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LEGO kündigte vor einem Monat eine neue Reihe an Sets an, die besondere Klemmbausteine mit Soundeffekten einführen. Diese Steine können miteinander agieren und für interaktive und zusammengeschaltete Spielmomente sorgen.

Nun sind die Sets aus der Star Wars Themenreihe erschienen und – nun, hört am besten selbst rein.

Ich war in meinem Ersteindruck wohl noch zu positiv, denn das ist ein echtes Desaster. Wenngleich die Technologie dahinter vielleicht Potenzial in besser desigten Modellen hätte und hier zumindest technisch problemlos funktioniert, kann das nicht über die miese Qualität dieser ikonischen Sounds hinwegtäuschen. Das ist in meinen Augen wirklich der krasseste Fehltritt in einer längeren Reihe an fehlgeschlagenen Ideen des Konzerns. Ich prophezeie, dass das so schnell wieder verschwinden wird, wie es gekommen ist.

Zum anhaltenden Hype um A Knight of the Seven Kingdoms, der vielleicht schon jetzt besten Serie des Jahres, gehören ins Internet natürlich auch Nachbauten von LEGO-Fans. Es wird zwar wohl nie ein offizielles Set zur HBO-Serie geben, aber das hindert niemanden daran, seine eigene Minifiguren Serie aus Teilen von LEGOs Ritterwelt-Themenreihen zu basteln. YouTuber Goldfyre hat hier wirklich jede einzelne Figur getroffen, er hat ein wirkliches Gespür und Talent dafür, die Charaktere in ihrer Essenz einzufangen. Vor ein paar Monaten hat er dies bereits mit Game of Thrones und House of the Dragon getan. (weiterlesen…)

Thema Actionfiguren: Was für Gen X Star Wars waren, war für mich Jurassic Park. Diese Videos decken die Geschichte mit vielen Bildern, Hintergrundinfos und Interviews ab. Comfort Food mit drei Michelin-Sternen für mich.

Es ist nach langen Gerüchte und einer groß aufgelegten Enthüllung wirklich schwer in Worte zu fassen, wie enttäuschend und peinlich LEGOs neues Smart Bricks System ist – sowohl als Konzept als auch in der Umsetzung. Warum und wieso will ich so kurz festhalten, wie die hoffentliche Lebensdauer dieser Idee in den Verkaufsregalen.

Was sind Smart Bricks? Nun, verkürzt gesagt: Es sind Klemmbausteine, die Geräusche machen. Diese Steine werden ab dem 1. März in drei Sets der Star Wars Themenreihe erhältlich sein. Die Designs sind eigentlich keine Bemerkung wert: Ein klumpiger X-Wing, ein Darth Vaders TIE Advanced ohne Heck sowie ein Kampf zwischen Luke und Vader, der an das allererste Set erinnern soll.

Die genauen Details sind bisher under wraps; bis die Steine in unseren Händen sind, zerlegt und ausgewertet werden können, müssen wir noch Genaueres abwarten. So viel aber sei gesagt: Die aufladbaren Dinger können wohl mithören, es ist ein Mikrofon drin für wohl später folgende Befehle. Besonders enttäuschend: Die Steine haben recht wenig gemein mit dem ikonischen Ben Burtt Sounddesign, sondern geben stattdessen recht beliebige Beeps und Boops von sich. Das sind Geräusche wie aus einer Geburtstagskarte aus den Neunzigerjahren. Null Punkte von der ehrwürdigen PewPewPew-Jury.

Wieso ich sie auch für mich nie ins Augen fassen werde liegt an ihrer Ästhetik. Es sind klobige Steine, die nicht verdeckt werden. Der Stein soll mit Farben und Figuren interagieren können, weshalb er recht offen und prominent “in den Sets liegt”. Die guten Leute von Beyond The Brick haben von allen LEGO-Botschaftern das wohl beste Video gedreht, das die möglichen Interaktionen gut abbildet.

Ich prophezeie, dass die Smart Bricks sich vielleicht dennoch durchsetzen könnten. Die klobigen Super Mario-Figuren, die ich grässlich finde, kommen bei einer jüngeren Zielgruppe sehr gut an. Auch sie können Geräusche machen und mit anderen Bauten interagieren. Womöglich steckt diese Technologie erst in den Kinderschuhen und sie wird noch besser mit den Jahren. Bisher kommt sie für mich nicht in Frage, auch weil die mitgelieferten Minifiguren mit Aufdrucken (aha, dann geht es wohl?) versehen sind, die davor warnen, sie in einen Mülleimer zu werfen – schließlich sind Batterien enthalten.

Kinder sind hier sicherlich die Zielgruppe. Dann aber: Wieso sind die Sets so teuer? LEGO war immer teuer, klar, aber diese Preise ähneln eher denen von Displaymodellen. Dazu wäre natürlich auch der philosophisch größere Kontrapunkt zu nennen, dass Kinder vielleicht selbst mit ihrem Raumschiff durch die Gegend swooshen sollten. Versteht das Traditionsunternehmen noch seine Zielgruppe? Da ist auch die Lizenz keine Hilfe, wenn die Raumschiffe nicht klingen wie im Film. The worst of both worlds quasi.

