The Leftovers - PewPewPew

Vor drei Jahren fiel mir schon Jim Carreys abgefahrener Red Carpet Auftritt ins Auge, der auch gut und gerne eine Deleted Scene aus einer vierten Staffel von Damon Lindelofs Serienmeisterwerk The Leftovers hätte sein können. Bei der ersten Präsidentschaftsdebatte zwischen Joe Biden und Donald Trump überkam mich ein ähnliches Gefühl, als Joe Biden seine Söhne, inklusive den 2015 verstorbenen Beau, verteidigen musste. Mir geht seitdem dieser wiederholte Ausruf “My Son. My son. My son.” nicht mehr aus dem Kopf. Was ein Moment.

Deshalb habe ich das schnell mit Max Richter verpackt und im Kontext der globalen Pandemie passt das einfach für mich wie Arsch auf Eimer.

Wie viele Fernsehepisoden gibt es, die einen eigenen Print haben? Und wie viele, die es verdient haben? Allgemein ist das Medium Fernsehen in der Poster-Community etwas unterrepräsentiert, auch wenn viele Leute – wie ich – überhaupt erst durch die damalige Poster-Aktion von LOST zum Hobby fanden. Illustratorin Katherine Anderson dachte sich, dass Damon Lindelofs zweite Show im Vergleich ziemlich untergeht und hat daher The Leftovers den meines Wissens ersten Print der Serie geschenkt.

Als Episode hat sie sich natürlich International Assassin ausgesucht, die die ohnehin großartige 2. Staffel  gegen Ende noch einmal in legendäre Ebenen hob. The Leftovers ist eher eine introspektive Serie ohne große Visuals wie fliegende Drachen oder Psychiater mit Hirschgeweihen. Aber Lindelofs Meisterwerk ist sicherlich eine bildhaft schöne Serie mit tiefgründigen Bildern, die aber meist nur in einem Kontext eingebettet funktionieren. Ich bin jetzt nicht der größte Fan dieses Prints, aber ich mag ihn und er hat durchaus eine hübsche sowie thematisch passende Komposition ohne viel Schnickschnack. Also habe ich ihn mir gekauft. Er war billig und der erste und einzige Print meiner Lieblingsserie muss schon in meine Sammlung wandern.

The Leftovers season 4 is wild

14 Sep, 2017 · Sascha · Fernsehen · Comments

Die Geheimwaffe der Serie ist Max Richter, dessen grandiose Kompositionen bereits in den Opening Credits der 1. Staffel den Ton angeben. Seine Musik ist melancholisch, bedeutungsvoll, tiefgehend und leidend. In nahezu jedem emotionalen Höhepunkt kommen Richters Geigen ins Spiel und heben die Serie einige Level nach oben. Ohne seine musikalische Untermalung wäre die Serie immer noch gut, aber nicht das, was sie ist.

Böse Zungen könnten behaupten, dass man die Musik oft einsetzt, wenn ein Moment nicht sein volles Potenzial entfalten kann; dass Damon Lindelof und seine Regisseure Richters Musik als Stütze benutzen. Doch Richters Musik ist das pochende Herz der Serie. In einer Serie, die sich mit so tiefgehenden Fragen und Situationen auseinandersetzt, ist es häufig besser, wenn die Figuren schweigen und die Musik zusammenfasst, was Worte nicht ausdrücken können.

Richters Musik kann jedoch auch andere Serien- und Filmmomente noch trauriger machen. Das haben einige Videofuchse auf YouTube herausgefunden, die die Musik zu so etwas wie dem umgekehrten Curb Your Enthusiasm-Meme machten. Der erste, ausgewählte Clip war Will Smiths emotionaler Ausbruch aus The Fresh Prince of Bel Air, in dem Wills berühmt-berüchtigte “How come he don’t want me?”-Rede noch trauriger wird.

Hier noch einige weitere Clips zu The Lion King, Breaking Bad und dem Oscar-Gewinner Manchester by the Sea, der nach ein bis zwei mentalen Sprüngen auch sehr gut als Spinoff-Geschichte im The Leftovers-Universum funktionieren würde. Weiterhin kann die Musik aber auch Komödien zu tieftraurigen Dramen werden lassen, zum Beispiel als Harry in Dumb and Dumber leider auf Toilette muss und so seine große Chance verpasst. Ganz großartig ist auch der letzte Edit zu Anchorman. (weiterlesen…)


HBO

The Leftovers klärt das Mysterium am Ende nicht auf und ist gerade deswegen so befriedigend. Im perfekten Serienfinale vermischen sich Lüge und Wahrheit in den Erzählungen der Figuren zu einer Geschichte über die Existenz des Menschen – und was wirklich zählt.

Bevor Nora Durst (Carrie Coon) sich auf den Weg nach Australien machte, um eine hochentwickelte Technologie zu nutzen und den Verschwundenen in ihre Welt zu folgen, muss sie vor der Kamera noch einmal Stellung nehmen. Ja, sie ist zurechnungsfähig. Ja, sie will wirklich ihre Kinder wiedersehen. Ja, sie ist sich der Risiken und der Unwahrscheinlichkeit des Erfolgs bewusst. Aber man glaubt Nora Jamison Durst nicht. Sie beteuert wiederholt aufrichtig ihre Intentionen, doch am Ende, wenn sie ihren Blick direkt in die Kamera richtet, richtet sie sich auch an uns und entweder glauben wir ihr hier – oder nicht. Wie wir uns entscheiden als Zuschauer, sagt mehr über uns als über Nora aus. Damit legt The Leftovers bereits dank der großartigen Regie von Mimi Leder und dem Drehbuch aus der Feder von Damon Lindelof sowie dem Autoren der Buchvorlage, Tom Perrotta, den Grundstein für das Serienfinale.

Das Konzept der (bequemen) Lüge hat The Leftovers zu genüge untersucht. Insbesondere die (nicht mehr so) geheime Hauptfigur Nora (die fabelhafte Carrie Coon, deren Darbietung in diesem Finale Worte nicht Genüge tun) lügt, dass sich die Balken biegen. Am schlimmsten: Sie belügt sich selbst. Nun, am Ende, wissen wir immer noch nicht, ob sie lügt. Vielleicht weiß sie es auch selbst nicht. Gerade deshalb ist das Finale so spannend.

The Leftovers war schon immer eine Serie aus einer guten Mischung aus Show and Tell. Kurioserweise bricht die Serie das Drehbuchgesetz und lässt uns nichts von dem sehen, was die Figuren sich gegenseitig erzählen. Stattdessen sehen wir ihre Gesichter. In den insgesamt nur 28 Folgen, die diese wunderbare Serie aufweist, gibt es oft diese tiefgehenden Gesprächen, in denen am Ende nur noch die Gesichter der Figuren den Bildschirm einnehmen und wir ganz intim ihren Geschichten lauschen. Wir wissen nicht immer, ob sie stimmen. Oft sind es ohnehin nur Perspektiven der Wahrheit, die jedoch viel über die Erzählerin oder den Erzähler aussagen. Und so ist auch das Ende von The Leftovers ein ganz intimer Moment, in dem wir Lüge nicht mehr von der Wahrheit unterscheiden können. Die Serie argumentiert in den drei Staffeln, dass dies jedoch kein Problem sein muss. Für die, die nicht aufgepasst haben, ertönt auch zu Beginn wieder der alte Theme Song”Let The Mystery Be”.

