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Die TV-Landschaft hat sich im vergangenen Jahrzehnt drastig geändert. Kinokritiker und Leute “mit Niveau” blicken nicht mehr hochnäsig auf das Fernsehen herab, sondern genau dort findet man heute die besten Autoren Hollywoods. Freunde diskutieren nicht mehr wie schlecht Episode I war, sondern wie unglaublich krass die letzten fünf Minuten von Breaking Bad waren. Eine ganze Reihe von Serien wie Mad Men, The Sopranos oder The Wire haben diese Wende eingeläutet, die Adam Sepinwall in seinem neuen Buch The Revolution Was Televised: The Cops, Crooks, Slingers and Slayers Who Changed TV Drama Forever (Amazon-Partnerlink) analysiert. Eine der Serie ist zweifellos LOST. Einen Ausschnitt über die Anfänge der Serie und wie hektisch alles war, gibt es bereits online einzusehen.

“J.J.’s whole attitude was not defiant,” Lindelof says. “It was the idea that we had the luxury of pitching them exactly the show that we wanted to make, and if they didn’t want to do it, so what? Every other pilot was already cast — deep into casting. We have a week to basically cook the most ambitious, expensive television show ever, and if they want to make it, great. And if not, no worries.”

There was no time to write a full script, so Braun asked them to write a detailed outline that he would use to decide whether to go forward. He read it on a Saturday morning on the way to the home of his friend Marc Gurvitz, a veteran talent manager, and decided, “This is one of the best shows I have ever read. I walk into Marc’s house having just read it, and I go, ‘Marc, you see this thing? ER.’ And I throw it down on the table.”

Lost was a go, on an absurdly accelerated schedule.

Der ganze Auszug: ‘I Pretty Much Wanted to Die’

Benh Zeitlin, unter anderem verantwortlich für den vor allem musikalisch großartigen Kurzfilm ‘Glory at Sea‘, gewinnt mit seinem kleinen, magischen Indiestreifen Beasts of the Southern Wild gerade links und rechts Awards und wird hoffentlich bei den Oscars nicht vergessen, sodass dem Film die Aufmerksamkeit widerfährt, die er verdient. Katrina, Klimawandel, ökonomischer Zerfall der Vereinigten Staaten – und das all durch die Augen der kleinen Hushpuppy.

Ihr habt jetzt die Chance 2×2 Freikarten zu gewinnen. Alles, was ihr dafür tun müsst, ist einen Kommentar mit gültiger e-Mail-Adresse bis kommenden Sonntag (2.12, 24 Uhr) zu hinterlassen. Der Starttermin ist der 20. Dezember. Unabhängig vom Gewinnspiel kann man die Facebookseite liken und ein wenig das Word spreaden und so. Des Weiteren gibt es ein zweites Gewinnspiel, bei dem ihr eine Reise nach New Orleans gewinnen könnt.

Update: random.org hat Nils und Matthias als Gewinner gelost.


via /Film

Fantastische Runde dieses Jahr mal wieder: The Hollywood Reporters Roundtable hat im Bereich der Regisseures dieses Jahr Quentin Tarantino (Django Unchained), Ang Lee (Life of Pi), Gus Van Sant (Promised Land), David O. Russell (Silver Linings Playbook), Ben Affleck (Argo) und Tom Hooper (Les Misérables) versammelt und sie über Ängste, Probleme und den Job an sich diskutieren lassen. Ich wünschte mir, es gäbe solche Runden öfters und auch mit etwas weniger erfolgreichen Leuten. Stellt euch mal vor! Uwe Boll vs. Michael Bay!

Wisst ihr noch, als ich mich vor geraumer Zeit über die Pausen im Kino beschwerte? Ich hatte ganz vergessen zu erwähnen, dass ich diesen Post auch in unserem Sneak-Forum veröffentlichte und dort auch Mitarbeiter des CineStars mitlesen. Ich bekam folgende Antwort, die meine Vermutungen eindeutig bestätigte.

Gott Sei Dank ist unsere Seite und dieses Forum im privaten Besitz, und so können wir einmal darüber sprechen.

Deine Vermutungen wozu die Pause da ist, stimmen komplett. Unsere Firmenzentrale gibt uns vor, in welchen Filmen und an welcher Stelle dort eine Pause gesetzt werden muss. Und tatsächlich macht man das aus nur einem Grund: Man will die Umsätze an den Theken steigern. Bei allen Filmen, die eine längere Spielzeit als 120 Minuten haben, hat sich diese Vorgehensweise eingebürgert. Ob sie tatsächlich den gewünschten Erfolg verspricht, bleibt allerdings geheim. Verzeih mir, aber dazu darf ich nichts sagen.

Aber wer weiß, vielleicht tut sich in dieser Beziehung nochmal etwas. Das bleibt abzuwarten …

Nun, getan hat sich einiges und dann doch wieder nichts. Ich persönlich war in der Zwischenzeit 3 Monate in den USA, unter anderem in einem der ArcLight Cinemas und habe erlebt, wie man dort die Filmerfahrung der Besucher schätzt und würdigt. Das Modell hat Erfolg, immerhin expandieren sie und ähnliche Kinos wie das Alamo Drafthouse bauen ebenfalls neue Kinos landesweit.

