Wissenschaft - PewPewPew

Unfassbare Zahlen von Melodysheep: Im neuen Video des Mashup-turned-Spacevideo-Künstlers visualisiert er eindrucksvoll, was innerhalb eines Wimperschlags, also binnen einer Viertelsekunde, im Universum passiert. Mich hat das wirklich umgehauen und ehrfürchtig gestimmt. Man hat ja wissenschaftliche Erkenntnisse verinnerlicht und lebt damit, aber auf den ersten Blick scheinen die Zahlen schlicht zu groß, man kann es sich einfach nicht vorstellen – und würden dann nochmal vervierfacht werden, nur um das Gesamtgeschehen innerhalb einer Sekunde anzugeben. Unfassbar einfach.

Hier eine sehr ernüchternde, aber wichtige Gegenüberstellung der Aussagen Prof. Streecks zum richtigen Kurs in der Corona-Pandemie. Hendrik Streeck arbeitet an der Universität Bonn und ist ein international angesehener Virologe für HIV. Im vergangenen Jahr drängte er sich wöchentlich im vergangenen Jahr in die Talkshows des Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens und sollte mit seinen Prognosen und Einschätzungen zur Sterberate, der Impfstoffentwicklung, dem Fokus auf Herdenimmunität oder Bildungseinrichttungen stets falsch liegen.

Auch jetzt plädiert der Virologe auf Twitter immer noch für einen Strategiewechel, der den Schutz der älteren Bevölkerungsgruppen anderen härteren Lockdown-Maßnahmen vorzieht. Weiterhin plädiert er für Gebote statt Verbote. Diese Strategien erwiesen sich als Fehlschläge, sowohl im deutschen als auch internationalen Verlauf.

In der deutschen Diskussion trägt meiner Ansicht nach nicht zuletzt Herr Streeck eine besonders schwere Schuld daran, dass eine falsche Balance in der Haltung der Wissenschaft zu Covid-19 wahrgenommen wurde. Angesichts der aktuellen Situation immer noch für diese gescheiterten Maßnahmen zu plädieren, ist nicht nur verantwortungslos, sondern auch gefährlich und tödlich. Ein Mensch mit ein bisschen mehr Schamgefühl hätte schon lange seine Einschätzungen als falsch akzeptiert und sich aus dem öffentlichen Diskurs zurückgezogen. Mögen wir ihn im Jahr 2020 zurücklassen.

Zwei Gedanken, außer dass diese Videos einfach sehr lustig sind: Es ist schon etwas tragisch, dass Oblivion heute zu Tode gememet wird und neue Generationen hauptsächlich dadurch in Berührung damit kommen. It was a good game!

Der Ausschnitt, wie alle (inzwischen fast 100) Video-Edits des Kanals, stammt aus einem ESL-Video des Lehrers Graig Thompson für Fremdsprachler, was die Intonation erklärt. Bei der Vermittlung und dem Training einer Fremdsprache geht es zunächst um das reine auditive Verständnis, das Erkennen von Syntax und Inhalt. Auch die Wiederholungen bzw. inhaltliche Redundanz dient zur Darstellung unterschiedlicher Zeitformen bzw. Sprauchgebrauch.

Wieso aber gleichen sich Lehrvideo und Videospiel so sehr? Die Lines der Synchronsprecher im Spiel wurden alphabetisch aufgenommen, was die dramatischen Unterschiede in Emotionalität und Betonung erklärt. Context is major key!

Anyway, hier sind noch drei weitere Knaller. (weiterlesen…)

“Two possibilities exist: either we are alone in the Universe or we are not. Both are equally terrifying.” ― Arthur C. Clarke

Es ist die Frage aller Fragen, die unsere Existenz im Kern trifft: Sind wir allein im Universum? In Zeiten, in denen Religion vielleicht noch die Welt, aber nicht mehr das Universum erklären kann, brauchen wir Wissenschaftler, die uns die Sache erklären. Das Christentum endet spätestens am Mond.

Die Wissenschaft weiß seit den Erkenntnissen durch das Kepler-Teleskop und der Anzahl an gefundenen Exoplaneten, dass es höchstwahrscheinlich ist, dass die meisten Sonnen mindestens einen Planeten, wenn nicht sogar mehr, in ihrem Orbit zählen dürfen. Dazu wahrscheinlich viele sogar in ihrer habitablen Zone. Ist das Leben also weitläufig im Universum oder sind wir doch selten?

