Wissenschaft - PewPewPew

Rare Moon Moments

25 Jul, 2019 · Sascha · Wissenschaft · 0 comments

Jeder kennt die ersten Worte von Neil Armstrong auf dem Mond. Aber nur Raumfahrtfans sind mit den anderen und teilweise sehr ulkigen Momenten der anderen Astronauten vertraut, deren Zeit auf dem Erdtrabanten wesentlich faszinierender war. Nicht dabei im Video sind die singenden Astronauten Cernan und Schmitt von Apollo 17 und mein persönlicher Lieblingsmoment bei der Landung von Apollo 12, als Alan Bean Pete Conrad kameradschaftlich zusicherte: “Plenty of gas, babe.”

Mehr davon in For All Mankind und diesem YouTube-Clip.

Apollo 11 in Real Time

16 Jul, 2019 · Sascha · Wissenschaft · 2 comments

Existiert schon viele Jahre, aber zum 50. Jubiläum des ersten Mondlandung natürlich besonders cool: Apollo in Real Time zeigt durch Video- und Audioaufnahmen die gesamte Mission von Anfang bis Ende. Die Seite stellt mit Abstand eines der spannendsten und beeindruckendsten Projekte des Internets dar. Die Details sind der echte Wahnsinn. Die Seite ist ein sehr schönes Update des WeChooseTheMoon-Projekts über das ich vor 10 Jahren bloggte, damals zum 40. Jahrestag, damals noch in Flash! Krass, wie die Zeit vergeht.

Alternativ könnt ihr auch dem Apollo50th-Account auf Twitter folgen, der ähnliche Updates in den nächsten Tagen liefern wird.

ISS-Hotel

Die NASA baut aus Geldnot und fehlender Zukunftsperspektive ein Gästebett in die ISS. Weltraumtourismus ist kein neues Thema, aber in der Form dann doch relativ revolutionierend und zukunftsweisend. Für uns Normalsterblichen bleibt der Wunsch einer dauerhaften Reise in den Weltraum zwar weiterhin unbezahlbar, aber immerhin könnte das vielleicht in 50 Jahren Normalität (und bezahlbarer) sein, wenn die Idee greift.

Nasa is to allow tourists to visit the International Space Station from 2020, priced at $35,000 (£27,500) per night. (FUCK)

The US space agency said it would open the orbiting station to tourism and other business ventures. There will be up to two short private astronaut missions per year, said Robyn Gatens, the deputy director of the ISS.

Nasa said that private astronauts would be permitted to travel to the ISS for up to 30 days, travelling on US spacecraft. “Nasa is opening the International Space Station to commercial opportunities and marketing these opportunities as we’ve never done before,” chief financial officer Jeff DeWit said in New York.

Nasa said that private commercial entities would be responsible for determining crew composition and ensuring that the private astronauts meet the medical and training requirements for spaceflight.

The two companies hired by Nasa are Elon Musk’s SpaceX, which will use its Dragon capsule, and Boeing, which is building a spacecraft called the Starliner. These companies are likely to charge any private astronaut a similar “taxi fare” to what they intend to charge Nasa for its astronauts – close to $60m per flight.

Mars-Methan-Mikroben

Aufregende Nachrichten von unserem roten Nachbarsplaneten: Der NASA-Rover Curiosity hat hohe Methankonzentrationen gemessen, die auf mögliches Leben hindeuten könnten. Methan kann auch aus dem Inneren des Planeten stammen und durch geologische Vorgänge an die Oberfläche treten. Ich lehne mich aber mal aus dem Fenster und glaube basierend auf den Erkenntnissen der letzten Jahre, dass wir in den nächsten 15 Jahren außerirdisches Leben in Form von Mikroben auf dem Mars entdecken werden.