Vor ein paar Tagen war ich dann mit meinem Vater Skyfall schauen. Kino 11, größte Leinwand, 4K, hammer Sound, der vielleicht beste Bond in der 50-jährigen Leinwandgeschichte des britischen Geheimagenten. Und mittendrin hört der Film auf. Erneut erscheint in großen schwarzen Buchstaben auf weißem Hintergrund die schlechte Botschaft: PAUSE. Gerade bei komplexen und intensiven Filmen, wie dem aktuellen Cloud Atlas, stößt diese Praxis bitter auf. Man ist komplett raus. Immersion verpufft.

Anscheinend muss sich das Geschäft nicht auszahlen, denn mittlerweile kommen Mitarbeiter direkt in die Kinosäle um Leuten etwas anzubieten. In diesem Fall kamen zwei Typen rein und schleppten Bierkisten. Nicht einmal Snacks oder andere Getränke. Nur Bier. Als ob die Gesellschaft nicht schon genug trinkt – aber das ist ein Thema für einen anderen Post.

Was mich aber wirklich an dieser Sache stört, ist, dass man hier nicht lernt. Anstatt man die bisher aus Sicht des Kinos kaum erfolgreichen Pausen abzuschaffen, geht man nun die Leute direkt belästigten, unterbricht die Vorstellung, für deren erstklassige Präsentation ich im Vergleich zu anderen Kinos viel Geld bezahlt habe. Und das nur um die Umsätze zu steigern. Die Vorstellung, dass die Kinoumsätze sinken, weil den Leuten die Kinoerfahrung nicht mehr zusagt, kommt erst gar nicht auf.

Das ist einfach so unglaublich dreist, dass ich mich entschieden habe nur noch selten das CineStar besuchen zu werden, bei kurzen Filmen oder mit größeren Freundesgruppen. Stattdessen fahre ich ab nun über die Grenze, nach Luxemburg ins Utopolis, dort gibt es die Filme auch im OV, ohne Pause, ohne 25-minütige Werbung – und die Eintrittspreise sind sogar billiger.

PS: Die Mitarbeiter in meinem CineStar sind alle nette, freundliche Menschen, die nur ihre Arbeit machen und Anweisungen folgen. Ich verstehe, dass der Ablauf auch wahrscheinlich nicht in ihrem Interesse ist. Es geht hier ums Prinzip.

via Dave Chen

via First Showing

Großartige Neuigkeiten für alle Mutanten-Fans: Nachdem Bryan Singer für den neuen Film ‘Days of Future Past’ als Regisseur zurückkehrt ist, werden nun auch Patrick Stewart und Sir Ian McKellan ihre Rollen als Professor X und Magneto wieder verkörpern. Ebenso werden die Hauptdarsteller Michael Fassbender, James McAvoy, Jennifer Lawrence und Nicholas Hoult aus dem Prequel ‘First Class’ wieder dabei sein. Wie das zusammenpasst? Der neue Teil beginnt in der Zukunft, in der fast alle Mutanten umgebracht wurden. Kitty Pryde (hoffentlich holt man Ellen Page zurück. I love me some Ellen!) reist zurück in die Vergangenheit um so die Zukunft zu retten. Das hört sich alles so gut an und lässt einen schon fast alle Fehlschritte des Franchises in den letzten Jahren vergessen. Und Hugh Jackman kann ja so oder so in beiden Universen mitspielen! Oh, das wird so toll! Und wem haben wir das zu verdanken? Kevin Feige, der der Filmindustrie gezeigt hat, dass sich Konsequenz auszahlt. Big time.

Barack Obama: Comic-Book-President

27 Nov, 2012 · Sascha · Comics · Comments

Barack Obama ist ein riesiger Comic-Fan. Bei seiner ersten Kandidatur zur Präsidentschaft hatte ein Mitarbeiter seiner Kampagne verraten, dass Barry am liebsten Spider-Man und Conan The Barbarian sammelt. War ja nur eine Frage der Zeit bis die Comic-Welt auf Obama reagiert und den Nerd mit den Segelohren im Herzen der Community willkommen heißt. So hat Obama inzwischen seinen eigenen Comic, zusammen mit Sarah Palin rettet er Hyboria und sogar auf seinen Lieblingshelden Spidey trifft er, nachdem dieser Obamas Amtseinführung gerettet hat; von dieser Ausgabe bin ich übrigens stolzer Besitzer.

Hier ein Überblick über die Ausflüge Obamas im Comic-Universum: Er kämpft mit Ash gegen die Armee der Finsternis, diskutiert mit Norman Osborn oder ist von Godzilla genervt. Verständlich.

