Professor Antonio Paris hat im Journal of the Washington Academy of Sciences ein Paper veröffentlicht, in dem er den Ursprung des legendären “Wow!”-Signals in einer Wasserstoffwolke im Sonnensystem sieht. Fascinating stuff. Ich bin auf der einen Seite sehr erfreut, dass die Wissenschaft dem Phänomen auf die Schliche gekommen ist. Andererseits ist es natürlich auch ein bisschen traurig, denn das “Wow!”-Signal hatte für SETI-Freunde wie mich immer eine große Bedeutung gehabt. Anyway, das ganze Paper ist auch für Laien recht gut nachvollziehbar und sehr lesenswert.

In 2016, the Center for Planetary Science proposed a hypothesis arguing a comet and/or its hydrogen cloud were a strong candidate for the source of the “Wow!” Signal. From 27 November 2016 to 24 February 2017, the Center for Planetary Science conducted 200 observations in the radio spectrum to validate the hypothesis. The investigation discovered that comet 266/P Christensen emitted a radio signal at 1420.25 MHz. All radio emissions detected were within 1° (60 arcminutes) of the known celestial coordinates of the comet as it transited the neighborhood of the “Wow!” Signal. During observations of the comet, a series of experiments determined that known celestial sources at 1420 MHz (i.e., pulsars and/or active galactic nuclei) were not within 15° of comet 266/P Christensen. To dismiss the source of the signal as emission from comet 266/P Christensen, the position of the 10-meter radio telescope was moved 1° (60 arcminutes) away from comet 266/P Christensen. During this experiment, the 1420.25 MHz signal disappeared. When the radio telescope was repositioned back to comet 266/P Christensen, a radio signal at 1420.25 MHz reappeared. Furthermore, to determine if comets other than comet 266/P Christensen emit a radio signal at 1420 MHz, we observed three comets that were selected randomly from the JPL Small Bodies database: P/2013 EW90 (Tenagra), P/2016 J1-A (PANSTARRS), and 237P/LINEAR. During observations of these comets, we detected a radio signal at 1420 MHz. The results of this investigation, therefore, conclude that cometary spectra are detectable at 1420 MHz and, more importantly, that the 1977 “Wow!” Signal was a natural phenomenon from a Solar System body.

Haltet die Taschentücher bereit. Erik Wernquist (of Wanderers fame) durfte für die NASA das Abschiedsvideo für die Cassini Raumsonde kreieren. Cassini wird nach 20 Jahren im All im September in der Atmosphäre des Saturns versenkt, um die mögliche Existenz von Leben auf den Saturn-Monden vor Fremdeinwirkungen zu beschützen. Zuvor absolviert die erfahrene Raumsonde jedoch noch ein letztes Manöver, ein “Grand Finale”, bei dem die NASA Cassini zwischen dem Saturn und seinen Ringen fliegen lässt, bevor sie dann endgültig irgendwann in der Atmosphäre verglüht.

Ein ziemlich spektakuläres Ende für eine äußerst großartige Mission. Cassini hatte auch die Huygens-Probe an Bord, welche auf dem Titan landete – die erste Landung auf einem Körper des äußeren Sonnensystems überhaupt. Während Cassini atemberaubende Bilder lieferte (hier mein Favorit), erhielten Wissenschaftler der NASA unglaubliche Datenmenge, die u.a. Metanflüsse auf dem Titan oder den globalen Ozean auf Enceladus bestätigten.

Die tollen Bilder aus dem Kurzfilm gibt es bei der NASA kostenlos als Wallpaper.


Sony Pictures Germany

Arrival ist mein Film des Jahres. Ein Film über die Komplexität von Kommunikation und die Hürden in uns und in dem Zusammenleben mit anderen, die wir für ein bessere Zukunft überkommen müssen. Passt aktuell wie die Faust aufs Auge. Da ich selbst Linguistik studiert habe, war die Darstellung der Professorin als Heldin ein absolutes Highlight. Aber auch ihre Überlegungen zur Didaktik, wie man den Aliens jetzt am besten Englisch beibringt, waren schlüssig und toll. In Ted Chiangs Kurzgeschichte ist das ein wenig detaillierter dargestellt, aber für einen Blockbuster und Oscarkandidaten war die kompetente Darstellung des Sujets in Arrival bereits das höchste der Gefühle.

