Politik - PewPewPew

In den USA sterben jährlich Zehntausende Menschen durch Waffengewalt. In Kirchen, in Schulen, in Diskotheken, auf Konzerten, in Supermärkten, in ihren Büroräumen. Täglich. Kein anderes, westliches Land hat dieses Problem, doch die starke Waffenlobby verhindert seit Jahrzehnten vernünftige und notwendige Reformen. Währenddessen sterben weiterhin die Leute und selbst Präsident Trump hat vor einigen Monaten wieder das längst geklärte Thema der Killerspiele ausgegraben.

Joseph Delappe dachte sich – in Zusammenarbeit mit Albert Elwin (übernahm das Coding) und James Wood (Berater) -, dass man die beiden Themen verbinden kann. In einer selbst spielenden Version von GTA stellt er die alltäglichen Tötungen dar, während die Kamera langsam durch die Leichen und Blutlachen fährt und eine Liebesbekundung an Amerika zum Klagelied einer lethargischen Nation wird. (via HerrKaschke)

From the mountains
To the prairies
To the oceans
White with foam
God bless America
My home sweet home

Dabei entstehen ganz eindrucksvolle Szenen, in denen sich unbescholtene NPCs teilnahmslos durch den Berg an Leichen bewegen und keine Reaktion zeigen, bevor sie selbst zum Opfer werden.

Das Spiel läuft seit dem 1. Januar 2018 und resettet sich jede Nacht um Mitternacht. An jedem Tag werden dann die bisherigen Toten, der Zähler aktualisiert sich zum realen Äquivalent stetig, dargestellt. Powerful stuff.

Eine Zusammenstellung direkt aus einem dystopischen Film. Verantwortlich ist die Sinclair Broadcasting Group, die ideologisch rechts neben Fox News liegt und etliche Local TV Stations in den USA verkauft übernommen hat. Viele Amerikaner verlassen sich auf ihre lokalen TV-Sendungen. Mit Fox News weiß man immerhin, was man kriegt. Sinclair hingegen hat die lokalen Fernsehsender unterwandert und zwingt die Sprecher Trump-Propaganda zu verbreiten. John Oliver hatte dazu letztes Jahr bereits ein Segment.

How Twitter Died

21 Oct, 2017 · Sascha · Politik · 2 comments

Mike Monteiro ist Twitter-User der ersten Stunde. Er verfasste auf Medium einen langen Text über seine ersten Erfahrungen mit der Plattform, aber auch über das völlige Versagen der Führungskräfte, das Twitter heute in jeder Faser prägt.

Twitter ist immer noch mein Liebling der sozialen Medien. Die Lernkurve ist immer noch sehr steil. Ich habe Freunde, die seit den Neunziger das Internet nutzen und bis heute keinen Nutzen in Twitter sehen. Das macht Twitter speziell und auch anders. Man ist dort in gewisser Weise immer noch “unter sich”. Oder man war es zumindest.

Ich will auch gar keine Predigt oder nostalgische Jammereien hier aufschreiben, Monteiro hat das ohnehin viel besser gemacht. Eigentlich wollte ich nur so einen Linkschleuder-Post draus machen. Aber mich hat der Text sehr berührt; so sehr, dass ich an manchen Stellen laut “Ja!” zustimmend rufen wollte.

Twitter, which was conceived and built by a room of privileged white boys (some of them my friends!), never considered the possibility that they were building a bomb. To this day, Jack Dorsey doesn’t realize the size of the bomb he’s sitting on. Or if he does, he believes it’s metaphorical. It’s not. He is utterly unprepared for the burden he’s found himself responsible for. […] There was a time where Twitter was a place you went to fuck around, and accidentally made friends and got smarter. It’s been years since I’ve felt smarter after being exposed to Twitter, but trust me, those days were real. They happened.

