Kunst - PewPewPew

Dinotopia-Schöpfer James Gurney ist der Elvis der Paleoart-Szene. Auf seinem YouTube-Kanal gibt es sonst Tipps fürs Malen oder er zeigt, wie seine Wasserfarbengemälde entstehen. Für die April-Ausgabe des Ranger Rick Kindermagazins malte er nun ein paar Dinos und gibt erneut Einblick in die Entstehung seiner Werke. Dabei kreiert er einfach mal so beiläufig ein paar wunderschöne Modelle oder Dioramen, die aber nur als Vorlage dienen oder bei der Perspektive helfen. Einfach extrem kreativ und wholesome. Liebe den Typ.

Es ist kein Geheimnis, dass die deutsche Popkultur im internationalen Vergleich in Sachen etwas nachhinkt. Wir pflegen nicht die gleiche Comickultur wie zum Beispiel die Franzosen, unsere Serien sind bis auf wenige Ausnahmen keine internationalen Erfolge oder Vorbilder für Remakes, unsere YouTuber haben noch kein Musikgenre wie Bedroom-Pop hervorgebracht, usw. Natürlich haben wir auch hier fantastische Künstler, die über die Ländergrenzen hinweg erfolgreich sind, sowie eine vibrierende Indieszene, aber wenig Koordination, Initiative, Präsentation und Wertschätzung im Mainstream von deutscher Popkultur.

Das fällt mir in kaum einem anderen Bereich krasser auf als der alternativen Posterszene in Deutschland. Ein Thema, welches ich auf PewPewPew als einziger Filmblog in Deutschland covere. Überhaupt setzte sich nicht das Konzept durch, alternative Poster zu kreieren und zu verkaufen, wie das seit über einem Jahrzehnt durch Firmen wie Mondo, die Bottleneck Gallery, VICE Poster Press, etc. international gang und gäbe ist. Auch unabhängige Arbeitsaufträge, die sich in der Posterszene unter Fans entwickeln, sind stets von Mitgliedern aus England und den Vereinigten Staaten dominiert. Deutsche Künstler wie Max Löffler schaffen selbstverständlich beeindruckende Werke für z.B. Mondo. Doch zu einer Initiative wie der Nautilus Art Press in Frankreich kam es bisher nicht.


Teenage Mutant Ninja Turtles von Ralph Niese (Nachruf im Tagesspiegel und von Schwarwel)

Das will die Banana Poster Press, die erste deutsche Gallerie für alternative Filmposter und Kunstwerke, endlich ändern. Ihr Gründer Heiner Fischer ist ein langjähriger Kulturschaffender aus Hamburg und Organisator des Comicfestivals Hamburg. Aus dieser Szene schöpfte er auch die Kreativität für die zehn Kunstwerke, die die erste Ausstellung der Banana Poster Press Gallerie im vergangenen Jahr ausmachten. Im Folgenden habe ich mit Heiner über den kreativen Prozess, den internationalen Vergleich und ein paar weitere Punkte gesprochen.

PewPewPew: Mondo und vergleichbare Verläge gibt es bereits seit über zehn Jahren. Sie sind inzwischen ein fester Bestandteil der amerikanischen Popkultur und bei Marketingstrategien großer Studios gefragt und eingebunden. Wieso bist du der erste, das jetzt in Deutschland durchzieht?

Banana Poster Press: Das wundert mich ehrlich gesagt auch, zumal ich die Idee auch schon seit fast zwei Jahren mit mir rum trage. Es gibt ja viele Künstler im deutschsprachigem Raum die Filmposter gestalten, aber ein Verlag dazu ist mir bisher noch nicht aufgefallen.

Die erste Reihe an Postern ist sehr klassisch in den Achtzigern verortet. Die Filmliste könnte von den ersten Ausstellungen der Gallery1988 stammen: The Thing, Gremlins, Tron, E.T. Kannst du was zu der Auswahl der Filme sagen?

Das Thema der Ausstellung und damit der ersten 10 Poster war grob 80er Jahre Filme, die in der Popkultur immer noch bekannt sind. Die meisten Künstler hatten ihren Film tatsächlich schon im Kopf, als ich angefangen hatte die Anfrage auszuformulieren.


They Live von Sebastian König, Labyrinth von Arne Bellstorf

Wie viel Freiheit wurde den Künstler:innen gegeben?
Gestalterische Vorgaben gab es nur in Form des Format und eine Auswahl an Farben die die Druckerei zur Verfügung hatte.

Viele der Figuren auf den Postern haben eine recht comichaften Charakter. Ist das ein Ziel der Ausstellung und bei der Auswahl der Künstler gewesen?

