08 Jan, 2025 · Sascha · Film
Hey, remember when I did this? Über die Jahre hinweg gab es nicht nur gegen Jahresende Bestenlisten, sondern auch stets eine Vorausschau auf das kommende Jahr. Dieses Mal hatte ich wieder Lust, meinen Blick für das Kinojahr 2025 zu schärfen und eine Liste zusammenzustellen. Besonders spannend war dann immer der Vergleich am Jahresende mit den tatsächlichen Highlights in der Top-Liste. Welche Titel stellten sich als völlige Nieten heraus? Welcher Film überraschte dann doch? Und welche Überraschungen spät im Jahr, bislang noch unangekündigt, werden dann späte Oscarfavoriten? Ich finde das immer unterhaltend, so let’s do it!
Update: Filme, die hier einen Platz in der Top 15 verdient haben, manche sogar in der Top 5, hätte ich sie auf dem Schirm gehabt. Somit hätte sich eigentlich eine ganze andere Liste ergeben können, aber das ist part of the game: Warfare (Alex Garland & Ray Mendoza), Sinners (Ryan Coogler), Famous (Jody Hill), The Twilight World (Werner Herzog), Wildwood (Travis Knight), Frankenstein (Guillermo del Toro), Mother Mary (David Lowery)
15. Predator: Badlands
Dan Trachtenberg ist etwas geglückt, was sehr wenigen Regisseuren wie z.B. Fede Álvarez gelang. Er verwandelte seinen viralen Erfolg mit Portal: No Escape (2011!) in eine echte Hollywoodkarriere und bisher schien mir seine Projektauswahl vorsichtig. Er war über die Jahre mit vielen Filmen in Verbindung gebracht worden und überraschte dann mit Prey aus dem Nichts. Er bewies, dass er in zwei etablierten Filmwelten neue Akzente setzen konnte und kritischen sowie finanziellen Erfolg damit feiern. Dass er mit Badlands verharrt und noch einen drauflegt, macht mich gleichermaßen nervös und neugierig. Elle Fanning in der Hauptrolle macht ebenfalls Lust.
14. September 5
Ich bin ein OG-Fan von Tim Fehlbaum und seinem deutschen postapokalyptischen Horrorfilm Hell (meine Kritik aus 2011) und auch Tides fand ich sehr schick, etwas derivativ und dennoch eigen. Ich weiß noch recht wenig über den Film und werde keinen Trailer schauen, aber Leonie Benesch sah ich in den letzten Jahren gerne und das Sujet ist natürlich eines für unsere Zeit. Mal sehen, was der Film daraus macht.
13. Roofman
Anfang des letzten Jahrtausends hätte man denken können, dass Derek Cianfrance eine neue feste Größe im Indie-Kino wird. Blue Valentine, The Place Beyond the Pines – das waren Filme, die mich tief berührten und beschäftigten. The Light Between Oceans gefiel mir. Zumindest vermute ich das, es blieb nicht wirklich viel hängen. Die wahrscheinlich wichtigste Folge des Films bleibt wohl die Heirat von Fassbender und Vikander. Ich wusste nicht, dass er bei Sound of Metal an der Story mitwirkte, aber Wikipedia sagt mir das gerade und das klingt einleuchtend. Fast zehn Jahre sind jetzt seit seinem letzten Film vergangen. Roofman erzählt die wahre Geschichte eines Einbrechers, der eine Vorliebe für McDonald’s hat und sich auf der Flucht vor der Polizei in einem Toys “R” Us Store während seiner Diebesserie versteckt. Klingt erstmal wie eine Comedy auf mich, könnte tonal wanken. Mit Channing Tatum in der Hauptrolle und Kirsten Dunst, Ben Mendelsohn, Peter Dinklage sowie Juno Temple, Emory Cohen und LaKeith Stanfield als Support kann der Cast sich sehen lassen, auch weil das alles irgendwie gute, wenn auch stauchelnde Karrierenbild mancher hier zum Regisseur passt.
12. A Big Bold Beautiful Journey
Kogonada vereint zwei Qualitäten von Trachtenberg und Cianfrance. Er ist ebenfalls ein zögerlicher Indie-Auteur, der noch auf wackeligen Beinen steht. Für mich existiert immer die ungeschriebene Regel, dass ein Regisseur drei gute Filme abliefern muss, um sich zu beweisen. Danach kann auch mal ein Stinker kommen, aber er wird weiterhin Finanzierung für neue Projekte finden, denn er ist ein etabliertes Talent. Nach dem wunderschönen Columbus und After Yang steht Kogonada jetzt dort und muss sich beweisen. Seine Folgen bei Star Wars: Acolyte halfen nicht dabei. Bei A Big Bold Beautiful Journey kann er auf Margot Robbie und Colin Farrell vertrauen. Keine sichere Rechnung, aber ich glaube an ihn.