Dabei ist The Leftovers im Serienfinale so nah dran, das Mysterium zu lösen, wie noch nie zuvor. Nora verabschiedet sich in einer herzzerbrechenden Szene von Matt. Christopher Eccleston brilliert in der Szene, als er Matts Ängste hinsichtlich seiner Krebserkrankung erläutert und damit aber auch gleichzeitig sowohl die so oft von The Leftovers analysierte menschliche Existenz als auch Noras Beweggründe erklärt. Dann betritt Nora einen LKW-Anhänger, in dem etliche Batterien und Laser und sonstiger Technologiekram stehen, in dessen Mitte eine kugelförmige Kammer wartet. Diese wird sich mit Wasser füllen und Nora dann nackt an den Ort der Verschwunden schicken. Der Terminator lässt grüßen. So sehr hat die Serie sich noch nie in Richtung Science-Fiction bewegt und große Zweifel kommen auf, doch Nora zieht die Sache durch. Ihre Nacktheit unterstreicht die Verletzbarkeit sowie ihre große Verzweiflung, die zu dieser Situation führen. In der letzten Sekunde, bevor wir “Sarah” in Australien und das Ende von The Book of Kevin erneut sehen dürfen, öffnet Nora ihren Mund, um etwas zu sagen. Es passiert blitzschnell und kann beim ersten Eindruck so wirken, als ob sie nur noch einmal nach Luft schnappt, doch es ist beim zweiten Schauen sehr klar: Nora ist kurz davor etwas zu schreien.

Wir werden nie erfahren, ob Nora tatsächlich dann in die Welt der Verschwundenen transportiert wurde oder ob sie mit voller Kraft “Stop!” rief und dann enttäuscht und blamiert aus der Kugel ausstieg. Vielleicht war sogar das ganze Theater der beiden Wissenschaftlerinnen ein ausgeklügelter Witz oder ein perfides, psychologisches Experiment, um zu sehen, wie weit die Leute tatsächlich gehen würden. Jede Theorie, die sich über den Ausgang der Eröffnungsszene und die anschließenden, nicht gezeigten Konsequenzen ermöglicht, erscheint thematisch logisch und gleichmäßig ertragreich. Das bedeutet auch, dass es keine Rolle spielt, was wahr ist. Welche Geschichte auch immer Nora für sich auswählt, ist die richtige.

In Australien lebt Nora etliche Jahre (es dürften wohl so ungefähr fünfzehn sein) irgendwo im Nirgendwo. Kevin (Justin Theroux) ist nicht zum weltweit bekannten Jesus geworden, den nun auch Nonnen im Outback kennen (eine Theorie zum Beginn der Staffel), sondern ein ganz normaler Mann mittleren Alters, der nach seiner alten Liebe sucht. Er scheint plötzlich vor Noras Haustür und lädt sie zu einem Tanz in einer nahe gelegenen Stadt ein. Kevin scheint gut drauf zu sein. Er ist erleichtert, dass er Nora gefunden hat. Gleichzeitig beteuert er aber, dass die beiden sich nicht kennen. So will er sie zuvor ausschließlich bei dem Tanzabend in Mapleton kurz und auf dem Amtsgericht gesehen haben. Was ist nun passiert? Handelt es sich doch um die Parallelwelt? Verzweifelt ruft Nora Laurie an, die gerade ihren großmütterlichen Pflichten nachkommt (Jills Baby, Ehe super. Tommy? Nicht so sehr, aber es geht ihm gut). Schön zu sehen, dass Laurie sich doch nicht umgebracht hat, selbst wenn sie es plante und es zur Folge gepasst hätte. Es verwirrt, dass Laurie doch noch lebt und so glücklich ist. Und dann beteuert Kevin erneut in einem herzzerbrechenden Moment, dass er Nora zuvor noch nie gesehen hat.


HBO

Natürlich stellt sich heraus, dass nichts Übernatürliches in dieser Welt stattgefunden hat. Nora lebt einfach zurückgezogen irgendwo in Australien und Kevin hat jahrelang vergeblich nach ihr gesucht. Punkt. Kevins Reise in die Hotelwelt war bereits in der letzten Woche klar als eine außerordentliche Psychose deklariert worden, doch nun kann auch der restliche Zweifel beseitigt werden. Er litt an einem Herzfehler und dieser wird wohl – irgendwie – sein mehrfaches “Sterben” erklären können. Restzweifel bleiben natürlich bestehen, doch der Flirt mit dem Übernatürlichen endet bei The Leftovers immer in der harschen Realität. Diese versuchen sich die Figuren schön zu reden. Die Serie ist nie vor den großen, schwierigen und schreckenerregenden Fragen zurückgezuckt und hat sie stets auf einem intimen und persönlichen Level geklärt. Figuren bieten ihre Perspektive an und man kann sie annehmen oder nicht, aber immerhin wird man sie verstehen.

Deshalb ist Kevins Wunsch nach einer schönen Geschichte auch so menschlich und äußerst gut nachvollziehbar. Dieser Drang nach einer Story, die man gerne erzählt, wird noch durch das Hochzeitssetting unterstrichen. Gerade hier offenbaren betrunkene Freunde vielleicht, dass sich Mäxchen mit Sabinechen eher auf Tinder als total romantisch in einem Buchladen kennengelernt haben. Und Kevin würde eben sehr gerne den ganzen Scheiß mit Nora vergessen machen. “We fucked up”, sagte er in der letzten Woche zu sich. Nun scheint er seinen bösen Zwilling vernichtet zu haben, ein neuer Mann steht vor Nora Durst und will einen Neuanfang. Sie erkennt die guten Intentionen und lässt ihn wieder an sich ran.

The Leftovers war immer eine Serie über das Zueinanderfinden in dem Chaos des Universums. Das kosmische Mysterium im Zentrum der Serie mag übernatürlich sein, löst aber doch die gleichen Fragen aus, die auch uns täglich plagen. Scheinbar übernatürliche Ereignisse sind mit der Zeit natürlich zu überwinden. Jill und Tommy scheinen Glück gefunden zu haben, Jarden wird nicht mehr Miracle National Park genannt, Laurie scheint in der Rolle als Oma aufzugehen und selbst Kevin Sr. ist irgendwo noch mit 91 Jahren am rumkicken. Die kommende Generation kennt den Sudden Departure nur noch aus Erzählungen. Auch Nora geht es gut; sie will lediglich jemanden, der ihr glaubt und für sie da ist.

