihrer hervorragenden Qualität liegt.

Watchmen ist ein schockierendes wie prägendes Portrait der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Auseinandersetzung mit den Themen und fortgeführten Gedanken ist schwierig und oft schmerzvoll. Zusammen mit Philipp Süßmann sprach ich in der neuen Folge des PewCasts darüber, was den Comic groß macht, wie Zack Snyder vorlegte und wie HBO nun den Ball zurückschmetterte.

Shownotes:
Bildquelle: HBO
HBO: The Official Watchmen Podcast

Hier die Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:
MP3: pewcast048.mp3 (64 MB)
Soundcloud: PewCast 048: Watchmen
iTunes: PewCast
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The Clone Wars war immer ein Mosaik aus kleinen Geschichten. Von weitem betrachtet bilden sie trotz ihrer losen Verbindungen eine epische Erzählung der Klonkriege aus Star Wars. Das hatten die Filme verpasst.

Die Konstanten der Serie waren Obi-Wan Kenobi, Anakin Skywalker und Ahsoka Tano, auch wenn diese durchaus auch mal eine Pause einlegten, während sich die Serie in mehreren Episoden, verbunden zu sogenannten Arcs, gerne auch anderen Jedi, Padmé oder kriminellen Gruppierungen widmete.

Das nun nachgeschobene Ende der vor 5 Jahren eigentlich abgesetzten Serie in Form von zwölf Episoden, die wöchentlich auf Disney+ veröffentlicht werden, war für viele Fans Balsam für die Seele. Durch Star Wars: Rebels, einen Roman mit Ahsoka, die veröffentlichten Storyboards und Pre-Vis über StarWars.com und ja auch Revenge of the Sith wissen wir natürlich, wo die Figuren schlussendlich landen und wie ihre Geschichten enden. Schlussendlich war nur die Abfolge der Ereignisse unbekannt.

Daher war der Trailer für Staffel 7 so verheißungsvoll. Zu sehen sind nicht nur die coolen Bad Batch Klonkrieger, sondern auch der langerwartete Siege of Mandalore, während dem Darth Maul entthront und Ahsoka die Order 66 erlebt. Bisher ist davon jedoch recht wenig zu sehen. Aus einer finanziellen Sicht war es klar, dass die ohnehin fast fertig produzierten Bad Batch Folgen günstig vollendet werden würden. Dass Serienschöpfer Dave Filoni seine Hauptfigur in den Mittelpunkt stellen würde, kommt auch wenig überraschend. Insbesondere wenn man die Bedeutung betrachtet, die ihm und der Figur bei der Forterzählung von Star Wars beigemessen wird.

Für einen befriedigenden Abschluss mit dem Siege of Mandalore musste die Rückkehr Ahsokas aufgebaut werden. Somit muss ihr Leben nach dem Verlassen des Jedi-Ordens kurz beleuchtet werden. Das führt aktuell zu dem Gefühl, dass eine gesamte Staffel in wenige Folgen gepresst werden muss. An und für sich schon ein sehr schwieriges Unterfangen. Da die Serie aber auf ein Finale zusteuert und wohl auch in Revenge of the Sith überschwappen wird, was eine unglaublich spannende Idee darstellt, muss nun Stoff von sechs Staffeln in die vier Finalfolgen gestopft werden.

Daher ist es äußerst frustrierend, dass Ahsokas Abstecher in die kriminelle Unterwelt mit ihren neuen Freundinnen aktuell soviel Zeit verschlingt und wie in der vergangenen Folge zum Beispiel damit endet, dass die Figuren wieder genau dort landen, wo sie anfingen und nichts Neues dabei lernten. Immerhin kündigen sich mit den Mandalorianern nun endlich Querverbindungen an, aber die Aufteilung in drei Mal vier Folgen erscheint mir als großer Fehler. Maul, Mandos, Gehirnchips, Order 66, Rex und seine Truppe – unglaublich viel Stoff für die letzten vier Folgen.

The Clone Wars startete mit einem miserablen Film. Ich erinnere mich noch genau an meine immense Enttäuschung: Ein neuer Star Wars Film im Kino — und mir fielen die Augen zu. Die Serie weitete sich aus, wurde besser, die Animation anschaubar. Schlussendlich entstand eine ganz spannende und neue Phase in der Star Wars Zeitrechnung. Viele Teenager und junge Erwachsene verbinden mit Star Wars vor allem diese Serie, die sie das Franchise lieben lernte. Grafisch ist das Niveau immer noch besser als Rebels und erzählerisch sicherlich auch kompetenter sowie anspruchsvoller als das fürchterliche Resistance. Aber bislang bleibt der langersehnte Abschluss bestenfalls unterhaltend, realistisch betrachtet aber eher belanglos. The Clone Wars startete mit einem Film und vielleicht hätte es auch die epischen Ausmaße eines Films gebraucht, um die Geschichte gebührend zu Ende zu erzählen.

Parodie-Wunderkind Nick Lutsko produzierte ein Tiger King Disney-Musical mit den Originalzitaten von Joe Exotic.


