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The Web in 2050

17 Sep, 2017 · Sascha · Tech · 4 comments

“Is anybody still reading this?” So endet eine schön schaurige Horrorgeschichte von Jacques Mattheij über eine mögliche Zukunft des Webs. (via Eay) Wenn man sich die aktuelle Entwicklung anschaut, ist seine Idee von einer bipolaren Aufteilung des Internets in Google und Facebook gar nicht so unrealistisch.

Johnny Häuslers Weckruf, das Netz zurückzuerobern, scheiterte bisher. Braucht ein Podcast heute noch eine Webseite oder doch lieber gleich nur einen Twitteraccount registrieren? Diese Frage stellte sich uns gerade beim Kulturindustrie-Podcast und wir entschieden uns für Letzteres.

Mir macht das alles ziemlich Angst. Nicht nur, weil ich nicht mit dieser Version des Netzes aufgewachsen bin und für mich eine Präsenz im Web ohne zentrale Anlaufstelle in Form einer eigenen Webseite fremd wirkt, sondern auch weil die große Freiheit des Netzes wieder eingeschränkt wird. Sollte ich 2050 noch am Leben sein, wird PewPewPew natürlich weiterhin online sein. Und sei es im Darknet.

If you’re reading this page it means that you are accessing a ‘darknet’ web page. Darknets used to refer to places where illicit drugs and pornography were traded, these days it refers to lonely servers without any inbound links languishing away in dusty server rooms that people have all but forgotten about. Refusing to submit to either one of two remaining overlords these servers sit traffic less and mostly idle (load average: 0.00) except for when the daily automated back-up time rolls around. Waiting for a renaissance heralded by the arrival of a packet on port 80 or 443 of the WWW as it once was known, a place where websites freely linked to each other. Following a link felt a bit like biting into a chocolate bon-bon, you never quite knew whether you were going to like it or be disgusted by it but it would never cease to surprise you.

Read on, dear.

Brian Kane hat sein Amazon Echo in einen dieser singenden Fische gebaut. Das Resultat ist super creepy. You went too far, Brian! Wobei der erwartungsvolle Blick des Fisches bei der Anrede wiederum zum Schreien komisch ist.

Ich bin kein Techblogger, aber habe genug Ahnung, um mich über die negativen Rückmeldungen bezüglich Apples Ankündigung, die Kopfhörerbuchse zu entfernen, zu wundern. Das soll jetzt gar kein Thinkpiece werden, aber diese Fortschrittsfeindlichkeit nach derartigen Keynotes finde ich immer sehr befremdlich. Natürlich ist das aktuelle Design der Apple-Stöpsel fürchterlich und sie fallen insbesondere beim Sport ständig aus dem Ohr (oder habe ich nur eine schlechte Gehörgangsform?). Ich werde Apples AirPods auch selbst nicht kaufen. Zumindest nicht die erste Generation.

Wichtig ist jedoch: Dieser Schritt ist natürlich revolutionär. Und jetzt werden Apple-Feinde wie Tech-Geeks sagen, “Neee, das gab es alles vorher schon, Apple macht nur wieder nach!” – ohne natürlich den springenden Punkt zu betrachten.

Das Revolutionäre an Apples Schritt ist nicht die Technologie selbst, sondern dass eine breite Masse an Kunden mit ihr vertraut gemacht wird. Diese Kopfhörer werden sich natürlich in den nächsten Jahren zu kleinen Computern entwickeln werden, die weitaus mehr als nur Töne anspielen können. Das geht ja bereits jetzt schon mit Siri usw. etc. pp.

Ich würde gerne das Motto des Techniktagebuchs zitieren und leicht anpassen: “Ja, jetzt ist das langweilignervig. Aber in zwanzig Jahren!”. Und ich bin mir sicher, dass es weniger als zwanzig Jahre dauern wird, bis zumindest dieser Aspekt aus Spike Jonzes Her Realität wird. Und bis dahin gibt es auch angenehme AirPods oder Hearables von anderen Herstellern. Die eingeschlagene Richtung ist aber jedoch der wichtige Punkt. Manchmal braucht Fortschritt einen kleinen Stupser. Danke, Apple.

Werner Herzog lernt Pokémon Go

29 Jul, 2016 · Sascha · Tech · 0 comments

werner herzog pewpewpew

Der legendäre Werner Herzog gab The Verge ein Interview. Anlass war sein neuer Film über das Internet, Lo and Behold, Reveries of the Connected World. Herzog beklagt im Interview, dass das Internet so vielfältig ist und er noch mehr zu sagen hätte. Je nachdem wie erfolgreich sein neuer Dokumentarfilm ist, kann man Sequels über u.a. Bitcoin erwarten. Auf einen Pokémon Go Dokumentarfilm müssen wir aber wohl oder übel verzichten. Hier ein Auszug:

Do you know about Pokémon Go?

No.

It’s this…

I don’t know what Pokémon Go is and what all these things are…

It’s a…

You’re talking to somebody who made his first phone call at age 17. You’re talking to someone who doesn’t have a cell phone, for example, for cultural reasons.

Right.

Tell me about Pokémon Go. What is happening on Pokémon Go?

It’s basically the first mainstream augmented reality program. It’s a game where the entire world is mapped and you walk around with the GPS on your phone. You walk around in the real world and can catch these little monsters and collect them. And everybody is playing it.

Does it tell you you’re here at San Vicente, close to Sunset Boulevard?

Yeah, it’s basically like a Google map.

But what does pokémon do at this corner here?

You might be able to catch some. It’s all completely virtual. It’s very simple, but it’s also an overlay of physically based information that now exists on top of the real world.