Oida, de spinnen doch de Ösis! De san olle deppad! Österreichs Verschleierungsverbot traf nun ein armes Lego-Männchen der Marke Ninjago. Ich meine, ich würde ja eigentlich gerne darüber lachen, aber… puh. (via)

Ich bin spät dran und das Video hat bereits die Runde durchs Netz gemacht, doch ich möchte es mir auch in den Blog kleben: Die deutschen Viralmasters vom Bohemian Browser Ballett haben einen Werbespot für die Actionfiguren von Echsen-Merkel und den Gottkanzler Schulz im 90s-Style ebastelt. Der Erfolg des Videos zeigt auch, wie großartig und haargenau die Ästhetik dieser Werbespots eingefangen wurde. Das ist gar nicht so einfach. Diese Art von Parodie gibt es häufiger und selten so schön umgesetzt. Die Figuren sind dazu äußerst liebevoll und detailgenau gestaltet, sodass ich mir tatsächlich so ein Set kaufen würde.

Ehe für alle 🏳️‍🌈

30 Jun, 2017 · Sascha · Politik · 0 comments

Ich bin so glücklich! Ich habe heute vor Freude schon ein paar Tränen aus den Augen wischen müssen. Endlich! Herzlichen Glückwunsch alle und natürlich: Viel Glück in der Liebe. 🏳️‍🌈

Playboy Correspondent Brian J. Karem is mad as hell and not gonna take this anymore. Full context here.

Come on, you’re inflaming everybody right here, right now, with those words. This administration has done that as well. Why in the name of heaven — any one of us are replaceable, and any one of us, if we don’t get it right, the audience has the opportunity to turn the channel or not read us.

You have been elected to serve for four years at least. There is no option other than that. We’re here to ask you questions. You’re here to provide the answers. And what you just did is inflammatory to people all over the country who look at it and say, “See, once again, the president is right and everybody else out here is fake media.” And everybody out here is only trying to do their job.

Back to German Wahlplakate!

04 Mar, 2017 · Sascha · Politik · 1 comment

Das Schöne am langjährigen Bloggen ist ja, dass man sich auf alte Posts beziehen kann. Also zumindest ich finde das sehr schön. Daher lasst mir die Freude: Vor nun fast acht Jahren hatte ich mich über das inhaltslose Wahlplakat mit Bärchen von Peter Altmaier amüsiert. Altmaier gewann damals zum ersten Mal das Direktmandat für den Wahlkreis Saarlouis. Ich kenne Altmaier aus diversen Treffen, erst im Juli war ich in Bundeskanzleramt zu Besuch (Kein Witz, #humblebrag). Aber das Wahlplakat ging einfach gar nicht.

Dieses Mal, acht Jahre später, geht es nicht um Altmaier, sondern Claudia Beck, ihres Zeichens Kandidatin der Grünen für das Amt des/der Oberbürgermeister/in der Stadt Saarlouis, wo ich wohne. Die Wahl findet parallel mit der Landtagswahl des Saarlandes am 26. März statt. Und zu diesem Zweck hängen und stehen aktuell wieder überall Wahlplakate rum; eine aufregende Zeit für mich. Ich habe Politikwissenschaft und Anglistik studiert, weshalb mich dieses Plakat von Beck doppelt interessiert, denn obwohl das Wortspiel ziemlich naheliegend und keck ist, macht es für das geschulte Auge wenig Sinn.

“Back to” ist eindeutig definiert als “zurück nach” bzw. “zurück zu”. Aber vertraut mir nicht, sucht selbst im British National Corpus nach den Konnotationen. Kehrt Frau Beck also zurück ins heilige Saarland, um die geheime Hauptstadt zu retten? Frau Beck ist bereits seit Jahren Mitglied des Stadtrates, also wohl eher nicht. Beck als Kandidatin? Gerne, dann aber für ein Amt, also “Beck for […]”. Ach menno, jetzt funktioniert aber das gewünschte Wortspiel im Slogan nicht mehr. Merke: Manchmal ist Deutsch vielleicht doch immer noch die bessere Alternative. Come in and find out und so.

Beck als Person und Kandidatin finde ich dagegen sehr sympathisch und ihre Ziele sind unterstützenswert. Das mit dem Wahlplakat ist ein kleiner Pet Peeve meinerseits, das musste raus. Ich sehe das Plakat aktuell überall and, well, it just rubs me the wrong way. Anyway… hier geht’s dann ab jetzt wieder um Filme, Serien und den ganzen Kram. Bis in acht Jahren, wenn wir erneut Saschas Wahlplakatkolumne wiederbeleben.