2012 - Page 60 of 85 - PewPewPew - PewPewPew


via /Film

Minimalistisches, offizielles Poster für Quentin Tarantinos neuen Film ‘Django Unchained’, in dem er sich der Geschichte eines Sklaven in den Südstaaten der USA annimmt. Ich betone “offiziell” besonders, denn es schaut wirklich aus wie eines dieser Minimal-Poster von Fans, die das Internet seit ein paar Jahren unsicher machen. Definitiv nett, aber da darf definitiv noch mehr kommen, insbesondere bei einem Cast, der Jamie Foxx, Leonardo DiCaprio, Christoph Waltz, Samuel L. Jackson, Kerry Washington, Sacha Baron Cohen und Kurt Russell einschließt. Deutscher Kinostart ist der 31. Januar 2013, mal wieder einen Monat nach den Amerikanern. Seufz.

Australien  2010
Regie: Stuart Beattie
Drehbuch: Stuart Beattie
Darsteller: Caitlin Stasey, Rachel Hurd-Wood, Lincoln Lewis
Länge: 104 Minuten
FSK: 16
Rating: ★★½☆☆

Sieben australische Teenager wollen mal das ganz große Abenteuer erleben und verbringen ein paar Tage in der Wildnis. Inmitten der Nacht sind viele Flugzeuge über ihnen zu erkennen, doch sie denken sich nicht mehr dabei. Wieder daheim angekommen, müssen sie erkennen, dass die Flugzeuge Ausläufer einer asiatischen Invasion waren. Nachdem sie mehrfach den Militärs entkommen können, entscheiden sie sich zurückzuschlagen.

Den Trailer zu ‘Tomorrow When The War Began’ sah ich bereits vor mehreren Jahren und ich war direkt verzaubert und wollte den Film sehen. Der Trailer sah schon gut aus und die Erwartung war relativ hoch, insbesondere weil ich ‘Red Dawn’ liebe und schon viel Gutes über die Buchreihe von John Marsden gehört habe, auf deren erster Teil der Film basiert. Umso enttäuschender ist dann die finale Umsetzung.

Immerhin hatte man mit Stuart Beattie keinen unerfahrenen Hollywoodmann nach Down Under geholt um australisches Blockbuster Kino zu machen, das dem Hype um die Jugendromane gerecht werden sollte. Beattie selbst leistet auch sehr gute Arbeit: So sieht der Film die ganzen 104 Minuten wesentlich besser aus als es sein Stoff verlangt. Die Regiearbeit ist hervorragend, die Handlungen konsequent und die Action nervenkitzelnd. Es gibt einige wenige, wirklich aufreibende Momente im Film, die sehr gut inszeniert sind und nicht vor Brutalität zurückscheuen.

Die Geschichte selbst aber hätte auch ruhig als Mini-Serie verfilmt werden können, ohne dass etwas von der Action oder den Set-Pieces hätte reduziert werden müssen. Davon hätten auch die Figuren profitiert, die hier in kurzen 15 Minuten allesamt eingeführt und sympathisch gemacht werden müssen, sodass wir mit ihnen fiebern. Eine unmögliche Aufgabe. So erhalten wir ein paar nette Minuten der glückseelischen Unbeschwertheit bevor der Krieg die Unschuld der armen Kinder raubt. Klischeehaft und störend.

Ein großes Problem für mich war auch das Casting. Klar, die Performances der Schauspieler sind solide und funktionieren. Doch ich glaubte zu keiner Sekunde, dass hier Teenager über die Leinwand liefen. Der Trend Mittzwanziger für Teenagerrollen zu casten (oder welche, die Mitte 20 aussehen,) schlägt sich hier eben besonders auf die Wirkung des Stoffes aus, denn so verliert die Intensität der Invasion natürlich enorm. Wirklich junge Menschen in dieser Situation zu sehen, wäre wirkungsvoller gewesen. Ebenso hätte ruhig mal, wie dramaturgisch an vielen Punkten verlangt und bei einem Cast von 8 Hauptcharakteren nicht störend, mal jemand ins Gras beißen können. So schien alles immer gefahrlos und einfach, während die Asiaten scheinbar mit Platzpatronen feuerten.