Ich bin nicht der einzige, der derart begeistert von den Wissenschaftsaspekten von Arrival war, es gibt jede Menge Artikel und Videos zum Thema, die ich hier mal zusammenfassen möchte. (weiterlesen…)


NASA

NASA-Astronaut Eugene Cernan, der elfte Mensch auf dem Mond und der letzte, der ihn zum Zeitpunkt seines Todes am 16. Januar 2017 betreten hat, ist leider von uns gegangen. Sein Leben war ebenso imposant wie die Saturn V, die ihn zu “God’s front porch” beförderte. In der letztjährigen Dokumentation The Last Man on the Moon, die sehr zu empfehlen ist, erlebte ich ihn als nachdenklichen Menschen, der sich der Größe seiner Taten bewusst ist, gleichzeitig aber auch immer noch einen immensen Tatendrang verspürt. Seine Taten in der Vergangenheit werden jedoch nicht so schnell verblassen, die schiere Anzahl an Rekorden lässt das gar nicht zu. Via Wikipedia:

– Höchste Geschwindigkeit, die ein Mensch erreicht hat (39.897 km/h mit Apollo 10)
– Elfter und bisher vorletzter Mensch, der je den Mond betreten hat; letzter Mensch, der ihn verlassen hat (Apollo 17)
– Der einzige Mensch, der mit zwei verschiedenen Mondfähren unterwegs war (Apollo 10 und Apollo 17)
– Größte Gesteinsmenge, die Menschen auf dem Mond bei einer bemannten Mission gesammelt haben (Apollo 17)
– Längste EVA-Gesamtzeit auf dem Mond (Apollo 17)
– Längste auf dem Mond zurückgelegte Strecke im Mondauto (Apollo 17)
– Erster bemannter Nachtstart der NASA (Apollo 17)
– Cernan hinterließ auf dem Mond die Initialen seiner Tochter „TDC“ im Staub

Wow.

“We leave as we came and, god willing, as we shall return, with peace, and hope for all mankind.”
“Here I am at the turn of the millennium and I’m still the last man to have walked on the moon, somewhat disappointing. It says more about what we have not done than about what we have done.”
“Curiosity is the essence of human existence. ‘Who are we? Where are we? Where do we come from? Where are we going?’… I don’t know. I don’t have any answers to those questions. I don’t know what’s over there around the corner. But I want to find out.”

RIP

Im Anschluss ein kleines Best-Of. (weiterlesen…)

Matthias Maurer, promovierter Werkstoffwissenschaftler und Saarländer, wurde vorgestern offiziell als neuer ESA-Astronaut vorgestellt. Maurer absolviert gerade Grundausbildung im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln.

Matthias ist promovierter Werkstoffwissenschaftler und hat fundierte Kenntnisse der Physik und Chemie sowie weitreichende Erfahrungen im medizinischen Bereich. Dies passt zu den Hauptforschungsfeldern auf der Internationalen Raumstation. Er beherrscht bereits vier Sprachen fließend und lernt derzeit sowohl Russisch als auch Chinesisch. Er hat Erfahrungen als Rettungssanitäter und hat Werkstoff-/Materialwissenschaften an verschiedenen Universitäten in ganz Europa studiert, unter anderem in Saarbrücken, Nancy, Barcelona und Leeds, mit Praktika in Argentinien, Spanien und Südkorea – und er liebt es, unsere Welt zu erkunden.

Dr. Maurer : “Als ich 2008 den Aufruf der ESA zur Rekrutierung neuer Astronauten sah, wusste ich sofort, dass dies die perfekte Kombination all meiner Wünsche war: Fliegen, Forschen und Erkunden, in einem internationalen und interkulturellen Team an vorderster Front der Wissenschaft und Technik zu arbeiten.“

“Die Aussicht, all das als Botschafter für Europa im Weltall tun zu können, war für mich ein zusätzlicher Motivationsfaktor.”