11. The Legend of Ochi
The Legend of Ochi ist ein Leidenschaftsprojekt, was mit einem einzigartigen Look besicht. Ich fand den Trailer so richtig moody, stimmig, berührend und dennoch ein bisschen all over the place. Wonky und komisch. Grundsätzlich finde ich hier viele meiner Vorlieben wieder und freue mich sehr darauf.
10. Flow
Gleiches Spiel wbei Flow. Ein Animationsfilm über eine Katze? Ja, hallo! Auch hier fand ich den Trailer putzig und toll und auch im Look bestechend, auch wenn das alles wie eine AI-generierte Spielversion der Idee aussah. So ein bisschen wie der Himmel in What Dreams May Come mit Robin Williams: surreal, impressionistisch und malerisch, aber auch alles zusammengewürfelt und vage. Die vielen positiven Stimmen und der Golden Globe (lol) machen Mut.
9. F1
Neuer Joseph Kosinski mit Brad Pitt über die Formel 1. Früher sah ich an langweiligen Sonntagnachmittagen nach unserem Mittagessen immer Formel 1. Irgendwie beiläufig und nie zum Fan geworden, ließ ich es trotzdem oft an, weil wenig lief und Steve Irwin auf RTL2 auch nur in kleinen Dosen genießbar war. Formel 1 ist ja aber auch langweilig bis auf den Start und Boxenwechsel. Alles sehr viel Mathe inzwischen, extrem viel Technik; oder war das schon immer so und ich habe nur keine Ahnung? Wahrscheinlich. Was ich jedoch weiß, ist wie unfassbar packend Formel 1 sein kann aus Blick des Fahrers. Ich habe schon oft auf Twitter darüber geschrieben, dass die letzten 10 Minuten von Senna eine meiner liebsten kreativen Entscheidungen enthalten: Ayrton Sennas letzte Runde wird ungeschnitten komplett aus der Cockpit-Perspektive gezeigt – ohne musikalische Untermalung, nur mit den Motorengeräuschen und den wackeligen Kameraeffekten, die den Rhythmus seiner präzise einstudierten Bewegungen einzufangen versuchen. Kosinki hat wie bei Top Gun: Maverick wieder IMAX-Kameras an das echte Gerät geschnallt und aufs Gas gedrückt. Der Trailer gefällt mir. Das Drama drumherum wird schwierig, Rennsportfilme immer sehr hit or miss und Pitt außer seinem Oscar-Gewinn auch nicht mehr so spannend gewesen in den letzten Jahren, viel Autopilot. Hier muss er ran. Kann er Cruise?
8 The Naked Gun Reboot
Eine faszinierende Anekdote in Liam Neesons Late Stage Career Action Stint war sein komödiantischer Auftritt bei Ricky Gervais und Life’s Too Short. I mean, he is a funny guy! Ein Naked Gun Reboot klingt erstmal wie ein Sakrileg, aber hinter und vor der Kamera von Akiva Schaffers (Popstar) stehen viele Namen, die Mut machen. Pamela Anderson und Liam Neeson in den Hauptrollen klingt auch einfach spaßig. Das wird!
7. Paddington in Peru
Was folgt auf den besten Film aller Zeiten? Ein Film ohne Sally Hawkins leider und eine Bootsfahrt durch den peruanischen Dschungel. Ich erwarte viele Herzog-Referenzen und viel Liebe und Gutmütigkeit und eine der besten Umarmungen der Filmgeschichte, wenn Paddington endlich auf seine Aunt Lucy trifft. Mehr will ich dieses Jahr eigentlich nicht.
6. Final Destination Bloodlines
Ich schreie das eigentlich schon seit Jahren von den Dächern: Lowkey eine der besten Horrorfilmreihen und definitiv eine meiner liebsten. Bloodlines kommt jetzt leider viel zu spät und weder das Talent vor noch hinter der Kamera gibt mir große Hoffnung. Einzige Ausnahme: Der große Tony Todd darf hier ein letztes Mal brillieren in der Nebenrolle des Totengräbers, der der Filmreihe so etwas wie einen roten Faden verpasst. “Blutlinien” verspricht auf den ersten Blick wohl zu viel, es wird eher ein softer Reboot als ein Legasequel. Das ist schade, denn schon der letzte Teil bewies durch sein Ende aufregende Synergieeffekte.
5. Mickey 17
Wahnsinnig toller Trailer, auch nach dem zehnten Mal lustig und wirkungsvoll. Endlich wieder Pattinson. Endlich wieder Science Fiction von Bong Joon-ho. Mich beschleicht das Gefühl, dass das ein Mega-Flop wird, aber für mich schon jetzt bestimmt einer der Filme des Jahres.
