02 Sep, 2025 · Sascha · Wissenschaft · 0 comments
Aktuell blicken viele Teleskope der Welt wieder zu einem interstellaren Besucher: 3I/Atlas. Dieser Komet ist das dritte bisher von Menschen beobachtete Objekt, das nicht aus unserem Sonnensystem stammt und hier nur einen kurzen Abstecher macht. Das vom Frühwarnsysem Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aufgespürte Objekt ist nicht ganz so enigmatisch wie Oumuamua, das für uns wohl ewig ein Mysterium bleiben wird, aber dennoch richtig spannend, weil wir diesen Kandidaten recht früh erspäht haben und ihn nun gut beobachten können bei seiner Stippvisite. Das schöne Video von den guten Leuten bei SpaceRip fasst den bisherigen Kenntnisstand kompetent und kompakt zusammen.
06 Aug, 2025 · Sascha · Film,Wissenschaft · 0 comments
Wer es aushält, dass der pedantische Neil deGrasse Tyson hier Kip Thorne ständig ins Wort fällt und der Nobelpreisträger, der Christopher Nolan bei der Drehbuchentwicklung von Interstellar wurmlochmäßig beriet, einige Fakten aus dem Film verdreht, der darf sich gerne die neue Folge StarTalk geben und ein bisschen etwas über die “Science of Interstellar” lernen. Lasst mich mal kurz bisschen angeben und sagen, dass ich das Thornes Buch schon vor 10 Jahren las und mir daher dieses Video nicht so viel Neues erzählte. Aber ich habe trotzdem gerne zugehört!
27 Jul, 2025 · Sascha · Wissenschaft · 1 comment
It’s literally never been more joever, nüchtern dargelegt von einem der wenigen wirklich Guten.
Sind wir über die 1,5 °C hinausgeschossen? 2024 war das erste Jahr, in dem der globale Temperaturschnitt über dem Limit des Pariser Klimaabkommens lag. Bedeutet das, dass wir das wichtigste Klimaziel der Menschheit endgültig verfehlt haben? Oder ist noch etwas zu retten? Was sagt die Wissenschaft? Und wie geht es jetzt weiter? Harald erklärt, was dieser Temperaturrekord wirklich bedeutet – wissenschaftlich, politisch und gesellschaftlich.
03 Jun, 2025 · Sascha · Wissenschaft · 0 comments
Neues Video vom wunderbaren John D. Boswell aka melodysheep über zukünftige Megastrukturen und kolossale Lösungen für Klima- und Energieprobleme unserer Erde. Ich denke mir immer, dass – sofern die durchschnittliche Lebenserwartung garantiert ist – ein Leben durchaus Zeit genug ist und der Tod wie ohne jetzt pathetisch klingen zu wollen wie die nächste Stufe eines Abenteuers einfach willkommen geheißen werden darf. Sure, it sucks, but you had your shot at it. Was mich bei dem Gedanken aber immer runterzieht ist, dass ich gern wissen würde, die die Show weitergeht. Wie viele Staffeln gibt es und wann kommt das nächste Finale? Wie viel verpasse ich noch?
Mit Blick auf die Erdgeschichte ist es keine Frage, dass wir uns mehreren Enden entgegenbewegen, aber wohl nicht dem unserer Spezies, die den Planeten noch länger im Laufe des Anthropozäns beeinflussen und formen wird. In welcher Weise zeigt das Video im absolut utopischsten Sinne. Dennoch hat das für mich seinen Reiz. Diese Science Fiction Spielereien mage ich daher besonders, weil sie keine realistischen, naheliegenden Lösungen anbieten, sondern kreativ nachdenken, was noch kommen könnte, wenn die Serie nicht gecancelled wird. Also was man eben verpasst. Spaßiges Mealtime-Video!
