18 Jan, 2026 · Sascha · Wissenschaft · 0 comments
Made it.
At 6:42pm ET on Jan. 17, the stacked Artemis II rocket and spacecraft reached Launch Pad 39B after a nearly 12-hour journey from the Vehicle Assembly Building at @NASAKennedy in Florida. pic.twitter.com/lpayqG5wNF
— NASA Artemis (@NASAArtemis) January 18, 2026
Wow. LETS GO!!! pic.twitter.com/xozFfnJI8c
— Reid Wiseman (@astro_reid) January 17, 2026
Meine Feeds sind vollgestopft mit genialen Fotos der Artemis-II-Rakete, die das Vehicle Assembly Building verlassen hat und nun an ihrem Startplatz steht. Artemis II ist die erste Mission seit 53 Jahren, die Astronauten wieder zum Mond bringen soll. Der Flug umrundet den Erdtrabanten und soll insgesamt etwa zehn Tage dauern. Der Start ist für den 6. Februar angesetzt.
Mich hat das gerade an dieses wunderbare Ankündigungsvideo der Artemis-Missionen erinnert. WE ARE GOING – TO STAY. Gänsehaut pur. Let’s FUCKING GOOOOOOOOOOO! Godspeed, Artemis II.
Man kann übrigens immer noch seinen Namen online eintragen. Die Liste fliegt dann auf einer SD-Karte mit der Raumkapsel um den Mond. Neat!
23 Nov, 2025 · Sascha · Wissenschaft · 0 comments
Unser Sonnensystem könnte bald wieder neun Planeten zählen: Führende Astrophyiker glauben, dass sie auf einer Suche nach einem neunten Planeten bald fündig werden. Dieses Video zitiert Konstantin Batygin, der zusammen mit Michael E. Brown vor zehn Jahren mit einer Arbeit über einen hypothetischen “Planet Nine” weltweit bekannt wurde.
Sie vermuten einen weiteren Wanderer außerhalb der Umlaufbahn des Neptun. Laut ihnen bewegt sich ein bisher unentdeckter, eisiger Körper in etwa 400–800 AU (astronomical unit, also die Entfernung der Erde zur Sonne), der die Umlaufbahnen der nach dem Zwergplaneten Sedna benannten Sednoiden beeinflusst. Die Sednoiden sind eine besondere Untergruppe transneptunischer Objekte und nicht Teil der Oortschen Wolke.
Diese Sednoiden sind besonders, denn man zählt sie noch nicht zu der Oortschen Wolke und ihre weiten elliptischen Umlaufbahnen werfen Fragen auf. Brown und Batygin glauben, dass die Gravitation eines mysteriösen neunten Planeten die exzentrischen Umlaufbahnen erklärt. Es kommen sicherlich auch weitere Erklärungen hinzu, wie die Existenz eines urzeitlichen Schwarzen Lochs oder einer Beobachterverzerrung (observer bias), weil bisher zu wenige Sednoiden gefunden wurden, die nicht in das Modell passen und es widerlegen.
Vielleicht müssen wir uns aber mal tatsächlich Gedanken um die Benennung dieses Himmelskörpers machen, denn das neue Rubin Observatory ist so stark, dass es extrem lichtschwache Himmelsobjekte beobachten kann. Batygin und Brown sind überzeugt, dass es damit gelingen wird, Planet 9 zu finden. Man muss nur auf der vermuteten Umlaufbahn schauen.
Ein solcher Körper würde etwa 15.000 Jahre bei seiner Umkreisung der Sonne brauchen, und man weiß nicht, wo genau man schauen muss. Daher kann es etwas dauern, aber auch diese Suche ist nur eine Frage der Zeit. Sollte dieser mysteriöse Wanderer in der Dunkelheit erspäht werden, fände ich Erebus am besten, analog zu den anderen römischen Göttern. Die Forscher finden “Bowie” wohl ganz cool, in Anlehnung an Mister Ziggy Stardust himself, was ein bisschen cringe wäre.
23 Nov, 2025 · Sascha · Wissenschaft · 0 comments
3 galaxies at once! Our Milky Way, Large Magellanic Cloud, and Small Magellanic Cloud seen from Earth orbit. Photo taken with my star tracker. pic.twitter.com/vTTFYZDBuZ
— Don Pettit (@astro_Pettit) November 22, 2025
Astronaut Don Petit teilt eine Langzeitbelichtung von seiner letzten Mission auf der ISS, in der drei Galaxien zu sehen sind: Unsere eigene Milchstraße sowie rechts im Bild die Große und Kleine Magellanische Wolke. Technisch gesehen sind in allen Aufnahmen des Himmels viele Galaxien enthalten, wenn man nur genau genug schauen könnte, aber das hier erscheint mir doch schon eine sehr spannende Perspektive. Something to ponder about!