Angesichts der jüngsten Erkenntnisse zu möglichem Leben in den höheren Sphären der Venus und den Vermutungen zu ehemaligem Leben auf dem Mars, dazu die möglichen Gegebenheiten auf den Jupiter- und Saturnmonden, drückt sich das Bild auf, dass das Leben selbst in unserem eigenen Sonnensystem vielleicht gar nicht einzigartig ist. Auf unserem Planeten entsprang das Leben schnell als sich Möglichkeiten dazu ergaben und Wasser ist im Universum nicht selten. Hinzu kommt, dass wir meist mit unseren engen Blick auf mögliches Leben im Universum blicken, welches extrem vielfältige Ursprüngen haben können, fernab Kohlenstoffbasiertem Leben.

Die Drake-Gleichung schafft Abhilfe. US-Forscher Frank Drake entwarf vor vielen Jahren eine Gleichung, die anhand verschiedener Faktoren errechnen sollte, wie viele intelligente Zivilisationen in einer Galaxie existieren. Viele der Faktoren sind schwammig und eng gefasste, es gibt positive wie negative, d.h. optimistische bis pessismistische Einschätzungen und selbst diese stützen sich meist nur auf educated guesses, aber grundlegend ist es ein starting point, um über diese Möglichkeit zu reden.

Lex Fridman ist AI-Forscher am MIT, hat jedoch neuerdings Gefallen am Podcasten gefunden und ist befeuert durch einige Auftritte bei Joe Rogan inzwischen recht erfolgreich damit geworden. Das dürfte ihn freuen, denn wenn man auf Twitter einigen Kolleg*innen zu seiner Forschung Glauben schenkt, ist er methodisch und ethisch höchst angreifbar und durch seine persönliche Nähe zu Figuren wie Elon Musk bei der Erforschung von AI-Vehikeln kompromittiert.

Als Podcastfigur finde ich ihn allerdings interessant. Er ist genau der Typ, den Rogan in seinen Podcasts mag. Ein schlauer Fachmann, der aber bereit ist, mit Rogan über die großen Fragen des Lebens und Eventualitäten zu spekulieren. So ein bisschen Ancient Aliens für Leute mit Abitur.

“I’m sure the universe is full of intelligent life. It’s just been too intelligent far away to come here.” ― Arthur C. Clarke (Anm. d. Red.)

So muss auch sein neues Video gesehen werden, in dem er – als AI-Forscher – seine eigenen Einschätzungen der Drake-Gleichung beifügt. Das Video finde ich trotzdem am Ende interessant, weil es noch einmal neueste Zahlen miteinbezieht und dieses für mich bereits vertraute Thema um eine aktuelle Einschätzung erweitert. Die Erkenntnis, dass es wahrscheinlich nur ein paar intelligente Zivilisationen pro Galaxie, wenn überhaupt gibt, ist ziemlich deprimierend. Damit beantwortet das Video aber auch in gewisser Weise Clarkes ikonisches Statement um eine bittere Realität: Es ist höchst wahrscheinlich, dass wir nicht alleine im Universum sind und das Leben sogar recht vielfältig ist, Abermillionen von intelligenten Spezies aber so weit voneinander entfernt sind, sodass niemals direkter Kontakt hergestellt werden kann. “No Man is an Island”, John Donne? Wahrscheinlich doch.

It’s Pronounced GIF

22 Oct, 2020 · Sascha · Wissenschaft · 0 comments

Tom Scott erklärt anhand der Ausspraches des GIFs Psycholinguistik.

Ich weiß noch sehr genau was für ein großer Hype das in meiner Kindheit war, als dieser Roboter vor dieser Tür in der Pyramide landete und jetzt habe ich total Bock auf so eine neue Doku-Serie darüber. Damals fand man hinter dieser Tür, nachdem ein Loch durchgebohrt wurde, nur eine weitere Tür/Wand vor. Dann wurde es wieder leiser um die Geschichte und zwischenzeitlich scheint man in der kleinen Kammer rote Markierungen bzw. Hieroglyphen gefunden zu haben, die wohl Gangmarkierungen der Arbeitergruppen entsprechen. Cool, aber auch irgendwie ein bisschen enttäuschend. Vielleicht findet Netflix ja Alien-Sarkphage? Ab dem 28. Oktober können wir streamen und mehr entdecken.