02 May, 2025 · Sascha · Film,Wissenschaft · 0 comments
Ich kann von EC Henrys Lore-Videos nicht genug bekommen. Kein anderer Content Creator setzt sich so spannend mit Star Wars auseinander. Wer wissen will, wie viel Tiefe in einer weit, weit entfernten Galaxis steckt, kommt an seinem Kanal einfach nicht vorbei. Wenn Astronomie auf Sci-Fi trifft, bricht das Worldbuilding zwar oft ein wenig in sich zusammen — aber das ist kein Problem. Auch hier geht es nicht um Fehlersuche, sondern um ein faszinierendes Gedankenexperiment, das mit echter Wissenschaft beantwortet werden kann. Und ja: Eigentlich sollte auf Tatooine, wie er zeigt, alles durch die zwei Sonnen auch zwei Schatten werfen. Und vielleicht ist es genau das, was Tatooine so besonders macht: ein Planet, der uns immer wieder zum Grübeln bringt, auch wenn wir längst genug Sand gesehen haben.
21 Apr, 2025 · Sascha · Wissenschaft · 0 comments
Schöne, kurze YouTube-Doku über Ingenuity, liebevoll „Ginny“ genannt, den Mars-Helikopter der Perseverance-Sonde, die 2021 im Jezero-Krater landete und seitdem dort forscht. Ingenuity wurde das erste Fluggerät, das auf einem anderen Planeten flog. In der dünnen Atmosphäre war das Design besonders herausfordernd – vor allem hinsichtlich der Rotoren, zumal das Gerät teilweise sogar mit handelsüblichen Komponenten (“off the shelf”) gebaut wurde. Diese Rotoren scheinen Ginny am Ende zum Verhängnis geworden zu sein. Die Doku zeigt, wie es wohl Anfang letzten Jahres zu dem Schaden kam.
Ein Fehlschlag ist das aber nicht. Die Drohne war ursprünglich für bis zu fünf Flüge ausgelegt. Am Ende schaffte sie 72. Ich bin sehr gespannt, wie es mit dem Drohnenprogramm weitergeht.
Damit endet auch das Video: Die nächste Generation soll wahrlich revolutionär werden. Ein Mars-Rover wird zwar weiterhin als mobile Forschungsstation gebraucht, aber wenn Drohnen auf dem Mars mehrere Kilometer pro Tag fliegen, Bodenproben sammeln und zurückbringen könnten, wäre das fantastisch. Am besten müsste man Dutzende solcher Programme gleichzeitig starten, um in kurzer Zeit riesige Gebiete des Mars zu erforschen.
09 Mar, 2025 · Sascha · Wissenschaft · 0 comments
Intuitive Machines Executes Southernmost Lunar Landing and Operates Payloads.
The full release is published on the IM-2 mission webpage. https://t.co/6W5wibbV71
(7MAR2025 0829 CST)#AdLunam #IM2 #Athena pic.twitter.com/xDM3Fd9rE7— Intuitive Machines (@Int_Machines) March 7, 2025
Wie besonders die erfolgreiche Mondlandung von Firefly Aerospaces Blue Ghost letzte Woche war, zeigte der Konkurrenzt Intuitive Machines nur wenige Tage später. Erneut gelang es der Firma nicht, ihren Lander sicher auf der Mondoberfläche zu platzieren. Wie schon bei der IM-1-Mission vor knapp einem Jahr kippte der Lander Athena wohl aufgrund Probleme mit Höhensignalen in einem Krater um. Interessant war, dass die Sensoren auf der Erde lange anzeigten, dass Athenas Triebwerke noch liefen und sich nicht abschalteten, obwohl ein Bodenkontakt angezeigt wurde. Da wurde wohl einiges an Staub aufgewirbelt. Ich dachte zuerst, dass Athena cartoonmäßig auf der Oberfläche wie eine Rakete rumschoss. Nein, Spaß, sehr schade, aber dieses top heavy design der IM-Lander scheint ein echtes Problem zu sein. Aber die werden wohl dran tüfteln, in einem Jahr ist schon die nächste Mission geplant.