Markentechnisch verstehe ich es auch nicht so recht. Fast alle elektronischen Sachen aus der Vergangenheit sind vergessen und auch der letzte Versuch mit LEGO Vidiyo scheiterte kläglich. Die Musikapp wurde vorgestern eingestellt, sodass man die gekauften Produkte gar nicht mehr benutzen kann. Auf mich wirkt diese Idee aus dem oberen Management heraus geboren. Es muss etwas Neues her – Innovation steigerte die Umsätze – neue Märkte erschließen – Ahhhh! Obwohl die LEGO Group gar kein börsennotiertes Unternehmen ist, denkt es wie eines.  Man kann förmlich den Impetus spüren, Elektrotrends in der Spielzeugbranche hinterherlaufen zu wollen statt sich auf Altbekanntes zu konzentrieren, das sich in der Vergangenheit bewährt hat oder die Qualität der Sets zu erhöhen und auf Fanfeedback einzugehen.

Ab dem 1. März steht Saurons Helm als offizielles Set in den LEGO-Läden zum Verkauf. Es kommt mit 538 Teilen, ist erhältlich für wohl knapp 75€ und die ehemals exklusive Sauron-Minifigur inklusive dem Einen Ring aus dem Barad-dûr-Set noch obendrauf. Ich finde, das ist ein guter Deal. Mich haben diese Helme, von denen es in der Star Wars-Themenreihe ungefähr ein Dutzend bisher gab, noch nie wirklich angesprochen. Die waren mir zu klein, oftmals nicht so richtig hübsch und auch zu teuer. Bekanntermaßen gibt es diese Helme aber nach ein paar Wochen oft mit 20% Rabatt im Handel und dann wäre auch Saurons Helm für mich interessant, insbesondere aufgrund der Minifigur, die man zuvor aussparte.

Für mich hat LEGO gerade einen kleinen Run. Natürlich wären hier 50€ Oberpreis völlig gerechtfertigt und am Design ließe sich noch schrauben. Aber dass Neuveröffentlichungen bei mir überhaupt wieder eine ehrliche, interessierte Reaktion hervorrufen, macht mich gerade überraschend glücklich.

Jede Mancave kann ein paar Actionfiguren auf dem Regal haben und ja, vielleicht sind darunter auch ein paar recht alte oder seltene. Doch die Sammlung von Gabe, dem Typen hinter dem YouTube-Kanal Star Wars Replicas, gleicht eher den Lucasfilm-Archiven oder Luthen Raels Antikladen. Er sammelt nämlich Nachbauten von Waffen wie Blastern oder Lichtschwertern, also klassische Filmrequisiten; aber auch Miniaturen, Helme und vor allem viele Maquettes. Das sind originalgetreue Nachbauten von Skulpturmodellen, also frühen Entwürfen von ILM-Wizards für Figuren.

Nach einer Inventur seiner Sammlung entwickelte er ein Konzept für den Raum und konstruierte dann maßgefertigte Schaukästen für die einzelnen Stücke. Ich habe schon für schlechtere Ausstellungen (z. B. The Fans Strike Back in Frankfurt dieses Jahr) Geld bezahlt. Meine eigene Sammlung ist weder so groß, noch plane ich, all diese Stücke irgendwann einmal mein Eigen zu nennen. Aber diese hochwertige Art der Präsentation – ganz abgesehen von den jeweiligen Kunstwerken – finde ich extrem ansprechend. Großer Neid!

 

Pokéball-Pixel-Art-Modell

05 Dec, 2025 · Sascha · Toys · 0 comments

Die LEGO Group hat sich die Pokémon-Lizenz geschnappt und schon im Frühjahr 2026 sollen erste Sets erscheinen. Die ersten Leaks und Gerüchte sind eher wenig erbaulich. Deshalb gibt es die auslaufenden MEGA-Sets von Mattel gerade für‘n Appel un en Ei. Besonders dieser Pixel-Art Pokéball hatte es mir angetan und nach einem Black-Friday-Schnäppchen bin ziemlich happy damit, wie sich das in die Sammlung schmiegt. Auch ein sehr gutes Bauerlebnis! Es gibt noch andere Sets zu den Game Boy Avataren von Pikachu und den Kanto-Startern, die auch hübsch sind!

LEGO Star Wars bevor LEGO Star Wars

01 Dec, 2025 · Sascha · Toys · 0 comments

1999 erschien die erste Reihe der LEGO-Star-Wars-Produkte. Seitdem sind die beiden Marken untrennbar miteinander verbunden und werden von Fans meist in einem Atemzug genannt. Die ikonischen Sets von damals sind heute längst überholt. Neue Teile und Figuren haben die Themenreihe revolutioniert und LEGO wieder zum erfolgreichen Weltkonzern gemacht. Doch es gab schon vorher LEGO Star Wars, nur eben keine Sets, sondern MOCS aka My Own Creation aka Modelle designt von Fans.

Master Builder S.Fujita zeigt auf seiner Webseite von 1999, wie er über mehrere Wochen hinweg in den frühen Neunzigern die Star Wars Trilogie, Screenshot für Screenshot, mit LEGO-Bausteinen nachstellte noch bevor die Dänen selbst Produkte auf den Markt brachten. Einige seiner Schöpfungen, wie die X-Flügler oder Y-Wings, sehen sogar besser aus als LEGOs erste offiziellen Versuche. Und einen UCS Millenium Falcon, also im Maßstab zur Minifigur, gab es bereits von ihm vor 30 Jahren. Die Webseite ist eine absolute Schatzkiste des Internets und gehört in die Library of Congress oder sowas.