02 Nov, 2025 · Sascha · Wissenschaft · 0 comments
Heute vor genau 25 Jahren flog die erste Besatzung der Expedition 1 zur ISS. An Bord waren mit dem Amerikaner William Shepherd und den Russen Juri Gidsenko und Sergei Krikaljow die ersten drei Menschen, die diesen Traum einer gemeinsamen Raumstation im All wahr werden ließen. Die Idee einer Zusammenarbeit zwischen den USA und der Russischen Föderation entstand schnell nach dem Ende des Kalten Kriegs, u.a. auch um einen russischen Brain Drain zu vermeiden.
Die Zusammenarbeit war so im Konzept angelegt, dass ein Überleben nur mit beiden Staaten funktionieren kann. Daneben waren auch viele Astronauten anderer Nationen mit dabei, vor allem durch die Beteiligung von Japan, Kanada und der ESA. Insgesamt sind es fast 300 Frauen und Männer aus 26 Ländern, die im letzten Vierteljahrhundert für eine kontinuierliche, menschliche Präsenz im All gesorgt haben. Dazu gehören auch die vier deutschen Astronauten Thomas Reiter, Hans Schlegel, Alexander Gerst und Matthias Maurer.
Dieser Traum wird Ende des Jahrzehnts zu Ende gehen und es ist festzustellen, dass aus dem Traum und seiner Symbolkraft nicht mehr gemacht wurde. Das ist nicht die Schuld der ISS, sondern einfach das mangelnde Interesse an der Raumfahrt selbst. Sie ist größtenteils nur ein Ausdruck wirtschaftlicher Interessen oder geopolitischen Säbelrasselns. Nirgendwo ist dieses Jubiläum heute ein großes Spektakel, weder in den Medien, noch auf politischer Ebene, trotz dieser unfassbar großen technologischen Leistung. Im Gegenteil: Die ISS ist zuletzt Schauplatz auch trauriger politischer Spielchen geworden, als Kosmonauten Fotos mit einer Flagge der “Republik Luhansk”, der von Russland besetzten Region der Ukraine, an Bord schossen.
In wenigen Jahren werden SpaceX-Antriebe die Station aus ihrem Orbit bringen und über dem Südpazifik größtenteils verglühen lassen, bis die restlichen Teile am “Point Nemo”, dem weit vom Land entferntesten Puntk der Erde, ins Meer fallen werden. Ein besseres Bild für das bittere Ende dieses Traums kann man sich kaum ausmalen. Währenddessen planen diverse Unternehmen private Raumstationen, China hat mit der Tiangong seine eigene Station und aus dem Monddorf der ESA wird auch nichts. Die NASA könnte aufgrund des Government Shutdowns nicht einmal feiern, selbst wenn sie wollte.
25 Jahre nach “End of History” muss man bitter anerkennen, dass die Welt sich doch weitergedreht hat – wie man von oben gut beobachten konnte – und von dem ursprünglichen Traum nicht mehr viel übrig ist. Trotzdem ist dieses mechanische Wunderwerk, ein Fußballfeld groß, ein Ort für Magie und Wissenschaft. Die Liste der Forschung auf der ISS ist lang, ein enorm wichtiger und lohnenswerter Akt, der nicht aufhören sollte. In diesem Sinne: Happy 25th, ISS!
Hier die alle ISS-Posts auf PewPewPew, sowie ein paar persönliche Favoriten:
Live-Musik aus dem All: Alexander Gerst spielt mit Kraftwerk
Dieses NASA Video lässt dich wie einen Astronaut durch die ISS schweben
Astronauts watching GRAVITY on the ISS
Die Welt von oben – Alle ISS Bilder gesammelt auf einer Weltkarte
Chris Hadfield sings David Bowie’s “Space Oddity” IN SPACE
How to take photographs from space
02 Nov, 2025 · Sascha · Design,Kunst,Wissenschaft · 0 comments

Designer Davide Mascioli hat ein wunderbares Onlinearchiv namens Space Exploration Logo Archive für Logos von Weltraumbehörden und Unternehmen kreiert, die sich der Erkundung des Weltalls verschrieben haben. Neben den hübschen und kostenlosen Vectorgrafiken gibt es jeweils immer eine kurze Erklärung zum Hintergrund des Logodesigns. Da kann man einige Stunden drin stöbern, vor allem dank der netten Sortierung nach Herkunft. Auch fiktionale Agenturen sind vertreten. Als Sammler von genau diesen Space Patches aus hard sci-fi Filmen muss ich aber auch feststellen, dass hier einiges fehlt – ich helfe gerne, Davide! Dieses S.E.L.A. gab es auch als Zine auf Kickstarter. Sehr, sehr cool! (via eay)
01 Nov, 2025 · Sascha · Wissenschaft · 0 comments
Eine ganz wichtige halbe Stunde im SWR: ARD-Metereologe Karsten Schwanke über Waldsterben in Deutschland, 45 Grad im Schatten und Extremwetterereignisse. Gutes Stück Journalismus, besonders aufgrund des ruhigen Vortrags bei gleichzeitig alarmierenden Aussagen.
