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HBO

10. Nathan For You (Comedy Central)

Nathan For You ist in Deutschland noch nicht angekommen und selbst in meiner Filterbubble auf Twitter fliegt die Serie unter dem Radar vieler Serienfans. Damit möchte ich mich gar nicht als Hipster idealisieren, ich bemängel einfach den Zustand, nicht mit allen Leuten über diese großartige Comedy von Nathan Fielder lachen zu können. Keine andere Serie hat mich in diesem Jahr so zum Lachen gebracht.

9. Game of Thrones (HBO)

Die diesjährige Staffel von HBOs Game of Thrones stand dieses Jahr völlig berechtigterweise in der Kritik. Der gesamte Plot um Dorne war, nett ausgedrückt, halbgar. Die Diskussion bzgl. der Schilderung von Vergewaltigung führte dazu, dass ganze Entertainment-Seiten die Berichterstattung zur Serie einstellten. Gleichzeitig sprangen Figuren binnen scheinbar Stunden in der riesigen Welt von A nach B und auch der gesamte Plot um Arya war schwer enttäuschend. Trotz alledem reicht es für meine Liste. Ich habe jedes Jahr großen Spaß mit Game of Thrones, ich liebe es in Westeros abzutauchen und diese Fettnäpfchen, die sich die Serie selbst stellt, bieten auch immer wieder einen Anlass zur Diskussion (Hier die Podcasts zur fünften Staffel). Und sowieso: Hardhome war eine der besten Episoden des Jahres.

8. Fear The Walking Dead (AMC)

Ich habe bereits sehr ausführlich zu jeder einzelnen Folge eine Review geschrieben und dort schon ausführlich erklärt, wieso ich dieses Spin-off so mag, deshalb halte ich es kurz: Fear The Walking Dead ist kein Homerun, aber eine solide Basis um den seit über zehn Jahren erfolgreichen Comic endlich in gebührender Form auf den Bildschirm zu springen.

7. Fargo (FX)

Definitiv wunderhübsch, überraschend und genüsslich brutal, aber insgesamt dann doch zu verschroben und bewusst eigenwillig, um besser zu gefallen. Immerhin gelingt der Serie der Weg weg von der Coen-Fanfiction in der ersten Staffel und hin zur Eigenständigkeit. Die völlig übertriebene Verbindung zur ersten Staffel, die langweiligen Folgen 2-5 und der emotionale Abstand zu den Figuren, die diese quirkige Machart mit sich bringt, verdonnern die Serie aber für mich auf einen der hinteren Plätze.

6. Halt and Catch Fire (AMC)

Den Showrunnern Christopher Cantwell und Christopher C. Rogers gelang mit der zweiten Staffel ein vollkommener Geniestreich, man will fast sagen Wunder. Halt and Catch Fire erfuhr einen Hard Reboot und machte in der zweiten Staffel einen mutigen Schritt weg von den Männern zu seinen Frauen, inhaltlich weg von der Hardware zu der Software. Das Resultat war eine feinfühligere, besser geschriebene und thematisch tiefgehedere Staffel, die nicht nur den Apple-Erfolgsweg (natürlich mit eigenen Akzenten) adaptiert, sondern Mut und Pioniergeist des frühen Internetzeitalters lobpreist. Dass Lee Paces toxischer Joe MacMillan in der kommenden dritten Staffel zum Antivirenkönig à la McAfee aufspielt, verspricht eine kongeniale Fortsetzung.

5. Silicon Valley (HBO)

Eine weitere Serie um Computerprogramme und ihre Entwickler, die jedoch nicht unterschiedlicher sein könnte. Silicon Valley ist ein Wechselbad der Gefühle, während es viel zu lachen gibt. Tatsächlich sind es jedoch weder die stimmigen Bezüge zum Silicon Valley oder die Referenzen zu technologischen Neuerungen, sondern die Figuren, die die Serie so sehenswert machen. #trescommas

4. Louie (FX)

Louie hat natürlich nicht an die großartige vierte Staffel angeknüpft, sondern genau so deprimiert weitergemacht, wie wir es von Louis CK gewohnt sind. Leider. Louie trifft noch immer völlig meinen Humorgeschmack und steht mit seiner perfekten Mischung aus Comedy und Drama völlig allein in der Serienlandschaft da. Aber während die finale Doppelfolge über das Herumreisen eines Stand-up Comedians für Louis CK offensichtlich sehr wichtig war, ließ mich der Abschluss der Staffel eher kalt. Louis CK macht jetzt auch wieder wie nach der dritten Staffel eine kreative Pause. Wenn danach wieder so ein narratives Feuerwerk wie mit der vierten Staffel kommt, wird sich das Warten mehr als gelohnt haben.

3. Master of None (Netflix)

Vielleicht die schönste Romcom aller Zeiten. Master of None schafft es auf ehrliche Weise sehr komplexe Gedanken auf den Bildschirm zu bringen, gleichzeitig zu unterhalten und dabei nicht zu verkopft zu werden. Aziz Ansari kann seinen Stil aus den Stand-up Specials mühelos weiterentwickeln, ohne seine Themen oder seinen Witz zu verlieren. Ohne wirklich Drama oder Comedy zu sein, war Master of None die merkwürdigste Serie des Jahres. Ein bisschen so etwas wie Thinkpiece-TV – aber in gut. Gedanken und komplexe Gefühle zu schwierigen Themen werden gezeigt, nur um in der nächsten Folge wieder etwas ganz anderes zu machen. Dazu gelingt es Ansari und seinen Autoren, die klassischen Wendungen einer solchen Staffel mit ganz realistischen Momenten zu unterlaufen, was sich parallel zur Aufschlüsselung von Stereotypen super ergibt.

2. Better Call Saul (AMC)

Wer hätte das gedacht? Nach den Teasern musste man schon das Schlimmste befürchten, doch Vince Gilligan und seine Breaking Bad Kollegen überzeugten alle Zweifler. Better Call Saul ist eine völlig eigenständige und einzigartige Serie, die auch ohne ihre Bezüge zu Breaking Bad problemlos funktioniert und womöglich sogar unter Referenzen in den kommenden Staffeln eher leiden wird. Die visuell schönste Staffel des Jahres und vielleicht beste Serie über Ablehnung, Einsamkeit und Kerle mit einem Herz aus Gold, die eigentlich nur mal ein kleines Stück vom Kuchen wollen. (PewCast zu Better Call Saul)

1. The Leftovers (HBO)

The Leftovers ist völlig singulär. Damon Lindelof hat eine noch nie dagewesene Art von Serie erschaffen, die Woche um Woche mit fantastischen Bildern, überzeugenden Darstellern und atemberaubenden Momenten thematische Gebiete beackert, die in der Serienlandschaft bis dato brach lagen.

Ehrenwerte Nennungen:
Unbreakable Kimmy Schmitt (Netflix)
Mr. Robot (USA)
The Knick (Cinemax)
Hannibal (NBC)
Show Me A Hero (HBO)

Fails des Jahres:
1. The Walking Dead (AMC)
2. Heroes (NBC)
3. True Detective (HBO)
4. Man in the High Castle (Amazon)
5. Girls (HBO)