Und so endet The Leftovers in einem Gespräch zwischen zwei tief verletzten Menschen mit einer Reihe an Problemen, die jedoch dann zueinander finden – weil sie es wollen. Nora erzählt Kevin, dass sie durch die Maschine ging und in der anderen Welt auf ihre Familie traf. Dies gestaltete sich zunächst schwieriger, da in dieser Welt nicht zwei, sondern die anderen 98% der Menschheit verschwunden sind. Diese Spiegelung unterstreicht erneut deutlich die von vielen Figuren empfundene Trennung. Wie Puzzlestücke, die eigentlich zusammengehören und trotzdem nicht in die richtige Lücke wiederfinden können. Als Nora dann ankommt, muss sie ohnehin erkennen, dass ihre Lücke bereits geschlossen wurde. In einer Welt voller Waisen ist ihre Familie noch ganz gut weggekommen, die Kinder haben ihren Verlust gut verarbeitet und haben eine neue Mutter. Nora The Ghost findet ihren Frieden und kehrt zurück in unsere Welt, weil hier ihr Platz ist. Ihre Geschichte ruht auf vagen Erklärungen, doch das spielt keine Rolle. Nicht für sie, und auch nicht für Kevin. Auch nicht für uns. Sie ist hier, das ist das Wichtige. Er greift nach ihrer Hand und die beiden strahlen sich mit tränenden Augen vor Glück an. Sie haben sich wieder.

Wenn Nora, die das mit Abstand schrecklichste Schicksal in der Serie getroffen hat, wieder glücklich werden kann, dann kann es für jeden ein Happy End geben. Vielleicht erst mit genügend Abstand. In ihren Interviews mit den 121 Fragen, konzentrierte sich die letzte Frage auf die Haltung gegenüber den Verschwundenen: Glaubt die befragte Person, dass die Verschwundenen an einem besseren Ort sind? Nora kann die Frage nun für sich und ihre Familie beantworten.


HBO

Die letzte Einstellung strotzt vor Symbolik. Die Leiter steht noch neben dem Haus, als Warnung oder Vorzeichen, dass erneut jederzeit eine Aufregung oder Angst vor kommenden Ereignissen aufkeimen kann, jedoch irgendwann verfliegen wird. Das Chaos im Garten, das die beiden Liebenden umgibt, stellt einen schönen Kontrast zu der Wärme der Figuren dar, die aus dem Fenster strahlt. Der Sonnenuntergang symbolisiert das Ende der Serie, aber auch den beginnenden Lebensabend, dem Nora und Kevin nun gemeinsam begegnen werden und dann wären da natürlich noch die Brieftauben, die nach tagelanger Abwesenheit doch überraschenderweise auftauchen. Natürlich haben sie ihre Nachrichten abgeliefert, was erneut unterstreicht: Auch in jeder Lüge kann ein Stück Wahrheit stecken.

Darüber hinaus verbinden die Tauben die Serie erneut zur christlichen Bibelgeschichte. Die buchstäbliche Flut, wie Kevin Sr. sie befürchtet, ist vielleicht nicht gekommen. Doch die Zeit nach dem Plötzlichen Verschwinden mag zumindest von einigen Figuren so empfunden worden sein. Als bekämen sie keine Luft, als würden sie das metaphorische Land nicht mehr finden. Und nun, passend zum Zusammenkommen der Figuren, die in ihrer verflossenen Liebe doch den Sinn ihrer Existenz entdecken, kehren auch die Tauben mit der frohen Botschaft zurück. Genau wie bei Moses und seiner Arche. Die Flut ist vorbei. Wenn wir es wollen. Oder daran glauben. Aber wo ist da der Unterschied?

Zitat der Folge: “I like to get a little lost.

– Sollte nicht vergessen werden: Die Maskenbilder haben in dieser Folge Unglaubliches geleistet und Justin Theroux, Amy Brenneman und Carrie Coon in einer glaubwürdigen und dezenten Weise altern lassen, wie man es selten sieht. Auch Justin Theroux‘ Stimme, besonders bei der ersten Begegnung mit Nora, war authentisch gebrechlich.

– Ob real oder eingebildet, das Echo von Noras Kindern, als sie den LKW betritt, war ein purer Gänsehautmoment.

– Grandios: Nora ist nach meiner Rechnung die 122. Person, die die Maschine benutzt. Sie verkörpert quasi die Antwort am Ende aller Fragen.

– Es ist kurios, wie sehr The Leftovers als Parabel für Damon Lindelofs Kampf um das Ende von Lost angesehen werden kann. Der Showrunner glaubt bis heute, dass die Reaktion auf das Finale der ABC-Serie hauptsächlich negativ ausfiel, was ihm sehr viel ausmachte. Interessant ist auch, wie sehr die Staffeln diesem persönlichen Kampf ähneln. Zunächst war da eine tiefe Depression, dann nahm er es mit Humor und nun in der 3. Staffel schien DAS ENDE in riesigen Buchstaben über allem zu schweben. Würde er es erneut versauen, könnte das Finale erneut alle Fans der Serie enttäuschen? Das Gelöbnis des Bräutigams, nie bewusst einen Fehler zu machen, sich aber für Fehler zu entschuldigen, kann durchaus als Lindelofs Argumentationslinie in den Diskussionen um das Ende gelesen werden. Es gibt mehr Szenen aus der gesamten Serie, die man zu weiteren Vergleichen heranziehen könnte, aber diese sticht – insbesondere im Finale – heraus. Aus meiner Sicht muss er sich nicht rechtfertigen, aber wenn The Leftovers die Entschuldigung ist, dann sei ihm doch hier bitte von allen enttäuschten Fans auf ewig vergeben.

– Zu guter Letzt möchte ich mich dann noch fürs Mitlesen bei den wenigen, treuen Seelen über die Jahre hier bedanken. The Leftovers für moviepilot zu betreuen war mir eine große Ehre. Vielen Dank an die Freunde in Berlin für diese Möglichkeit und die Betreuung. Und natürlich ein großer Dank an die Autoren, Regisseure, Schauspieler, die Kreativen und HBO, die diese außerordentliche Serie möglich gemacht und realisiert haben.


HBO

Es ist die Folge, auf die alle gewartet haben. Die Welt endet – oder nicht. Kevin ist verrückt – oder doch nicht? The Leftovers bietet kurz vor Schluss ein Meisterwerk aus Verwirrung und Empathie, das vor allem visuell begeistert.

Achtung, Spoiler für das Ende von Birdman: Am Ende von Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit steht Michael Keaton auf der Bühne und erschießt sich selbst. Er erwacht in einem Krankenhaus als gefeierter Theaterstar. Seine Figur, der gescheiterte Hollywoodstar Rigga Thomson, ist plötzlich wieder am Puls der Zeit angekommen, Paparazzi wie Filmstudios fragen nach ihm, selbst seine schwierigen Familienverhältnisse sind plötzlich verflogen. Doch dann steht er auf und geht ins Bad. Wortlos sitzt dort die Comicfigur Birdman auf dem Klo, ein buchstäblicher Scheißhaufen namens Depression, der die neuen Erfolge kurz mit einem Schnaufen verhöhnt, bevor er sich wieder seinem Geschäft widmet. Thomson geht zum Fenster, beobachtend neidvoll die Freiheit eines Vogelschwarms und springt hinunter. Spoiler Ende.

Sorry für den Spoiler, aber der Film lohnt sich auch mit dem Wissen um das Ende. Der Weg ist das Ziel; wie auch The Leftovers in dieser Woche beweist. Das Serienfinale in der nächsten Woche ist schon gar nicht mehr wichtig, die Charakterstudie ist abgeschlossen. Wie Birdman kommt The Leftovers zum gleichen Urteil: Psychische Probleme werden nicht durch willkürliche Siege überwunden, sie begleiten uns auf unserem Weg, verhöhnen uns und kosten uns viel Kraft. Am Ende vielleicht sogar unser Leben.

