21 May, 2026 · Sascha · Film
Ein neuer Star Wars-Film startet heute in den Kinos und ich sitze nicht samt Kostüm in der Mitternachtsvorstellung. Das passiert mir so zum ersten Mal seit knapp 25 Jahren und das markiert eine radikale Umkehr in meiner Haltung als Fan. Ich habe bisher sogar noch nicht einmal ein Kinoticket vorbestellt. Den Film verpassen will ich aber auf keinen Fall.
The Mandalorian and Grogu ist der erste neue Film seit dem Ende der Sequel-Trilogie, The Rise of Skywalker, der 2019 erschien. Die Wartezeit unterläuft somit noch die zwischen den Trilogien, jedoch steht seit der Pandemie nicht nur Zeitgefühl Kopf und der letzte große Fantriumph fand sich für mich zuletzt mit Rogue One nun wiederum doch schon vor zehn Jahren. Es ist keine Überraschung, dass viele Fanherzen endlich wieder etwas Großes sehen wollen.
Es ist aber kein Geheimnis, dass die generelle Vorfreude sich gerade in Grenzen hält. Der Film bietet nicht den Aufbruch, der nun bitter notwendig wäre. Weder narrativ, noch inszenatorisch ist Neues zu erwarten. Und die Trailer schwanken irgendwo zwischen Kino und TV-Episode.
Der Mythos “Star Wars” ist dadurch mehr in Gefahr denn je. Star Wars im Kino – das war ein Event und eben nicht nur für Fans.
Eine Überraschung oder eine große Tragödie stellt diese Entwicklung aber gefühlsmäßig für mich irgendwie nicht da. Wer mir in den PewCasts über die Jahre zugehört hat, konnte eine immer größere Entfremdung mit alledem verfolgen.
Andor bleibt ein Lichtblick, aber Andor kostete auch so viel wie mehrere Star Wars-Filme zusammen und war eine der teuersten Fernsehproduktionen aller Zeiten. Die Serie bleibt bis auf Weiteres singulär.
Schon seit der Ankündigung des Filmtitels vor einem Jahr ist eigentlich klar, dass die Erwartungen für diesen Film zurückgeschraubt werden müssen. Da lässt Lucasfilm unsere zwei Buddies ein Abenteuer erleben – mehr kommt dabei aber wohl nicht rum. Ein wenig pew pew, Grogu klaut Kekse, der Mando killt ein Monster. In manchen TV-Folgen hat mir das genügt.
Dass dieser Film jetzt auf ein Star Wars-Vakuum im Kino trifft, das ist in meinen Augen nicht unbedingt seine Schuld und vielleicht darf man ihn daran auch nicht messen. Parallel befanden sich zur Ankündigung dieses “Kinofilms zur TV-Serie” mehrere andere Projekte in der Planung, die Lucasfilms verunsicherte und Disney risikoscheue Führungen den Fans nicht zumuten wollten.
So war über die letzten Jahren eine Fortsetzung von Reys Geschichte im Gespräch, u.a. geschrieben von Damon Lindelof, der sich jetzt zum ersten Mal inhaltlich dazu äußerte. James Mangold wollte sich den Anfängen der Jedi-Ritter und der Macht in einem Film widmen, der vor über drei Jahren angekündigt wurde. Seither ist nichts passiert. Die Post-ROTJ-Serienwelt, in der Din Djarin und Grogu existieren, sollte in einer Quasi-Adaption von Timothy Zahns Roman Heir To The Empire enden, in der alle Figuren aus dieser Zeit wie Ahsoka und die Skeleton Crew zusammen kommen im Kampf gegen Großadmiral Thrawn – Avengers-Style. Das wird so wohl nicht passieren; die zweite Staffel von Ahsoka soll das Ende dieser Geschichte werden. Ein Film über Ben Solo scheiterte trotz Steven Soderberghs Beteiligung und Kathleen Kennedys Enthusiasmus. Diese Auflistung ist nicht komplett.
Dass nun mit The Mandalorian and Grogu (und, eigentlich die größere Zumutung, nächstes Jahr ein Star Wars-Film von Shawn Levy) die Kinorückkehr anders als gedacht, geplant oder erhofft kommt, dafür kann Jon Favreau – and by extension Grogu and Din – eigentlich recht wenig. Zumindest fühlt sich das für mich nicht so an. Meine Erwartungen sind so niedrig, dass sich fast wieder eine Vorfreude aufbaut; besonders angesichts teilweise doch vernichtender Kritiken entwickelt sich in mir doch genügend Neugier, um herauszufinden, ob ich das auch so schrecklich finden werde.
Und mein Gefühl sagt mir irgendwie … nein, wahrscheinlich nicht. Ich möchte kurz an zwei Clips aufzeigen, wieso ich mich doch ein wenig auf diesen Film freue.
Grogu gets a friendship bracelet on a BuzzFeed UK interview. https://t.co/ArgTJrtkey pic.twitter.com/wca1ZK0F6R
— Adventures of Grogu (@AdventuresGrogu) May 18, 2026
Grogu trying lemon for the first time pic.twitter.com/s4MABsls0N
— Ly (@spoiler4you) May 18, 2026
Die Tatsache, dass Grogus Geschichte mit der Übergabe in die Obhut von Luke hätte enden müssen, mal beiseite gedacht, glaube ich immer noch an die Macht der little guys im Star Wars-Universum. Diese Anzellans, Grogu, die Eule aus Skeleton Crew, die Porgs, die Jawas, die dem Mando sein Schiff zerlegen. All das funktioniert für mich. Diese little guys machen Star Wars groß und ein Abenteuer mit diesen Viechern und dem Mando mag vielleicht offensively harmlos klingen und trotzdem ganz süß sein. Natürlich darf das eigentlich kein Fundament für einen Film sein. Aber die Zeiten sind so düster, dass ich mir zumindest einen positiven Ausblick auf das Kinoerlebnis behalten möchte.
Schlimmer als The Rise of Skywalker kann es nicht werden. Oder?