Als Kultfilm lässt Blade Runner seit 35 Jahren die Fanherzen höher schlagen. Besonders das Produktionsdesign von u.a. Syd Mead ist so ikonisch und bis heute futuristisch, dass Künstler einfach nicht von Ridley Scotts Meisterwerk ablassen können. Der Film selbst hat mehrere großartige Poster hervorgebracht, die bis heute gerne an Wänden gesehen werden und auf eBay für viel Geld den Besitzer wechseln.

Grafikdesigner Kilian Eng widmete sich Blade Runner vor einigen Jahren, damals ging es um die Veröffentlichung des OSTs auf Vinyl. Von den Zeichnungen fand ich damals das Poster mit den vielen Regenschirmen von Illustrator Raid71 am schösten, der sich danach erneut diesem Motiv hingab.

Wenn man mich fragt, sind Engs Poster immer ein großes Risiko, die Definition von Hit-or-Miss. Gerade das macht das kostspielige Posterhobby so riskant. Der Künstler, der fast ausschließlich Moebius-inspirierte Science-Fiction Prints produziert, könnte jedoch nicht besser zu diesem Motiv passen. Die Variant-Edition hat sogar noch eine hübsche Veränderung und einen Aluminium-Variant gibt es ebenfalls. Das Ganze war leider ein privater Auftrag von Posterfans, daher gibt es das Ding nicht zu erwerben. Höchstens auf dem Sekundärmarkt. An der Schönheit ändert das aber nichts.


16″x24″ Screen Print, Edition of 125 | Printed by D&L Screenprinting | $40

Ziemlich weit oben auf der Liste der Dinge, die ich definitiv nicht erwartet habe: Personal Shopper kriegt einen Mondo Print. Ich habe Olivier Assayas neuen Film mit seiner Muse Kristen Stewart noch nicht gesehen, aber bisher sehr Gutes gehört. Aber auch so würde mich dieser Print von Tula Lotay als Stewart-Fan der ersten Stunde extrem erfreuen. Ich weiß halt nur nicht, ob ich mir das kaufen und aufhängen würde. Dass Mondo ebenfalls unsicher ist, sieht man an der geringen Zahl von nur 125 Prints. Ich überlege mir das noch. Derweil plant Mondo den Release des Prints für morgen zu einer “unbestimmten Zeit” (ungefähr um 18 Uhr).

Als großer Fan von Tomer Hanuka erfreut es mich sehr, dass der Grafikdesigner endlich einen richtigen Knallerprint für einen Film am Start hat. Mondo lässt ein alternatives Poster für Life aka Alien-Gravity: The Movie springen. Der Film hat wenige Wochen vor dem Start bisher absolut keinen Buzz, die Trailer verraten alles und sind trotzdem eher lahm, dazu scheint selbst das Studio trotz hochkarätiger Schauspieler wenig Vertrauen in den Film zu haben. Nach dem Spacehype der letzten Jahre könnte man meinen, dass Leute™ sich etwas mehr auf Life freuen würden. Tut aber keiner, dafür ist das Poster von Mondo fantastisch. I’m calling it now: Der Print ist besser als der Film. Noch besser wäre dieses wunderhübsche Design als Art Print, ohne den Titel und Credits Block, aber auch so wird dieses schicke Ding in meine Sammlung wandern.

Da ist also das Ding! Tyler Stouts Captain American: Civil War Print von Mondo ist das wohl begehrteste Objekt des Jahres in der alternativen Posterszene (BDM hat die Details). Wieso eigentlich? Tyler Stouts Prints sind doch ziemlich öde. Hat man einen gesehen, hat man alle gesehen. Seine Köpfe-Ansammlung ist eben oft genau das, was sich viele Fans wünschen. Sie haben Wiedererkennungswert, sprich maximal viele Figuren aus dem Lieblingsfilm auf einem Poster.