Ich komme selbst aus der Comicszene in Hamburg, z.B. auch als Mitglied und Organisator des Comicfestival Hamburg e.V., da war die Richtung in die das Projekt geht von Anfang an klar.
Die Art der Illustrationen gefällt mir auch einfach besser als ultrareale Zeichnungen oder Fotocollagen.


Banana Poster Press Gallery

Manche Poster wie Labyrinth oder Logan’s Run haben einen klassischen Filmposter-Vibe, andere wie die Turtles oder E.T. zeigen Motive eher typisch für einen Kunstdruck. War die Auswahl des Motivs den Künstler:innen überlassen oder spricht man sich da ab? (weiterlesen…)


Gallery1988/Nan Lawson

Nach Star Wars, Jurassic Park oder dem wirklich überaus hübschen The WitchPrint kreiert Künstlerin Nan Lawson in einer zweiten Runde wieder ikonische Popkultur-Momente in Wäldern für die Gallery1988 in Los Angeles. Leider können aktuell keine richtige Ausstellungen stattfinden, daher stehen die süßen Vignetten aus Fantastic Mr. Fox, Mad Max: Fury Road oder E.T. gerade nur online. Der Vorteil: Dadurch kommen mehr Drucke in den Onlineverkauf als sonst.

Alles Werke sind als Giclee-Drucke auf Archivpapier im Format 11×14 Zoll zu erstatten. Die Prints sind numiert und erscheinen in einer limited edition von 30 Stück. Noch ist nicht alles ausverkauft, doch bereits der erste Teil der Reihe war nicht lange online erhältlich und einige Favoriten sind schon vergriffen. Wer will, muss also schnell zuschnappen. Ich habe mir den The Last of Us 2 Print geholt, weil ich nicht genug von Sad Ellie bekommen kann.


Gallery1988/Nan Lawson


Sideshow

Die Modellbaukünstler Bernardo Esquivel und Anthony Mestas geben in einem neuen Making Of einen erstmaligen Einblick in den Bemalung der The Mandalorian Premium Format™ Figure, die Sideshow für stolze $630 verkauft. Natürlich schweinsteuer, aber die Qualität spricht für sich. Die Handarbeit überrascht nicht in ihrem Prozess, in Anlehnung an ein Sprichwort könnte man sagen, dass auch die Experten nur mit Farbe malen und keine besonderen oder geheimen Techniken benutzen, aber die schiere Anzahl an Schichten und wohl durchdachten Details kommen am Ende zu einem Ergebnis, das seinesgleichen sucht.

Lord of the Maps ist das neue Projekt des Künstlers Isaac, der US-Bundesstaaten im Stil einer Karte aus Mittelerde zeichnet. Die Linienführung und die Umsetzung der Details ist sehr authentisch und schick. Bisher gibt es noch nicht alle Staaten im Shop, persönlich freue ich mich besonders auf die Rocky Mountains, aber ich werde da nochmal in einem halben Jahr reinschauen und zugreifen.

24×36″ 6 color screenprint with metallic flake black ink
“Oswalds Revenge…” edition of 200.

Illustrator Daniel Danger kennt sich mit Schrottplätzen aus und sein apokalyptischer Disneyland-Print “to all that come to this happy place…” erweckt in mir eine gewisse Sehnsucht Schadenfreude. Die Schwarz-Weiß-Variante ist nun die dritte Veröffentlichung des Motivs und gefällt mir bis dato am besten. Erinnert mich an “Hurt”, so im Sinne von “my empire of dirt”. Als ironischer Kauf ist mir dann die Wand aber doch zu schade. Trotzdem sehr beeindruckende Linienarbeit und sinnbildlich stark.

Ich habe mir vor Jahren mal das gleiche Raptormodell gekauft oder bekam es geschenkt, weiß ich nicht mehr, aber ich will auch so ein hammergeiles Diorama für mein clever girl. Fast 44 Minuten Video und über eine halbe Stunde geht alleine für die Flora drauf. Verrückt, absolut verrückt. Das meiste Detail sieht man ja eh nicht, sondern das allles hilft nur bei der Gesamterscheinung, aber einfach der blanke Wahnsinn, was das für eine Mühe ist. I’m in awe.

Meine Freundin Suzanne verkauft diese süßen holographischen Katzenskelettaufkleber auf Etsy für 2€, die je nach Lichteinstrahlung eine Katze in Bewegung oder ein Katzenskelett abbilden. Sehr nice!

Cats! Are they dead? Are they undead? Honestly, it doesn’t really matter, they’re whatever you want them to be and they’ll look damn pleased about it.