Zeitreise Archives - PewPewPew - PewPewPew

Das Duo aus Justin Benson und Aaron Moorhead kreierte in den letzten Jahren mit The Endless, Synchronic und Something in the Dirt einige der aufregendsten und innovativsten SciFi-Indies seit Primer und hier produzieren sie nun den Zeitreise-Heist-Film ihres Cutters, Things Will Be Different. Habe den Trailer in der Hälfte ausgemacht, Kinostart demnächst im Oktober in den USA, sehr überzeugende Logline:

When estranged siblings, Joseph and Sidney, rendezvous at a local diner after a close-call robbery, they hightail it to an abandoned farmhouse that transports them to a different time in order to escape the local cops. But when they try to return to their present after the coast is clear, an unknown metaphysical force cuts them off and maroons them on the land unless they do exactly what they’re told. What comes from this not only bends the forces of spacetime but also bends Joe and Sid’s familial bonds beyond the point of trust and forgiveness.

Christopher Nolan ist eine nicht unumstrittene Figur in der Filmszene. Keiner, zumindest keine ernstzunehmende Person, bestreitet wirklich sein Talent als Filmemacher, doch der Wirbel um seine Batman-Trilogie und der Ruhm, den ihm der geerdete Ansatz unter Comic-Fans brachte, führte häufig zu überschwänglichem Hype. The Dark Knight ist klasse. Aber vielleicht eben nicht Klasse in der Hinsicht vieler Filmsnobs oder andersweitig sensiblisierten Filmfreunde.

Das führt häufig zu Spannungen, aber selten waren sich Fans und Kritiker so einig wie bei Inception, Nolans unvergesslichem Blockbuster-Meisterwerk. Über die typischen Kritikpunkte kann ich nur lachen. Natürlich gibt es einen Exposition Dump zu Beginn seiner Filme, aber einen eleganten und flott erzählten. Wer in der heutigen Zeit so originelle Konzepte verfilmt, muss seine Regeln vielleicht erst einmal etablieren.

All das bringt uns nun zu Tenet, dem bisher wohl mysteriösesten Film Nolans und wohl dem thematischen Schwesterfilm zu Inception. Es heißt, Filmemacher machen immer wieder denselben Film, immer über das gleiche Thema. Aus dem damals nur ins Netz geleakten Teaser und auch dem nun veröffentlichten Trailer wird man nicht wirklich schlau. Irgendwas mit dem Dritten Weltkrieg, dem Jenseits und einer Zeitreise? Vielleicht sogar einem Tool, dass die Zeit zurückspulen kann, während sich andere Figuren in der Zeit vorwärts bewegen? Das klingt nach Nolan, das klingt nach intelligentem Blockbuster und es führt zu atemberaubenden Bildern – nach Kino nach meinem Geschmack.

Der Weltraum, unendliche Weiten. Und auch: Unendliche Zeit! Trotzdem herrscht im besten Science Fiction Genre seit über 17 Jahren Stillstand. Während Fortschritt und der Blick in die Zukunft die Inbegriffe von Star Trek sind, führte kein Eintrag im Franchise die Geschichte der Federation fort. (Short Treks zählen nicht!) Stattdessen kam mit Enterprise ein Blick in die Anfänge der Erkundung des Weltallts und später mit den Abrams-Filmen und der Kelvin-Timeline ein spannendes Abenteuer voller Nostalgie, das aber auch nur zu Stillstand führte. Auch CBS’ Flagschiff Discovery entdeckte für sich … nur die vertraute Vergangenheit und setzte rund zehn Jahre vor der originalen Serie an.

Ein Blick auf die Star Trek Zeitlinie von audible zeigt, wie Hörbücher, Serien und Filme die bisherigen Löcher im Kanon stopfen, aber nie die Geschichte wirklich in großen Zügen weiterführen. Bis jetzt! Star Trek: Picard wird rund zwanzig Jahre nach The Next Generation einsetzen und zum ersten Mal einen Blick in das 25. Jahrhundert wagen. Das ist großartig, denn endlich schaut Star Trek nicht zurück in die Vergangenheit, sondern wendet sich erneut der Zukunft von TNG, Voyager und DS9 zu. Endlich geht es wieder vorwärts!

