“This picture of a crescent-shaped Earth and Moon — the first of its kind ever taken by a spacecraft — was recorded Sept. 18, 1977, by Voyager 1 when it was 11.66 million kilometers (7.25 million miles) from Earth.” (via)

Elon Musk hat auf seinem Instagram-Account den SpaceX-Raumanzug vorgestellt, den Dragon-Piloten in Zukunft auf Flügen zur ISS tragen werden. Bei dem Bild handelt es sich, wie Musk betont, bereits um einen echten und funktionsfähigen Anzug, kein Konzept. Die Anzüge sind für Notfälle, zum Beispiel Druckabfalls im Raumschiff, konzipiert und sind nicht für Raumsparziergänge geeignet. Ziemlich schnieke Teile, das große Visier erinnert an popkulturelles Design aus Prometheus oder The Martian von Kostümdesignerin Janty Yates.

Wie sensibilisiert man heutzutage die breite Masse für Philosophie? Schließlich kann man nicht mehr wie früher in Athen einfach Leute auf der Straße anhauen und sie in existenzielle Fragerätsel verstricken. Dann wird man eher für verrückt gehalten.

James Franco scheint sich diese Frage gestellt zu haben und als Lösungsansatz hat er sich mit seinem ehemaligen Professor Eliot Michaelson des King’s College in London zusammengetan. Gemeinsam interviewen sie in einer ersten Reihe von Philosophy Time drei Wissenschaftler zu verschiedenen Themen. Das ist alles recht kurz, oberflächlich und natürlich leicht zu konsumieren. Aber ich halte das für genau den richtigen Ansatz, der den Ball ins Rollen bringt.

Franco wird häufig für seine exzentrischen Projekte und Einfälle belächelt, aber ich halte ihn für einen der ambitioniernesten Mainstreamkünstler Hollywoods und dass er solche Aktionen in seiner Freizeit verfolgt, zeugt von seinem aufrichtigen Charakter. Kann man mal verfolgen, auch wenn zum Beispiel das Video über Abtreibung ein totaler Wortsalat ist. (weiterlesen…)

Professor Antonio Paris hat im Journal of the Washington Academy of Sciences ein Paper veröffentlicht, in dem er den Ursprung des legendären “Wow!”-Signals in einer Wasserstoffwolke im Sonnensystem sieht. Fascinating stuff. Ich bin auf der einen Seite sehr erfreut, dass die Wissenschaft dem Phänomen auf die Schliche gekommen ist. Andererseits ist es natürlich auch ein bisschen traurig, denn das “Wow!”-Signal hatte für SETI-Freunde wie mich immer eine große Bedeutung gehabt. Anyway, das ganze Paper ist auch für Laien recht gut nachvollziehbar und sehr lesenswert.

In 2016, the Center for Planetary Science proposed a hypothesis arguing a comet and/or its hydrogen cloud were a strong candidate for the source of the “Wow!” Signal. From 27 November 2016 to 24 February 2017, the Center for Planetary Science conducted 200 observations in the radio spectrum to validate the hypothesis. The investigation discovered that comet 266/P Christensen emitted a radio signal at 1420.25 MHz. All radio emissions detected were within 1° (60 arcminutes) of the known celestial coordinates of the comet as it transited the neighborhood of the “Wow!” Signal. During observations of the comet, a series of experiments determined that known celestial sources at 1420 MHz (i.e., pulsars and/or active galactic nuclei) were not within 15° of comet 266/P Christensen. To dismiss the source of the signal as emission from comet 266/P Christensen, the position of the 10-meter radio telescope was moved 1° (60 arcminutes) away from comet 266/P Christensen. During this experiment, the 1420.25 MHz signal disappeared. When the radio telescope was repositioned back to comet 266/P Christensen, a radio signal at 1420.25 MHz reappeared. Furthermore, to determine if comets other than comet 266/P Christensen emit a radio signal at 1420 MHz, we observed three comets that were selected randomly from the JPL Small Bodies database: P/2013 EW90 (Tenagra), P/2016 J1-A (PANSTARRS), and 237P/LINEAR. During observations of these comets, we detected a radio signal at 1420 MHz. The results of this investigation, therefore, conclude that cometary spectra are detectable at 1420 MHz and, more importantly, that the 1977 “Wow!” Signal was a natural phenomenon from a Solar System body.

Haltet die Taschentücher bereit. Erik Wernquist (of Wanderers fame) durfte für die NASA das Abschiedsvideo für die Cassini Raumsonde kreieren. Cassini wird nach 20 Jahren im All im September in der Atmosphäre des Saturns versenkt, um die mögliche Existenz von Leben auf den Saturn-Monden vor Fremdeinwirkungen zu beschützen. Zuvor absolviert die erfahrene Raumsonde jedoch noch ein letztes Manöver, ein “Grand Finale”, bei dem die NASA Cassini zwischen dem Saturn und seinen Ringen fliegen lässt, bevor sie dann endgültig irgendwann in der Atmosphäre verglüht.

Ein ziemlich spektakuläres Ende für eine äußerst großartige Mission. Cassini hatte auch die Huygens-Probe an Bord, welche auf dem Titan landete – die erste Landung auf einem Körper des äußeren Sonnensystems überhaupt. Während Cassini atemberaubende Bilder lieferte (hier mein Favorit), erhielten Wissenschaftler der NASA unglaubliche Datenmenge, die u.a. Metanflüsse auf dem Titan oder den globalen Ozean auf Enceladus bestätigten.

Die tollen Bilder aus dem Kurzfilm gibt es bei der NASA kostenlos als Wallpaper.