Kevin Garvey (Justin Theroux) ist in dieser Woche immerhin sehr besessen darauf, zu sterben. Der geflüchtete Polizeichef hat bereits eine Serie an Selbstmordversuchen überwunden, nun scheint aber der perfekte Zeitpunkt mit dem siebten Jahrestag des Plötzlichen Verschwindens gekommen zu sein. Bereits zum Beginn seiner wilden Reise versucht er sich selbst im Teich auf Graces Grundstück zu ertränken, doch sein Vorhaben wird von seinem Vater unterbrochen. Nicht, weil er ihn davon abwenden will, sondern weil dieser verdammte Narzisst dabei sein will, nichts verpassen darf, weil ja nur er, Kevin Garvey Sr., die Welt mit einem Regentanz retten kann, den er von seinem Sohn aus der Nachwelt erlernen muss. Kevin kann einem nur leidtun.

Doch bevor Kevin sich mehrfach in der spektakulär betitelten Folge The Most Powerful Man in the World (and His Identitcal Twin Brother) ertränkt, sehen wir Nora und Kevin kurz nach dem Ende der 1. Staffel von The Leftovers. Das Liebespaar sitzt glücklich und gemeinsam in einer Badewanne, lauscht über ein Babyphon Lilys Lauten und spricht gemeinsam über ihre Vorlieben hinsichtlich der eigenen Bestattung. Sexy. Doch die Szene zeigt uns tatsächlich kleine Momente, die nicht nur ironisch (Nora “I burn up good” Durst könnte inzwischen schließlich wirklich von der LAD-Strahlung weggeblasen worden sein), sondern mit viel Herz die kleinen Veränderungen kommentieren, die wir für unseren Partner machen und die Liebe für die Person unterstreichen. Nora findet, dass Kevin ein Bart gut stünde. Also lässt sich Kevin einen Bart wachsen. Es scheint ihm egal zu sein, so oder so (Ich bin eindeutig #TeamBeard), aber er macht es für sie. Könnte es auch sein, dass Kevin Garvey sich nun versucht, für Nora umzubringen?

Die Frage ist gar nicht mal so abwegig. Nach dem Gespräch mit Laurie aus der letzten Woche muss Kevin nun annehmen, dass seine Exfreundin wohl in einer anderen Dimension ist oder womöglich unter den Toten weilt. Mit der restlichen Welt hat er abgeschlossen und wie wir später herausfinden, bereut er den Abschied von Nora schwer. “We fucked up with Nora”, sagt er in einem der herzzerbrechendsten Momente der Serie. Jeder, der schon einmal eine Beziehung in die Brüche gehen hat lassen, aus Sturheit, Stolz oder sonstigen Gründen, kennt diesen Schmerz und die Reue. Alleine für diesen Moment hat Justin Theroux einen Emmy verdient. Doch bevor er den abstauben kann, folgen wir Kevin in die Welt der Toten – zumindest trifft er, sobald er ertrinkt, auf so ziemlich jede tote Figur aus der Serie. Bis auf Nora. Die ist in der Folge nicht zu finden und dennoch völlig zentral für das Verständnis. Bis auf die Frage, wie Kevin die Vorfälle überlebt, scheint das Rätsel um die Hotelwelt nämlich für mich in dieser Folge gelöst.

Es handelt sich nicht um den Himmel oder die Hölle und auch nicht um eine Vorwelt für die Nachwelt. Es handelt sich tatsächlich nur um eine gegenteilige Projektion von Kevin Garveys Innenleben. Die Toten leben wieder. Ein Machiavelli-Zitat besagt das exakte Gegenteil wie in unserer Realität. Die Guilty Remnant reden und sind aktiv. Kevin ist Präsident. Genau. Der Mann, der vor allen Verantwortungen in seinem alten Leben davongelaufen ist, wird in seinem fieberhaften Alptraum zum mächtigsten Mann der Welt. Doch bevor Kevin als Präsident den Menschen erzählt, dass wir die Familie nicht mehr brauchen und die Ehe die schlimmste Erfindung der Menschheit ist, muss er sich am Strand vor russischen Attentätern wehren, wo er als sein identischer Zwilling erwacht und von Hundejäger Dean gerettet wird. “It’s weird. Just go with it.” Die absurden Entwicklungen können zumindest für eine Folge Twin Peaks Konkurrenz machen. Regisseur Craig Zobel gibt sich sichtlich Mühe, sein Meisterstück International Assassin aus der letzten Staffel von The Leftovers zu wiederholen.

So bierernst diese mit Depression und Suizid gefüllte Episode auch erscheinen mag, so komisch kann sich diese Spannung auch entladen. Da wäre zum Beispiel der Penisscanner, mit dem der Präsident sich Zugang zu seinem geheimen Bunker beschaffen kann. Natürlich kommentiert die Serie hier augenzwinkernd das Fandom um eine gewisse Szene aus der 1. Staffel mit Justin Theroux in einer sehr verräterischen Jogginghose, gleichzeitig aber reflektiert die Unsicherheit auch seine Zweifel gegenüber der Beziehung mit Nora, die in dieser Staffel fast ausschließlich über Sex definiert wurde. Ist Kevin nicht mehr als nur sein bestes Stück? Als er aus der Welt zum ersten Mal erwacht, sieht er kurz sein Leben vor seinen Augen vorbeifliegen. Da wäre zwar Sex mit Nora, aber auch so ziemlich jeder gequälte Moment seiner Existenz vor und nach dem Plötzlichen Verschwinden. Dieser Mann ist geprägt von Zweifeln, von Angst und einer tiefen Depression. Nicht einmal ein Kompliment bezüglich seines Penis kann er ertragen.

Die Verantwortung nagt aber weiter an Kevin. Er trifft auf Patti, die Verkörperung seiner unüberwindbaren Depression, und muss sich selbst bzw. seinen identischen Zwilling umbringen, um an einen Schlüssel zu gelangen, der alle atomaren Sprengkörper der Welt startet. Er entscheidet sich zu diesem Schritt. All seine anderen Missionen sind gescheitert. Weder kann er Evie davon überzeugen, dass ihr Vater sie liebt, noch kann er den Kindern von Grace entlocken, weshalb sie keine Schuhe mehr tragen. Selbst die Apokalypse kann er nicht abwenden, denn auch hier weiß Christopher Sunday: Kein Gesang kann den Regen stoppen. Doch vielleicht hat Kevin doch die Apokalypse abgewendet: Indem er im Spiegeluniversum die Welt vernichtet, hat er womöglich die reale gerettet? Man kann sich definitiv in diesen Gedankenspielen verrennen und zu einem gewissen Grad ist das auch von den Leftovers-Autoren so gewollt.

Doch der wahre, springende Punkt ist: Kevin möchte diese Welt nicht nur verlassen, er hasst sie so sehr, dass er sie absolut zerstören will. Wahrscheinlich wird er wieder hierher zurückkehren, irgendwann. Symbolisch mag er sie zerstört haben, doch er weiß: Sie, die Depression, schlummert in ihm, sie wird in ihn immer begleiten.

