Wissenschaft - PewPewPew

curiosity gif sandIch liebe dieses Gif. Ich habe es gestern auf Reddit gefunden und was so aussieht, als hätte jemand am JPL das Gaspedal durchgedrückt, ist in Wahrheit der zaghafte, wochenlange Versuch den Mars-Rover Opportunity aus dem Sand zu befreien, um ihn vor Spirits Schicksal zu bewahren. Da wird “per aspera ad astra” zur Realität. Aus dem Eintrag der NASA:

A series of images of the rover’s right front wheel, taken by the front hazard-avoidance camera, make up this brief movie. It chronicles the challenge Opportunity faced to free itself from a ripple dubbed “Jammerbugt.” The rover’s wheels became partially embedded in the ripple at the end of a drive on Opportunity’s 833rd Martian day, or sol (May 28, 2006). The images in this clip were taken on sols 836 through 841 (May 31 through June 5, 2006).

Happy 15th Birthday ISS

02 Nov, 2015 · Sascha · Wissenschaft · 0 comments

iss

Heute vor 15 Jahren erreichten Commander William M. Shepherd von der NASA und Flugingeneur Sergei Krikalev sowie Soyuz Commander Yuri Gidzenko von Roskosmos die Internationale Raumstation ISS, die damals noch wie oben im Bild sehr süß und klein aussah. Seither gibt es eine kontinuierliche Präsenz des Menschen im Low Earth Orbit. 15 Jahre später gab es 45 Expeditionen und viele weitere sind geplant. Mehr als 220 Menschen aus 17 Nationen haben die ISS besucht. Gerade absolvieren die Astronauten Scott Kelly und Mikhail Korniyenko eine einjährige Mission im All und liefern uns wichtige Ergebnisse für bemannte Flüge über den Mond hinaus.

22 scientific investigations were conducted during Expedition 1, while a total of 191 scientific investigations will be conducted during Expeditions 45 and 46. To date, more than 1,200 scientific results publications have been produced based on over 1,760 research investigations on the orbiting laboratory.

Das ist fucking awesome und nicht selbstverständlich. Wir sollten sehr dankbar für die Arbeit von NASA, ESA und Roskosmos sein.

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NASA

Astronomen der Penn State University haben Schlüsse aus den Daten des Kepler Weltraumteleskops gezogen und kommen zu Ergebnis:

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No, really. Erst im September hat ein Team aus Astronomen die natürlichen Erklärungen ausschließen können. KIC 8462852 fiel den Forschern ins Auge, weil das Licht des Sterns so durch umliegende Objekte verzerrt wurde, dass man von großen Trümmern ausgehen muss. So, wie es bei jungen Sonnensystemen kurz nach der Formation eben noch ist – doch KIC 8462852 ist ein altes Sonnensystem.

A large cluster of objects in space look like something you would “expect an alien civilization to build”, astronomers have said.

Jason Wright, an astronomer from Penn State University, is set to publish a report on the “bizarre” star system suggesting the objects could be a “swarm of megastructures”, according to a new report.

I was fascinated by how crazy it looked,” Wright told The Atlantic. “Aliens should always be the very last hypothesis you consider, but this looked like something you would expect an alien civilization to build.”

Nun spitzt man demnächst die Ohren in Richtung KIC 8462852 und will ab Januar dann Radiowellen beobachten. Klar, die NASA braucht immer Geld und Aliens ziehen immer in den Medien, aber trotzdem: Ziemlich krasse Sache – wie auch immer das ausgeht.

Vielleicht haben wir aber gerade eine halb fertige Dyson-Sphäre gefunden. Wow.

Gravitationsassistenten
20th Century Fox

Update: Im endgültigen Film spricht Commander Lewis dann doch vom “swing-by”. Ist also alles gut ausgegangen.

Ich habe mich bereits im Juni köstlich über einen Satz im ersten Trailer zu Ridley Scotts Verfilmung von The Martian amüsiert.

Kate Mara spielt dort Beth Johanssen, die Navigatorin der “Hermes”. Das ist das Raumschiff im Buch und der Filmadaption, das Menschen von der Erde zum Mars und wieder zurück befördert. In der Geschichte diskutieren die Astronauten, wie sie ihrem auf dem Mars gestrandeten Kollegen zu Hilfe kommen können.

Als Navigatorin schlägt Johanssen auf dem Rückweg zum Mars einen naheliegenden gravity assist vor. Dabei handelt es sich um ein Manöver, bei dem ein zum Beispiel eine kleine Raumsonde bzw. ein kleines Raumschiff an einem wesentlich größeren Körper vorbeifliegt. Dabei kann man die Richtung ändern, bremsen, beschleunigen oder durch die Zündung der Triebwerke eine höhere Effizienz bei Wasserstoff-Sauerstoff-Raketentreibstoffen erzeugen. Das bezeichnet man als Oberth Effect. Armageddon ist natürlich ein Desaster, wenn wir über wissenschaftliche Genauigkeit in Hollywood sprechen, aber die Mond-Slingshot-Szene zeigt zumindest visuell, wie das in etwa sehr vereinfacht aussieht.