Sony Pictures Germany

Arrival ist mein Film des Jahres. Ein Film über die Komplexität von Kommunikation und die Hürden in uns und in dem Zusammenleben mit anderen, die wir für ein bessere Zukunft überkommen müssen. Passt aktuell wie die Faust aufs Auge. Da ich selbst Linguistik studiert habe, war die Darstellung der Professorin als Heldin ein absolutes Highlight. Aber auch ihre Überlegungen zur Didaktik, wie man den Aliens jetzt am besten Englisch beibringt, waren schlüssig und toll. In Ted Chiangs Kurzgeschichte ist das ein wenig detaillierter dargestellt, aber für einen Blockbuster und Oscarkandidaten war die kompetente Darstellung des Sujets in Arrival bereits das höchste der Gefühle.

Ich bin nicht der einzige, der derart begeistert von den Wissenschaftsaspekten von Arrival war, es gibt jede Menge Artikel und Videos zum Thema, die ich hier mal zusammenfassen möchte. (weiterlesen…)


NASA

NASA-Astronaut Eugene Cernan, der elfte Mensch auf dem Mond und der letzte, der ihn zum Zeitpunkt seines Todes am 16. Januar 2017 betreten hat, ist leider von uns gegangen. Sein Leben war ebenso imposant wie die Saturn V, die ihn zu “God’s front porch” beförderte. In der letztjährigen Dokumentation The Last Man on the Moon, die sehr zu empfehlen ist, erlebte ich ihn als nachdenklichen Menschen, der sich der Größe seiner Taten bewusst ist, gleichzeitig aber auch immer noch einen immensen Tatendrang verspürt. Seine Taten in der Vergangenheit werden jedoch nicht so schnell verblassen, die schiere Anzahl an Rekorden lässt das gar nicht zu. Via Wikipedia:

– Höchste Geschwindigkeit, die ein Mensch erreicht hat (39.897 km/h mit Apollo 10)
– Elfter und bisher vorletzter Mensch, der je den Mond betreten hat; letzter Mensch, der ihn verlassen hat (Apollo 17)
– Der einzige Mensch, der mit zwei verschiedenen Mondfähren unterwegs war (Apollo 10 und Apollo 17)
– Größte Gesteinsmenge, die Menschen auf dem Mond bei einer bemannten Mission gesammelt haben (Apollo 17)
– Längste EVA-Gesamtzeit auf dem Mond (Apollo 17)
– Längste auf dem Mond zurückgelegte Strecke im Mondauto (Apollo 17)
– Erster bemannter Nachtstart der NASA (Apollo 17)
– Cernan hinterließ auf dem Mond die Initialen seiner Tochter „TDC“ im Staub

Wow.

“We leave as we came and, god willing, as we shall return, with peace, and hope for all mankind.”
“Here I am at the turn of the millennium and I’m still the last man to have walked on the moon, somewhat disappointing. It says more about what we have not done than about what we have done.”
“Curiosity is the essence of human existence. ‘Who are we? Where are we? Where do we come from? Where are we going?’… I don’t know. I don’t have any answers to those questions. I don’t know what’s over there around the corner. But I want to find out.”

RIP

Im Anschluss ein kleines Best-Of. (weiterlesen…)

Matthias Maurer, promovierter Werkstoffwissenschaftler und Saarländer, wurde vorgestern offiziell als neuer ESA-Astronaut vorgestellt. Maurer absolviert gerade Grundausbildung im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln.

Matthias ist promovierter Werkstoffwissenschaftler und hat fundierte Kenntnisse der Physik und Chemie sowie weitreichende Erfahrungen im medizinischen Bereich. Dies passt zu den Hauptforschungsfeldern auf der Internationalen Raumstation. Er beherrscht bereits vier Sprachen fließend und lernt derzeit sowohl Russisch als auch Chinesisch. Er hat Erfahrungen als Rettungssanitäter und hat Werkstoff-/Materialwissenschaften an verschiedenen Universitäten in ganz Europa studiert, unter anderem in Saarbrücken, Nancy, Barcelona und Leeds, mit Praktika in Argentinien, Spanien und Südkorea – und er liebt es, unsere Welt zu erkunden.

Dr. Maurer : “Als ich 2008 den Aufruf der ESA zur Rekrutierung neuer Astronauten sah, wusste ich sofort, dass dies die perfekte Kombination all meiner Wünsche war: Fliegen, Forschen und Erkunden, in einem internationalen und interkulturellen Team an vorderster Front der Wissenschaft und Technik zu arbeiten.“

“Die Aussicht, all das als Botschafter für Europa im Weltall tun zu können, war für mich ein zusätzlicher Motivationsfaktor.”

SpOn hat noch ein sehr schönes Profil über Maurer, der gerne mit Chinesen, Russen oder den Amerikanern bald zum Mond aufbrechen würde. Stichwort Moon Village. Mit Alexander Gersts zweiter ISS-Mission im nächsten Jahr kriegen wir ja schon unseren ersten deutschen Raumschiffkommandaten aller Zeiten!

Man verzeihe mir diesen Provinzpatriotismus im Angesicht von so etwas Großem und dieser großartigen europäischen Zusammenarbeit (und darüber hinaus), aber das ist so verdammt cool! Im Saarland hält sich seit jeher die Idee, dass man überall auf der Welt auf einen Saarländer trifft – egal, wo man ist. Das hat sich bei meinen Reisen tatsächlich auch immer bestätigt. Wäre schön, wenn sich das bald auch fürs Weltall sagen ließe.