SpOn hat noch ein sehr schönes Profil über Maurer, der gerne mit Chinesen, Russen oder den Amerikanern bald zum Mond aufbrechen würde. Stichwort Moon Village. Mit Alexander Gersts zweiter ISS-Mission im nächsten Jahr kriegen wir ja schon unseren ersten deutschen Raumschiffkommandaten aller Zeiten!

Man verzeihe mir diesen Provinzpatriotismus im Angesicht von so etwas Großem und dieser großartigen europäischen Zusammenarbeit (und darüber hinaus), aber das ist so verdammt cool! Im Saarland hält sich seit jeher die Idee, dass man überall auf der Welt auf einen Saarländer trifft – egal, wo man ist. Das hat sich bei meinen Reisen tatsächlich auch immer bestätigt. Wäre schön, wenn sich das bald auch fürs Weltall sagen ließe.

Super krass hypnotische 4K-Aufnahmen der ISS durch ein Fisheye-Objektiv. Hoffentlich kann man das demnächst mit einer 360-Kamera wiederholen und daraus dann eine VR-Experience basteln. Den Soundtrack finde ich ziemlich passend, noch besser wäre aber irgendwas von Richard Wagner zum Beispiel. Ich habe das mal hier zusammengestellt.

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ESA

Das habe ich auf Twitter so abgefeiert, dass ich einen Eintrag im Blog vergessen habe: ESAs Rosetta-Sonde hat Philae, den ersten Lander auf einem Kometen tatsächlich kurz vor dem Missionsende noch gefunden! Wir erinnern uns: Die Landung vor nun fast zwei Jahren auf dem Kometen Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko lief alles andere als perfekt. Philae landete zwar, wurde jedoch mit hoher Geschwindigkeit zurückgeschubst und umkreiste/hüpfte über den Kometen bis der Lander auf einer eher suboptimalen Stelle ohne viel Lichteinstrahlung stehenblieb. Dass Rosetta nun einen Monat vor dem finalen Crash mit dem Kometen Philae findet, ist ein echt schöner Abschluss dieser erfolgreichen Mission.

The images also provide proof of Philae’s orientation, making it clear why establishing communications was so difficult following its landing on 12 November 2014.
Philae close-up

“With only a month left of the Rosetta mission, we are so happy to have finally imaged Philae, and to see it in such amazing detail,” says Cecilia Tubiana of the OSIRIS camera team, the first person to see the images when they were downlinked from Rosetta yesterday.

“After months of work, with the focus and the evidence pointing more and more to this lander candidate, I’m very excited and thrilled that we finally have this all-important picture of Philae sitting in Abydos,” says ESA’s Laurence O’Rourke, who has been coordinating the search efforts over the last months at ESA, with the OSIRIS and Lander Science Operations and Navigation Center (SONC, CNES) teams.

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Die astronomischen Entdeckungen der letzten Jahre im Gebiet der Exoplaneten waren verblüffend und gleichermaßen hoffnungsvoll, insofern dass Exoplaneten auch in unserer “näheren” Umgebung bald entdeckt werden würden. Nun wissen wir: Die Reise nach Alpha Centauri, sollte sie jemals stattfinden, würde sich lohnen, denn es wurde ein erdähnlicher Exoplanet in der habitalen Zone entdeckt, Earth Proxima sozusagen. Vielleicht finden wir dort ja einen Mond mit blauen Katzenmenschen.

Although media reports say the rumored planet orbits in a region that’s potentially favorable for life, these smaller stars are less stable, and Proxima Centauri is known to have violent flares at times. Its occasional tantrums have made astronomers skeptical of finding life around red dwarf stars in the past.

However, skepticism has softened some in recent years, and SETI recently launched a major initiative to search for life around 20,000 red dwarfs, as these stars are the most common in the Milky Way galaxy.