Doch ganz richtig ist das auch nicht. Das Jahr 2387 ist wichtig, denn dort wurde Romulus von der Supernova aus dem Star Trek-Reboot (2009) zerstört. Picard hat also auch die Aufgabe – oder Chance – die Timelines zu verbinden. Bisher ist wenig über den Plot von Picard bekannt. Der Trailer kündigt Cameos von Seven of Nine und Data an, auch die Borg werden wieder eine Rolle spielen und eine mysteriöse junge Frau braucht wohl Jean-Lucs Hilfe.

Doch klar ist: Die Federation muss mit den Folgen des Untergangs der Romulaner und eventuell auch einer Flüchtlingssituation zurechtkommen. Realweltliche Parallelen, politische wie philosophische Fragen und ein in sich gekehrter Picard sollen die Serie laut Showrunner Alex Kurtzman prägen. Eine großartige Vorlage für eine Serie, die hoffentlich nicht die jahrzehntelangen Hoffnungen vieler Fans enttäuscht.

Und wenn doch, lohnt sich vielleicht ein Blick in die dritte Staffel von Discovery. Nachdem die Serie sich in der zweiten Staffel qualitativ enorm steigerte, wird sie in den kommenden Episoden einen Blick in die weit, weit entfernte Zukunft wagen. Laut Gerüchten sogar bis zu 950 Jahre. Das würde die Zeitline doch stark verlängern und viel Raum für weitere Geschichten im Star Trek Universum bieten.

In freundlicher Zusammenarbeit mit Audible

Es ist Trailerwoche und es geht weiter mit dem neuen Film von und mit Tom Cruise: Edge of Tomorrow, der früher einmal wie seine Buchvorlage All You Need Is Kill von Hiroshi Sakurazaka hieß. Tom Cruise spielt einen Soldaten, der in der nahen Zukunft in einer Zeitschleife gefangen ist und jedes Mal, wenn er stirbt, wieder vor dem Kampf im Krankenhaus aufwacht. Der Kampf gegen außerirdische Invasoren beginnt erneut. Lässt sich leicht als Groundhog Day / Source Code meets Starship Troopers zusammenfassen. Regie führt Doug Liman, der etwas von Action versteht (Mr. & Mrs. Smith, Jumper, The Bourne Identity). Das Konzept stimmt, der Trailer ist vielversprechend und trifft genau meinen Geschmack, auch wenn er mal wieder ein bisschen zu viel zeigt. Dürfte mit etwas Glück ein sehr hübsches kleines Filmchen werden. Das Exoskelett gefällt mir schon mal sehr gut.

Lt. Col. Bill Cage (Tom Cruise) is an officer who has never seen a day of combat when he is unceremoniously dropped into what amounts to little more than a suicide mission. Killed within minutes, Cage now finds himself inexplicably thrown into a time loop—forcing him to live out the same brutal combat over and over, fighting and dying again…and again.

But with each battle, Cage becomes able to engage the adversaries with increasing skill, alongside Special Forces warrior Rita Vrataski (Emily Blunt). And, as Cage and Rita take the fight to the aliens, each repeated encounter gets them one step closer to defeating the enemy.