Dem Vorwurf der Xenophobie versucht man aus dem Weg zu gehen, in dem die asiatischen Truppen nie einem einzelnen Land zugeordnet werden. Flaggen spielen keine Rolle, wie ein Charakter vermerkt. Als Grund der Invasion wird im Radio ökonomischer Druck der Invasoren und Überbevölkerung genannt, während die Australier genügend Platz haben in ihrem großen Land hätten. Mehr kriegen wir nicht. Hier verhungerte ich wie die Kinder im Heimatland der Invasoren trotz großen zeitgenössischen Potentials.

Doch der Film krankt noch mehr an dem Muster seiner Adaption. Die Buchvorlage ist nur Teil 1 einer ganzen Reihe von Büchern um unsere australischen Guerilla-Teens und der Film selbst ist dadurch natürlich mehr Pilot einer TV-Serie als unterhaltsames Stand-Alone-Kino. Soweit ich das richtig gelesen habe, orientiert sich die Filmversion sehr nahe am Buch, was eigentlich löblich ist. Doch Buch und Film sind verschiedene Medien und das Ende des Films ist schlicht und einfach eine Enttäuschung. Der Cliffhanger zu serientypisch. Ironischerweise ist Beattie sich dessen auch bewusst, schrieb er doch folgenden Dialog ins Drehbuch:

Ellie Linton: Good book?
Corrie Mackenzie: Better than the movie.
Ellie Linton: Yeah, books usually are.

I rest my case.

via The Daily What

Großes Jubliläumsjahr für Homer und Familie! Vor kurzem lief die 500. Episode der Simpsons, die in diesem Jahr – wie Euer lieber Blogautor – ihren 25. Geburtstag feiern. Schöpfer Matt Groening hat sich deshalb mit Claudia De La Roca vom Smithsonian zusammengesetzt und ein langes Interview absolviert, in dem er unter anderem den Seriengag schlechthin auflöste: Wo genau liegt Springfield?

OK, why do the Simpsons live in a town called Springfield? Isn’t that a little generic?
Springfield was named after Springfield, Oregon. The only reason is that when I was a kid, the TV show “Father Knows Best” took place in the town of Springfield, and I was thrilled because I imagined that it was the town next to Portland, my hometown. When I grew up, I realized it was just a fictitious name. I also figured out that Springfield was one of the most common names for a city in the U.S. In anticipation of the success of the show, I thought, “This will be cool; everyone will think it’s their Springfield.” And they do.

You’ve never said it was named after Springfield, Oregon, before, have you?
I don’t want to ruin it for people, you know? Whenever people say it’s Springfield, Ohio, or Springfield, Massachusetts, or Springfield, wherever, I always go, “Yup, that’s right.”

Springfield ist als Stadtname in den USA so geläufig wie der Nachname Schmidt oder Meyer bei uns. Deshalb könnte Springfield eigentlich überall liegen, woraus sich der Sinn der ‘Simpsons’ ergibt: Amerikanisches Kleinstadtleben der Normalo Familie parodieren. Aber insgeheim wusste Groening immer wo genau sein Springfield liegt: Nämlich im US-Staat Oregon.

Darth Vader and Son

10 Apr, 2012 · Sascha · Comics,Kunst · Comments

Jeffrey Brown hat sich ein Paralleluniversum vorgestellt, in dem Darth Vader und Luke eine normale Vater-Sohn-Beziehung haben. Kommt am 5. Mai in die Buchläden. Hier (Amazon-Partnerlink) kann man es vorbestellen. via Gizmodo


via /Film

Über Rian Johnsons Zeitreisefilm ‘Looper’ habe ich ja schon berichtet. Bis auf das Bild in dem Post hatte man aber bisher relativ wenig vom Film gesehen. Nun startet die Marketingkampagne durch und wir bekommen das ultra coole poster zu sehen und unten eine Preview mit den ersten bewegten Bildern, moderiert Regisseur Johnson und Joseph Gordon-Levitt.