This documentary follows a team of local archaeologists which excavates never before explored passageways, shafts, and tombs, piecing together the secrets of Egypt’s most significant find in almost 50 years in Saqqara.

Apollo-Missionen in 60fps

08 Aug, 2020 · Sascha · Tech,Wissenschaft · 0 comments

Der YouTube-Kanal Dutchsteammachine knüpft sich altes NASA-Footage vor und crankt das auf hochmoderne 4K 60fps. Der Effekt bei den Apollo-Aufnahmen ist atemberaubend, aber besonders angetan bin ich von der restaurierten Landung des Curiosity-Rovers, deren Bilder tatsächlich den Eindruck eines Flugs über den Mars vermitteln.

Bei zukünftigen Artemis-Mondmissionen steht natürlich auch die Erkundung und Vorbereitung auf den Mars im Vordergrund, aber ein Grund zur Freude war für mich auch immer der Fall, dass wir richtige Aufnahmen des Monds in 4K-Livestreams kriegen würden. Aktuelle liefert der chinesische Rover Bilder und die Filme aus den Hasselblad-Kameras der Apollo-Astronauten bleiben upscalebar und Gold wert. Aber so ein menschlicher Touch an einer Kamera vermittelt einfach einen anderen Eindruck.

Wahnsinn, dass diese Technologie jetzt alltagstauglicher und mehr und mehr in Konsumentenhände gerät. Ich bin ein enormer Fan solcher Unternehmungen, Apollo 11 und They Shall Not Grow Old zählten zu meinen Lieblingsfilmen des letzten Jahres. Alleine der Opening Shot von Apollo 11 – verrückt! Hier noch mehr Videos von Dutchsteammachine. (weiterlesen…)

Ich habe in den vergangenen Wochen viele Stunden auf dem Mars verbracht. Nach einsamen Jahren im Regal fand Kim Stanley Robinsons Roman Red Mars endlich den Weg in mein Leben und beim dritten Anlauf hat es dann endlich gefunkt. Arthur C. Clarke hat einmal die Bedeutung des Werks klargestellt, indem er es zur Pflichtlektüre zukünftiger Marskolonialisten verkündete.

love police posterDas kann ich so unterschreiben. Robinsons Roman über die Besiedlung des roten Planeten ist so detailgetreu wie kein zweites Werk und wurde zur Bibel für Marsautoren wie Andy Weir oder Greg Bear. Der Roman beschäftigt sich ausgiebig mit der Unausweichlichkeit der menschlichen Natur und den soziokulturellen Problemen des Zusammenlebens. Der utopische Traum einer neuen Welt verplatzt schnell. James Grays bedrückendes Raumfahrtepos Ad Astra fand im letzten Jahren ein ganz passendes Bild dazu, als er Brad Pitt durch eine Mall auf dem Mond laufen ließ, mit Logos von DHL und McDonalds im Hintergrund. Im Sinne von: Überall, wio wir hingehen werden, schleppen wir unseren Müll und unsere Probleme mit uns mit.

Das ist ein Teil von Robinsons Roman. Zu der Trilogie werde ich besitmmt noch einmal mehr schreiben, bis dahin bin ich aber wohl zum absoluten Experten in Areografie – die Studie der Geografie des Mars – geworden. Das ist der andere Teil. Neben den ganzen Menschen geht es dem Autor nämlich vor allem um den Planeten selbst. Wer Red Mars liest, wird Experte des Mars in all seinen Facetten. Es gab selten ein Buch, in dem ich so oft nach vorne blättern musste, um auf der Karte nachzuschlagen, wo sich gerade die Figuren auf der Oberfläche rumtreiben. Ich sage es mal so: Würde ich jetzt morgen mit einem fähigen Rover auf dem Mars stranden, ich würde mich schon zurechtfinden.

Wem das nach zu viel Arbeit klingt, der kann auch einfach das neue Video vom großartigen YouTube-Kanal Atlas Pro schauen, der die spannende Dichotomie und Symmetrie der Marsoberfläche erläutert.