RIP Edgar Mitchell

06 Feb, 2016 · Sascha · Wissenschaft · 0 comments

Edgar Mitchell on the fucking moon

Gestern, einen Tag vor dem heutigen 45. Jahrestag der Landung von Apollo 14 auf dem Mond, verstarb NASA Astronaut Edgar Mitchell im Alter von 85 Jahren. Nach Alan Shepard war Mitchell der sechste Mann, der auf dem Mond rumhüpfte. Nach seiner Karriere bei der NASA warf er regelmäßig der US-Regierung vor, die Existenz von Außerirdischen zu vertuschen. Hihi. NASA Administrator Charles Bolden zum Tode Mitchells:

On behalf of the entire NASA family, I would like to express my condolences to the family and friends of NASA astronaut Edgar Mitchell. As a member of the Apollo 14 crew, Edgar is one of only 12 men to walk on the moon and he helped to change how we view our place in the universe. Edgar spoke poetically about seeing our home planet from the moon saying: ‘Suddenly, from behind the rim of the moon, in long, slow-motion moments of immense majesty, there emerges a sparkling blue and white jewel, a light, delicate sky-blue sphere laced with slowly swirling veils of white, rising gradually like a small pearl in a thick sea of black mystery. It takes more than a moment to fully realize this is Earth … home.’ He believed in exploration, having been drawn to NASA by President Kennedy’s call to send humans to the moon. He is one of the pioneers in space exploration on whose shoulders we now stand.

Mitchell wird uns nicht nur auf Grund seiner Taten und Alien-Mätzchen in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen dem fantastischsten Zitat eines Astronauten zum Overview-Effects:

You develop an instant global consciousness, a people orientation, an intense dissatisfaction with the state of the world, and a compulsion to do something about it. From out there on the moon, international politics look so petty. You want to grab a politician by the scruff of the neck and drag him a quarter of a million miles out and say, ‘Look at that, you son of a bitch.

lookatthatyousonofabitch

SpaceX hat am 21. Dezember 2015 Geschichte geschrieben. Der Moment war nach den letzten knappen Fehlschlägen bereits abzusehen, nun ist es endlich gelungen: Die Falcon 9 Rakete konnte nach ihrem Start und dem Abliefern der Ladung im Low Earth Orbit wieder erfolgreich und sicher auf einer Plattform in Cape Canaveral landen. Der nächste Schritt, so SpaceX CEO Elon Musk, soll dann sein, die Falcon 9 nach der Landung erneut starten zu lassen. Das ist ein riesiger Schritt in Sachen Wiederverwendbarkeit der Raumfahrt.

Sonntag. Für manche der Tag des Herrn. Auf PewPewPew der Tag der Wissenschaft. Heute gibt es zwei Videos den zwei größten Planeten unseres Sonnensystems. Einmal haben NASA/ESA Astronomen das Hubble Space Telescope dafür benutzt, Aufnahme vom Jupiter zu machen und bekamen erstaunliche Ergebnisse. Der schon seit mindestens über 400 Jahren andauernde Sturm, der berühmte Great Red Spot, ist gar nicht mehr so groß wie vorher und nimmt aktuell an Stärke ab.

The images also reveal a rare wave structure in the planet’s atmosphere that has not been seen for decades.

Wie es wohl aussehen würde, wenn man mit seinem schnellen Raumschiff – wie zum Beispiel in Star Wars oder Star Trek – auf die Planeten des Sonnensystems zufliegt? Diese Frage beantwortet das Video von Stephen van Vuuren, der Aufnahmen der Cassini-Sonde für diese Darstellung im IMAX-Format genutzt hat, wie sie auf den Saturn am Mond Mimas vorbeisaust und durch die Ringe fliegt. Das Resultat ist spektkakulär und in seiner Fremdartigkeit einfach wunderschön. Kaum zu glauben, dass das echte Aufnahmen mit natürlichem Licht sind.

curiosity gif sandIch liebe dieses Gif. Ich habe es gestern auf Reddit gefunden und was so aussieht, als hätte jemand am JPL das Gaspedal durchgedrückt, ist in Wahrheit der zaghafte, wochenlange Versuch den Mars-Rover Opportunity aus dem Sand zu befreien, um ihn vor Spirits Schicksal zu bewahren. Da wird “per aspera ad astra” zur Realität. Aus dem Eintrag der NASA:

A series of images of the rover’s right front wheel, taken by the front hazard-avoidance camera, make up this brief movie. It chronicles the challenge Opportunity faced to free itself from a ripple dubbed “Jammerbugt.” The rover’s wheels became partially embedded in the ripple at the end of a drive on Opportunity’s 833rd Martian day, or sol (May 28, 2006). The images in this clip were taken on sols 836 through 841 (May 31 through June 5, 2006).