Die Zeitreise ist möglich – aber höchst illegal: In ‘Looper’ spielt Joseph Gordon-Levitt einen Looper namens Joe, einen Attentäter, der Zeitreisende bei ihrer Ankunft umlegt. Das Leben läuft gut, Joe verdient sich dumm und dämlich. Doch plötzlich taucht Bruce Willis auf, der Joes 30 Jahre älteres Ich spielt und Joe zögert. Sein zukünftiges Ich kann entkommen. Die Jagd beginnt.


via /Film

Deutscher Kinostart ist der 11. Oktober 2012.

Finnland  2012
Regie: Timo Vuorensola
Drehbuch: Michael Kalesniko
Darsteller: Udo Kier, Julia Dietz, Götz Otto, Christopher Kirby
Länge: 93 Minuten
FSK: 12

Ich erinnere mich noch als ich vor Jahren davon hörte: Nazis vom Mond auf der großen Leinwand. Das hörte sich verrückt an, wer würde das finanzieren? Es folgten Teaser, Trailer, Crowdfunding und sonstige Unterstützung, u.a. durch deutsche Filmfonds, ja sogar halbwegs bekannte Schauspieler. Selbst bei der Geschichte durften die Fans online Einfälle beisteuern. Die Erwartungen an dieses Herzensprojekt stiegen natürlich und die Trailer heizten den Hype weiter an. Umso enttäuschender ist dann das fertige Produkt. ‘Iron Sky’ ist ein platter Film ohne Witz, Charme und Verständnis für den schmalen Grat zwischen Trash und Dreck.

2018 schickt US-Präsidentin Palin zwei Astronauten auf den Mond. An Bord ist auch der Afro-Amerikaner James Washington. Die Astronauten stellen fest, dass sich auf der Rückseite des Mondes die Nazis breit gemacht haben. Einer wird erschossen, Washington wird gefangen genommen. Die Nazis finden bei ihm ein modernes Smartphone, mit dessen Rechenleistung sie die Geheimwaffe “Götterdämmerung” in Bewegung setzen könnten, wenn der Akku nicht leer wäre. Schnell begeben sich Götz Otto, Julia Dietz und James Washington, inzwischen “albinisiert”, auf die Erde, um mehr iPhones und iPads zu sammeln und die Götterdämmerung in Bewegung zu setzen und den Siegeszug der Nazis einzuleiten.

Die Enttäuschung ist ziemlich schnell verdammt groß. Schnell hat sich der Charme der Idee “Nazis haben sich 1945 auf dem Mond versteckt und kommen zurück um anzugreifen” ausgespielt. Es ist und bleibt eben eine Idee, die spät an einem Barbesuch entstand, und nicht auf 90 Minuten gestreckt werden kann – die Grundidee und Trailer reizen bereits alles heraus. Der Witz bleibt auch völlig aus. So ist es zwar nett, dass der Einstein-Verschnitt bemerkt, dass das Smartphone kein Computer sei, sondern auf die riesigen Schränke zeigt, doch das ist auch schon gefühlte 50 Mal besser gemacht worden, in Zeitreisefilmen. Ebenso ist die “Albinisierung” Washingtons nicht lustig. Es klingt wie die Idee eines rechten Fans, der auf die Fanpage schrieb: “Hey, wär doch lustig, wenn der Schwarze weiß wäre, oder? Versteht ihr? Der Neger als Arier! Haha!” Traurig. Noch schlimmer: Washington ist im Film nur Model und Posterfigur, nicht einmal richtiger Astronaut, weil sowas können die Neger doch gar nicht!