AMC

Fans von The Walking Dead müssten gerade aus dem Häuschen sein. Im 10. Jahr des Zombiephänomens werden gleich 3 Serien die Geschichte weitererzählen. Mehr ist aber nicht immer besser.
Es bricht ein goldenes Zeitalter für Zombiefans an. Im zehnten Jahr von AMCs The Walking Dead Phänomen werden gleich drei Serien über die Bildschirme flackern. Zunächst macht die Comic-Adaption den Anfang und wird die Geschichte um Alphas Whisperer zu Ende erzählen. Basierend auf dem Cliffhanger der ersten Staffelhälfte und den verheißungsvollen Trailern erwartet Fans nicht nur die größte Zombiehorde aller Zeiten, sondern auch ein Geschnetzel sondergleichen.

Das goldene Zombiezeitalter

Danach entführt uns das zweite Spin-off The Walking Dead: World Beyond in die ferne Zukunft der Zombieapokalypse, in der die Menschheit so gut wie gewonnen hat. Große Gebiete wurden abgesichert und ein hoher Zivilisationsstandard ist zurückgekehrt, auch wenn die Gefahr der Zombies außerhalb der Grenzen weiterhin fortbesteht. Eine neue Generation an Teenagern, den strengen Sicherheitsauflagen ihres Alltags überdrüssig, sucht das Abenteuer.

Schlussendlich wird im Sommer auch Fear the Walking Dead zurückkehren. Das erste Spin-off hat durch den Wechsel der Showrunner und den Austausch an Hauptfiguren und Handlungsorten eine derartig krasse Veränderung hinter sich, dass man auch gut und gerne vom Spin-off im Spin-off reden kann. Die letzte Staffel endete mit einem massiven Cliffhanger und Fans der Serie können sich über die vielen Verbindungen zur Originalserie freuen.

Kein Ende in Sicht

Neue Serien, neue Staffeln und noch lange kein Ende in Sicht. Fans von Zombies, Gore und Menschen, die wagemutige Entscheidungen in Überlebenssituationen treffen, können sich noch Jahre an guter Unterhaltung sicher sein.

Doch das Netz, das das Serienuniversum unter Zombiepate Scott M. Gimple auswirft, wird kleiner. Die von Zombies überrannte und dem Zerfall überlassene Welt ist schon lange nicht mehr der große Bringer. Überlebensgroße Bösewichte, Crossover oder hanebüchene Cliffhanger scheinen häufig die einzigen Mittel zu sein, mit der die Serie noch begeistern kann. (weiterlesen…)

In der Selbstisolation finden viele Leute endlich die Zeit, um ihre Festplatten auszumisten und finden dort ganze Schätze. So hat auch dieses wunderbare Video den Weg erst jetzt online gefunden. Es handelt sich um eine Folge der Sat.1 Talkshow von Johannes B. Kerner aus dem Jahr 1997, in der die Gäste über Gewalt in Horrorfilmen, Alterseinstufungen und sensible Kinder diskutierten. Und ich muss gestehen, dass ich selten so gelacht habe. Wirklich jeder zweite Satz ist ein absoluter Knaller, man könnte das nicht besser schreiben. Kerner ist auch mit einigen Momenten am Start, die heute ganze Karrieren enden würden. Absolute legendäre Sendung.

Ich vermisse diese Zeit so sehr. Die Welt war eine bessere, als Idioten noch in Talkshows vom Publikum ausgelacht wurden. Ein autokorrektives Instrument, Therapie auf gesellschaftlichem Niveau. Vielleicht ist auch genau das das große Problem mit den sozialen Medien. Wir lesen da eine Meinung, sehen aber nicht die Person mit all ihren Facetten, hören sie es nicht sagen, mit Akzent oder Eigenheiten. Und dann glaubt man, man müsse das ernst nehmen.

Noch lange nachdem The Walking Dead unter der Führung von Scott M. Gimple zu Grabe getragen wurde, hatte die Serie neben Andrew Lincoln immer noch einen verbleibenden Lichtblick anzubieten: Die Poster. Und keines ist so ikonisch und berühmt wie das der ersten Staffel, wo dem Rick Grimes auf seinem edlen Ross ins postapokalyptische Atlanta reitet. Das Poster ist eine treue Nachbildung einer Zeichnung von Tony Moore aus der ersten Ausgabe des Comics. Dank des Coronavirus’ und social distancing kann man derzeit The Walking Dead im wahren Leben sehen, nur eben ohne Zombies (noch).

In den Replies hat dann noch jemand das Foto weiter serientreu bearbeitet. Pretty cool.

Phoebe Waller-Bridge und Vicky Jones haben eine neue Serie für HBO geschrieben und produziert. Sie heißt RUN, hat eine tolle Prämisse und fantastische Schauspieler, aber keinen guten Trailer. Ich würde soweit gehen und sagen, dass er ohne die Synopsis (“Ruby, a woman living a humdrum existence, gets a text inviting her to fulfill a youthful pact promising true love and self-reinvention by stepping out of her life to take a journey with her oldest flame.”) völlig unverständlich ist, aber man spürt schon diese gewisse Fleabag-Energie und das zieht mich extrem an. Sehr spaßiges Konzept, ab April dann bei HBO und wohl hoffentlich zeitgleich bei uns via SkyTicket zu sehen.