When two persons in search of a pokémon clash at the corner of Sunset and San Vicente is there violence? Is there murder?

They do fight, virtually.

Physically, do they fight?

No—

Do they bite each other’s hands? Do they punch each other?

The people or the…

Yes, there must be real people if it’s a real encounter with someone else.

Well, it’s been interesting because there are all these anecdotes of people who are playing the game, and they’ve never met their neighbors, for instance. And when they go outside to look for pokémon they realize they’re playing the same game, and start talking to each other.

You’d have to give me a cell phone, which I’m not going to use anyway, and I have no clue what’s going on there, but I don’t need to play the game.

Wenn Herzog übers Internet redet, wird es immer kultig. Meinem Freund Matthias sagte er zum Beispiel im letzten Jahr diesen fantastischen Satz:

Black Mirror Title Gif

Endlich Konkretes: Netflix hat das Programm für die zweite Jahreshälfte angekündigt und wird ab dem 21. Oktober sechs neue Folgen von Charlie Brookers Black Mirror ausstrahlen. Meine Hoffnungen aus dem letzten Jahr wurden erfüllt und es wird nur sechs Folgen geben. Das verdoppelt zwar fast die aktuelle Anzahl, doch Brooker wird das in Zusammenarbeit mit Netflix schon geschaukelt haben. Alleine ist er aber ohnehin nicht. In der Pressemitteilung gibt es bereits eine komplette Übersicht über die kommenden Folgen (Hype-Hervorhebungen meinerseits):

San Junipero features Gugu Mbatha-Raw and Mackenzie Davis in an episode directed by Owen Harris
Shut Up and Dance features Jerome Flynn and Alex Lawther in an episode directed by James Watkins
Nosedive features Bryce Dallas Howard, Alice Eve and James Norton in an episode directed by Joe Wright
Men Against Fire stars Michael Kelly, Malachi Kirby and Madeline Brewer in an episode directed by Jakob Verbruggen
Hated in the Nation features Kelly MacDonald in an episode directed by James Hawes
– Wyatt Russell and Hannah John-Kamen star in Playtest, an episode directed by Dan Trachtenberg.

Black Mirror is an anthology series that taps into our collective unease with the modern world, with each stand-alone episode a sharp, suspenseful tale exploring themes of contemporary techno-paranoia. Without questioning it, technology has transformed all aspects of our lives; in every home; on every desk; in every palm – a plasma screen; a monitor; a Smartphone – a Black Mirror reflecting our 21st Century existence back at us.

Hier der WoWcast zum Weihnachtsspecial von Black Mirror.

Heute startet die neue Staffel von Game of Thrones in Deutschland. Sky ist für die hiesige Ausstrahlung im PayTV verantwortlich. Als ich heute Morgen einen kurzen Blick auf Twitter wagte, spammte der Account von @SkySerien gerade alles zu. Eigentlich eine gute Idee: Ein Bot, der individuelle und kontextgebundene Grüße an Fans sendet. Problematisch ist es jedoch, wenn man diese Grüße ohne vorangestelltes @reply raushaut, sodass die eigene Timeline als Follower von @SkySerien in etwa so aussieht:

Als ich meinen Frust darüber an @SkySerien twitterte, bekam ich von dem Bot die maximal beste Antwort zurück:

Ich liebe solche kleinen, zufälligen Botmomente. Aber zurück zum Thema. Wie nervig ist diese Aktion bitte? Natürlich muss man zum Start eine kleine Socia Media Kampagne starten, geht ja nicht mehr ohne heutzutage (Wobei ich Game of Thrones hier für die Ausnahme halte. #echochamber). Außerdem will sich das Social Media Team natürlich auch seiner Zukunft im Unternehmen sicher sein. Aber ist da niemand mal auf die Idee gekommen, dass dieses Gespamme der Marke und dem Account mehr schadet als nützt? Mittlerweile hat man gelernt und schreibt die Followerer direkt an.

Wäre das schön, wenn Sky mal The Leftovers oder eine andere sperrige Serie, die mehr Aufmerksamkeit verdient, mit solch einer Aktion unterstützen würde.

Wir lagen ja so falsch. Skynet wird die Welt nicht vernichten. Dafür wird es gar keine Zeit haben, denn zuvor wird seine Seele von uns bösen Menschen so verdorben, bis es weinend in der Ecke hockt: Microsofts AI namens Tay ist bereits nach 24 Stunden im Netz ein rassistisches, frauenfeindliches, Hitler-freundliches Roboterchen geworden, weil es von der Interaktion mit seinen Gesprächspartner lernt. Stay classy, internets!

Microsoft hat Tay daher vor rund 13 Stunden erst einmal abgeschaltet. Ich bin enttäuscht, habe aber mal eine normale Frage gestellt und warte, bis Tay wieder aufwacht. Derweil gibt es auf Imgur die bisherigen Greatest Hits.

The official account of Tay, Microsoft’s A.I. fam from the internet that’s got zero chill! The more you talk the smarter Tay gets

Boston Dynamics hat in einem neuen Video die neue Generation ihres Atlas-Roboters vorgestellt. Zwei Gedanken:
1. Holy shit, es dauert nicht mehr lange bis nahezu alle Lagerarbeiter ersetzt werden. Das wird während meiner (erwartbaren) Lebenszeit passieren – und das eher früher als später.
2. Mein Gott, der arme Atlas. Irgendwann werden wir die Rechnung für diese Verbrechen schon bekommen. Ich meine, die trainieren jetzt schon für die Revolution.

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