08 Mar, 2025 · Sascha · Film,Wissenschaft · 0 comments
The poem Davian reads contains every sound in the English language. pic.twitter.com/dRnrsZxyb3
— Mission: Impossible (@MissionFilm) March 6, 2025
Die Linguistik als Teil meines Anglistikstudiums war eher Liebe auf den zweiten Blick. Obwohl mir dieser Bereich leichter fiel – sowohl in Bezug auf das Verständnis als auch auf die Noten – dachte ich mir zunächst: Puh, eigentlich bin ich doch hier, weil ich gerne englische Literatur lese. Doch schon nach kurzer Zeit und ein wenig Auseinandersetzung merkt man schnell, dass beides Hand in Hand geht und ein tieferes Verständnis für Sprache auch den Genuss und die Analyse von Literatur bereichert. Aber mal ganz ehrlich: Im ersten Phonetik-Kurs, Freitagmorgens bei dem lieben Mister Argent (RIP), als meine Augen über die IPA-Chart wanderten … da kann man schon mal im ersten Moment überfordert die Augenbrauen hochziehen, finde ich. Doch auch das wird nach dem ersten Schock spannend und sogar spaßig
Das beweist auch der Linguist Neal Whitman auf seinem großartigen Blog Literal Minded. Whitman war darüber hinaus sogar an Mission: Impossible 3 beteiligt. In dem Film muss Ethan Hunt (Tom Cruise) die Identität des Bösewichts Owen Davian (Philip Seymour Hoffman) übernehmen. Klar, Maske auf – das kennen die Fans schon. Doch J. J. Abrams ging eine Stufe weiter und versuchte zu erklären, warum Hunt auch stimmlich so ähnlich klingen kann. Im Film funktioniert das so: Unter Androhung von Gewalt wird Davian gezwungen, ein Gedicht vorzulesen.
The pleasure of Shawn’s company
Is what I most enjoy.
He put a tack on Ms. Yancey’s chair
When she called him a horrible boy.
At the end of the month he was flinging two kittens
Across the width of the room.
I count on his schemes to show me a way now
Of getting away from my gloom.
Luther analysiert die Sprache und lässt die Stimme generieren. Im Film sieht das dann so aus.
Das Gedicht machte nie wirklich Sinn für mich und war mir auch unbekannt. Das liegt daran, dass Neal Whitman dieses Gedicht selbst verfasste; exakt so, dass alle phonemes, also alle sprachlichen Laute, die bedeutungsunterscheidend sind, abgedeckt sind.
I seem to have started it in iambic heptameter (same meter as in “Casey at the Bat”) and then slipped from iambs to anapests in the second line, with a few caesuras here and there. As for the allophones of each phoneme, I didn’t quite succeed in getting them all in there. I gave up on trying to squeeze in both long and short versions of each vowel (vowels are pronounced for a longer duration before voiced consonants, shorter before voiceless ones). I didn’t bother with the distinction between released and unreleased stops (e.g., the difference between the /p/s in spot and top). Furthermore, upon reviewing the poem, I’ve found that some phones I thought I’d included aren’t in there after all. And there are probably a few here and there that I didn’t think of or know about.
m Film funktioniert das einwandfrei – doch ein anderer Linguist, ein Experte für Text-to-Speech namens Jay, hielt das im Jahr 2006, also zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, für unmöglich:
1) The TTS engine was generated from several sentences. Today, takes many many hours of recordings to generate a naturally sounding engine.
2) The recording was done in a bathroom next to a loud party and then streamed to a nearby underground location. Not likely to result in the high quality recordings that one would need for TTS.
3) The recording was streamed through rock. I’m imagining that some signal loss would be encountered in real life.
4) The resulting TTS sounded almost EXACTLY (egads, as if it truly was the other actor speaking with Tom lip-synching) like the “Bad” guy! Even on the BEST concatenative engines (i.e., based on 40+ hours of recording a person’s voice), it won’t sound just like the real person.
Wiederum zwanzig Jahre später ist durch AI heute sehr viel möglich geworden. Die Szene in Mission: Impossible bleibt aber Fiktion.