Deshalb will er dort auch nicht bleiben und liest ganz zentrale Stellen aus dem Roman, den er angeblich verfasst haben soll, nicht vor. (Wie viele andere Dinge geschehen oder erscheinen Sachen plötzlich im Augenblick einer Entscheidung Kevins. Für mich ist das ganz klar ein weiterer Hinweis, dass wir uns hier nur in seinem Kopf aufhalten.) In der Geschichte, in der er seiner Frau ausreißt und sich selbst als Feigling sieht, der seine Familie im Stich lässt, lässt er einige Zeilen aus: “But now, here, he was free. […] He did not have her and he did not want her. He had this, and this was enough. Always. He would always have the sea.” Eindeutiger kann es kaum werden. Kevin muss seine Feigheit töten, seine Probleme überwinden, und kann so zu Nora gelangen. Dazu muss er nur kurz den Weltuntergang einleiten. “Whatever helps.”

Des Weiteren ist es höchst spannend, wie sehr die Figuren die Erwartungshaltung des Zuschauers reflektieren. Für das Ende von The Leftovers spult man die Narrative vor zu einem Zeitpunkt, der aus nicht ganz unlogischen Gründen tatsächlich innerhalb des Universums eine Bedeutung haben könnte. Statt aber im Finale eine tatsächlich revolutionäre Auflösung zu bieten, auf die Figuren und Zuschauer hoffen, beendet die Serie das Mysterium eine Folge vor dem Ende. Kevin erwacht, die Sintflut war doch nur ein heftiger Regensturm und die Erde dreht sich weiter. Das Ende ist eben aber doch nicht das Ende. Und wie der Zuschauer fragen sich die Figuren: Was jetzt?

Das Wunderschöne ist: Es spielt keine Rolle, wie The Leftovers endet. Die Serie hat bereits die Komplexität des Menschseins anhand mitreißender Charakterstudien erörtert, und wie im Leben geht es eben weiter. Irgendwie. Irgendwo. Hoffentlich gemeinsam.

Zitat der Folge: “This isn’t my first time visiting the other side of the world.”

– Ich habe keine Erwartungen an das Finale, auf das ich wie jeder andere warten muss. Ich erhoffe mir lediglich ein kleines Happy End, so kurz die Dauer auch sein mag.

– Wie die Adventisten verbringen die Garveys das Ende der vermeintlichen Apokalypse auf dem Dach ihres Hauses.

– Der AFTEC-Officer, der Kevin in der ersten Staffel die mögliche Auslöschung der Guilty Remnant in Mapleton in Aussicht stellte, adressierte ihn zu Beginn des Telefonats als Chief Harvey, genau wie Kevins Name in der anderen Welt. Hmm …

– Der finale Shot im Hotelverse erinnert stark an das Ende von Fight Club. Passt zum starken Einsatz von Pixies Where is my mind? in Staffel 2.

– Interessantes Spiel mit der Symbolik: Kevin sucht den Schlüssel im (zum?) Herzen und dringt ähnlich wie die Heilige Lanze unterhalb der Rippe ein – nur auf der rechten Seite. Heißt das – gespielt gedacht –, dass Kevin doch in Wahrheit der echte Jesus in der wahren Welt ist?

– Die Episode beginnt übrigens mit einer großartigen Trollaktion: Passend zum Alternativen Universumsspaß in der Folge hören wir in der Titelsequenz das ursprüngliche Serien-Theme von Max Richter. Nach der Veränderung in der 2. Staffel war der Aufschrei so groß, dass einige Fans sogar ihre eigenen Kompositionen aus neuen Bildern und alter Musik auf Youtube hochluden. Süffisanter Kommentar von Damon und Co.


HBO

Alle wollen, dass Kevin Garvey stirbt. Es wird Zeit, dass etwas Besinnung in The Leftovers einkehrt. Bevor die Serie also in den großen Finalfolgen den Hauptfiguren die Bühne zur Verfügung stellt, widmet sich The Leftovers in einer der schönsten und traurigsten Stunden der Serie Lauries Schicksal.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ich heute zum letzten Mal mit meinem Großvater gesprochen habe, ist relativ groß. Persönliche Erzählungen in der ersten Person soll ein Kritiker ja vermeiden. Persönliche Meinung? Gerne. Doch das Privatleben des Kritikers sollte keine Rolle bei der Bewertung spielen. Doch ich kann nicht umhin zu bemerken, welche Parallelen sich aktuell auftun und welche Lektionen sich daraus ergeben. Nun sind die Situationen wahrlich nicht gleich. Certified erzählt von Lauries Suizidversuchen, während ich einem alten, sterbenden Mann Auf Wiedersehen sagen muss, aber es ist verblüffend, wie ähnlich die Gespräche, aufs Wesentliche reduziert, sich gestalten.

Die 6. Folge der 3. Staffel von The Leftovers beginnt zunächst wie so oft mit einem Cold Open. Eine junge Frau erzählt von dem Verlust ihres Sohnes am Tag des Sudden Departures. Nach einiger Zeit erinnern wir uns: Es ist die Frau aus der ersten Szene der Serie, die wie so viele andere Menschen in dem Moment des Verschwindens die betroffenen Personen wegwünschten. In diesem Fall war es ihr Sohn, der laut ihrer Theorie jederzeit wieder zurückkehren könnte. Zwei Jahre sind seit dem schicksalhaften Tag vergangen. Gerne würde die Mutter wissen, was sie tun soll: Endlich loslassen oder vielleicht doch warten, falls plötzlich ein Zweijähriger auf dem Parkplatz wieder auftaucht, der nach seiner Mutter schreit?

Deshalb ist sie zu Laurie gekommen, die auch zwei Jahre nach dem Sudden Departure noch ihren Beruf als Therapeutin ausübt. Laurie, die ebenfalls am 14. Oktober ein Kind verlor, erfährt durch die Schilderung der jungen Frau einen Schock. Sie kann ebenfalls keine Antwort auf die Fragen der Mutter finden. Einige Minuten später steht sie in ihrer Dusche und erbricht alle Tabletten, die sie kurz zuvor noch freiwillig verschlang, um ihr Leben zu beenden. Sie überlegt es sich anders. Stattdessen trennt sie sich von allem Weltlichen, zieht sich weiße Klamotten an und geht auf die zwei Frauen zu, die vor ihrer Praxis Zigaretten rauchen.

“Sagt mir, was ich tun soll.”

Mit diesen Worten begab sich Laurie Garvey (Amy Brenneman) in die Hände der Guilty Remnant; genau jener Sekte, die glaubt, dass das Plötzliche Verschwinden nicht vergessen gemacht werden kann und das Leben eigentlich aufgehört hat. Ihre Mission ist daher, die restlichen Hinterbliebenen ständig an das Ereignis zu erinnern. Es ist kein körperlicher Suizid, aber in gewisser Weise zumindest ein gesellschaftlicher. Die Guilty Remnant ist in dieser Staffel buchstäblich pulverisiert worden. Sieben Jahre nach dem kosmischen Ereignis hat The Leftovers keinen Platz mehr für diese verständliche, wenn auch krasse Reaktion auf das kosmische Schauspiel. Doch zumindest der Kerngedanke bleibt erhalten: Was, wenn das Leben tatsächlich aufgehört hat und nichts mehr besser wird – wenn es keine Antwort auf die existenziellen Frage gibt? Was dann?