4. Mission: Impossible – The Final Reckoning
Für mich steht hier viel auf dem Spiel. Ich war kein Fan von Dead Reckoning Part I, obwohl ich die M:I-Reihe zu meinen Lieblingen zähle. Tom Cruise begleitet mich in der Rolle des Ethan Hunts von meinen ersten Kinogängen an und nun soll das alles auf dem wackeligen Gerüst um The Entity aus Teil 1 zu Ende gehen. Wird Hunt überleben? Trägt Cruise einen wesentlichen Teil seines cineastischen Erbes würdevoll zu Grabe? Wird es sich, trotz vieler Höhen, retrospektiv als großen Fehler herausstellen, die zweite Hälfte der Filmreihe komplett einem Regisseur zu überlassen zu haben? Viele ungeklärte Fragen, doch der selbstsichere Blick Ethan Hunts auf dem Poster gibt Halt.
3. Jurassic World Rebirth
Nach Jurassic World Dominion gibt es eigentlich nichts mehr zu sagen. Das Jurassic Franchise ist eigentlich ausgestorben. Conrad und ich zeigten uns in unserer Podcastreihe zu der Animationsserie und der Filmreihe immer wieder hoffnungsvoll und wurden dann mit diesem Film völlig überrascht. Klar, es könnte schlecht werden, aber so schlecht? “Rebirth” ist ein Titel, der dick aufträgt, aber es braucht jetzt vielleicht auch einfach a) eine Wiedergeburt dessen, was die Magie des Originals ausmachte, sowie b) dicke Dinger und große Namen. David Koepp ist zurückkehrt und schreibt das Drehbuch, mit Scarlett Johansson bekommt diese neue Trilogiehoffnung ein vielversprechendes Stargesicht. Gareth Edwards mag wohl für viele die unsichere, womöglich auch falsche Wahl sein. Für mich ist der Regisseur von Monsters, Godzilla und Rogue One die genau richtige Wahl für eine Neuauflage ohne Nostalgie und ich habe großes Vertrauen, dass der Regisseur mit dem Auge für besondere Maße dieses Franchise endlich wieder zu alter Größe zurückführen wird.
2. Avatar 3: Fire & Ash
This franchise is my fortress. In James we trust. The Way of Water erweiterte die Welt und Figuren so klug und kreativ und gleichzeitig auf eine vertraute Weise, dass mir die Spucke wegblieb. In den aschigen Na’vi Gebieten wird das im dritten Teil ebenfalls eine Herausforderung sein, ebenso wie die Fortsetzung ohne Nostalgiebonus nur zwei Jahre später wieder zu sehen statt 13. Ich bin aber fest überzeugt, dass auch eine dritte Reise nach Pandora ein definitives Highlight dieses Kinojahres wird.
1. 28 Years Later
In Patrick Suites Podcast Die Filmische Begegnung erzählte ich vor ein paar Jahren, wie sehr mich 28 Days und later Weeks prägten. Die Filme haben in den Jahren nichts an dem verloren, was sie für mich besonders machte. Im Gegenteil sind beide sehr gut gealtert im Vergleich zu vielen anderen Horror- oder Zombiefilmen dieser Zeit und ich möchte unbedingt zurückkehren in eine Welt, die Anfang der Zweitausender stehenblieb. Ich bin kein Rewatcher. Dafür gibt es zu viele gute Filme, die ich noch nicht gesehen habe. Hier falle ich aber häufig alle paar Monate mal wieder in ein kurzes YouTube-Loch und verharre bei Szenen, die ins Mark gehen. Danny Boyle bleibt für mich einer der spannendsten Regisseure unserer Zeit. Ein sehr eigener Filmemacher, der ähnlich wie Shyamalan eine turbulente Karriere mit vielen Highs und manchen Lows hinter sich hat und den man dennoch wohl zu den besten Stimmen des Kinos zählen muss. Ein Regisseur, mit dem man immer rechnen muss. Dem man immer wieder einen Banger zutraut. 28 Years Later besticht durch seinen fantastsichen und kunstvollen Trailer. Dazu schrieb Garland wieder das Drehbuch. Die lange Wartezeit hat ein Ende und ich würde jetzt einfach schon mal sagen, dass es sich gelohnt hat. Wenn man es macht, dann richtig. Für mich wirkt hier alles stimmig. Einziger Wermutstropfen sind Sequels, die mich nachdenklich stimmen.
2024 US Releases, die bei uns später kommen und natürlich geschaut werden: The Brutalist, A Complete Unknown, A Real Pain, Nickel Boys, Queer, Nosferatu, Babygirl,
Eigentlich in der Top 5, wenn er denn kommt: Horizon Part 2
Vage Hoffnung: Ballerina
Wenig überraschend mittelmäßig: Superman Legacy, Michael
Mega Bock: Anaconda Reboot, Better Man, Mortal Kombat 2
Völlig lost: Schneewittchen
Hässlich wie unsere Zeit: The Minecraft Movie
Ärgere mich jetzt schon: The Electric State, Tron: Ares
Hoffentlich gut: The Running Man, Bird
Schwachsinniger, egaler Diskurs: How To Train Your Dragon, Das Kanu des Manitu
Die letzte Hoffnung: The Fantastic Four: First Steps
Jetzt ist auch mal gut: Bugonia
Don’t even try: Captain America 4, Das Kanu des Manitu