Dragonfly auf Titan

Apropos außerirdisches Leben: Kein anderer Himmelskörper ist unserer Erde so ähnlich wie der Saturn-Mond Titan. Nach der Cassini-Huygens-Mission will man nun eine Drohne zum Titan fliegen, die über die Mondoberfläche fliegen wird. Leider wird das Ding wohl erst, sofern alles klappt, in fünfzehn Jahren landen. Puh.

The mission—led by Elizabeth “Zibi” Turtle, a planetary scientist at the Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory (APL) in Laurel, Maryland, and also managed by APL—will launch in 2026. It represents a calculated risk for the agency, embracing a new paradigm of robotic exploration to be used on a distant moon. “Titan is unlike any other place in the solar system, and Dragonfly is like no other mission,” said Thomas Zurbuchen, NASA’s associate administrator for science in Washington, D.C., while announcing the mission’s selection. “The science is compelling. It’s the right time to do it.”

Für Kenner ist es wohl keine Neuigkeit, dass der zukünftige Ressourcenabbau im Sonnensystem zu neuen Konflikten zwischen Politik, Gesellschaft und Wirtschaftsmächten führen wird, trotzdem stellt dieses Video-Essay eine schöne Zusammenfassung vom New Yorker zu den bestehenden und bald notwendigen Gesetzen des neuen Goldrauschs dar.

Die große Überraschung meines Englischstudiums war, dass ich Linguistik am Ende fast mehr mochte als Literatur, wegen der ich überhaupt das Studium begann. Wenn man versteht, wie eine Sprache funktioniert, entwickelt sich ein größeres Verständnis für ganze Sprachfamilien, woher Einflüsse kommen und das finde ich extrem spannend.

David J. Peterson hat Dothraki, Valyrian und ein Dutzend anderer Sprachen für Fantasywelten erfunden und darüber ein Buch geschrieben (kein Partnerlink). Für die Nerd-Kollegen von WIRED erklärt er oben im Video, wie das geht. Weiterhin bewertete er die Aussprache von Emilia Clarke und anderen Schauspielern, die seine Sprachen lebendig werden lassen.

Es ist verständlich, dass die wirkliche Arbeit hinter den Sprachen erheblich aufwendiger ist, als dass Peterson sie in einem kleinen Video erklären könnte. Deshalb hier zwei längere Videos für den deep dive. (weiterlesen…)


Olly Moss

Welche ist die beste Pokémon-Region aller Zeiten? Johto, Kanto oder doch Hoenn? Alles falsch, die beste Region steckt in eurem Kopf. Forscher der Uni Stanford fanden in einer Studie heraus, dass Pokémon in einem ganz bestimmten Teil des visuellen Kortex abgespeichert werden.

Die Studie versammelte echte Nerds, testete ihr Expertenwissen und verglich dann ihre Hirndaten mit denen von Nicht-Fans, als ihnen Bilder der Taschenmonster gezeigt wurden. Beim Pokémon-Experiment hatte man gering variable Bedingungen beim Erlernen der Muster (gleicher Abstand zum Bildschirm des Gameboys, ungefähr gleicher Winkel vom Screen zur Netzhaut, identische Figuren) und es konnte bewiesen werden, dass alle Teilnehmer der Studie Pokémon am gleichen Ort abgespeichert haben, der normalerweise für das Erkennen von Tieren verantwortlich ist. (via)

“It’s been an open question in the field why we have brain regions that respond to words and faces but not to, say, cars,” says first author Jesse Gomez, a cognitive neuroanatomist who currently works at UC Berkeley. “It’s also been a mystery why they appear in the same place in everyone’s brain. What was unique about Pokémon is that there are hundreds of characters, and you have to know everything about them in order to play the game successfully. The game rewards you for individuating hundreds of these little, similar‑looking characters,” Gomez explains. I figured, ‘If you don’t get a region for that, then it’s never going to happen.’ Our findings suggest that early childhood visual experience shapes the functional architecture of high-level visual cortex, resulting in a unique representation whose spatial topography is predictable.”