The Leftovers gelingt es immer wieder auf faszinierende Weise, grundlegende Wahrheiten über unsere Existenz anhand des übernatürlichen Ereignisses runterzubrechen. Wir können jederzeit sterben. Unsere Zeit auf der Erde ist begrenzt. Und der Sudden Departure hat diese Ohnmacht gegenüber der Zeit und das Gefühl, dem Schicksal völlig ausgeliefert zu sein, sehr ins Zentrum gerückt. Eben diese Ohnmacht führt zu der Unsicherheit, die Laurie und viele andere verspüren. Am liebsten würden sie wie Schulkinder gesagt bekommen, was sie tun sollen. Doch tief in uns wissen wir: Niemand hat Antworten.

Von daher haben die Guilty Remnant vielleicht ja, trotz zweifelhafter Methoden, doch einen Punkt gehabt. Eigentlich sind wir ja sowieso alle bereits wandelnde Tote, für die es keinen Sinn im Leben mehr gibt. The Leftovers fokussiert sich nicht ausschließlich auf diese Verzweiflung, aber es fällt schwer, aktuell, am Ende des 2. Aktes dieser Staffel, nicht erneut den bierernsten Pessimismus der 1. Staffel zu spüren. Bereits die stets offensichtlichen Lyrics des dieswöchigen Introsongs verraten uns genau, was die Serie übermitteln will (Es ist übrigens verblüffend, nein, fast schon ärgerlich, dass man nicht Don’t You Forget About Me von den Simple Minds genommen hat):

So you wanna die, commit suicide
Dial 1-800-Cyanide line
Far as life, yo it ain’t worth it
Put a rope around your neck and jerk it
The trick didn’t work
Your life was fucked up from the first day of birth

Bereits in der 1. Staffel gab uns The Garveys At Their Best einen Einblick in das Leben der Figuren vor dem Tag des Plötzlichen Verschwindens – und nichts war besser. Die Figuren litten trotzdem bereits an ihren alltäglichen und individuellen Problemen. Wie kann man also weitermachen? Stanley Kubrick hat einmal im Interview mit dem Playboy bei einer Diskussion von 2001 gesagt:

The most terrifying fact about the universe is not that it is hostile but that it is indifferent; but if we can come to terms with this indifference and accept the challenges of life within the boundaries of death — however mutable man may be able to make them — our existence as a species can have genuine meaning and fulfillment. However vast the darkness, we must supply our own light.

Und wenn das bedeutet, dass man seinen Sohn in einer Wassergrube ertränken muss, um die Welt zu retten, und das den Sinn des eigenen Lebens darstellt (und man dann glücklich sterben kann, selbst, wenn das einen Tod im Gefängnis bedeutet), dann sei es eben so. “Sometimes you have to pretend.”

Laurie hat jedoch aufgehört, zu kämpfen. Sie erkennt, dass es allen Figuren schlecht geht und es wohl auch nicht mehr besser wird. Matts Krebs ist zurück, seine Frau hat ihn verlassen. Nora, John und Grace werden immer ihren Kindern hinterhertrauern. Kevin Sr. ist verrückt und will seinen Sohn umbringen, der das tatsächlich auch noch aufgrund seiner eigenen psychischen Probleme für eine gute Idee hält. Laurie erkennt, dass alle Bewältigungsstrategien irgendwo ihre Berechtigung haben und man die Menschen in der Konfrontation mit Sterblichkeit und der Vergänglichkeit des Lebens nicht stören soll. Im Panorama der Bedeutungslosigkeit navigiert sie sich also von Fall zu Fall und versucht, ihren Patienten so gut wie es geht zu helfen.

Teilweise gelingt ihr sogar ein Erfolg. Nora realisiert am Ende ihres Weges (buchstäblich, sie steht an einer Klippe), dass sie lange Zeit als Spielverderberin gelebt hat, die die Bewältigungsmechanismen anderer Menschen aus purem Egoismus zerstört hat. Sie erzählt, wie sie und Matt als Kind einen schönen Moment mit einem Strandball nach dem Tod ihrer Eltern hatten, nur um ihn von einem Ordner zerstört zu bekommen. Nach all den Jahren des frenetischen Suchens versteht sie, dass sie zu genau dieser Person geworden ist. “Wer macht so etwas?!”, fragt sie sich erschrocken. Die passiv-aggressive Nora zum Beginn der Leftovers-Folge ist verschwunden, hier sehen wir eine zutiefst unglückliche Frau, die nur noch ihrem Leiden ein Ende setzen will. Fast schon kindlich fällt sie Matt in die Arme. Laurie versucht noch die Wogen zu glätten und erklärt, dass einige Menschen eben stark sein und die Regeln einhalten müssen, sodass die Gesellschaft nicht im Chaos versinkt. Doch der Schaden ist angerichtet. Nora will nicht mehr. Ein Abschied von der Figur wäre hier auch ohne Max Richters musikalische Untermalung tieftraurig und imposant, doch wir werden Carrie Coon sicherlich nicht das letzte Mal gesehen haben.

Dahingegen treffen sich jedoch Kevin und seine Exfrau definitiv zum letzten Mal. Beide ertrinken am Tag des Sudden Departures auf unterschiedliche Art und Weise, aufgrund verschiedener Motive. Doch im letzten Aufeinandertreffen, dessen Finalität sich beide bewusst sind, fallen einst schwere Worte mit einer verblüffenden Leichtigkeit. Frühere Barrieren fallen, zwei Menschen sehen sich endlich losgelöst von allen Hindernissen als das, was sie wirklich sind.

Nachdem Laurie die hungrigen Mäuler am Essenstisch betäubt hat, kann sie sich dem Mann ihrer Kinder widmen. Dieser ist weiterhin in seiner Wahnstörung gefangen, doch Laurie lässt ihn ziehen. Nichts hält sie mehr in dieser Welt, und dass beide das Kind, das Laurie am 14. Oktober 2011 verlor, nicht wollten, ist auch für beide o.k. In einer Welt, deren bevorstehender Untergang auf globaler und individueller Ebene (sowie auch auf der Meta-Ebene, immerhin bleiben uns nur noch zwei Folgen) zu spüren ist, fallen persönliche Wahrheiten plötzlich leicht: “We are all gone”, sagt Laurie zu ihrem Mann.

Die Therapeutin agierte besonders in dieser letzten Staffel von The Leftovers als Stimme der Vernunft. Was bedeutet es also, wenn sie sich nun am Ende umbringt. Besonders nach diesem erfreulichen Telefongespräch mit ihren Kindern? Natürlich erkennt sie, dass ihre Kinder zusammen glücklich sind und vielleicht halb unbeschadet aus der ganzen Misere noch entfliehen können. Doch der Moment ist so herzergreifend, dass ihr darauffolgender Suizid umso mehr schmerzt. Und von dem gehe ich aus. Man darf mir gerne in den Kommentare widersprechen, aber ein normaler Tauchgang würde dem gesamten Spannungsbogen und Lauries Entwicklung entgegenwirken.

The Leftovers findet auf den letzten Metern zurück zur auswegslosen Hoffnungslosigkeit der 1. Staffel. Jetzt kann uns nur noch Kevin-Jesus retten.

Zitat der Folge: “I don’t know how I got there, and by ‘there’ I mean here.”