Dazu das: Earth can reach a warming of 3 degrees Celsius within 25 years
23 Oct, 2025 · Sascha · Wissenschaft · 0 comments
Vor dreizehn Jahren hatte ich großes Glück, dass ich während den letzten Tagen meiner Zeit in den USA in Los Angeles verweilte und zufällig mitbekam, wie das Space Shuttle Endeavour durch die Straßen bewegt wurde. Der Weg führte ins California Science Center zu gelangen, wo es seitdem ausgestellt wurde. Seitdem habe ich die Buran in Sinsheim und die Enterprise in Manhattan sehen können, doch die Pläne für Wiedersehen mit Endeavour stehen jetzt schon fest.
Gerade sehen Besucher*innen nichts; das hat einen guten Grund, denn das Museum wird umgebaut. Schon 1993 gab es Pläne, ein ausgedientes Space Shuttle in Startposition auszustellen und diese Bauphase befindet sich gerade im Endspurt. Wenn alles fertiggestellt wird, führt eine spiralförmige Rampe ganz nach oben zur Nase des Raumschiffs. Ich empfand die Größe dieser Machinen bisher als enorme, überwältigende Wucht im wahren Leben, die in Bildern kaum rüberkommt. Da oben zu stehen vermag ich mir kaum vorzustellen – das wird endlos geil!
11 Sep, 2025 · Sascha · Wissenschaft · 1 comment
Ich binde einfach die historische Pressekonferenz der NASA von heute ein, weil sie es wirklich wert ist, in Gänze gesehen zu werden. Denn die amerikanische Weltraumbehörde hat heute nichts anderes als außerirdisches Leben quasi bestätigt.
Vor einem Jahr wurden Aufnahmen des Mars-Rovers Perseverance veröffentlicht, die mögliche Spuren von uraltem mikrobiellen Leben auf dem Mars darstellen könnten. Solche Meldungen konnte man in den vielen Jahren der Marserkundung häufiger mal vernehmen. Doch diese Spuren, gefunden in einem ausgetrockneten Flussbett des Jezero-Kraters, sind anders. Sie durchliefen im letzten Jahr den brutalen Peer Review Process und die Wissenschaftler*innen konnten diese leopardartigen Muster aus Flecken und Ringen in ihren Versuchen nicht rekreieren – nicht ohne die Erklärung, dass es durch Leben entstanden sein muss. Das ist neu. Das ist das erste Mal, dass das passierte.
Diese Flecken besitzen spezielle Chemikalien wie Eisen, Phosphor und Zink. Die dunklen Flecken scheinen aus Mineralien namens Vivianit und Greigit zu bestehen. Außerdem fand die NASA Anzeichen für organisches Material, also Bausteine des Lebens, in einigen dieser Gesteine. Die Gesteine, die mehr organisches Material und diese besonderen Mineralien enthielten, waren weniger rot, was bedeutet, dass sie wohl durch chemische Reaktionen verändert wurden.
Sapphire Canyon, a Martian sample collected by our Perseverance rover, could preserve evidence of ancient life on the Red Planet. Here’s what we’ve learned after a year of scientific scrutiny: https://t.co/Ciohk9ly8k pic.twitter.com/B7aYV0KH1F
— NASA (@NASA) September 10, 2025
Offiziell spricht man von einer “möglichen Biosignatur”, aber die Pressekonferenz selbst spricht Bände. Ich denke, dass man in vielen Jahren auf diesen Tag zurückblicken wird. Man wird sagen können, dass am 10. September 2025 außerirdisches Leben zuerst bestätigt werden konnte. Ein historischer Tag. Ich finde es interessant, wie sehr diese Nachricht heute untergeht, müsste sie doch eigentlich zu einem Neuschreiben der Geschichtsbücher führen. Sie verändert unseren gesamten Blick ins Universum und auf unsere eigene menschliche Existenz.
Diese neuen Funde deuten darauf hin, dass sich das Leben sehr schnell gebildet haben muss. Selbst wenn man annimmt, dass unsere Erde zufällig ideale Bedingungen hatte, weist der “Sapphire Canyon Rock” darauf hin, dass das Leben im Universum allgegenwärtig sein könnte – wenn nicht sogar müsste. Zumindest in Form von Prokaryoten. Wir kennen nur das Leben auf der Erde. Leben auf dem Mars – selbst ohne erhaltene Biochemie – würde uns enorm viel über unseren Ursprung verraten. Gerade eben weil der Mars offensichtlich nie ideale Bedingungen bot. Aber wenn sich dort trotzdem Leben entwickeln konnte, würde uns das sehr viel lehren.
Wir sind nicht alleine, wir waren es auch nie. Und wenn zwei Planeten in unserem Sonnensystem Leben hervorbringen können, dann können es vielleicht auch noch andere in unserem und den anderen um die mindestens 100 Milliarden weiteren Sterne. Wie viele Monde in unserem System beherbergen womöglich Leben? Das Leben ist wohl nicht selten – das wäre der wichtigste Wert dieser Entdeckung, bis eventuelle Proben von der Marsoberfläche ihren Weg zur ISS finden und dort noch näher studiert werden können. Die Mars Sample Return Mission wurde nun wichtiger denn je.