NASA/JPL

“Meine Akkustand ist niedrig und es wird dunkel.” Als im Sommer letzten Jahres ein globaler Sandsturm den kompletten Mars einhüllte, merkte das auch der NASA Rover Opportunity, da er mit seinen Solarpanels auf Sonnenenergie angewiesen ist. Es sollte Opportunitys letzte Statusmeldung sein, ein erneutes Anpingen in dieser Woche durch Mitarbeiter des JPL blieb nämlich erfolglos.

Damit haben wir nun wohl die endgültige Bestätigung, dass Oppy den Sturm nicht überlebt hat. Selbst wenn ein erneuter Sturm – Sand war hier ohnehin nicht wörtlich zu verstehen, es handelt sich eher um klitzekleine Staubpartikel – die zugestaubten Solarkollektoren befreien würde, hat die marsianische Kälte inzwischen Oppy bereits zerlegt. Der Rover braucht die Energie nämlich auch Warmbleiben.

Traurig, aber dennoch eine monumentale Leistung, denn Oppys ursprüngliche Mission ging eigentlich nur 90 Tage und das war im Jahr 2004. Viele Tributes entstanden und Menschen weltweit bekundeten ihr Mitgefühl für einen Roboter fernab auf einem anderen Planeten.

Daher hier der beste Post, den Tumblr je hervorgebracht hat. Eines Tages wird jemand um Oppy ein Museum bauen und dann ist er nie wieder alleine.

gosh but like we spent hundreds of years looking up at the stars and wondering “is there anybody out there” and hoping and guessing and imagining

because we as a species were so lonely and we wanted friends so bad, we wanted to meet other species and we wanted to talk to them and we wanted to learn from them and to stop being the only people in the universe

and we started realizing that things were maybe not going so good for us– we got scared that we were going to blow each other up, we got scared that we were going to break our planet permanently, we got scared that in a hundred years we were all going to be dead and gone and even if there were other people out there, we’d never get to meet them

and then

we built robots?

and we gave them names and we gave them brains made out of silicon and we pretended they were people and we told them hey you wanna go exploring, and of course they did, because we had made them in our own image

and maybe in a hundred years we won’t be around any more, maybe yeah the planet will be a mess and we’ll all be dead, and if other people come from the stars we won’t be around to meet them and say hi! how are you! we’re people, too! you’re not alone any more!, maybe we’ll be gone

but we built robots, who have beat-up hulls and metal brains, and who have names; and if the other people come and say, who were these people? what were they like?

the robots can say, when they made us, they called us discovery; they called us curiosity; they called us explorer; they called us spirit. they must have thought that was important.

and they told us to tell you hello.

Vorher auf PewPewPew:
Opportunity ein Jahrzehnt auf dem Mars
Opportunity goes per aspera ad astra

Isaac Chotiner vom New Yorker hat Harvard-Professor Avi Loeb zu Oumuamua und dessen Artikel im Scientific American interviewt, wo Loeb die mir auch nicht mehr aus dem Kopf gehenden Fakten zu dem … Ding zusammenfasst. Es ist schwer darin nicht ein verpasstes Rendezvous with Rama Szenario zu erkennen. Was, wenn wir die Möglichkeiten gehabt hätten, Oumuamua früher zu entdecken oder eventuell sogar abzufangen? Der Gedanke macht mich verrückt.

I approached this with a scientific mind, like I approach any other problem in astronomy or science that I work on. The point is that we follow the evidence, and the evidence in this particular case is that there are six peculiar facts. And one of these facts is that it deviated from an orbit shaped by gravity while not showing any of the telltale signs of cometary outgassing activity. So we don’t see the gas around it, we don’t see the cometary tail. It has an extreme shape that we have never seen before in either asteroids or comets. We know that we couldn’t detect any heat from it and that it’s much more shiny, by a factor of ten, than a typical asteroid or comet. All of these are facts. I am following the facts.

The New Yorker: Have Aliens Found Us?