– Hausaufgabe: Unbedingt vor nächster Woche noch einmal International Assassin aus der vergangenen Staffel nachholen.

– Prognose: Nora wird tatsächlich durch die LADR-Machine der zwei lesbischen Physikerinnen wandern und im Hotel auf Kevin treffen, der dem Wunsch seiner Jünger Folge leisten wird. Es wird eine himmlische Reunion geben, deren bittere Realität von der schmerzhaften Realisation geprägt ist, dass beide sich eventuell nie wieder sehen werden – entweder weil Kevin wieder aufwacht oder Nora vielleicht tatsächlich durch die Maschine umgebracht wurde und nicht aus dem Hotel entfliehen kann.

– “I borrowed your pills.”

– Der Epilog der 1. Episode mit einer alten Nora hat der Staffel natürlich bereits zum Auftakt einen Knall mitgegeben. Doch inzwischen wirkt diese Prognose mehr als Hindernis als zusätzlicher Thrill. Nora und Lauries Abschied in Certified könnten als Abschied dieser Figuren agieren. Natürlich wäre der Wegfall von zwei Hauptfiguren vor den letzten zwei Folgen ein großer Verlust, but stranger things have happened! Noras Abschied wäre tatsächlich perfekt bezüglich der kontinuierlichen Faszination der Serie für die Dinge, die wir nie tatsächlich wissen können. Let the mystery be? Vielleicht, aber The Leftovers wird wohl noch etwas deutlicher werden, bevor alle Lichter ausgehen.

– “Sweet Loreley!” Ich werde Scott Glenns selbstsichere, verrückte Vaterfigur schwer vermissen.

– Today’s Special ist natürlich eine echte Serie.


HBO

Ein Priester, ein Löwe und Gott gehen auf ein Boot. Das ist kein Witz, sondern die Prämisse der neuen Folge von The Leftovers. Zu lachen gibt es aber trotzdem etwas: Bevor Matt Jamison auf seinen neuen Jesus treffen darf, muss er sich Gottes Urteil inmitten einer Orgie stellen.

Es ist eine starke Leistung, dass diese Episode von The Leftovers am Ende nicht nur wie ein makaberer Witz dasteht. In It’s a Matt, Matt, Matt, Matt World trifft Pfarrer Matt Jamison zusammen mit seinen drei ungleichen Aposteln Laurie, John und Michael Murphy auf eine Orgie, einen inbrünstigen Löwen und später auf Gott höchstpersönlich. Zumindest behauptet der Mann, Gott zu sein. Und den nackten Franzosen, der eine Atombombe zündet, habe ich noch gar nicht erwähnt.

Es ist eine der wildesten Folge einer Serie, die für ihre Experimentierfreudigkeit bekannt ist. Dass dies alles in einer Folge ohne die Hauptfiguren und wirklichen Drang nicht nur funktioniert, sondern tatsächlich auch emotional mitreißt, verdankt The Leftovers der Charakterarbeit in den vergangenen zwei Staffeln. Erst mit der 3. Folge Two Helicopters And A Boat konnte die Serie nach zwei Episoden, die die Welt drei Jahre nach dem Plötzlichen Verschwinden greifbar machten, wirklich überzeugen und Fahrt aufnehmen. Darin folgten wir Pfarrer Matt Jamison auf seiner Suche nach Antworten für seine Leiden und seinem Kampf gegen die vernommene Sinnlosigkeit des Lebens, verkörpert durch die Guilty Remnant. Eine Staffel später fokussierte sich die Serie erneut auf seinen Kampf mit sich selbst, Gerechtigkeit und einem Leben in Frieden mit seiner Frau und Familie, das er sich so sehr erhofft.

Zu Beginn der neuen Staffel hat er all seine Ziele erreicht. Seine Frau ist aus dem Koma erwacht, zusammen ziehen sie einen Sohn groß und seine Kirche bekommt größeren Zulauf als je zuvor. Doch wie alles in The Leftovers ist auch dieser Zustand nicht für die Ewigkeit gemacht. Tief in Matt nagen Zweifel an ihm. Also begab er sich in die Hände Gottes, das komplett Gegenteil der Reaktion seiner Schwester Nora (Carrie Coon). Die Geschwister sind die zwei Seiten einer Medaille. Während Nora versucht, alle Lügen aus der Welt zu schaffen und die Wahrheit herauszufinden, versinkt Matt tiefer im Glauben. Er muss einfach an etwas Höheres glauben, an eine Macht, die ihn leitet und die seinem Leiden einen Sinn gibt. So sehr sogar, dass er sein eigenes Evangelium über einen schwerkranken Mann verfasst und ihn nur noch weiter in die Tiefe stürzt. Oder steckt doch mehr dahinter? Dazu später mehr.

Zunächst wird die Frage um die Explosion aufgeklärt. Wer den Trailer zur letzten Staffel etwas aufmerksamer analysierte, wird von den Aufnahmen auf einem U-Boot verwirrt gewesen sein. Die Serie, die den Auftakt der 2. Staffel in prähistorischen Zeiten ansetzte, scheut nicht vor wilden Cold Opens zurück. Aber ein U-Boot? In der Tat scheint sich ein Fanatiker unter die französische Marine geschlichen zu haben, der nun die Sicherheitsschlüssel stiehlt und splitternackt eine Atombombe zündet. Niemand stirbt, die Bombe explodiert irgendwo im Pazifik auf einer unbewohnten Insel. Doch die globalen Auswirkungen sind wieder auf der individuellen Ebene zu spüren und hier blüht The Leftovers auf. Ebenso wie beim Plötzlichen Verschwinden ist es viel interessanter zu hinterfragen, wie ein Individuum mit der Situation umgehen würde, als zum Beispiel das deutsche Kanzleramt. Die Serie will Empathie erzeugen, und das geschieht nun mal nicht über die Reaktionen von Institutionen, sondern denen echter Menschen. Selbst, wenn man die Ereignisse nicht durchleidet oder einen ähnlichen Vorfall erlebte, kann das (in der 1. Staffel noch buchstäbliche) Wandgemälde aus Leid Anlass zur Identifikation bieten. Dazu mehr im großartigenInterview mit Damon Lindelof von Matt Zoller Seitz.

Matt lässt sich jedoch nicht von den Auswirkungen kleinkriegen. Wie in den anderen Folgen zuvor kämpft er erbittert darum, seinen Willen durchzusetzen. “Sure, the world might be mad, but it’s still Matt’s world”. Der eigensinnige Pfarrer überzeugt ein Mitglied seiner Gemeinde dazu, ihn sowie Michael und John nach Australien auf einer der Hilfsmissionen mitzunehmen, weil weltweit sämtliche Flüge gestrichen wurden. Laurie kommt ebenfalls mit, entgegen Matts ausdrücklichem Wunsch. Die Gruppe muss in Tasmanien zwischenlanden, Melbourne ist dicht. Als Notlösung dient eine Fähre, die jedoch an diesem Tag von Fans des Sex-Löwens Frasier (Yep, er ist echt) gechartert wurde. Matt kann die Anführerin überzeugen, dass die Jünger Kevins auf die Fähre gelassen werden, obwohl dort eine große Orgie gefeiert werden soll. Bereits in den vergangenen beiden POV-Folgen mit Matt wurden ihm heidnische, chaotische Widersacher gegenübergestellt. Es handelt sich in gewisser Weise schon um einen Aufguss, aber was für einen!