Deutscher Filmstart ist der 29. Mai 2014. (via)

Der RomCom-Mann von der Insel schlechthin, Richard Curtis (Love Actually, Notting Hill, Bridget Jones, etc.), hat einen neuen Film mit Rachel McAdams, Bill Nighy und Domhnall Gleeson, der nach seiner großartigen Performance in der zweiten Staffel von Black Mirror nun endlich die Chance zum Durchbruch erlangt. Er spielt nämlich den Sohn von Bill Nighy und alle Männer in der Familie können durch die Zeit an einen bestimmten Punkt reisen und dann die Zukunft selbst gestalten. Sehr schöner Twist, den RomCom-Filme für mich eigentlich inzwischen immer brauchen, und dazu sieht das alles sehr charmant aus und die Chemie scheint zu stimmen. Ein sehr schönes Date-Movie, das bei uns am 17. Oktober in die Kinos kommen wird.

via Firstshowing

‘Primer’ Review

04 Dec, 2012 · Sascha · Film,Review · Comments

Vereinigte Staaten, 2012
Regie: Shane Carruth
Drehbuch: Shane Carruth
Darsteller: Shane Carruth, David Sullivan
Länge: 77 Minuten
Rating: ★★★★½

“What happens if it works?”

Zeitreisegeschichten sind auf Grund ihrer verstrickten Struktur und realitätsfernen, absurden Natur ohnehin komplex und schwer zu verfolgen. Shane Carruths ‘Primer’ setzt sich in diesem Genre die Krone auf und ist dabei ohne Zweifel zu schlau für das eigene Wohlergehen. Carruth, der den Film mit einem Minimalbudget quasi alleine gestemmt hat – er war Autor, Produzent, Regisseur, Hauptdarsteller, zuständig für Schnitt und Musik – hat sein Erstlingswerk voll mit Termini, Doppelgängern und Zeitachsen/-schlaufen gesteckt, sodass das Endergebnis sowohl als kongeniales Meisterwerk als auch Riesendurcheinander in die Analen des Indiegenre einging.

Aaron (Carruth) und sein Freund Abe (David Sullivan) arbeiten tagsüber bei einem Hightechkonzern und abends in ihrer Garage an verschiedenen Start-Up-Ideen, die sie reich machen sollen. Eine ihrer Maschinen soll Gegenstände leichter machen, als sie eigentlich sind. Sie erreichen ihr Ziel mit einem Nebeneffekt: Die Gegenstände sind nicht nur leichter, sondern auch anscheinend in der Zeit gereist. Eine Minute in ihrer Garage entsprechen 1347 Minuten in der Maschine. Aaron und Abe bauen eine größere Version und reisen selbst. Zunächst ist der Umgang mit ihrer Entdeckung streng und diszipliniert um an der Börse ihr Konto aufzubessern. Doch schon bald versuchen sie Fehler von Freunden und sich selbst zu verhindern und kämpfen gegeneinander in der Zeit.

Nicht nur technisch überrascht der wunderschön geschossene Film, sondern es sind besonders die beiden Hauptdarsteller, die überzeugen. Man nimmt den Beiden ihre Entdeckung sofort ab und die Art, wie sie ihre Dialoge übermitteln, ist aufrichtig, glaubhaft und intelligent. Carruth hat diesen Film laut eigenen Angaben mit 7000 Dollarn selbst finanziert und auf 16mm Film geschossen, noch vor der Digital-Revolution geschossen, die es Indiefilmen heute so leicht macht. Jede Einstellung, jede Szene musste direkt beim ersten Mal sitzen – und es passt. Die gleiche Finesse und Kompetenz legt Carruth, ein ehemaliger Mathematikstudent, auch bei seiner Geschichte an.

Er macht keine Zugeständnisse gegenüber dem Publikum und schreibt seine Dialoge kompromisslos komplex. Aaron und Abe diskutieren über ihre Entdeckung mit Begriffen und einer solchen Geschwindigkeit, dass man selbst als aufmerksamer und intelligenter Zuschauer nicht beim ersten Mal nachvollziehen kann, was genau gerade vor sich geht. Das führte natürlich zum Kultstatus unter Filmbuffs, aber selbst durchschnittliche Kinobesucher dürften sich nach den 77 Minuten wundern, ob sie gerade ihre Zeit verschwendet haben. ‘Primer’ ist kein Film, der unterhalten will und den Zuschauer zum Denken anregen will, nein, er zwingt ihn dazu. Viele Schlüsselszenen fehlen und die Charaktere stellen sich oftmals die gleichen Fragen wie die Zuschauer. Es ist ein Puzzle, das viele Nerds, Geeks und Diskussionen noch jahrelang beschäftigen wird.