Ich verstehe den Hype nicht. Stout gehört aber zu der ersten Generation von Mondo-Künstlern und seine Poster sind bis heute äußerst begehrt, auch wegen den unglaublich hohen Preisen, die sie auf dem Sekundärmarkt erzielen.

Deshalb treffen heute professionelle Scalper auf Mondo-Trufans™ sowie Marvel-Casuals, die das Poster einfach gut finden. Das wird trotz den relativ hoch angesetzten Preisen für die Variant-Editionen und den 750 Exemplaren der regulären Version ein absoltues Blutblad. Good luck, gentlemen. May the f5 be with you.

Zum Heimkinostart von Arrival in den USA verkauft Mondo morgen diesen großartigen Print (24″x36″, 12-color screenprint) von Kevin Tong in zwei unterschiedlichen Versionen, die sich leider kaum voneinander unterscheiden. Wahrscheinlich wäre das Poster mit einem detailreicheren Ausschnitt der Szene in einem horizontalen Design effektiver, aber mir gefällt das Spiel mit dem Whitespace enorm und Villeneuve selbst beginnt und endet den Film ja mit diesen Kameraschwenks, von denen ich so schwärmte. Mir gefällt das Konzept insgesamt super, Louise geht zu den Aliens und trifft ihre Tochter – dabei ist die Variant Edition aber ein Stück besser, da hier in den Herbstfarben die schmerzliche Realisation stärker betont wird. Ja, ich leide gerne. Was ich eigentlich sagen will: Ey, Mondo!

Die Filmindustrie hat in den letzten Jahren eine kleine Kurskorrektion gemacht. Während sich die Posterszene einen schönen Print nach dem nächsten um die Ohren haute, gab es in Hollywood fliegende Photoshopgesichter. Ugh. Seit ein paar Jahren aber gibt es echt hübsche alternative IMAX Poster, die immer wieder entzücken. Dort reiht sich auch dieses schicke Teil für Logan von Dave Rapoza ein, das mich sehr an die frühen Werke von Drew Struzan erinnert. Der ist natürlich noch am Leben, aber leider nur noch selten aktiv. Dass er immer noch kein offizielles Filmplakat (dieses öde Teaser-Ding zählt nicht) für The Force Awakens gemacht hat, halte ich für einen handfesten Skandal. Disney würde wohl auch für The Last Jedi auf ihn verzichten. Doof. Gebt dem Mann das Geld, das er verlangt und Punkt.

Oliver Barretts Green Room Poster für Mondo ist ziemlich clever: Es vereint die vielleicht beste Szene des Films mit dem ikonischen Logo der Band Black Flag, deren Mythos über dem gesamten Film schwebt. Macht nur wirklich Sinn, wenn man den Film gesehen hat und ich würde mir sowas jetzt nicht unbedingt an die Wand hängen, aber das Konzept ist spitze und zumindest in der Variant-Ausgabe toll umgesetzt. Dieser grüne Arm dagegen wirkt mir zu aufgesetzt. (“Der Film hat grün im Namen stehen, also ist der Arm auch grün!” Ugh.)

Green Room was, without a doubt, one of our collective favorite movies to come out last year. Jeremy Saulnier’s brutal film tells the story of The Ain’t Rights, a young punk band who must fight for their lives as they find themselves playing a club that turns out to be a hornets nest of neo-Nazi skinheads. It’s an amazingly raw and true gut punch of a film that should be seen by any and all genre/horror fans. Oliver Barrett stepped up to the plate and delivered a brilliantly simple and striking image that is both a testament to the film’s savagery as well as its punk rock roots.

Grafikdesigner Nicolas Delort stellt morgen am 7. Februar 2017 gegen 6 Uhr MEZ diese wunderschönen Art Prints zu There Will Be Blood online. Es handelt sich um 24×36″ große 5 color bzw 6 color screenprints. Die Schwarz-Weiß-Version kostet 70€, die Variant-Version in Farbe 150€. Puh. Aber hey, super schön, auch wenn Olly Moss’ Mondo Print für Paul Thomas Andersons Meisterwerk nie übertroffen werden wird.