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Wahrscheinlich der beste Move, den ein Streamingdienst bisher machte und gleichzeitig auch einer, den Apple TV+ bitter nötig hat: Heute und morgen kann kostenlos grestreamt werden, aber ja, man muss einen Apple-Account haben bzw. erstellen. Eine kleine Hürde, um in das Reich gut produzierter Serien einzutauchen, die leider bei vielen noch unter dem Radar fliegen.

Ganz besonders würde ich natürlich allen empfehlen, endlich For All Mankind mal eine Chance zu geben; der Serie, die ich seit fünf Jahren unaufhörlich in den Himmel lobe (zum Beispiel im PewCast zu den ersten beiden Staffeln). Severance hatte mit seiner ersten Staffel einen so guten Run, dass ich mir eigentlich fast keine Fortsetzung wünsche, die nur an dem erbauten Meisterwerk rütteln kann. Das Staffelfinale ist einer der feinsten Stunden TV in meiner Erinnerung. Apple TV+ liefert vor allem für Fans von Science Fiction ab: Silo, Dark Matter, Foundation, Extrapolations – alles hochwertig produzierte Serien, die unterhalten und die man in dieser Form kaum woanders findet.

Apple kennt dazu im Unterschied zu Netflix zum Beispiel auch das Wort Treue: Serien werden nicht einfach so abgesetzt, sondern zu Ende erzählt oder man gibt ihnen eine Chance. Dass Invasion drei Staffeln erhält, grenzt für mich an ein Wunder. Ich kann nicht mit Überzeugung behaupten, dass Calls ein Zuhause sonstwo gefunden hätte. Dass man das Commitment zu For All Mankind staffelübergreifendes Konzept schätzt und tatsächlich durchzieht, inklusive einem Spin-off jetzt, belohnt mich als Zuschauer und schürt Treue im Umkehrschluss. Presumed Innocent, Servant, Masters of the Air, Pachinko, etc. – Die Liste an guten Apple TV+ Serien, die ich vorbehaltlos empfehlen würde, ist lang. Klar, es gibt auch ein paar Stinker, aber die bleiben im Rahmen. Denn es gibt bei Apple keine riesige, endlose Auswahl, kein Netflix-Slop. Qualität vor Quantität ist die offenkundige Maxime. Daher hier meine ausdrückliche Empfehlung, sich mal ein bisschen durchwühlen und einige Schmankerl zu entdecken.

Die 30 Minuten Bullyparade vor TV total, noch bevor Raab fast täglich die Late Night bei ProSieben übernahm, gehörten für mich fest zur Montagabendplanung in meiner frühen Jugend. Ich mochte diese Truppe schon lange vor den großen Kinoerfolgen und fand es schade, dass die große Popularität zu weiteren Filmprojekten statt zu mehr Folgen der Sendung führte, die dann auch ein jähes Ende fand.

Das ist zumindest das, woran ich mich erinnere. Mein persönlicher Bullykanon besteht aus vielen kleinen unbekannten Sketches, die heute niemand zitiert. Woran ich mich auch gerne selbst erinnere, ist, dass die Bullyparade ein bezeichnendes Produkt ihrer Zeit war, in der Parodien von Schwulen an der Tagesordnung standen, die zwar in der Mediengesellschaft angekommen waren und toleriert wurden, jedoch nur als Projektionsfläche für den vermeintlich spaßig gemeinten Spott des Hetero-Mainstreams. Im Sinne von “Ich habe kein Problem mit Schwulen, aber zu nahe kommen mögen sie mir bitte nicht.”

Den Bullyparade-Film von 2017 habe ich gar nicht erst geschaut, es interessierte mich nicht, wie man womöglich mit dieser Thematik umgehen möchte. Den Rest vermisst auch niemand und trotz des gigantischen Erfolgs überlebte popkulturell wenig bis auch nur in die späten Zweitausender. Von Bullys weiteren Projekten fand ich kein einziges spannend, besonders das gänzlich enervierende und schlicht über weite Strecken extrem langweilige LOL fand in Deutschland logischerweise großen Gefallen, keine Überraschung selbstverständlich.

Nun soll es mit Das Kanu des Manitu auch für einen der größten Nachkriegshits der deutschen Kinogeschichte ein Legasequel geben. Jetzt zeigen auch wir Deutschen, dass wir uns für seelenlose Fortsetzungen nicht zu schade sind. Der einzige interessante Punkt für mich ist, dass der Trailer uns Winnetouch noch ausspart. Will man Fans hier teasen oder sich den Shitstorm der queeren Gen Z-Tiktoker erst für den Release aufheben?

Insgesamt mutet das Projekt zynisch und anachronistisch an. Mehr als die typisch viel zu verspäteteten Sequels versinkt dieser cash grab nicht nur in Nostalgie, sondern fällt durch sein Genre des Westerns, der zu Zeiten der Bullyparade durch Gen X Bud Spencer Ultras wenigstens noch eine gewisse TV-Tradition pflegte, doppelt aus der Zeit und wirkt altbacken, genau wie die abgehalfterten “Stars” und erwartungsgemäß unsäglichen Cameos.

The Beauty of LOST

21 Oct, 2024 · Sascha · Fernsehen · 0 comments

The real beauty was the friends we made along the way. But the show itself was beautiful too.