‘Primer’ ist ein unverfrorenes Low-Budget Science-Fiction-Meisterwerk mit fesselnden Charakteren und einer fasznierenden als auch beängstigenden Geschichte, die Filmfans noch für Jahrzehnte beschäftigen wird.

Jeremiah McDonald hat 1992 ein Tape mit der Intention auf genommen, im Jahr 2012 eine Antwort aufzuzeichnen. Hier ist das Resultat. Wer wünscht sich nicht, dass er das getan hätte?

Du bist kein Fan.

28 Jun, 2012 · Sascha · Film · Comments

Gestern ging das obige Bild im Netz rum. Verbreitete sich dank Reblog-, Retweet- und Share-Button schnell im ganzen Internet. Heute die große Ernüchterung: Marty McFly kommt eigentlich im zweiten Teil der ‘Zurück in die Zukunft’-Reihe erst am 21. Oktober 2015 in der Zukunft an. Wir müssen uns also noch ein paar Jahre gedulden.

Ich hatte heute auch eine Diskussion mit Bekannten um die Frage, wie diese Verwechslung überhaupt entstehen kann. Kein großer Deal, meinten die meisten. Das ist Blödsinn, es geht hier schließlich um ein Datum in einem Film. Das ist serious business. Klar, das Datum hat so gut wie niemand direkt parat, aber wie kann man, wenn man sich als Fan der Filmreihe proklamiert, die Jahreszahl nicht wissen? Es sind immer 30 Jahre: 1955 – 1985 – 2015, mit der Ausnahme von 1885, aber das ist ja wieder ein anderes Thema.

Die Zukunftsversion ist mit Abstand der ikonischste Teil der ganzen Reihe. 23 Jahre nach der Veröffentlichung des Films wollen die Leute immer noch wissen, ob sie bald Hoverboards oder Nike Powerlaces haben können. Ikonischer könnten Filmrequisiten nicht werden. Es sind Produkte, die festen Bestand in unserer Popkultur haben – die höchste Ehrung für einen Film.

Erst letztes Jahr verkaufte Nike eine limitierte Version der Mags auf eBay für einen guten Zwekck. Kurz davor machte Doc Brown Werbung für einen argentinischen Elektromarkt. Zurück in die Zukunft ist immer noch aktuell, es ist überall und es ist cool. Wie kommt es also, dass den meisten Leuten der Fehler nicht auffiel?

Die einfachste Lösung: Sie wissen es nicht besser oder scheren sich nicht genug drum. Aber das geht tiefer. Es liegt einerseits an der Kommunikationsstruktur unserer Kultur und der soziale Medien. Hey, dieses Bild hat sich schon tausendfach verbreitet, wird wohl richtig sein.

Andererseits liegt es an der “Fach-Schulisierung” der Universitäten und der gesamten Bildungskultur. Studenten oder geschweigedenn Schüler werden kaum noch dazu animiert selbst nachzuforschen, selbstständig zu werden, in die Bib zu gehen, zu recherchieren oder schlicht und einfach etwas zu hinterfragen. Heute kommt alles von oben in die Köpfe rein. Wird schon stimmen, man kriegt es ja von der Autorität reingeschoben. Das macht mich wüted.

Eine einfache Google-Suche hätte das Datum direkt hervorgebracht und das Photo als Fake entlarvt. Bereits vor zwei Jahren machte der gleiche Schwindel die Runde durch das Netz. Weiterhin gibt es eine eigenständige Seite, die Martys Ankunft ankündigt. Und wenn alles sonst fehlschlägt, findet man die Szene auf YouTube.

Aber insbesondere das Gespräch mit sogenannten Fans heute entfachte meinen Nerdrage. Die Sachlage ist klar: Wenn du nicht weißt, dass Marty in 2015 ankommt, bist du kein Fan. So einfach ist das.

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