Am interessantesten in der Figurenkonstellation, bevor sich die Folge dem großen Finale widmet, ist, wie sehr die Murphys in dieser finalen Staffel auf das Abstellgleis geschoben wurden. Selbstverständlich ist dies der reduzierten Episodenanzahl zuzuschreiben, doch dass selbst John, der eine dramatische Veränderung zwischen den Staffeln vollzogen hat, in dieser Folge zur Nebenfigur der Nebenfigur Matt Jamison wird, überrascht zunächst. Doch Evies Tod hat John so aus der Bahn geworfen, dass er wie Matt Führung braucht. Die erhält er in Form seiner neuen Frau, der er sich völlig unterwürfig zeigt; so sehr sogar, dass sie ihm buchstäblich den Tag lang ins Ohr flüstert, was er zu sagen und zu tun hat. Michael hingegen ist bereits in der 2. Staffel untergegangen und kann jetzt in den finalen Folgen nur noch als Anhängsel agieren.

Nachdem Matt sich mit Laurie unterhalten hat, trifft er auf David Burton. Genau der gleiche David Burton, der in dieser Staffel von The Leftovers bereits mehrfach erwähnt wurde, und nun erkennen wir den Mann genauer: Er wird gespielt von Bill Camp, der bereits in den finalen Folgen der letzten Staffel in Kevins Hotelaufenthalt als Mann auf der Brücke und später an der Bar zu sehen war. Wie wir wissen, hat David Burton wie Kevin einen mysteriösen Zwischenfall überlebt und von einem Hotel erzählt. Kevin suchte Verschwiegenheit und Privatsphäre, David Burton hingegen wurde eine regionale Berühmtheit. Er scheint seinen Status in gewisser Weise zu genießen, doch mit Matt will er nicht interagieren. Stattdessen händigt er Matt eine Karte mit der Aufschrift “Ich bin Gott” aus, auf deren Rückseite die FAQs stehen, deren Antworten der liebe Gott leid ist.

Nachdem Matt David Burton dabei beobachtet, wie dieser grund- und skrupellos einen anderen Mann über Bord der Fähre wirft, dreht er durch. Matt schlägt Burton mit einer Axt bewusstlos, fesselt ihn eindrucksvoll vor Frasier dem Löwen und verlangt Antworten von Gott. Es dauert nicht lange, bis David Burton trotz der Situation die emotionale Oberhand erlangt. Regisseurin Nicole Kassell findet selbst in den Rohren des Schiffes Kruzifixe, die Matts Suche nach Bedeutung unterstützen. Auf Knien fleht er Burton an: Bitte, wieso kommt seine Krebserkrankung wieder zurück? Warum geschehen all die schlimmen Dinge auf der Welt? Warum wirft Gott einen hilflosen Mann einfach so über Bord? Es muss doch einen Grund geben!

Aber es gibt keinen Grund. Gott – ein Nihilist. Unfassbar für Matt. David Burton liebt es, mit dem Gläubigen zu spielen. Dieser ist derart in seiner Obsession gefangen, dass er lieber einem völlig Fremden Glauben schenkt, als sich endlich aus der emotionalen Gefangenschaft zu befreien. Burton ist kein liebenswerter Gott des Neuen Testaments. Er ließ die Menschen am 14. Oktober verschwinden, weil er es konnte. Ist also all das Chaos nur eine Laune Gottes? Matt kann nicht mehr anders, er kauft Burton die Nummer total ab. Dieser versteht die Menschen besser als sie sich selbst: Matt ist ein selbstgerechter Kerl, der im Glauben nur eine Bestätigung sucht, um seine eigenen Taten zu rechtfertigen. Das, schlicht gesagt, stimmt. Nichts gibt Matts teilweise zwielichtigen Taten eine Absolution, er ist es nur gewohnt, dass gesellschaftliche Folgen für Mitglieder seiner Schar eher selten sind. Er akzeptiert die Strafe, bittet trotzdem um Rettung. Sie ist nur symbolisch, innerlich weiß der Pfarrer am Ende, dass er sterben wird. Die Akzeptanz bietet aber auch neue Möglichkeiten im Umgang mit der möglichen Apokalypse und der Suche nach Kevin. Der Drang, den er zuvor verspürte, ist verflogen.

Die Episode endet mit starken Bildern. Neben dem Mast der Fähre, der an ein riesiges Kreuz erinnert, steht Matt und überblickt das Meer. Endlich, am Horizont, ist etwas Land zu erkennen. Die Anspielungen auf Noah und andere biblischen Geschichten ist für The Leftovers hier ein leichtes Spiel. Am Ende jedoch wird ebenso wie für die anderen übernatürlichen Geschichten eine rationale, menschliche Lösung gefunden. Kevin hat David Burtons Gesicht im Fernsehen gesehen und sich während seiner Psychose später wieder an ihn erinnert. Burton hingegen ist ein Arschloch, der Zufall führte ihn und Matt zusammen. Am Ende sehen wir wieder in den Geschichten genau das, was wir sehen wollen. Eine chaotische Aneinanderreihung von Leid und Zufällen – oder eine göttliche Fügung, in der alles Sinn ergibt. Das Leben liefert hier keine Antworten. Auch Lindelof und seine Autoren werden sich vor definitiven Momenten fernhalten. Let the mystery be!

Matt scheint am Ende einen neuen Weg zu beschreiten. Sein ganzes Auftreten hat sich verändert, wir sehen einen Mann, der sein Schicksal akzeptiert hat. Das heißt jedoch nicht, dass der Spaß vorüber sein muss: Als Frasier befreit wird, kann er den flüchtenden Burton schnappen und totbeißen. Gott ist tot. Und hey, das war der Typ, von dem Matt uns erzählt hat!

Zitat der Folge: “Ta-da, you’re saved.”

– Schauspieler David Daradan wird in den Credits als “vigorous handjob guy” erwähnt. Ich dachte, ihr solltet das wissen.

– David Burton aka Gott berichtet davon, dass Jesus einen Zwillingsbruder hatte. Passenderweise trägt die vorletzte Folge der Serie den Titel The Most Powerful Man in the World (and His Identical Twin Brother). Ein Schelm, wer da eventuell Kevin und die ganzen anderen Aspekte mit Zwillingen (das moralische Dilemma der Wissenschaftler etc.) verbindet.

– Mir gefällt es, dass entgegen der sonstigen HBO-Maxime in The Leftovers Nacktheit nie einen unbedingt betörenden Effekt haben muss. Sicherlich gibt es einige Szenen, die diesen Zweck erfüllen (jedoch nie ausschließlich diesen einen), aber grundlegend ist mit Nacktheit in der Serie oft Verwirrung und Verletzlichkeit verbunden. Ich möchte nicht für Prüderie argumentieren und nackte Haut gehört zum Leben natürlich dazu, aber wenn eine gefühlt von oben herab diktierte, bestimmte Anzahl dieser Momente in Serien inzwischen eingebaut werden müssen, wirkt das sehr erfrischend.

– In den Kommentaren bitte ich dieses Mal unbedingt, euren schmutzigsten Witz zu posten.