Happy 15th Birthday ISS

02 Nov, 2015 · Sascha · Wissenschaft · 0 comments

iss

Heute vor 15 Jahren erreichten Commander William M. Shepherd von der NASA und Flugingeneur Sergei Krikalev sowie Soyuz Commander Yuri Gidzenko von Roskosmos die Internationale Raumstation ISS, die damals noch wie oben im Bild sehr süß und klein aussah. Seither gibt es eine kontinuierliche Präsenz des Menschen im Low Earth Orbit. 15 Jahre später gab es 45 Expeditionen und viele weitere sind geplant. Mehr als 220 Menschen aus 17 Nationen haben die ISS besucht. Gerade absolvieren die Astronauten Scott Kelly und Mikhail Korniyenko eine einjährige Mission im All und liefern uns wichtige Ergebnisse für bemannte Flüge über den Mond hinaus.

22 scientific investigations were conducted during Expedition 1, while a total of 191 scientific investigations will be conducted during Expeditions 45 and 46. To date, more than 1,200 scientific results publications have been produced based on over 1,760 research investigations on the orbiting laboratory.

Das ist fucking awesome und nicht selbstverständlich. Wir sollten sehr dankbar für die Arbeit von NASA, ESA und Roskosmos sein.

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NASA

Astronomen der Penn State University haben Schlüsse aus den Daten des Kepler Weltraumteleskops gezogen und kommen zu Ergebnis:

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No, really. Erst im September hat ein Team aus Astronomen die natürlichen Erklärungen ausschließen können. KIC 8462852 fiel den Forschern ins Auge, weil das Licht des Sterns so durch umliegende Objekte verzerrt wurde, dass man von großen Trümmern ausgehen muss. So, wie es bei jungen Sonnensystemen kurz nach der Formation eben noch ist – doch KIC 8462852 ist ein altes Sonnensystem.

A large cluster of objects in space look like something you would “expect an alien civilization to build”, astronomers have said.

Jason Wright, an astronomer from Penn State University, is set to publish a report on the “bizarre” star system suggesting the objects could be a “swarm of megastructures”, according to a new report.

I was fascinated by how crazy it looked,” Wright told The Atlantic. “Aliens should always be the very last hypothesis you consider, but this looked like something you would expect an alien civilization to build.”

Nun spitzt man demnächst die Ohren in Richtung KIC 8462852 und will ab Januar dann Radiowellen beobachten. Klar, die NASA braucht immer Geld und Aliens ziehen immer in den Medien, aber trotzdem: Ziemlich krasse Sache – wie auch immer das ausgeht.

Vielleicht haben wir aber gerade eine halb fertige Dyson-Sphäre gefunden. Wow.

Gravitationsassistenten
20th Century Fox

Update: Im endgültigen Film spricht Commander Lewis dann doch vom “swing-by”. Ist also alles gut ausgegangen.

Ich habe mich bereits im Juni köstlich über einen Satz im ersten Trailer zu Ridley Scotts Verfilmung von The Martian amüsiert.

Kate Mara spielt dort Beth Johanssen, die Navigatorin der “Hermes”. Das ist das Raumschiff im Buch und der Filmadaption, das Menschen von der Erde zum Mars und wieder zurück befördert. In der Geschichte diskutieren die Astronauten, wie sie ihrem auf dem Mars gestrandeten Kollegen zu Hilfe kommen können.

Als Navigatorin schlägt Johanssen auf dem Rückweg zum Mars einen naheliegenden gravity assist vor. Dabei handelt es sich um ein Manöver, bei dem ein zum Beispiel eine kleine Raumsonde bzw. ein kleines Raumschiff an einem wesentlich größeren Körper vorbeifliegt. Dabei kann man die Richtung ändern, bremsen, beschleunigen oder durch die Zündung der Triebwerke eine höhere Effizienz bei Wasserstoff-Sauerstoff-Raketentreibstoffen erzeugen. Das bezeichnet man als Oberth Effect. Armageddon ist natürlich ein Desaster, wenn wir über wissenschaftliche Genauigkeit in Hollywood sprechen, aber die Mond-Slingshot-Szene zeigt zumindest visuell, wie das in etwa sehr vereinfacht aussieht.

Just kidding. Jedenfalls hätte man nun eine ganze Bandbreite an Begriffen gehabt, die in dem Satz eine korrekte Übersetzung ergeben hätten: Swing-by, Slingshot, Schwerkraftumlenkung, Gravitationsmanöver oder Vorbeischwungmanöver – alles geht. Was nicht funktioniert, ist von einem “Gravitationsassistenten” zu sprechen, als handle es sich dabei um ein Teil des Raumschiffes, das man zerstören kann. Man kann dieses Manöver zum Beispiel falsch berechnen, ausführen oder einfach nur versauen. Aber nicht “zerstören”.

Der Film startet nächste Wochenende in den deutschen Kinos und neuerdings wird der Tweet wieder gefavet. Weshalb ich zur Schlussfolgerung komme, dass die die Zeile tatsächlich in der finalen Synchronisation dringelassen haben. Oder die Leute schauen einfach nur den Trailer und wollen wissen, was es damit auf sich hat. Wie auch immer: Ein unglaublicher Fehler, den ich nochmal hier im Blog verewigen wollte.