Wisst ihr noch, als ich mich vor geraumer Zeit über die Pausen im Kino beschwerte? Ich hatte ganz vergessen zu erwähnen, dass ich diesen Post auch in unserem Sneak-Forum veröffentlichte und dort auch Mitarbeiter des CineStars mitlesen. Ich bekam folgende Antwort, die meine Vermutungen eindeutig bestätigte.

Gott Sei Dank ist unsere Seite und dieses Forum im privaten Besitz, und so können wir einmal darüber sprechen.

Deine Vermutungen wozu die Pause da ist, stimmen komplett. Unsere Firmenzentrale gibt uns vor, in welchen Filmen und an welcher Stelle dort eine Pause gesetzt werden muss. Und tatsächlich macht man das aus nur einem Grund: Man will die Umsätze an den Theken steigern. Bei allen Filmen, die eine längere Spielzeit als 120 Minuten haben, hat sich diese Vorgehensweise eingebürgert. Ob sie tatsächlich den gewünschten Erfolg verspricht, bleibt allerdings geheim. Verzeih mir, aber dazu darf ich nichts sagen.

Aber wer weiß, vielleicht tut sich in dieser Beziehung nochmal etwas. Das bleibt abzuwarten …

Nun, getan hat sich einiges und dann doch wieder nichts. Ich persönlich war in der Zwischenzeit 3 Monate in den USA, unter anderem in einem der ArcLight Cinemas und habe erlebt, wie man dort die Filmerfahrung der Besucher schätzt und würdigt. Das Modell hat Erfolg, immerhin expandieren sie und ähnliche Kinos wie das Alamo Drafthouse bauen ebenfalls neue Kinos landesweit.

Vor ein paar Tagen war ich dann mit meinem Vater Skyfall schauen. Kino 11, größte Leinwand, 4K, hammer Sound, der vielleicht beste Bond in der 50-jährigen Leinwandgeschichte des britischen Geheimagenten. Und mittendrin hört der Film auf. Erneut erscheint in großen schwarzen Buchstaben auf weißem Hintergrund die schlechte Botschaft: PAUSE. Gerade bei komplexen und intensiven Filmen, wie dem aktuellen Cloud Atlas, stößt diese Praxis bitter auf. Man ist komplett raus. Immersion verpufft.

Anscheinend muss sich das Geschäft nicht auszahlen, denn mittlerweile kommen Mitarbeiter direkt in die Kinosäle um Leuten etwas anzubieten. In diesem Fall kamen zwei Typen rein und schleppten Bierkisten. Nicht einmal Snacks oder andere Getränke. Nur Bier. Als ob die Gesellschaft nicht schon genug trinkt – aber das ist ein Thema für einen anderen Post.

Was mich aber wirklich an dieser Sache stört, ist, dass man hier nicht lernt. Anstatt man die bisher aus Sicht des Kinos kaum erfolgreichen Pausen abzuschaffen, geht man nun die Leute direkt belästigten, unterbricht die Vorstellung, für deren erstklassige Präsentation ich im Vergleich zu anderen Kinos viel Geld bezahlt habe. Und das nur um die Umsätze zu steigern. Die Vorstellung, dass die Kinoumsätze sinken, weil den Leuten die Kinoerfahrung nicht mehr zusagt, kommt erst gar nicht auf.

Das ist einfach so unglaublich dreist, dass ich mich entschieden habe nur noch selten das CineStar besuchen zu werden, bei kurzen Filmen oder mit größeren Freundesgruppen. Stattdessen fahre ich ab nun über die Grenze, nach Luxemburg ins Utopolis, dort gibt es die Filme auch im OV, ohne Pause, ohne 25-minütige Werbung – und die Eintrittspreise sind sogar billiger.

PS: Die Mitarbeiter in meinem CineStar sind alle nette, freundliche Menschen, die nur ihre Arbeit machen und Anweisungen folgen. Ich verstehe, dass der Ablauf auch wahrscheinlich nicht in ihrem Interesse ist. Es geht hier ums Prinzip.