Nach der Insel ist vor der Insel. Die überlebenden Abenteurer von Camp Cretaceous durchlitten den Untergang des Jurassic World-Freizeitparks und fanden über fünf Staffeln hinweg einen Weg zurück nach Hause. Nun erzählt die Fortsetzung Chaos Theory, angesiedelt nach Jurassic World: Dominion, die Geschichte der nun jungen Erwachsenen weiter, in einer Welt, in der Menschen und Dinosaurier in Freiheit koexistieren und das Leben einen neuen Weg finden muss. Doch böse Machenschaften versuchen, die Dinos für ihre Zwecke zu entführen, und verschiffen sie nach Übersee. Das ruft die “Nublar Six” um Darius, Ben und Co. auf den Plan.

Conrad Mildner und ich besprechen in unserem inzwischen achten gemeinsamen PewCast die erste Staffel von Jurassic World: Chaos Theory und schweifen dabei immer wieder ab, um darüber zu sprechen, was wir uns eigentlich von einem neuen Jurassic World-Film von Gareth Edwards wünschen.

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Shownotes:
Bildquellen: Amblin Entertainment / Netflix / Dreamworks
PewCast: Alle Camp Cretaceous Folgen
PewCast 124: Jurassic World Dominion

Play

Hier die Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:
MP3: pewcast155.mp3 (98 MB)
Soundcloud: PewCast 155: Jurassic World: Chaos Theory Staffel 1
iTunes: PewCast
Spotify: PewCast
Podcast-Feed: https://feeds.feedburner.com/pewcast

Wer mit Trump gemeinsame Sache machte, der konspirierte gegen die Demokratie und die Verfassung der Vereinigten Staaten. Mehr muss man zu einigen dieser lächerlichen Personen wie Bill Barr nicht mehr sagen, die in den Annalen der US-Geschichte hoffentlich eine erbärmliche Fußnote bleiben, wenn überhaupt. Dass HBO Max diesen Persönlichkeiten und Verbrechern wie John Eastman in Stopping The Steal eine Bühne bietet, halte ich für höchst problematisch. Wahrscheinlich wird der Film genauso wie viele andere in der Welle an HBO Documentary Films untergehen und niemanden interessieren, geschweigedenn eine Meinung ändern, aber immerhin traue ich Leaving Neverland Regisseur Dan Reed hier einen vernichtenden Blick auf die Tatsachen zu und im Trailer wird die Realität klar geschildert. Immerhin. Ein Anfang.

Schönste Gamescom-Überraschung für mich: Secret Level von Amazon ist eine neue Animationsanthologie “für Erwachsene”, die Geschichten in den Welten einiger “der beliebtesten Videospiele” erzählt. Tim Miller, der bereits die Netflix-Serie Love, Death & Robots mitschöpfte, wird sich hier hauptverantwortlich zeigen, weshalb alle Spiele den fotorealistischen Hochglanzbildern seines Blur Studios nacheifern.

Die Auswahl der Serie lässt mich nicht berauscht zurück. Einige Amazon-Titel, ein bisschen Moba-Quatsch, einige Legacy-Videogame-y-Sachen, Sony-Lizenzen. Naja, ich finde die Idee grundsätzlich geil, würde mich aber mehr über eine neue Staffel an originellen Geschichten freuen. Visuell ist das trotzdem schon ziemlich geil. Bei Erfolg dürfte da hoffentlich mehr drin sein, was die Auswahl angeht.

IGN hat den Trailer Bild für Bild durchkämmt und zu den Spielen (Armored Core, Concord, Crossfire, Dungeons & Dragons, Exodus, Honor of Kings, Mega Man, New World: Aeternum, PAC-MAN, God of War, Sifu, Spelunky, The Outer Worlds, Unreal Tournament und Warhammer 40,000) einige Erwartungen formuliert und Details erkannt. Start ist im Dezember.
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HBO produziert bereits seit Jahren exzellente Making Of und PR-Begleitwerke zu House of the Dragon, aber ich bevorzuge dann doch solche Close Looks von Adam Savage mehr, in denen die Craftspeople wirklich zu Wort kommen und mit ihrer Expertise und ihren Kunstwerken glänzen dürfen. Ich finde es ziemlich spannend, dass selbst solche renommierte Propmaster mit Künstlern auf Etsy zusammenarbeiten. Ebenso interessant sind all die Details der feinen Arbeit, die on screen verloren gehen. Überhaupt, welche Show hat schon einen echten Schmied? Mega!

In unserer Review zur dritten Staffel von The Bad Batch wies ich bereits auf ein anderes Video hier, nun fand ich erneut hier eine schöne Zusammenstellung von spannenden, aufregenden, atemberaubenden Einstellungen, häufig Wide Shots, aus der Serie. Für mich gelingt es Lucasfilm Animation durch diese Weiten viel mehr ein Gefühl für die Diversität und Größe, die Kreativität und Verspieltheit, und eben auch Möglichkeiten dieser Story World aufzuzeigen als die Live-Action Serie auf Disney+. Eine Schande, weil die Möglichkeiten sowie vor allem die Ressourcen vorhanden wären und Star Wars eben diese die große Leinwand hinter sich gelassen hat und nun kleine Geschichten visuell unbedeutend markenschädigend fortsetzt. Die Animationsserien sind höchstens für Fans interessant und spielen in der Wahrnehmung des Franchises keine bedeutende Rolle.