Obama: The Comic Book

Army of Darkness: Ash Saves Obama

Godzilla: Kingdom of Monsters

Thunderbolts

The Amazing Spider-Man

Barack the Barbarian

Eine komplette Liste gibt es sogar auf Wikipedia. Da seht ihr mal, das hat hier alles Hand und Fuß!

Frankreich, 2012
Regie: Christian Vincent
Drehbuch: Etienne Comar, Philippe Rousselet
Darsteller: Catherine Frot, Jean d’Ormesson, Hippolyte Girardot
Länge: 95 Minuten
FSK: empfohlen ab 65 Jahre
Rating: ½☆☆☆☆

Selten hat ein solch harmloser Film mich so erzürnt! Wenn man nach 15 Minuten im Film noch kein Gefühl dafür hat, was für einen Ton man hier vorfinden soll, beschleicht mich ein schwummriges Gefühl. Wenn der titelgebende Präsident eine insgesamte Screentime von vielleicht 8 Minuten und erst nach gut 30 Minuten seinen ersten Auftritt hat, kann einiges nicht stimmen. ‘Die Köchin & der Präsident’ bricht so manche Drehbuchgesetze, die besonders stark auffallen, weil der Film absolut keine Geschichte zu erzählen hat und so lahm ist, wie kaum ein anderer Film in den letzten Jahren.

Catherine Frot spielt Hortense Laborie, eine Seelchen vom Lande, die gut kochen kann und sich von Niemandem etwas erzählen lässt. That’s it. You want more characterization? Uwe Boll soll ja auch Filme machen… Ist sie anfangs noch zögerlich, als ein Angebot der Präsidentenküche ankommt, weil demenzkranker Opa daheim und so, spielt das nach 5 Minuten keine Rolle mehr und wird nie wieder erwähnt. Nebenstränge werden aufgegeben oder halbherzig erzählt, wie die Rahmenstory eines australischen Reporterteams, das eine Dokumentation über Hortense 3 Jahre nach der Haupthandlung in der Antarktis machen will. Übrigens sehr lustig: Deutsche Synchronsprecher, die sich in französischen Filmen an australischen Akzenten versuchen.

Ach, habe ich erwähnt, dass der Film aus Frankreich ist? Falls nicht, keine Sorge. Der Film vergisst es nie und erwähnt es an jeder möglichen Ecke. Oh, alles ist so toll quirky und lustig und komisch. Und überhaupt, die Leute vom Land sind ja die wahrhaft guten Leute, da wo noch alles in Ordnung ist und die Menschen so gezeigt werden, wie sie wirklich sind. Diese Leute müssten mal in Paris aufräumen und den Leuten zeigen, wo der Hase lang läuft.

Aber zurück zum Hauptthema: Das ist nämlich Essen. Essen, Essen, Essen. Nichts anderes. Hortense kocht – und das einzige, was passieren kann, ist, dass es dem Präsidenten nicht mundet. That’s it. Nerve-wrecking stakes, people! Absolut nichts steht hier auf dem Spiel.

Statt Story gibt es hier hübsche Bilder von französischen Gerichten, bei deren detailreichen Beschreibungen Hobbyköchen der Bauch gepinselt wird, wenn sie Anleitungsschritte verstehen. Der Rest des Publikums schaut in die Röhre. Immerhin sieht das Essen nett photographiert aus, aber das war es auch schon. Statt Story gibt es hier “Food Porn – The Movie”, unterlegt mit der Titelmelodie von Die Sims. Und das im 5-Minuten-Rhythmus. Am Ende hört Hortense auf, weil ihr die Arbeit zu viel wird und sie lieber Trüffel in Neuseeland anbauen will. Das ist doch eine Geschichte, die erzählt werden will! Es gibt keinen wahren Konflikt. Nicht einen. Ja, die Köche in der Zentralküche sind neidisch, weil Hortense jetzt alleine für den Präsidenten kocht und ihm das so gut schmeckt, aber das ist doch keine Spannung. Genauso beschwert sich einmal ein Mitarbeiter über die Reisekosten von Hortense, die in ihre Heimat fährt um Steinpilze zu kaufen. Hortense ist verblüfft: Aber es waren doch Steinpilze! Die guten, wo aussehen wie Champagnerkorken!

Absolut nichts in diesem Film verlangt verfilmt zu werden. Kein kreativer Funke, nirgends. Weder im Bild, dem Schauspiel, der Regie oder der Geschichte. Nichts. Dies ist ein Film, der ohne die reiche Filmförderung Frankreichs nicht existieren würde oder es maximal auf einen Sonntagnachmittag in der ARD schaffen würde.

Doch das Problem geht tiefer: Wie so oft hat man hier wieder einen dieser Feel-Good-Filme versucht zu machen, von denen man in den letzten Jahren aus unserem Nachbarland überschwemmt wird.

Es ist die Sorte Filme, die niemandem etwas Böses will. Jeder ist willkommen, Kontroverse verabschiedet sich an der Tür, Herz und Humor gehen Hand in Hand. Somit kann man immer nur überhaupt Mittelmaß erreichen, wenn man nichts zu erzählen hat, sogar noch weniger.