Just kidding. Jedenfalls hätte man nun eine ganze Bandbreite an Begriffen gehabt, die in dem Satz eine korrekte Übersetzung ergeben hätten: Swing-by, Slingshot, Schwerkraftumlenkung, Gravitationsmanöver oder Vorbeischwungmanöver – alles geht. Was nicht funktioniert, ist von einem “Gravitationsassistenten” zu sprechen, als handle es sich dabei um ein Teil des Raumschiffes, das man zerstören kann. Man kann dieses Manöver zum Beispiel falsch berechnen, ausführen oder einfach nur versauen. Aber nicht “zerstören”.

Der Film startet nächste Wochenende in den deutschen Kinos und neuerdings wird der Tweet wieder gefavet. Weshalb ich zur Schlussfolgerung komme, dass die die Zeile tatsächlich in der finalen Synchronisation dringelassen haben. Oder die Leute schauen einfach nur den Trailer und wollen wissen, was es damit auf sich hat. Wie auch immer: Ein unglaublicher Fehler, den ich nochmal hier im Blog verewigen wollte.

Ich habe schon im Dezember kurz festgehalten, dass die NASA erfolgreich ihre New Horizons Sonde, die sich mit der Erkundung von Pluto und seinem Mond beschäftigen wird, aus dem Tiefschlaf wecken konnte. Seither gibt es fast täglich neue Updates und Bilder von den letzten Metern auf dem Weg zum Zwergplaneten, der jeden Tag ein bisschen größer wird.

Am 14. Juli wird die Sonde dann an Pluto vorbeisausen und die ersten hochauflösenden Bilder des Planeten zurückbeamen. Zusammen mit Erik Wernquist, dem Typ hinter dem großartigen Video der Kolonisierung des Sonnensystems aus dem letzten Jahr, hat die National Space Society ein hübsches Promovideo angefertigt, das diesen historischen Moment feiert und mir das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Wir sind ganz nah dran. GET. HYPE.

Ready to explore Pluto? NASA’s New Horizons – the fastest spacecraft ever created – will speed past Pluto on July 14, 2015, beaming back high resolution photos (and invaluable data) of the dwarf planet’s surface for the first time in human history. We, the members of the National Space Society, believe exploring the unknown for the betterment of all is among humanity’s most essential pursuits.

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SpaceX

Es ist nicht so, als ob Nerd-Jesus Elon Musk und seine Firma SpaceX Promotion oder eine Kampagne für ein besseres Image bräuchten. Trotzdem hat man nun diese sehr hübschen Promoposter für die Kolonialisierung des Mars angefertigt, die uns im Stiler der Fünfziger die zukünftigen Attraktionen schmackhaft machen sollen und die Arbeit von SpaceX noch stärker wertschätzen lassen. Alles natürlich überstilisiert und nicht realistisch (zu große Monde; zur Spitze des Mons Olympus könnte man nämlich problemlos wandern, da auf Grund der immensen Fläche der Anstieg kaum spürbar wäre), aber darauf kommt es ja nicht an. Auf FlickR gibt’s die Teile in hoher Auflösung.

Vorher auf PewPewPew:
Das Sonnensystem wurde erobert im Sci-Fi Kurzfilm Wanderers

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Die Crew der ISS-Expedition 45 gewinnt mit dem offiziellen Missionsportrait für alle Zeiten den Weltraumnerdpokal. Die NASA erlaubt sich zwar schon länger solche Späße (ISS-42 z.B. zollte Douglas Adams Anerkeunnung), aber das hier toppt alles bisherige. “The Science Continues” – LOL. (via, das Portait hier in höherer Auflösung)

Die Mission ist übrigens auch in weiterer Hinsicht recht spektakulär. So werden Bordingenieur Michail Kornijenko und Kommandant Scott Kelly seit längerer Zeit wieder die ersten Astronauten sein, die für einen längeren Zeitraum im All bleiben werden (geplant ist 1 Jahr), um die Langzeiteffekte der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper zu untersuchen. Das wird ja ein grundlegendes Problem für zukünftige bemannte Raumfahrten zum Mars.

Außerdem soll mal wieder eine Weltraumtouristin vorbeischauen. Die mir bisher unbekannte Sopranistin Sarah Brightman soll wohl im Oktober für zehn Tage hochgeflogen werden.

plutoIst es nicht total krass, dass das Bild hier rechts das beste Photo vom Zwergplaneten Pluto ist, das wir haben? Ich meine, das kann man schon mal vergessen, wenn man im Philaefieber steckt und die “The future is now”-Sprüche ausgräbt. Das wird sich nun demnächst ändern. Die New Horizons Raumsonde der NASA wurde 2006 auf ihre Reise geschickt und ist gerade jetzt wieder geweckt worden – alles funktioniert!

Mitte 2015 soll New Horizons dann Pluto sowie seine Monde kartografieren, die geologische Zusammensetzung bestimmen und eine ganze Bandbreite an weiteren Aufgaben erledigen, bevor sie weiter in Richtung des Kuipergürtels fliegen wird, um dort noch mehr zu erforschen.