Das CGI der völlig überzogenen, höhepunktlosen Schlacht der Weltraumstation am Ende des Films steht stellvertretend für die Gesamtproblematik der Produktion. Es ist zu gut um wirklich trashig zu sein, aber noch meilenweit entfernt von Big-Budget-Produktionen. Die Schauspieler machen ihre Sache gut, doch ihnen wird nichts gegeben. Der Palin-Verschnitt ist ultranervig gespielt und kaum etwas im Film macht wirklich Sinn. Als Plot-Device wird Chaplins “The Great Dictator” missbraucht, der Julia Dietz’ Charakter plötzlich um 180° herumdreht. Vorher noch für Palins Kampagne gemodelt, jetzt grüne Sozialpädagogin. (Übrigens liebe Produktion: Ihr könntet euch auch einfach mal informieren, ob denn 2018 wirklich eine Präsidentschaftswahl in den USA ist, wenn ihr sonst so auf die kleinsten Details achtet. Spoiler Alert: Es gibt keine.) Die Motivation aller Charaktere bleibt im Geheimen. Wieso sind die Nazis jetzt so bedrohlich? Wollen sie die Erde erobern? Wollen sie alle töten? Oder doch alle albinisieren? Meteorblitzkrieg? What?!

Doch der wohl schlimmste Fehler und ärgerlichste Punkt des Films ist der unrefklektierte Umgang mit den Nazis selbst. Die Nazis sind fähig gewesen auf den Mond zu fliegen. Sie sind nicht wie sonst im Film die Trottel oder Opfer, sondern können autark auf dem Mond leben. Ihre Technologie ist veraltet, aber sie haben eine Geheimwaffe erschaffen, die der Erdtechnologie völlig überlegen ist. Palins Kampagne übernimmt den Kleidungsstil und den Style der Nazis, weil er cool ist. Ja, das ist der schlimmste Fehler des Films, die Nazis sind cool. Jetzt haben auch die Neonazis mal einen Film für sich, in dem sie die Coolen sind. Gegen Ende jedoch der größte Knaller, der die Nazis, zu mindest unsere Mondnazis, relativiert: Ja, die USA sind ja auch voll schlimm und tun böse Dinge und beginnen Kriege für Ressourcen. Der politische Humor (wie zum Beispiel der gelungen Nordkoreawitz, bei dem die UN den nordkoreanischen Botschafter auslacht, als er die Angreifer als Nordkoreaner deklariert) hätte Potential gehabt. Doch so darf das nicht gehen. Der Bezug auf aktuelle Politik hätte der Demontage der Naziideologie weichen müssen, die hier zwar klamaukartig präsentiert (“Hey, Nazis on the Moon! Get it?”), aber nie hinterfragt wird.

Trash zu produzieren ist nicht gleich Trash haben am Ende. Der Wille war zu stark, zu berechnend, als dass jemals wirklicher Trash-Charme entstehen konnte. Gewollter Trash ist eben kein Trash, sondern einfach nur Müll.

2/10

Ze fucking Frank!

Media Monday #41

09 Apr, 2012 · Sascha · Film,Personal · Comments

Dank der regen Teilnahme am Media Monday durch Blog-Kollegen Peter habe ich mich nun dazu entschieden auch mal mitzumachen. Kann ja nicht weh tun. Hier meine Antworten zum Media Monday #41:

1. Der beste Film mit Sam Neill ist für mich Jurassic Park. Duh! #90skid

2. Peter und Bobby Farrelly haben mit There’s Something About Mary ihre beste Regiearbeit abgelegt, weil ich den noch am besten in Erinnerung habe.

3. Der beste Film mit Zooey Deschanel ist für mich (500) Days of Summer. (Auch wenn man ihr New Girl auf den Leib geschrieben ist.) Merke: Quirky girls are heartbreakers.

4. Jackass ist für mich ganz klar Kult – auch wenn diese Meinung kaum jemand teilt.

5. Das französische Kino finde ich unglaublich anstrengend und ich konnte ihm noch nie etwas abgewinnen. Hier und da gibt es durchaus sehenswerte Werke, aber größtenteils großer Quatsch. Leider kann man in Deutschland von solch staatlicher Subventierung nur träumen.

6. Wenn ein Film sein Universum und die eigens gesetzten Regeln verletzt, ist dieser Film für mich völlig ohne Belang. Man kann mir mit allem ankommen und ich bin interessiert, aber wenn es keinen Sinn mehr macht, dann bin ich raus.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Iron Sky und der war richtig scheiße, weil gewollter Trash kein Trash, sondern Dreck ist. -> Review